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Thema: Der Spam-Mafia-Roman - Schatten über Talster City

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Und weiter gehts. Mit DJ n und.... SCHON WIEDER ICH? !

    DJ n:
    Obwohl der Besuch der Triaden schon einige Tage her war, war Ghost noch immer gezwungen, eine Halskrause zu tragen. Der bullige Chinese hatte ihm doch tatsächlich mehrere Halswirbel verrenkt und das mit bloßen Händen. Mit diesen Triaden war nicht zu spaßen, soviel war Ghost mittlerweile klar geworden.
    Doch ebenso wenig sollte man es sich nicht mit der Spam Mafia und ihren Paten Don Göfla verscherzen, vor allem wenn man schon sei etlichen Jahren für ihn und seine Organisation die Finanzen geregelt hat und dafür sorgte, dass immer genügend Geld in der Kasse der Mafia vorhanden war.
    Daher starrte Ghost mit gemischten Gefühlen auf den Zettel, auf dem in ordentlicher Handschrift eine Zahlenfolge aufgeschrieben worden war. „Das ist die Kontonummer, auf der sie nach und nach die kompletten Finanzen der Spam Mafia transferieren werden.“ hatte der bullige Chinese, Manga-Protector war sein Name gewesen, gesagt, nachdem er Ghost aus seiner Umklammerung entlassen hatte und sein schweigsamer Partner das Gewehr wieder unter seinen Mantel gesteckt hatte. „Wir haben uns schon mal die Freiheit genommen und in ihren Unterlagen bezüglich der Mafia etwas herumgestöbert.“ hatte dann plötzlich der Mann mit dem langen Mantel gesagt und ein dünnes Grinsen aufgesetzt. „Daher wissen wir auch über die genaue Höhe des ’Familienvermögens’ bescheid. Sollten wir nicht innerhalb der nächsten 72 Stunden die komplette Summe, abzüglich einer kleinen Provision für sie in Höhe von 3%, auf unserem Konto finden, werden wir sie wieder besuchen.“. Der Mann im langen Mantel kam näher an den Tisch heran und beugte sich zu Ghost herüber, so dass ihre Gesichter beinahe einander berührten. Eine dünne Alkoholfahne schlug Ghost bei jedem Wort des Mannes, der einen russischen Akzent hatte, entgegen. „Und dieser Besuch wird nicht so glimpflich verlaufen, wie der jetzige.“ flüsterte der Mann mit einem bedrohlichen Ton; Ghost lief ein Schauer nach dem anderen über den Rücken. Jedoch schaffte er es, genügend Ruhe in seine Stimme zu legen, als er sagte: „Aber… aber was ist, wenn Don Göfla dahinter kommt und mich zur Rechenschaft zieht? Wer garantiert für meine Sicherheit?“. Ein Lächeln breitete sich auf dem Gesicht des Chinesen und des Mannes mit dem russischen Akzent aus. „Lassen sie das einfach unsere Sorge sein. Erledigen sie nur ihren Auftrag.“. Mit diesen Worten waren die beiden aus dem Büro verschwunden.
    Seit dem waren 2 Tage vergangen und Ghost hatte noch nicht einmal annährend die Hälfte des Vermögens auf das Konto der Triaden überwiesen. Zwar war Ghost ein Meister, wenn es darum ging, gewisse finanzielle Aktivitäten so verschleiert wie möglich zu halten, doch beim umgekehrten Weg, die verschleierten Finanzen wieder ans Tageslicht zu bringen und das Kapital wieder wandern zu lassen, das war nicht seine starke Seite. Langsam bekam er es mit der Angst zu tun, denn die Zeit schien zwischen seinen Fingern wie Sand zu verrinnen und im Nu würden auch seine letzten 24 Stunden abgelaufen sein und dann würden sich die Triaden mit ihm befassen; vorausgesetzt, die Spam Mafia käme ihnen nicht zuvor. Ein so drastischer Einschnitt in den Finanzmitteln der Spam Mafia würde dem Don sicher nicht verborgen bleiben und dann ging es Ghost an den Kragen.
    Mit zwei Fingern begann Ghost seine Schläfen zu massieren. Ihm musste etwas einfallen, wie er sich aus dieser Miesere befreien konnte. Plötzlich meldete sich der Summer auf seinem Tisch. „Sir, hier sind zwei Männer, die mit ihnen sprechen wollen. Sie sagen, es sei wichtig.“ sagte die Frauenstimme aus der Gegensprechanlage. Ghost starrte einige Sekunden auf den kleinen Kasten auf seinem Schreibtisch. Dann antwortete er endlich, bemüht, so wie immer zu klingen: „Sagen sie den Herren, sie können sofort eintreten. Ich muss nur noch… kurz was erledigen.“. „Wie sie wünschen.“. Die Anlage ging mit einem leisen Knacken aus und Ghost begann, wie verrückt, ein Schlüsselbund aus seiner Hosentasche zu ziehen und daran einen Schlüssel zu suchen. Als er den gesuchten Schlüssel in der Hand hatte, es war ein kleiner silberner Schlüssel, steckte er diesen rasch in das Schloss seiner obersten Schreibtischschublade und nachdem er den Schlüssel gedreht hatte, riss er die Schublade beinahe heraus. In ihr fand Ghost einen glänzenden Revolver und eine kleine Schachtel mit Patronen darin.
    Mit einer schnellen Bewegung ließ Ghost die Trommel des Revolvers aufschnappen und beinahe panisch begann er, in die leeren Kabinen die Kugeln zu füllen. Als alle Kabinen gefüllt waren, ließ er die Trommel wieder einrasten und den Revolver in der rechten Jackentasche verschwinden. Danach schloss er die Schublade und setzte sich in den Sessel. In aller Ruhe betätigte er den Knopf der Gegensprechanlage. „Die Herren können reinkommen.“ sagte er mit gekünstelter Ruhe; kalter Schweiß stand ihm auf der Stirn und sein Herzschlag musste mehr als Zehn mal so schnell sein, wie sonst.
    Die Tür seines Büros ging auf und drei Männer traten ein. Es waren nicht, wie Ghost gefürchtet hatte, die Triaden. Die drei Männer waren allesamt in dunkle Anzüge gekleidet. Einer von ihnen hatte graues Haar, dass ordentlich zurückgekämmt war und rauchte eine dicke Zigarre. Ein anderer war recht dünn, hoch gewachsen und hatte einen Ausdruck in den Augen, der Ghost das Blut in den Andern gefrieren ließ.
    Als Ghost seinen Blick auf den Dritten richtete, stockte ihm der Atem. Es war jener Mann, der seiner Zeit mit Don Göfla bei ihm gewesen war. Zwar wusste Ghost nicht mehr, wie der Pate ihn genannt hatte, jedoch war ihm klar, dass es sich bei ihm um ein hohes Tier der Mafia handelte.
    „Mister Ghost.“ sagte der Mann mit den braunen Haaren, der Ghost so bekannt vorkam. „Sie wissen wahrscheinlich, wer mich schickt?“. Natürlich wusste er es. „Don Göfla schätze ich.“ antwortete Ghost betont ruhig. Seltsamer weise hatte sich sein Puls wieder verlangsamt und der Schweiß war verschwunden. „Sehr richtig. Haben sie eine Ahnung, warum er mich zu ihnen schickt?“ fragte der Mann. Ghost zuckte mit den Achseln. „Keine Idee.“. Der Mann mit den braunen Haaren war den Kopf in den Nacken und lachte kurz auf. Als er Ghost wieder ansah, drückte sein Blick mehr Verachtung und Kälte aus, als Ghost jemals bei einem Menschen gesehen hatte. Schnellen Schrittes kam er näher, gefolgt von den zwei anderen, und schlug beide Fäuste auf Ghost’s Schreibtisch. „Verarschen sie mich nicht, Mister Ghost. Das würde ihnen nicht gut bekommen!“ zischte der Mann. „Seit einigen Tagen vermissen wir horrende Summen auf unseren Konten, wissen sie das?“. Ghost schüttelte mit dem Kopf. Plötzlich schien er die Fähigkeit zu Sprechen verloren zu haben; dafür betastete er immer hektischer den Griff seines Revolvers in der Jackentasche und die Berührung beruhigte ihn irgendwie. „Und wissen sie noch was? Wir haben ein wenig nachgeforscht und wissen sie worauf wir gestoßen sind?“. Der Mann machte eine Kunstpause, bevor er Ghost anbrüllte: „DIE SUMMEN, DIE UNS FEHLEN, SIND DURCH SIE VON UNSEREN KONTEN TRANSFERIERT WORDEN UND IRGENDWO ANDERS HIN GEFLOSSEN! KÖNNEN SIE MIR DAS ERKLÄREN, MISTER GHOST?“. Ghost schüttelte den Kopf. Er wusste, dass diese Szenerie so oder so damit enden würde, dass er tot sein würde. Er hatte also nichts mehr zu verlieren. In einer schnellen, wenn auch leicht plumpen Bewegung fuhr Ghost aus seinem Sessel hoch und schubste den Mann mit den braunen Haaren von sich weg. Gleichzeitig wollte er den Revolver aus seiner Tasche ziehen, jedoch verfing sich die Waffe im Stoff der Tasche. Ghost zerrte mit mehr Kraft an dem Griff und nachdem ein kurzes Reißgeräusch ertönte, hielt Ghost seine Waffe in der Hand und zielte damit auf den Mann mit den braunen Haaren.
    Doch er war zu langsam gewesen. Der Kerl mit der Zigarre hatte seinerseits eine Automatikpistole gezogen und zielte damit auf den Kopf von Ghost, während der hagere Mann mit den kalten Augen den anderen hinter sich geschoben hatte und in einer Hand eine Pistole, in der anderen ein kleines Messer hielt. „Schlechte Aussichten für sie, Mister Ghost. Sehr schlechte Aussichten, wenn ich das mal so sagen darf.“ sagte der Mann mit den braunen Haaren. Auf seinem Gesicht spiegelte sich ein Grinsen wieder. „Es ist zwar äußerst bedauerlich, aber für Verräter wie sie haben wir keine Verwendung… das scheint ja zur Mode zu werden. Erst diese Missgeburt von Asiaten und jetzt auch noch der.“. Den letzten Teil hatte der Mann nur gemurmelt. „Macht ihn fertig, Jungs.“. Das war der letzte Satz, den Ghost who walks inside hörte, bevor sein Schädel durch mehrere Kugeln zerfetzt wurde und die Welt um ihn herum sich schwarz färbte…


    Repko:
    Mit einer warmen Papiertüte in der rechten Hand verließ DJ n "Chrischplak's", eine kleines Fastfood Etablissement in der Nähe des Piers. Die Hafengegend schien ausgestorben, bis auf die vollgestopften Hafenkneipen in denen die vielen Seemänner auf Landgang ihr Heimweh mit Bier und Schnaps ertränkten um sich anschließend die Köpfe einzuschlagen.
    Aus der Tüte entschwand ein strenger Geruch nach Frittierfett und ranzigem Fleisch. DJ n rümpfte die Nase und fragte sich wie es Menschen geben konnte, die sich von dieser Art Nahrung gerne ernährten.
    Das Gelächter, das Gebrüll, auch das Bersten von Holz und Glas, das aus den Hafenkneipen drang wurde immer leiser, je weiter DJ n zwischen die alten Lagerhäusern und Werften vordrang. Obwohl er keinen Verfolger befürchtete versuchte er, sich nach Möglichkeit im Schatten zu halten und das Knirschen des morschen Holzsteges leise zu halten. Die sanfte Meeresbriese, die die Wellen laut brausend gegen den Strand blies war ihm dabei eine wohlkommende Hilfe.
    Während er auf den Boden starrte schlenderte er um eine Ecke, und richtete seinen Blick erst wieder geradeaus, als er stimmen vernahm. In ein paar Metern Entfernung meinte er das Licht aus Yoshis Schuppen sehen zu können, doch etwas stimmte nicht. Die Türe war weit aufgerissen und im Inneren schien ein heftiger Streit zu toben.
    Mit einem Satz ging hinter einem großen Holzfass in Deckung und versuchte das Geschehen zu belauschen. Er hörte eine hohe Frauenstimme, die wie eine Furie zu schimpfen schien
    „Irgendwas muss doch mit der Türe passiert sein, wäre sie sonst in einem solchen Zustand?“, schrie die Stimme der Frau. DJ n versuchte krampfhaft, auch die Antwort zu verstehen, doch er hörte nur eine leise, abgehackte Stimme, vermutlich die Yoshis.
    „Lüg mich nicht an, du Wurm.“, schrie die Frauenstimme so abrupt, dass DJ n kurz aufschreckte. „Du bist sehr schlecht im Lügen und dein kläglicher Versuch ist eine Beleidigung für mich.“ Es folgte eine kurze Pause und DJ n riskierte einen Blick an dem Fass vorbei.
    Er sah Manga-Protector, der lässig im Türrahmen lehnte und in das Innere der Baracke starrte. Dahinter, in dessen Schatten stand eine weitere Gestalt mit dem Rücken zu DJ n, sodass es ihm sehr schwer fiel, die Person zu erkennen.
    Als das Gespräch wieder einsetzte hatte sich die Stimme der Frau wieder beruhigt sodass DJ n außer ein paar gedämpften Lauten in der Ferne nichts verstand.
    Plötzlich, ein Schrei. Ein Lauter, hoher und markerschütternder Schrei. DJ n presste schnell beide Hände an seine Ohren, als er merkte, das der Schrei von einer Quelle direkt neben ihm kommen musste. Als der Schrei plötzlich wieder verstummte drehte DJ n hastig den Kopf nach rechts und sah eine Möwe, die sich neben seiner Chrischplak’s-Tüte niedergelassen hatte und drauf und dran war, diese zu zerreißen. „Weg da.“, flüsterte DJ n und fuchtelte vor dem weißen Vogel mit der Hand herum, um kurz darauf seinen Fehler zu bemerken. Die Möwe flog sofort davon in Richtung Triaden, wieder ließ sie ihren grässlichen Schrei vernehmen.
    DJ n drehte seinen Kopf nun in die andere Richtung und sah, dass der Mann hinter Manga-Protector in seine Richtung starrte.
    Schnell nahm DJ n wieder Deckung ein, in der Hoffnung, man hätte ihn noch nicht bemerkt.
    „Hey, Manga. Ich glaub da hinten war was.“, sagte eine tiefe männliche Stimme, die DJ n sofort bekannt vorkam.
    „Dann sieh nach, Savage!“, gab Manga-Protector genervt zurück.
    Da kam es ihm plötzlich. Es war Savage. Der Savage, der seinen Meister getötet hatte. Der Savage, wegen dem er erst nach Talster City zurückgekommen war. Er schlug seinen Mantel zurück und legte Hand an sein Katana. Während er das feste Leder um den Griff spürte und tief Luft holte, brach ihm der kalte Schweiß aus. Nun, jetzt sofort konnte er seinen Meister rächen. Während er das hypnotische Knarren der Holzplanken näherkommen hörte ging ihm immer wieder ein Gedanke durch den Kopf. ‚Ein Sprung, nur ein kleiner Sprung, und dann Zustechen. Dann habe ich meinen Meister gerächt.’ Savage konnte noch höchstens vier Meter von ihm entfernt sein. Zum Glück stand das Fass auf einer leichten Anhöhe, sodass Savage nicht darüberblicken konnte.
    Doch er wusste auch, dass die Triaden vielleicht zahlreicher gekommen waren, als er vermutete und möglicherweise bewaffnet waren. Er hatte die Situation nicht überblicken können, somit wäre ein plötzlicher Angriff auf Savage sehr riskant sein können, außerdem würde er Yoshi in Gefahr bringen. „Schnelligkeit braucht nur der Narr.“, hatte ihm sein Meister immer gesagt. „Selbst ein Lahmer kann den Krieg gewinnen, wenn er das Schlachtfeld überblickt.“
    Doch welche andere Wahl blieb ihm als zu kämpfen, wenn Savage ihn entdeckte. Die Frauenstimme riss ihn wieder aus seinen Gedanken. „Was machst du da, du Affe?“, sagte diese genervt. Das Knarren der Holzplanken blieb mit einem Mal aus.
    „Oh... ich habe nur...“, sagte Savage, bevor er unterbrochen wurde. „Schon klar, du hast nur. Komm jetzt, ich will gehen.“
    Nach einem Kurzen Zögern setzten die lautstarken Schritte wieder ein, dennoch entfernten sie sich deutlich von ihm. Erleichtert und enttäuscht zugleich lehnte sich DJ n an das Fass und atmete aus. Er blieb vorsichtshalber noch zwei Minuten sitzen, bevor er den Kopf langsam herumdrehte und an dem Fass vorbeispähte. Nichts. Die Türe war wieder verschlossen. Durch das kleine vom Meersalz getrübte Fenster flackerte nur ein leichtes Lichtlein, weit und breit schien keine Person zu sein. Langsam stand er auf und packte die nunmehr kalte Papiertüte bevor er wachsam auf den Schuppen zulief. An der Türe angelangt bemerkte er sofort, dass er mit seinem Katana tiefe Furchen in den Rahmen gesägt hatte, beim Versuch den Riegel anzuheben. Da er nun wusste, dass Yoshi die Türe von innen öffnen konnte, wohl aber so eingeschüchtert worden war, dass er einen Fluchtversuch nicht wagen wollte, klopfte er langsam an der Türe an. Müde Schritte näherten sich ihm und entriegelten die Türe.
    Als sie einen Spalt weit aufgerissen wurde, sah DJ n sofort Yoshis angespanntes Gesicht. Er wundert sich nicht weiter darüber und reichte ihm die Tüte.
    „Ich hab dir was zu Essen besorgt.“, fügte er hinzu. Yoshi blickte ihn mit großen Augen dankend an.
    Nein, nicht dankend, es war eher entschuldigend. War es vielleicht sogar warnend?
    DJ n hätte besser auf diesen Blick achten sollen, denn die Türe wurde mit einem Mal aufgerissen. DJ n blickte in ein markantes Gesicht, um dessen rechtes Auge ein Drache eintättowiert war.
    DJ n machte einen kleinen Satz zurück und zog sein Schwert. ‚Jetzt überblicke ich das Schlachtfeld. Jetzt ist die richtige Zeit für meine Rache.’, dachte er und der Schweiß brach ihm wieder aus.

