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Thema: Das Projekt der kreativen Leute

Baum-Darstellung

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  1. #14
    Azrael saß nun wieder alleine im dunkeln. Seine Kabine konnte er momentan nicht aufsuchen, da sämtliche Korridore dicht gemacht worden waren, und der Weg nicht begehbar war. Deshalb hatte er sich in einer art größeren Besenkammer bequem gemacht. Er brauchte ein wenig Ruhe. Er war noch ein wenig gestresst, und konnte die momentane Lage nicht einfach betrauern wie die anderen.

    Nachdem sie Griff in eine Kabine gebracht hatten, und dort ein provisorisches Lager errichtet hatten, verfiel alles in eine bedrückte Stimmung. Aylen saß auf einem Hocker neben dem Bett. Und Slavik stumm in der Ecke auf einer verrosteten Metallbox. Und irgendwo dazwischen kroch Wipper rum. Azrael wollte sich das sinnlose rumsitzen nicht mehr an tun. Stumm verschwand er. Er war sich sicher, dass keiner der beiden sein davonschleichen bemerkt hatte. Griff war in ein Koma gefallen. Aylen sah sehr besorgt aus. Griff ist knapp in die Luft geflogen….

    Irritiert fasste sich Azrael an den Kopf. Dabei kniff er die Augen zusammen. „Was mache ich hier?“, fragte sich Azrael. Wieso machte er sich Sorgen über das Leid dieser Leute? Er scherte sich doch auch bisher um keine Menschenseele. Doch warum jetzt? Dabei kannte er sie abgesehen von Slavik Doch gar nicht. Und selbst mit ihm verband er nicht mehr als tote Erinnerungen. Dennoch konnte er nicht aufhören darüber nachzudenken. Azraels Gedanken streiften um dieses Thema, wie ein Hai um seine Beute. Doch riss ihn ein Piepen aus den Gedanken, das er zur genüge kannte. Er schaute auf seine Armschiene. Ein türkis gefärbter leuchtender Punkt machte auf sich aufmerksam. Azrael drückte auf einen Knopf und starrte auf das Licht. Dieses formte ein 3dimensionales Bild. Langsam, jedoch immer schneller werdend zogen sich viele kleine Polygone und formten ein Bild. Es war das Bild eines Mannes. Er trug kleine runde Gläser, die ihm leicht von der Knollnase gerutscht worden war. Seine Haare waren grau und leicht gelockt. Eine Stimme wie die eines Anwalts erklang: „Hey altes Haus, wie geht’s dir?“ Es war eine art Frage Antwort Spiel. Deshalb reagierte Azrael wie gewohnt: „Lebe. Was hast du?“ Während sich der angesprochene die Brille hochschob fing er philosophisch an: „Nun, die ASR hat die Überweisung für deinen letzten Job getan. Dazu kommen noch ein paar weitere Einzahlungen. Die Herkunft von privat Menschen und einem aus der CORP. Grund sind die vier Kopfgelder die du eingesackt hast.“ Die Brille rutsche wieder langsam nach unten. Gelangweilt verfolgte Azrael diesen Vorgang. „Zu den Ausgaben. Neben deiner Ausgabe für mich als Manager“, während dieser Worte breitete sich ein Grinsen auf das des Knollnasigen Mannes aus. „und eine Geldstrafe einer Verleihfirma für kleine Gleiter. Anscheinend hast du vergessen den Gleiter zurückzubringen. Aber keine Sorge, das hab ich geregelt.“ Azrael nickte nur stumm. Auch wenn sein gegenüber das nicht sehen konnte, schien er es zu erahnen. „Das war es von meiner Seite aus. Brauchst du noch was?“ Azrael überlegte kurz, ob es sinnvoll diese Order jetzt schon zu äußern. „Ja Geese. Ich brauch ein paar Sachen. Ich musste einige Sachen zurücklassen. Schick mir eine Liste deines Lagerbestandes, ein update der Steckbriefe und Aufträge.“ „Alles?