Argh, auch wenn Cheffe meint, das Thema sei erledigt, so muss ich doch noch einmal an das Verständnis der User gegenüber uns Juroren appellieren.

Ich habe mittlerweile schon unzählige Wettbewerbe mitgemacht und war nun weiß Gott wirklich schon unzählige Male in der Jury (was nur daran liegt, das ich für die meisten Wettbewerbe zu schlecht bin *grins*) und ich stelle fest, das es JEDES Mal wirklich und wahrhaftig sehr, sehr viel Arbeit ist.

Ich habe bis jetzt keinen Wettbewerb erlebt, bei dem ich unter 4 Stunden Arbeit (= reiner Freizeitabzug!!!) weggekommen wäre.

Das Problem ist einfach, das man vor die Aufgabe gestellt wird, das man unter den Einsendungen teilweiser extrem guter Freunde gezwungen wird, den Einen in Form von Wertungen zu erheben, den Anderen zu erniedigen. DAS ist die psychologische Zwickmühle dabei, denn selbst wenn man 99% objektiv ist, und absolut neutral wertet, so tut es Einem doch selbst immer leid, wenn ein guter Freund eine schlechte Wertung bekommt.

Weiterhin wird man in fast allen Fällen vor das Problem gestellt, das man keine Bewertungsgrundlage mitgeliefert bekommt, mit der man etwas anfangen kann.
D.h. man muss sich entweder seine eigene Skalierung erschaffen, was neben Arbeit auf jeden Fall wieder sehr viel eigenes Gusto ist, oder aber man muss sich (wie ich im aktuellen Fall) in das für gut befundene Wertungsschema eines Kollegen hineinfinden was auch nicht immer einfach ist.

Schließlich muss man sich an die 50 Screens ansehen und dabei nach jedem Screen die Geschmacksnerven vollkommen leeren und jedes Bild beim ersten Betrachten so behandeln, als wäre es das erste Bild, das man heute sieht. Nicht unmöglich - ABER anstrengend.

Dazu kommt, das man sich echte Gedanken machen muss, d.h. in unserem Fall muß man die Screens nach Mappingfehlern durchforsten, sich die Stimmung dazu vorstellen, den Screen mit Musik betrachten und so weiter und so fort - auch das ist sehr anstrengend und erfordert volle Konzentration.

Und dann ist man noch nicht fertig. Hat man sein Urteil gefasst, dann muß man Dieses noch in Worte fassen, die Niemanden beleidigen soll oder man ist gezwungen, eine Entscheidung genauer zu erläutern, was manchmal auch den Charakter einer Rechtfertigung haben kann, da man sich die Enttäuschung jedes Teilnehmers bildlich vorstellen kann.


DOCH...
DOCH all das ist für uns Juroren in keinster Weise ein Problem.
Wir machen es gerne, wir machen es immer wieder!
Wir feiern und jubeln gerne mit den Siegern und wir trauern auch mit den Verlierern, doch verlangen wir dafür nur eine einzige Sache:

Den Respekt, das die Entscheidungen, die wir getroffen haben, richtig sind und auch unsere neutrale Meinung darstellen.


Im Grunde wären wir weder zu Objektivität (Dieter Bohlen-Sytle, der jeder Frau mit gutem Aussehen Sangeskünste einräumt), Rechtfertigung (im schlimmsten Fall gibt es nur noch kommentarlos Zahlen und Werte) noch zu dieser ehrenamtlichen Freizeitvernichtung verpflichtet - doch wir tun es weil wir Spaß daran haben, also verderbt uns und euch den Spaß nicht, vielen Dank und eine gute Nacht.