Entschuldigt die Verspätung, aber ich bin im Moment ein wenig gestresst. Jetzt gehts ja weiter ^^Zitat
Da~nke! ^^Zitat
Schöne Frauen beschreibt man gern und wir Kerle haben ja viel erfahrung damit .. stimmts? ^^"Zitat
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Es hätte eine ruhige und erholsame Nacht für den kleinen Dieb werden können, in der er Kraft für das bevorstehende Problem hätte sammeln können, aber das Schicksal meinte es nicht gut mit ihm. Durch die dunklen Gassen von Baldurs Tor, huschten zwei verhüllte Gestalten. In dunkle Kapuzenmäntel gehüllt und die Kapuzen tief in ihre Gesichter gezogen, bewegten sie sich geschickt von Schatten zu Schatten und durchquerten das große Tor des inneren Ringes der Stadt. Ihr Ziel war eine kleine Hütte nahe des Stadttores, verborgen in einer Seitengasse und für das normale Volk der Stadt durchaus uninteressant. Die beiden Gestalten bogen in die Seitengasse ein, verfolgten ihren Verlauf vorsichtig und stoppten vor der Tür der Hütte. Durch die Fenster der Hütte fiel kein Licht und auch unter der einfachen Holztür hindurch schimmerte nichts, was die Anwesenheit eines Bewohners andeuten könnte. Eine der Gestalten griff nach der Klinge der Tür und versuchte sie vorsichtig aufzustoßen, jedoch ohne Erfolg da die Tür abgeschlossen war. Die Gestalt ließ von der Tür ab und die zweite Person trat zur Klinge. Sie kniete sich vor das Schlüsselloch der Tür und zog zwei metallische Stäbe unter dem Mantel hervor. Geschickt schob die Gestalt die zwei Stäbe in das Schlüsselloch und fischte mit ihnen nach dem Mechanismus, welcher die Tür blockierte. Ein Klicken zeugte davon, dass das Manöver geglückt war und die zwei metallischen Stäbe verschwanden wieder in den Taschen des Kapuzenmantelträgers. Vorsichtig wurde die Tür geöffnet und die beiden schlichen in die verdunkelte Hütte. Während der kleinere der beiden Kapuzenträger, welcher auch zuerst versucht hatte die Hütte zu betreten, durch die Dunkelheit sichtlich desorientiert erst mal vorsichtig die Umgebung musterte, schlich der Schlossknacker zielsicher auf das Bett zu welches in einer Ecke des Raumes stand. Mit einem beherzten Griff packte die Gestalt den Schlafenden am Kragen und riss damit Ziek unsanft aus seinen Träumen von Reichtum und Wohlstand.
Der große packte den unvorbereiteten Dieb, zerrte ihn aus dem Bett, verdrehte einen Arm des noch benebelten Diebs hinter seinen Rücken und legte ihm einen Dolch an den Hals. Ziek versuchte einen klaren Kopf zu bekommen und vor allem in der Dunkelheit etwas zu sehen. Langsam gewöhnten sich seine müden Augen an die ihm um schließende Dunkelheit und er sah eine Gestalt, die sich ihm näherte. Die Gestalt blieb mit etwas abstand zu Ziek stehen und verharrte an dieser Position. Ziek konnte nicht genau erkennten, was die Gestalt tat aber es sah so aus und hörte sich so an, als würde sie in einer Tasche oder ähnlichem kramen. Nach einer Weile schien sie gefunden zu haben, was sie suchte und schon bald erhellte das Licht einer einsamen Kerze die Hütte des Taschendiebes. Die Kerze spendete nur spärliches Licht und die Kapuze der Gestalt war zu weit ins Gesicht gezogen als das Ziek hätte erkenne können wer sich darunter verbarg. „Du weißt warum wir hier sind, nicht wahr?“ sprach die Kapuzengestalt mit einer ruhigen aber bedrohlichen Stimme. „Ich ahne es.