Episode by Fried:
Josh atmete tief ein und versuchte erst einmal die große Welle der verschiedenen Eindrücke, die immer noch in seinem Gehirn herumrasten wie ein Güterzug, zu ordnen. Unglaublich. So eine „Darbietung“ wie eben zuvor, hatte er noch nie in seinem Leben gesehen. Egal was diese gut 3 Meter große, in einen schwarzen Umhang gehüllte Gestalt eben gewesen war, menschlich war sie jedenfalls nicht. Wahrscheinlich irgendein Alien oder ein zum Töten abgerichtetes hochintelligentes Geschöpf das irgendeine Forschungsgruppe auf Befehl der Corp. geschaffen hatte, vermutete der ASR-Agent. Er selbst hätte gegen dieses blutrünstige Wesen wohl nicht den Hauch einer Chance gehabt, doch dieser Azrael hatte es zumindest geschafft, Borek für kurze Zeit in Schach zu halten. Josh hatte einige seiner Bewegungen genau verfolgt und war wie versteinert von der Schnelligkeit und Präzision des Kopfgeldjägers. Er selbst war schon ziemlich durchtrainiert, denn die Anforderungen der Corp. an ihre Agenten waren alles andere als niedrig und nur wenige konnten mit dem knallharten Drill der Ausbilder mithalten. Doch Azraels Kampfkraft resultierte aus einer Symbiose jahrelangen mörderischen Trainings und der neuesten maschinellen Technik, nur so konnte sich Josh die Fähigkeiten des Kriegers erklären. Dieser Mann spielte in einer anderen Liga, Azrael war schon öfter bei Nachforschungen über seine Akte gestolpert, Azrael war eine lebende Legende, gnadenlos, blitzschnell und nicht zu fassen. Mit vielfachen Morden an hohen Politikern und sonstigen einflussreichen Personen hatte er im einem großen Teil der Galaxie für Aufsehen gesorgt, doch existierten nur einige wenige Fotos von ihm, die kaum brauchbar waren, außerdem hinterließ er am Tatort keine Spuren, was die Suche kaum erleichterte. Doch Josh hatte gleich erkannt mit wem er es zu tun hatte, als er Azrael in die ausdruckslosen und doch glühenden Augen blickte. Noch etwas machte ihn stutzig. Augenscheinlich konnte der Killer nicht älter als 17 Jahre sein, doch deuteten die Koordination seiner Bergungen, seine Sprechweise und sein ganze Handeln auf eine Person mindestens doppeltem Alter hin.
Josh schnaufte. Er konnte solche Kerle nicht ausstehen. Er hatte ihn und besonders Winyett wie Ballast behandelt, den es so schnell wie möglich gegen Bares einzutauschen galt und verfügte darüber hinaus über eine Aura eisiger Arroganz. Doch was bezweckte er eigentlich? Natürlich handelte er im Auftrag irgendeines Klienten, doch was wollte dieser? Bis jetzt waren sie ganz gut allein durchgekommen und weder Josh noch Winy hatten versucht Kontakt mit der ASR aufzunehmen, weshalb diese eigentlich immer noch davon ausgehen musste das beide in ihrer jeweiligen Mission steckten. Oder doch nicht? Das ganze würde ein böses Ende nehmen, dachte Josh bei sich. Azrael schien wenig kooperativ, was die Freilassung seines neuen Beuteguts anbelangte. Was waren eigentlich seine eigenen Ziele? Mit Winyett zur ASR zurückkehren? Diese hatte Azrael wohl kaum geschickt, sie hatten selbst genug fähige Agenten in ihren Reihen die für Befreiungsaktionen ausgebildet waren. Also musste Azrael von einem Privatmann angeheuert worden sein, der Winyett wahrscheinlich an den meistbietenden verscherbeln wollte, denn offensichtlich schien sie für bestimmte Personen von großer Bedeutung zu sein, warum auch immer.
Josh musterte die Gestalt die ihm gegenüber saß, ein hoch gewachsener Mann der offenbar unter dem Einfluss irgendwelcher Drogen stand, da er mit starrem Blick und leise vor sich hinmurmelnd, die ganze Zeit die Wand fixierte, als wäre eine Stahlplatte das interessanteste im ganzen Universum.
Josh erhob sich und schritt einen kurzen dunklen Gang in Richtung Cockpit entlang. Die automatische Tür öffnete sich und ein schmächtig und blass wirkender Mann der die Uniform eines Corp.-Soldaten trug drehte sich nach dem Neuankömmling um. „Josh“, sagte dieser nur kurz und versuchte ein Lächeln zustande zu bringen. „Freut mich, ich heiße James“, grinste der andere zurück und widmete sich wieder dem Steuerpult. Josh fingerte eine bröselige Zigarette aus seiner Uniform und entzündete sie. Egal was dieser Azrael vorhatte, dachte Josh, so einfach würde er Winyett nicht alleine lassen.


Episode by DJ n:
Azrael hatte ihm einfach Drogen gegeben! Slavik war fassungslos; doch andererseits hatte er ihm vielleicht damit das Leben gerettet. Schließlich hatte er sich in einem Anfall purer Raserei vollkommen verausgabt und… plötzlich fiel Slavik der brennende Schmerz in seiner rechten Schulter auf und als er langsam den Kopf in die Richtung drehte, bemerkte er, dass seine Jacke am Oberarm komplett versengt war und unter den schwarzen Stofffetzen rötlich verbranntes Fleisch durchschimmerte. Während des Kampfes mit den Soldaten schien er scheinbar einen Streifschuss abbekommen zu haben. „Verdammter Mist…“ fluchte Slavik leise und versuchte sich nun langsam aufzurichten. Die Frist von 10 Minuten war mittlerweile abgelaufen, dennoch bewegte sich Slavik mit äußerster Vorsicht und wirkte dadurch ungewollt unbeholfen wie ein junges Reh – wackelig auf den Beinen wie beim ersten Gehversuch.
