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Thema: Cipos Thread ~

Hybrid-Darstellung

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  1. #1

    Gedichte zu Charakteren

    So, ich habe als Epilog für eine Geschichte jedem Charakter ein Gedicht zugeordnet, welches die Gedankenwelt widerspiegeln soll und wär euch nun sehr verbunden, wenn ihr versuchen könntet, von den Reimen auf die Züge der Leute zu schließen. Sozusagen also eine kleine Interpretation, die primär den Sinn hat, herauszufinden, ob ich die Charaktere der ... Charaktere gut getroffen habe. Kritik ist selbstverständlich auch erwünscht, ich selbst bin bspw. mit dem Gedicht "Greel" nicht so ganz einverstanden, hört sich IMHO relativ grottig an, bis auf das Ende, das find ich genial.
    Ich weiß, dass es teilweise recht schwer sein kann, daher tausend Dank im Vorraus.



    Saigo

    Was siehst du
    Im Schwarz meiner Augen?
    Wo ist nur das glänzende Licht?
    Sag, ist es erloschen?
    Sag, ist es verloren?
    ...wo ist es?
    ...ich finde es nicht...

    Was ist dieser Körper?
    Was ist dieses Fleisch?
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    Was wandelt die Seele
    Noch auf dieser Welt?
    Wer ist es,
    der mich gefangen hält?

    Wo lag meine Sünde?
    Wo lag nur mein Fluch?
    Ich möchte ihn verstehen,
    wie ein offenes Buch!
    Solange auf mich fällt noch
    Das blutige Licht,
    Muss ich es finden,
    mein letztes Gericht.

    Doch will ich nicht suchen!
    Will nie mehr leiden!
    Will niemals mehr fluchen!
    Nichts mehr erreichen!
    Ich will nur noch sterben, gen Himmel entschwinden,
    sei's auch die Hölle, vergessener Sünden.

    Doch wenn eines Tages
    ein Schimmer mich trifft,
    vergess ich die Sorgen,
    seh nur noch das Licht!
    Doch vom Licht kommt der Schatten.
    Vom Schatten das Licht.
    Trübe Wolken
    nehmen die Sicht.
    Und wenn der letzte Sonnenstrahl auf die Erde fällt,
    ist die Chance vergeben,
    zu entfliehen der Welt...

    Der Name vergessen.
    Mein Leben vergeben.
    Wo ist mein Schatten?
    Die Seele -
    Zerrieben?
    Ich kann sie sehen –
    Und doch nicht erreichen,
    nur mein Wille allein
    stellt diese Weichen.



    Greel

    Ich seh meine Angst.
    Noch kennt man den Namen,
    von herrlichem Klang,
    noch nennt man die Taten
    des großen Manns.

    Doch Menschen! - sie sprechen
    Gespaltener Zunge,
    tragen die Furcht tief in der Lunge!
    Ich spür ihre Wolllust
    Spüre den Neid!
    Ich spüre den Hass!
    Ich bin nicht bereit!!

    Ich werde nicht gehen,
    was auch geschieht,
    will nicht, dass Gott
    auf mich herabsieht.
    Unzählige Male zerstört ich die Nacht,
    eine trügerische Sonne
    kam an die Macht.
    Doch irgendwann ging sie wieder unter
    Und zog mich in Wut
    Gleich mit hinunter.

    Wenn ich sehe hinauf, zum Sternenmeer,
    erkenn ich den Mond,
    und mein Herz wird schwer!
    Ich dachte oft, ich sei ein Wesen der Nacht,
    Doch nur Soleil gibt mir diese Macht.
    Diese Hoffnung in meinem Inneren
    hielt sich zumeist für die Siegerin.
    Doch war sie im Grunde
    eine Hilfe dann,
    der Verzweiflung, die niemals schwinden kann?

    Der Krieg mit dem Schatten,
    der über mir liegt,
    Ein Traum? – der mich in Sicherheit wiegt?!
    Ich ging zu Orten, die mir verboten.
    Ich beging Taten – teuflische Wogen!
    Ich erblickte die Dinge, die man nicht sehen darf!
    Ich schmiedete Klingen – für mich viel zu scharf!
    Auch der größte Teufel ist ein Gott gegen mich.
    ...

    Um zu sterben, leben wir ein Leben lang?
    Das wird ich nicht glauben!
    - sonst wird mir bang! -

    Seh ich keine Götter, so erhebe ich mich.
    Will ich noch nicht gehen, so bleibe ich.



    Gramata

    Schwingen, alt, doch wunderbar,
    azurblau und aus purem Eis,
    Augen, göttlich und bezaubernd,
    mächtig und aus reinem Gold.

    Ich bin eine Göttin,
    ich bin wie der Sturm,
    Mein Blut ist vom Menschen
    und auch vom Wurm.
    Ich habe geherrscht, getötet, geächtet,
    ich habe genommen, versklavt und geknechtet.
    Doch eines,
    - so weit bin ich mir nun klar -
    fehlte im Leben, wichtig, für wahr...

    Wo ist dieser Junge, der Schemen so fern,
    kann ich ihn nicht haben?
    Hätt ihn doch so gern!
    Mir gehört alles - Die Erde! Der Wind!
    Fehlts mir –
    An einem Menschenkind?
    Von niederem Blute,
    schwächlichem Fleische,
    von fehlendem Mute,
    solch lebende Leiche?!
    Verflucht und verdammt!
    Ist sie wirklich so schwach,
    welche sonst sogar über die Götter lacht?

    Was bringt ein Kristall,
    wie Wasser so klar,
    Wenn doch selbst die Sonne
    seinen Grund nie sah?
    Keiner darf ihn beschützen,
    keiner kann ihn besitzen,
    denn kristallene Sicheln
    werden zerschlitzen
    das menschliche Fleisch,
    die Knochen, die Sehnen!
    Man kann mich nicht halten!
    Das muss ich verstehen...