“ Zischte Ziek. Ziek versuchte seine freie Hand zu haben, aber sofort drückte der Kapuzenmann hinter ihm seinen Dolch dichter an Zieks Kehle woraufhin Ziek seinen Arm wieder sinken ließ. „Dort hinten, in der Kommode. Letzte Schublade.“ Knurrte Ziek und fühlte wie sein Hals beim sprechen das kalte Metall des Dolches berührte. Ohne einen Ton zu sagen drehte sich der Kapuzenmann um und ging in Richtung der Kommode. Er öffnete die letzte Schublade und schaute zuerst in eine gähnende Leere. Die Schublade war leer aber der Kapuzenmann ließ sich davon nicht beeindrucken. Er klopfte mit der Hand gegen den Boden der Schublade und ein hohler Ton verriet das Geheimfach darunter. Während der Kapuzenmann vorsichtig das Geheimfach öffnete und die Schublade zuvor noch nach Fallen durchsuchte, überlegte sich Ziek wie er aus dieser Lage wohl am besten wieder heraus kommen könnte. Die beiden Kapuzenmänner waren Meuchelmörder der Diebesgilde, daran bestand für Ziek kein Zweifel. Sie waren hier um die Gildensteuer einzusammeln und da Ziek ein wenig im Verzug war, war dies wohl die Methode der Gilde die harten Fälle um ihr Geld zu erleichtern. So gerne Ziek es auch wollte, er konnte nichts tun. Der Mann hinter ihm hatte seinen rechten Arm fest im Griff und an seiner Kehle befand sich eine Klinge welche einen süßlichen Geruch absonderte und anscheinend vergiftet war. Schon der kleinste Kratzer könnte für Ziek sehr unangenehm werden und so beschloss er, die beiden einfach Gewähren zu lassen. Dank des Magiers hatte Ziek ja mehr als genug Gold um die Steuer zu bezahlen. Das Licht der Kerze näherte sich Ziek wieder und der Kapuzenmann tauchte vor ihm auf. „Warum nicht gleich so, Streuner?“ fragte die Gestalt erneut in diesem seltsam ruhigen Ton. „Ich bin halt kein Freund davon, viel Gold einfach so irgendwo abzugeben.“ Erwiderte Ziek frech. „Nun, du solltest dir aber im Klaren sein, dass dich ein solches denken einem muffigen Grab auf dem Friedhof immer näher bringt. Sollten wir erneut in diese Situation kommen, wirst du nicht so einfach davon kommen.“ Sprach die Gestalt und blies nach den letzten Worten die Kerze aus, was die Hütte erneut in vollkommene Dunkelheit hüllte. Ziek fühlte wie das Messer von seiner Kehle genommen wurde und sein Arm ebenfalls aus dem Griff des Mannes hinter ihm entlassen wurde. Ziek stand nun da in vollkommener Dunkelheit, rieb seinen Arm und zündete eine kleine Laterne an. Er leuchtete in die Runde aber die beiden Meuchelmörder waren verschwunden. Ziek löschte das Licht der Laterne und legte sich erneut schlafen, diesmal aber mit einem offenen Auge.
Als der neue Morgen schon einige Stunden alt war, schlenderte Ziek über die noch leeren Straßen von Baldur’s Tor. Als er die Taverne Alnmouth erreicht hatte, drückte er die Klinge der Eingangstür herunter und musste feststellen, dass die Taverne noch geschlossen war. „Na klasse.“ Murmelte Ziek und setzte sich auf eine etwas abgelegene Bank. Die Taverne war noch geschlossen und so war die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ziek sein Ziel den Hausmeister Rent nicht verpasst hatte. Ziek war schon relativ früh auf den Beinen, der Vorfall der vergangenen Nacht ließ ihn nicht mehr so recht einschlafen. Die beiden Meuchelmörder hatten alles was sie in dem Fach an Gold gefunden hatten mitgenommen, zum Glück hatte Ziek aber noch das ein oder andere weitere Geheimfach auf die er das Geld des Magiers verteilt hatte. Nun blieb Ziek aber nichts anders übrig als zu warten, bis Rent oder der Wirt auftauchten um die Taverne zu öffnen.