    „Er ist im Hafen.“, gab Ruffy triumphierend bekannt, als er in die Küche stürmte, wo Mr. Z und Repko gerade mit nackten Oberkörpern vor den Waschbecken standen und sich Blut von der Kleidung und den Händen wuschen. „Wer ist im Hafen?“, fragte Repko nervös, während er eine Tube Rasierschaum aus einem kleinen Spiegelschränkchen nahm.
    „DJ n natürlich.“, gab Ruffy zurück. Die beiden Leibwächter des Paten warfen ihm ungläubige Blicke zu. „Toll, wieso sagst du uns das?“, fragte Repko.
    „Nun, wir haben Kameras an vielen Stellen in der Stadt versteckt. Und vor ein paar Minuten ist ein Auto der Triaden aus dem Hafen gekommen. Scheint so, als hätte er sich mit denen getroffen.“ Repko hatte sich gerade einen kleinen Haufen des Schaumes auf die Hand gesprüht, als er verdutzt den Blick aufrichtete. „Weiß der Don schon davon?“, fragte er. Ruffy nickte kurz. „Er will, dass wir drei und... und dieser Dings... wie heißt er doch gleich. Ach ja, DragonThorm. Er will, dass wir uns da mal umsehen. Bewaffnet natürlich.“
    „Keine ruhige Minute hat man.“, knurrte Mr.Z während er sich ein weißes Polohemd überstreifte und ein leichtes Stoffjackett umlegte in dessen inneren er seine Maschinenpistole verstaute..
    Repko zog sich einen grauen Rollkragenpullover an und schob seine abgesägte Schrotflinte darunter, bevor er seine Zigarre in das Spülbecken warf und an Ruffy vorbei auf den Gang eilte.

  2. #2
    So. Und wieder kommen hier 3 weitere Prachtstücke aus dem Roman. Diesmal stammen sie aus den Federn von TQ, mir und Repko!
    Viel Spass

    TQ:
    Es waren nun 2 Arbeitstage seit seinem Berichtsabgabetermin vergangen, und TQ lag in seinem Bett. Kalter Schweiß rann ihm über die Stirn und er zitterte am ganzen Körper. Er murmelte etwas, bevor er die Augen aufriss und aus dem Bett fiel.
    Er hatte schon wieder einen Albtraum. Er wusste nicht, ob er psychisch schon zerfallen war, oder er sich einfach nur zu große Sorgen machte.
    Er wischte sich den Schweiß von der Stirn und zog sich an, denn heute hatte er etwas vor. Er wusste nun, wer dieser Melior war. TQ hatte sich ein paar Fotoalbums angesehen und konnte sich an ihn erinnern. Markus Melior...er war mit ihm seit der Schulzeit befreundet. Doch im Alter von 13 Jahren zog er weg und TQ hatte seitdem nie wieder etwas von ihm gehört. Der Typ war ein Technisches Genie. Schon immer musste er an den Geräten in der Schule herumbasteln.
    Er hatte sich die Adresse von Melior über ein paar Internetseiten beschafft und hatte nun vor, ihm einen kleinen Besuch abzustatten.
    Er packte seine Autoschlüssel, packte seine Dienstwaffe ein und ging über das Stiegenhaus hinunter zu seinem Parkplatz, wo er seinen kleinen, roten Pkw aufsperrte, sich hineinsetzte und Minuten später losfuhr...
    Der Verkehr war wie immer der pure Horror. Überall rote Ampeln, unzählige Leute und schlechte Luft.
    Er war jetzt nun schon seit Zwei Stunden unterwegs, bis er in eine kleine, bepflanzte Seitenstraße fuhr und sich dort einen Parkplatz suchte. Nach etlichem im kreis fahren fand er einen und parkte sich geschickt rückwärts ein.
    Er sperrte seinen Wagen ab und ging durch die große Siedlung, auf der Suche nach einer bestimmten Hausnummer.
    Da war sie auch schon...Haus 86, Tür 5...das Haus war unmittelbar neben einer Technischen Schule platziert.
    TQ klingelte...und klingelte...und klingelte...bis er eine Stimme hörte. "Ich komm ja schon!" hörte man von Innen heraushallen. Dann ging die Tür auf und Melior stand fraglich blickend da. "Guten Tag, was brauchen sie?" sagte der junge Mann vor TQ. "Du weißt nicht mehr wer ich bin...oder?" fragte TQ mit ernstem Blick. "Kein Plan...aber ich hoffe ich werde gleich aufgeklärt?" entgegnete Melior. "Sagt dir der Name TQ etwas?"...dann war kurze Stille. Nach kurzer Zeit fing Melior an zu grinsen. "Komm herein TQ! wie lang ist es her? 8 Jahre? Mensch hast du dich verändert!" brüllte Melior, dass man es fast durch den ganzen Innenhof der Anlage hören konnte. TQ trat ein. Sofort kam ihm der Geruch von verbranntem Kunststoff entgegen. Meliors Haus war hübsch eingerichtet. "Darf ich dir was zu trinken anbieten?" fragte Melior. "Ich hab zwar nicht viel Zeit, aber ein Kaffee kann nicht schaden" lachte TQ. "Was hast du denn noch vor?" hallte es aus der Küche, in der Melior gerade zwei Tassen Kaffee in die Mikrowelle stellte. "Ich habe gestern eine Meldung bekommen...erhöhte Rauschgifthandelsaktionen unten beim Hafen...ich soll nachsehen was da unten abläuft." sagte er.
    Nach etwa 2 Minuten machte hörte man ein Piepen, und Melior kam mit zwei Tassen schwarzen Kaffee herein. Er hatte alles am Tisch stehen was man so brauchte. Neben Zucker, Zahnstochern und etlichen Gewürzen, fand man auch einen kleinen Kräutergarten, der verschiedene, starke Aromen im Raum verbreitete. TQ nahm einen großen Schluck Kaffee, bevor er nach einem Zahnstocher griff. Er legte ihn vorerst neben die Tasse hin.
    TQ und Melior redeten noch etwas über ihre Kindheit und über die Zeit nach Meliors Umzug, wo er war und warum TQ nichts mehr von ihm hörte. Als TQs Tasse leer war, guckte er auf seine Uhr. Es war elf Uhr morgens, Zeit den Hafen zu kontrollieren. "Danke für den Kaffee, ich muss jetzt leider los" seufzte Er. "Kein Problem, komm ruhig mal wieder!" sagte Melior und begleitete TQ zur Türe.

    Nach einigen Orientierungsbedingten Problemen fand TQ schließlich zu seinem roten Pkw, stieg ein und machte sich auf in Richtung Hafen. Wieder gab es Verkehrsprobleme, doch Gott sei dank nicht so große wie zuvor. TQ bog rechts über die Autobahn ab und fuhr unter einem Schild vorbei, auf dem "Hafen 500 m" stand.
    Er hatte das Radio am laufen. Die Radiofrequenz war 143.7...ein Nu Metal und Hardrocksender. Er mochte diese Art von Musik. Fünf Minuten später parkte er seinen Wagen etwas weiter vor dem Hafeneingang. Er schnallte sich erneut seine Dienstwaffe um und schnürte sich ein Wurfmesser ans Bein, schließlich konnte man nie wissen was diese Junkies vorhatten. Der Kies knirschte unter den Schritten von TQ. Nun hieß es leise zu sein und zu schleichen, immerhin durfte TQ nicht entdeckt werden. Er schlich langsam an den massiven, jedoch morschen Holzhütten vorbei, bis er stehen blieb und die Luft anhielt. Er suchte so schnell und leise er konnte einen Platz hinter einem Fass, um sich vor der gestalt vor ihm zu verstecken...es war DJ n...


    DJ n:
    Als Repko, MR.Z und Ruffy in der Garage des Sanatoriums ankamen, wartete Dragon Thorm schon neben einem schwarzen BMW auf sie. Wieder rauchte er und wieder glühten seine feuerroten Augen und seine eben so roten Haare wie ein ganzes Inferno; Repko fühlte sich unweigerlich an den Brand im Industriegebiet erinnert.
    Mit einer kurzen Handbewegung warf Dragon Thorm Ruffy die Schlüssel des Wagens zu, der diesen sofort entriegelte und sich hinters Steuer setzte. Repko und MR.Z nahmen auf der Rückbank platz, Repko brummte etwas von wegen „Los, beeil dich Ruffy.“, während Dragon Thorm sich schweigend auf den Beifahrersitz setzte.
    Der Zündschlüssel drehte sich und der starke Motor des BMWs heulte lautstark in der Halle auf um kurz danach den Wagen mit quietschenden Reifen aus der Garage fahren zu lassen.

    Savage schien starr vor Schreck zu sein. Seine Augen waren aufgerissen und sein Gesicht hatte so gut wie jegliche Farbe verloren. Die Spitze der Katana befand sich knapp einen halben Meter vor Savages Gesicht.
    DJ ns Blick war hart wie Stein geworden. In seinen Augen funkelten Rache und Hass; Hass auf den Mann, der seinen Meister ermordet hatte. Nun würde er endlich seine Rache bekommen; auch wenn er wusste, dass sein Meister Gefühle wie Rache oder Hass nicht gutgeheißen hatte, so würden sie doch DJ ns Seele in Frieden lassen, wenn er diesen Gefühlen freie Hand gewährte und ihre Gelüste befriedigte.
    DJ n löste sich aus seiner Verspannung, die eingetreten war, als er sein Katana gezogen und es gegen Savage gerichtet hatte, und machte einen Schritt auf den Mann zu, der von seiner alten Herrin liebevoll „Drachenauge“ genannt wurde. Savage registrierte diese Bewegung und wollte zuerst einen Schritt zurück weichen; doch dann fiel ihm ein, dass es noch eine andere Möglichkeit für ihn gab: blitzschnell packte er Yoshi bei den Schultern und stellte diesen, dessen Gesichtsausdruck sich rapide von entschuldigend über verwirrt zu todesängstlich geändert hatte, zwischen sich und DJ ns Schwert. „Feiger Hund…“ knurrte DJ n und seine ohnehin schmalen Augen wurden noch schmaler. „Einen Unschuldigen als Schutzschild zu missbrauchen… du besitzt keine Ehre, keinen Anstand…“. Savage nahm diese Schelte ohne sichtbare Reaktion hin; für ihn war im Moment nur wichtig, dass er etwas zwischen sich und den Asiaten gebracht hatte; etwas, was sein Leben vielleicht nicht nur für kurz verlängert oder sogar rettet.
    DJ n hasste diese Feigheit bei seinen Gegner; die Feigheit, Unschuldige als Mittel zum Zweck zu missbrauchen, um das eigene Leben zu retten oder um eigene Ziele zu verfolgen; müsste DJ n sich nicht selbst hassen, weil er der Spam Mafia gedient hatte, die eben so eine Methodik angewandt hatte? Gehörte er selbst nicht zu diesen rückratlosen Menschen, die weder Ehre noch Anstand besitzen?
    Plötzlich wurde DJ n aus seinen Gedanken gerissen, als Savage sagte: „Hey. Bleib ganz ruhig, ja?“. DJ n sah einen kurzen Moment verwirrt drein, sein Kopf war noch voll von anderen Gedanken, dann festigte sich sein Blick wieder. „Wir können sicher alles bereden, wenn du nur das verdammte Schwert wegsteckst, ja?“ sagte Savage und DJ n meinte einen ehrlichen Unterton von Furcht zu hören. Einen Moment lang musterte er den Russen, der Yoshi schützend vor sich hielt, zuckte dann mit den Achseln und sagte selbst: „Leg deine Waffen dort neben den Bildschirm; alle Waffen.“. Einen Moment herrschte Schweigen, dann bewegte sich Savage in Richtung Bildschirm, Yoshi noch immer als Schutz bei sich haltend. Die Gelegenheit nutzte DJ n um in die Hütte zu treten und die Tür hinter sich zu verschließen. Savage hatte den Bildschirm erreicht und begann mit einer Hand seine Pistolen aus der Jacke zu ziehen und neben dem Bildschirm zu legen. „Tu mir und dir selbst einen Gefallen und leg wirklich alle Waffen nieder.“ sagte DJ n, der Savage die ganze Zeit beobachtete. Einen kurzen Moment sah der Russe den Asiaten unverwandt an, dann lächelte er sogar dünn und legte noch zwei weitere Waffen von kleinerem Kalieber zu den anderen beiden. „Das waren alle.“ sagte Savage und ließ Yoshi zum Zeichen seines guten Willens los. Dieser stürmte vorwärts auf DJ n zu und blieb, als er selbst merkte, auf WEN er zu gerannt war, zwischen den beiden Gangstern stehen und sah verwirrt umher.
    DJ n ging an Yoshi vorbei und ließ währenddessen sein Katana wieder in der Scheide verschwinden. Neben Savage angekommen, der noch immer beim Bildschirm und seinen Pistolen stand, holte DJ n seinerseits seine Waffen hervor und legte sie neben die des Russen.
    Nachdem dieser symbolische Akt vollzogen war, standen sich die beiden Männer noch lange schweigend gegenüber, bevor Yoshi sie durch ein knisterndes Geräusch aus ihrer statischen Haltung riss; er hatte sich voller Gier auf die leicht zerfledderte Tüte mit ihrem frittierten Inhalt gestürzt und tat sich daran gütlich. Ein dünnes, verständnisvolles Lächeln zeichnete sich auf DJ ns Gesicht ab, bevor er und Savage sich setzten und redeten…


    Repko:
    Für die Bewohner dieser Stadt hätte sich in jener Nacht ein ungewohntes Bild geboten. Eine schaurige Stille hatte sich über die Stadt gelegt, die nur von den sanften Meereswinden und gelegentlichem Aufheulen eines Motors gestört wurde. Keine der kriminellen Vereinigungen oder deren Trittbrettfahrer schienen diese Nacht Unruhe stiften zu wollen. Doch es schien nur so. Denn in einer kleinen Baracke am Hafen brannte noch immer Licht.
    "Etwas das wir wissen sollten?", fragte Dragon Thorm, während er im fahrenden Auto ein Sandwich vertilgte. Ruffy ließ den Blick auf der Straße ruhen, als er antwortete. "Es ist möglich, dass noch einige von den Triaden da sind. Die scheinen sich in einem kleinen Schuppen getroffen zu haben. Von DJ n haben wir nichts mehr gesehen, er ist wohl noch da drin." "Wir werden einfach ein Bisschen aufpassen.", rief Repko nervös von der Rückbank. "Na ja, wir sind immerhin zu viert und gut bewaffnet. Ich denke nicht, dass uns viel passieren kann.", gab Ruffy zurück. "Und außerdem muss es ja nicht unbedingt zu einem Kampf kommen.", fügte er knurrend hinzu.

    "Also, was willst du von mir?", fragte Savage ohne DJ n dabei anzuschauen. "Ich will den Mord an meinem Meister rächen.", gab dieser ohne Zögern zurück. "Und was hast du davon, wenn ich tot bin?", fragte Savage und richtete seinen Kopf langsam auf, um DJ n in die Augen zu schauen.
    Nun wich DJ n dem Blick aus. "Die Seele meines Meisters würde ihre verdiente Ruhe finden.", sagte er schließlich. Savage verhärtete seinen Blick. "Denkst du das wirklich?" Die Frage, wie auch die Antwort seines Meisters darauf hallten DJ n durch den Kopf. 'Ist es wirklich keine Rache?' 'Der Zorn ist dein Feind!' Müde vergrub DJ n den Kopf in seinen Händen. Als er die Hände wieder wegnahm, waren seine Augen gerötet und wässrig. "Ich hasse dich Savage the Dragon. Und ich werde dich immer hassen.", knurrte er den Russen an, den Tränen nahe. "Ich werde dich nicht töten. Verlange aber eine Antwort. Wieso hast du es getan?"
    Savage hob die Hände und deutete ein leichtes Achselzucken an. Noch nie hatte er sich für einen Mord rechtfertigen oder ihn gar erklären müssen. Er stand vor einer Frage, die zu beantworten er kaum vermochte. "Es war mein Auftrag.", war das vernünftigste, was ihm in diesem Moment einfiel. "Und ich habe ihn erfolgreich ausgeführt."
    Gepackt von der blanken Wut machte DJ n einen Satz und fuhr mit beiden Händen an Savages Gurgel. Mit einer raschen Handbewegung wehrte dieser den Angriff ab, packte DJ ns Rechte und schleuderte ihn zu Boden. Yoshi Green schreckte auf. Er war bislang so mit seinem Essen beschäftigt gewesen, dass erden Streit kaum bemerkt hatte. Schnell hechtete er sich hinter den Tisch und beobachtete ängstlich das Geschehen.
    "Wir sind Kriminelle.", sagte Savage mit einem Anflug von Wut. "Wir führen Aufträge aus und fragen nicht nach dem Sinn. Wie viele Menschen hast du schon umgebracht?"
    DJ n erhob sich vom Boden und ging in Kampfstellung. "Das ist etwas anderes.", knurrte er mit zornesrotem Gesicht. "Mein Meister hat nie etwas getan, wofür er den Tod verdient hätte. Langsamen Schrittes liefen die beiden auf einer Kreisbahn im Raume herum, verloren sich dabei nicht aus dem Blickfeld. "Ich weiß nicht, was er vielleicht getan haben könnte, auf jeden Fall war er ein Yakuza." DJ n fing an heftig zu schnauben. "Nein.", brüllte er und wieder zuckte Yoshi zusammen, zumal Savages Rücken ihm immer näher kam. "Ich hatte wie gesagt einen Auftrag. Diesen habe ich erfüllt, genauso wie du gelegentlich Menschen töten musst, um deine Aufträge zu erfüllen."
    Über die Tischkante spähend erkannte Yoshi, dass Savage nun am Tisch mit dem Rücken zu ihm stand. Erst jetzt fiel ihm auf, dass auf dem Tisch noch immer die Waffen lagen. Unauffällig legte er die rechte Hand auf eine seiner Pistolen. Yoshi wollte DJ n warnen, doch vor Angst kam kein Laut über seine Lippen und der Asiat schien ihn nicht zu bemerken.
    In diesem Moment flog die Türe mit einem lauten Knall auf.