“ „Nein, noch die Zusammenfassung der Nachrichten der letzten 7 Tagen geordnet nach der Stärke wie sie die CORP betreffen.“ Azrael wartete. Geese verschwand solange vom Schirm. Geese war sein Kontakt zur Außenwelt. Er hatte seine Finger überall drin. Und wenn der Preis stimmte konnte er alles heranschaffen. Dazu kam, dass man seine Loyalität kaufen konnte, wenn man das nötige Kleingeld hatte. Und Azrael hatte. Geese wusste, dass Azrael immer mehr zahlen würde, doch wusste er auch, dass wenn er ihn verraten würde nicht mehr lange leben würde, um das Geld genießen. Während Geese immer noch die Listen aktualisierte las sich Azrael die Schlagzeilen durch. „… CORP AGENTEN verhindern Anschlag der ASR…. Großbrand in einer Lagerhalle auf Corp-Gelände, Brandanschlag?…Aufstrebender Mann der CORP ermordet…. Gipfeltreffen der CORP auf geheimer Raumstation…“ „Wohl nicht so geheim, wenn es hier steht“, dachte Azrael genervt. „Bau des neuen Gates vollendet. Testphase abgeschlossen. CORP feierte große Einweihung…“ Das war interessanter. Die Gates sollen die zwei bekannte Galaxie verbinden. Es wird in jeder Umlaufbahn eines Planeten eins geben, die alle zu den zwei Main Gates führen. Von dort aus kann man innerhalb von Minuten zu jedem beliebigen Planeten reisen. Alles unter der Aufsicht der CORP. Das wird nicht nur ein nützliches Werkzeug der Kontrolle, sonder so kann die CORP ihre verstreuten Truppen innerhalb von Tagen, wenn nicht Stunden bewegen und konzentrieren. „Ok, bin soweit. Ich schicke dir die Daten auf einen Screen.“ Die Projektion erweiterte sich. Eine große Anzeigentafel flimmerte nun in der Luft, und zeigte verschiedene Sachen auf einmal. Unter den Steckbriefen fand er natürlich auch seine eigenen. Denn es gab so viele Zeichnungen von ihm, von denen sich keine glich. Und ihm nicht annähernd ähnelte. Auch waren sie nicht auf seinen Namen. Sie waren alle samt namenlos. Auf einer Zeichnung entdeckte er sich selber als Frau. Dann ließ Azrael kurzer Hand alle Steckbrief löschen, die ihn betrafen. Dann ließ er noch mal die einspielen, die höhere Summen einbrachten. Er legte einige Steckriefe ab, indem er sie speicherte, von denen er meinte den gesuchten mal zu begegnen. Dann öffnete er seine Aufträge, geordnet nach Auftraggeber. Von der ASR gab es nur „Standart“ Aufträge. Das bedeutete, dass diese Aufträge an diverse Agenten der ASR vergeben worden sind. Azrael ließ sie sich nur von Geese „Organisieren“ um auf dem laufenden zu bleiben. Dann ging er schnell die Nachrichten durch, die von neutralen Auftraggebern stammten, sprich privat Personen. Meistens rentierten sich diese Jobs nicht. Doch das war hier kein meistens. Denn jetzt vielen ihm drei Aufträge auf, die einen ähnlichen Betreff hatten. „W.G., Grayanus, und W. Grayanus.“ Azrael öffnete alle drei. Erstaunlicher Weise waren auch die Inhalte sehr ähnlich. In dem von der ASR ging es darum eine Agentin unter allen Umständen zu bergen und zum nächsten Stützpunkt zu bringen. Es gab natürlich dafür keine Entschädigung. In dem von der CORP war der Wortlaut ähnlich. Und es wurde ein Entgeld versprochen. Die Summe war nicht übel. Dann gab es noch die Nachricht des privat Manns. Hierbei handelte es sich um einen dramatisch formulierten Brief, eines Anonymen Absenders. Doch musste dieser Wohlhabend sein, denn sein ausgesetzter Betrag überstieg noch mal den der CORP. Und das war nun wirklich außergewöhnlich. Doch anhand der verschiedenen Informationen konnte Azrael lesen, dass der Aufenthaltsort von W.G. ungewiss war. Der letzte Kontakt war nach Angaben der ASR nicht unbedingt in der Nähe von Azraels aktuellem Standort… Geese Stimme ertönte. „Jaja, dieses Grayanus Mädchen. Sie ist wohl das begehrteste Mädchen in dieser ganzen verdammten Galaxie. Und ich hab deine Sachen, wohin soll ich sie schicken?