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Thema: Das Projekt der kreativen Leute

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    So. Hier. Sorry, wenn ich jetzt schon poste, aber damit sind nun fast alle Darsteller auf der Solaris.

    Slavik stand mit dem Rücken zur Wand. Kein Ausweg in Sicht. Das Team 1 befand sich nun am Eingang des Laderaumes und schwärmte langsam aus. Insgesamt waren es 7 Männer, allesamt bewaffnet mit APGs (Automatischen Pulsgewehren) und, soweit Slavik es sehen konnte, mit Infrarotgeräten. Somit hatte sich das Verstecken auch erübrigt. Er musste so schnell wie möglich einen Weg aus dem Laderaum finden, sonst würde dies ein ganz kurzer Ausflug werden.
    Slavik schloss die Augen und konzentrierte sich auf eine der Techniken, die ihn sein Meister beigebracht hatte: Schattenauge.
    Diese Technik hatte eine Jahrtausende alte Tradition und wurde von Generation zu Generation weiter verbessert und erreichte vor gut 250 Jahren ihre Perfektion. Durch diese Technik war es einem möglich, auch bei kompletter Dunkelheit ein glasklares, erhelltes Bild seiner Umgebung zu erhalten. Dabei machte man sich die Energie seines Körpers zu nutze und verbesserte damit das Augenlicht für eine bestimmte Zeitspanne. Zwar betrug bei Slavik diese Zeitspanne „nur“ 10 Minuten (sein Meister brachte es immer auf 30 Minuten ohne jegliche Anzeichen der Erschöpfung), jedoch reichten diese aus, um einen Ausgang zu finden. Jedoch musste sich Slavik beeilen, denn je länger er diese Fähigkeit aufrecht erhielt, desto schwächer wurde er, der große Nachteil dieser Technik, und dann würde es ein Leichtes sein, ihn gefangen zu nehmen.
    Slavik öffnete die Augen und sah den dunklen Laderaum in voller Helligkeit. Seine Blicke wanderten von den Wänden an die Decke und den Boden. Ein ernüchterndes Gefühl machte sich langsam in Slavik breit. >>Ich sitze in der Falle, wie eine Ratte.<< dachte er, als ihm plötzlich ein greller Lichtschein auffiel, der zwischen zwei großen Metallplatten hervorkam. >>Wohlmöglich doch ein Ausgang?<<. Slavik schlich zu den Metallplatten und untersuchte den Spalt, aus dem das Licht kam. Tatsächlich! Es war eine Tür, jedoch war sie verschlossen. Das war jedoch das geringste Problem.
    Geschmeidig ließ Slavik seine kräftigen Finger in den Spalt gleiten und schloss sie um das kalte Metall. Dann begann er zu drücken und langsam bewegten sich die beiden Metallplatten auseinander. Als der Spalt groß genug für Slavik war, schlüpfte er hindurch und schloss die Tür hinter sich. Keinen Augenblick zu früh, denn er hörte schon nahende Schritte. Blitzschnell entfernte Slavik sich von der Tür. Er befand sich nun in einem langen Gang, in dem jeweils rechts und links einige kleine Räume abgingen. Slavik eilte durch den Gang und fand eine unverschlossene Tür. Er betrat den kleinen Raum, scheinbar eine Koje eines der Arbeiter auf dem Schiff, und verschloss die Tür hinter sich. Nun war er erst mal in Sicherheit.
    Erschöpft legte sich Slavik auf das Bett und schlief ein. Er bemerkte nicht mal, wie wenige Minuten später die Triebwerke laut aufheulten und das Handelsschiff startete. Ziel war jedoch keiner der Planeten im Gebiet der Handelsgilden sondern eine abgelegene Station mit Namen Solaris 4. Denn was Slavik nicht wusste: er war auf einem getarnten Piratenschiff gelandet, die ihre erbeutete Hehlerwahre auf Solaris 4 verkaufen wollten.

    Als Slavik erwachte wusste er nicht, ob das Schiff noch immer im Raumhafen stand oder ob es schon an seinem Zielort angekommen war, denn er konnte weder den Lärm von Maschinen noch von arbeitenden Personal vernehmen. Slavik erhob sich langsam vom Bett, streckte seine langen Arme und fuhr sich mit der Hand durch das wirre Haar und beschloss, erst mal die Dusche zu benutzen.

