Habe nun Ein Landarzt und andere Prosa von Kafka und Also Sprach Golem vom Stanislaw Lem gelesen.

Ersteres hat mir teilweise sehr gut, teilweise kaum gefallen. Gut bis sehr gut gefallen haben mir "Das nächste Dorf", "Eine kaiserliche Botschaft", "Ein Bericht für eine Akademie" und "Vor dem Gesetz" welches ja auch im Prozeß vorgekommen ist. Förmlich gehasst habe ich die Erzählung "Joesefine, die Sängerin oder Das Volk der Mäuse", welche auch noch die längste des Sammelbandes ist. Kafka hat zwar eine sehr interessante Art durch einen sehr ungewöhnlichen Blickwinkel und sehr verstörte und verunsicherte Protagonisten ein ganz eigenes Weltbild zu schaffen, aber manchmal nervt dieses negativ Weltbild, weil die Protagonisten nicht in der Lage sind auch nur einen einzigen Fakt zu formulieren ohne sich gleich selbst zu relativieren. Insgesamt interessante Werke und weiterhin finde ich, dass man Kafka besser versteht, wenn man viel von ihm gelesen hat.

"Also Sprach Golem" von Stanislaw Lem hab ich ganz ehrlich nicht verstanden. Ich konnte zwar einigen Gedankengängen folgen, aber war mit dem Vokabular gnadenlos überfordert und hatte auch nicht die Muße viele, viele Stunden für das Entziffern des Textes zu opfern. Ich hätte mir gewünscht, das einige Wörter wie zum Beispiel "Vernunft" oder "Sprache" in dem im Buch verwendeten Kontext genauer erläutert werden, aber ich denke das Buch ist wohl nichts für Neulinge auf dem Gebiet. Eher eine philosophische Abhandlung verpackt in eine kleine Sci-Fi Ein- und Ausleitung. Irgendwie interessant, aber letztendlich habe ich nicht genug verstanden um's gut zu finden. Vorerst das letzte Werk von Lem für mich.

Ungelesen habe ich noch "Fräulein Else" von Schnitzler, "Die Zeitmaschine" von H.G. Wells und "Klein Zaches genannt Zinnober" von E.T.A. Hoffman - ich denke ich mach jetzt mit Fräulein Else weiter. ^^