Langsam wurde es belebter auf den Straßen und besonders vor den Toren der flammenden Faust sammelten sich wieder zahlreiche Abenteurer. Als Ziek so gelangweilt in die Menschenmengen blickte, fiel ihm ein kleiner Gnom auf. Er hatte krauses wuschliges Haar und eine große Knollnase. Die Menschen um ihn herum machten sichtlich einen Bogen um ihn, als er auf Ziek zuging und eine regelrechte Schneise in die umstehenden Passanten schlug. Der kleine war wirklich ein seltsamer Anblick. Seine großen Füße und seine kleine Statur verrieten, dass er ein Halbling war. Seine schäbige Kleidung und die Tatsache, dass ihn die Leute mieden verrieten außerdem, dass er anscheinend nicht viel auf die Körperhygiene gab. Der kleine Kerl ging erst zielstrebig auf Ziek zu, folgte aber dem Straßenverlauf und stoppte vor der Tür der Taverne Alnmouth. Ziek zögerte, sollte dieser kleine ungewaschene Gnom wirklich Rent sein? Es würde in die Serie von Unglücksfällen passen, die Ziek in der letzten Zeit ereilt hatten, also stand Ziek von der Bank auf und ging zu dem Gnom hinüber. „N’abend Meister! Ich suche den Hausmeister dieser Taverne, einen gewissen Rent. Das seid nicht zufällig Ihr?“ fragte Ziek in einem freundlichen Ton. Der kleine Gnom wirbelte herum, die Hände in seinen Taschen vergraben, und die kleinen Augen des Halblings verengten sich noch mehr als er Ziek sah. „Rent nix Hausmeister, Rent Schlüsselmeister!“ sagte der Gnom in einem aggressiven Ton. „Ah verstehe. Also seid Ihr Rent?“ Ziek hakte vorsichtshalber noch mal nach, die Antwort des Gnoms war ihm nämlich nicht eindeutig gewesen. „Ich Rent, was du wollen von Rent?!“ Volltreffer, Ziek hatte Rent gefunden und er lächelte zufrieden als er die Bestätigung dafür erhielt. „Nun .. seid mir gegrüßt Rent, Schlüsselmeister der Taverne Alnmouth.“ Ziek verbeugte sich nach diesen Worten. Der Gnom trat leicht erschrocken zurück, fühlte sich aber sichtlich angesprochen durch Zieks handeln. „Ich suche einen Magier namens Manok, ich habe gehört Ihr wüsstet wo ich ihn finden kann.“ Die Augen des Halblings verengten sich wieder als er auf Zieks Frage antwortete „Manok nix hier, Manok gehen spielen mit pelzigen Freunden aber nix wiederkommen. Rent hassen Manok, er Rent verraten!“ diese Reaktion überraschte Ziek nun doch. „Könnt Ihr mir denn sagen w..“ „Jetzt nicht, Rent müssen arbeiten!“ Rent unterbrach Ziek und friemelte einen Schlüssel aus seiner Hose, welche von einem Seil als Gürtel an seinem Körper gehalten wurde. Er steckte den Schlüssel in die Tür der Taverne, drehte ihn herum und betrat die Taverne. Ziek ließ sich nicht so einfach abwimmeln und folgte dem Gnom ins Innere des Gebäudes.
