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Thema: Now Reading # 3

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  1. #11
    "Parting at Dawn - An Antrology of Japanese Gay Literature"

    Seht mich nicht so komisch an.

    Das Buch beginnt ganz harmlos in einer Crossdressing-Legende mit einem Schuss Magie und Genji-Monogatari Sexszenen, den Teil mit den Mönchen übersprang ich und landete bei einer Sammlung von kurzen Erzählungen, deren Pointen zu hundert Prozent unter die Gürtellinie beider Geschlechter aller Professionen zielten.
    Von diesen Tiefen steigt die Sammlung mit Auszügen aus Ihara Saikakus "The Great Mirror of Male Love" (Die englische Komplettausgabe liest sich übrigens ebenfalls sehr gut, auch wenn ich nur eine Geschichte voyeristisch genug für Yaoi fand) und "the Life of a Sensuous Man". Noch höher hinauf mochte man danach mit Iwatutsujis "Wild Azaleas" fliegen, doch in diesen Höhen war mir die Luft entschieden zu dünn (sowie die Sonne zu heiß) und ich verstand nicht viel von den Beispielen von homoerotischer Poesie.
    Dafür hatte die nächste Erzählung wieder etwas mehr Fleisch auf den Knochen - wie man es von einer Geschichte über einen Ex-Mönch, der die Leiche seines jugendlichen Liebhabers verspeiste und dadurch zum Ghoul wurde auch erwarten könnte.

    Nach dem kleinen Sturzflug zu Sex and Crime pendelt sich die Anthrologie dann langsam mit dem Briefwechsel zwischen Minakata Kumagusu (einem Vertreter des Shudo und fanatischer Erforscher der Entwicklungszyklen von Schimmel) und Iwata Jun'ichi (Volkskundler und Tsuneo Watanabes Unfreiwilliger Co-Autor bei "The Love of the Samurai") auf einem angenehmen Niveau ein. Einige Informationen über Homsexualität vor dem Krieg, welche Iwata wegen seines Ablebens nicht mehr in seinem Corpus Vitae behandeln konnte kommen noch sehr kurz zur Sprache und der Stil der Übersetzung der Korrespondez spricht mich an.

    Mishima Yukios "Onnagata" kenne ich glückicherweise wie einige seiner anderen pointierten Kurzgeschichten schon. Unterhaltsam und mit einem bösartigen Ende, wie es sich gehört, daran reicht nur noch die letzte Szene von "Die Todesmale des Engels" heran, IMO.

    Weiter habe ich nicht gelesen, nur ein bösartiges Tanka gegen Ende des Buches fiel mir noch ins Auge:


    fuatarizure no tenshi wa machi no otokotachi ni (Jitsu wa!) mawasareki. to iu tsutae

    The pair of Angeln were (in truth!) gang-banged by the men of the city. So the legend goes



    Edit:

    Und jetztn lese ich endlich Nabokovs "Lolita" und es verspricht ein verdammt unterhaltsames Buch zu werden.

    Geändert von Ianus (17.12.2004 um 12:30 Uhr)

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