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Schwertmeister
Es ist da Chapter 4*fg*
So gud Kind will Keile haben oder so??? Sagte mal ein Freund von mir also hier is das 4 Kapitel. BTW diesesmal wurde mal jemand anderst bestraft meine Fehler auszubessern mal sehen ob es euch auf fällt.
Kapitel IV
Nach diesen Ereignissen sah ich Franziska einige Tage nicht. Mein Vater ließ mich in der Schreinerei so hart schuften, wie noch nie. Abends fiel ich nur noch erschöpft in mein Bett und schlief. Ich denke, er nahm es mir übel, dass ich am Abend des Festes so spät heim gekommen war. Er sagte zu mir an dem Abend, dass er aufgestanden war, weil er unbedingt seinen Nachttopf leeren musste, der voll war, doch ich wusste es besser. Er war aufgeblieben, um zu überprüfen, wann ich heim gekommen war. Kein Wort hatte er darüber verloren, dass es so spät war, aber ich kannte ihn schließlich – er war mein Vater. Er strafte mich, indem er mich härter arbeiten ließ. Es hieß zwar, es sei nicht schwerer oder mehr als sonst, aber meine Erschöpfung an jedem Abend sprach da eine ganz andere Sprache.
Jedoch gab es einen Lichtblick, denn endlich war der Sonntag gekommen, an dem es keine Arbeit gab. Das bedeutete zwar, morgens in die Kirche zum Gottesdienst gehen zu müssen, aber glücklicherweise und zur Abwechselung nicht in die Schreinerei. An diesen Gedanken hatte ich mich geklammert während der harten Arbeit.
Die Kirchenglocken begannen zu läuten und somit aufzurufen, dem Gottesdienst beizuwohnen, als wir gerade vor der Kirche standen. Die Kirche war das höchste Gebäude in unserem kleinen Dorf und ebenso war sie ein Gebäude, das sich vom restlichen Dorf abhob. Sie war gemauert aus sowohl größeren als auch kleineren Steinblöcken und das Dach war gedeckt mit gebrannten Tonziegeln. Ihr Turm war ungefähr doppelt so groß wie die meisten Häuser im Dorf. Das große Eingangsportal war aus dunklem Holz gefertigt, höchstwahrscheinlich Buche oder etwas Ähnliches. An der Innenseite des Eingansportals war ein schwerer Eiserner Riegel der die Kirche über Nacht verschlossen hielt.
Wir schritten durch das Portal und betraten somit das Innere der Kirche. Vom Eingang aus konnte man schon alles überblicken. Wenn man den Blick nach vorne richtete sah man gleich den steinernen Altar und das hölzerne Kreuz dahinter. Links und rechts des Mittelgangs waren 5 Bankreihen angeordnet, gut 50 Personen konnten darauf Platz finden. Doch die beiden vorderen Bänke waren immer für besonderen Besuch und natürlich unseren Reichen Mitbürger reserviert.
Einige Dörfler saßen schon auf den Bänken, andere fanden sich jetzt, nachdem die Glocken läuteten, auf den Bänken ein.
Wir setzten uns und warteten darauf dass der Gottesdienst begann. Mit der Zeit füllte sich auch die Kirche und wenig später erklangen die ersten Orgeltöne. Wir waren eine arme Gemeinde doch dadurch dass wir immer für unsere Kirche Geld spendeten, und nicht zuletzt dank des Schreinereibesitzers der sowohl seine Beziehungen als auch seine Geldbörse hat spielen lassen, konnten wir uns eine Orgel leisten, auf welche die gesamte Gemeinde stolz war.
Der Pfarrer betrat das Kirchenschiff und schritt langsam zum Altar auf dem ein mächtiges Buch thronte. Die Bibel. Es war eine riesige Bibel mit schön beschriebenen Pergamentseiten und einem kunstvoll verzierten Ledereinband. Ich wollte selbst einmal aus so einer Bibel, vor einer Gemeinde predigen. Als ich meinen Blick suchend durch alle Bankreihen gleiten ließ, musste ich feststellen, dass weder Franziska noch jemand aus ihrer Familie hier war, jedoch unser - wie man sagen konnte - Ehrenbürger, in der Ersten Reihe auf seinem privat Platz, mit seiner Frau und seiner Tochter.
Diese Tatsache, dass Franziska nicht hier war, lag sicherlich an ihrem Vater der dieses ganze Geschwafel von Gott, Jesus und Bibel, wie er es nannte, als Humbug abstempelte. Der Pfarrer hob die Bibel hoch und las eine Passage aus ihr vor. Aber ich schenkte ihm kaum Gehör, da meine Gedanken nur um Franziska kreisten. Es war glaube ich eine Passage über Jesus Christus oder doch etwas anderes ich konnte es nicht wirklich sagen. So unaufmerksam wie an diesem Tag war ich in der Kirche bisher noch nie gewesen.
