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Thema: Cipos Thread ~

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Gedichte zu Charakteren

    So, ich habe als Epilog für eine Geschichte jedem Charakter ein Gedicht zugeordnet, welches die Gedankenwelt widerspiegeln soll und wär euch nun sehr verbunden, wenn ihr versuchen könntet, von den Reimen auf die Züge der Leute zu schließen. Sozusagen also eine kleine Interpretation, die primär den Sinn hat, herauszufinden, ob ich die Charaktere der ... Charaktere gut getroffen habe. Kritik ist selbstverständlich auch erwünscht, ich selbst bin bspw. mit dem Gedicht "Greel" nicht so ganz einverstanden, hört sich IMHO relativ grottig an, bis auf das Ende, das find ich genial.
    Ich weiß, dass es teilweise recht schwer sein kann, daher tausend Dank im Vorraus.



    Saigo

    Was siehst du
    Im Schwarz meiner Augen?
    Wo ist nur das glänzende Licht?
    Sag, ist es erloschen?
    Sag, ist es verloren?
    ...wo ist es?
    ...ich finde es nicht...

    Was ist dieser Körper?
    Was ist dieses Fleisch?
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    Was wandelt die Seele
    Noch auf dieser Welt?
    Wer ist es,
    der mich gefangen hält?

    Wo lag meine Sünde?
    Wo lag nur mein Fluch?
    Ich möchte ihn verstehen,
    wie ein offenes Buch!
    Solange auf mich fällt noch
    Das blutige Licht,
    Muss ich es finden,
    mein letztes Gericht.

    Doch will ich nicht suchen!
    Will nie mehr leiden!
    Will niemals mehr fluchen!
    Nichts mehr erreichen!
    Ich will nur noch sterben, gen Himmel entschwinden,
    sei's auch die Hölle, vergessener Sünden.

    Doch wenn eines Tages
    ein Schimmer mich trifft,
    vergess ich die Sorgen,
    seh nur noch das Licht!
    Doch vom Licht kommt der Schatten.
    Vom Schatten das Licht.
    Trübe Wolken
    nehmen die Sicht.
    Und wenn der letzte Sonnenstrahl auf die Erde fällt,
    ist die Chance vergeben,
    zu entfliehen der Welt...

    Der Name vergessen.
    Mein Leben vergeben.
    Wo ist mein Schatten?
    Die Seele -
    Zerrieben?
    Ich kann sie sehen –
    Und doch nicht erreichen,
    nur mein Wille allein
    stellt diese Weichen.



    Greel

    Ich seh meine Angst.
    Noch kennt man den Namen,
    von herrlichem Klang,
    noch nennt man die Taten
    des großen Manns.

    Doch Menschen! - sie sprechen
    Gespaltener Zunge,
    tragen die Furcht tief in der Lunge!
    Ich spür ihre Wolllust
    Spüre den Neid!
    Ich spüre den Hass!
    Ich bin nicht bereit!!

    Ich werde nicht gehen,
    was auch geschieht,
    will nicht, dass Gott
    auf mich herabsieht.
    Unzählige Male zerstört ich die Nacht,
    eine trügerische Sonne
    kam an die Macht.
    Doch irgendwann ging sie wieder unter
    Und zog mich in Wut
    Gleich mit hinunter.

    Wenn ich sehe hinauf, zum Sternenmeer,
    erkenn ich den Mond,
    und mein Herz wird schwer!
    Ich dachte oft, ich sei ein Wesen der Nacht,
    Doch nur Soleil gibt mir diese Macht.
    Diese Hoffnung in meinem Inneren
    hielt sich zumeist für die Siegerin.
    Doch war sie im Grunde
    eine Hilfe dann,
    der Verzweiflung, die niemals schwinden kann?

    Der Krieg mit dem Schatten,
    der über mir liegt,
    Ein Traum? – der mich in Sicherheit wiegt?!
    Ich ging zu Orten, die mir verboten.
    Ich beging Taten – teuflische Wogen!
    Ich erblickte die Dinge, die man nicht sehen darf!
    Ich schmiedete Klingen – für mich viel zu scharf!
    Auch der größte Teufel ist ein Gott gegen mich.
    ...