    Mit gezogener Schrotflinte trat Repko mit aller Kraft gegen die alte Holztüre, die sofort nachgab und splitternd aufflog. Zuerst sah er einen Mann, den er als Savage the Dragon erkannte und der ihn verwirrt anstarrte. In seinem Hinterkopf klingelte es. Er nahm seine Schrotflinte in Anschlag...

    Verwirrt sah Savage den alten bulligen Mann mit der Schrotflinte in der Türe stehen. So schnell es ihm möglich war nahm er die Pistole in die Hand, riss seinen Arm nach oben und feuerte wild los. Er hörte noch das laute Bersten der Schrotflinte, bevor er einen starken Schmerz in seinem rechten Arm spürte. Während er herumwirbelte und sich seinen blutgetränkten Arm hielt, sah er, wie sich DJ n hinter die Nussschale hechtete. Er fiel zu Boden und drehte sich auf seine linke Seite. Er sah dem vor Angst schwitzenden Yoshi Green in die Augen und wartete auf den tödlichen Nachschuss. Doch dieser erfolgte nicht.

    Kaum hatte Repko angelegt ging alles sehr schnell. Wie aus dem Nichts zog Savage eine Pistole und begann loszufeuern. Repko merkte, wie ihm mehrere Schüsse in die Brust einschlugen und ihn wild zurückschleuderten. Als sei es ein letztes Aufbäumen, feuerte er einen Schuss ab. Ein gellender Schrei bestätigte ihm, dass er wohl getroffen haben musste. Dennoch fiel er auf dem Rücken auf die harten Holzplanken und sah seine Mitstreiter an. "Triaden...", hauchte er, bevor er sterbend die Augen verdrehte und sein Kopf nach hinten in seine eigene Blutlache fiel.
    Die Nussschale war nicht besonders schwer, schien dennoch aus einigermaßen massivem Material zu sein. DJ n riss sie hoch und hielt sie zwischen sich und die Türe. Mit diesem Schutz rannte er zum Tisch auf dem noch die Waffen lagen. Erschrocken sah er den schweißgebadeten Yoshi Green, der ängstlich auf den verletzten Savage starrte. DJ n nahm sich die zwei verbliebenen Pistolen vom Tisch. Sein Blick fiel auf den wehrlosen Russen. Jetzt hatte er seine Chance Rache zu nehmen wohl doch noch gefunden. Langsam zielte er mit der Linken Hand auf den zuckenden, blutbedeckten Körper. Mit einem Mal drehte sich Savage herum und fing an zu keuchen. "Bitte... Hilf mir." DJ n wurde stutzig. Ausgerechnet Savage bat ihn um Hilfe. Er lies den Arm mit der Waffe sinken.
    "Ich lasse dich leben. Helfen musst du dir aber selber.", flüsterte er und winkte Yoshi zu. "Duck dich und bleib unten." Beängstigt und ungläubig zugleich starrte der Russe DJ n an, hielt sich dabei noch immer die schmerzende Schulter, in der eine ganze Ladung Schrot eingeschlagen hatte.
    Mit den Pistolen in Händen atmete DJ n langsam durch, bevor er sich umdrehte und das kaputte Boot umwarf. Er zielte mit beiden Waffen auf die Türe, doch außer einem leblosen Körper konnte DJ n nichts und niemanden sehen. Langsamen Schrittes trat er näher an die Türe heran und glaubte, angeregtes Flüstern von draußen zu hören. Er wusste, dass er in der Hütte in der Falle saß.
    Mit einem Satz sprang er hinaus, drehte sich in die Richtung, aus der er das Flüstern gehört hatte und richtete beide Waffen nach oben. Er zielte auf MR.Z, Dragon Thorm und Ruffy, die verwirrt und schockiert zugleich auf den Leichnam Repkos starrten und sich anscheinend berieten, wie sie verfahren sollten, bis sie DJ n bemerkten und alle so schnell wie möglich ihre Waffen zogen. "Moment, ich will euch nichts tun.", sagte DJ n. "Lasst uns bitte die Waffen runter nehmen."
    MR.Z ging einen Schritt auf DJ n zu, die Waffe im Anschlag. "Fallenlassen.", knurrte der sonst recht wortkarge Mann. "Ich lasse sie fallen, wenn ihr sie fallen lasst.", sagte DJ n mit zitternden Knien.
    Es herrschte eine besondere Spannung, wie man sie von alten Duellen her kannte. Jeder wartete auf den ersten Schuss. Die Spannung zerriss, als eine laute Megaphonstimme aus dem Hintergrund ertönte.
    "Hier spricht Kommissar The Question. Lassen Sie ihre Waffen fallen."


    DJ n

  3. #3
    Und weiter gehts mit TQ und DJ N....

    TQ:
    Blitzschnell reagierte die versammelte Menge vor der alten Holzhütte mit der eingetretenen Türe.Yoshi stand noch immer verloren mittendrin, er konnte die Situation noch immer nicht ganz einordnen.
    »Hm...TQ also...?« dachte sich DJn, die Waffe noch immer verkrampft in den Händen haltend.Dann liess er langsam seine Waffe runter.
    "Na los, legt eure Waffen ab, ich hab meine auch abgelegt..." murmelte DJn.
    Nach etlichen Momenten legten die Mafiosi auch ihre Waffen hinunter.Stillschweigen herrschte.Die Mafiosi sahen sich um und warteten auf mehrere Sturmtrupps der ASP...doch es kamen keine."Will der uns verarschen?!" zischte Mr.Z, und ohne zu zögern zog er wieder seine Waffe, während es ihm die anderen Mafiosi gleich taten.»Feiglinge...verstecken sich hinter Gewehren und Pistolen...« dachte DJn."Verschieben wir diese Sache auf später" knurrte Mr.Z DJn an.DJn nickte nur und entfernte sich ein paar Schritte weg von den Mafiosi."Schnappen wir uns den Typen!" rief Z und rannte los.DragonThorm und Ruffy brauchten einen Moment, bis sie bemerkten, dass Z wohl gerade wieder seinen Blutrausch hatte und folgten ihm.
    DJn stand nun wieder alleine da, und versuchte sich zu konzentrieren.Er versuchte herauszuhören, wo TQ sich befand.
    Er musste unmittelbar in der Nähe sein, also machte er sich gezielt auf die Suche.
    Er ging vorbei an den morschen Holzhütten, die von der feuchten meeresluft schon ziemlich morsch waren.Überall knarrte es und man konnte den Wind pfeifen hören.

    "Pah...verdammte Junkies, die sind wohl bewaffnet...und in der Überzahl noch dazu" sprach TQ zu sich selbst."Verdammt, was mach ich jetzt?" sagte er, während er panisch das magazin seiner Waffe prüfte."Ich sollte wohl verstärkung anfordern...Ich muss nur zusehn dass mich keiner bemerkt..."
    Dann stand TQ auf, und schlich in Richtung Dienstwagen, den er ein paar Meter vor dem Hafen geparkt hatte.Als er gerade um eine Ecke biegen wollte, ging er sofort in Deckung.Er hatte Mr.Z gesehen...doch was tat er hier? Auf jedenfall nichts gutes, dachte sich TQ.Deswegen verkroch er sich im Schatten der großen Hütte und wartete ab, bis Mr.Z in sicherer Entfernung war.Dann hechtete TQ sich vor das Hafentor, stieg hastig ein und zog sein Funkgerät."Achtung, hier spricht Dienstagen DX40-2, Hauptzentrale, hier ist TQ, kann mich irgendwer hören?!" brüllte er ins Funkgerät hinein.Nach einer Zeit hörte TQ eine Stimme sprechen."Hier Hauptquartier, was brauchen sie?" knachste es aus dem Funkgerät."Ich brauche Verstärkung am Hafen, und zwar so schnell wie möglich!" sagte er in einem hektichen Ton."Verstärkung ist so gut wie unterwegs.Over"

    TQ kramte hastig in seiner Jackentasche und suchte nach seinem Autoschlüssel.Er wollte mit dem Auto etwas weiter weg vom Hafen.Schliesslich fand er den Schlüssel, lies den Motor laufen und setzte seinen Fuß aufs Gaspedal.Ihm kam es komisch vor, dass die Mafiosi sein Auto wohl noch nicht gesehen hatten...


    DJ n:
    Genji hatte vom ersten Augenblick an, als er die Schwestern der toten Asuka-Chan gesehen hatte, ein mulmiges Gefühl ihnen gegenüber; und nun wusste er auch warum: die beiden Frauen waren offensichtlich größenwahnsinnig, so dachte Genji, während er zusammen mit Snakes Bite vor der Tür des neuen Quartiers seiner Herrinnen stand und warteten, dass sie hereingerufen werden würden. „Sag mal Bite.“ murmelte Genji so leise es ging; er befürchtete immer, dass die beiden Frauen ihre Ohren überall haben könnten. „Ist dir auch aufgefallen, dass wir, also die Triaden, unseren alten Weg stark verlassen haben?“. Die Schlage sah Genji nicht direkt an, sondern starrte nur auf die hölzerne Tür, doch Genji konnte erahnen, was Snakes Bite dachte. „Sssstimmt. Ssseit Assuka-Chan tot issst und diessse beiden“ Snake deutete auf die Tür und meinte damit wohl Felis und Vidora. „komme ich mir vielmehr wie einer diessser verdammten Mafiosssi vor; hinterhältig und unehrlich.“ zischte die Schlange und Genji nickte. Er war scheinbar nicht der Einzige, dem es so ging. Savages Meinung zu den beiden neuen Führerinnen der Triaden war mehr als offenkundig: er mochte sie nicht, war jedoch gezwungen, ihnen gegenüber seinen Treueschwur einzuhalten. Und was Manga-Protector betraf: seit dem die beiden Frauen ihn bei ihrer ersten Begegnung beinahe wie ein Stück Schlachtvieh haben ausbluten lassen und ihn bei jeder Gelegenheit mit neuen „Kosenahmen“ versahen, schien seine Meinung von den Frauen auch stetig zu fallen. >>Es wird wohl nicht mehr lange dauern<< dachte Genji >>und dann wird wohl der offene Aufstand gegen die beiden Frauen geprobt.<<.
    Das plötzliche Öffnen der Holztür riss Genji aus seinen Gedanken, in denen er sich schon ausgemalt hatte, wie sie, die Triaden, ihre Herrinnen stürzen und wieder selbst die Kontrolle über ihr Syndikat übernehmen würden. „Kommt rein. Wir haben etwas mit euch zu besprechen.“ Sagte Felis, die an der Tür stand, mal wieder in einem verführerisch eng anliegenden Kimono, der der Fantasie kaum noch Spielraum ließ. Ohne ein Wort traten die beiden Männer ein und schlossen die Tür hinter sich.

    DJ n war nun mindestens dreimal um die Holzhütte herumgegangen und hatte jeden Winkel gründlich abgesucht. Keine Spur von TQ oder den anderen Mafiosi. Die schienen sich einfach aus dem Staub gemacht zu haben. „War ja klar.“ murmelte DJ n und trottete zurück in die Hütte. Drinnen hatte Yoshi den verwundeten Savage in die Nussschale gelegt und ihn zugedeckt. „Er braucht einen Arzt, sonst stirbt er!“ rief der Hacker aufgeregt, als er sah, dass DJ n wieder zurückgekehrt war. Ohne ein Wort ging DJ n an Yoshi vorbei auf den Russen zu und beugte sich über ihn. „Ich werde dich in ein Krankenhaus bringen. Doch dafür musst du etwas für mich tun.“ sagte DJ n. Der erschöpfte Savage sah für einen Moment verwirrt drein, dann begann er langsam zu nicken. „Sag mir, wo euer neues Versteck ist. Wo kann ich diese Felis und ihre Schwester Vidora finden?“. Beim Aussprechen dieser Namen vernahm er ein hohles Geräusch hinter sich; es war Yoshi, der erschrocken Luft eingezogen hatte. Savage schien zwar ebenso wenig zu verstehen, warum DJ n eben diese Information haben wollte, jedoch bemühte er sich, so deutlich wie möglich zu sprechen. „Hafen… Pier… 15… Lagerhalle… für asiatische… Wahre…“. DJ n nickte und sagte: „Danke.“. Es war wohl das erste mal seit Jahren, dass DJ n ein so aufrichtiges „Danke“ gesagt hatte. „Und nun bringen wir dich ins Krankenhaus.“ sagte DJ n und wies Yoshi an, ihm zu helfen. „Draußen habe ich einen schwarzen Seat gesehen. Das wird deiner sein, oder?“ fragte DJ n und Savage nickte. „Gut. Wir laden ihn auf die Rückbank und dann bringe ich ihn ins Krankenhaus.“ sagte DJ n, während er mit Yoshi zusammen aus der Hütte und zum Seat trug, der gute 500 Meter von der Westwand der Hütte in einer schlecht beleuchteten Gasse parkte. Sie waren noch gute 10 Meter vom Wagen entfernt, als Yoshi plötzlich aufgeregt quiekte: „Sirene! Ich höre Sirenen!“. Tatsächlich vernahm auch DJ n ein heulendes Geräusch aus weiter Ferne, das sich jedoch rasch zu nähern schien. „Schnell! Rein mit ihm in den Wagen!“ bellte DJ n und wenige Sekunden später lag Savage, sporadisch gesichert, auf der Rückbank seines eigenen Seats.
    Yoshi wollte gerade um den Wagen herumlaufen und sich auf die Beifahrerseite setzen, als DJ n ihn zurückhielt. „Du solltest hier bleiben und auf die Polizei warten. Sie werden sich um dich kümmern. Bisher hast du dir ja nichts zu Schulden kommen lassen, nehme ich mal an.“. DJ n beäugte Yoshi kurz und lächelte dann sanft; dieser Anblick schien Yoshi zu verwirren. „Wenn du jetzt mitkommst, wirst du als mein Komplize betitelt und hast dann genau so viel Ärger am Hals, wie ich.“. Yoshi wusste nicht, was er erwidern sollte. Irgendwie hatte DJ n ja Recht. „Also. Bleib hier.“ Sagte DJ n wieder und setzte, in einem Ton hinzu, der voll und ganz nach dem alten DJ n klang: „Doch solltest du mich verraten, wirst du den Rest deines Lebens in Angst leben müssen, bis zu dem Tag, an dem ich vor deiner Tür stehen werde.“. Yoshi nickte und DJ n stieg in den Wagen ein und rauschte mit quietschenden Reifen davon, den verwirrten Yoshi zurücklassend.

    Wenige Minuten später traf die versprochene Verstärkung ein und TQ befahl den Sturm auf die Hüte. Doch anstatt der erwarteten Mafiosi oder Junkies, fand er nur einen verwahrlosten und zutiefst verwirrten Yoshi Green vor. „Yoshi! Was zum Teufel machen sie hier?“ polterte TQ los, nachdem er mit einem Hechtssprung durch die aufgetretene Tür gesaust war, sich abgerollt hatte und mit erhobener Pistole „ASP! SIE SIND VERHAFTET!“ gebrüllt hatte. Yoshi hatte in der blutbesudelten Nussschale gesessen und die Wand angestiert. >>Doch solltest du mich verraten, wirst du den Rest deines Lebens in Angst leben müssen, bis zu dem Tag, an dem ich vor deiner Tür stehen werde<<. Die Worte DJ ns geisterten noch immer in seinem Kopf herum, ebenso wie die veränderte Art des Asiaten, die Schießerei mit den Mafiosi und den verletzten Savage; Yoshi fühlte sich außerstande, irgendetwas zu sagen.
    „Yoshi? Geht’s ihnen gut?“ fragte TQ, nun mit leiser Besorgnis in seiner Stimme. Yoshi stierte weiterhin die Wand an. TQ ging zu Yoshi herüber und fuchtelte mit einer Hand vor seinem Gesicht herum. Keine Reaktion. „Rufen sie einen Krankenwagen! Der Mann steht unter Schock! Und lassen sie das Gebiet großräumig abriegeln; möglicherweise streunen noch ein paar Mafiosi hier herum.“. „Ja, Sir.“ antwortete der angesprochene Polizist adrett und verließ die Hütte, um in einem der Streifenwagen die Befehle an das HQ zu funken.