Als Slavik aufrecht stand und sich vergewissert hatte, dass er nicht wieder umkippen oder in einen eckstatischen Zustand durch die Drogen verfiel, bohrten sich wieder die Vorwürfe gegenüber Azrael in sein Bewusstsein. Er hatte ihm einfach Drogen gegeben… ein einfaches Riechsalz hätte es auch getan; und warum wollte Azrael, dass er beim Start des Schiffes wach war? Es wäre sicherlich gesünder gewesen, wenn Slavik weiter geschlafen hätte und so seine Kräfte wieder regeneriert hätte, anstatt mit der Holzhammermethode zurück ins bewusste Leben gezerrt zu werden. Slavik wollte es sich zwar nicht ganz eingestehen, doch innerlich fühlte er sich von Azrael verkauft…
Diese Gedanken wurden abermals vom stechenden Schmerz in seinem rechten Arm unterbrochen und Slavik machte sich nun langsam auf den Weg zur Krankenstation, die irgendwo auf dem Schiff sein musste, um sich zu verarzten. Bisher hatte Slavik solche Art von medizinischer Betreuung nicht nötig gehabt; die wenigen Wunden, die er sich zugezogen hatte, darunter eine breite Narbe auf seinem Brustkorb, konnte er mit seinem eigenen medizinischen Wissen selbst versorgen.
Slavik blieb plötzlich vor einer Tür stehen, auf der ein rotes Kreuz auf weißem Grund abgebildet war. Dies musste die Krankenstation sein. Slavik öffnete die Tür und trat ein. Die Station war für die Größe des Schiffes erbärmlich klein. Eine weiße Kabine mit einer Liege und einigen Schränken stellte die gesamte Krankenstation dar. Von den Größenverhältnissen her verglich sie Slavik mit der Zelle, in der er gesteckt hatte und mit ebenso großem Zögern betrat Slavik die Kabine auch; seine Klaustrophobie machte sich wieder bemerkbar. So schnell er konnte riss sich Slavik die Jacke vom Leib, gefolgt vom T-Shirt, das durch den Streifschuss ebenfalls versengt war. Danach reinigte Slavik die Wunde zuerst unter kaltem Wasser, dann mit einer blauen Flüssigkeit, die stark nach Treibstoff und Alkohol roch; sie brannte wie verrückt in seiner Wunde, doch Slavik blieb ruhig und versuchte sich zu konzentrieren, den Schmerz aus seinem Geist zu verbannen.
Ohne die schwarze verbrannte Kruste, die sich gebildet hatte, sah die Wunde weniger schlimm aus; lediglich eine faustgroße Fläche war an seinem Oberarm verbrannt und schimmerte nun rötlich. „Verbrennung Stufe 1.“ murmelte Slavik mit einem seltsam zufriedenen Unterton und suchte in den Schränken nach einer Packung Mullbinden und Salbe gegen Verbrennungen.
Nachdem er die Wunde dick mit der Salbe bedeckt hatte, verband er sich den Oberarm. Der Schmerz hatte schon beinahe nachgelassen. Mit dem verbundenen Arm verließ Slavik die Krankenstation, seine kaputten Klamotten über die Schulter gelegt; sein nächster Gang würde Slavik nun in eine der Kabinen führen, um sich dort neu einzukleiden.
Slavik schlenderte durch die Gänge der Absyss, als er plötzlich, wie von der Tarantel gestochen zusammenfuhr. Ein seltsames Gefühl, ähnlich einem einschlagenden Blitz, hatte sich in ihm ausgebreitet. Slavik sah nach Rechts und Links und bemerkte Links eine Tür; Sie gehörte zu einer Kabine, an sich nichts Besonderes. Doch an dieser Kabine war mit Sicherheit etwas nicht normal. Eine Dunkle Vorahnung im Magen löste Slavik sein Lichtschwert vom Gürtel und aktivierte es. Mit einem langsamen Schritt vorwärts nährte sich Slavik dem Schaltpult der Tür; Slaviks Herz klopfte wie verrückt, eine Reaktion, die Slavik von sich selbst nur kannte, wenn er in engen Räumen eingesperrt war. Warum hatte Slavik bei dieser Kabine so ein ungutes Gefühl?
Mit einer schnellen Bewegung betätigte Slavik den Türöffner und mit einem Zischen glitt das Metall zur Seite. Die Kabine war dunkel und scheinbar leer, doch dieses seltsame Gefühl in Slavik nahm zu. Langsam nährte er sich der Kabine und sprang mit einem Satz hinein. Nichts. „Licht.“ sagte Slavik leise und in der Kabine leuchteten ein paar Neonröhren auf, erhellten den Raum etwas. Die Kabine war leer. Dennoch befahl Slavik dem Computer, die volle Beleuchtung zu aktivieren. Die Kabine war 100%ig leer, doch das Gefühl in Slaviks Magengegend blieb.
Zögerlich ging Slavik weiter in die Kabine hinein. Als die Tür hinter ihm plötzlich schloss, hätte er beinahe aufgeschrieen, konnte sich in letzter Sekunde noch zusammenreißen. >>Bleib ruhig. Hier ist nichts! Schalt das Schwert ab und sieh dich um. HIER… IST… NICHTS!<< mahnte sich Slavik, deaktivierte seine Waffe und besah sich nun die Kabine genauer. Neben einer Koje und ein paar Schränken war nichts anders im Vergleich zu anderen Kabinen; dennoch musste hier etwas sein, das spürte Slavik. Er ging zu einem der Schränke, öffnete ihn und stolperte sofort ein paar Schritte rückwärts. Wie eine Welle eiskaltes Wasser überfluteten Slaviks Kopf plötzlich Bilder; es waren Bilder von Tod und Zerstörung. Und der Gegenstand, der sie auslöste, war ein langes schwarzes Stück Stoff, dass wie ein Umhang oder die Kutte eines Mönches aussah. In seinem Kopf sah Slavik ein Ungetüm diese Kutte tragen und mit einem grellen grünen Lichtschwert seine Opfer hinrichten. >>Bei allen Göttern dieser und anderer Welten… wenn die Corp. SIE in ihrem Dienst hat… dann haben wir ein Problem…<< dachte Slavik und hatte Angst. Todesangst. Dennoch, aus einer Motivation, die ihm gänzlich unbekannt war, nährte sich Slavik dieser Kutte