Selbst eine gute Stunde später, als es vorbei war, hatte ich kein Wort mitbekommen und war immer noch in Gedanken versunken. Ich befand mich in einer Art Trancezustand. Erst als mir mein Vater seinen Ellbogen in die Seite rammte, kam ich wieder zu mir.
Mit einem schmerzverzerrten Gesicht stand ich auf, und machte ihm Platz. Ich war ihm sehr peinlich gewesen, denn wie ich später mit bekam hatte er auf mich eingeredet, dass ich doch aufstehen sollte, weil die Leute schon komisch her sahen. Für eine andere Familie blockierte ich ebenso den Weg aus der Kirche heraus. Hurtig sprang ich auf und machte allen Platz. Mein Vater sah mich, als er an mir vorbei schritt, grimmig an.
Vor der Kirche trennten sich dann die Wege, meine Eltern machten sich auf den Heimweg, ich jedoch wollte noch nicht nach hause. Ich stieg erneut auf den Hügel, auf dem ich das Fest mit Franziska genossen hatte. Am Tage war dieser Ort noch schöner. Das saftige, grüne Gras, in dem ich lag und der blaue Himmel, an dem einige weiße Wolken hingen. Auch das Wetter war optimal, es war warm, aber es gab ebenso eine frische Brise. Wie an jenem Tage legte ich mich auch an diesem Tag ins Gras und schaute in den Himmel. Es dauerte keine fünf Minuten bis ich wieder in meinen Gedanken versunken war.
In meinen Tagträumen erlebte ich den Tag des Sommerfestes noch einmal. Ich sah wirklich alles vor mir, der Streit mit Franziskas Vater, ihr bezaubernder Auftritt, meine ersten Versuche auf der Tanzfläche und die Zweisamkeit auf genau diesem Hügel, in diesem Gras, in dem ich auch heute lag. Doch diese Träume konnten sich leider nicht mit der Realität messen. Zwar konnte ich versuchen, mir das Gefühl ihrer Nähe vorzustellen, aber es war eben nur eine Vorstellung.
Versunken in meine Tagträume, merkte ich nicht, wie sich jemand von hinten an mich heran schlich.
Die Person war direkt hinter mir, ich hätte sie sicher atmen oder sich heran schleichen hören können, hätte ich mich noch auf etwas anderes als meine Träume konzentriert.
Während die Person näher an mich heran kam, wechselte ich aus meiner liegenden Lage im frischen Gras in den Schneidersitz und selbst dabei bemerkte ich rein gar nichts.
Langsam und behutsam griff die Person mit ihren Händen nach vorne und legte dann ihre Handflächen auf meine Augen. Es wunderte mich damals, dass ich von den Händen nicht ruckartig nach hinten gerissen wurde oder dergleichen. Die Hände ruhten zärtlich und sanft über meinen Augen, so, dass ich nichts sehen konnte.
Ich erfühlte die Hände ein wenig, sie waren glatt und geschmeidig und im Gegensatz zu den meinen klein und zierlich. Das musste bedeuten, dass sie von einer Frau oder von einem Mädchen waren. Das engte den Kreis der Leute ein, die sich hinter der unbekannten Person hätten verbergen können, schwer ein. Um genau zu sein…Mir fiel nur eine einzige Person ein, der diese Hände gehören konnten.
„Franziska!?“, fragte ich verwirrt und drehte mich herum, doch ich öffnete meine Augen immer noch nicht.
Ich erhielt keine Antwort, aber ich merkte wie sie näher an mich heran kam. Meine Augen hielt ich immer noch verschlossen, da berührte sie mich. Nein das war keine Berührung, das war ein Kuss. Es konnte nur Franziska sein. Ich erwiderte ihren zärtlichen Kuss, der ein wunderbares Gefühl der Wärme spüren ließ, öffnete danach die Augen und blickte in ihr wunderhübsches Gesicht. Ich hatte mich doch nicht getäuscht - es war Franziska gewesen.
„Seit wann bist du hier oben?“, fragte ich sie. „Schon den ganzen Morgen!“, kam es zurück. „Ich musste heute früh noch in den Gottesdienst!“, meinte ich und lehnte mich an sie. Meinen Kopf legte ich auf ihre Schulter. „Seit dem Fest war ich sehr oft hier oben. Ich hatte gehofft dich auch einmal hier anzutreffen, doch bis heute war das ja nicht der Fall, meinte sie ein wenig betrübt“ „Das lag an meinem Vater. Er nimmt es mir schwer übel, dass ich am Festabend so spät Heim gekommen war. Dafür lässt er mich schuften und schuften bis ich fast umfalle. Jeden Abend bin ich so fertig, dass ich nur noch in mein Bett falle und schlafe, so hart nimmt er mich ran“, meinte ich seufzend. „Und das alles nur wegen mir?!“, auch sie seufzte leise.