    Die Fahrt zurück zum alten Sanatorium kam Ruffy deutlich länger vor, als die Fahrt zum Hafen. Noch immer konnte er nicht glauben, was sich abgespielt hatte: Repko war tot und DJ n schien nun vollends auf der Seite der Triaden zu stehen. Doch warum hatte er sie nicht umgebracht, sondern darauf bestanden, dass sie ihre Waffen niederlegen? Ruffy kratzte sich am Kopf, wie er es immer tat, wenn ihm einige Sachen Kopfzerbrechen bereiteten. „Wer von uns sagt es dem Don?“ murmelte Dragon Thorm plötzlich, als die Mafiosi aus dem Wagen ausgestiegen waren und sich auf den Weg in das Hauptgebäude machten. „Wer sagt ihm, dass Repko tot und DJ n ein Triade ist?“. Ruffy zuckte mit den Achseln. „Erstmal… sollten wir ihm nur das mit Repko erzählen.“ knurrte MR.Z, woraufhin sich Ruffy und Dragon Thorm verwundert dem Mann mit den eiskalten Augen zuwendeten. „Was? Und was ist mit DJ n? Der Don will doch sicher wissen, was mit dem Kerl los ist?“ fragte Ruffy schockiert, doch in seinem Innersten wusste er, dass es wohlmöglich besser war, nichts von DJ ns Seitenwechsel zu sagen, solange noch nichts sicher feststand. „DJ n war nie im Hafen, verstanden? Es war eine Falle der Triaden. Und jetzt kommt. Der Don wartet.“ knurrte MR.Z und beschleunigte seinen Schritt. Dragon Thorm und Ruffy blieben auf einige Meter hinter ihm und warfen sich gegenseitig fragende Blicke zu.

  4. #4
    So; lange wird's bis zum großen Finale sicher nicht mehr dauern und somit gibt es hier wieder 2 Episoden auf die Augen. Nummer 1 kommt von Repko-o-o-o und Nummer 2 von... mir .
    Viel Spass

    Repko-o-o-o:
    Nachdem er den Hefter sorgfältig in den Schrank eingelegt hatte, stieß er die Schublade zu und schloss sie mit einem kleinen Schlüssel ab. Gerade lief er zurück zu seinem Schreibtisch, als er glaubte, einen Streit vor seiner Türe zu vernehmen. Langsam und mit hochgezogenen Augenbrauen näherte er sich der Bürotüre und wollte gerade die Klinke drücken, als die Türe wie von Geisterhand einen spaltweit aufflog und Miss Celen hereinspähte. Sie atmete schwer und war kreidebleich im Gesicht. "Was ist denn mit dir passiert?", fragte Ete fürsorglich. "Haben Sie einen Geist gesehen?" "Kommissar Ete, Sie sollten sich das hier ansehen.", sagte Celen und verschwand wieder.
    Ete blieb einen Moment stehen, bevor er die Türe aufschlug und beobachtete, wie ein Mann mit ungemütlichem Gesichtsausdruck in der Mitte des Sekretariats stand. Ete ging langsam auf ihn zu. Der Mann war sehr hager, hatte ein dünnes, markantes Gesicht, überwuchert von einigen Bartstoppeln. Sein Haar war kurz geschoren und dunkelbraun. Über seinem knochigen Körper hängte eine Patienten Ete erkannte den Mann, der einige Meter von ihm entfernt stand nicht, doch ein merkwürdiges Gefühl der Bekanntheit und Vertrautheit überfiel ihn. "Was kann ich für Sie tun?", fragte Ete, während er langsamen Schrittes auf den Mann zuschritt. Der Mann sah ihm tief in die Augen. Etwa einen Meter von ihm entfernt blieb Ete wie angewurzelt stehen. Ein eisiger Schauer fuhr ihm über den Rücken, seine Augen weiteten sich, ein schwarzer Schleier umwehte sein Blickfeld, als er den Mund zum sprechen öffnete.
    "Daen..." zu mehr war er nicht in der Lage. "Wir müssen dringend sprechen.", gab Daen eilig zurück. "Aber das kann...", hauchte Ete erschöpft, bevor seine zittrigen Knie nachgaben und ihm schwarz vor Augen wurde.

    Als TQ aus dem Schuppen heraustrat sah er als erstes Paul, der über einen blutigen Körper gebeugt war. TQ kniete sich neben seinen Kollegen und sah in das Gesicht der Leiche. Die Farbe war schon allmählich gewichen, was blieb war ein gelber Farbton, verursacht durch übermäßigen Nikotinkontakt. Doch TQ erkannte den alten Mann sofort. Es war Repko von der Spam Mafia. Der Mann, der seine Frau und seine Kinder entführt hatte. Neben ihm lag eine abgesägte Schrotflinte. "Hatte er etwas bei sich?", fragte TQ und sah zu Paul auf. Dieser reichte TQ eine große Brieftasche. "Die hier. Wir wollten sie erst in der Zentrale untersuchen lassen.", sagte er dazu. TQ riss ihm die Tasche brüsk aus der Hand und öffnete sie.
    Ein paar Ausweiße, die meisten wahrscheinlich gefälscht, um die fünfhundert Dollar in kleinen Scheinen und ein Foto eines prunkvollen, italienischen Palazzo. Darunter war mit Kugelschreiber geschrieben: "Ich warte auf dich. Komm zurück nach Napoli. - Gina." TQ prägte es sich ein, bevor er das Foto in die Tasche zurücksteckte. Als nächstes zog er ein Bündel Kontoauszüge heraus. Jeden Monat wiederholte sich ein und dieselbe Überweisung mit dem Verwendungszweck "Unterhaltsz. Napoli" in Höhe von jeweils fünfzehntausend Dollar. "Paul", rief TQ. "War der Kerl verheiratet?" Paul griff nach der linken Hand Repkos und hielt sie hoch. "Genau weiß ich es nicht. Einen Ehering hat er jedenfalls nicht." "Und war er offiziell Arbeitstätig?" , fragte TQ weiter, den Blick noch immer auf die Kontoauszüge gerichtet. Paul schüttelte wieder nur den Kopf und warf Repkos Arm brüsk über dessen Torso. "Weiß ich ebenfalls nicht. So was musst du im Archiv recherchieren. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass er Nachts loszieht und Leute tötet und tagsüber in einer Firma Briefe locht und einheftet." TQ kratzte sich langsam am Kopf. "Wieso zahlt er dann im Monat fünfzehntausend Dollar Unterhalt an eine Frau oder Ex-Frau in Neapel?", fragte er.
    Paul stand auf, TQ tat es ihm gleich. "Keine Ahnung. Aus Mitleid mit seiner Familie, die dort wohnt vielleicht?", sagte Paul und zuckte mit den Achseln. TQ horchte auf.
    Seine Familie die dort wohnt... "Ich...", stotterte er zu Paul gewandt. "Sag Ete, dass ich für bestimmte Zeit weg bin."

    Zitternd hielt Ete eine Tasse Tee in der Hand und starrte auf seinen alten Freund, der ihm gegenüber saß und ihm ermunternd die Schulter drückte. "Ich weiß, dass es für dich schwerer sein muss als für mich.", sprach Daen mit seiner gewohnt beruhigenden Stimme. "Aber bevor wir unser Wiedersehen zelebrieren müssen wir einige wichtige Dinge erledigen."
    Ete stellte die leere Tasse ab. "Das...das wäre?", fragte er und noch immer kam er nicht über ein einfaches Hauchen hinaus. "Erinnerst du dich noch an Psycho? Der Kerl den wir suspendiert haben, weil er mit Drogen handelte?", fragte Daen hastig.
    Von Ete bekam er nur ein stummes Nicken. "Etwa vier Wochen bevor wir das...", Daen musste kurz schlucken und sich selbst fassen. "...Gefängnis gestürmt haben, habe ich ihn in die Mafia eingeschleust." Ete kam für einen kurzen Moment wieder zur Fassung. "Du... was? Wieso weiß ich davon nichts?" Daen schloss die Augen und setzte sich in seinem Stuhl aufrecht auf. "Es war die Zeit, in der wir Angst hatten abgehört zu werden...", begann er mit seiner ruhigen Stimme zu erzählen. "Ich wollte, dass das unter Psycho und mir bleibt. Niemand wusste davon. Und weiß der Teufel, was der Kerl inzwischen macht, aber möglicherweise wartet er noch immer darauf, dass ich mich melde."
    Ete sah Daen forschend an. "Und... wie wolltest du Kontakt zu ihm aufnehmen?", fragte er. Daen überlegte kurz, bevor er antwortete. "In meinem Büro, es sei denn ihr habt renoviert und mein altes Funkgerät zerstört."

    TQ fuhr mit seinem Auto in Richtung Flughafen, als er sein Handy herauszog und eine Nummer wählte. Nach ein paar Sekunden meldete sich am anderen Ende eine müde Frauenstimme: "Hallo?" "Kefka, ist diese Leitung sicher?", sprach TQ schnell, während er auf dem Highway einen Pickup überholte. Die Stimme Kefkas wurde mit einem Mal laut und kräftig. "Ja, sie ist sicher, und du verrätst mir erstmal, wo Gala abgeblieben ist und wieso du dich nie gemeldet hast.", donnerte die Stimme aus dem Hörer. TQ fuhr zusammen, bevor er antwortete. "Keine Zeit dafür. Du musst mir..." "Keine Zeit?", dröhnte Kefkas Stimme. "Du wirst mir das jetzt alles erklären. Hier und jetzt." "Aber Kefka..." "Was, 'Aber Kefka...'. Nix 'Aber Kefka...'. Antworte mir sofort."
    "Ich weiß es selber nicht genau, aber ich verfolge gerade eine Spur, die zu Gala führen könnte." Kefkas Stimme schien sich etwas zu beruhigen, obgleich sie noch immer einen wütenden Unterton besaß. "Eine Spur. Na fein. Wohin führt sie."
    "Neapel.", sagte TQ. "Ist gerade einer unserer Agenten dort in der Nähe?" Kefka überlegte kurz. "Diego müsste dort sein. Wohan Diego. Der hat sich zuletzt aus Rom gemeldet." "Diego... dieser Frauenheld?" Kefka ging auf diese Bemerkung gar nicht erst ein und fuhr fort. "Aber wie willst du nach Neapel kommen? Wo bist du überhaupt?" TQ holte tief Luft. Er wusste, dass Kefka das was er nun sagen würde gar nicht gefallen konnte. "Ich bin in Talster City. Ich war wieder bei der Anti Spam Polizei."
    Im folgenden Moment bekam TQ das Gefühl, sein Telefon würde jeden Moment auseinander bersten. "Du hast WAS? Die haben dir doch Fragen gestellt. Du hast uns doch nicht verraten. Oh, wenn ich dich in die Finger bekomme.", hallte es durch das ganze Auto. Zaghaft führte TQ nach kurzer Zeit den Hörer zurück an sein Ohr. "Ich habe nichts verraten. Es hat jetzt oberste Wichtigkeit, dass ich nach Neapel komme.", sagte er und erwartete eine Antwort, doch er hörte nur schnelles Tastaturtippen. Kefka schien etwas an ihrem Computer zu machen. "Und finde bitte etwas über einen Palazzo dort heraus, der einem gewissen Repko gehört." Wieder kam keine Antwort. Erst nach etwa einer halben Minute kam wieder Kefkas Stimme.
    "Ich habe Tickets für die nächste Maschine am Flughafen für dich hinterlegen lassen. Was die Palazzo-Sache angeht, so werden wir Diego informieren, der sie in Neapel empfangen wird." "Gut, wo soll ich die Tickets abholen?", fragte TQ und parkte das Auto auf dem Flughafenparkplatz. "Eine Kleinigkeit noch.", fügte Kefka hinzu. "Du bist mir noch Rede und Antwort schuldig. Ich erwarte von dir, dass du deiner Vergangenheit den Rücken kehrst und zu uns zurückkommst." TQ stieg aus dem Wagen aus und schloss ihn ab.
    "Kefka bitte. Das hat doch noch Zeit.", sagte er beschwichtigend. "Nein hat es nicht.", schallte die hohe Stimme aus TQs Handy. "Versprich mir, dass du zu uns zurückkommst, dann werde ich dir sagen, wie du an das Ticket kommst und wo du dich mit Diego treffen kannst."
    TQ blieb wie angewurzelt stehen. Es war ihm vor einem Jahr schon nicht leicht gefallen, seine Frau und seine Kinder hinter sich zu lassen, seine Freunde zu verlassen. Doch er wusste auch, dass ein Disziplinarverfahren wegen Verrats von Dienstgeheimnissen von Seiten der Polizei auf ihn wartete. Und auch wusste er, dass Kefka die letzte Chance für ihn war, seine Frau und seine Kinder zu retten. Und während der Nachthimmel von Wolken bedeckt war und es leicht zu regnen anfing merkte TQ, dass er an einer Schwelle stand, die nur in eine Richtung führte, die zu nehmen ihm aber nicht leicht fiel. Doch er musste es tun.
    "Ich verspreche es.", sagte er matt in das Telefon. Eisiges Schweigen herrschte am anderen Ende der Leitung. "Gut...", sagte Kefka nach kurzer Zeit. "Dein Flug geht in vierzig Minuten. An Schalter W17 ist dein Ticket auf den Namen David Dadie hinterlegt. Die Fragen normalerweise nicht nach Namen, notfalls hältst du denen deinen FBI-Ausweis unter die Nase. Diego wird in Napoli an einem Kiosk stehen und Zeitung lesen, wenn du ankommst. Er wird seine Zeitung auf dem Kopf halten."
    TQ setzte sich in Bewegung und lief auf das riesige Flughafengebäude zu. Es roch leicht nach Kerosin, getragen durch die feuchte Luft. "Viel Glück.", sagte Kefka ungewohnt mütterlich, bevor sie die Verbindung abbrach.


    DJ n:
    Eilig hasteten Ete und Daen in Richtung des alten Büros von Daen. Dort hoffte der Psychologe alles in dem Zustand vorzufinden, als er… “verschwunden“ war. Wie genau Daen in das Sanatorium gekommen war, war ihm noch immer unklar, ebenso wie die Tatsache, dass er überlebt hatte und nicht wie Desmundo bei den Fischen schlief; scheinbar hatte er irgendwo einen Schutzengel gehabt, der an dem Tag eine Doppelschicht geschoben haben musste.
    Vollkommen im Gedanken wäre Daen beinahe an seinem alten Büro vorbeigelaufen, wäre er nicht plötzlich gegen einen hoch gewachsenen Mann mit militärischem Haarschnitt gelaufen und von ihm abgeprallt wie ein Gummiball von einer Wand. „Passen sie doch…“ setzte Steal Gray zu einer Schelte gegen den unaufmerksamen Mann an, der ihn einfach umgelaufen hatte, doch die Worte blieben ihm im Halse stecken, als er erkannte, wer die Person war, die er beabsichtigt hatte, auf Briefmarkengröße zusammen zu stutzen. „Das gibt’s doch nicht…“ stotterte Steal Gray und starrte den Mann an, der sich verwirrt umsah, Etes Blick auffing, der ihm bedeuten sollte, dass er zu weit gegangen war und sich dann von Steal wegdrehte. „D… Daen… bist… bist du das wirklich oder träume ich nur?“ brachte Steal Gray schließlich heraus und der Mann drehte sich wieder zu ihm um. Tatsache, es war Daen! Er sah zwar ausgemergelter und dünner aus, als er ihn in Erinnerung hatte, doch es war Daen. „Grüß dich, Steal.“ sagte Daen sanft, doch eh er sich versah, steckte er schon in der festen Umarmung seines alten Kollegen, der zum Stein erweichen zu schluchzen begann. Wie aus einem Reflex heraus erwiderte Daen die Umarmung und klopfte Steal auf den Rücken.
    Nachdem die beiden einige Augenblicke in dieser Position verweilt hatten, löste sich Daen mit sanfter Gewalt aus der Umarmung Steals und sagte ernst: „Für eine Widersehensfeier ist später noch genug Zeit. Jetzt haben wir etwas Wichtiges zu erledigen.“. Mit diesen Worten drehte sich Daen um und ging an Ete, dem ebenfalls Tränen in den Augen standen, vorbei in sein altes Büro.
    Nach einigen sondierenden Blicken fand Daen auch endlich, was er gesucht hatte. Sein altes Funkgerät. „Herr, bitte lass es noch funktionieren.“ murmelte Daen, der sich der Anwesenheit von Steal und Ete, die ihn von der Tür aus beobachteten, noch nicht gewahr geworden war. Mit zitternden Händen drehte Daen am Einschaltknopf und nach einigen Sekunden Stille ertönte endlich das statische Rauschen, auf das Daen gehofft hatte. „Und jetzt lass Psycho da sein…“ murmelte Daen nun und Steal warf Ete einen verwirrten Blick zu.