und nahm sie aus dem Schrank. Der Stoff war sehr leicht und robust. Einige Sekunden lang verharrte Slavik mit der Robe in der Hand, warf sie dann aber, mehr lässig als ängstlich, auf die Koje und sah sich weiter im Schrank um. Neben einer schwarzen Hose und einem schwarzen T-Shirt, fand Slavik auch ein paar Schuhe; diese ließ er jedoch lieber im Schrank, denn sie wirkten schon zu groß für ihn. >>Vielleicht was für Azrael…<< schmunzelte Slavik und begann, sich die neuen Sachen anzuziehen. Als letztes ging er zu der Robe auf dem Bett und warf sie über. Plötzlich wurde Slavik ganz kalt, als wenn er ihn einem eingefrorenen See schwimmen würde. >>Konzentrier dich…<< hielt sich Slavik an und kämpfte gegen die erdrückende Kälte an, die von der Robe ausströmte. Dieses Kleidungsstück war voller negativer Energie, das spürte Slavik. Vor langer Zeit hatte ihm sein Meister mal eine Geschichte erzählt, als die Orion, in dessen Geiste er erzogen und gelehrt wurde, noch in der Galaxis waren. Niemand wusste genaues über sie, bis auf die Tatsache, dass es innerhalb dieser sektenartigen Bewegung zu Auseinandersetzungen gekommen war. Einige der Anhänger der Orion verließen die Gruppe spurlos und wenige Jahre später tauchte eine Gruppe von dunklen Gestalten, gehüllt in schwarze Umhänge und mit stechend tödlichen Augen auf. Sie selbst nannten sich „Bund der Eissonne“ und bekämpften die Orion in einem langen und beispiellosen Krieg, an dessen Ende von beiden Bewegungen niemand mehr übrig war… so glaubte jeder, auch Slavik. Doch nun war er sich sicher: an Bord dieses Schiffes war einer vom Bund der Eissonne, ein Diener der Dunkelheit, ohne Skrupel, ohne Seele und meisterhaft im Umgang mit Laserschwert und den Techniken der Orion, die ihn auch sein Meister einst lehrte. >>Also werde ich früher oder später auf einen Anhänger der Eissonne treffen.<< dachte Slavik grimmig und ballte die Fäuste. „Der wird eine Überraschung erleben!“ rief Slavik aus und warf sich die Kapuze über und wollte gerade gehen, als er ein Klappern hörte. Aus der Kutte war ein Lichtschwert gefallen. Mit einem dünnen Grinsen hob Slavik die Waffe auf und ließ sie in einer Tasche in der Kutte verschwinden. >>Man kann ja nie wissen<< dachte er und verließ die Kabine, nicht ohne die Schaltkonsole zu zerstören, damit niemand mehr diese Kabine betreten konnte; es reichte, dass er dort war…

Slavik machte sich auf den Weg zum Cockpit des Raumschiffes. Dort wollte er die beiden Männer, diesen James und den Anderen, der mit Azrael vom Jäger gekommen war, genauer unter die Lupe nehmen.
Als sich die Tür zischend öffnete, drehte sich der Neuankömmling auf seinem Stuhl um und sah Slavik an. Einen Moment lang starrte er ihn verdutzt an, dann schrie er lautstark und fummelte an seinem Gürtel herum nach seiner Waffe. Hinter sich hörte Slavik eine Tür aufgehen und schnelle Schritte näher kommen, die abrupt hinter ihm stoppten. Als Slavik sich drehte, sah er Azrael vor sich stehen, einen apathischen Blick in den Augen und mit einer Pistole auf ihn zielend. Slavik wusste nicht, was er von der ganzen Szenerie halten sollte; hinter Azrael war nun eine junge Frau erschienen, die mit Azrael und dem anderen Kerl an Bord gekommen war. Auch sie sah Slavik mit schreckensweiten Augen an. „Was… soll das bitte?“ fragte Slavik langsam und nun regte sich Azraels Gesicht. Der apathische Ausdruck wich einem Ausdruck der Verwunderung. „Slavik?“ fragte er zweifelnd, noch immer mit der Waffe auf ihn zielend. Slavik nickte und nahm die Kapuze ab. Azrael raunte, ließ die Waffe sinken und lehnte sich gegen den Türbalken. Hinter sich hörte Slavik, wie auch der Neue lautstark durchatmete. „Was soll der Zirkus? Geht’s euch nicht gut?“ fragte Slavik, den es nun selbst, bis auf die kleinen Schmerzen am Oberarm, wieder ausgezeichnet ging. „Nein…“ antwortete Azrael zuerst betont kurz, setzte dann aber nach: „Warum trägst du diese Sachen?“. Slavik erzählte ihnen von der Kabine, aus der er die Sachen hat, erwähnte jedoch nicht das dunkle Gefühl, das ihn befallen hatte, der Grund, weshalb er überhaupt in diese Kabine gegangen war; auch das zweite Laserschwert erwähnte er nicht, ebenso wenig die Geschichte, an die er sich erinnert hatte.
Der Typ, der bei James gesessen hatte, hieß Josh, die Frau stellte sich selbst als Winy vor; als sie ihren Namen sagte, bemerkte Slavik etwas in der Art von Azrael. Er sah angespannt aus, unbehaglich. „Nun sagt mal, warum habt ihr alle so ein Theater gemacht? Lieg es an den Klamotten?“ fragte Slavik und aus irgendeinem Grund ahnte er, dass ihm die Antwort nicht gefallen würde. „Nun, während du hier gesessen hast, war ich drüben… warum, erkläre ich später.“ begann Azrael und Slavik bemerkte, wie er scheinbar beiläufig einen Blick auf Winy warf und Slavik ahnte, dass es etwas mit ihr zu tun haben musste. Doch das war unwichtig, jedenfalls im Moment. „Jedenfalls, als wir das Schiff verlassen wollen“ begann nun Winy zu berichten. Ihre Stimme war von der Sorte, die Slavik als „typische Frauenstimme“ bezeichnete, nicht so dominant aggressiv, wie die von Aylen… was war eigentlich mit Aylen und Griff passiert, fragte sich Slavik plötzlich; seitdem er ohnmächtig geworden war, hatte er nichts mehr von ihnen gehört. Lebten sie noch oder waren sie wohlmöglich schon tot?