Eigentlich wollte ich ihr das ausreden und sagen: Nein, ich bin schon selbst daran Schuld. Doch mir fiel etwas Besseres ein. Ich nahm sie in den Arm und meinte: „Du bist mir den ganzen Stress allemal wert!“ Und dann küsste ich sie zum ersten Mal.
Dieser Kuss hielt eine Ewigkeit an, und ich dachte fast schon, wir würden es nie schaffen uns wieder voneinander zu lösen. Selbst als sich unsere Lippen wieder voneinander entfernten, blieben wir noch eine ganze Weile in unserer Umarmung verharrend.
Die Zeit verstrich und wir lagen uns in den Armen, küssten uns, oder sahen uns schweigend an. Doch dies war kein unangenehmes Schweigen. Ich genoss diese Momente, vor allem da ich wusste, wie anstrengend und arbeitsreich die nächste Woche unter meinem Vater werden würde. Er hatte es sicher nicht vergessen, dass ich tranceartig in der Kirchenbank saß. Ich wusste genau, dass dies noch ein Nachspiel haben würde. Ein schweißtreibendes und mörderisches Nachspiel.
Nachdem wir lange Zeit gekuschelt und uns geküsst hatten, lagen wir beide nebeneinander im Gras und hielten uns nur an den Händen, während wir in den fast wolkenlosen Himmel schauten.
Ich wollte nicht mehr herumliegen, ich musste etwas tun, ich musste mich bewegen. „Gehen wir ein wenig spazieren?“, fragte ich sie und richtete mich auf. „Ja, klar. Ein wenig die Beine vertreten. Das klingt gut“ meinte sie und sprang förmlich auf. „Wo sollen wir denn hin gehen?“, fragte ich sie diesmal. „Wie wäre es durch den kleinen Wald und ein paar Pilze sammeln. Meine Eltern würden sich sicher darüber freuen“, meinte sie, mich anlächelnd. Ich nickte und nahm ihre Hand.
Der kleine Wald, lag etwas hinter der Quelle und erstreckte sich bis zu dem Anwesen. Wie ich mal gehört hatte, wurde, um das Anwesen zu bauen, ein Teil des Waldes gerodet, einige Bäume dienten als Baumaterial und andere landeten bei mir und Vater im Holzlager.
Ich war noch nicht oft dort gewesen, denn es hieße es gebe dort Wildschweine und Wölfe. Doch ich hatte ebenfalls noch nie von einem Übergriff auf Dörfler gehört, deshalb ging ich dann auch mit ihr dort hinein. Wir gingen in den Wald herrein und blieben kurz stehn. Um uns herum ragten riesige Eichen, Buchen und was es sonst noch so alles gab. Wir gingen noch ein kleines Stück tiefer in den Wald und sammelten dort die Pilze. Auf dem bemoosten Waldboden fand man mehr als genug Pilze und zum Glück kannte sie sich mit Pilzen aus, ich hätte einen essbaren nicht von einem giftigen Pilz unterscheiden können.
So liefen wir Hand in Hand durch den Wald und sammelten Pilze. Doch tief traute ich mich nicht mit ihr in den Wald hinein, denn ich wollte nicht das sie die erste sei die in diesem Wald durch ein wildes Tier zu Tode kommt.
Bald hatten wir auch schon eine beachtliche Menge an Pilzen zusammen, zudem waren wir müde geworden und die Sonne berührte auch schon fast den Horizont. „Ich denke, ich sollte dich jetzt besser wieder heim bringen, unsere Eltern werden sich auch langsam fragen wo wir bleiben“, meinte ich. „Ich glaube du hast Recht. Lass uns umdrehen und kurz zu mir gehen.“
Gesagt, getan. Wir gingen zu ihr nach Hause und ausnahmsweise war ihr Vater nicht da. Wir betraten zuerst die Küche, die auch mit Ausnahme des Flurs der einzige Raum in diesem Haus war, den ich kannte, wo ich dann auch die Pilze los wurde die ich irgendwie in meinem Hemd vom Wald bis hier her getragen hatte.
Eigentlich hatte ich vor, sofort wieder zu gehen, da es sonst sicher wieder Ärger mit meinem Vater geben würde, aber dann begann sie zu reden: „Magst du vielleicht meine Mutter kennen lernen? Bisher kennst du ja auch nur meinen Vater.“ Da hatte sie recht, ihre Mutter hatte ich auch noch nie gesehen, weder im Dorf noch hier und dann überkam mich die Neugier. Ich wollte unbedingt wissen, wie ihre Mutter aussah. Die Frau, die eine so hübsche und wundervolle Tochter zur Welt gebracht hatte. „Ja ich würde sie gerne einmal kennen lernen“, meinte ich.