    Auf der Rückbank des Seats hatte sich Savages Zustand rapide verschlechtert. Sein Atem ging nun stoßweise und er schien große Schmerzen zu haben. „Gleich sind wir da, keine Bange!“ sagte DJ n zu Savage, während er auf einer belebten Hauptstraße ein riskantes Überholmanöver durchführte und sich damit einige empörte Hupkonzerte und Lichthupen gefallen lassen musste. Das Krankenhaus war nicht mehr weit entfernt. Wenn er angekommen war, wollte er Savage aus dem Wagen wuchten und ihn durch den Eingang in die Notaufnahme bringen; dort würden die Krankenschwestern wenigstens keine unnötigen Fragen stellen und sich sofort um Savage kümmern. Und dann konnte DJ n sich endlich auf den Weg in den Hafen machen, wo er die Triaden zu finden hoffte. Und als ob das Schicksal es so gewollt hatte tauchte vor DJ n endlich das Krankenhaus auf. „Da ist es!“ rief DJ n erleichtert und raste mit halsbrecherischer Geschwindigkeit auf den Parkplatz, der eigentlich nur für Unfallwagen da war und kam mit quietschenden Reifen zum Stehen. So schnell er konnte hüpfte DJ n aus dem Wagen und öffnete die Hintertür des Wagens; inzwischen strömten ein paar Krankenschwestern heraus um zu sehen, welcher Idiot den Eingang der Notaufnahme für die Boxengasse einer Formel 1 Strecke hielt. „Holen sie eine Bahre! Dieser Mann ist angeschossen worden! Wenn sie nichts tun, wird er sterben!“ brüllte der Asiat aufgeregt. „Sofort!“ antwortete eine der Schwestern und rannte wieder hinein, während die andere zu DJ n und Savage kam und sich das ganze ansah. „Oh verdammt, was ist denn mit ihm passiert?“ fragte sie schockiert. DJ n sah sie kurz an. Sie war sehr hübsch und auf dem Namensschild an ihrem Ausschnitt stand „Janine Sweet Angel.“. „Helfen sie mir bitte, ihn aus dem wagen zu holen.“ sagte DJ n; seine Stimme hörte sich dünn und zitternd an. Konnte es sein, dass er Angst hatte, dass Savage sterben konnte? Wollte er, dass Savage überlebte, nur damit er ihn später umbringen konnte und seine Rache hatte?
    Ein Husten des Russen riss ihn aus diesen Überlegungen. „DJ…“ flüsterte er und mit einem weiteren Husten kam auch ein kleiner Schwall Blut aus seinem Mund. „Felis und Vidora…“ sagte Savage mit sichtlicher Anstrengung. „Sie dürfen sich nicht so sehr anstrengen! Gleich werden sie operiert, keine Sorge!“ sagte Janine Angel ängstlich und sah zum Eingang der Notaufnahme. Die andere Schwester kam gerade mit einer Bahre und zwei weiteren Ärzten heraus. Alle hatten angespannte Gesichter. „Was ist mit den beiden?“ fragte DJ n aufgeregt. „Der Auftrag… deinen Meister… von ihnen… kam er… es… tut mir… leid…“ flüsterte Savage, bevor er heftig zu Husten begann und einiges an Blut spuckte. „Schnell! Sofort in den OP mit ihm!“ brüllte einer der Ärzte und so schnell wie Savage auf der Bahre lag, so schnell war er auch samt Ärzten im Krankenhaus verschwunden. Einzig DJ n und die Krankenschwester blieben auf dem Parkplatz zurück. „Was hat er damit gemeint mit ’Auftrag’ und deinen ’Meister?’“ fragte die Krankenschwester und sah DJ n an. Sie hatte ein sehr hübsches Gesicht mit mystischen grünen Augen und ihr dunkles Haar fiel ihr elegant auf ihre schmalen Schultern. >>Sie ist wirklich sehr schön.<< dachte DJ n fasziniert, bevor er antwortete: „Es bedeutet nichts. Er wird wohl im Delirium geredet haben.“. Doch sein Gesichtsausdruck strafte seine Worte Lügen, denn Janine Angel legte ihren Kopf quer und sagte: „Sie können nicht gut lügen, Mister. Ich erkenne es, wenn Menschen lügen und sie sind so ziemlich der schlechteste Lügner zwischen L.A und New York City.“. Ein Lächeln huschte über ihre Lippen. „Wenn es mich nichts angeht, sagen sie es doch einfach; ich werde es schon überleben.“. Das Wesen dieser Frau erschien DJ n so fröhlich und unschuldig; lange war es her, dass er so einen Menschen wie sie getroffen hatte und so von diesem Menschen fasziniert war. „Kommen sie rein. Dort können sie ihre Hände waschen und einen Kaffee trinken. Danach wird’s ihnen besser gehen.“ sagte die Krankenschwester freundlich, als DJ n plötzlich auf seine Hände und dann auf den Seat starrte und rief: „Der Hafen!“. „Was?“. DJ n schlug die hintere Tür des Wagens zu, sah die Krankenschwester an und sagte eilig: „Danke für ihre Hilfe, das werde ich ihnen nie vergessen. Vielleicht komme ich später noch mal hier her, um zu sehen wie es ihm geht und um mich noch mal bei ihnen zu bedanken. Sie sind wirklich ein sehr guter Mensch und wunderschön noch dazu; doch ich muss jetzt weg, wichtige Geschäfte warten auf mich; möglicherweise meine letzten. Leben sie wohl.“ Mit diesen Worten drängte er sich an der verwirrten Krankenschwester vorbei in den Wagen und fuhr mit quietschenden Reifen und heulendem Motor davon.

    Nun war der Moment gekommen. Nun musste er Manga-Protector und Snakes Bite in seine Pläne einweihen. Endlich hatte er es geschafft, mit den beiden unter sechs Augen sprechen zu können, ohne zu fürchten, dass Felis oder Vidora plötzlich hereinschneien würden; sie hatten sie bis vor einer halben Stunde bei sich gehabt, um ihnen die weitere Vorgehensweise zu erläutern. Dabei hatten die beiden Frauen einiges an Sake getrunken und mussten nun ihren Rausch ausschlafen. „Also was willst du von uns, Genji?“ knurrte Manga missmutig. „Euch einen Plan vorschlagen. Den Plan vom Sturz von Felis und Vidora und die Übernahme der Triaden durch uns!“ sagte Genji feierlich und mit übertriebener Theatralik, verfehlte damit jedoch nicht die gewünschte Wirkung. „Den Sturz von Felis und Vidora.“ wiederholte Manga nachdenklich, jedoch verriet sein Gesicht, dass ihm der Gedanke äußerst zusagte. „Ja, den Sturz. Ich denke, seitdem die beiden Frauen bei uns sind, haben wir das Erbe unserer alten Herrin mit Füßen getreten. Diese Handlungsweise war nie die, der Asuka-Chan-Triaden, es waren immer die, der Spam Mafia. Sind wir schon so tief gesunken, dass wir wie unsere Feinde kämpfen? Wir sind ehrenvoll und anders als diese Spaghettifresser in ihren Anzügen und mit ihren großen Kanonen. Wir sind die Triaden und haben andere Mittel, um unsere Ziele zu erreichen!“ Genji sah Manga und Snake an. Beide nickten eifrig. „Wie hassst du dir denn dasss ganzzzze vorgesssstellt?“ zischte die Schlange und Manga beugte sich interessiert vor. „Ich dachte da an Folgendes…“ begann Genji…


    DJ n

  5. #5
    hier sind mal wieder die nervigen Chronisten.
    Heute mit mir, DJ N und.... nochmal mir

    Repko:
    Wieder schlug Daen energisch auf den Tisch. "So ein Mist. Antworte doch.", rief er verzweifelt in das alte Funkgerät. Als Ete bemerkte dass Steal ihn verwundert anstarrte winkte er kurz ab und flüsterte ihm "Erklär ich dir später." zu. Wieder kam ein "Psycho, hörst du mich? Psycho?", gefolgt von einem gemurmelten Fluchen. "Er wird mich doch nicht vergessen haben."

    Genji, Manga-Protector und Snake's Bite liefen entschlossen auf die Tür zum Schlafzimmer der Schwestern zu. Sie hatten keine Zeit gehabt, einen ausführlichen Plan auszuarbeiten, doch ob ein solcher überhaupt nötig war, war die andere Frage. Doch alle drei schienen schon vor langem beschlossen zu haben, dies zu tun, sie hatten sich wohl nur nie getraut etwas davon zu sagen. Nun, da Genji den Anfang gemacht hatte, gab es wohl kein zurück mehr. Sie standen nun vor der schweren Metalltüre und hofften, dass diese nicht abgeschlossen war. Ruhig legte Manga-Protector seine Hand auf die kalte Türklinke. Obwohl die Türe sehr dick war, konnte er von drinnen einen Plattenspieler spielen hören. Unter zittrigem und schepperndem Ton gab er leise das Lied "All of me" wieder.
    Als er die Klinke herunterdrückte, stellte er zufrieden fest, dass die Türe nicht abgeschlossen war. Sie betraten das dunkle Zimmer und konnten den schemenhaften Umriss des Bettes erkennen, in dem die beiden Frauen zu liegen schienen. Am Fuße des Bettes blieben sie schließlich stehen.
    "Wir müssen das tun. Es ist das Beste.", flüsterte Genji den beiden anderen Triaden zu. Nacheinander zog jeder eine Pistole. Wie auf ein Kommando legten sie an.
    Der Raum wurde kurze Zeit hell beleuchtet, als ein Schuss nach dem anderen in das provisorische Bett einschlug, die Decke zittern, die Matratze zerreißen ließ. Die Schüsse, das Fetzen und Reißen, hörten erst auf, als die Magazine der Waffen leer waren. Wie in Extase versuchten sie, weitere Schüsse abzugeben, doch es klickte nunmehr nur noch. Unter schwerem Atmen senkten die drei mit zitternden Armen ihre Waffen und starrten in das Leere. Nur durch die Tür fiel ein leichter Lichtschein in das Zimmer der die Stoffetzen und die Teile der Matratze, die im ganzen Raum verstreut waren beleuchtete. Noch immer spielte der Plattenspieler fröhlich weiter. "Licht.", sagte Genji, nachdem er sich aus seiner erschreckten Starre gelöst hatte. "Wir müssen herausfinden, wie wir an das Geld kommen.", fügte er hinzu und wies Manga-Protector mit einer Geste zum Lichtschalter hin.
    Als der Raum kurz darauf hell erleuchtet wurde starrten sie alle auf das Bett. Der Geruch von Schmauch, der Nebelvorhang, der das Licht grieselig streute und das Bild das sich ihnen bot, drohte die drei Triaden vor Verwunderung umzuhauen. Unter der Zerschlissenen Bettdecke lagen zerschossen und zerfetzt einige Kopfkissen, so angeordnet, dass die durch die Bettdecke wie die Körper zweier kleiner Frauen angemaßt hatten. An der Wand hinter dem Bett war in großen Lettern geschrieben: "Die Wände haben Ohren".
    "Verdammter Scheissdreck.", hauchte Manga-Protector und sah sich verwirrt im Raum um. Sein Blick hing an dem Plattenspieler hängen. An der Kante des Spielers schien eine Schnur befestigt worden zu sein, die sich nun um den Spielarm wickelte und fast gänzlich straff gespannt war. "Bombe. Raus hier.", brüllte er und hechtete sich durch die noch offene Türe. Genji drehte sich zuerst verwirrt zu Manga-Protector, rannte ihm aber doch hinterher. Nur Snakes Bite machte einen Schritt auf den Plattenspieler zu und zog sein schlangenzahnförmiges Messer.

    Psycho stand gerade am Herd in der kleinen Küche und machte für sich und Dark Soldier Spiegeleier. "Ruhig Mut.", sagte er. "Mit DJ N wird schon noch abgerechnet. Wirst schon sehen.", sagte er. Seitdem jeder wusste, dass Dark Soldier DJ N befreit hatte, wurde er von den meisten als Verräter und Meuterer bezeichnet. Eigentlich auch von Psycho, doch dieser zeigte seine Gedanken und Emotionen anderer Menschen gegenüber nicht ganz so offen und widmete sich ihm somit ein wenig.
    Geistesabwesend nahm er die Pfanne vom Herd und stellte sie auf den Tisch, bemerkte dabei allerdings nicht, dass er sie auf Dark Soldiers Daumen gestellt hatte, der nun die Hand ruckartig zurückzog und einen leichten Aufschrei von sich gab. "Oh, tschuldigung.", murmelte Psycho benommen und stellte schnell die Pfanne beiseite. "Ich hol schnell eine Wundsalbe."
    Wie immer stand sein Arztkoffer in der kleinen Kammer nebenan, die als Medizinisches Lager fungierte. Als Psycho seine große Ledertasche öffnete erschrak er. "Psycho. Komemn bitte.", ertönte die gedämpfte Stimme Daens aus der Tasche. "Daen?", hauchte Psycho und riss die Augen weit auf. "Der ist doch... tot."

    "Bist du überhaupt sicher, dass er den Empfänger noch hat, Daen?", fragte Ete. "Wir haben ihn ein paarmal beim Drogendealen erwischt." Daen drehte sich zu Ete um. "Er hat mir damals sein Wort gegeben. Und ich habe ihm damals vertraut. Also tu ich das noch immer." kurz darauf widmete er sich wieder seinem unkgerät. "Psycho, kommen." In manchen Belangen konnte Daen recht naiv sein, dachte sich Ete. "Womöglich haben die ihm eine Gehirnwäsche verpasst.", sagte er.
    "Ich vertrasue ihm.", sagte Daen eindringlich. Plötzlich mischte sich eine dritte Stimme ein. "Hier Psycho." Sofort drehte sich Daen zum Funkgerät. "Psycho. Psycho. Hörst du mich?", fragte er und grinste, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. "Ja, ich höre dich.", war die Antwort. "Es sind jetzt fünfzehn Monate vergangen. Fünfzehn verschissene Monate und jetzt erst erhalte ich Meldung?", flüsterte Psycho in wütendem Ton. "Psycho. Es... es gibt jetzt wichtigere Dinge.", sagte Daen.
    "Du musstest ja auch nicht hier bei diesen Gangstern schmoren.", gab Psycho zurück. "Psycho, bitte. Wo bist du?" Psycho schwieg. "Psycho, bitte. Wir werden dich gut entschädigen und deine Arbeit würdigen. Und du bekommst Immunität auf sämtliche Straftaten, die du begangen hast." Wieder ein kurzes Schweigen am anderen Ende, das durch ein Räuspern Psychos unterbrochen wurde. "Weißt du noch, wo der alte Jazzkeller war? Wir verstecken uns dort im Weinkeller", gab er schließlich durch. Daen sprang fröhlich von seinem Stuhl auf. "Wunderbar. Vielen Dank. Wir schicken sofort ein paar Leute vorbei."
    Er drehte sich hastig zu Ete um. "Der Jazzkeller. Lass uns sofort gehen, Ete.", sagte er in einer art freudiger Extase. Ete senkte den Kopf und legte Daen die Hand auf die Schulter. "Daen... Du bist leider nicht mehr bei der ASP. Ich muss dich bitten, hier zu bleiben. Wir schicken unsere SWAT-Einheit, die wird das schon regeln." Daens Lächeln wich sofort der blanken Ernüchterung. Er wollte etwas erwidern, merkte jedoch, dass eine SWAT-Einheit mehr erreichen konnte, als er, der er bestimmt außer Form und bürokratisch gesehen nicht mehr bei der ASP war .
    "Steal.", rief Ete, um dem peinlichen Schweigen ein Ende zu bereiten. "Mobilisieren Sie die Truppen und suchen Sie TQ."

    In aller Ruhe verband Psycho Dark Soldiers Finger, ohne ein Wort zu sagen. Als er damit fertig war, aß er sein inzwischen kaltes Spiegelei in aller Ruhe und ohne etwas zu sagen auf. Erst als er fertig gegesen hatte, stand er auf und sah Dark Soldier an.
    "Geh zum Don. Die ASP wird in etwa einer Stunde am Jazzkeller sein. Er soll ein paar Leute für einen Hinterhalt vorbeischicken."


    DJ N:
    „Verdammt, wo ist Snake?“ japste Genji plötzlich. Er und Manga waren schon ein gutes Stück gelaufen und befanden sich fast beim Ausgang. „Keine Ahnung. Ich dachte, er war direkt hinter mir.“ antwortete Manga und sah in den Gang zurück. „SNAKE!“ brüllte der bullige Chinese. Keine Antwort. „Verdammt, er wird doch wohl nicht etwa…“ begann Snake, konnte den Satz jedoch nicht zu Ende führen, weil in dem Moment die schwere Eisentür mit einer extremen Wucht aufgeschleudert wurde und ihn auf den Boden schleuderte. Dort blieb Genji bewusstlos liegen. „Du…“ begann Manga, der fest damit gerechnet hatte, dass entweder Felis oder Vidora die Frechheit besessen hätten, ihnen aufzulauern. Doch stattdessen stand ihnen DJ n gegenüber. „Wo sind die beiden Frauen?“ sagte der Japaner leise. Manga schwieg; die Überraschung dieses plötzlichen Auftauchens steckte ihm noch immer in den Gliedern. „Sag schon, Fettsack! Wo sind sie!“ sagte DJ n, dieses mal mit deutlich erhobener Stimme. „Bombe.“ brachte Manga als einziges Wort heraus. „Bombe?“ echote DJ n und legte den Kopf quer. „Diese ••••••••n haben sich mit all dem Geld aus dem Staub gemacht und wollen uns in die Luft jagen!“ sprudelte Manga plötzlich los und kniete sich zu Genji hinunter, der nun leise zu stöhnen begann; der Schlag schien nicht all zu fest gewesen zu sein. „Und Snake ist noch immer bei der Bombe!“ rief der bullige Chinese so plötzlich aus, dass DJ n reflexartig einen Schritt zurück tat. „Verdammt…“ murmelte DJ n.

    „SWAT-Team einsatzbereit, Sir!“ meldeten die jungen Männer des Teams im Chor und salutierten von Ete. „Gut, dann nichts wie rein in den Wagen und los!“ rief Ete und sprang selbst in seinen Dienstwagen, auf dessen Rückbank schon eine kugelsichere Weste und ein automatisches Maschinengewehr lag. Diesmal würden sie die Mafia nicht entkommen lassen. Diesmal würden sie Göfla und mit ihm all seine anderen verdammten Mafiosi kriegen und einbuchten; oder sie schlimmstenfalls allesamt zum Teufel schicken.
    Ete hatte gerade den Motor angelassen, als sich die Beifahrertür öffnete und Daen einstieg. „Was machst du hier?“ fragte Ete erstaunt? „Ich komme mit. Ich weiß, ich bin zwar kein Mitglied der ASP mehr, aber ich habe auch das Recht, dabei zu sein, wenn ihr sie festnehmt. Schließlich habe ich zusammen mit dir und den anderen Jahrelang daran gearbeitet, diese Bastarde, entschuldige den Ausdruck, hinter Gitter zu bekommen! Das ist ebenso mein Erfolg, wie deiner oder Steals oder Nintys. Ich bitte dich, Ete. Lass mich mitkommen!“.
    Ete sah in das Gesicht seines Freundes, den ernsten und unnachgiebigen Ausdruck in seinen Augen und erinnerte sich plötzlich an alte Zeiten, in denen er und Daen gemeinsam gegen die Mafia gekämpft hatten. Ein tiefer Seufzer schlich sich aus Etes Brust, bevor er nickte. „Ja, du hast Recht. Es ist auch dein Erfolg. Du kannst mitkommen. Aber du hälst dich gefälligst im Hintergrund! Du warst zwar bei der ASP, bist aber im Moment nur Zivilist, also komm uns bitte nicht in die Quere. Du warst schon einmal tot und ich habe keine Lust, nochmals an deinem Grab zu stehen und Shinshrii zusammenbrechen zu sehen…“. Daen zog die Augenbrauen hoch. „Shinshrii… für sie muss das alles sehr schwer gewesen sein. Wenn das alles hier vorbei ist, werde ich wohl mal mit ihr reden müssen…“ sagte Daen und Ete schluckte unbehaglich. Er hatte mehr gesagt, als er sagen wollte.
    Ohne ein weiteres Wort zu verlieren fuhr Ete los und raste durch die Straßen der Stadt in Richtung des Jazz-Kellers.

