Hier @Tritoch, hab mich diesmal etwas beeilt:



Es war früher Nachmittag, als Cecil, Rydia, Yang und Edward, nach einem kleinen Training in den umliegenden Wäldern, zum Haven, nord-östlich von Fabul, aufbrachen. Das Schiff lag im Wasser und Yangs Frau stand am Landungssteg und wartete auf sie.
„Hals und Beinbruch, Schatz, und bring mir was schönes mit!“, sagte Yangs Frau zu ihrem Gatten, dann wandte sie sich an Cecil, „Lass den Kopf nicht hängen, Cecil! Du wirst sie schnell wieder zurück haben!“
„Hoffentlich...“
Er und die anderen traten auf den Steg, den Edward etwas misstrauisch musterte, denn diese Holzbrücke schien schon zu viel Gewicht ausgehalten zu haben und nun nicht mehr ganz so funktionsfähig zu sein.
Kurz bevor er das bereitgestellte Schiff betrat drehte sich Yang noch einmal zu seiner an Land stehenden Frau um.
„Ich bin sicher, du wirst ein Auge auf alles haben!“
„Darauf kannst du wetten! Pass auf dich auf!“, sie schenkte ihm ein letztes Lächeln, ehe sich zum gehen umdrehte, „Hab dich lieb!“
Bevor das ein tränenreicher Abschied werden konnte wurde Yang von seinen Freunden vollends auf das Wasserfahrzeug geschoben. Die vier lenkten ihre Schritte gleich in Richtung Kapitän.
„Cecil, schätz ich mal“, wurden sie scherzhaft vom Kapitän begrüßt, „Ich habe gehört, du würdest die Hölle mobil machen um diese Süßen aus Baron rauszuprügeln. Also, lehn dich zurück, Kumpel, und genieß die Reise!“
Sie gingen weiter nach vorn aufs Deck und schauten aufs Wasser, welches ja noch ziemlich flach und hell war.
„Anker lichten!“, befahl der Kapitän seiner Crew.
„Aye-aye, Käpt’n!“, kam als Antwort.
Ein reges, arbeitsames Treiben machte sich auf dem Schiff breit. Man hörte knarren von Masten und das laute, klirrende Scheppern einer Kette, an deren Ende der Anker hing. Ein Ruck ging durch den Rumpf des großen Kahns und er setzte sich schaukelnd in Bewegung, immer der sich bereits zum Horizont senkenden Sonne entgegen.

Es war eine ruhige Schifffahrt, auf der nichts wirklich nennenswertes passierte, abgesehen vielleicht davon, dass sich Edward mehrmals wegen Seekrankheit übergab.
Doch auf einmal, es war spät abends, nur der leuchtend helle Mond erhellte das Gebiet, begann das Schiff merkwürdig zu wackeln, es bebte förmlich. Nein, es lag gar nicht am Schiff, es war das ganze Meer das plötzlich zu beben begonnen hatte.
„Was geht hier ab?“, fragte sich Cecil, auch seine Freunde blickten sich ratlos um.
Dann bildete sich direkt vor dem Schiff ein reißender Strudel, an dessen Grund eine Art Tentakel, oder etwas ähnliches, befand und nach allen Seiten ausschlug. Es war von glänzenden, hellblauen Schuppen bedeckt, und die Flossen an seinem Ende wiesen darauf hin, das dieser lange „Arm“ nicht zu einem Kraken gehörte. Auch, dass er keinerlei Arten von Saugnäpfen an seiner Unterseite hatte zeigte, dass er zu einem anderen Wesen gehörte. Anfangs waren alle Passagiere sprachlos, sie hatten keine Ahnung, was dort nach ihnen Griff. Dann wurde es langsam, im gleichen Tempo wie das Wesen weiter sichtbar wurde, allen immer klarer, mit wem sie es zu tun hatten.
„Das kann doch nicht... kneif mich mal!“
„Heilige Makrele!“
„Der Herr der Meere!“
„Ist das wirklich...“
„Leviathan!“, stellte der Kapitän mit einem Schaudern fest, als sich die Seeschlange in seiner vollen Pracht zeigte. Sie war mit kristallähnlichen Schuppen besetzt, hatte ein kräftiges, nicht sehr einladendes Gebiss und strahlende blaue Augen. Rydia war fasziniert von dieser Kreatur, wie sie sich im Mondlicht bewegte und ihr Körper strahlte. Die Beschwörerin bemerkte nicht einmal den Befehl des Kapitäns, den Kurs zu ändern. Sie war wie in einem Bann gefangen, der erst gebrochen wurde, als ein kräftiger Ruck durch das Schiff ging und sie das Gleichgewicht verlor.
„AHHHH!“, brüllte sie, während sie über Bord in die fiel.
„Rydia!“, in Yang erwachte sein Beschützerinstinkt und er sprang hinterher in die mittlerweile tosende See.
„Rydia!! Yang!!“, Cecil hatte beide aus den Augen verloren und er befürchtete, das Meer hatte sie verschluckt. Nun bebte es stärker, so dass Edward ebenfalls das Gleichgewicht verlor, zum Glück landete er nur ungeschickt auf den glitschigen Brettern des Decks.
„Edward, ist wenigstens mit dir alles okay?“, der Dark Knight sorgte sich um alles und jeden, der oder das noch auf dem Schiff war oder gerade ins Wasser zu der drachenartigen Bestie gefallen war.
Das Schiff nährte sich mit bedrohlicher Beständigkeit dem Strudel Leviathans, trotz aller verzweifelten Versuche des Kapitäns und seiner Crew den Kurs zu ändern. Der Sog war einfach viel zu stark! Langsam kam der Rumpf in die Reichweite der alles fortreißenden Strömung. Nur noch ein winziges Stück, die Crew strengte sich vergebens an, das unausweichliche doch zu verhindern. Dann war es soweit. Das Schiff wurde vollständig in den Strudel gesogen und gnadenlos herumgeschleudert. Cecil klammerte sich an die Reling um nicht über Bord zu gehen, was nun mit Edward und den beiden im Wasser geschah, konnte er nicht sagen. Nicht einmal, wie lange er sich noch halte würde, war ihm gewiss.
Es dauerte nicht lang, vielleicht ein paar Minuten, dann war es für Cecil vorbei. Ihm schwanden die Sinne und alles um ihn herum wurde schwarz...