    Und jeder,
    der seine Hand an mich legte,
    vereiste, wenn sich mein Herz erregte.
    So bleibe ich mächtig,
    doch einsam zugleich,
    ewige Königin,
    im eisigen Reich.

  2. #2
    hmm...
    du mutest uns ganz schön was zu, und auch noch so viel.
    Werde mich mal daran probieren...meine durchkämpfen

    also erstmal stelle ich mal die Stellen/Fromulierungen hier hin, die mir nicht gefallen:
    aus Saigo
    Zitat Zitat
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    hmm,unschöne Formulierung

    Zitat Zitat
    Ich möchte ihn verstehen,
    wie ein offenes Buch!
    komisch,les es mal

    Zitat Zitat
    Die Seele -
    Zerrieben?
    klar was du erreichen wolltest, aber das hört sich wirklich nicht gut an, auch wenns sich gewollt nicht gut anhören soll

    achja,insgesamt zu viele "Doch"s

    aus Greel
    Zitat Zitat
    Ich seh meine Angst.
    Noch kennt man den Namen,
    von herrlichem Klang,
    noch nennt man die Taten
    des großen Manns.
    insgesamt,irgendwie hört sich das nicht gut an

    Zitat Zitat
    Doch irgendwann ging sie wieder unter
    Und zog mich in Wut
    Gleich mit hinunter.
    würde "irgendwann" streichen und durch was anderes ersetzen

    Zitat Zitat
    Wenn ich sehe hinauf, zum Sternenmeer,
    ich mag diese alte Formulierungsweise, aber obwohl du so pathetisch schreibst gefällt mir das nicht
    Zitat Zitat
    Diese Hoffnung in meinem Inneren
    hielt sich zumeist für die Siegerin.
    feine Sache mit Soleil vorher, aber die Siegerin?

    aus Gramata
    Zitat Zitat
    Ich bin eine Göttin,
    ich bin wie der Sturm,
    Mein Blut ist vom Menschen
    und auch vom Wurm.
    Ich habe geherrscht, getötet, geächtet,
    ich habe genommen, versklavt und geknechtet.
    Doch eines,
    - so weit bin ich mir nun klar -
    fehlte im Leben, wichtig, für wahr...
    ich glaube,die beste Strophe in allen drei Gedichten,super

    also Gramata ist dir wirklich am besten gelungen, gefällt mir wirklich außerordentlich gut.
    insgesamt muss ich sagen dass alle Gedichte erschreckend unrhythmisch sind, ich hoffe das ist gewollt...

    achja,hätte fast die kleinen Interpretationen vergessen:
    Gramata,ja,Königin anscheinend,herrisch,gebieterisch,mächtig, hat aber irgendwie n Faible für kleine Jungs
    Greel, aus welchem Grund auch niedergeschlagen, Glauben an Welt und Gott verloren,verzweifelt ,melancholisch usw, vielleicht "der Narr" auf dessen Rücken sich alles austobt... er wirkt so als ob er sich in den Wald zurückzieht und dort auf sein Ende wartet, keine Forderungen mehr an die Welt stellt.
    Saigo,hört sich nach Krieger an,der aber auch enttäuscht worden ist, nur hört er sich hoffnungsvoller an wie Greel, irgendwie eine Kämpfernatur der zwar vom Schicksal gezeichnet ist sich aber jede Minute wieder aufrappeln wird...

    so,bin durch, hab wahrscheinlich die Hälfte vergessen die mir beim lesen aufgefallen ist, aber vielleicht fängst du ja schon damit was an...und vielleicht findet sich noch jemand der das durchackert

    Geändert von schreiberling (26.03.2005 um 14:45 Uhr)

  3. #3
    Tausend Dank erstmal!
    Zu den Interpretationen, Gramata und Saigo betreffend, absolut getroffen, wobei mir auffällt, dass ich nicht das psychische Erscheinungsbild, sondern das Seelenleben beschrieben hab. (Ist nicht schlimm, war aber auch nicht gewollt. ^^;; )
    Greel ist dagegen total schief gelaufen. Wobei das bei ihm kompliziert ist, innerlich triffts schon ein wenig, aber er sucht (was man aber aus dem Gedicht nicht rauskriegt, höchstens durch den Schatten) seine Flucht vor der Vergangenheit in gespieltem Wahnsinn, aber eigentlich will er nicht nur noch sterben, sondern zwanghaft leben. Da kommt es mir fast so vor, als hätte einer von uns beiden Saigo und Greel verwechselt. Saigo ist eher der, der nur noch Sterben will, dann aber immer wieder trügerische Hoffnung schöpft und weiterlebt.

    Das unrythmische kommt daher, dass ich Saigo und Greel nicht mit einem Mal geschrieben habe, die Teile sind eher Einzelgedichte, hast aber recht, wobei ichs als Epilog passend finde, regt mehr zum Überlegen an als ein schön klingendes Gedicht.

    Gramata ist in einem Rutsch entstanden, daher IMHO auch das Rythmischste. Allerdings ist es, eigentlich im Gegensatz zu der Person, bemerkenswert unvielschichtig geraten, viel zu interpretieren gibts ja kaum. ... Hm.