    „MR.Z. Dragon Thorm. Ruffy. Warum habe ich nur das Gefühl, das jemand fehlt?“ fragte Göfla und sah die drei der Reihe nach an. „Was ist mit Repko? Wo ist er?“ fragte Göfla nun direkt und warf jedem einen durchdringenden Blick aus dem Schatten seiner Hutkrempe zu. „Er ist tot.“ antwortete MR.Z sofort und ohne jegliche Emotion. Göfla wandte sich zu dem hageren Mann mit den kalten Augen und ließ seinen Blick lange auf ihm ruhen. „Tot, sagst du?“ fragte Göfla - es war eine jener rhetorischen Fragen, die der Pate immer zu fragen beliebte, wenn er etwas explizit wissen wollte. „Ja. Er ist in einer kleinen Holzhütte erschossen worden. Dort hatte sich dieser Yoshi Green versteckt gehalten.“. sagte Ruffy nun und Göfla wirbelte zu ihm herum, so dass Ruffy fürchtete, jeden Moment vom Paten niedergestreckt zu werden. „Und wer war es, der ihn erschossen hat? NA REDE SCHON!“. Der Pate war nun vollkommen außer sich vor Wut und erinnerte MR.Z auf eine seltsam komische Art und Weise an Desmundo, der solche Ausbrüche in regelmäßigen Abständen hatte; ein leises Grinsen zeichnete sich auf dem Gesicht des Killers ab, jedoch war es so minimal, dass keiner es bemerkte. „Es war Savage the Dragon. Wir haben ihn dort zusammen mit Yoshi Green und DJ n überraschen können.“ sagte Ruffy und kniff die Augen unwillkürlich zusammen, als ob er fürchtete, dass der Pate nun vollkommen ausrasten würde. Doch stattdessen blieb der alte Mann ruhig, drehte sich zu seinem Tisch um und sah das Bild an der Wand an. Es zeigte eine verträumte Landschaft in Mittelitalien, den Landsitz, den seine Familie schon seit Generationen bewohnte. „DJ n und Savage the Dragon. Savage und DJ n. Ich hätte es wissen müssen… es gibt tatsächlich niemanden mehr, auf den ich mich verlassen kann…“ murmelte der Pate enttäuscht.
    Plötzlich klopfte es an der Tür. „Herein.“ antwortete der Pate beiläufig und Dark Soldier trat langsam in das Büro ein; die Blicke der anderen drei Mafiosi hefteten sich sofort an ihn. „Was gibt es? Mach es kurz, denn wie du siehst, befinden wir uns in einer Unterredung.“ sagte der Pate grob ohne den Blick von dem Gemälde zu nehmen. „Mein Pate…“ begann Dark Soldier langsam. „Psycho hat eben… eben eine Nachricht oder so erhalten; jedenfalls sagt er, dass sie ASP in knapp einer Stunde beim alten Jazz-Keller sein wird und das ihr ein paar Leute für einen Hinterhalt vorbeischicken könntet, mein Pate.“. Dark Soldier war unglaublich nervös und zitterte.
    Göfla schwieg einen kurzen Moment, dann wandte er sich um und sagte: „Gut, wenn Psycho das sagt… Ruffy, MR.Z, Dragon Thorm! Schnappt euch Black und Shiekah und bereitet der ASP eine schöne Überraschung! Dark Soldier, du geht’s auch mit! Du hast zwar DJ n befreit und dafür sollte ich dich eigentlich an deinen Genitalien am höchsten Gebäude der Stadt aufhängen, aber ich will dir noch eine Chance geben, dich zu beweisen.“. Dark Soldier wusste zuerst nicht, was er sagen sollte, doch dann ging er zum Paten, fiel vor ihm auf die Knie und sagte: „Ich danke euch, mein Pate. Ihr seid zu gut zu mir.“. Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des alten Mannes aus, als er sagte: „Ja. Ich bin gut zu dir…“. Dann brach er in ein lautes Lachen aus…

    „Verdammte Scheiße, TQ!“ fluchte Steal Gray vollkommen außer Fassung. Schon seit geschlagenen 20 Minuten versuchte er, ihn auf seinem Handy zu erreichen, vergebens. Das einzige, was sich meldete, was seine Mobilbox und auf der hatte Steal Gray mittlerweile schon 7 Nachrichten hinterlassen. Nun hatte er jedoch gehörig die Schnauze voll und funkte Ete an. „Ete, hier Steal. Nein, ich habe nichts von TQ gehört; der Kerl geht einfach nicht an sein Handy. Ich werde mich nun fertig machen und nachkommen. Ja, Roper und Chibi sind schon mit dem SWAT-Wagen gefahren. Ja, Ninty und Schattenläufer habe ich schon informiert. Die kommen so schnell es geht dorthin. Wir sehen uns dann gleich. Steal Ende.“. Steal legte das Funkgerät beiseite und begann seine Kugelsichere Weste umzuschnallen. Nun würden sie endlich die Spam Mafia kriegen und die Stadt endlich von dieser Krankheit befreien.
    Steal wollte sich gerade seine Pistole unter die Weste stecken, als sein Handy klingelte. „Ja, Gray hier.“. Steals Augen weiteten sich vor Überraschung und Zorn. „Verdammt noch mal TQ! Wo zum Geier treibst du dich rum?“


    Repko:
    "Hier, Freezy, hier.", sagte Ineluki aufgeregt. "Hier war es. Fahr hier rein." Freezy tat, wie ihm geheißen und lenkte den großen Wagen neben eine Reihe zerbeulter Mülltonnen, die vor Müll schon überquollen.
    Freezy war kaum zum Stillstand gekommen, da schlug Ineluki schon die Türe auf und stürmte aufgeregt heraus in Richtung des kleinen Reihenhauses in welchem Yoshi Green vor einem Jahr untergebracht worden war. Aufgeregt schlug er mit der Faust gegen die Holztüre. "Yoshi! Yoshi? Bist du da. Mach auf" Im Wechsel zu seinen panischen Schlägen drückte er immer wieder auf den kleinen Türgong. Doch nichts geschah.
    Schließlich kam Freezy angerannt. "Beruhige dich erstmal.", sagte er und schlug Ineluki an den Hinterkopf. Ruhig klopfte er auf die Türklinke und stellte fest, dass die Türe nicht abgeschlossen war. Sofort stieß Ineluki die Türe weiter auf und schlüpfte durch. Freezy folgte ihm und rümpfte die Nase. Es roch streng säuerlich in der Wohnung, alles lag kreuz und quer auf dem Boden verstreut. "Hat hier ein Kampf stattgefunden?", fragte Ineluki erschüttert.
    "Halts Maul.", sagte Freezy und hielt sich den Finger vor den Mund. "Ich höre etwas." Ineluki stand wie angewurzelt in dem engen, dunklen Flur zwischen Magazinen und Möbeltrümmern, die auf dem Boden lagen und bekam es mit der Furcht zu tun, als auch er etwas hörte. Der leise Hauch einer gedämpften Stimme kam aus dem Nachbarzimmer.
    "...bewegen sich in den Schatten...Abschaum der Gesellschaft..." Freezy fröstelte und seine Nackenhaare stellten sich auf. "Was ist das?", fragte er seinen Bruder, der die Frage mit einem leichten Kopfschütteln beantwortete und sich ratlos den Bart glattstrich.
    "...machen alles kalt...uns in den Weg stellt." Plötzlich verstummte die hinterhältig klingende Männerstimme.
    Plötzlich fiel ein Schuss. Ein weiterer. Ein dritter, gefolgt von einem vierten. Ineluki hechtete sich auf den Boden und hielt seine Hände über den Kopf, während Freezy schnell die türe zu dem Raum aus dem die Stimme kam öffnete und in den Raum sprang.
    Ineluki starrte beängstigt in den Raum aus dem ein leichtes blaues Licht auf den Flur traf. Die Stimme war nun deutlicher zu hören. "Hier ist man mittendrin. Dieser Ort zeugt von der unglaublichen Gewalt der Syndikate..." Mit verwirrtem Gesichtsausdruck stand Ineluki langsam auf und näherte sich der Türe.
    Es war nur ein Fernseher. Er war an, dem Dunst auf der Mattscheibe nach zu urteilen schon sehr lange. Es lief ein Dokumentarfilm über die Verbrechen und den Einfluss krimineller Vereinigungen in New York. Der Rest des Raumes war verwüstet. Die Regale waren heruntergerissen. Viele zerfledderten Bücher lagen in Haufen aufeinander, die Scherben einer zertrümmerten Vase säumten den zerrissenen Teppich. Ein umgedrehter Tisch mit nur noch einem Bein stand in der Ecke, direkt vor den Trümmern eines Rechners.
    "Er hätte nicht rumschnüffeln dürfen.", murmelte Ineluki, nachdem er sich aus der Starre gerissen hatte. "Er hat rumgeschnüffelt und die Mafiosi haben ihn fertig gemacht." Freezy sagte nichts, er richtete seinen Blick starr auf den Fernseher, dessen Programm ihn in seinen Bann gerissen hatte.
    "Da siehst du's. Deshalb habe ich dir gesagt, du sollst nicht auch noch rumschnüffeln. Die Mafia ist noch immer stark. Siehst du, was mit Yoshi passiert ist? SIEHST DU ES?", sagte Ineluki und steigerte sich dabei in blanek Wut hinein. Schließlich packte er Freezy und drehte ihn mit dem Gesicht zu sich herum. "Hör mir gefälligst zu.", schrie er. "Wir gehen jetzt nach Hause und lassen die Dinge ihren Lauf nehmen. Es geht uns nichts mehr an!"
    Freezy blieb von Inelukis Gebärden unbeeindruckt und schien ins Leere zu starren und um Fassung zu ringen. "Die haben ihn doch nicht umgebracht...", sagte er und schaute Ineluki dabei so durchdringend an, dass dieser eine Gänsehaut auf den Armen bekam und von ihm abließ.
    "Ich hoffe nicht.", sagte er mit beruhigter Stimme. "Aber es geht uns nichts mehr an. Das ist eine Sache zwischen Mafia und ASP. Wir haben in dieser Sache nichts mehr zu sagen." Freezy drehte sich energisch weg und tat einige Schritte auf die Türe zu.
    "Das ist deine Ausrede für alles.", sagte er, ohne sich umzudrehen. "Wir müssen uns um uns selbst kümmern, die anderen spielen keine Rolle." Ständig stritten sie sich um Kleinigkeiten oder begannen ein Wortgefecht, in Momenten in denen sie zusammenhalten sollten. Nun war wieder einer dieser Momente in denen beide mit dem Kopf durch die Wand wollten. "Wir haben selbst unsere Probleme. Wir haben kaum Geld, werden womöglich von der Staatspolizei bewacht und weiß Gott wer uns alles auf den Fersen sein könnte. Und du willst herumlaufen und Missionarsarbet leisten indem du die ganze Stadt vor der Spam Mafia warnst."
    Die Antwort kam aus dem Fernseher. "Das war der Film 'Die Schrecken von New York'.", sagte ein Sprecher. "In ganz Amerika sorgte er für Furore und wird auf der nächsten Oscarverleihung in der Kategorie 'Bester Dokumentarfilm' ins Rennen gehen."
    Gleichzeitig drehten sie ihre Köpfe langsam in Richtung des Fernsehers. Im Moment war die Aufnahme einer Kamera zu sehen in dieser Aufnahme war zu sehen, wie drei bullige Männer auf eine junge Frau einprügelten, sie schließlich in einen Teppich einwickelten und einer der Männer sie wegtrug, während die anderen beiden die Wohnung demolierten. Nebenher lief der Abspann, begleitet von langsamer Moll-Musik "Mein Gott. Es erinnert mich an unsere Stadt.", sagte Ineluki nach einigen weiteren Szenen von brutalen Gewalttaten.
    Als sie sich kurz darauf wieder ansahen, zog sich ein Grinsen über die Gesichter der Beiden. "Ob wir nicht auch...", sagte Ineluki und wurde von Freezy unterbrochen. "Wir waren doch damals mittendrin.", sagte dieser.
    "Natürlich können wir das..."

  6. #6
    Und zum Abend ein Doppelpack vom DJn und Repko!


    TQ hatte lange mit sich gerungen, bis er sich zu einer Antwort gegenüber Steal Gray, der noch immer am Handy wütete, zwingen konnte. „Ich befinde mich auf den Weg nach Neapel.“ sagte er schließlich und hielt das Handy vorsorglich von seinem Ohr weg; und das zu Recht, denn kaum hatte er ausgesprochen, schallten ihm Verwunderungen und Ausrufe des Ärgers von Steal Gray durch das Handy entgegen. „Was zum Teufel willst du in Neapel? Wir brauchen dich hier! Wir sind so kurz davor, diese verdammten Mafiosi hochzunehmen und du verziehst dich nach Neapel? TQ, was ist mit dir los?“ rief Steal Gray durch das Handy. „Es… ist eine persönliche Angelegenheit, Steal. Versteh das bitte. Sagen wir so: ich kann nicht anders. Ich muss nach Neapel.“ sagte TQ so ruhig er konnte. Aus irgendeinem Grund tauchten plötzlich Bilder seiner Frau und seiner Kinder in seinem Kopf auf. Bilder, wie MR.Z grinsend auf die beiden zuging, in der linken Hand ein langes Messer und in den Augen ein irrer Blick, wie der Blick des Teufels. TQ rieb sich mit Zeigefinger und Daumen über die Augenlieder und versuchte, tief und ruhig zu atmen. Er musste versuchen, diese Bilder zu verdrängen. „Was persönliches also.“ begann Steal nun. Seine Stimme hatte sich gelegt und nun klang er sehr ernst; keine Spur von Wut oder Enttäuschung. Nur purer Ernst. „Es geht um deine Familie, hab ich Recht? TQ, jeder in der Abteilung weiß, dass die Mafia deine Frau und deine Kinder entführt hat. Aber sie jetzt als Einzelkämpfer da raus zu holen, bringt auch nichts. Wohlmöglich machst du es damit nur noch schlimmer. Wenn wir die Mafia…“. TQ ertrug nicht mehr, was Steal sagte. Er brüllte ins Handy: „ES GEHT NICHT UM MEINE FAMILIE! SIE SIND MIR EGAL! IHR SEID MIR ALLE EGAL!“. Danach legte er auf, schaltete sein Handy aus und stopfte es in seine Jacke. Einige Leute warfen ihm noch immer seltsame Blicke zu, wahrscheinlich wegen seines Wutausbruches. >>Ihr seid mir alle egal.<< dachte TQ. Sein Schädel pochte, ihm war heiß und Müdigkeit schlich langsam in ihm empor. >>Kefka…<<.

    Snake stand noch immer vor dem Plattenspieler, das Messer in der Hand und beobachtete, wie sich die Schnur weiter aufwickelte. Wenn der Faden straff war, würde es nur eine Frage von Sekunden sein, bis die Bombe explodieren würde und alles im Chaos versinkt. Und dann wären auch seine Tage gezählt. Noch immer, mit eiskalter Routine in den Augen, beobachtete Snake den Faden, der sich langsam spannte. Nur noch wenige Sekunden, dann würde alles vorbei sein. Snake tat einen Schritt auf den Plattenspieler zu; der Faden wurde immer straffer. Noch ein Schritt. Gleich würde es soweit sein. Snake hob das Messer in die Luft und ließ es niedersausen. Die Klinge nährte sich dem Faden, der schon beinahe so straff wie eine Bogensehne war. Dann flogen zwei lose Enden des Fadens durch die Luft, von dem sich das eine Ende weiter aufrollte. Keinen Augenblick zu spät hatte Snake den Faden durchtrennt. „Diesse ••••••••n.“ zischte Snake und sah sich ein wenig im Zimmer um. „Sssie wollten unsss eissskalt in die Luft jagen.“.
    Snake nährte sich gerade der Kommode, als er hinter sich Schritte hörte. Schnell wirbelte er herum, auf der Suche nach einem Versteck, doch es war zu spät: eine Person war in die Tür getreten. Sie hatte blonde Haare und trug einen langen Ledermantel und eine Sonnenbrille. „DJ n!“ rief Snake überrascht aus. Mit ihm hätte er am wenigsten gerechnet. Eigentlich hatte er gedacht, dass Genji oder Manga-Protector zurückkommen würden, um nach ihm zu sehen, doch stattdessen stand der Berater von Don Göfla vor ihm. „Was ist mit der Bombe?“ fragte DJ n und sah sich um. Snake antwortete nicht. Es kam ihm zu seltsam vor. Was wollte DJ n bei ihnen? „Scheinbar bist du ganz gut damit zu Recht gekommen.“ sagte DJ n plötzlich und sah an Snake vorbei zum Plattenspieler. „Komm mit. Draußen warten Manga und Genji. Ich muss mit euch reden.“. Nun verstand Snake gar nichts mehr. Was sollte das werden?

