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Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Habe mir soeben auch mal die Diskussion zwischen Enkidu und pflaume durchgelesen.

    Zum einen fände ich eine genaue Übersetzung, so wie pflaume sie anstrebt, alles wirklich genau ins deutsche zu übersetzen von grundauf gut, da ich auch Verteidiger der deutschen Sprache bin. Auf der anderen Seite bin ich aber auch ein Fan der Spielereihe und verbinde mit den vielen Begriffen englisch-gebliebenen Begriffen auch Final Fantasy.
    Wenn dann beispielsweise das auch schon genannte "Medium" als Ersatz für "Summoner" genommen wird, dann geht bei mir ein Stück des Zaubers verloren und das mit jedem Wort, was in der Richtung hin verändert wurde im jeweiligen Spiel. Wenn ich nun all die Wörter auf ihre eigene Art übersetzt bekomme, dann ist für mich das Gefühl auch ganz einfach ein anderes. Ein "Sanctus" sehe ich beispielsweise nicht als ein "Holy" an, auch wenn mir der Name an sich gefällt und ich ihn passend finde. Heißt für mich ist es - zumindest von meinem Empfinden her - so, als ob "Sanctus" ein neuer Zauber ist und "Holy" abgeschafft wurde. Ich habe es eben nicht mehr nur als Wort alleine gesehen, was es zu übersetzen galt, sondern damit auch einen bestimmten Wert im Spiel verbunden (beispielsweise vergleichbar wenn ich Excalibur in RPG xy finde ).

    Natürlich weiß ich, dass die breite Masse, die nicht mit der FF-Reihe "großgeworden" ist, noch nichts mit diesen Traditionen verbindet. Sie steigen ohne Vorbereitung in das Spiel hinein und ihnen wird zum einen der Zauber verwährt, den sie noch im Retro-Gaming erfahren könnten, wenn sie gefallen an der Spieleart finden (OK, das ist vielleicht ein wenig weit gegriffen ), zum anderen aber lesen sie solche Wörter wie "Sanctus" und fragen sich, was sie bedeuten. Doch gibt es mit der "Vereinfachung" und "Normalisierung" der Wörter immer weniger von diesen, wo man sich noch fragen könnte, was das denn eigentlich ist. Muss dies unbedingt positiv sein, dass man plötzlich alles versteht? Ein Beispiel wäre eben "Lich". Umgeändert zu "Todbringer" hört sich der Boss für mich an, wie einer von etlichen Bossen, die es totzuschlagen und zu vergessen gilt. Hingegen als ich das erste mal FFI gezockt habe, damals im Alter von 11 Jahren (ganz böse auf 'nem Emu, aber wir hatten ja nichts ), da hieß der Boss "Lich". Dauraufhin habe ich mich gefragt, woher das Wort denn kommt, denn von dem Wort "Licht" wird es wohl kaum abgeleitet werden können. Also im Internet gesucht, interessante Info-Seiten gefunden und ein wenig eingelesen. Und desto mehr ich über solche Gestalten lesen durfte, desto mehr Zauber hatte für mich dieses Spiel und natürlich auch die gesamte Reihe. Genauso verhielt es sich mit den Summons, wo ich mich zunächst gefragt habe, was es denn sind außer zu beschwörende Wesen (und die Namen klangen so komisch, aber die wurden zum Glück immer beibehalten nur in FFX waren andere Wesen am Werk, was aber nicht auf die Übersetzung zurückzuführen ist). Also allerlei im Internet gesucht, gefunden, gelesen, etc.. Inzwischen ist vor allem dadurch nordische Mythologie (bzw. Bücher, Geschichten und Sagen zu dem Thema) zu einem meiner Hobbys geworden.

    Jedenfalls war es für mich immer etwas besonderes, die bestimmten Namen, Traditionen, Wesen u.s.w. in den Spielwelten, die machten für mich immer viel aus. Und wo schon damals alles so gut lief und die Masse angesprochen wurde, wieso sollte es heute verändert werden? Es klappte damals schon gut, und ich kann zumindest für mich sprechen, dass mich die Namen kein bisschen abgeschreckt haben, warum auch. Entweder man interessiert sich für die Hintergründe oder lässt die genaue Bedeutung hinter gewissen Dingen links liegen, beachtet somit auch weder ob es sich nun um einen alten oder neuen Namen handelt.
    Ich hingegen als Fan achte auf sowas und lege Wert darauf. Die Frage ist nur ob es sinnvoller ist, alles nach seinem eigenen Gefühl massenkompatibel zu übersetzen oder auch über gewisse Elemente eine Sekunde länger nachzudenken, als nur zu überprüfen, ob es sich um Englisch handelt, eingedeutscht wurde oder unbekannte Hintergründe für einen Otto-Normal-Bürger hat (ich meine es hier wie im Beispiel zu Lich). Es gibt sicher auch viele, die aus verschiedenen Gründen daher auf eine englisch-sprachige Version zurückgreifen, da man dasselbe Gut bei guter Suche für denselben Preis erhält, nur mit dem gewissen etwas, was so mancher Fan sich vielleicht sucht (und damit meine ich keine gute technische Anpassung, denn sowas ist inzwischen zum Glück auch Standart in PAL Gebieten geworden). Ich selbst gehöre zu denen, die sich immer überlegen müssen, ob nun eine NTSC oder PAL Version eines RPGs angeschafft werden soll, und beim Beispiel Final Fantasy (worum es hier ja geht) tendiere ich immer öfters zur NTSC.
    Geändert von Dark Paladin (16.12.2004 um 01:54 Uhr)
    Still Chobo!
    Wenn andere sich mit unruhiger Geschäftigkeit betäuben, o, so tauch ich mein Haupt in den heiligen kühlenden Quell der Töne unter, und die heilende Göttin flößt mir die Unschuld der Kindheit wieder ein.
    Wenn andere über selbst erfundene Grillen zanken, so schließ' ich mein Aug' zu vor all dem Kriege der Welt - und ziehe mich still in das Land der Musik, als in das Land des Glaubens, zurück, wo all unsere Zweifel und unsere Leiden sich in ein tönendes Meer verlieren.

    (By Ludwig Tieck)

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