Zitat Zitat von Lilya
Ja, aber es wird doch nirgends von einer Erinnerung gesprochen!
Die Freude, von der gesprochen wird, liegt in der Vergangenheit, also ist der einzige Zugang dazu die Erinnerung.
Zitat Zitat von Lilya
Die Freude, die einst existierte, ist tot.
Aber die Freude von damals (meinetwegen über die hübschen Weihnachtsgeschenke) kann nicht sterben. Die Freude ist ja eine konkrete Empfindung und keine grundsätzliche Stimmung.
Zitat Zitat von Lilya
Sie ist einfach vergangen. Nicht die Erinnerung ist tot - die Freude selber!
Okay, so könnte man das sehen, aber dann ist die Formulierung nicht richtig. Denn so heißt es, dass die damahlig empfundene Freude nun tot ist, und das ist Unsinn. Es wird ja nur heute keine Freude mehr empfunden, aber das ist was ganz anderes. (Ich hoffe du verstehst, was ich sagen will. )
Zitat Zitat
Man kann mit ihnen einfach nicht abschließen! Diese erinnerungen, Erinnerungen an freudige Zeiten, sind immer da, sie umkreisen einen, man sieht immer diesen Vergleich zwischen schwarz und weiß, doch das weiße greifen ist unmöglich!
Ich glaub nicht, dass man dann in der Lage ist, sich umzubringen. Der Seöbstmord ist derartig endgültig, dass man mit seinem Leben abgeschlossen haben muss. Man muss das als Vergangenheit sehen. Und wenn man sich danach sehnt, dann hat man doch das Bedürfnis, weiter zu leben, weil man sich wünscht, das es wieder so wird, wie früher.
Zitat Zitat von Lilya
Aber das ist ein sehr wichtiger und sehr häufiger Grund und eben der, den das lyrische Ich hat.
Den Grund, den sich das lyr. Ich einbildet, um seine Endzeit-Fantasien zu rechtfertigen.
Zitat Zitat von Lilya
Klar kann man nicht jeden Selbstmord auf eine URsache zurückführen, da gebe ich dir vollkommen Recht!!! Aber etwas im Umfeld muss doch geschehen (oder gerade NICHT geschehen) sein, das den Anstoß gibt - sei es einmalig aber so schrecklich, oder auf lange Zeit hingezogen!
Glaub ich nicht. Es hat mit Veranlagung zu tun, mit der Entwicklung in der Kindheit, mit Erfahrungen, mit dem Umfeld, mit der eigenen Persönlichkeit usw. Es gibt Leute, die bringen sich um, weil sie Langeweile haben.
Ich denke, es kommt vor allem auf die Weise an, wie Probleme bewältigt werden, denn Probleme hat jeder und nicht jeder bringt sich deswegen um.
Zitat Zitat von Lilya
Ich denke aber, dass gerade diese Einsamkeit und Unverstandenheit viele Menschen das Leben kostet, denn wer andere Probleme, aber einen intakten Freundes oder Familienkreis hat, der kann noch über die Probleme reden, dem kann geholfen werden. Nicht immer, aber es besteht die Möglichkeit. Aber wenn diese nicht mehr besteht, wenn auch noch zu all den Problemen alleine ist, alles allein bewältigen, durchleben, durchleiden muss, ist das nicht noch unendlich schlimmer? Kann einen das nicht in den Selbstmord führen??
ich denke, dass man auch da nicht so pauschalisieren kann. Dem einen hilft es, ein gutes soziales Leben zu haben, für den anderen ist es wiederrum eine Verantwortung. Und Verantwortung kann gerade in Zeiten, in denen es einem nicht gut, sehr bedrängend wirken, was den Wunsch, sich von allem zu befreien, dann nach verstärkt. Jeder Mensch ist anders und jeder Selbstmord ist anders.
Zitat Zitat von Lilya
Ja, das weiß ich wohl! aber diesen Vorschlag, von wegen, dass Ewige Ruh besser passt, das fand ich einfach so super, dass du überhaupt noch sagst, was besser wäre, weil man doch garnicht mehr nach der richtigen, treffenden Ausdrucksweise sucht, das fand ich einfach so toppi ist auch nicht böse gemeint, das bringt mich einfach zum Schmunzeln
You are confusing me. Wieso "besser passen"? Das steht da doch; in der gleichen Zeile.
Zitat Zitat von Lilya
Es will sich mitteilen, will über die Probleme sprechen, doch niemand hört zu, niemand versteht, niemand beachtet es! Das ist das letztendliche, endgültige Problem. Es will schreien, doch niemand bemerkt es. NIEMAND! Es ist allein, vollkommen allein mit Problemen um sich herum. Und es sieht nurnoch den einen Ausweg. Nurnoch den einen.
Na ja, so halb. Es sehnt sich nach Aufmerksamkeit und hatte dann mal die fixe Idee, sich umzubringen. Es denkt sich "Ja, dann werden sie alle um mein Grab stehen und weinen. Dann werden sie alle bereuen, mir nicht zugehört zu haben. } "
Aber sich wirklich umrbingen will es nicht, denn dann würde es ja gar nicht mehr mitkriegen, wie sie alle ihre Schuldgefühle hätte, es könnte auch dann nicht über alle triumphieren, also bringt es sich auch nicht um.
Zitat Zitat von Lilya
Wut aber keine Aufmerksamkeit - kein Weg die Wut abzulassen, als an sich selber.
Naa, ich denk nicht, dass man Selbstmord so leicht mit Auto-Agressionen gleich setzen kann. Zu Auto-Agression würde ich zum Beispiel die neue Mode-Krankheit Ritzen zählen, aber ein Selbstmord hat wenig mit Agression zu tun. Wie Liferipper auch sagte, Selbstmord hat tiefere Gründe. Wut ist immer etwas spontanes und Konkretes, während Trauer und Verzweiflung Dauerzustand sein kann. Und bis man so kaputt ist, dass man sich umbringen will, dauert es - länger als ein Wutanfall.
Zitat Zitat von Lilya
Hätte ich niemanden zum Reden, ich würde mich umbringen.
Sorry, bei aller Liebe, aber das glaub ich dir nicht. Ich habe das Gefühl, dass in letzter Zeit ein bisschen zu leichtfertig mit dem Thema umgegangen wird. Ich glaub dir, dass du das sehr ernst meinst und vielleicht glaubst du auch wirklich, dich umbringen zu können, aber ich glaub nicht, dass du definitiv in der Lage dazu wärst. Selbstmordgedanken sind auch zu so einer Modekrankheit geworden; es ist cool und stylish sich umzurbringen.
Selbstmord ist das Ende, das Ende von allem. Und du kannst sagen was du willst, ich glaube dir nicht, dass dir das bewusst ist. Sonst würdest du nicht so darüber reden. Und "wenn doch" und "hätte ich nicht" und sowas, wenn ich diese Formulierungen schon höre... Selbstmord ist ein sehr, sehr erntes Thema und deine Kommentare zeigen mir, dass du keine Ahnung davon hast. Ich will dir nicht zu nahe treten und deine Probleme, was auch immer sie sein mögen, nicht aburteilen, aber Selbstmord ist etwas ganz anderes.

Ohne Wut, ohne Agression, ohne das spontane Bedürfnis danach und ohne "wenn" und "hätte". Wenn dir der Gedanke daran hilft, dein Leben zu meistern, find ich das okay, aber zwischem dem Gedanken, meinetwegen auch dem Wunsch und der tatsächlichen Ausführung liegt noch ein großer Unterschied. Glaubs's mir.