    Die Mafiosi hatten Stellung bezogen. Sollte die ASP den Keller stürmen wollen, würde sie eine böse Überraschung erleben. Dragon Thorm hatte ein paar seiner Flammsprengsätze im Keller und versteckt und wartete von einem höher gelegenen Punkt aus nur darauf, diese zu zünden.
    Des Weiteren hatten sich Ruffy, MR.Z, Shiekah, Black und Dark Soldier draußen versteckt und warteten auf die Ankunft der ASP. Wenn die ASP die Tür um Keller aufbrechen würde, war dies ihr Zeichen zum zuschlagen. Sie würden vorpreschen und die ASP so lange unter Beschuss halten, bis sie im Keller waren. Dann würde Dragon Thorm seine Sprengsätze zünden und die ASP wäre nur noch ein dampfendes Häufchen Elend und Asche. So hatte es sich jedenfalls MR.Z vorgestellt, als er die anderen in seinen Plan eingewiesen hatte.
    Würde ihnen dieser Schlag gelingen, wären sie wieder die unumstrittenen Herrscher der Stadt; und dann konnte sich auch DJ n nirgends mehr vor ihnen verstecken. Sie würden ihn früher oder später zu fassen bekommen und ihn dann bestrafen. Ja, Bestrafung war MR.Z’s Spezialgebiet. Er würde ihn langsam zu Tode foltern. Ganz langsam…
    „Hey! Da kommen sie!“ rief Dark Soldier plötzlich aufgeregt. „Gut. Ihr wisst, was ihr zu tun habt. Ich will keine Fehler sehen, sonst macht der Don Kleinholz aus uns.“ sagte MR.Z und überprüfte sein Maschinengewehr. Geladen und entsichert. Nun konnten diese Bastarde kommen – sie waren vorbereitet, ja, das waren sie!


    Die Nacht war fast vorüber. Die ersten Strahlen der Sonne reflektierten bereits auf der Oberfläche des Meeres und tauchten den unbewölkten Himmel in ein intensives purpur. Das Geschrei der Möwen und das Läuten von Kirchenglocken in der Ferne wurden von jähem Ächzen einiger lauter Motoren unterbrochen. Drei Kleinbusse der ASP-SWAT fuhren auf der Schnellstraße entlang des Strandes hintereinander her. Geradewegs steuerten Sie auf einen recht alten Wohnblock aus eckigen Betonhäusern zu, die inzwischen nur noch als Lager oder billige Kneipen dienten.
    Gegenüber des Wohnblockes kamen die Wagen zum Stehen. Sofort stürmten maskierte Männer in dunklen Uniformen und mit großen Maschinengewehren bewaffnet aus den hinteren Teilen des Buses. Drei von ihnen rannten umher und riegelten die Straße um den Wohnblock ab, die anderen näherten sich allmählich dem Ziel. Die Spam Mafia konnte alarmiert worden sein, sie mussten mit dem Schlimmsten rechnen. Steal Gray stieg mit eiserner Miene aus.
    "Chibi, nimm dir drei Mann und such nach weiteren Ausgängen aus dem Jazz-Keller, Roper, nimm dir einen Scharfschützen und sieh zu, dass ihr aufs Dach kommt. Melior, warte hier beim Wagen auf weitere Anweisungen von mir."
    Mit diesen Worten stieg er in den hinteren Raum eines der Wagen zu Ninty, der eifrig an einem Funkgerät herumwerkte.
    Ete streifte sich eine Kugelsichere Weste über und prüfte seine Dienstwaffe. Er öffnete die Fahrertüre und drehte sich zum Beifahrersitz um, auf dem Daen saß und ihn schweigend beobachtete. "Du bleibst hier.", sagte Ete. Statt dem erwarteten Widerstand nickte Daen nur stumm. Jetzt, wo sie kurz davor waren, ein Gebäude voller Gangster zu stürmen, hatte er es sich vielleicht doch nochmal anders überlegt. Ete stieg hastig aus und betrat ebenfalls den Funkwagen. Gespannt wartend auf Meldungen der Polizisten, standen sie schweigend hinter Ninty, als dieser sich plötzlich umdrehte und seine Kopfhörer ein Stück herunterzog und "Ausgang an der Nordostecke, Richtung Norden.", sagte.
    Steal lehnte sich über den Tisch, zog einen Bleistift und machte einen Kreis auf der Karte des Gebäudeblocks an der Stelle, an der die beschriebene Stelle war. Er winkte Schattenläufer zu sich, der bislang auf der Pritsche hinter ihnen gesessen war.
    "Nimm dir einen Mann und mach den Ausgang dicht.", sagte er und deutete auf besagte Stelle auf der Karte. Schattenläufer erhob sich, nahm lud seine Waffe und verließ den Wagen.
    Wieder setzte das eiserne Schweigen ein. Ninty drückte wie wild auf den Tasten der Funkanlage herum und zog schließlich wieder die Kopfhörer nach unten. "Keine weiteren Eingänge mehr überirdisch." Steal nickte zufrieden und sah aus der hinteren Türe, wie Schattenläufer mit einem der SWAT-Polizisten in Kauerstellung auf ihn zurannte. "Und?", rief er ihm zu.
    "Schloss geschmolzen und Eisenkeile eingesetzt, da kommt so schnell niemand mehr raus.", gab Schattenläufer zurück. Steal drehte sich wieder zu Ninty um, der inzwischen von seiner Ablage abgelassen hatte und mit einem Kugelschreiber auf der Tischplatte herumtippte. Ete und Steal schreckten bizarrerweiße erst auf, als das Klopfen verstummte und Ninty seinen Blick starr geradeaus richtete. "Chibi sagt, sie hätten sowas wie einen Sprengsatz gefunden." "Sollen sofort zurückkommen, es könnte eine Falle sein.", sagte Steal und die Farbe wich ihm aus dem Gesicht.
    "Chibi, zurückkommen. Ich wiederhole, zurückkommen.", sagte Ninty eindringlich und sein Mikrofon. Steal drehte sich immer wieder um, nach den vier Polizisten suchend. Schließlich fiel ihm noch etwas ein. "Sag Roper, er soll aufpassen, es könnte jemand auf dem..."
    Er kam nicht dazu, auszusprechen, denn plötzlich hörte er Schüsse aus Richtung des Blocks. Das Geräusch schien vom Dach zu kommen.

    TQ wurde in seinen Sitz gedrückt, als das Flugzeug sich in die Lüfte erhob. Es kam ihm vor, als würden sie sehr schnell steigen, die Autos sahen schon recht schnell nur noch wie kleine Ameisen aus, die sonst so Wolkenkratzer wirkten unwahrscheinlich nichtig und verschwanden aus der Sichtweite, als das Flugzeug zunehmend auf das Meer zusteuerte. Erst als Talster City vollständig verschwunden war, fiel TQ ein, dass er diese Stadt womöglich nie wieder sehen würde. Eine weitere Rückkehr zur ASP konnte er vergessen. Nicht nach alledem, was er getan hatte. Nicht nachdem er Steal Gray am Telefon so brüsk abgewiesen hatte.
    Jetzt im Moment hatten seine ehemaligen Kollegen womöglich ernste Schwierigkeiten und er hatte sie im Stich gelassen. Er wurde aus seinen Gedanken gerissen, als er einen leisen Gong hörte und das Anschnall-Zeichen erlosch. TQ hatte die Gewohnheit, den Gurt im Flugzeug anzulassen, selbst wenn der Start vorüber war.
    Eine Stewardess kam neben ihm zum Stehen. "Möchten Sie etwas trinken?" TQ überlegte einen Moment. "Ginger Ale bitte." Die Stewardess kramte in ihrem Wagen herum, als plötzlich etwa fünf Reihen hinter TQ ein Mann auf den Gang sprang und laut schrie.
    "Bleiben Sie alle ruhig. Ich will niemandem etwas tun. Ich muss nur bestimmte Dinge regeln." Eindeutig war dieser Mann psychisch labil, scdhien kurz davor zu sdein, in Tränen auszubrechen oder durchzudrehen. Dies alles hätte TQ nichts ausgemacht, hätte er nicht mit zwei Pistolen um sich gezielt.
    Reflexartig griff TQ an seinen Gürtel und schlug ins leere. Seine Waffe hatte er vor dem Flughafen in eine Mülltonne geworfen.

  7. #7
    Weiter weiter weiter, heute ma vier auf einmal!
    von YoshiGreen, DJ n, mir und nochmal YoshiGreen.

    YoshiGreen:
    Es war recht dunkel im Keller, sodass die vier Polizisten gezwungen waren ihre Nachtsichtgeräte einzuschalten. Eigentlich hätten sie auch Taschenlampen benutzen könne, denn die Mafia war sicher bereits gewarnt, bei dem Radau den sie gemacht hatten. Aber man konnte ja nie vorsichtig genug sein und selbst wenn die Gangster wussten DAS sie da waren, musste man ja ihnen nicht unbedingt auf die Nase binden WO sich das Team gerade aufhielt.
    "Was auch immer das hier mal war", schreckte ein Mann Chibi aus seinen Gedanken hoch, "Jetzt ist das der dreckigste Jazz-Keller den ich je gesehen habe."
    Verärgert drehte sich Chibi um, fixierte den Polizisten mit einem bösen Blick und sagte scharf: "Seien sie ruhig. Wie wissen nicht wo der Gegner ist. Konzentration meine Herren!"
    Vorsichtig bahnten sich die Männer weiter ihren Weg durch das unglaubliche Chaos das sich ihnen entgegen türmte.
    Eigentlich konnte man sich gar nicht vorstellen, dass sich hier eine ganze Mafia verstecken sollte. Die bisherigen Verstecke waren zwar auch nicht die Reinheit in Person, aber solche Viertel waren nun wirklich nicht das Niveau der Kriminellen...
    "Irgendetwas stimmt hier nicht", schoss es Chibi durch den Kopf, "Dieser Dreck, die Umgebung, einfach alles hier... ich will ja nicht sagen das dies eine Falle ist, aber auf jeden Fall ist irgendwas nicht so, wie man uns glaubhaft machen will..."
    Mit doppelter Vorsicht setzten sie ihren Weg fort. Über mehrere waghalsige Treppenkonsruktionen kamen die Polizisten schließlich auf der unteren Ebene des Kellers an. Doch es war verrückt: Hier war nichts.
    Nur eine leere Bar, die wohl randalierende Jugendliche der rechten Szene beinahe volständig zu Kleinholz verarbeitet haben - jendenfalls sah man entsprechende Zeichen auf den Wänden und den restlichen Möbeln.
    Desweiteren konnte Chibi erkennen, wie ein paar Ratten davon huschten - zumindest glaubte er es, denn eigentlich waren nur sich schnell bewegende Schatten zu erkennen.
    Dies alles war jedoch nicht von Belang, wichtig war, dass dies eine Sackgasse war.
    "Wusste ich es doch", knurrte der Teamführer und knirschte wütend mit den Zähnen, "Anscheinend hat uns dieser durchgeknallte Doc echt an der Nase herum geführt." Er wollte gerade das Zeichen zum Aufbruch geben und Ninty sagen, dass dies ein Reinfall war, als einer seiner Männer ihm lautlos ein Zeichen gab, das er was gefunde hatte.
    Ebenfalls darauf bedacht möglichst kein Geräusch zu verursachen, aber trotzdem mit schnellst möglicher Geschwindigkeit ging Chibi zu seinem Kollegen der eine Wand an der der Strinseite des Kellers untersucht hatte und tatsächlich: Hinter einem Schrank, der schon so aussah als würde er in den nächsten Tagen alleine durch das Gewicht der Staubmassen, die sich auf seinen Brettern abgelagert hatten, zusammenbrechen, fand sich tatsächlich eine Tür. Komplett aus massiv ausehenden Metall und vollkommen rostfrei. Wer auch immer diese Tür benutzte legte anscheinend einen großen Wert darauf, dass sie nicht so verfiel wie der Rest ihrer Umgebung.
    Mit Handzeichen machte Chibi seinen Leuten klar was er wollte und sofort sprangen zwei vor und machen sich an der Tür zu schaffen, nur um ein paar Sekunden später zum Rest der Gruppe zurück zu laufen, der schon einmal ein paar Schritte in Deckung gegangen war. Inzwischen war auch Ninty vom aktuellen Geschehen informiert worden.
    Als der Mann den letzten FInger einklappte, er hatte vorher einen Countdown abgezählt, gab es eine kleine Explosion die, die, glücklicheweise nicht allzu dicke, Tür aus den Angelnsprengte.
    Nur Sekundenbruchteile später liefen die Polizisten los und stürmten den dahinter liegenden Raum.


    DJ n:
    Misstrauisch verfolgten der bullige Chinese und der noch leicht verwirrte Genji, wie DJ n zusammen mit Snake durch den Gang auf sie zukamen. Sowohl Manga Protector als auch Genji konnten sich keinen Reim aus dem Auftauchen DJ ns machen und musterten ihn daher peinlich genau. Als die beiden Asiaten noch knappe 5 Meter von der Tür entfernt waren, rief der Bullige ihn schon entgegen: „Sag uns, was du willst!“. DJ n reagierte nicht sofort. Erst, als er dem gewaltigen Fleischberg von Manga Protector gegenüberstand, hob er den Kopf und sah ihm in die schwarzen Augen. „Ich bin hier, um euch einen Vorschlag zu machen.“. Manga kniff die dunklen Augen zusammen, so dass sie wie Stecknadelköpfe wirkten. „Was könntest du uns vorschlagen wollen, was uns davon abhält, dich sofort zu töten?“ fragte Genji scharf; er hatte sich von seiner kurzen Ohnmacht scheinbar wieder erholt. „Ich biete euch die Möglichkeit, einen Schlag gegen die Spam Mafia zu führen, wie ihr ihn bisher noch nie zustande gebracht habt.“ Eine kleine Spur Abfälligkeit mischte sich in DJ ns Stimme, während er an die Versuche dachte, mit denen die Triaden versucht hatten, ihn und die Mafia zu stürzen. Straßenkämpfe, verpfuschte Anschläge, Briefbomben, die zu früh explodiert waren; die Liste der Fehlschläge war recht lang.
    Die Gesichter der drei Triaden zeigten offene Verwirrung. DJ n beschloss, diesen Moment ein wenig auszukosten und zu warten, was die drei Männer sagen würden. Genji war der Erste, der sich zu Wort meldete: „Warum? Warum will der Berater des Paten, der Berater Göflas, nun seinen Feinden helfen?“. Mit dieser Frage hatte DJ n gerechnet. Es war auch nicht verständlich, weshalb der Mann, der dem Paten über Jahre treu ergeben war, ihn nun verraten wollte. „Sagen wir es so: die Pläne meines Paten… nun, sie könnten sich zu einer größeren Bedrohung für die Stadt entwickeln, als es die Mafia und die Triaden zusammen wären.“. Mit einem kurzen Seitenblick auf die anderen beiden Triaden sah er, wie Manga Protector mit offenem Mund dastand und Snake mit schmalen Augen den Asiaten beäugte. Mit ernster aber auch betrübter Stimme fuhr er fort: „Ich wurde in der Lehre erzogen, dass Töten nichts ist, dessen man sich rühmen sollte, jedoch aber auch ein Mittel, um höhere Ziele zu erreichen. Ich selbst habe auch getötet; ich habe viel getötet. Aber es waren nie Unbeteiligte unter meinen Opfern.“. Plötzlich fühlte DJ n einen Kloß im Hals, doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen, während er fort fuhr: „Aber nun ist alles außer Kontrolle geraten. Zu viele Unschuldige werden hineingezogen. Die Pläne meines Paten gehen einfach zu weit! So weit, dass er selbst diejenigen, die ihm immer treu zur Seite gestanden haben, von sich weist.“. Betreten sah DJ n zu Boden und blinzelte kurz. Dann wandte er wieder den Blick an die Triaden, die ihn ernst ansahen. „Daher biete ich euch mein Wissen über die Mafia und alles, was ich noch weiß gegen eure Unterstützung an, damit wir diesem Wahnsinn ein Ende machen können. Es ist alles einfach viel zu weit gegangen.“.
    Genji, Snake und Manga Protector schwiegen. Was DJ n ihnen erzählt hatte kam alles sehr überraschend. DJ n rechnete nicht mit einer raschen Antwort, daher war er umso überraschter, als er Genji sagen hörte: „Wenn du nicht der wärest, der du bist, würde ich dich auf der Stelle erschießen. Aber aus irgendeinem Grund, der mir noch schleierhaft ist, glaube ich dir.“. Nun war es DJ n, der mit verwirrten Blicken den Triaden ansah. Jedoch sah er diese Verwirrung nicht bei den anderen Triaden. DJ n hatte fest damit gerechnet, dass Snake oder mindestens Manga Protector heftigen Einwand gegen Genjis Äußerung erheben; doch nichts der Gleichen geschah. „Ssstimmt. Auch wenn du ein Mafiosssi bissst, warssst du immer ein ehrenhafter Gegner. Und ausss deinen Augen ssspricht Wahrheit.“ Zischte Snake und seine Augen, die DJ n zuvor immer mit einer Priese Bosheit gemustert hatten, schienen nun vollkommen frei von solchen Gefühlen. Manga Protector nickte nur zustimmend.
    Mit unverhohlenem Erstaunen blickte er von einem Triaden zum anderen. Mit so einer Reaktion hatte er nicht gerechnet, vor allem nicht damit, dass alle Triaden geschlossen zu dieser Meinung stehen würden. „Du siehst, du kannst dir unserer Unterstützung sicher sein. Nun erzähle uns alles, was du an Wichtigem berichten kannst.“ Sagte Genji, nachdem er DJ n, seines Erachtens nach, genügend Zeit für seine Verwunderung gegeben hatte. Der Japaner sah Genji an. Er war nun bereit, sich mit seinen Feinden zu verbünden, um dem Mann, dem er so lange Jahre rückhaltlos und loyal gedient hatte, vor sich selbst zu retten, vor seinen eigenen Plänen zu retten; den Mann, den er beinahe liebevoll „Pate“ genannt hatte, zu verraten, um ein unnötiges Blutvergießen zu verhindern, bei denen die Opfer nur Unschuldige sein würden.


