Zitat Zitat
Original geschrieben von aurelius
[B]Na ja, worauf basiert denn dieses System - bessere (längere) Ausbildung = bessere Bezahlung? Darauf, dass der Fliesenleger früher fertig ist und meinetwegen seine Fliesenlegerfirma aufmacht und somit früher richtig verdient. Der künftige Arzt braucht halt noch 3 Jahre, in denen er kein Geld verdient. Na ja, und im Kommunismus würde der Arzt in der Ausbildung ja genauso viel verdienen, wie später, insofern wäre das Argument einer längeren Ausbildung nicht gegeben.
Hum..ok, das ist ne Sache - nur war es bisher ja nie so, dass man als Student Geld verdient hätte..geschweige denn soviel wie ein durchschnittlich verdienender Arbeiter - deshalb schloss ich das bisher aus.

Nur, was ist dann mit dem Kindesalter - erhält man da schon genau so viel wie alle anderen oder beginnen diese Zahlungen erst mit dem Arbeitsantritt, egal was es sei?
Und was ist, wenn eine Familie fünf Kinder hat und sich aufgrund der Zuzahlungen für diese einen viel besseren Lebensstandart leisten kann als eine kinderlose?
Das System müsste so extrem gut durchdacht sein (abgesehen vom menschlichen Aspekt, der ja schon nicht funktioniert), dass Menschen es kaum gerecht aubauen könnten, mit der Demokratie harperts ja schon an tausend Ecken.

Zitat Zitat
Gut, bleibt das Argument, der Arzt hat mehr Verantwortung. Klar, aber trotzdem ist der Beruf des Fliesenlegers (IMO) nicht weniger hart. Man kriecht den ganzen Tag auf dem Boden herum und muss schwere Steinplatten ordentlich in Beton pappen. Mit 50 sind die Knie und der Rücken kaputt.
Sicherlich ist der Arzt-Beruf auch hart, wie du sagtest mit der Verantwortung, mit der permanenten Konzentration und vielleicht auch mit dem seelischen Aspekt. Trotzdem find ich die teilweise riesigen Differenzen zwischen beiden Berufen nicht gerechtfertigt. Jeder, der bemüht ist, seinen Job gut zu machen, egal ob es nun Fließen legen oder Hüften zusammenschrauben ist, hat meiner Meinung nach das Recht auf gleiche Entlohnung.
Mhh, ok - was Anstrengung angeht magst du Recht haben, aber für mich zählt das Maß der Verantwortung doch sehr - zumal die Leute mit der größten Verantwortung in der heutigen Zeit auch meistens mehr Geld verdienen.
Zudem gibt es ja noch genügend anderer Jobs die wahlich nicht auf das Niveau eines Arztes oder Fliesenlegers kommen. Was ist mit freischaffenden Künstlern die alle Tage mal ein Bild zeichnen? Nur als Beispiel.

Des Weiteren würde mich interessieren, was mit den momentan ja noch 4 Mio. Arbeitslosen geschieht?
Beziehen sie dann exakt soviel Geld wie die arbeitende Bevölkerung? Wenn ja wäre das der blanke Hohn.

Was soll gegen die Arbeitslosigkeit unternommen werden? Das gleiche wie damals, als jeder nur deshalb Arbeit hatte, weil wirklich alles bezahlt und aus jedem Scheiß ein Job wurde? Siehe die Leute die damals eingestellt wurden, Bürgersteige anzumalen und dafür auch noch den Normlohn erhielten, wie eben jeder andere. Irgendwann fangen selbst die loyalsten und uneigennützigsten Menschen an, sich verarscht zu vorzukommen.

Zitat Zitat
Das ist mein Ideal.
Respekt - insbesondere, wenn du das auch noch in 2, 5 und 20 Jahren behaupten kannst.

@Zareen

Mh, ok als Privileg kann man es zwar schon bezeichnen - aber letztlich auch nur, wenn man es sich erarbeitet. Und hier sind wir doch schon wieder bei Leistungsgesellschaft.
Auch im Kommunismus wird ein Hauptschüler nie auf die Uni/FH gehen können, selbst wenn er es wollte.

Privileg nur insofern, dass es Leute (und Länder) gibt (in denen) die auch nach Abschluss einer hochrangigen Schule nicht studieren können/dürfen oder aber, wie in Amerika, entweder viel Geld bezahlen müssen oder Stipendien benötigen.

Zitat Zitat
Ein anderer Aspekt ist die Nützlichkeit der ausgeführten Arbeit für die Masse. Ich würde mich in den Arsch getreten fühlen wenn ich extrem viel schuften müssen würde, eine unglaubliche Verantwortung trage, anderen Menschen ziemlich viel helfe und bei alledem dennoch genauso wenig Geld erhalte wie jemand mit einem Beruf der weniger Nutzen hat.
*sign*