    Zitat Zitat
    Wo sind meine Narben,
    der Wunden so leicht?
    Ja, hat mir auch nicht gefallen, aber ich wusste nichts besseres. dieser bemerkenswert untreffende Satz sollte auf die Unsterblichkeit des Sprechenden hinweisen, die aber a) für das Gedicht absolut unwichtig und b) schrecklich formuliert ist.
    Das offene Buch ist auch dämlich, kommt davon, wenn sich alles zwanghaft reimen muss. Ich werde Saigo und Greel nochmal komplett neu schreiben, außerdem kürzer und kompakter. Gramata vielleicht auch... Mal sehn.
    Die zeriebene Seele. Naja. Ist Geschmackssache, ich finds in Ordnung.
    Die vielen dochs sollen seine eigenen Zweifel zeigen, hast aber recht, ist ein wenig penetrant.

    Nochmal vielen Dank, hast mir sehr geholfen!!

  4. #4

    Pseudo-Musical-Texte ^_-

    Ok, hier mal wieder ein paar geistige Ergüsse, habe grad wieder eine Kreativphase.


    Der ist schon etwas älter, und wie immer nur ein fragment xD:

    Greel

    Isaac zitterte am ganzen Körper, die Robe durchnässt, noch Stunden später.
    „Isaac, ich mag dich, doch der Wettstreit - mit meinem Bruder, ich bin ihn leid!“
    Kalatis Worte halten wieder in seinem Gedächtnis - und in seinen Gliedern.
    Isaac Tethyr hatte noch niemals versagt, im ganzen Leben, bei allem, was er tat.
    Ob Athletik, ob Politik, ob Wissenschaft, das Wunderkind hatte es leicht vollbracht.
    Doch nun saß er da und fühlte sich elend. Wie ein Läufer - auf alten Krücken gehend.

    „Du magst mich?“, fragte er in den Raum, mit einem Lächeln wie ein eisiger Traum.
    „Schön, schön, Kalati, doch das will ich nicht. Du sollst mich vergöttern, nicht diesen Wicht.
    Du sollst mich lieben, von Anfang an, vom ersten Tag an, keinen anderen Mann.“
    Er erhob sich und straffte seine Gestalt. Er war ein Herrscher, eisig und kalt.
    „So sei es, Kalati!!“, schrie er in den Raum, mit aufgerissenen Augen, vor dem Mund hing der Schaum.
    „Du willst mich nicht lieben? Das glaube ich dir! Doch wird’s auch kein anderer - außer mir!!“
    Isaac lachte hinaus in die Nacht - und merkte, das Kreischen - es gab ihm Kraft!
    Und half zu vergessen, den ewigen Schmerz, den er zum ersten Mal spürte - Tief in seinem Herz.

    Man sagt, Gefühle können vernichten - die These ist vollkommen richtig, mitnichten.
    Doch was mit dem Mann, der das Verlieren nicht kannte? Der sein Leben lang als Erster durch die Wege rannte?
    Isaac Tethyr war ein Genie, und solch ein Wunder verliert sich nie.
    Doch nun bebte sein Geist, die Pupillen schwammig, Isaacs Finger zitterten, der Atem ging heftig.
    Er war unterlegen, zum ersten Mal - musste er sich verbeugen vor einer Wahl.
    Der Wissenschaftler hätte es leicht überstanden, doch er wollte nicht, dass andere ihn überwanden.

    „Ich soll nicht länger Isaac heißen!“, lachte er in den Raum und bemerkte kaum,
    wie der Arm nach einer Feder griff und sich auf dem hölzernen Stuhl niederließ.
    „Der Name ist dumm, er gefällt mir nicht! Ich heiße nun anders, versteht ihr mich?“
    Sein Monolog blieb unbeachtet, doch der Schreibkiel wurde ins Glas verfrachtet,
    mit Tinte setzte er auf das Pergament - den alten Namen, den jeder kennt.
    „Isaac Tethyr? Der Mann ist tot! Herzschock, Husten, Atemnot!“
    Sein lachender Körper klierte herum, auf dem gelben Papier tanzte er wie dumm.
    Bis nach einiger Zeit ein Name erschien, zwischen den Tropfen, sieht man genau hin.
    „Dank mir, Isaac, dass ich meinen Namen stehl! Aber dem heutigen Tage heiße ich Greel!“



    Legeria

    „Vater, was ist das?“
    Fragte Sa-ichi
    Mit Blick auf die Menge
    Bunt und auch lustig.
    „Tja, mein Sohn.“
    sprach der Vater lächelnd,
    „Das ist die Welt!
    Jubelnd und tanzend!“
    Die Leute waren zahlreich
    Und überall
    Ihre Gesichter lachten
    Und sie machten Krawall.
    „Diese Menschen
    haben farbiges Haar
    und helle Augen
    belustigt und klar!“
    Der Vater lachte
    Und legte die Hand
    Auf Sa-ichis Schulter
    Stark und doch sanft.
    „Du wirst es schon sehen,
    mein kleiner Sohn,
    Die Welt ist riesig
    Und nun unser Lohn!“
    So erreichten die Kinita
    Also die weite Welt
    Und folgten so dem Ruf
    Vom Schicksal erwählt.




    Das finde ich am Ende ganz ordentlich, bitte beim Lesen bedenken, dass es mehr oder wneiger ein Streitgespräch ist, pro Absatz spricht der andere.

    Gramata und Yonaka
    Ein Dach bei Sichelmond, Windstille, weiter unten die Geräusche der Menschen.

    - Yonaka, Yonaka, hörst du mich flüstern?

    - Nein, oh nein, ich hör es gewittern...

    - Gut gesprochen, weiser Mann, doch warum greifst du mich dann nicht an?

    - Willst dus wirklich wissen, Hexe? Willst du mich quälen, du kalte Echse?

    - Nein, Yonaka, will dich kriegen!

    - Willst nach meiner Kehle hieben.

    - Nein, Yonaka, ich will dich lieben! (verstummt)

    - Ph. Wer’s glaubt, wird kalt, im Sinn des Worts, du weilst nie an einem Ort!

    - Soll ich dir denn zeigen bessre Plätze?

