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Thema: Cipos Thread ~

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  1. #1
    zu Fantastic Four:
    Ich denke das war schon ganz gut ,dass sie es nicht übersetzt haben. Der Filmtitel: "Die fantastischen Vier" hätte 1. zu eventuellen Verwirungen geführt und 2. weiß ich garnicht wie das rechtlich mit dem Namen der Gruppe in Kollision mit einem Filmtitel aussieht.

    Ansonsten kenn ich deine Meinung zu Pro-Raucher/Pro-Alkohol-Werbungen ja
    Das ist auch ein böses Volk..diese Konsum-abhängigen immer..tsts

    Und was heißt hier "Lebensabschnittsgefährtin" ?! ^^;; Das klingt als wär ich min. 65 oder aufwärts

  2. #2
    Dreckig

    Die Sonne scheint und der Wind fällt angenehm durch das weit offene Fenster, die Geräusche der Baustelle sind versiegt und endlich ist Ruhe eingekehrt. Eigentlich ist man guter Dinge, aber etwas bedrückt einen doch. Man fühlt sich dreckig. Man weiß nicht, warum, denn man hat sich nicht sonderlich angestrengt und stinkt auch nicht, die Kleidung ist sauber und die Haare gewaschen. Trotzdem fühlt man sich unwohl. Nach einem kurzen, schnell wieder verdrängten Gedanken an die Wasserrechnung nimmt man sich einen Haufen neuer Klamotten aus dem Schrank und bewegt sich ins Bad. Ein Strumpf fällt zu Boden, was aber egal ist, denn man braucht ihn jetzt eh nicht. Schnell wird der Wasserhahn aufgedreht und der Finger zögernd in das Nass gehalten. Nach einigem Rumprobieren stimmt die Temperatur und man wartet. Man wartet lange, schreckliche 5 Minuten, bevor die Wanne endlich voll ist, denn in ein halbvolles Becken möchte man nicht, unterbewusst hat man wohl Angst, nicht ganz sauber zu werden. Dann ist es soweit. Man setzt den Fuß langsam ins Wasser und die Hitze sendet heftige Emotionen durch das ganze Bein. Langsam taucht der ganze Körper ein und man gewöhnt sich an die Temperatur. Was sich erst zu heiß und unangenehm anfühlte, erscheint nun beruhigend, wunderschön und beinahe wie ein Segen. Nach einigen Minuten in einem Zustand zwischen Schlaf und Glückseligkeit schließlich überwindet man sich, ergreift die Dusche und wäscht sich Haare. Man spürt förmlich, wie die ersten Unannehmlichkeiten den Körper verlassen. Dann der Griff zum rauen Lappen und man wäscht sich. Es ist nicht nur angenehm, in dem Moment, in welchem man spürt, wie der Dreck den Körper verlässt, meint man, sich auf ewig rein halten zu können, als würde das Wasser wie ein ewig schützender Schirm auf uns liegen. Man wäscht die Sünden vom Körper. Dann ist es vorbei und man fühlt sich gut, man ist der festen Überzeugung, niemals wieder in diese Wanne zurückkehren zu müssen, denn trotz ihrer Wohltat ist es eine Beleidigung der Seele, dass man sie benutzen muss. Wie konnte man nur dreckig werden…? Man verdrängt und taucht tiefer in das angenehm warme Wasser ein. Wenn man ehrlich ist, würde der Körper wohl am liebsten ewig in diesem Becken schweben, in welchem er vor jeglichem Dreck beschützt ist. Denn insgeheim weiß man, dass nichts gut ist, man kennt es vom letzten Besuch in diesem Bad, wie auch von dem davor. Kaum hat man die Wanne verlassen, kaum ist man in frische Kleidung geschlüpft, überkommt einen das Gefühl schon nach kurzer Zeit wieder. Es wird nicht lange dauern, bis man wieder vor dem Schweiß der Sünde tropfen wird, bis das Bad - abermals - die letzte Rettung der Seele ist.




    Interpretationen erwünscht, vielleicht liest es ja tatsächlich noch jemand.

  3. #3
    Kartenhaus

    Ich sehe nur, wie die Karte vor mir sich wendet, und es erschreckt mich, gleich der ein oder anderen davor, wie wenig es mich stört. Es war eine wichtige Karte, eine Karte, die später das ganze Fundament halten wird, eine Karte, sowohl mächtig als auch wunderschön.