    Um zu sterben, leben wir ein Leben lang?
    Das wird ich nicht glauben!
    - sonst wird mir bang! -

    Seh ich keine Götter, so erhebe ich mich.
    Will ich noch nicht gehen, so bleibe ich.



    Gramata

    Schwingen, alt, doch wunderbar,
    azurblau und aus purem Eis,
    Augen, göttlich und bezaubernd,
    mächtig und aus reinem Gold.

    Ich bin eine Göttin,
    ich bin wie der Sturm,
    Mein Blut ist vom Menschen
    und auch vom Wurm.
    Ich habe geherrscht, getötet, geächtet,
    ich habe genommen, versklavt und geknechtet.
    Doch eines,
    - so weit bin ich mir nun klar -
    fehlte im Leben, wichtig, für wahr...

    Wo ist dieser Junge, der Schemen so fern,
    kann ich ihn nicht haben?
    Hätt ihn doch so gern!
    Mir gehört alles - Die Erde! Der Wind!
    Fehlts mir –
    An einem Menschenkind?
    Von niederem Blute,
    schwächlichem Fleische,
    von fehlendem Mute,
    solch lebende Leiche?!
    Verflucht und verdammt!
    Ist sie wirklich so schwach,
    welche sonst sogar über die Götter lacht?

    Was bringt ein Kristall,
    wie Wasser so klar,
    Wenn doch selbst die Sonne
    seinen Grund nie sah?
    Keiner darf ihn beschützen,
    keiner kann ihn besitzen,
    denn kristallene Sicheln
    werden zerschlitzen
    das menschliche Fleisch,
    die Knochen, die Sehnen!
    Man kann mich nicht halten!
    Das muss ich verstehen...

    Und jeder,
    der seine Hand an mich legte,
    vereiste, wenn sich mein Herz erregte.
    So bleibe ich mächtig,
    doch einsam zugleich,
    ewige Königin,
    im eisigen Reich.

  2. #2
    hmm...
    du mutest uns ganz schön was zu, und auch noch so viel.
    Werde mich mal daran probieren...meine durchkämpfen

    also erstmal stelle ich mal die Stellen/Fromulierungen hier hin, die mir nicht gefallen:
    aus Saigo
    Zitat Zitat
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    hmm,unschöne Formulierung

    Zitat Zitat
    Ich möchte ihn verstehen,
    wie ein offenes Buch!
    komisch,les es mal

    Zitat Zitat
    Die Seele -
    Zerrieben?
    klar was du erreichen wolltest, aber das hört sich wirklich nicht gut an, auch wenns sich gewollt nicht gut anhören soll

    achja,insgesamt zu viele "Doch"s

    aus Greel
    Zitat Zitat
    Ich seh meine Angst.
    Noch kennt man den Namen,
    von herrlichem Klang,
    noch nennt man die Taten
    des großen Manns.
    insgesamt,irgendwie hört sich das nicht gut an

    Zitat Zitat
    Doch irgendwann ging sie wieder unter
    Und zog mich in Wut
    Gleich mit hinunter.
    würde "irgendwann" streichen und durch was anderes ersetzen

    Zitat Zitat
    Wenn ich sehe hinauf, zum Sternenmeer,
    ich mag diese alte Formulierungsweise, aber obwohl du so pathetisch schreibst gefällt mir das nicht
    Zitat Zitat
    Diese Hoffnung in meinem Inneren
    hielt sich zumeist für die Siegerin.
    feine Sache mit Soleil vorher, aber die Siegerin?