    - Inferno und Hölle, nicht wahr? (ich schätze.)

    - Nein, mein Lieber, ich zeig dir den Himmel!

    - Troll dich, Gramata! Schluss dem Gewimmel!

    - Was fauchst du mich hier nur so an, hab ich dir jemals wehgetan?

    - Nein, noch nicht, du eisiger Wurm, doch Drachenherz ist wie ein Sturm!

    - Red nicht mit meines Herzens Stimme, das vernebelt mir die Sinne!

    - Ha, du Drache! Hab ich dich erwischt?

    - Nein, du Mensch, sieh doch in das Licht!

    - Von welcher dunklen Sonne sprichst du?

    - Welche hält dir die Augen zu?

    - Deine Rätsel sind suspekt, Drachenfrau von Amunielle.

    - Dein Herz ist kalt wie meins, Yonaka, bist ein lustiger Gesell…

    - Kann denn niemand dich vernichten?

    - Nicht unter den Menschenwichten.

    - Ich verschwinde nun, du Wurm!
    *er geht ab*

    - Du meinst, ich sei wie ein eisiger Sturm?
    Yonaka, du irrst, ich bin kein Sturm,
    Ich bin die Frau im höchsten Turm,
    wenn deine Seele einst gestorben,
    hat ihre Liebe … mein Herz verdorben.






    Wie immer, Kritik erwünscht.

  5. #5

    La Cipollas Anekdote über den Zoo (erstmals mit Comic!!) ^^

    Gestern war ich mit meinen Eltern und meiner 3-jährigen Cousine im Zoo, und es war ein... ernüchterndes Erlebnis. Gleich am Eingang begrüßten uns die Bären hinter ihren Panzerglasscheiben und mein Vater meinte, das wäre auch sein Leben. (Den ganzen Tag auf einem fetten Baumstamm liegen und sich sonnen, zwischendurch das ein oder andere Stück Fleisch in den Rachen geschoben kriegen usw.) Meine Mutter dagegen war wieder in ihrem Element.
    "Eine Seerose!!"
    "Mama, das ganze Becken ist voll damit."
    "Aber die hier ist besonders schön!"
    "Ja, Mama."
    "Und schau dir die Sonne an, da haben die Wolken gar keine Chance!"
    "Die Sonne scheint schon den ganzen Tag, Mama."
    (schweigen)
    "Aber jetzt kann man sich so gut sonnen!"
    "..."
    Ich meine, ich finde den Zoo ja auch jedes Mal wieder toll, aber meine Mutter kann sich einfach über alles wundern! Selbst, wenn es in Strömen gießt, geht sie immer mit der Logik "Hinten wird es schon wieder heller!" ran. Aber das wäre nicht weiter schlimm, Optimismus verbunden mit unnatürlich konstanter Lebensfreude ist nicht unbedingt was Schlechtes, aber das Seltsame kommt noch. Wenn meine Mutter sagt "Hinten wird es schon wieder heller!" glaube ich nicht, eine Prognose zu hören (wär auch nicht möglich, wenn der ganze Himmel bedeckt ist), sondern einen Befehl. Und siehe da, spätestens zwanzig Minuten später stehe ich mit gaffenden Blick in der schönsten Sonne (die natürlich noch einen Regenbogen in die Luft gesetzt hat, über den sich meine Mutter wundern kann). Der ein oder andere ist schon zu der Meinung gekommen, sie wäre eine gute Hexe...
    Naja, jedenfalls gingen wir weiter und erreichten das neu eröffnete Raubtierhaus, welches sein wunderbares Flair verloren hat, seit es dort nicht mehr wie beim Fleischer stinkt. Die armen Löwen liefen immer an der Scheibe vorbei, in den ewig gleichen Bahnen und ich fragte mich abermals, ob Zoo wirklich so etwas Tolles sei. Meine Cousine war sich da sicher, jedes Mal, wenn das desillusionierte Tier die Scheibe streifte, grinste sie ihn mit einem glücklichen "Friss mich doch!" an und lachte ihn dann aus. Ein schönes Leben.
    Allerdings muss ich sagen, war der Besuch auch für mich nicht unnütz, ich habe mich wieder einmal in meiner Lieblingsdisziplin, dem Starren, mit den Besten der Welt gemessen. Nachdem ich unsere Hauskatze mehrmals völlig zu Grunde gestarrt hatte, war es schwer, einen ebenbürtigen Gegner zu finden. Die Faultiere konnten gut starren, schliefen aber nach wenigen Sekunden ein, die Schlangen ignorierten mich einfach völlig. Schließlich erkannte ich die Herausforderung in Form eines unscheinbaren Käfigs am Wegesrand. Sie blickte mich aus ihren schwarzen Augen, tief wie Galaxien an, ohne den Kopf dabei auch nur einen Millimeter zu verschieben. Schließlich, nach nahezu zwei Minuten, gab auch die Eule auf und ich atmete erleichtert aus.

    Doch das Beste kommt noch! Situation: Ich und meine Cousine stehen am Ententeich (Enten füttern), meine Mutter wundert sich immer noch darüber, dass Vögel tauchen können und mein Vater vergnügt sich an der Bockwurstbude (Der einzige Ort im Zoo, der für alle interessant ist). Doch nun merkt meine Mutter, dass wir langsam wieder nach Hause müssen und überlegt sich eine durchschlagende Taktik. Sie schaut meine Cousine mit ihrem typisch-fröhlichen Lächeln an und sagt. "Kommt jetzt, Magdalena! Wenn ihr die Enten noch weiter füttert, platzen sie!"
    Kurz überspielte Schwiegen die Szene, dann brach ich in Lachen aus und meine Mama schaute mich verwundert an. OK. Genug der Schilderungen. Jetzt stellt euch mal bitte eine platzende Ente vor!! Ich musste das gleich auf Papier festhalten. Viel Spaß!