„Wir waren schon so gut wie drüben, als sich der Befehlshaber des Jägers und mit ihm ein Ungetüm mit gelben Augen, einer blauen Pranke und einem gelben Laserschwert in den Weg stellte.“ sagte Winy und Slaviks Augen weiteten sich. Hatte sie Laserschwert gesagt? „Gekleidet war er, wie du nun.“ ergänzte Josh, der sich sichtlich ungern an diese Begegnung erinnerte. „Wie ich also… und er trug ein Laserschwert?“ fragte Slavik. Sein Unbehagen wuchs. „Ja. Und er wusste, damit umzugehen. Obwohl dieses Wesen so groß und bullig war, war es doch atemberaubend schnell.“ sagte Azrael und selbst in seiner Stimme schwang so etwas wie Furcht mit. „Ich bin hinter dieses Wesen gekommen und habe ein Magazin abgefeuert. Er hätte tot sein müssen, aber es stand da, hat mich angesehen und am Boden kühlten die geschmolzenen Projektile ab. Das Ding war sicher nicht normal…“. Slavik wurde plötzlich wieder kalt. >>Also gibt es den Bund der Eissonne noch… und sie arbeiten für die Corp…<< …


Episode by Azrael:
Azrael, dessen Gedanken sich immer noch um Borek drehten, hatte mit Winy gesprochen. Er hatte ihr gesagt, dass er für die ASR arbeitete und sie bergen sollte. Dies entsprach zum Teil sogar der Wahrheit. Solange er nicht befürchten müsste, dass sie davon läuft gäbe es keine Probleme. Um diesen Josh machte er sich mehr Sorgen, Josh stand für ihn voll im Dienste der ASR. Er würde für sie untergehen. Er vermutete eine eher persönliche Bindung zur ASR, oder eine persönliche Identifizierung. Die Klamotten hingen immer noch unpassend an ihm herunter. Auch Slavik schien nicht sonderlich erfreut über die Beschreibung von Borek zu sein. Er schien mehr zu wissen.
Azrael nickte James zu, der aus dem Cockpit schaute, neben ihm saß Josh. Dieser schaute ihn alles andere als vertrauensvoll an. „Flieg zu den Koordinaten, die ich dir gegeben habe. Schaff es unter einer Stunde, und ich gebe dir einen aus.“ James grinste, drehte sich um, und setzte sich hinters Steuer. „Alles anschnallen bitte, wir beschleunigen nun.“ Azrael mochte die Art von James, sie war so jung und frisch, trotz eines Soldaten, oder besser Ex- Soldaten der CORP. Sie erinnerte ihn ein wenig an Geese. Azrael blickte Slavik an, dieser schien noch nicht ganz klar zu sein, allerdings war er wach, und lebte. Er wusste jetzt auch nicht, was er mit dieser Besatzung machen sollte. Er musste über kurz oder lang mit der ASR in Kontakt treten, denn auch wenn sein Chip noch nicht neu geschaltet werden musste, so konnte es nicht schaden es jetzt schon zu machen. Bei diesen Gedanken strich sich Azrael mit der linken Hand über den Nacken. Dort, wo der Chip saß. Er hasste diesen Trigger, es machte ihn wirklich zu einem Tier der ASR. Sie pfiffen und er musste gehorchen.
Winy saß auf der Couch, sie schien auch nicht recht zu wissen, was zu tun war. Azrael legte sich auf die gegenüberliegende und machte die Augen zu. Durch die Sonnenbrille sah das wohl keiner. Slavik nahm auf dem Sessel an der Spitze platzt, während Josh wohl noch im Cockpit bei James saß. „Wir fliegen nach Zoso? Die ASR ist dort auch vertreten. Willst du sie kontaktieren?“, fragte Slavik. Azrael hatte keinerlei Lust die Augen zu öffnen, so sprach er nur. „Ja…. Nach Zoso.“ „Du bist auch nur Frauen gegenüber gesprächig, oder?“, stachelte ihn Slavik an. Azrael überging es, denn Winy meldete sich zu Wort. „Ich muss so schnell wie möglich mit der ASR in Verbindung treten…“ „Wir werden sie sofort aufsuchen, sie erwarten uns bereits…“ Azrael hatte nicht im geringsten vor sich mit der ASR in Anwesenheit von Winy in Verbindung zu setzen. Doch darüber wollte er jetzt nicht denken….. Die Zeit verging. James kam herein gelaufen, dahinter Josh. „Wir sind da, und unter einer Stunde. Für mich Vid.“ Azrael schaute auf die Armschiene, er hatte Recht, er hat wirklich weniger als eine Stunde gebraucht. „Wir sind genau an den Koordinaten, die ich dir gegeben habe?“, vergewisserte sich Azrael. Die Frage wurde mit einem Nicken beantwortet. Azrael sprang auf, Winy lag auf dem Sofa gegenüber mit einem Laptop auf dem Schoß, Slavik war wohl auch eingeschlafen, jedenfalls schaute er ein wenig verstört durch die Gegend. Azrael trat an die Schleusentür, und betätigte den Schalter um diese zu öffnen, als ihn alle anderen gespannt ansahen, was wohl als nächstes kam, sagte Azrael: „James, Josh, Slavik, ihr bleibt hier. Winy, du kommst mit.“ Auf James enttäuschten Blick antwortete Azrael: „Den Drink nehmen wir woanders.“ Azrael wartete, bis sich die Rampe ausfuhr, langsam wurde der Blick auf ein Parkhaus freigegeben. Dahinter standen zwei Transporter, jedoch der F-Klasse. Sie waren wesentlich kleiner, und nicht Weltraum tauglich. Um sie herum standen 4 Minijäger. Sie erinnerten an Motorräder. Auf ihnen saßen in Mäntel gehüllte Gestalten, sie alle trugen schwerere Waffen. Dazwischen noch zwei Männer mit verschränkten Armen. An ihrem Gürtel baumelte ein Lichtschwert. Zwischen ihnen saß ein Mann auf einem Dieser Jäger, mit einer dicken Zigarette und paffte vor sich hin. Azrael ging die Treppe hinunter, dicht gefolgt von Winy. Beim näher kommen sah Winy, dass die Blicke der Bewaffneten nicht sie musterten, sonder die Umgebung. Der Typ mit der Zigarette stieg aus seinem Sitz und lief breit lächelnd auf Azrael zu. „Azrael, mein guter, schön sie zu sehen.“ Dem Angesprochenem war dieser Typ mehr als unangenehm. „Kommen wir zur Sache.“ Der Typ schien diese kalte Abfuhr nicht ernst zunehmen. „Selbstredend, darf ich bitten?“ Er hielt Azrael eine kleines rechteckiges spiegelähnliches etwas hin. Azrael griff danach und nahm die Sonnenbrille ab. Es folgte ein Augen-Scan. Nachdem dieser bestätigt wurde, durch eine grün auf leuchtende Lampe, nickte der Typ. „Wir haben alles so geliefert wie sie es wünschten. Mr. Geese legt äußersten Wert auf ihre Zufriedenheit, und lässt ihnen Grüße ausrichten. Wir haben alles besorgt, was sie bestellt hatten, auch wenn es äußerst schwer war.