    Wie kaputt ist mein Geist, eine Karte als „wichtig“ zu bezeichnen? Was mute ich mir zu, wenn ich eine neue Karte aufdecke? Sie wird minder „wichtig“ sein, nicht das Selbe, etwas gänzlich anderes, und doch bezeichne ich die vorherige als „wichtig“, was nur der Beweis meiner vollkommenen Arroganz ist. Wie kann jemand, der hinter den Karten sitzt, auch nur hoffen, jemals ein Fundament zu errichten, wenn die Karten nicht perfekt harmonisieren? Nun tun sie es und trotzdem fühle ich Leere.

    Doch es ist Leere! Es ist kein Hass!

    Dort, wo fast ein jeder anderer Hass auf die Karte richten würde, die das Fundament abermals destabilisiert hat, empfinde ich nur Leere, und noch immer ist diese Karte eine der Besten überhaupt! Ich sehe es, den Sinn in diesem Wahne, den Grund in meiner vollkommenen Arroganz! Die wunderbare Karte hat mir diesen Sinn klargelegt, es fällt wie Schuppen von den Augen.

    Andere würden das Haus zerstören und von unten wieder neu anfangen.

    Meine Arroganz, die vollkommene Leere verbietet dies, vielleicht nur die Dummheit, aber vielleicht doch mehr. Wie soll jemand, der Hass auf so wunderbare Karten hat, jemals ein Kartenhaus in den Himmel führen, wenn er es immer wieder einreißt? Ich, der ich zum eigenen Verdruss so kaputt und arrogant bin, kann es auf mich nehmen. Abermals eine eitle Aussage, doch diese Macht, das Schöne nicht hassen zu können, ermöglicht es, das Haus zu vollenden. Irgendwann, bevor die letzte Karte aufgedeckt ist.

    Nun muss ich nur beginnen, neue Karten aufzudecken, und wenn doch keine jemals an die Perfektion der einen herankommen wird, die mir gezeigt hat, dass diese in neun Höllen verdammte Arroganz vielleicht doch ein Weg ins Glück der Menschen ist.

  4. #4
    Hm, jetzt wo dus sagst, stimmt, die beiden Sätze sind wirklich ein Bisschen ähnlich, waren aber nicht irgendwie geplant, weil ich beide Geschichten einfach aus Emotionen heraus geschrieben hab. Naja, es geht halt in beiden um Glück, aber gut, werds mir merken, danke.

  5. #5
    La Cipollas Anekdote über "normal"

    Während die depressiven Geschichten und Gedichte hier bei uns in letzter Zeit ja erfreulich abnehmen (Sommerstimmung?), fällt mir immer öfter ein andres Phänomen wie ein Hagelkorn ins Auge. Es geht um die regelrechte "Dämonisierung" des Normalen. Irgendwie ist es schon auffällig, wenn man die Geschichten der letzten Monate überfliegt, es fallen immer öfter Sätze wie "Aber Achtung, das ist ganz schön krank." in den Raum. Was folgt, ist dann meist eine Geschichte mit zweifelhaftem Inhalt, heißt auf gut Deutsch, man muss die Interpretation schon fast von einer anderen Existenzebene holen, um Sinn in die Sache zu bringen, und selbst dann besteht noch begründeter Zweifel daran, ob der Autor jenen Inhalt überhaupt geplant hat. Man fragt sich dann, was krank daran ist, Sätze und Wörter hintereinanderzukleben, die keinen Sinn ergeben. Vor allem sollte man sich auch mal in Gedanken rufen, was an einem eigentlich negativ belegten Wort wie Krank so verdammt faszinierend ist?