  6. #6
    LooooooooooooooooL!!
    Sehr gut beschrieben, und die Augen der Ente... spitze!
    Tja, ich kenn das mit dem heller werdenden Himmel auch noch sehr gut.
    Als ich noch zuhause meiner Tage fristete, da kam auch hin und wieder der Samstag in mein Leben, somit auch meine Mutter früh morgens in mein Zimmer, und somit letztlich auch die Arbeit in meinen Tagesablauf!
    Mutter: "Du mußt heute Rasen mähen!"
    Ich (müde, zerschlagen von derletzten Party, widerwillig):
    "Es regnet aber doch, ich hör die Tropfen bis UNTER DIE BETTDECKE!!!"
    Mutter: "Ja, aber hinten wirds schon wieder hell!"
    Ich: "Na warten ma mal ab!"
    Und wie du schon sagtest, sind Mütter HEXEN! Keine halbe Stunde später (obwohl NICHTS, aber auch GARNIX hell am Himmel war) hörte der Regen stets auf und ich konnte meine Vormittagspläne (schlafen) aufgeben! Und mähen!

  7. #7
    Mein Herz mag die Gedanken lenken
    mein Körper sich wie wirr verrenken
    mein Ideal sich lustig schwenken
    doch selbst dann werd ich noch denken:

    Blabla.


    (Hier ist mir keine nächste Zeile eingefallen, aber die Moderne hat den vorteil, dass man es so dastehen lassen kann. )




    Hunde und Monster

    Wer bis du, Freund,
    Gedanke nennst dich?
    ich kann dich nur bitten:
    Verweile hier nicht!

    Wenn wir hier "denken" (oder tanzen),
    umdichten und interpretieren,
    in fremden Emotionen wühlend
    (aber letztendlich - doch nur spielend)
    nach dir streben, dich anbeten
    und deine Seiten neu verkleben,
    sehn wir herauf zu diesem Monster,
    unter uns stehend, möchtegern-anders.

    So leicht ist es,
    fremder Gedanke.
    Wir töten dich ab,
    Wie Mörder und Kranke!

    Menschen, die gern Monster wärn,
    weil sie die Monster stets verehren,
    statt eigene Dinge zu zerstören,
    um eignes Ego zu beehren,
    sonnen sie sich in deinem Schatten
    nah dran, dich ständig zu begatten.

    Flüchte nur, so lang du noch kannst,
    sonst meint ein kleiner Ethik-Wanst,
    du hättest seine Welt erschüttert,
    fettige Gedanken stets bemuttert.

    Flüchtet nur, ihr Philosophen,
    ihr humanen Katastrophen,
    die sich stets für Monster hielten.
    Hochnäsig nie mit Hunden spielten.
    Im Menschenkörper dringesteckt.
    Doch höchstens mal monströs verreckt.

    Ewige Hunde im Monsterkostüm.
    Seid weder Mensch noch Ungetüm.


    Was dieses Gedicht angeht, hab ich es in einem Anfall geschrieben, also nur mit Gedanken wörtlich nehmen.




    Folgendes ist wieder Shadowrun, wobei es eigentlich in "Himmel voll Sterne" gehört. Ich weiß aber nicht, ob ich es da noch unterbringen kann.


    Mana

    Wie man in den Medien zeigt,
    Wurd ein Magier geboren,
    Hat ein Drache sich erhoben,
    Jemand hat nun spitze Ohren,
    Zauberstürme sind am Toben,
    Und das Mana steigt.

    Wie man in den Medien zeigt,
    Goblinisiert die halbe Welt,
    Hexen gehn zum Brocken tanzen,
    Critterknochen bringen Geld,
    Konzerne magisch sich verschanzen,
    Und das Mana steigt.

    Wie man in den Medien zeigt,
    Sind Theorien stets verkehrt,
    Die Wunder werden immer mehr,
    Kometen sind zurückgekehrt,
    Der eine Feind kommt immer näher,
    Das Mana - es steigt immer mehr.


    Doch dir,
    die seit Jahrzehnten schlief,
    die lange auf der Erde war,
    sei eins gesagt,
    als Warnung gar,
    Wer sehr hoch fliegt,
    der fällt auch tief.

  8. #8
    Anekdote über den Kommunismus

    Ich erinnere mich düster, meinen Dampf gegenüber Personen, die ohne Hintergrundwissen Che Guevara T-Shirts tragen, schon einmal in einer Anekdote ausgelassen zu haben, und in dem Sinne werde ich mich auch nicht mehr darüber aufregen. Heute soll es ein wenig tiefer gehen, denn der pubertäre Durchschnittsrebell stellt Marx, Guevara, Lenin, Castro und Stalin ja prinzipiell erst einmal auf eine Stufe, die Tatsache, dass diese Personen teilweise arg konträre Meinungen vertraten, vollkommen ignorierend. Immerhin steht (in den Köpfen der angesprochenen Kiddies jedenfalls) hinter allen in großen Neonbuchstaben „Kommunist“, was scheinbar heute das Non-plus-Ultra für die Alternative ist. Ironischerweise kann man das Ganze, so kommt es mir jedenfalls vor, in drei Stufen einteilen. „Die Stufen der Kommunismus-Erkenntnis“, wenn man es pseudophilosophisch in größenwahnsinnige Möchtegern-Tatsachen stopfen will. Wie immer, nicht alles so ernst nehmen, wie es sich anhört.