“ Er zwiebelte sich an seinem Schnurrbart, und hüstelte schüchtern. „Wir haben gewisse Extraausgaben aus uns nehmen müssen.“ Azrael legte den Kopf schief, und schaute ihn durch die Gläser seiner Sonnenbrille an. „Wie viel ist ihnen denn ihr Leben wert? Ich denke das dürfte sie genug vergüten.“ Der schmierige Typ wusste wohl nicht Recht wie er auf diese Drohung reagieren sollte. Er schaute sich um, dann wieder zu Azrael. „Sir, selbst wenn sie mich töten, was glauben sie wie weit sie kommen würden?“ Er hüstelte, doch diesmal versuchte er Zeit zu schinden. Ein Schweißtropfen lief ihm über die Stirn. Azraels Stimme wurde nun kalt. „Wollen sie das wirklich herausfinden?“ Das war mehr als der Schmierige ertragen konnte, er drehte sich um, und gab seinen Leuten ein Zeichen, diese stiegen ab und öffneten die Transporter, aus denen jeweils noch ein Bewaffneter sprang. „Bringt die Ladung an Bord.“ Azrael grinste, und rief in Richtung der Absyss. „James, öffne die Ladeluke.“ James huschte dumm grinsend an der Bordschleuse vorbei und tat so, als hätte er nicht versucht zu lauschen. Ein wenig später öffnete sich der Hinterraum der Absyss. Dann gab es eine Überraschung. Dort, wo eigentlich der leere Laderaum sollte, wurde der Blick auf einen Kampfroboter freigegeben. An der Seite stand die Bezeichnung. „JANGO II“ Azrael selbst war mindestens genauso überrascht, wie Winy und die Unterhändler von Geese. Er war dankbar, dass keiner an Bord der Absyss Jango sah. Schnell überspielte Azrael seine Überraschung, und wandte sich an die Händler. „Fangt an aufzuladen“ nun ging alles sehr schnell. 2 Leute fassten jeweils an einer schwarz lackierten Metallkiste an. Sie waren aus Metall, und wohl sehr schwer, denn sie konnten sich nur langsam bewegen. Der Schmierige koordinierte den Vorgang. Die Kisten wurden an Jango vorbei in den Raum geschleppt, der durch Eingabe der Konsole das Inventar öffnen konnte. Nachdem sich Azrael an Jango satt gesehen hatte, wandte er sich an Winy, die immer noch hinter ihm stand. „Wer sind all diese Leute? Sie gehören nicht zur ASR.“ Azrael schüttelte den Kopf. Winy schien wohl nicht dumm zu sein, deshalb versuchte er es gar nicht ihr was vorzumachen. „Sie arbeiten für einen guten Freund von mir. Keine Sorge, mit der ASR treten wir bald in Kontakt, aber zuerst gehen wir uns ausruhen, oder meinst du nicht, dass wir eine Pause vertragen könnten?“ Azrael lächelte Winy an, diese wusste wohl nicht was zu tun war und ihre Mundwinkel zogen sich ein wenig höher. Wenn Azrael bedachte, was in den letzten paar Stunden alles passiert war, wollte er wirklich nur noch eine Pause machen. Und es betraf wohl alle an Bord der Absyss, dass sie eine Pause nötig hatten. Und wenn Azrael richtig informiert war, so waren sie in Yokito. Es war eine Millionenstadt auf Zoso, und man konnte hier alles bekommen, was das Herz begehrt. Zwar war die CORP hier vertreten, wie auch die ASR, jedoch stand der Planet unter Kontrolle von Kaiser Zoso. Nach ihm war dieser Planet auch benannt. Um Kaiser Zoso wusste Azrael nicht wirklich viel, nur dass Zoso ein doch recht friedlicher Planet war.
So würden sie keine Probleme mit der ASR oder der CORP bekommen. Geese Unterhändler hatten ihre Arbeit erledigt. Der Schmierige trat mit einem dezenten Husten wieder an Azrael heran. „Es ist nun alles erledigt, ich bitte sie mir zu gestatten, im Namen Geese ihnen dieses Geschenk zu überreichen. Er hat mich darum gebeten ihnen den Inhalt dieser Tasche nur persönlich zu geben.“ Damit kam einer der Bewaffneten, und stellte eine Tasche vor Azraels Füßen ab. „Und auch dieses Daten-Stift soll ich ihnen überreichen.“ Azrael nahm ihn in Empfang und steckte ihn sogleich in seine Armschiene. Ein Balken begann sich zu bewegen. Die Prozentzahl dahinter lief gegen 100%. Azrael wartete und ließ den Download voranschreiten. „Bleiben sie und ihre Freundin länger in der Stadt? Seien sie doch meine Gäste, solange ihr Aufenthalt auch sein mag. Geese Freunde, sind auch meine.“ „Ich bin nicht seine F…“, rief Winy, Azrael Trat dazwischen. „Es wäre uns ein Vergnügen, nicht war Kleines?“ Azrael blickte sie an und lächelte. Er wusste nicht ob Winy darüber erfreut war, oder erschrocken. „Dann ist es abgemacht. Besuchen sie mich im Rizzo.“ Damit verneigte er sich, und setzte sich in einer der Transporter. Alle fuhren ab, und es schien so, als wäre das alles nie geschehen. Azrael wandte sich zum Gehen, und stapfte schon zur Absyss zurück, als Winy ihn am Arm fasste, und ihn ansah. „Warum hast du das gesagt?“ Azrael lächelte wieder. „Er muss doch nicht alles wissen. Und nun komm, wir müssen noch die Schlüssel für unser Zimmer abholen.“ Azrael ging nun zum Cockpit, und ließ James die Ladeluke wieder schließen. „Jango, hm?“, schoss es ihm durch den Kopf. „Interessant.“ Slavik und Josh saßen sich gegenüber und schienen über die ASR zu reden. Jedenfalls war Azrael sich sicher den Begriff gehört zu haben, als er den Wohnbereich betrat. Winy verschwand ein wenig temperamentvoll in einer Kabine. Bevor sich die Tür schließen konnte, war Azrael sich sicher, dass sie sich aufs Bett geworfen hatte. „Und was machen wir nun?“, fragte ihn Slavik. „Wir machen Pause, geht auf mich.“ Josh erhob sich: „Wir müssen die ASR aufsuchen…“ „Später, erst wird gegessen. Oder waren dir die letzen Stunden nicht stressig genug? James, zum Rizzo, wir haben Zimmer.