    Das Ganze hört hier im Atelier aber bei Weitem noch nicht auf. Ein Themenbereich, wo dieses Phänomen schon viel länger bekannt ist, ist die Musik. Kaum jemand hier im Forum würde zugeben, Pop- und Chartsmusik zu hören, viel beliebter sind da schon eher sogenannte "Independent"-Bands, also dem Wort nach unabhängige Musiker, was natürlich, nüchtern betrachtet, eine ordentlich stupide Einordnung ist. Wenn man den Bereich nicht kennt, weiß man mit "independent" auch nichts anzufangen, selbst "Volksmusik" ist eine treffendere Genrebeschreibung, wobei das Gejohle der bayrischen Dirndl-Mädchen und Ziehharmonika-Jungens schon so überhaupt nichts mehr mit irgendeinem Volk zu tun hat. Ein anderes Beispiel sind natürlich Punk- und Gothic-Bands bzw. Interpreten, die seit der Gründung der beiden Genres versuchen, sich von der Masse abzusetzen. Dass Wörter wie "Konformisten" oder "Stino" überhaupt Einzug in den Sprachgebrauch gefunden haben, ist an sich schon ein Armutszeugnis. Der Mensch versucht halt, sich von den anderen abzusetzen, und dieser Versuch kann teilweise schon Formen annehmen, die mehr lächerlich als alles andere sind. Ein gutes Beispiel ist die Band "Oomph". Die Mitglieder treten nur noch schwarz geschminkt auf, in den Videos sieht man weit aufgerissene Augen und Blut. Das Ziel ist klar, die Band will "böse" wirken, um ihre Zielgruppe von der "guten" Elternwelt abzugrenzen. Dieser Versuch allerdings ist so überzogen, dass nun schon wieder andere kommen und meinen, Oomph sein ebenfalls eine kiddie-Band, heißt also, eine Band für "Normalos", um es mal krass auszudrücken, denn etwas anderes bedeutet dieses Wort nicht. Kind, sozusagen jemand, der noch keine ernstzunehmende Meinung hat. Entsprechende Leute hören dann lieber Bands, die genau auf der Kante zwischen "bekannt" und "volllkommen egal" stehen. Eben jene Musiker, die noch nicht weit genug herumgekommen sind, um beliebt zu sein, die sich aber trotzdem schon in den "Szenen" einen Namen gemacht haben. Herr Alexander Kaschte von Samsas Traum bzw. Weena Morloch singt in einem seiner beliebtesten Goth-Disco-Lieder schließlich nicht umsonst 10mal hinternander "Ich bin wirklich krank!!". Was daraus allerdings resultiert ist die Tatsache, dass sich genügend Leute von "ihrer" Band abspalten, sobald sie bekannt wird, teilweise sogar mit einer Aussage a la "Die sind nicht mehr true und machen kommerzielle Musik".
    Als Antwort auf die langweilige Musik der alten Leute in den Zwanzigern kam der Jazz, als Antwort auf diesen der Rock, und als selbst der Rock zu "normal" wurde, erfand irgendein gewiefter Geschäftsmann schließlich Heavy Metal und Punk. Diese Liste ließe sich endlos so weiter führen, aber irgendwo ist damit rein logisch gesehen auch mal Schluss, denn viel weiter als rein elektronische Kreisch-Musik ohne Melodie geht es kaum noch. Die Antwort ist leicht: Man fängt wieder von vorne an. Um sich von dem Independent- und Punk-Einerlei abzusetzen, hört man wieder Klassik, Johny Cash und Janis Choplin (Hab ich sie richtig geschriebene?). Natürlich kann man dieses Verhalten nicht verallgemeinern, denn mehr als genug Leute hören Musik aller Sparten, ohne darauf zu achten, was der Rest denkt. Trotz allem haben "kranke" Musiker immer eine gewisse Faszination auf viele Menschen, was ja nach dessen Aussage bspw. auch der Hauptgrund des Erfolges von "Schockrocker" Marylin Manson ist.

    Bei Filmen ist es ebenso, Kunstfilme und Gewaltfilme werden immer beliebter, und je seltener sie irgendwo zu sehen sind, desto besser, denn desto unnormaler. Ich rede auch an dieser Stelle nicht von Leuten, die sich betreffende Filme angucken, weil sie sich dafür interessieren, sondern von denen (und davon kenne ich leider zu viele...), die sowas nur "inhalieren", um später darüber erzählen zu können.

    Am Ende kommt bei allen das Gleiche raus, sei es die "normale" allgemein verpönte Popmusik, der "amerikanische Hollywood-Kapitalismus" oder die "schon mal dagewesene" Geschichte, Dinge, die nicht außergewöhnlich sind, werden oft als Ganzes verurteilt, ohne sich ernsthaft mit dem Einzelnen beschäftigt zu haben. Der Japano-Wahn geht natürlich in die selbe Richtung, einerseits wurde Visual Key ja nun mal als Abgrenzung erfunden (möchte ich behaupten), andernseits gibt es genügend Leute, die inzwischen alles Japanische ablehnen, mit den Argumenten, es sei Japano-Kiddy Kram. Ich meine, man sollte ein wenig offener sein, auch den Dingen gegenüber, für die sonst keinerlei Sympathien hegt, und wenn man das nicht kann, soll man nicht urteilen. Denn ich zweifle daran, dass es einen Punk gibt, der nicht irgendein Pop-Lied toll findet, wenn er es auch nicht zugeben würde. Muss er auch nicht. Er soll nur nicht sagen, dass jegliche Popmusik fürn Arsch ist. Das gilt Imho für alle Themen.

