@Kamachen:
Es gibt/gab vieeeel schlimmere und genitalere Verschreiber als den da..... aber nur um eins mal klarzustellen....

HESSEN RIECHT GUT
oder willst du dich etwa mit allen vom Kassel CT anlegen

So, da das geklärt ist kann ich nur sagen:
Wieder eine Woche überlebt!
Zwar mit einigen Schmerzen und Wunden aber wenigstens überlebt. Tja und da ich euch auch nicht den Spaß an meinen "Wunden" nehmen will, kommt natürlich gleich der Bericht. Viel Vergnügen^^


Die vergangene Woche hatte es in sich. Denn endlich war es soweit. Wir wurden in das kalte Wasser geworfen, nur mit den Sachen ausgerüstet, die wir innerhalb einer Stunde packen konnten, nur mit den Erfahrungen versehen, die wir bisher in unsere Ausbildung gemacht hatten. So gewappnet zogen wir Montag morgen gen Dschungel.....
naja... es war mehr ein Wald..... aber so war die Dramatik besser
Diejenigen unter euch, die auch den Bund durchlebt haben, wissen sicher was ich meine:

Biwak

Keiner weiß so genau, was dieses Wort eigentlich bedeutet. Selbst unsere Ausbilder konnten diese Frage nicht beantworten. Man weiß nur, dass dieses Wort und alles was damit zusammenhängt auf die französisch besetzten Regionen Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg zurückgeht. Doch wofür die Franzosen die Abkürzung Biwak genau nahmen ist in den Archiven der Bundeswehr verschollengeganen.

Und da haben wir es mal wieder... alles Asseliche kommt aus Frankreich... Danke ihr lieben Franzmänner...

Aber ich wäre nicht Ich, wenn ich nicht auch für diese Abkürzung das ein oder andere nette Erfinden könnte. Beim Wecken um halb 4 am Montag morgen kam mir als erstes

Beschissene idiotische willkür an Kanonieren

in den Sinn, doch das traf den Sinn dessen, was eigentlich gemacht würde nicht so ganz. Drum hab ich mir auf der Busfahrt noch ein wenig gedanken gemacht, während ich so schlief und als ich aufwachte und den Wald sah wurde es mir schlagartig bewusst. Biwak steht ganz einfach für

Bundeswehr im Wald am Kämpen
Ich will jetzt keinen Kligscheißer hören, der mir sagt, dass man Kämpen nicht so schreibt.... sonst hätte es einfach nicht gepasst.... und wenn ihr meckern wollt.... tja, dann denkt euch vorher was besseres aus.... so^^

Naja, nachdem das nun geklärt war und wir endlich vor unserem neuen Zuhause, dem Wald, standen merkten wir doch, wie saukalt Schnee und Wind zusammen doch sein können. So zog meine Gruppe mit allem gerödel, was wir so dabei hatten, los und suchte sich schnell einen netten Platz der Gruppe, der einigemaßen Windgeschützt, halbwegs frei von Schnee und wo dank des Geländes schon gewisse "Einrichtungen" vorgegeben waren. Mit Einrichtungen sind kleine Mulden und Kuhlen gemeint, die man leichter zu Feuerstellen oder Wassersickergruben ausbauen kann. Denn sonst muss man vieeeel Buddeln und das ist mit einem Klappsparten nicht grad das leichteste bzw. angenehmste.
Naja, nachdem wir unseren netten Platz gefunden hatten, teilten wir uns auch schnell auf. Ein Paar kümmerte sich darum ein Grubenfeuerloch zu graben, wieder andere kümmerten sich um die Zelte und der Rest sorgte dafür, dass um die Zelte dann ein Wasserablaufgraben gezogen wurde... mitsammt Sickerlöchern natürlich. Nachdem das alles geschehen war zogen wir tapferen Soldaten los, um Feuerholz zu sammeln. Dazu nutzten wir die liebevoll bereitgestellte Kettensäge ausgiebig... aber nur an den markierten Bäumen
Dennoch konnten wir kaum gutes Holz finden, denn Schnee und Regen machen Holz leider nass, wodurch der Brennwert ziehmlich sinkt, wie sich jeder vorstellen kann. Deshalb hatte es auch lange gedauert, bis wir ein einigermaßen großes Feuer herbeigezaubert hatten, an dem man sich endlich mal etwas aufwärmen konnte. Doch in der zwischenzeit hab ich für mich meine drei Punkte festgestellt oder besser gesagt, mein Motto gefunden, wie ich das Biwak verbringen wollte.