“ Azrael zögerte. Er war sich nicht ganz sicher. „Ich hol sie ab. Halt sie bereit. Es könnte sein das ich schnell wieder weg muss.“ Geese lachte: „Also wie immer…“ Dann unterbrach Azrael die Verbindung. Das war genug fürs erste. Langsam erhob sich Azrael. Erst jetzt bemerkte er wie unbequem seine Sitzhaltung war. Sei Rücken verspürte ein stilles Ziehen. Dennoch beschloss er zu dem Raum zu gehen, den er erst vor kurzem Verlassen hatte. Während er den Gang entlang ging, sah er durch die Decke. Sie war durchsichtig. Entweder handelte es sich um projektzierende Beschichtung, die ein künstliches Bild der Umgebung schafften, oder um echte Scheiben. Jedenfalls sah Azrael ein Kugelförmiges Schiff, das sich langsam näherte. Näherte es sich? Nein, es glitt. So war es lautlos. Azrael hatte einen leisen Verdacht, wer da ankam. „Verflucht“, fuhr es ihm durch den Kopf. Wenn er Recht hatte, dann hatten er ein riesiges Problem. Von dem der anderen gar nicht zu sprechen. Deshalb drehte Azrael auf der Stelle um und sprintete in Richtung Hangar. Er konnte nur hoffen, dass der Weg unbeschädigt war. Und als wären seine Gebete erhört worden, gelang es ihm ohne weitere Probleme den Hangar zu erreichen. Dort waren vier kleinen Jagdmaschinen und ein Transporter, der seine aktiven Tage schon lange hinter sich hatte. Azrael öffnete die Luke des Schiffes, das ihm am flugfähigsten vorkam. Einer der kleinen Jäger. Das Armaturenbrett fuhr langsam hoch. Einige Knöpfe fingen an zu leuchten, und hier und da piepte es. Azrael hatte nicht den leisten Schimmer wofür jeder einzelne Knopf war, doch für sein Vorhaben wusste er genug. Denn das Grundprinzip des Lenkens war bei fast allen Schiffen gleich. Doch wie sollte er das Schiff hier rausbekommen? Das Tor konnte er unmöglich von allein öffnen. Und es beschießen in der Hoffnung, dass es aufspringt Reine Zeitverschwendung. Zum einem wusste Azrael nicht wie man die Bordwaffen lädt, noch wie man sie scharf macht. Hinzu kommt, dass die Bordbewaffnung wohl kaum ausreichen würde dieses massive Tor aufzukriegen. Stattdessen kam Azrael eine andere Idee. Über ihm war ein Lüftungsgitter. Es war so vergittert, das kein Schiff durchdringen könnte…„Kein Schiff?“, überlegte Azrael kurz, dann zog er einen roten Hebel über sich. Daraufhin explodierte das Cockpit und sprengte vom Rest des Schiffes ab. Es ging steil aufwärts. Direkt Richtung Lüftungsgitter. Azrael merkte, wie die schnauze der Rettungskapsel das Gitter streifte und scheppernd abriss. Die Folge war, dass die Kapsel sich nun wie in einer Achterbahn unkontrolliert drehte. Azrael verlor die Orientierung. Doch führte ihn die Lüftungsanlage dahin, wo er hin wollte. Sie zog ihn durch das Innere des Schiffes. Bis zu einer Stelle, die undicht war. Und genau dort, wurde die Kapsel samt Azrael hinausgezogen in die weiten des Weltraumes. Natürlich reichte weder der Treibstoff, noch der Sauerstoff Vorrat lang genug um den nächsten Planeten zu erreichen. Aber da hatte er auch nicht vor gehabt. Sein Vorhaben war geglückt, denn das fremde Schiff wurde auf ihn aufmerksam.