“ Azrael ging zur Sicherheitstür, und ließ den Scan beginnen. Die Tür entriegelte und ging auf. Er spürte fast die neugierigen Blicke Josh in seinem Rücken. Er wartete, bis sich die Schleuse hinter ihm geschlossen hatte, als er sich an den Kiste vorbei bewegte zur Konsole. Während alle Kisten ordentlich nebeneinander aufgestellt waren, lag die Tasche abseits vor der Konsole, es war die, welche das Geschenk Geese enthielt. Er öffnete diese. Nachdem er den Reißverschluss hörbar aufgezogen hatte, sah er, warum die Tasche so schwer war. Es befand sich ein wenig Stoff, und ziemlich viel Metall in ihr. Es war die Tasche, die er in dem Jäger auf der Raumstation liegen gelassen hatte, mit all seinen persönlichen Sachen. Azrael war überrascht, manchmal vergaß er wie weit sich Geese Einfluss bewegte. Azrael leerte die Tasche und fand neben seiner Kleidung auch seine „Rüstung“ Zuerst zog Azrael die Lumpen, die er an hatte aus, und stand schließlich in Shorts da. Dann schlüpfte er in den Anzug. Es war aus einem glatten Material, und sehr dehnbar. Selbstverständlich war er ihm zu groß. Kein Wunder, nachdem Azrael ein paar Zentimeter eingebüßt hatte. Am linken Arm befand sich kein Ärmel, sodass Azrael die Armschiene problemlos bedienen konnte. Der Anzug war mit der Schiene verbunden. So drückte Azrael am Display ein paar Knöpfe. Plötzlich zog der Anzug sich zusammen. Azrael wartete, bis der Anzug richtig saß, und drückte wieder einen Knopf. Dieser Anzug war wie eine zweite Haut. Er trug sämtliche Kleidung einfach drüber. Über den rechten Arm, der nicht wie der linke Stoff frei war, band er sich eine Armschiene, die der linken sehr ähnlich sah. Sie war nur kürzer, und hatte kein Display. Die Oberfläche war glatt und schwarz. Azrael stellte sie auf seinen Arm ein. Die Vorderseite der rechten Schiene bildete eine Schale für die Hand. So war es ähnlich wie ein Handschuh, der an den Fingern offen war. So konnte man die Hand noch normal bewegen, ohne irgendeine Bewegung einzubüßen. Azrael streckte den Arm aus, und plötzlich öffnete sich die nahtlose Oberfläche. Die Schiene fuhr wie ein lebendiges Organ um Azraels Arm, und bildete einen gepanzerten Arm aus einem Stoff, dessen Name Azrael nicht kannte. Er hatte ihn erhalten, als man aus ihm eine Waffe des Todes geschmiedet hatte. Es gab drei dieser Anzüge. Sie wurden an die damaligen drei Schüler verteilt. Sie alle wurden im Namen des Schwarzen Lotus ausgebildet. Es war eine kriminelle Organisation, die bis heute noch die Unterwelt dominiert. Nicht nur im Bereich von Drogen, die den Schwarzen Lotus er groß gemacht hatten, im Jahre 2050 auf der Erde, später waren sie dafür bekannt die größten Spezialisten hervorzubringen. Mit Spezialisten waren Leute gemeint, die jeden Auftrag erfüllen konnten. Der Schwarze Lotus hat überall seine Finger drin, doch niemand weiß wer an der Führungsspitze sitzt.
Azrael jedenfalls besaß eine der Rüstungen. Zur Rüstung gehörten neben den Armschienen noch ein Gürtel, Stiefel und eine Kette. Azrael legte alles an, und aktivierte sie. Er wollte sich vergewissern, dass sein Equipment noch einsetzbar war. Die Stiefel, der Gürtel, und die Kette schienen ebenfalls zu Leben. Sie breiteten sich über den Körper des Trägers und formten eine Rüstung. Sie war vollkommen Schwarz. Und der Stoff selbst schien nahtlos, wie ein Schatten, und sich doch zu bewegen. Jedes Mal wenn Azrael ihn, berührte er ihm, um sicher zu gehen, dass es nicht flüssig war. Langsam, aber gleißend legte sich der Stoff über die linke Armschiene, diese selbst wurde vom Stoff übergangen, jedoch gab es keine freie Stelle mehr an Azraels Körper. Wie einzelne Platten härtete der Stoff, und bildete eine Rüstung. Sie hatte etwas Mittelalterliches. Nur war sie nicht so klobig wie die Ritterrüstungen. Den Schluss bildete eine Sonnenbrille. Es war eine silberne, mit rot getönten Gläsern. Aus ihr Formte sich eine Art Helm um den Kopf. Über das Gesicht verlief eine Maske, über den Kopf eine Art Platte, die mit der Maske verlief. Azraels Haare hatten hinten Platz, denn dort war die Maske offen. Seine langen Haare konnten dort raushängen. Diese Rüstung schütze Azrael aber nun nicht wirklich vor Waffen. Zwar würde Metall, zum Beispiel Kugeln einer Handfeuerwaffe, aus erhöhter Distanz abprallen, aber keines Fall die präzise Kugel eines größer Kalibringen Gewehres, oder gar einer Laser-Waffe. Von einem Lichtschwert gar nicht erst zu reden. Diese Rüstung war auch nicht zur Verteidigung geschaffen worden. Nachdem Azrael sich überzeugt hatte, dass alles funktionierte, ließ er Rüstung wieder einfahren. Zum Schluss stand er in dem dunklen Anzug da. Mit einem Gürtel, Stiefeln, Kette und den Armschienen. Die Sonnenbrille ließ Azrael auf der Nase. In der Tasche befanden sich noch sein Mantel, und seine Waffe. Den Mantel umgeworfen, und zugeknöpft, nahm er seine Handfeuerwaffe in die Hand. Im Grunde war es ein Revolver. Doch war der Lauf um einiges Länger. Er maß ohne weiteres 30 Zentimeter. Auch war anstatt der Trommel ein Magazin eingebaut worden. Dieses wurde durch ein automatisches Ladesystem ersetzt worden. So konnte Azrael bis zu 21 Kugeln am Stück feuern, wenn er die Waffe mit klassischen Kugeln geladen hatte. Auch war der Lauf eher eckig, als rundlich. Es befand sich noch ein Magazin drin, das er nicht angerührt hatte. Es war das einzige, dass Azrael hatte. Diese Waffe war einmalig. So hatte er auch nur ein Magazin, welches er nach verbrauch per hand neu mit Kugeln laden musste. Sie wurde unterm Mantel verstaut, und hing in einem Halfter am Gürtel. Die Kisten würde er später einordnen, dachte Azrael beim hinausgehen. Sie würden nun erst mal im Rizzo einchecken. Als Azrael den Wohnbereich betrat unterhielten sich Slavik und Josh immer noch. Azrael trat an sie heran. „Schön, dass ihr euch so gut versteht, dann wird es euch nichts ausmachen heute Nacht ein Zimmer zu teilen.“ Die beide starrten erst sich, und dann Azrael fragend an. „Wir übernachten im Rizzo.“ Josh fragte empört: „Und James?“ „James wird an Bord schlafen, und ich werde auf Winyett aufpassen.“ „Aufpassen nennt man das also“, fragte Slavik grinsend. Er schien vom Trip wieder runter zu sein. Azrael grinste zurück. „Wir setzen uns dann morgen mit der ASR in Verbindung.“, beschloss Slavik. Azrael nickte.