  6. #6
    naja. das es so ist wie dus beschreibst ist klar. das kann man eigentlich gar nicht bezweifeln.
    ich weiß jetzt nicht ganz was ich dazu sagen soll...ich red einfach mal drüber wies mir hier im atelier vorkommt
    (übertriebenes beispiel, m-p ist sicher nicht der auslöser aber meiner meinung nach gibt es halt einige der im folgenden beschriebenen leute hier im atelier)
    m-p hat irgendwann mal angefangen, seine lustigen geschichten zu veröffentlichen - die waren gar nicht krank, nicht total durchgeknallt oder so, sie waren einfach gut zu lesen, unterhaltend und wollten einem nicht irgendeine sozialkritik aufzudrücken. dann kamen leute, die das meiner meinung nach nicht verstanden haben. die finden es krank wenn es elefanten regnet - nicht ungewöhnlich oder kreativ oder einfach nur witzig. dann schrieb einer dieser jemande eine dumme kleine geschichte, die noch "kränker" als m-ps zeug sein sollte, setzte sich aber gewaltig in die nesseln, weil er einfach vergessen hatte, das eine geschichte mehr als eine aneinderreihung von schockeffekten ist. jo. naja, das ist so das was ich hier so gesehen habe. wie gesagt, ich denke das es bei mindestens einem ungefähr so gelaufen ist, vielleicht nicht mal mit böswilligen absichten namen werd ich hier aber nicht nennen.

    die musikssache...ja, independent ist trend, aber seltsamerweise kenne ich, wenn ich im musikforum lese, 80% der bandnamen, die angeblich so independent sind, obwohl ich eigentlich hauptsächlich ("underground/independent") hip hop höre (wobei da dann wieder nur 20% der musikforumleser mit den namen was anfangen können, ich bin also viel independenter als ihr ). leute die den kram selber veröffentlichen oder auf irgendwelchen minilabels und so. das hat nichts damit zu tun, das die musik automatisch besser ist, wenn du nicht kommerziell erfolgreich is, sondern das ich den sound mag. eher dreckige, minimalistische beats, raps, die sich mit mehr als nutten und drogen beschäftigen etc. sowas ist (leider!) nicht erfolgreich, ich würde mich freuen bestimmte sachen in den charts zu sehen...
    naja. mir ist es im endeffekt egal. ich hör alles was mir gefällt, und wenn white stripes ein gutes album machen (obwohl die für viele seit den letzten beiden alben ja auch schon wieder zu kommerz sind ), dann hol ich mir das. ich unterstütze nur gewisse msuik bewusst nicht, selbst wenn mir da mal ein lied gefällt. einfach, weil die masse der musik so beschissen langweilig ist, das es zu meinem eigenen nachteil ist, sie auch noch zu unterstützen.
    neues ist nicht automatisch gut, aber meiner meinung nach immer noch besser, als (zb bei geschichten) nach tausend jahren roman immer noch die selben geschichten zu schreiben. die menschen wollen im allgemeinen gar keine neue form der geschichte, sie sind mit dem althergebrachten zufrieden, warum auch immer. james joyce zb - er schrieb genial, aber ist im grunde nur in fachkreisen bekannt geworden. er schrieb im grunde "normale" geschichten, aber in ungewöhnlchem stil. das interessiert nur leider keinen, weil die menschen immer noch auf dem stand des gilgameschepos sind, weil geschichten und romane immer dieselbe struktur haben, sonst sind sie nicht "gut", wie einem schon die deutschlehrer erzählen. es interessiert mich im grunde nicht, was ihr mögt, aber ICH will mehr davon, vor allem mehr gutes. es gibt viele die "ungewöhnlich" schreiben, aber im endeffekt sind 70% davon dann wieder dreck. ich will mehr burroughs, mehr wilsons, mehr joyces. keine kopien, sondern eigene werke, die wirklich eigen sind, sich im stil nicht nur durch ein paar unterschiedliche wörter unterscheiden, wie das hier im atelier ja leider auch der fall ist. man kann im atelier praktisch nur noch zwischen "ist flüssig lesbar und hat wenigstens eine idee, die an den standard rankommt, ab dem unterhalten wird" und "talentlos." unterscheiden. meiner meinung nach. natürlich nicht in allen fällen.

    im endeffekt: es ist mir egal, unter was für einer kategorie etwas läuft, hauptsache, es gefällt mir. es gibt klar eine tendenz zu kreativem, aber die ist nicht so ausgeprägt, das ich nichts aktzeptieren würde, was kein stephen king oder robert anton wilson ist.

