Und hier wieder eine neue Episode von Repko!
Wie immer Gruß an die CdU
Viel Spaß beim Lesen
Die kühle Abendluft peitsche in TQs Gesicht, während er die kurze Marmortreppe zum Polizeirevier von Talster City hinaufschritt. Seine Arme hingen schlaff an seiner Seite herunter, seine Beine machten kleine Schritte, seine Augen waren leer. Er schien im Moment nichts zu empfinden, nichts zu denken, nichts zu fühlen.
In dieser kühlen Gelassenheit öffnete er die zum Glück noch geöffnete Glastüre. Er befand sich in der kurzen Eingangshalle und steuerte auf den schlafenden Pförtner vor, der hinter einer Panzerglasscheibe saß.
Zuerst lehnte sich TQ an den kleinen Sims vor dem Pförtner und sah ihn schweigend an. Es war schon oft passiert, dass Weal eingeschlafen war, doch man hatte es immer geduldet.
Nachdem TQ eine halbe Minute gewartet hatte, schlug er mit der Faust auf den Sims.
„Wach auf, Jason.“, rief er nervös. Weal schreckte auf und blickte hektisch um sich, bis sein Blick an TQ haften blieb.
„Mi...Mister The Question? Sie sind wieder da?“, stotterte er. TQ seufzte und sah den kleinen, dicken Mann zweifelnd an. „Ja. Natürlich bin ich wieder da. Stünde ich sonst hier?“, fragte er.
Weal nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, bevor er sich wieder beruhigte. „Sicher nicht. Aber was wollen Sie?“, fragte er.
„Ich will morgen mit Sunny sprechen.“, gab TQ zurück
Etwa 30 Stunden zuvor:
TQs Hände waren auf seinen Rücken gefesselt. Ein dichtes Stück Leinentuch verdeckte sein komplettes Gesicht, sein Mund war mit Klebeband zugeklebt worden. Von Repko und Mr.Z flankiert, wurde er durch einen dunklen Gang gezerrt. Niemand sprach ein Wort. Mit einem Ruck wurde TQ durch eine offene Türe geschleudert und landete unsanft auf dem Boden. Eine kräftige Hand hievte ihn ruckartig am Kragen wieder auf die Beine. TQ stöhnte auf vor Schmerz.
Das erste, was er sah, nachdem man ihm das Tuch vom Gesicht nahm, war das kalte Gesicht von Mr.Z. Zwei kräftige Hände drückten ihn von hinten in einen Stuhl. Mr.Z nahm einen dicken Strick, und begann, ihn um TQ und den Stuhl zu binden.
Repko erschien vor ihm und riss ihm das Klebeband vom Mund. TQ merkte, dass einige Stoppeln seines Dreitagebartes unter starkem Zwicken herausgezerrt worden waren.
„Was verdammt noch mal wollt ihr?“, brüllte TQ.
Auf sein Gebrüll hin schlug ihm Mr.Z mit der Faust gegen den Hinterkopf, sodass dieser nach vorne geschleudert wurde.
„Halts Maul.“, ermahnte ihn Repko. „Sonst passiert was.“
„Du musst mir sagen, wo du das verdammte letzte Jahr gesteckt hast.“, sagte Sunny eindringlich. TQ strich sich eine Augenbraue glatt, während er aus dem Fenster sah und den Sonnenaufgang beobachtete. „Spielt das eine Rolle?“, fragte er gleichgültig.
Sunny packte ihn an der Schulter und drehte ihn zu sich um. „Ja, verdammt. Es ist wichtig. Du warst ein Jahr lang nicht aufzufinden.“, tönte Sunny mit seinem tiefen Bass.
„Nun ja.“, begann TQ. „Ich wurde meines Amtes enthoben, mein bester Freund starb – ich hasste diese Stadt. Ich musste hier so schnell, wie möglich weg. Ich brauchte einfach Abstand.“, sagte er und versuchte, der Erinnerung wegen, traurig zu klingen.
Sunny ging zurück zu seinem Schreibtisch und lies sich in seinen Chefsessel fallen. „Und wieso bist du nach einem Jahr zurückgekommen?“, fragte er, plötzlich beruhigt.
„Ich habe in der Zeitung gelesen, dass die ASP wieder ins Leben gerufen wurde. Daraufhin ist mir eingefallen, dass...“, TQ hielt inne und machte eine Wirbelnde Geste mit der rechten Hand, als wüsste er nicht genau, was ihn dazu bewegt hatte. „Während ich bei der ASP war, hatte ich stets eine Aufgabe – ein Ziel. Während dem letzten Jahr hatte ich nichts außer meiner Existenz und selbst die war nicht mehr dasselbe wie früher. Ich habe mir an Häfen etwas Geld als Kohlelöscher verdient, bin immer wieder mit einem Frachter irgendwo hingefahren – ziellos.“ TQ sah nach Sunny und blickte ihm in die Augen. Sunny schien interessiert zuzuhören. Dennoch war sich TQ nicht sicher, ob der Polizeichef ihm glaubte.
„Als ich gehört habe, dass es die ASP wieder gibt, sah ich meine Chance, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.“ Er ging zwei Schritte auf den Schreibtisch zu und machte eine flehende Geste mit beiden Händen. „Bitte, ich muss wieder zur ASP, zu meinen alten Kameraden.“
“So, und jetzt hörst du mir gut zu.“, sagte Repko eindringlich. „Du wirst uns einen kleinen Gefallen tun. Einen ganz kleinen nur.“ Grinsend winkte er Mr.Z zu, der daraufhin einen Vorhang an der Wand vor TQ zur Seite schob und ein großes Fenster freigab. Dahinter sah er Gala. Der große, braungebrannte Spanier war ebenfalls an einen Stuhl gebunden. Sein Kopf war blutig, Blut quoll aus einer Platzwunde auf seiner Stirn. Sein Knebel war getränkt von Schweiß, Speichel und Blut. Die Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben, während er sich verzweifelt wand und versuchte, sich zu befreien.