    Nachdem er geduscht war, bediente er sich an dem kleinen Spind, der ebenfalls in der Koje stand, und entnahm diesen ein paar Klamotten. Das, was er nun trug, entsprach zwar nicht seinen Vorstellungen von Mode, jedoch erfüllte es seinen Zweck. Zu einer dunklen Hose und dunklen Schnürstiefeln trug er ein ebenfalls dunkles Shirt und eine ebenfalls dunkle Jacke mit hohen Kragen. Seine silbergrauen Haare ließ er locker auf die dunkle Jacke fallen und sein Lichtschwertgriff verstaute er in der Innentasche seiner Jacke. Neu eingekleidet wagte sich Slavik aus der Koje und verließ das Schiff über den selben Weg, auf dem er es betreten hatte: über die Laderampe.
    Als er am Ende der Rampe stand, bemerkte er, dass er sich wieder in einem Hangar befand, jedoch war dieser wesentlich kleiner und sah allgemein auch etwas heruntergekommener aus. Das Schiff musste also an seinem Ziel sein, wo immer das auch war.
    Slavik beschloss, sich erst mal umzusehen und sich dann Gedanken darüber zu machen, wie er von diesem Ort, wo auch immer er war, wegkommen und zu seinem Zielort kommen sollte.
    Unbemerkt schaffte es Slavik, den Hangar zu verlassen und sich auf die Gänge zu stehlen.
    Bei seinem Rundgang fiel ihm auf, dass er die meisten Leute, die er sah, immer schon mal auf irgendwelchen Fahndungsplakaten gesehen hatte. Es wunderte ihn, dass sie sich hier so frei bewegen konnten. Plötzlich kam Slavik ein Gedanke. >>Ich bin auf Solaris 4!<<. Die Frage nach seinem Aufenthaltsort hatte sich also nun doch geklärt, jedoch war es ihm erheblich lieber gewesen, als er noch nicht wusste, wo er sich befand. Über Solaris 4 hatte er viele üble Gerüchte und Geschichten gehört. Dies war der Ort, an dem Kriminalität zum Alltag gehörte, kein Wunder, wenn die einzigen Bewohner dieser Station selbst Kriminelle waren. Mord, Totschlag, Raum, Schmuggel. Alles Delikte, auf die man auf Solaris 4 stoßen konnte wie auf Sand an den Stränden des Gnüy.
    Slavik wurde zusehends unwohl, ließ sich jedoch nichts anmerken und schlenderte durch die Gänge. Ein Schild an der Wand erweckte seine Aufmerksamkeit. Es deutete ihm den Weg zu einer Bar, die sich „Itch“ nannte. Ein kräftiger Drink. Das konnte Slavik nun wirklich gebrauchen. Er folgte dem Schild und wollte gerade die Bar betreten, als die Türen vor ihm summend aufschnellten und zwei Männer an ihm vorbei gingen. Beim einen konnte Slavik cybernetische Gliedmaßen ausmachen, beim anderen waren nur Kopf und Schuhe zu sehen und die Augen waren von einer Sonnenbrille verdeckt.
    Ohne den beiden Männern weiter Beachtung zu schenken ging Slavik in die Bar und steuerte auf den Tresen zu. Als er kurz davor stand, bemerkte er, dass drei Leichen auf dem Boden lagen. Der eine hatte zwei Stichwunden in der Stirn, aus denen jeweils ein Rinnsal dunklen Blutes sickerten, während die anderen beiden scheinbar mit jeweils einem Schuss hingerichtet wurden. >> Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Aber woher?<< fragte sich Slavik, beließ es jedoch dabei, dass diese Erinnerung sicher irgendwann aus den Tiefen seines Gedächtnisses hervorkommen würde und setzte sich auf einen der Hocker. Der Barkeeper, ein Roboter mit 8 Armen und einem Kugelgesicht, kam zu ihm herüber gerollt und Slavik bestellte ein Glas Olviak, ein starker Schnaps aus seiner Heimat.
    Der Barkeeper griff mit einem der 8 Arme hinter sich, holte eine Flasche und schenkte Slavik eine dunkelgrüne Flüssigkeit in ein Glas ein. Slavik nickte, bezahlte seinen Drink und nahm einen Schluck.