Episode by Winy:
Winy blieb noch eine Weile auf ihrem Bett liegen und blickte die gegenüber liegende Wand an. Obwohl sie es sich nicht anmerken lassen wollte, war sie mehr als genervt und sie war sicher, dass es alle anderen auch merkten. Sie hatte eigentlich weder Zeit noch Lust, auf diesem komischen Planeten zu bleiben und die Gesellschaft dieses Typen von gerade aufsuchen wollte sie schon gar nicht. Man musste wirklich nicht die beste Hackerin der Welt sein, um zu merken, dass mit dem etwas nicht stimmte. Es war zwar nicht mehr als ein Gefühl, aber ihren Gefühlen traute Winy normalerweise und nahm sie ernst. Oder war es gar kein Gefühl, sondern nur eine Antipathie gegen ihn? Egal, auf jeden Fall mochte sie ihn nicht, das stand fest und mit diesem Planeten wollte sie sich auch nicht unbedingt anfreunden. Und was ihre neuen „Freunde“ anging…auch da war sie sich nicht ganz sicher, ob sie ihnen trauen konnte. Aber wenn sie von der ASR kamen, mussten sie wohl vertrauenswürdig sein, auch wenn Winy nicht gut auf die ASR zu sprechen war. Wenn sie wieder im HQ war, würde sie erst einmal ein paar Leuten gehörig ihre Meinung sagen, das stand fest. Und warum mussten alle Winy andauernd wie ein Kind behandeln? Das störte sie wohl am meisten. Sie war nicht wehrlos und ein Kind war sie schon gar nicht. Punktum.
Wie um das zu bestätigen, stand Winy auf und machte sich an dem Waffenschrank in ihrem Zimmer zu schaffen. Nach einem kurzen Blick in den Schrank nahm sie sich eine leichte 9mm Pistole und ihr Lichtschwert. Das musste reichen.
Nachdem ihren Laptop genommen hatte, verließ sie das Zimmer und ließ die Tür hinter sich zuknallen. Als sie den Wohnbereich betrat, sah Winy, dass ihre „Freunde“ sich dort schon versammelt hatten. Sie konnte nicht verstehen, worüber sie sprachen.
„So…“, begann Winy mit einem herausfordernden Grinsen, „Da wir hier sowieso nichts zu tun haben, können wir auch genau so gut gehen…Zu diesem Rizzo oder wie das heißt. Wie auch immer, ich werde hier nicht dumm herumsitzen. Also, gehen wir?“ Die letzten Worte waren eher als Aufforderung statt als Frage formuliert, aber trotzdem schaffte es Winy nicht, ihre Worte so klingen zu lassen. Als sie in die Runde blickte, sah sie, wie Azrael den Kopf schief gelegt hatte und grinste, auch die anderen sahen nicht besonders überzeugt aus…Sie musste wohl wirklich aufhören, sich wie ein Kind zu benehmen. Winyett blickte noch eine zeitlang auffordernd in die Runde, während Azrael, Josh, James und Slavik sie einfach nur anblickten. Dann drehte sie sich auf einmal um und hob die Hand zum Zeichen, dass sie aufbrechen sollten; eine Geste, die ihnen mehr über Winy sagte, als die vier Männer wohl bereits wussten. Sie kam zu schnell, zu selbstverständlich, um zufällig zu sein. Winy war es gewohnt zu befehlen und dass ihre Befehle befolgt wurden. Endlich setzten sich die vier in Bewegung und folgten Winy, die mittlerweile den Raum verlassen und die Tür hinter sich geknallt hatte.
„Ok. Ich warte dann hier. Geht ihr mal ruhig.“, sagte James, bevor er wieder in Richtung Wohnbereich ging, er schien nicht besonders begeistert von dem Umstand zu sein, dass die anderen ins Rizzo gingen und er auf das Raumschiff aufpassen musste.

Der „Typ“ erwartete sie bereits an der Tür des Rizzo. Wie man an den Gesichtern der anderen erkennen konnte, außer an dem Azraels, der sich mal wieder nichts anmerken ließ, schienen sie froh zu sein, dass sie in dem imposanten Gebäude rasten konnten, aber Winy behagte das gar nicht. Das Gebäude sah einfach nur aus, wie ein riesiger Klotz mit vielen tausend Fenstern und Winys Meinung nach sah es nicht besonders ansehnlich aus. Der Typ paffte natürlich wieder an seiner Zigarette- oder was auch immer das war- und war Winy so unsympathisch wie nie zuvor. „Hallo, Azrael, schön Sie und ihre Begleiter zu sehen.“, grunzte der Typ und dabei blies er eine dicke, bläuliche Rauchwolke in ihre Richtung. Der Angesprochene antwortete mit einem knappen Nicken- wahrscheinlich mochte er den Typen auch nicht- und trat dann an ihm vorbei ins Innere des Gebäudes. Als der Typ auch Winy begrüßen wolle, sagte sie „Hi“ und ging dann schnellen Schrittes an ihm vorbei. Sie wollte wirklich nicht mehr Zeit als notwendig in seiner Gegenwart verbringen und Winy wusste es nicht, ob sie es verkraftet hätte, hätte der schmierige Typ ihr wohlmöglich die Hand schütteln wollen. Mit einem saueren Gesichtsausdruck schüttelte sie kaum merklich den Kopf. Wo war sie hier nur gelandet? Jedenfalls nirgendwo, wo sie sein wollte. Als sie sich umdrehte, sah sie, dass Slavik und Josh ebenso mit dem Typen verfuhren, der sich anschließend beeilte, zu ihnen aufzuschließen.