Mir war kalt, ich hab gefrohren und warm war mir auch nicht!

So gut gelaunt war ich schon lange nicht mehr. Doch die Laune hob sich schnell wieder. Nach dem Mittagessen kam doch tatsächlich mal die Sonne raus und auch das Essen selbst hatte relativ gut geschmeckt. Auch wenn es verdammt beschissen ist Kochwurst mit Kartoffeln und Sauerkraut aus dem dämlichen BigPot zu essen...
Nachmittags stand dann noch die Gefechtsstellung auf dem Plan und wir wurden eingewiesen, wie und wo man am besten den Alarmposten sowie die Geschützstellungen anlegt. Danach machten wir uns natürlich "freiwillig" daran, dass gelernte in die Tat umzusetzen. Als alles stand und wir wieder zum Platz der Gruppe zurückkehren konnten mussten wir noch etwas Feuerholz für die Nacht vorbeireiten (Suchen, Schlagen, Sägen oder Hacken) und dann das Holz stapeln. Danach haben wir uns noch ein paar Sitzbänke aus nicht verwertbaren Stämmen "gebastelt" und so am Feuer unser Abendbrot eingenommen. Daraufhin wurde eingeteilt wer wann Feuerwache bzw Alarmposten hatte und der Rest konnte so gegen Mitternacht schlafen gehen.
Doch unsere Ausbilder ließen uns keine Ruhe. Um ca 3 Uhr wurde ein Angriff Simuliert und der Alarmposten gab Alarm. Dann hieß es in 5 Minuten aufzustehen, sich anzuziehen und gefechtsbereit zu sein.... Tja... so sah die Theorie aus. Die 5 Minuten hab ich allein dafür gebraucht wach zu werden, um zu realisiern, was die Schreie draußen eigentlich bedeuteten. Auch das Anziehen in unsere Dackelgarade (wie man das Zelt liebevoll nannte) war in Eile auch nicht einfacher. Somit standen wir erst nach knapp 15 Minuten Kampfereit draußen und man erklärte uns, dass wir nun alle Tod seien. Naja, dann konnten wir wenigstens weiterschlafen und mussten nicht noch den Kampf durchspielen. Aber zu unser aller Beruhigung sind an diesem Abend alle Gruppen gestorben.

Am Dienstag morgen wurden wir dann von einem weiteren schon längst vertrautem Geräusch geweckt. Regen. Es war einfach schrecklich.
Naja, nachdem man sich in ruhe angezogen hatte und sich provisorisch mit den Wasserkanistern und Pfannen Rasiert und gewaschen bzw. Zähne geputzt hatte konnte man auch sein leckeres Frühstück empfangen. Eine kleine unauffällige Plastiktüte mit ein paar Überraschungen, einen halben Liter Kakao, 3 Scheiben Brot und 2 Brötchen drin. Somit war es auch kein Wunder, dass wir innerhalb der Gruppe weniger gefrühstückt, sondern mehr einen Tauschbasar veranstaltet haben, da in jeder Tüte was anderes als Aufstrich drin war. Eine sehr lustige Erfahrung.
Nach dem Frühstück sind wir dann zur Schießbahn geführt wurden, wo wir auch den Tag über unsere Ausbildung verbrachten. Einerseits wurde geschossen und andererseits eine sehr funny Ausbildung durchgeführt.

Häuserkampf und Häusersturm.

