Ein brennender Schmerz durchfuhr Aylen, dann wurde ihr schwarz vor Augen.
Wer waren die Soldaten die plötzlich im Gang standen?
Wie waren sie dort hingekommen?
Unwichtig.
Der Mörder ihres Vaters saß dort in einem der Räume.
Verhöhnte sie ob ihrer Leichtgläubigkeit.

Die Dunkelheit umpfing sie wie ein Geschenk der Ruhe.
Stille.
Einsamkeit in ihren innersten Winkeln der Seele.
Dem Unterbewusstsein näher als jeh zuvor.
und der Vergangenheit.
Eine leiste Stimme rief ihren Namen. Sie kam von überall und nirgendwo.
Wurde mal deutlich, mal unverständlich.
Aylen wusste was sie sagte. Was sie meinte.
Es waren keine Worte nötig.
"Beruhige dich. Blinde Wut schadet nur."
Es waren die Worte die ihr Vater einst oft zu ihr gesagt hatte, als sie wütend auf die Controller schlug, als sie den Gleiter in der Flugsymulation wiedereinmal zerstört hatte.
Am Flugsymulator hatte ihr vater ihr das Fliegen beigebracht.
Zu der Zeit hatte sie oftmals verzweifelt etwas zur seite egschmissen wenn es nicht klappte wie sie wollte.
Oder aber sie hatte einen Wutausbruch bekommen.
Ihr Vater hatte ihr gezeigt wie sie ihre Gefühle unter Kontrolle brachte.
Aber mit den Jahren hatte sie eine Maske aufgebaut.
Eine Maske die nach dem Verlust der einzigen geliebten Person verstärkte.
Undurchdringbar wurde.
Erst Griff hatte sie etwas zum Bröckeln bringen können.
Diese Mauer aus Eis, die sie umgab.
"Beruhige dich und denke nach."

Ein totes Licht drang unförmig zu ihr durch.
Ihr Koipf schmerzte und in den Gelenken brannte der Schmerz noch immer leicht nach. Doch irgendwie war dieser Schmerz schon wieder angenehm.
Er bewies das sie noch lebte.
Das Licht formte sich zu einer Neonröhre.
Hoch oben an einer Decke aus grauem Metall.
Aylen lag auf dem Boden. Und sie blieb noch einige Zeit liegen, fasste sich lediglich an den Kopf, bevor sie sich aufsetzte.
Das graue metall zog sich an den Wänden fort.
Ein kurzer Blick zu den Seiten bestätigte.
Sie saß in einer Zelle.
War allein.
Man hatte ihr das Messer abgenommen.
Mit betrübten Gedanken lehnte sie sich an eine der identischen Wände.
Eine Tür war nicht auszumachen.
Sie zog die Beine an und legte den Kopf auf die Knie.
Mit halb geschlossenen Augen versuchte sie die vergangenen Ereignisse Revue passieren zu lassen.
Aber etwas störte.
Ein süßlicher Geruch.
Undefinierbar.
Blut?