    Der seidenweiche Geschmack des Olviak erinnerte Slavik an zu Hause und an seine Vergangenheit bei seinem Meister, zusammen mit seinem Partner Azrael. Es war lange Jahre her, dass er ihn zum letzten mal gesehen hatte. Wie es ihm jetzt wohl gehen mochte? Damals war Azrael ein sehr talentierter Kämpfer und verstand sich sehr gut mit Stichwaffen wie Dolchen. Daher lag es nahe, dass er sich auf den Kampf mit diesen Waffen spezialisiert hatte. Für Slavik waren solche Waffen immer nur ein Überbleibsel aus einer längst vergangenen Ära und schon längst antiquiert. Für solche Kommentare hatte er immer eine Schelte seines Meisters eingefangen.
    Slavik grinste bei der Erinnerung daran und nahm einen weiteren Schluck Olviak und erinnerte sich, wie er und Azrael als Jugendliche heimlich eine Flasche Olviak hatten mitgehen lassen und diese dann getrunken hatten. Vor allem an den Tag danach erinnerte er sich lebhaft, denn ihr Meister hatte beiden ganz schön die Lewiden gelesen und sie danach Extrastunden machen lassen.
    Slavik unterdrückte ein Lachen, trank sein Olviak aus und betrachtete die Leichen. Irgendetwas kam ihn bekannt an der Art vor, auf die diese drei getötet wurden.
    Während er so gespannt auf die Leichen sah, nährte sich eine junge Frau seinem Hocker und setzte sich neben ihn. Eine Zeit lang sagte sie nichts, dann tippte sie Slavik auf die Schulter.
    Als dieser hochsah, bemerkte er die junge Frau mit den roten Haaren, grünen Haaren und einer üppigen Oberweite. „Hallo.“ sagte Slavik schlicht. Die Frau lächelte und antwortete: „Hallo. Scheinst ja sehr interessiert an diesen drei armen Schweinen zu sein, was?“. Ihre Stimme war hell und klar und passte, so fand Slavik, unglaublich gut zum Rest ihrer Erscheinung. „Na ja. Eigentlich eher für die Art, wie sie das zeitliche gesegnet hat.“ antwortete Slavik und deutete auf die Stirn des einen. Die Frau nickte und begutachtete die Stirn des Mannes. „Ja. Ziemlich präzise, muss man diesem Typen schon lassen. Und dann auch noch so schnell.“ sagte sie und Slavik sah sie an. „Sie haben gesehen, wer das war?“ fragte er. Ein Lächeln breitete sich über das Gesicht der Frau aus und machte sie noch schöner. „Ja. Eben. Vor ein paar Minuten. Das war so ein großer Typ mit schwarzen Haaren, langen Mantel und Sonnenbrille. Er hat einem Typen geholfen, der Griff Irgendwas heißt.“. >>Lange schwarze Haare? Sonnenbrille? Das war doch der Typ, der aus der Bar raus ist, als du rein wolltest.<< fuhr es Slavik durch den Kopf. „Hast du eine Ahnung, wo die jetzt sind?“ fragte Slavik aufgeregt. Nun fiel ihm ein, woran ihn die Todesart dieser drei erinnerte. „Hmmm. Die wollten zu einem Schiff, glaub ich. Dieser Griff meinte, er hätte ein Schiff oder so. Jedenfalls ging’s um ein Schiff, als ihn die drei da angemacht hatten. Warum? Kennst du die?“ fragte die Frau, doch Slavik war schon aufgesprungen. Mit einer schnellen Bewegung fuhr Slavik in die Tasche seiner Jacke und drückte der Frau ein paar Scheine in die Hand, die er willkürlich aus seiner Jacke geholt hatte. „Vielen Dank für ihre Hilfe!“ sagte Slavik und stürmte aus der Bar. Die Frau sah ihn verdutzt nach.

    >> Das kann nicht möglich sein! Das wäre zu viel Zufall auf ein mal!<< dachte Slavik, während er die Gänge der Station hinunterlief. Er hatte auf einer Tafel die Nummer des Hangars gefunden, in dem dieser Griff, mit Nachnamen hieß er Desato, sein Schiff liegen hatte. Wenn dieser schwarzhaarige Mann mit ihm gegangen war, würde er sie dort finden.
    Slavik rannte so schneller konnte und plötzlich tauchten die beiden Männer vor ihm. Slavik beschleunigte nochmals seinen Lauf und war nach wenigen Sekunden hinter den beiden. Langsam streckte er seine Hand aus und tippte dem Mann in dem langen Mantel auf die Schulter. Dieser stoppte und drehte sich um. >>Azrael!<<

    Geändert von Simon (14.06.2004 um 17:28 Uhr)

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