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Thema: Now Reading # 3

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  1. #11
    Zitat Zitat von Vaughan
    Auch wenn ich etwas spät auftrete, fühl ich mich natürlich angesprochen.

    Wie würde sich deiner Meinung nach ein guter Porno lesen oder genauer gefragt: Ein guter Mensch - Wunden - Wrack - Porno?
    Es geht um Liebe und Erotik zwischen Fleisch und Stahl, um mechanisierten und stilisierten Sex, findest du nicht, dass unter dem Gesichtspunkt und der Zielsetzung betrachtet, Ballard's Sprache absolut angemessen war? Seine klinischen, detailierten Schilderungen, die ständigen Wiederholungen können zugegeben vielleicht ermüdend wirken, sofern man die dargestellte Neigung nicht teilt, aber sie waren absolut konsequent. Also, wenn du es schlecht nennst, musst du eine Vorstellung von "besser" haben, da bin ich wirklich interessiert die zu hören.
    Wie sich ein guter Porno liest, weiß ich aus dem einfachen Grund nicht, da mich das Genre nicht interessiert und ich noch keinen (anderen?) Porno gelesen habe. Daher erkläre ich nun nicht, was einen Porno ausmacht, sondern erkläre, dass dieser Porno kein guter war, da er mich weder erregt, noch interessiert, sondern eher gelangweilt hat.
    Konsequent war es, das zweifle ich nicht an - aber konsequent heißt ja nicht unbedingt gut. Ich hatte auch schon erwähnt, dass diese Konsequenz vielleicht wichtig für die Charaktere ist, den Leser, oder zumindest mich, aber langweilt.

    Zitat Zitat
    Warum (bezogen auf die Wortwahl "lächerlich")?
    Wenn mir der Protagonist ausführlich schildert, wie weit er den Finger in den Anus seiner Freundin schieben muss um Kot-Reste unter seinen Fingernägeln zu finden, finde ich das nicht mehr ernst zu nehmen. Wenn der Autor dadurch zeigen wollte, wie versessen seine Charaktere sind, ist es dennoch ins lächerliche abgedriftet.


    Zitat Zitat
    Ich denke, das alte "böse Technik, modern, Maschinen" - Schema ist etwas zu simpel. Die Figuren im Buch sind ausnahmslos alle leer und werden von Vaughan mit einer Idee gefüllt, die ihnen neu, entdeckenswert scheint, ganz einfach weil sie gelangweilt sind von allem was sie kennen. Ich glaube, es geht viel mehr um Menschen auf der Suche, die sich absolut nicht mehr zurechtfinden in der Mittelmäßigkeit des Alltags und die irrwitzigsten Dinge akzeptieren und annehmen, nur um wieder etwas zu fühlen und zu erleben.
    Vaughan ist der einzige, der (halbwegs) an die Idee glaubt. Ich spare mir weitere Ausführungen seine Person betreffend, da ich mir anmaße zu wissen, deine Meinung eh nicht ändern zu können. Allerdings finde ich es schade, dass du dich nicht zu seiner Idee näher äußerst, ob du nicht der Meinung bist, dass an seiner Entdeckung generell etwas dran sein könnte. Und diese Entdeckung geht ja weit über das simple "Wrack*icken" hinaus.
    Aber du wirst verstehen, dass *ich* das hier nicht unkommentiert stehen lassen konnte. Eine Frage der Ehre, sozusagen.
    Aber ist das Schema "Mein-Leben-ist-langweilig-also-such-ich-mir-was-extremes" denn so viel anspruchsvoller? Die Charaktere hätten genauso gut Extremsportarten ausüben können, nur das da dann der sexuelle Aspekt gefehlt hätte. Und welche Entdeckung meinst du? Sex mit Autos oder etwas in dem Bereich kommt für mich nicht in Frage, dafür bin ich zu zufrieden mit meinem alltäglichen Leben, falls du das meintest. O_o
    Das Suchen nach Extremen gab es in Fight Club beispielsweise auch, nur hat es mir da (auch im Buch von Palahnuik) eindeutig besser gefallen, weil's besser verpackt war.


    Habe nun "tot." von Stephen King und Kafkas "Brief an den Vater" gelesen.

    Der" Brief an den Vater" von Kafka war extrem intensiv und für das Textverständnis der anderen Kafka-Texte von großer Wichtigkeit. Ich spiele momentan mit dem Gedanken mir noch die Tagebücher zu kaufen und zum Beispiel "Das Urteil" noch einmal zu lesen. Ich finde die Gestalt Kafkas sehr interessant und unheimlich traurig. Traurig, dass er im selben Brief indem er Felice Bauer fragt, ob sie ihn heiraten will, ihr gleich Gründe nennt, warum sie ihn nicht heiraten sollte. Oder die Balkon-Szene aus seiner Kindheit von der wohl die meisten Kafka-Leser mal gehört haben. Alles in allem eine tolle und sehr persönliche Lese-Erfahrung.

    Der dritte Teil von Kings Reihe hat mir besser als die ersten beiden gefallen, die spannenden Szenen haben die langweiligen bei weitem überwuchert, lediglich die extrem langsame Reise vom Jungen in die Welt des Revolvermannes war langatmig. Mir gefallen weiterhin die Gespräche des Ka-Tets am besten und beginne zu merken, wie die Redewendungen sich in mein alltägliches Denken einbürgern.

    Im Moment lese ich den vierten Teil "Glas" und bin auf Rolands weitere Vergangenheit gespannt. ^^

    Geändert von Stan (08.05.2005 um 22:54 Uhr)

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