Erstmal muss ich sagen, dass ich dir nicht zustimme was die Schwarz/Weiß Malerei in SAVING PRIVATE RYAN angeht. Zwar werden die deutschen Soldaten nie so heldenhaft und "gut" dargestellt wie ihre amerikanischen Gegenparts stellenweise. Jedoch werden die Amis nicht immer ins rechte Licht gerückt und auch ihre Aktionen erscheinen fragwürdig und nicht immer so heroisch wie man es sonst kennt. Auch wenn der Fokus ganz klar auf den "guten" Amerikanern liegt haben auch sie so ihre Schnitzer.

Zu dem Film THIN RED LINE muss ich sagen, dass er mir schon gefallen hat aber ganz klar einen anderen Ton anschlägt als RYAN oder andere Vertreter des Genres. Zumindest bei mir ist es so, dass ich während eines solchen Filmes immer ab einer gewissen Zeit mit den Hauptfiguren sympathisiere. Bei diesem Film ist dies nicht so und auch nach dem dritten sehen kann ich den „guten“ dieses Films nicht abgewinnen oder sie gar ins Herz schließen. Diesen absolut chaotischen Haufen aus Feiglingen, Egoisten und Stümpern kann ich irgendwie nicht ins Herz schließen und mit ihnen mit fiebern, wenn sie eine Anhöhe erstürmen oder Opfer eines Hinterhaltes werden. Ehrlich gesagt war ich bei manchen Szenen der Amerikaner leicht „angewidert“ wie man solche Äußerungen treffen kann. Ich denke da an die Szene:

*Soldat unter Schmerzen*
„Ich sterbe! Ich sterbe!“

*anderer Soldat*
„Dann hör verdammt noch mal auf so laut zu schreien!“

Oder auch die Stelle wo sie die Verwundeten mit Morphium voll pumpen wollen damit er endlich die Klappe hält. Die Szenen haben bei mir irgendwie einen tiefen „Eindruck“ hinterlassen. Ich habe in dem ganzen Haufen nicht einen sympathieträger gefunden. Das unterscheidet diesen Film klar von anderen (Anti-)Kriegsfilmen die ich kenne, jedenfalls für mich. Die Szene mit dem Küken fand ich übrigens auch sehr bedrückend .. das war glaube ich direkt nach oder während des Artilleriefeuers auf die anstürmenden GIs oder?

Überhaupt fand ich diese Off-Kommentare nicht störend. Im Gegenteil sie brachten eine sehr hoffnungslose Atmosphäre auf und begleiteten schön die überwiegenden langsamen Passagen des Films.