  7. #7
    Dann oute ich mich mal: Ich steh auf Mainstream. Zwar den von vor zwanzig Jahren, aber trotzdem Mainstream...
    Was ich damit sagen will: Ätschibätsch, ihr angepassten, absolut nicht individuellen Underground-Hörer, ich mag viel ungewöhnlichere Musik als ihr :.

    Geändert von Liferipper (18.07.2006 um 16:37 Uhr)

  8. #8
    Noo~ pwnt! xD

    Danke der Kommentare euch beiden und den Leuten aus dem Sumpf.


    Matschiges Leben

    Die Welt, sie ist ein Irrenhaus,
    Und wir machen das Beste draus.

    Gestern hat es schrecklich gestürmt vor unserem Haus, und trotzdem habe ich das Unwetter bei offenem Fenster genossen, eine unglaubliche Wohltat nach der Hitze der letzten Tage. Die Welt scheint wieder in ihren Fugen, der Regen ist gekommen und hat alles rein gewaschen. Eigentlich kommt der Regen immer.
    Andere Leute haben in ihrem ganzen Leben nicht einen einzigen Tropfen gesehen, wanderten umher in der Wüste und waren dabei so verbittert wie der einsame Sand. Wenn ich in einer Wüste bin, liebe ich ihre Einsamkeit, und die Ruhe, dieses Gefühl der Ewigkeit, das einen überkommt. Wer aber einen jeden Tag in der Wüste verbringt, der kann sich nicht mehr darüber freuen. Er sehnt sich nach dem Regen, und wenn der nicht kommt, dann beginnt er, den Sand zu hassen. Und irgendwann hat der Sand die gleiche Farbe wie die Haut.
    Ich hatte immer Regen. Oder nein, nicht immer, aber immer dann, wenn es zu warm wurde. Deshalb liebe ich die Wüste. Ich weiß, wenn ich mich zu einsam fühle, wenn der Sand und die Hitze drohen mich zu verschlucken, wird einfach der Regen kommen.
    Doch warum zu mir?
    Vielleicht kommt der Regen nicht, vielleicht rufe ich ihn. Nicht die Tropfen selbst, aber vielleicht kondensiert das Wasser um mich herum, in durchsichtigen Dampfstriemen steigt es um mich herum zum Himmel empor und bildet dichte Wolken, die mich beschützen, wenn die angenehmen Strahlen der Sonne zu heiß werden.
    Ich weiß es nicht.
    Aber solange ich mich auf den Regen verlassen kann, werde ich auch die Wüste lieben.

    Die Welt, sie ist ein Irrenhaus,
    Und wir machen das Beste draus.
    Was immer sich zum Kampfe stellt
    Ein fester Wille zwingt die Welt.

  9. #9
    1. Version: Angst
    Der Geist verkriecht sich in den Tiefen des Körpers, die Wahrnehmung wird auf ein Minimum begrenzt, eine Annährung an den Tod, alle (höchstwahrscheinlich schlechten) Einflüsse werden von innen abgekapselt, man hofft nur, dass es endlich vorbei ist. Die Schmerzen brennen sich in den Kopf und vernichten sämtlichen Widerstand. Selbstmitlleid.
    Ergebnis: Zerstörung der Seele


    2. Version: Stolz
    Der Körper baut mit dem Geist eine Barrikade um alle Vernunft und Logik, mentale Schranken werden gebrochen und kognitive Algorithmen vollkommen ignoriert. Die Wut nährt den Stolz und gibt Absolution für die Perversion desselbigen. Er wird verdreht, gewendet, von allen Seiten durchleuchtet und zerpflückt, bis nichts mehr übrig ist. Rausch.
    Ergebnis: Zerstörung des Körpers


    3. Version: Tanz, Gesang und heiteres Schauspiel
    Körper und Seele verschmelzen zu einer Einheit, die nicht mehr durch die Ketten der anderen Teile gebunden ist, sondern diese als Trittbretter benutzt. Der Geist wird als Schweißer genutzt und ist alsbald wie eine Flasche ewig haftender Leim aufgebraucht.
    Ergebnis: Zerstörung des Geistes

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