    1. Schritt (Viva!)
    „Mann, ich hab keine Ahnung, aber ich steh wenigstens dazu!“

    Die Anfangsdroge bei dem Großteil der Jugendlichen, die sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen, ist jene Phase, die man gut in die üblichen Pubertätsklischees einordnen kann: Der Betreffende hat da mal was gehört, hat wenige Sätze gelesen und mit Älteren einige Worte darüber geredet. Er ist sich nun vollkommen sicher, sein höchstes Ideal gefunden zu haben. DDR war gut, Stalin war gut, Faschos sind Idioten, und Revolution ist sowieso geil.

    Typische Vertreter: Das typische Che-Kiddy, der elternhassende, sich über zu niedriges Taschengeld beschwerende Rebell, „Autorität suckt!“-Punks, und Kommunisten mit original englischen Szeneklamotten, die sich eigentlich kaum jemand leisten kann, usw…


    2. Schritt
    „Wenn die Menschen damals mitgemacht hätten, hätte es funktioniert.“

    Die Person hat nun eine ordentliche Menge an Literatur konsumiert, hat realisiert, dass Stalin ruhigen Gewissens auf eine menschliche Schiene mit Hitler gestellt werden kann und hat endlich die Augen aufgemacht. Man weiß die Hintergründe, man hat das System verstanden, die Schwachstellen ebenso wie die Vorteile. Die DDR ist an dem Machtdenken der Menschen gescheitert, und allgemein ist der Kommunismus richtig, sofern die Menschen endlich ihre Gier zurückstellen. Gewiss eine vertretbare Einstellung.
    Faschisten sind immer noch Scheiße.

    Typische Vertreter: Öko-Studenten, Ärzte-Hörer, die den Humor verstanden haben, „Alternative“, Politisch Engagierte, Pseudophilosophen, usw…


    3. Schritt
    „Wird nichts. Und selbst wenn, was dann?“

    Man ist zu dem Schluss gekommen, dass der Kommunismus nicht funktionieren kann, weil er die Natur des Menschen vernachlässigt. Nach einiger weiter greifenden Literatur könnte man ihn höchstens durch technische, pädagogische oder genbiologische Maßnahmen durchsetzen. Doch selbst, wenn das geschieht, wäre das Ergebnis zweifelhaft. Alle Menschen wären gleich und würden nur für die Arbeit existieren. Sie wären im Leben für das Kollektiv zwar glücklich, aber wären sie auch noch frei? Würden das Individuum und seine Gedanken im Kollektiv nicht vollkommen untergehen? Und als letzte Frage, wäre ein solches Glück im Kollektiv, wenn es wirklich Glück ist, vertretbar? Wo ist noch der Unterschied zur Diktatur, wenn alle eine Meinung vertreten?
    Was allerdings gleich geblieben ist, und alle drei Schritte vereint, ist die Erkenntnis, das Faschos Idioten sind.


    Ich möchte einen vierten Schritt nicht ausschließen, der dritte hat mir eindeutig zu viele Fragezeichen. Das aber sind die, die ich in meinem Leben so durchgegangen bin, und die ich auch tagtäglich auf der Straße und in Gesprächen beobachten kann. Und ja, ich weiß, dass es vollkommen arrogant ist, aber das sei dahingestellt. ;P

    Ein Schlusssatz. Ich mag das Bild von Che Guevare, es ist fototechnisch ein Meisterwerk, und der Mann war tatsächlich eine verdammt interessante Person. Aber wenn man ihn „vergöttern“ will, sollte man sich seine Werke zu Gemüte führen und nicht nur die Infoblätter der regionalen Roten. Was sich dann teilweise auftut, wird den meisten die Galle in die Schuhe treten, weil die meisten ihre Ideale nun mal lieber unbefleckt sehen, statt zu einem Menschen hinaufzublicken. Und Menschen sind wir alle noch, sonst würden wir das hier nicht lesen.



    Das ist die letzte Anekdote, die ich hierherein poste, der Rest wird immer in den entsprechenden Foren kommen. Wer sich also hierüber äußern will, kann das gleich im entsprechenden Thread
    tun.

  9. #9
    "Wie immer, nicht alles so ernst nehmen, wie es sich anhört."
    - Genau so hört es sich aber an, wie eine Zusammenfassung, ein Statement, eine Diskussionsanregung. Was es aber vor allem ist, ist ein Sachtext, kein literarisches Werk, meiner Meinung nach. Humor ist durchaus da, aber zu wenig, um als Anekdote durchzugehen, literarischen Stil oder gezielte Rethorik finde ich ebensowenig.

    Aber versteh mich nicht falsch als
    Zitat Zitat von Neo
    eine Zusammenfassung, ein Statement, eine Diskussionsanregung
    ist das Ding gut und wird seinen Zweck erfüllen. Du hast die Informationen, die du vermitteln wolltest gut recherchiert und dargestellt. Und ich weiß, dass du nur an der Oberfläche kratzt und wahrscheinlich viel mehr hättest schreiben können/wollen

    Trotzdem, Cipo, hoffe ich von dir bald wieder richtige Kurzgeschichten lesen zu können. "Eine lange Nacht" war zwar schon ein guter Anfang, aber leider mehr Moral als Geschichte. An die Arbeit, marsch, marsch

    Und eigentlich kommentiere ich keine anderen Texte als Geschichten, aber ich möchte hier mal einen Anfang machen, um mehr Leser dazu zu bringen, sich Texte zumindest mal anzusehen, und etwas dazu zu schreiben. Ich finds wirklich schade, dass ab und zu super Geschichten praktisch ungelesen wieder verschwinden, und der Autor deswegen mit weiteren Werken vielleicht zögerlicher wird.
    Der zweite Grund für meinen Kommentar ist reine Schlaflosigkeit, bin also doch irgendwo ein verkappter Egoist

    Geändert von NeoInferno (19.09.2006 um 02:30 Uhr)