„Er kann uns nicht sehen.“, knurrte Mr.Z. Repko nickte zufrieden, während er sich eine Zigarre ansteckte. Er nahm ein Streichholz und entzündete es an der Stuhllehne, direkt neben TQs Gesicht. Mit einer schützenden Bewegung führte er die Flamme an die Spitze seiner Zigarre. Er nahm einen tiefen Zug, bevor er das Streichholz in eine Ecke warf, wo es erlosch. Er atmete den Rauch in TQs Gesicht aus. „Wie Sie wissen, ist er für uns nicht von Nutzen. Wir haben kein Problem damit, ihn umzubringen.“, sagte er.
TQ merkte, wie sein Gesicht sich zusammenkrampfte. „Was wollen Sie.“, grunzte er voller Wut.
„Sie haben gehört, dass die ASP wieder ins Leben gerufen wurde?“, fragte Repko, ohne sich der Wut TQs anzuschließen. „Sie werden sich der Einheit wieder anschließen.“ Er zog fest an seiner Zigarre und Rauch strömte ihm aus den Nasenlöchern. „Wir werden Sie überwachen. Mit Wanzen und dem ganzen Krempel. Außerdem werden Sie uns regelmäßig Berichte schreiben. Wir wollen alles wissen.“ TQ holte tief Luft, um die Wut zu unterdrücken.
„Ich würde meine Freunde niemals an die Spam Mafia verraten.“, knurrte er und drückte seine Kiefer so stark aufeinander, dass er Schmerzen bekam.
Repko kniete nieder, um mit TQ auf Augenhöhe zu sein. „Wenn Sie uns nicht helfen, passiert Ihrem Freund etwas.“ TQ wandte sich vom Gesicht des alten Mannes ab, um es auf Gala zu richten, der noch immer versuchte, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien.
„Er würde von mir verlangen, dass ich ihn sterben lasse.“, sagte TQ, mit einem Anflug von Verzweiflung. „Wir haben geschworen, dass die Sicherheit der Welt über der Freundschaft steht. Ich würde ebenfalls verlangen, dass er mich sterben ließe, in einer solchen Situation.“
Repko lachte und winke Mr.Z erneut zu. Dieser lief zu einem weiteren Vorhang an der Wand rechts von TQ. Er öffnete ihn.
Als TQ sah, was dahinter lag, wurden seine Augen groß wie Untertassen. Sein Unterkiefer klappte nach unten.
Der Schweiß perlte ihm langsam von der Stirn und sein Mund trocknete aus, während er merkte, dass er zu Zittern begann.
„Das habt ihr nicht, ihr Dreckschweine.“, hauchte er ungläubig.
Sunny hatte zugestimmt. Heute, einen Tag darauf, saß TQ in seinem Hotelzimmer. Er durfte wieder bei der ASP arbeiten, wenn auch nur als einfacher Kommissar. Heute würde er zum ersten Mal seit einem Jahr wieder seine alten Freunde treffen, würde er wieder seinen alten Posten übernehmen. Und er würde seine Freunde verraten. Verbitterung machte sich in ihm breit. Er hätte weinen können. Am liebsten hätte er sich in eine Ecke gesetzt und seinen Tränen freien Lauf gelassen, doch er musste in einer halben Stunde in seinem neuen Büro sein. Er durfte es jetzt nicht vermasseln.
Als er – in Anzug und Krawatte – vor dem Hotel stand, in dem er wohnte, fand er gleich ein Taxi.
Die Fahrt zur Polizeizentrale dauerte nur etwa zehn Minuten, doch TQ kam es wie zehn Stunden vor. Sein Gewissen plagte ihn. Er hatte Angst davor, zu versagen – er wusste, dass er sowieso versagen würde. Er musste seine Freunde verraten. Das war das eine Versagen, und würde er es nicht tun...
Bei der Zentrale angekommen, öffnete Sunny Hoffman die Tür des Autos. TQ bezahlte den indischen Fahrer und stieg aus. Gemeinsam liefen TQ und Sunny die Treppe hinauf.
„Na, gut geschlafen?“, fragte Sunny. „Ging so.“, erwiderte TQ brummend.
Sie trotteten gemeinsam durch die Gänge der Zentrale. TQ nahm nichts von dem wahr. Er war wie in Trance. „Und hier ist dein Büro.“, sagte Sunny feierlich und öffnete eine Türe. Dahinter sah TQ StealGray, Ninty, Ete und zwei weitere Männer, die er nicht kannte. ‚Ja’, dachte TQ ‚diese Leute werde ich verraten.’ „Ach übrigens, du solltest dich bei deiner Frau melden.“, sagte Sunny.
Hinter dem Fenster saßen TQs Frau Issy, sowie seine Söhne Chuckie und Favian.
„Ihr Arschlöcher!“, brüllte TQ aus vollem Halse und brach in Tränen aus. „Das könnt ihr nicht machen.“
Repko war plötzlich ernst. „Und ob wir das tun. Also. Helfen Sie uns jetzt?“





Zitieren




Woah, DJ hat meine erste Episode rausgelassen, da muss ich mich ja ersma bei euch allen entschuldigen und als Trostpflaster gibt es hier eine neue Episode von ... DJ n ^^
)