Letzte Woche kam ein Brief, von meiner Oma. Da schrieb' sie, dass mein Bruder sich am Kopf verletzt hat. Sie weiß nicht, wie das passiert ist, aber die Wunde musste mit 13 Stichen genäht werden.
Ich habe meinen Bruder seit fast einem Jahr nicht mehr gesehen. Was wäre, wenn er sich an dem Tag den Schädel richtig zerdeppert hätte ?
Und warum ist es nicht gut, exakt darüber nachzudenken ? Darf ich erst erkennen, wie wichtig ein Mensch mir ist, wenn er verreckt ist, oder ist es mir erlaubt diese Erkenntnis auch eher zu erlangen ?
Was soll diese Verdrängungs-Mentalität ? Kopf in den Sand, ist ja nichts passiert. Vergangenheit passé, nur die Zukunft zählt.
Aber was einem in der Gegenwart durch den Kopf schießt, das Herz wackeln und den Magen sich krümmen läßt, das ist unwichtig.
Nein, wie kann man nur über etwas nachdenken ? Wie kann man es wagen, mal nicht fröhlich drauf zu sein ? Tränen sind tabu, Angst ist tabu. We're all together. Tolle Gesellschaft.