Das Haus ihrer Eltern war nicht besonders groß, hatte aber ein 2. Stockwerk. Zum wohl kleinsten Raum im 2. Stock, und sicher auch im ganzen Haus, führte sie mich. In dem Raum gab es nur ein Bett und einen Nachttisch mit fast abgebrannter Kerze. Die Wände waren so dicht zusammen, dass gerade das Bett im Raum Platz fand. Man würde hier sicher sehr leicht Platzangst bekommen. Im Bett lag eine dürre, bleiche Gestallt, die schwer atmete. Dies war Franziskas Mutter.
Sie hatte langes strohblondes Haar, das zerzaust im Bett lag und sie hatte dieselben hübschen Augen wie sie ihre Tochter hatte. Sie schien Schmerzen zu haben, große Schmerzen, da sie öfter ihr Gesicht verkrampfte.
„Hallo Mutter, schau mal, du hast Besuch bekommen“, meinte Franziska zu ihr. „Wer… ist… das?“, fragte ihre Mutter leise und schwach. Ihr schien selbst zum sprechen die Kraft zu fehlen. Jedes ihrer Worte war eine Qual für sie. „Das ist Raphael, ein Junge aus dem Dorf, er war mit mir auf dem Sommerfest!“, antwortete sie ihrer Mutter.
„Aha… komm setz dich… zu mir mein Junge!“, sagte sie. Ich tat, was sie wollte, ich setzte mich vor ihrem Bett auf den Boden. Sie begann mich zu mustern, von oben bis unten und wieder nach oben. „Da hast… du aber… einen kräftigen… und hübschen… Freund… gefunden!“, sagte sie hustend. Doch trotz ihres Hustens, was ihr scheinbar sehr wehtat, lächelte sie mich an.
Franziska wurde leicht rot im Gesicht. Sie setzte sich an das Bett ihrer Mutter und nahm einen Lappen von der Stirn ihrer Mutter. Den Lappen tauchte sie in einen Kübel mit Wasser. Dann nahm sie ihn wieder heraus wrang in aus und legte ihn wieder ihrer Mutter auf die Stirn. Ihre Mutter musste wohl Fieber haben, weshalb der Lappen ihren Kopf kühlen sollte.
„Wir werden dich jetzt besser wieder alleine lassen. Schlaf ein bisschen, dann geht es dir sicher schon bald viel besser“, meinte Franziska behutsam und ruhig. „Ja, mein Kind!“, kam es gequält zurück.
Franziska hatte mich aus dem Zimmer gezogen und schloss die Tür. Während ihr Tränen über ihr Gesicht liefen, meinte sie mit weinerlicher Stimme: „Meine Mutter ist schon seit einigen Jahren schwer krank. Niemand konnte bisher feststellen woran sie leidet. Und jetzt hat sie auch noch hohes Fieber bekommen. Wenn das Fieber nicht zurückgeht, wird sie vielleicht sogar…!“ Den Rest schluckte sie hinunter.
Es liefen ihr einige Tränen über ihr Gesicht. Liebevoll nahm ich sie, um sie zu trösten in den Arm. Langsam strich ich ihr übers Haar und wischte ihr mit meinem Finger die Tränen aus den Augen. Mir fiel einfach nichts ein, was ich ihr hätte sagen können, da mich das völlig unerwartet traf, also versuchte ich sie durch meine Nähe zu beruhigen.
Sie hatte auf gehört zu weinen, schluchzte aber noch. „Es tut mir Leid! Ich wollte nicht in deiner Gegenwart in Tränen ausbrechen. Verzeih mir“, meinte sie immer noch ziemlich schwer mitgenommen.
„Ich verstehe dich. Ich denke, ich hätte selbst nicht anders reagiert. Das ist doch ganz normal!“, meinte ich sanft zu ihr. Ich zog sie dichter an mich und legte meinen Kopf auf ihre Schulter, um zu verbergen, dass nun auch mir einige Tränen übers Gesicht liefen. Diese Geschichte von ihrer Mutter hatte mich nun auch mitgenommen. Ich tröstete Franziska noch eine halbe Ewigkeit bevor ich sie dann verließ und nach Hause ging. Natürlich war ich wieder einmal viel zu spät. Und ebenfalls selbstverständlich bekam ich die Wut meines Vater darüber die Tage darauf in der Schreinerei zu spüren.
Geändert von Enishi (25.11.2004 um 15:49 Uhr)
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