Wer sagt, sie hätten es? Ich hab es nicht, also ist die Behauptung eine Tatsache.
Ich sage eher, dass das Programm nicht auf Partnerschaft fixiert ist, sondern dass die Variablen bestimmen, wie das Grundprogramm Eltern-Kind-Liebe beim Erwachsenwerden umgeschrieben wird. Ergo ist ein mögliches Aufkommen von Partnerschaftsliebe von Variablen abhängig und deshalb angelernt. Instinkte brauchen keine Variablen, sie funktionieren durch konstante Programmteile.Zitat
Die Neigung mag angeboren sein, doch muss sie deswegen auf Musik fixiert sein? Könnte ja sein, dass dieses Talent durch andere Umweltbedingungen andere Ergebnisse hätte liefern können, z.B. hätte Mozart auch ein berühmter Maler werden können. Talente bestimmen lediglich, welche angelernten Verhaltensweisen man eher erlernt als andere. Instinkte hingegen sind fest vorgeschrieben für alle Mitglieder einer Spezies. Ein Talent ist kein Instinkt.Zitat
Das Gefühl der Einsamkeit lässt sich aber alleine durch soziale Kontakte kompensieren. Dafür braucht es keine Partnerschaftsliebe.Zitat
Das mag evolutionstheoretisch stimmen, allerdings beruht diese gerade bei diesem Beispiel auch eher auf einer statistischen Wahrscheinlichkeit. Ein Instinkt bedingt aber immer noch, dass er bei allen Individuen einer Spezies zutrifft (solange das Individuum gesund ist, der Sexualtrieb funzt dann halt nicht bei geborenen Eunuchen oder so).Zitat
Wenn Partnerschaftsliebe angeboren wäre, dürfte Polygamie gar nicht existieren, da Partnerschaftsliebe die bedingungslose Bindung an einen Partner bedeutet und als Instinkt bei jedem einzelnen Menschen gleich auftreten müsste, was aber offensichtlich nicht der Fall ist.Zitat
Was im Endeffekt aber keinen Unterschied macht: Beide Spezies verhalten sich sozial.Zitat
Wo ist der Beweis, dass sowas wie ein Gesellschaftstrieb existiert? Menschen leben deshalb in Gesellschaft, weil es lebenstechnisch gesehen einfacher ist.Zitat
Das stimmt so nicht. Adoption funktioniert einwandfrei, jeder Mensch, der zu einem Kind eine Eltern-Kind-Beziehung herstellen kann, ist in der Lage, dieses aufzuziehen. Die Bezugsperson muss nunmal nicht die leibliche Mutter sein, sondern kann irgendjemand sein, solange dem Kind ermöglicht wird, die entsprechende Bindung herzustellen. Wichtig ist lediglich das Vorhandensein einer Bezugsperson-Kind-Liebe, um den Begriff noch mehr zu verallgemeinern.Zitat
Was letztendlich nichts mit dem Liebestrieb zu tun hat, sondern einfach eine zusätzliche Fähigkeit von Wirbeltieren ist.Zitat
Freundlichkeit ist angelerntes Verhalten, um sich in der Gesellschaft zu behaupten. Das Lächeln mag angeboren sein, hat mit Freundlichkeit aber erst dann etwas zu tun, wenn man die Assoziation zur Gesellschaft gefunden hat. Es gibt auch unfreundliche Arten zu Lächeln, ebenso kann man sich ohne zu Lächeln freundlich verhalten.Zitat
Wieso das denn? Du implizierst, dass nur wir Menschen lernfähige Wesen wären. Dem ist nicht so. Gerade weil soziales Verhalten so komplex ist, ist es äusserst unwahrscheinlich, dass dieses Verhalten angeboren wäre. Angeborene Verhaltensweisen oder eben Instinkte zeichnen sich dadurch aus, dass sich die Programme nicht an die Umwelt anpassen können, eben weil sie angeboren sind. Erlernte Verhaltensweise hingegen lassen sich umlernen und sich besser der Situation anpassen. So ziemliches jeder Säuger besitzt eine Lernfähigkeit, während beispielsweise Insekten praktisch nur instinktiv handeln. Das ist auch der Grund, wieso man Insekten gerne als dumm bezeichnet. Bienen fliegen zu gerne ständig in die GlasscheibenZitat
... und lernen ja eben nichts draus, einem Affen passiert sowas vielleicht zwei mal, dann probiert er was neues.
Na eben: Kulturelles Phänomen. Je nach Auffassung. Sexualität ist nicht gleich Sexualtrieb, je nach Definition.Zitat
Komplexe Verhaltensketten sind ohne Lernfähigkeit allerdings nicht realisierbar. Wäre Partnerschaftsliebe etwas instinktives, müsste man vom ersten Verliebheitsrausch an bis zum Rest seines Lebens an die den Rausch auslösenden Person seelisch gebunden bleiben bzw. realistisch gesehen wäre man das Leben lang an seine Mutter gebunden. Wäre Liebe wirklich rein instinktiv, hätte man nicht einmal die Möglichkeit, statt der Mutter eine Bindung mit einer anderen Bezugsperson einzugehen.Zitat
Natürlich sind beide voneinander abhängig. Der wesentliche Unterschied ist einfach der, dass bei Instinkten das ganze Programm auf Konstanten aufbaut, während Lernfähigkeit mit Variablen funktioniert. Vorteil von Instinkten ist, dass man nichts erlernen muss, weil sie angeboren sind, Nachteile sind, dass sie sich nicht ändern lassen. Bei angelernten Fähigkeiten ist der Vorteil klar die Flexibilität, der Nachteil, dass man sie erst erlernen muss.Zitat
Doch, man erlernt, bestimmte Botenstoffe auszulösen: Man lernt die Bezugsperson kennen, wenn man die Bindung löst und auf eine andere überträgt, dann löst man diese bestimmten Botenstoffe nicht mehr durch das gleiche aus. Die Umweltvariable bestimmt, wann und ob überhaupt die Botenstoffe ausgelöst werden. Und zum Thema notwendigkeit ist es immer noch so, dass Liebe als Bezugsperson-Kind-Liebe lebensnotwendig und alles andere danach beliebig umprogrammierbar ist. Ab der Pubertät sind die Botenstoffe nicht mehr zwingend notwendig.Zitat
Ob man letztendlich single bleibt, eine Partnerschaft eingeht oder wasauch immer macht, entscheidet sich erst zur Lebenszeit und nicht schon vor der Geburt. Deshalb sage ich, Partnerschaftsliebe sei angelernt und deshalb sage ich, sie ist ein kulturelles Phänomen. Weil sie eben nicht ein fixes Programm ist, sondern hauptsächlich durch Variablen bestimmt wird, anders als z.B. der Instinkt Hunger, der sich in jedem Fall mehrmals am Tag melden und immer die gleiche Ursache haben wird.

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... und lernen ja eben nichts draus, einem Affen passiert sowas vielleicht zwei mal, dann probiert er was neues.
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