  10. #10

    La Cipollas Anekdote über Menschen, die noch Ideale haben

    Das Werbung nicht gerade zu den Appetithäppchen der Gesellschaft gehört, ist eine allgemein anerkannte Tatsache, aber mittlerweile hat sich meine Meinung dazu noch ein wenig weiter in den Abgrund gebogen, und am Rande sei erwähnt, dass ich nicht gerade viel Zeit vor der Glotze verbringe, ich habe nicht mal mehr einen Fernseher. Bleiben wir aber trotzdem gleich beim Thema Fernsehen, denn was man bei Gesprächen oder dem Besuch freundlich gesinnter Wohnorte so aufschnappt, reicht bei weitem für eine ausgiebige Meinungsbildung. Das Letzte, was ich vor einigen Jahren noch im TV genoss, bevor ich jenen ganz aus meiner Welt verbannt habe, waren die Musikvideos und die dazugehörige Musik. Natürlich gefiel auch mir nicht alles, aber dafür gab es neben Viva ja auch noch MTV und Onyx, falls mal überhaupt nichts mehr kam. So. Heute gibt es noch mindestens 2 andere Sender, die alle irgendwie zusammenhängen, aber je mehr ich mich über die gesteigerte Vielfalt freuen wollte, je mehr fiel mir auf, dass diese nicht im Geringsten existierte. MTV und Viva zeigen nicht nur das Gleiche (Ami-Poser-Hip Hop, Deutscher Assi-Hip Hop, Bubblegum Pop und Möchtegern Uh-Was-sind-wir-heute-wieder-rebellische-Musik.), nein, offensichtlich gehören sie auch noch zusammen. Und die anderen Sender irgendwie auch. Onyx gibt’s gar nicht mehr. In Ordnung, dieser Zustand ist nicht nur erschreckend, sondern armselig, aber das i-Tüpfelchen kam ja erst noch. Früher schaltete ich immer weg, wenn „World of Music“ oder was auch immer ihre einmaligen Super-Sonder-Spar-Angebote anpreisten, auf nur 23 CD-Sammlungen, denn ich wusste, dass nur drei oder vier Werbeclips kamen, dann ging's mit Musik weiter. Heute werde ich erstmal von der Biba-Bumse-Biene begrüßt. Lasst euch diesen Namen mal auf der Zunge zergehen. Wobei, lasst es lieber… ich musste drei Mal hinhören, bevor ich es geglaubt habe. Die nächste Station war ein animiertes Vieh, das komische Geräusche von sich gibt und auf einem imaginären Motorrad irgendwo langfährt. Toll. Platz 1 bei irgendwas, ich will gar nicht wissen, wer die anderen Plätze belegt hat. Dann ein besoffener Elch und irgendwelche leidlich niedlichen Küken, bei denen man sich wundert, dass sie vor Pseudo-Niedlichkeit noch nicht implodiert sind. Mir reichts, denn als die Werbung vorbei ist, fängt eine Sendung an, bei der sich zwei vollbusige Tussies (Das Wort triffts) verbal um einen dauergrinsenden Idioten mit dämlichem Dialekt prügeln. Wenn ich so was sehen will, zwinge ich mich halt in eine Standard-Disco. Oder ich kaufe Premiere mit Beate Uhse, da labern die Tussies wenigstens nicht soviel Unsinn, außerdem gibt’s keine Werbung.
    Gehen wir ins Kino. Dort gibt ja auch keine Werbung. Jedenfalls nicht während des Films. „Fantastic Four“ (Wieso zur Hölle haben die das eigentlich nicht übersetzt?!). Eine Comic-Verfilmung, und damit Pflicht-Programm, schließlich muss man sehen, ob sich reelle Menschen in Latex-Kostümen gut machen. „Dann gehst du ja alleine Jessica Alba ansabbern!“ (Zitat meiner „Lebensabschnitssgefährtin“ ) Hm. Gut, hässlich ist „Die Unsichtbare“ wirklich nicht, aber mit blondierten Haaren und blauen Kontaktlinsen irgendwie nicht so richtig Dark Angel. Egal. Jedenfalls wird es dunkel im Raum, und ich freue mich schon ein wenig auf die Filmvorschau, im Hinterkopf immer die Hoffnung auf einen X-Men 3 Trailer, aber natürlich erstmal die Ernüchterung, fasst hatte ich es schon verdrängt. Auch im Kino muss man „normale“ Werbung ertragen. Ich schaue zu, teilweise sehr lustige und schöne Spots, die ich im TV komplett vermisst habe, aber als die Trailer anfangen, fällt mir ganz nüchtern etwas auf. Insgesamt 11 Werbungen. Drei davon waren Zigaretten-Werbung, einmal Bacardi. 2 Werbungen waren interessanterweise Anti-Raucherwerbung, eine gegen Alkohol am Steuer. Macht insgesamt 7 Werbungen für oder gegen Drogen. Die anderen vier waren entweder Regional (Stadtmagazin usw.) oder aber „Raubkopierer sind Verbrecher – Führt die Todesstrafe wieder ein!!“ oder so ähnlich. Deprimierend. „Lucky Strikes – Für Menschen, die noch Ideale haben.“ Häh?! Rauchen ist jetzt schon zum Ideal geworden? For a better world… „Rauchen verbindet!“. Genau. So wird’s wohl sein. Wenn ich aus dem Kino komme, stopf ich mir erst mal ne Packung F6 zwischen die Zähne und labere fremde Menschen an. (Natürlich nur Laute, die ebenfalls qualmen, schließlich verbindet Rauchen!). X-Men 3 Trailer gab’s auch nicht, muss wohl am Antialkoholismus oder an der Nichtraucherei liegen. Ich sollte meinen Lebensstil überdenken. Und morgen kauf ich mir einen Fernseher, gute Nacht.