„Kommen Sie, kommen Sie. Ich zeige ihnen ihre Zimmer.“
Auf das Vergnügen hätte Winy wirklich nur zu gerne verzichtet, aber natürlich folgte sie, wie auch die anderem, dem Typen zu einem großen Aufzug, der so groß war, dass Winys Gleiter wahrscheinlich hineingepasst hätte. Oder um genau zu sein: Winys ehemaliger Gleiter, der jetzt kaputt auf der ebenso zerstörten Raumstation Solaris 4 lag.
Sie fuhren nur ein kurzes Stück mit dem Aufzug, dann drehte sich der Typ, der sie die ganze Fahrt über doof und nach dem Motto „Kann ich ihre Füße küssen“ angeguckt hatte, um und verließ den Aufzug um in einen großen, schön eingerichteten Gang einzubiegen, der eindeutig von Geld zeugte. Wem auch immer das Rizzo gehörte, Geld hatte er und anscheinend nicht zu knapp. Sie hielten vor zwei identisch aussehenden Türen, vor denen der Typ zwei ebenfalls identische Schlüssel aus seiner Tasche zog und einen je Azrael und Slavik gab. Die Räume unterschieden sich nicht wesentlich von dem Aussehen des Ganges, auf dem sie sich befanden. Alles war schön eingerichtet- es musste ein Vermögen gekostet haben- und sah einfach nur schick aus. Winy fühlte sich direkt wohl.
„Eigentlich…“, meinte Winy dann mit einem säuerlichen Grinsen, „teile ich mein Zimmer nicht mit Männern.“ Und ließ sich dann mit einem resignierenden Blick und zu Schlitzen verengten Augen auf das erstbeste Bett fallen. Sollte Azrael doch machen, was er wollte, Winy war zu müde und vor allem zu genervt um jetzt etwas zu sagen.
Dann fiel ihr noch etwas ein, weshalb sie zur Tür ging und sie mit Schwung aufriss. Als sie auf der anderen Seite der Tür ein unterdrücktes Kreischen hörte, drehte sie sich wieder um- ein breites Grinsen auf dem Gesicht- und ließ sich erneut aufs Bett fallen.
„Dein Freund scheint mir etwas neugierig zu sein. So, was machen wir?“
„Sehen wir uns doch hier etwas um. Du kannst ja hier etwas herumlaufen. Das Einkaufszentrum hier soll ganz nett sein. Wir sehen uns dann beim Abendessen.“
„Gut, wir sehen uns.“ Damit verschwand Winy aus dem Zimmer und betrat den Gang. Der „Typ“ war anscheinend verschwunden, auf jeden Fall sah Winy ihn nirgendwo. Das war auch gut für ihn, denn Winyett hätte nicht wenig Lust gehabt, ihn mehr als eine Tür gegen den Kopf zu schlagen. Mit ein paar schnellen Schritten war sie bei der Treppe…und blieb auf einmal stehen. Am anderen Ende des Ganges stand Fireburn und sah sie an. Winy stand da und sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an. Es kam ihr gar nicht in den Sinn, dass sie bewaffnet war und ehe sie sich versah, hatte Leon sich wieder mit einem Grinsen umgedreht und war verschwunden. Komischer Typ…
Entschlossen, Fireburn Fireburn sein zu lassen, drehte Winy sich aber schließlich um und lief die Treppe hinab, die ebenfalls ziemlich prunkvoll aussah. Nach kurzer Zeit kam sie in der Eingangshalle an, ignorierte den rauchenden Lackaffen, der ihr hinterher sah, obwohl sie gerne noch etwas Gemeines zu ihm gesagt hätte, und verließ das Rizzo.
Sie hatte nicht gefragt, wo das Einkaufszentrum war, aber das wäre auch gar nicht nötig gewesen: Ein dickes, in der Luft schwebendes Schild, das zu allem Überfluss auch noch leuchtete, dass man Augenkrebs davon kriegen könnte, stand mitten auf dem Weg und wies ihr den Weg zum Einkaufszentrum.
Unterwegs kamen ihr einige Gleiter entgegen, die in Kamikaze- Manier durch die Straßen flogen, Penner, die sie anpöbelten und Typen, bei denen Winy nicht sicher war, was sie darstellen sollten, aber die Hackerin beachtete sie nicht. Sie hatte nur noch Augen für das große Gebäude, das mit jedem Schritt, den sie tat, noch größer aussah. Warum war auf diesem Planeten nur alles so groß?
Einige tausend Menschen schienen durch die Geschäfte zu laufen, so viele, dass Winy sich nicht sicher war, wie viele es denn wirklich waren. Merkwürdige, skurrile Gestalten, aber auch ganz normale, die aussahen, wie Leute, die sich nach einem anstrengenden Tag ihre Zeit vertreiben wollten. Hier würden sie wirklich nicht auffallen, weder Winy, noch Azrael, Josh oder Slavik, die Winy unterwegs überrascht in dem Gedränge bemerkte, ohne das sie Winy aber bemerkten.
Sie sah wahrscheinlich aus, wie eine ganz normale Frau, die sich eine schöne Zeit machen wollte, in der Welt des Überflusses…
Und das würde Winy auch tun, an nichts denken und es sich einfach nur gut gehen lassen.
Sie grinste und steuerte einen Laden mit dem Namen „Coder’s Best“ an.
Ja…einfach nur Spaß haben…

Währenddessen lief der schmierige Typ zornig durchs Rizzo und hielt sich die blutige Nase. Damit würde er diesen Abschaum nicht einfach davon kommen lassen. Und als er erfahren hatte, dass die Corp. ein Kopfgeld auf diese Leute ausgesetzt hatte, war er fest entschlossen, sie der Corp. zu übergeben. Danach würde er ein reicher Mann sein…
Er grinste böse und setzte seinen Gang durch das Rizzo fort.
Nicht mehr lange...