    Es steuerte langsam über ihn, und unten öffnete sich eine Luke. Blaues Licht kam heraus und umfasste die Kapsel durch die Scheiben sah er wie er langsam in das Innere des Schiffes gezogen wurde. Schließlich schloss sich die Luke unter ihm. Es war völlig dunkel, als plötzlich eine Lampe aufflammte. Allerdings erst beim dritten Versuch. Ein wenig mühselig und schüchtern glomm sie auf. Azrael setzte gerade sein Sonnenbrille wieder auf, die er immer noch in der Brusttasche verstaut hatte. Sie saugte sich um seine Augen und absorbierte so jegliches Licht. Er erkannte er war in einem großen leerem Raum mit nur einer Schleuse. Als sein Blick auf dieser haften blieb, ging diese zischend auf. Vier Männer mit verschiedenen Gewehren bewaffnet umkreisten symmetrisch die Kapsel. Dann kam eine Frau herein. Sie hatte eine Handfeuerwaffe gezogen. Das Schlusslicht bildete ein Mann, in Leder, der sich breitbeinig aufbaute und die Arme verschränkte. Sein Mantel hing offen von den Schultern. Während die ganzen Leute in den Raum spazierten, identifizierte Azrael ihre Bewaffnung als eine Betäubungswaffe, sie wurde von der Frau getragen, Zwei der Gewehre als herkömmliche Schrotflinten, mit vergrößerten Rohren. Sie hatten so eine größerer Streuwirkung. Und die Waffe des dritten als eine „Cobra .03“ Es war eine illegale Waffe. Dabei handelte es sich um eine chemische Waffe, die ein Gift verschoss, dass Feinde nicht nur lähmte, sondern völlig verätzen konnte. Die Kleidung war bei allen gleich. Ein mehr oder wenig schäbig aussehender Mantel, verzauste Frisuren, und ölige Haut. Nur die Frau viel auf. Ihre Frisur war glatt gestrichen, und sie hatte leichtes Make-up aufgetragen. Azrael schloss deshalb, dass sie nicht zu, Reste gehörte. Der breitbeinige gab einem einen Wink mit der Hand, worauf dieser die Kapsel von außen öffnete. Diese ging zischend nach oben. Bevor sie sich öffnete verstaute Azrael das Head-set unterhalb seine Anzuges. Vielleicht würde er es noch brauchen…
    „Er ist es. Er ist es wirklich“, entfuhr es einem der Männer. Sofort ging jeder von ihnen einen Schritt zurück, und verstärkten den Druck in ihren Hände, und umklammerten ihre Waffen noch fester. Der Crew-führer oder Boss kniff die Augen zusammen, und wandte sich an die Frau: „Los sag schon, ist er es?“ Diese schien wohl einem Moment über diese Worte nachzudenken, doch würdigte sie ihm keine Antwort geschweige eines Blickes. Stattdessen ging sie langsam auf Azrael zu. Dieser hatte mehr als eine Art Reflex die Handflächen leicht erhoben. Sie bückte sich leicht, und schaute auf ihn runter. „Nimm die Brille runter.“ Azrael tat ihm wie geheißen. Langsam nahm er sie runter. Er hatte die Augen geschlossen und öffnete sie erst, als er die Brille in der Tasche verstaut hatte und starrte nun in die Augen der doch ziemlich attraktiven Frau. „Er ist es. Kein Zweifel. Das ist er.“ Sie drehte sich nun direkt zu dem Inhaber des Schiffes. „Los, sehen sie zu, das wir hier verschwinden, und verwahren sie ihn gut.“ Schneller als Azrael reagieren konnte, hatte er dann plötzlich einen Schuss aus der Handfeuerwaffe der Frau abbekommen. Seine Muskeln verkrampften sich, und alles drehte sich bis es schließlich in einem dunklen Strudel verschwand.
    Das Betäubungsmittel wirkte erstaunlich schnell. Anschließend brachten die 4 Männer den Körper Azraels auf die Brücke, und fesselten ihn dort…


    habs ein wenig überarbeitet

    Geändert von Azrael_Fish (14.07.2004 um 03:15 Uhr)

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