Dazu gibt es leider nicht viel zu sagen, außer dass man an diesem Tag froh war, diese Ausbildung zu machen, da man sie wie der Name schon sagt ja nicht im freien machen musste. Sehr angenehm. Mittags dürfeten wir dann auch drinnen oder besser gesagt im Aufenhaltsraum der Schießbahn essen. Und da war es schööööön warm^^
Tja, nachmittags tauschten dann die Gruppen untereinander die Ausbildungen durch und so wurde es sehr schnell Abend. Abends gab es dann für alle noch mal ein Bombom in Sachen Ausbildung.
Nachtschießen (und Dante... da steht Nachtschießen... damit meine ich NICHT Nacktschießen )
Es ist eigentlich sehr witzig im Dunkeln auf ein Ziel mit Leuchtspurmunition zu feuern, wenn man vom Ziel nur einen kleinen Anhaltspunkt hat... aber wenigstens konnten wir feuern, feuern, feuern^^.
Tja, danach ging es wieder zurück zum Platz der Gruppe und wir mussten entsetzt feststellen, dass der Regen doch tatsächlich unser Feuer gelöscht hatte... und auch das schön gestapelte Holz war noch nasser als zuvor... aber wir hatten ja nun Erfahrung mit Feuer mit nassem Holz machen. Und mit einer flasche Feuerzeugbenzin, sowie einen großen *wupp* ging alles auch recht schnell. Und das beste war... diese Nacht konnte man durchschlafen. Nur zur Feuerwache musste man mal eine Stunde aufstehen. Kein Alarm.... nichts.... war das herrlich.

Tja und schon war Mittwoch.
Morgenhygiene, Frühstück, dann essen für Mittag abpacken und danach machte man sich auch schon daran alles wieder abzubauen. Wir verbrannten eifrig alles was wir noch so hatten, füllten die Löcher und Gräben wieder und verpackten alle Zelte wieder. Danach aßen wir unser Mittagessen, welches wir uns Morgens geschmiert hatten und machten uns abmarschbereit. Denn es stand noch der tolle 12 Kilometer Gefechtsmarsch aus.
Also voll bepackt mit tollen sachen, die das Biwak schöner machten maschierten wir also los... immer gen Heimat... oder besser gesagt gen Bus.
Doch das dumme war nur, als wir an der Stelle ankamen, an der eigentlich der Bus sein sollte, stand nur unser Chef und der meinte, dass wir ruhig noch ein paar Kilometer weiter marschieren könnten. Somit wurden aus 12 Kilometern 18. Und ab Kilometer 16 sind dank des wenigen Schlafes und des Gepäcks nur noch meine Füße und nicht mehr mein Kopf gelaufen. Stellenweise war ich sogar richtig abwesend. Das war echt nicht schön. Aber zum glück nahm dann ein Kamarad meinen Rucksack und ich seine Waffe... so überstand ich dann noch die restlichen Kilometer. Am Bus angekommen wurde alles nur noch verstaut und dann war man froh sitzen zu können. Auch als man in der Kaserne war machte man nicht mehr viel. Rucksack ablegen, Waffe abgeben, Duschen und dann sind wir alle ins Bett. Und ich zog mein Resume der vergangen Tage.

- 3 Blasen an den Füßen, die sehr unangenem sind
- Von Sonntag an insgesamt 11 Stunden schlaf
- 8 Mal im Wald auf die Nase gefallen, dank Matsch, Wurzeln oder Löchern
- Dämliche Rückenschmerzen vom Waldboden oder dem Rücksack

Aber immerhin sonst alles heil überstanden.

Der Donnerstag war dann eine wahre Wohltat. Morgens ging man zum Artz um die Wunden versorgen zu lassen, dann freute man sich richtig darüber in der Kantine essen zu können und nachmittags machte man sich daran seine Ausrüstung wieder flott bzw. Sauber und Trocken zu machen. Um 19 Uhr war dann noch mal eine Stunde Unterricht, der einen auf die morgige Ausbildung vorbereitet hatte und danach sanken alle, natürlich nochmals ausgiebig geduscht, ins Bett.
Freitag Morgen war dann Brandschutz bzw. Brandbekämpfungsausbildung sowie eine Einheit "Bergen von verwundeten mit Behelfstragen". Einfach nur Chillig etwas mit dem Feuerlöscher handtieren sowie mit Ästen und Jacken mal versuchen eine Trage zu bauen. Und dann ging es auch schon um 12 endlich ins Wochenende.