  11. #11
    Echt lustig geschrieben, Kompliment. Das erste Wort ("Das") sollte imho "Dass" sein. Aber dein Ausdruck gefällt mir sehr gut, es kommt auf jeden Fall sehr viel rüber. Weitermachen!

  12. #12
    Ah, du sprichst mir aus der Seele. Ich bin auch einer der Wenigen, die nur alle paar Monate mal einen Fernseher im laufenden Betrieb länger als fünf Minuten zu Gesicht bekommen - danach nehme ich nämlich meist reißaus. Aber eben wegen diesen langen Zeitabständen fällt mir umso deutlicher die Entwicklung des Fernsehens und der Werbung auf. Ich kann dazu nur eines sagen: Brot und Spiele.
    Na dann!

  13. #13
    die idee ist ja recht niedlich. so mit dem kartenhaus und der wichtigen karte und dem ding dahinter... bla bla bla. darum gehts mir sowieso nicht, unwichtige details. was mir besonders ätzend ins auge fällt ist der letzte satz (bei der geschichte davor übrigens auch) - da ist die luft raus (gut, vorher war der ballon auch nicht echt aufgepustet) und du willst nur auf diesen karma-welt-seelen-moment hinaus. gefällt mir gar nicht. dieser poetische scheiss bringt nichts richtig rüber bzw. will für mich nichts interessantes rüberbringen. nichts, wo ich BOAH EY sagen würde. und wir erinnern uns: ohne BOAH EY ist das alles ein wenig überflüssig.

    vielleicht solltest du mal mehr ... mh.. anders denken. umdenken, neue ideen bringen und nicht sowas ödes.

  14. #14
    Hmm, die Überschrift passt nicht ganz zum Text.

    Inhaltlich: Muss ich zustimmen. Aber wer sich MTV oder Viva oder sonst nen Musiksender antut, ist selber schuld (sowohl werbung, als auch "Programm"). Obwohl die Werbung auf anderen Sendern auch nicht viel besser ist.

    Zitat Zitat
    „Fantastic Four“ (Wieso zur Hölle haben die das eigentlich nicht übersetzt?!).
    Du sprichst mir aus der Seele.

  15. #15
    *Hmm, lange nichts geschrieben*

    Also, erstmal SUPI, gefällt mir. Mit der Werbung hast du recht, nichts geht einem so auf den Zeiger wie gelbe Küken und ein Pseudofrosch der auf einem imaginären Motorrad fährt.
    Aber"Ami-Poser Hip Hop" ist doch etwas übertrieben.*50Centlauterdreh*obwohl da inzwischen auch schon Klingeltöne von gemacht werden. Geschmacklos, geradezu ekelhaft!

  16. #16
    Netter Text ^^
    Btw heißt das Vieh afaik Partybiene... die Bi Ba Bumsebiene ist ne Verarsche 8(
    http://www.ballz.de/toons/bibabumsebiene.html
    <__<

    Zitat Zitat
    .*50Centlauterdreh*

    Wenn 50cent mal nicht der absolute Standard-Mainstream Hip Hop ist ~~'
    Wobei ich mich mit sowas ja eh ned auskenne

  17. #17
    Hi,
    Sorry, ich finde den Text nicht wirklich lustig. Der Sarkasmus köchelt auf Sparflamme und die Intention ist für einen halbwegs medienkritischen Menschen nicht neu. Im Gegenteil: Jeder hatte vermutlich mal solche Gedanken, vielleicht sogar in genau der Form (weswegen es mir alles so alltäglich und gewöhnlich vorkommt, was eher zu einem Sachtext als zu einem Essay passt), es lohnt sich aber nicht, *so* einen Essay darüber zu schreiben - ein richtig guter Essay kann aus diesem Thema aber in der Tat entstehen, wenn mans denn richtig macht.

  18. #18
    Die Idee ist ja nicht schlecht, aber die Ausführung finde ich etwas mangelhaft. Das Ganze wirkt einfach zu~ sehr wie ein schlichtes...na ja, Brainstorming... Da fragt man sich, wo der RICHTIGE Text bleibt. Nichts für ungut, ich glaube nämlich, dass du es besser könntest.

  19. #19
    Es gibt ein Phänomen, welches so aussieht, dass erst sobald ein "mutiger" User in einem Thread eine kritische Meinung schreibt, auch andere sich trauen und plötzlich die positiven Antworten spärlicher werden. Müsst ihr mal drauf achten.

    Die Stelle in der bemängelt wird, dass im Kino sowohl pro- als auch anti-Raucher Spots gezeigt werden, gefällt mir. Aber der Rest ist ein wenig ... schonmal da gewesen. Ich mein MTVIVA ist schon seit geraumer Zeit (oder war vielleicht schon immer?) eine Gruppe schlechter Sender, da haben sich schon viele vor dir ausgekotzt. Des Weiteren wirkt der Stil imo künstlich. Überdenk noch einmal, ob das wirklich dein Genre ist. ^^

  20. #20
    Zitat Zitat von Stan
    Es gibt ein Phänomen, welches so aussieht, dass erst sobald ein "mutiger" User in einem Thread eine kritische Meinung schreibt, auch andere sich trauen und plötzlich die positiven Antworten spärlicher werden. Müsst ihr mal drauf achten.
    Ich weiß nicht, ob das wirklich so ist, aber ich kann dir sagen, dass ich garantiert nicht darauf gewartet habe, mich ins Fahrwasser der Kritik zu schmeißen

    Ich finde einfach bloß, dass das Ganze zu sehr eine Aufeinanderfolge von mehr oder weniger losen Gedanken ist -und das macht einfach noch keinen guten Text aus, egal wie gut die Intention dahinter auch sein mag.

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