Der kleine Halbling wuselte geschwind die Treppe hoch und in das erste Zimmer hinein. Ziek folgte in gemächlichen Tempo und wollte das Zimmer ebenfalls betreten als er die zwei nackten Körper auf dem Bett erspähte und sofort wieder kehrt machte. Anscheinend war um diese Uhrzeit das Geschäft nur für ‚besondere’ Kunden geöffnet und diese vergnügten sich gerade in den Zimmern. Ziek stand neben der geöffneten Tür und lauschte unfreiwillig dem leisen Gestöhne das aus dem Zimmer kam. Auf einmal schoss Rent aus der Tür heraus, knallte die Tür hinter sich zu und hatte einen Haufen Wäsche auf dem Arm. Noch bevor Ziek etwas sagen konnte war Rent mit der Wäsche schon wieder die Treppe hinunter und hatte die Wäsche in eine Art Waschraum geworfen. Er kam Ziek auf halber Strecke auf der Treppe wieder entgegen und raste in das nächste Zimmer und das Spielchen zu wiederholen. Als Rent nun schon das dritte Mal an Ziek vorbei geflitzt war, setzte sich Ziek an einen leeren Tisch und beobachtete das Schauspiel. Als Rent nun aus dem letzten Zimmer herausgerannt kam und die Wäsche in den Waschraum schmiss, kam er diesmal nicht wieder heraus. Ziek seufzte und stand von seinem Platz auf. Er stellte sich in die Tür des Waschraumes und beobachtete wie Rent, Unterwäsche und Bettwäsche per Hand wusch, das musste wahrlich eine tolle Aufgabe sein, dachte der Dieb so bei sich. „Ähm, Rent, wegen Manok ..“ „Manok nix hier, dass Rent schon sagen draußen! Manok bei pelzigen Freunden in Loch, nix kommen raus bisher.“ Erwiederte der Halbling schroff. „Verstehe .. und wo finde ich dieses Loch?“ fragte Ziek vorsichtig um den leicht reizbaren Gnom nicht weiter zu erzürnen. „Hinten.“ War die kurz und knappe antwort des Halblings. Ziek grübelte einen Moment lang, was Rent damit wohl meinen würde und erspähte eine kleine Tür im hinteren Teil des Waschraumes. Ziek ging an Rent, seinem Waschzuber und dem Haufen schmutziger Wäsche vorbei zu der kleinen Tür und öffnete sie. Vor Ziek erstreckte sich eine kleine Kammer in der sich nichts befand außer einem Kanalzugang. Er sah relativ neu aus und stellte eine Verbindung zur Kanalisation der Stadt her. Ein solcher Zugang wurde gern von lichtscheuem Gesindel benutzt um sich in die Kanalisation abzusetzen und dieses hier war anscheinend die private Lebensversicherung für den Wirt dieser Taverne, für den Fall dass die flammenden Fäuste doch einmal zu neugierig werden sollten. In die Kanalisation, da wagten sich selbst die flammenden Fäuste nur in größeren Gruppen hinein und einen kleinen Fisch wie den Wirt würden sie wohl kaum bis dort unten verfolgen. Was auch immer der Grund für diesen neuen Zugang war, dieser hier schien Ziek am plausibelsten. Der Zugang war mit einem dicken Gitter und mit einem noch dickeren Schloss gesichert. Das Schloss hinderte eine kleine Ratte aber nicht daran, zwischen den Stäben des Gitters hindurch zu huschen und in den Waschraum zu laufen. Ziek schenkte der Ratte nicht weiter Beachtung sondern widmete sich dem Schloss. Die Stäbe des Gitters lagen relativ weit auseinander, leider nicht weit genug damit Ziek sich hindurch zwängen konnte. Es war ein relativ einfaches Schloss, nichts großes oder kompliziertes obwohl es so massig aussah. Leider fehlte Ziek das nötige Werkzeug. Seine letzten Dietriche hatte er bei der Flucht vor ein paar flammenden Fäusten verloren und gerade jetzt hätte er sie gut gebrauchen können. Ziek seufzte und verließ die Kammer, zu seinem erstaunen war Rent verschwunden. Die Wäsche lag noch auf dem Boden also war er noch nicht fertig damit. Plötzlich schoss Rent neben Ziek hervor und hielt triumphierend die zuvor aus dem Kanalzugang entkommene Ratte an ihrem Schwanz in die Luft. „Kleiner pelziger Freund gekommen um zu spielen! Er aber nicht gesehen bösen Manok, nein nein.“ Ziek zog eine Augenbraue hoch und ihm fiel der zertrümmerte Schädel der Ratte auf, scheinbar hatte er ihr eine verpasst und sie getötet. Als Rent begann die kleine tote Ratte zu streicheln und mit ihr zu reden, verabschiedete sich Ziek höflich und verließ die Taverne wieder. Sein nächstes Ziel war der Laden eines alten Freundes, Ziek brauchte unbedingt einen Satz neuer Dietriche, ein paar Fackeln könnten in den Abwasserkanälen sicher auch nicht schaden und genau dorthin führte die Spur des Magiers Manok.





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