    aus Gramata
    Zitat Zitat
    Ich bin eine Göttin,
    ich bin wie der Sturm,
    Mein Blut ist vom Menschen
    und auch vom Wurm.
    Ich habe geherrscht, getötet, geächtet,
    ich habe genommen, versklavt und geknechtet.
    Doch eines,
    - so weit bin ich mir nun klar -
    fehlte im Leben, wichtig, für wahr...
    ich glaube,die beste Strophe in allen drei Gedichten,super

    also Gramata ist dir wirklich am besten gelungen, gefällt mir wirklich außerordentlich gut.
    insgesamt muss ich sagen dass alle Gedichte erschreckend unrhythmisch sind, ich hoffe das ist gewollt...

    achja,hätte fast die kleinen Interpretationen vergessen:
    Gramata,ja,Königin anscheinend,herrisch,gebieterisch,mächtig, hat aber irgendwie n Faible für kleine Jungs
    Greel, aus welchem Grund auch niedergeschlagen, Glauben an Welt und Gott verloren,verzweifelt ,melancholisch usw, vielleicht "der Narr" auf dessen Rücken sich alles austobt... er wirkt so als ob er sich in den Wald zurückzieht und dort auf sein Ende wartet, keine Forderungen mehr an die Welt stellt.
    Saigo,hört sich nach Krieger an,der aber auch enttäuscht worden ist, nur hört er sich hoffnungsvoller an wie Greel, irgendwie eine Kämpfernatur der zwar vom Schicksal gezeichnet ist sich aber jede Minute wieder aufrappeln wird...

    so,bin durch, hab wahrscheinlich die Hälfte vergessen die mir beim lesen aufgefallen ist, aber vielleicht fängst du ja schon damit was an...und vielleicht findet sich noch jemand der das durchackert

    Geändert von schreiberling (26.03.2005 um 13:45 Uhr)

  3. #3
    Tausend Dank erstmal!
    Zu den Interpretationen, Gramata und Saigo betreffend, absolut getroffen, wobei mir auffällt, dass ich nicht das psychische Erscheinungsbild, sondern das Seelenleben beschrieben hab. (Ist nicht schlimm, war aber auch nicht gewollt. ^^;; )
    Greel ist dagegen total schief gelaufen. Wobei das bei ihm kompliziert ist, innerlich triffts schon ein wenig, aber er sucht (was man aber aus dem Gedicht nicht rauskriegt, höchstens durch den Schatten) seine Flucht vor der Vergangenheit in gespieltem Wahnsinn, aber eigentlich will er nicht nur noch sterben, sondern zwanghaft leben. Da kommt es mir fast so vor, als hätte einer von uns beiden Saigo und Greel verwechselt. Saigo ist eher der, der nur noch Sterben will, dann aber immer wieder trügerische Hoffnung schöpft und weiterlebt.

    Das unrythmische kommt daher, dass ich Saigo und Greel nicht mit einem Mal geschrieben habe, die Teile sind eher Einzelgedichte, hast aber recht, wobei ichs als Epilog passend finde, regt mehr zum Überlegen an als ein schön klingendes Gedicht.

    Gramata ist in einem Rutsch entstanden, daher IMHO auch das Rythmischste. Allerdings ist es, eigentlich im Gegensatz zu der Person, bemerkenswert unvielschichtig geraten, viel zu interpretieren gibts ja kaum. ... Hm.

    Zitat Zitat
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    Ja, hat mir auch nicht gefallen, aber ich wusste nichts besseres. dieser bemerkenswert untreffende Satz sollte auf die Unsterblichkeit des Sprechenden hinweisen, die aber a) für das Gedicht absolut unwichtig und b) schrecklich formuliert ist.
    Das offene Buch ist auch dämlich, kommt davon, wenn sich alles zwanghaft reimen muss. Ich werde Saigo und Greel nochmal komplett neu schreiben, außerdem kürzer und kompakter. Gramata vielleicht auch... Mal sehn.
    Die zeriebene Seele. Naja. Ist Geschmackssache, ich finds in Ordnung.
    Die vielen dochs sollen seine eigenen Zweifel zeigen, hast aber recht, ist ein wenig penetrant.

    Nochmal vielen Dank, hast mir sehr geholfen!!

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