    Repko:

    „Auf dem Dach ist jemand“, knackte es aus Nintys Funkgerät. Mit zuckender Hand griff dieser nach dem Mikrofon, zitterte dabei so heftig, dass es ihm mehrfach entglitt, bevor er es sich an den Mund zog. „Wer…?“, war das einzige, was er sagen konnte, bevor Steal Gray sich vorbeugte und ihm das Mikrofon entriss. „Roper, in Deckung. Versucht schleunigst zu uns zurückzukommen. Verstanden?“ „Verstanden.“, war die kurze Antwort Ropers.
    „Ich brauche Verbindung zur Zentrale, Ninty.“, sagte er ohne Zögern.
    In seiner langen militärischen Ausbildung war er darauf trainiert worden, mit geringstem Zeitaufwand richtige Entscheidungen zu treffen.
    Doch in diesem Moment, in dem Ninty an einem Rädchen drehte und seinen Monitor beäugte, lief selbst Steal der Schweiß die Stirn herab. „Polizeihauptzentrale Talster City, Notfallfrequenz.“, rauschte es aus den kleinen Lautsprechern, die Ninty inzwischen angeschlossen hatte. Kaum hatte die starke Damenstimme ausgesprochen toste Steal los: „Melde Steal Gray. Ich brauche einen Hubschrauber mit bewaffneter Besatzung, Goldenboy Road Ecke Mopry Boulevard, am alten Jazzkeller. Feindkontakt sehr wahrscheinlich.“
    „Bewaffneter Heli Goldenboy Road Ecke Mopry Boulevard“, wiederholte die Polizistin in der Zentrale. „Verstanden Steal Gray, er wird in etwa zwanzig Minuten bei Ihnen sein.“
    „Stell mich zu Roper zurück.“, sagte Steal Gray weiter zu Ninty, mit demselben Atem mit dem er den Hubschrauber angefordert hatte.
    „Roper, erstatte Meldung. Roper, bitte kommen.“, rief er hektisch in das Mikrofon. Es kam keine Antwort. „Roper, kommen.“ Wieder keine Antwort.
    Eine Antwort kam erst, als die zwei Scharfschützen, die Roper begleitet hatten schnell atmend in den Van stürmten. „Etwa drei Schützen…. Haben uns überrascht.“, stotterte einer der Beiden zwischen seinen heftigen Atemzügen. „Wo ist Roper?“, fragte Steal kurz angebunden.
    „Roper hats erwischt.“, war die Antwort.


    YoshiGreen:
    Noch bevor die Nebelschwaden sich vollständig verzogen hatten, stürmten die Polizisten schon in den Raum, der sich hinter der Tür verborgen hatte. Im Gegensatz zu der restlichen Umgebung war dieser Raum jedoch nicht verfallen oder schmutzig. Die Umordnung, die jedoch im Zimmer herrschte, deutete eindeutig darauf hin, dass sich hier vor nicht allzu langer Zeit Leute aufgehalten haben mussten.
    Eine Laie hätte gedacht, dass dies der Volltreffer gewesen wäre und sie nun endlich das Versteck der Spam Mafia gefunden hätten, aber erfahrene Gestalten wie Chibi erkannten recht schnell, dass hier nur ein Spiel mit ihnen gespielt wurde. Zum einem war der Raum klein genug, um sofort zu sehen, dass hier keine zweite Tür sein konnte und einen Freizeitraum hinter einen Schrank zu verstecken ist doch wirklich etwas unkomfortabel. Des weiteren wäre es auch sehr ungewöhnlich wenn Göfla den Aufenthaltsraum seiner Untergebenen so weit abseits von den restlichen Räumen der Mafia einrichten würde denn, dass sonst hier nichts weiteres war, hatte sich ja schon bei der Suchaktion in den übrigen Räumen ergeben.
    Es konnte nichts anderes sein als eine Falle, zwar sah das Durcheinander durchaus echt aus und wirkte in keinster Weise gekünstelt, aber es konnte einfach keine andere Erklärungen gegeben.
    Chibi war Profi genug, beim kleinsten Zweifel in höchste Alarmbereitschaft versetzt zu werden und tatsächlich erkannte er in den schlecht ausgeleuchteten Ecken und anderen kleineren Verstecken innerhalb des Raumes kleine Päckchen, die eine unangenehme Ähnlichkeit mit den Sprengstoffimitaten hatten, die im Polizeitraining benutzt wurden.
    Während er leise die neusten Erkenntnisse an Ninty funkte gab er einem seiner Männer ein Zeichen, dass er auch den restlichen Keller auf solche Päckchen hin untersuchen sollte. Während er noch auf das Ergebnis wartete meldete sich Ninty wieder: „Chibi, zurückkommen. Ich wiederhole, zurückkommen.“
    „Gar keine schlechte Idee“, dachte sich der Polizist, „In einem Keller, der mit Sprengstoff verseucht ist, bleibe ich normalerweise auch nicht länger.“ Gerade hatte er das Ergebnis der Sucher erhalten: Überall im Keller waren die verdächtigen Päckchen platziert.
    Schnell trommelte er seine Männer zusammen und machte sich auf den Weg zurück ans Tageslicht, immer die Angst in den Knochen gleich in die Luft zu fliegen.

    Schnell räumte Pulsedriver seinen Schrank aus, alles was ihm nicht helfen konnte flog in den Mülleimer und wirklich nur das Allerwichtigste wurde in einen Rucksack gepackt. Das, was Cyberdragon plante war einfach wahnsinnig.
    Er wollte an die Öffentlichkeit treten hatte er gesagt, aber warum mussten man dafür unschuldige Menschen töten musste. Hätte es nicht gereicht einfach einen Fernsehsender zu kapern und sich selbst perfekt in Szene zu setzen? Warum eine Flugzeugentführung?
    Es war einfach verrückt.
    Der Boss der Ripper Mafia hatte ein Videoband vorbereitet, dass nach dem Absturz des Flugzeuges an sämtliche Sender der Stadt geschickt werden sollte. Hier erklärte er seine Motivation die Industrie Talster City lahm legen zu wollen und wie er dies erreichen wollte, beziehungsweise erreicht hatte.
    „Bloß wegen einer Entlassung“, Pulsedriver konnte es immer noch nicht verstehen, „Es geht ihm ja noch nicht einmal schlecht, denn wie hätte er uns sonst bezahlen können? Er muss einfach krank sein, Arbeit war sein Leben und die Aussicht auf Jahre ohne Arbeit, ohne Antrieb, muss irgendeinen Schalter in seinem Kopf umgelegt haben, so dass er gar nicht mehr genau erkennt was er tut.“
    Ein Blick auf die Uhr ließ den Gangster aufschrecken, sicher hatte sein ehemaliger Arbeitgeber die Linienmaschine schon unter seine Kontrolle gebracht und auf Kurs gebracht. In weniger als einer Stunde würde dutzende Passagiere ihr Leben lassen, wenn das Flugzeug auf das städtische Amt für Wirtschaft krachen würden – ganz zu schweigen von den Menschen die sich innerhalb des Gebäudes befanden.
    Nein, ich mach da nicht mit, sagte sich Pulsedriver und sah noch einmal die Videobänder an, dann schleuderte er sie mit aller Gewalt gegen die Wand wo sie in mehrere Teile zersplitterten. Um ganz sicher zu gehen, dass auch niemand diese teuflischen Bilder je sehen würde, zückte er auch noch sein Messer und zerschnitt das Band.
    Keuchend stand er vor der Wand und sah auf den Bandsalat der sich um seine Füße schlang. Weniger wegen der Anstrengung, als vielmehr der Tatsache dass er sich gegen seinen Arbeitgeber gewendet hatte. Er war zwar jemand der mordetet, log und Gewalt als ein Mittel zum Zweck betrachtete aber die Loyalität zu seinem Chef wurde eigentlich dann getrübt, wenn jemand anderes mehr Geld bot.
    Mit großer Anstrengung wandte er sich ab und schnappte sich seinem Rucksack der auf dem Bett lag.
    Mit raschem Schritt ging er durch die leeren Gänge des Bürogebäudes in dem sich die Ripper Mafia versteckt hielt. Kurz als er vor der Ausgangstür stand zögerte er noch einmal und wandte sich zur Kellertreppe um. Gehetzt sah er sich um, ob er auch wirklich alleine war und begab dann in den Hauptversorgungsraum des Hauses. Es dauerte nur einen Moment, dann hatte er den Schalter gefunden, der die dritte Etage komplett vom Stromnetz abtrennte. „Vorsicht, nur im Notfall abschalten!“ stand auf dem Schild, das über dem Kasten hing. Ein Lächeln huschte über das Gesicht des Gangsters, bevor er den Hebel umlegte.
    Als er das Haus verließ und sich Richtung Hauptbahnhof wandte, verschwendete er keinen Gedanken mehr an die Stunden von Arbeit, die er gerade mit einem Handgriff vernichtet hatte.

  8. #8
    Ab in den Samstagabend mit einer langen Episode vom DJ n!

    Die Operation hatte knapp eine Stunde gedauert und viel Blut war geflossen, doch er lebte! Doktor Vetkin hatte solch einen Fall noch nie erlebt: der komplette linke Arm war von einer Ladung Schrot zerfetzt worden und teilweise waren die Kugeln bis in die Knochen eingedrungen. Mit Müh und Not hatte er es doch noch geschafft, den Arm so zu operieren, dass er nicht amputiert werden musste. Jedoch würde dieser arme Teufel seinen Arm nie wieder so benutzen können, wie früher. Viele Nervenstränge waren vollkommen zerstört worden und es war Doktor Vetkin, trotz aller Anstrengungen nicht gelungen, diese wieder herzustellen. Beispielsweise würde der Zeigefinger sich nicht mehr richtig beugen lassen. Er würde maximal einen Winkel von 45° erreichen; das war das Beste, was Vetkin herausholen konnte, ohne seinen Arm noch unnötig weit zu belasten. Außerdem kam der hohe Blutverlust des Patienten hinzu, der ihn unter erheblichen Zeitdruck gestellt hatte. Ganze 3 Blutkonserven hatten sie dem Mann mit der merkwürdigen Hautbemalung gegeben und trotzdem hatte er die Operation nur mit Ach und Krach überlebt.

    Nachdenklich betrachtete Doktor Vetkin seinen Patienten, dem er das Leben auf so anstrengende Weise gerettet hatte und strich sich mit der Hand über seinem dunklen Kinnbart. Der Puls war ruhig, der Blutdruck normal und allgemein der Zustand stabil. Nur fragte sich Vetkin, wer dieser Mann war. Schwester Sweet Angel hatte ihm zwar genauestens berichtet, was passiert war, doch aus diesen Informationen wurde er auch nicht schlauer. Die Namen, die sie während ihrer Erzählung nannte, waren ihm vollkommen unbekannt. Im Zwiespalt mit sich selbst, gefangen zwischen ärztlicher Schweigepflicht und Gewissen, verließ Vetkin das Zimmer des Patienten. Den Rest des Tages über konnte er keinen klaren Gedanken mehr fassen.




    Die Hand, in der er die Pistole hielt, zitterte stark und Tränen flossen wie Bäche über die runden Wangen aus den auf gequollenen roten Augen. „Immer mit der Ruhe! Es wird niemanden etwas passieren, wenn jeder die Ruhe bewahrt!“. Die Stimme des Mannes überschlug sich und ähnelte eher einem pubertierenden Teenager, als einem erwachsenen Mann. „Bitte Sir!“ weinte die Stewardess. Sie war auf die Knie gesunken und hielt sich an ihrem Getränkewagen fest. TQ hatte noch immer die Hand verkrampft am leeren Halfter. Seine Waffe lag in einem Mülleimer, einige tausend Meter unter ihm und würde ihm dort wenig helfen. Hätte er jetzt seine Waffe; ein gezielter Schuss zwischen Schultergelenk und Hals hätte den Verrückten ganz einfach ausgeschaltet. Aber er war unbewaffnet und somit nicht in der Lage zu handeln. Aber eine Möglichkeit hatte er noch: der Irre musste, wenn er ins Cockpit wollte, an seiner Reihe vorbei. Wenn er schnell genug war konnte er es vielleicht schaffen. Langsam und so leise wie er konnte öffnete TQ seinen Sitzgurt und zog die schlinge, die am Schnappschloss befestigt war, immer weiter in die Länge.

    Hinter TQ hatte sich die Stewardess mittlerweile wieder aufgerafft und schob nun langsam den Getränkewagen vor sich her, den Kerl mit der Pistole hinter sich. TQ drehte den Kopf leicht nach hinten und schätzte, dass er gute 30 Zentimeter hinter der Frau her ging. 30 Zentimeter waren zwar nicht viel, aber es musste reichen. Er hatte nur einen Versuch und wenn es nicht auf Anhieb hinhaute, würde nicht nur die Stewardess sterben. Er würde alle Insassen des Flugzeuges in Gefahr bringen und im schlimmsten Falle würde der Flieger abstürzen und dann war auch seine Familie verloren. Seine Frau und seine Kinder.

    Mit dem Bild seiner Familie im Kopf festigte TQ den Griff um den Gurt. Die Stewardess war nun noch 2 Reihen hinter ihm. Es konnte sich nur noch um Sekunden handeln, dann würde sie auf seiner Höhe sein. Nun war es noch eine Reihe. Er konnte das leise Wimmern der Frau hören. Jetzt tauchte der Getränkewagen in sein Sichtfeld ein und wenige Augenblicke später der Körper der Frau. Sie ging vorbei und TQ merkte, dass die Frau einen leichten Uriengeruch an sich hatte; die Angst war scheinbar stärker als jeder Haltereflex gewesen. Nun tauchte der Zwischenraum auf und TQ hörte den rasselnden Atem des Verrückten. Noch einen Augenblick. >>JETZT!<< schrie sich TQ im Gedanken an und schleuderte mit all seiner Kraft den Gurt samt Schnappschloss nach hinten in den Gang. Ein erschrockener Aufschrei, mehr ein scharfes Einatmen als ein Schrei vernahm TQ noch, dann traf das Metall auf etwas. Danach vernahm er einen dumpfen Aufschlag und ein leises Wimmern. TQ sprang sofort auf, ließ den Gurt los und wirbelte zu dem Mann herum. Der Gurt hatte die Hand getroffen, in der der Mann die Pistole gehalten hatte. Nun lag die Waffe auf dem Boden und der Mann hielt wimmernd seine Hand. Ohne zu zögern trat TQ nach der Waffe und beförderte diese damit zwischen den Beinen des Wimmernden hindurch einige Meter nach hinten ins Flugzeug.

    Der Wimmernde blickte TQ plötzlich an. Das Gesicht warn von Tränen überströmt, die Augen verquollen und die fleischigen Wagen rosig. „Bitte!“ wimmerte er. „Tu mir nicht weh. Bitte tu mir nicht weh!“. Der Mann sank vor TQ zusammen und kauerte sich zusammen, ähnlich einem Embryo und fing an zu schluchzen. TQ sah auf den Mann herab und atmete tief ein und aus. Dann stieg er über den Mann herüber, bückte sich nach der Waffe und überprüfte das Magazin. Es war nur eine Kopie aus Plastik…




    DJ n und die Triaden hatten beschlossen, in eine kleine Kneipe am Hafen in einem Hinterzimmer die Dinge zu besprechen, die einer Besprechung bedurften.

    DJ n erzählte ihnen alles, was sie wissen wollten. Die Triaden im Gegenzug erzählten DJ n, ohne dass er sie darum gebeten hatte, welche Aktionen sie gegen die Spam Mafia laufen hatten. DJ n war überrascht, dass sie dafür verantwortlich waren, dass der Mafia einige horrende Summen Geld fehlten. Er hatte ja nicht ahnen können, dass Ghost who walks inside auf Drohung der Triaden die Geldtransaktionen durchgeführt hatte. Wieder ein weiterer Unschuldiger, der in diesem Krieg gestorben war.

    Es war dann Genji, der die entscheidende Frage stellte: „Und wie willst du das Sanatorium einnehmen? Wie du sagtest, es ist ein großes Anwesen und sicherlich leicht zu verteidigen. Wie sollen 4 Männer, selbst wenn wir alle dein Wissen über das Anwesen hätten, das schaffen?“. Darüber hatte sich DJ n schon während der Fahrt zum Krankenhaus Gedanken gemacht. Die Lösung hieß Xander. Er dachte noch immer, DJ n würde für die ASP Undercover arbeiten. Wenn er ihn dazu bringen konnte, der ASP die Informationen über die Spam Mafia zu zuspielen, könnten sie zusammen mit der ASP das Sanatorium stürmen und die Spam Mafia zerschlagen.

    „Es ist etwas riskant, aber ich habe einen Kontaktmann. Er könnte einige Informationen an die ASP geben und die würden dann das Sanatorium stürmen. Wie gesagt, es ist riskant, denn sollte man dort auf uns aufmerksam werden, hätten wir ein Problem“. DJ n sah die Triaden an. „Nun gut.“ Sagte Genji. „Dann machen wir es so.“



    ...das Ende rückt langsam näher, freut euch auf den furiosen Showdown!

  9. #9
    Und hier kommen wieder ganze 4 Episoden! Diesmal von Repko, mir, wieder Repko und Yoshi Grün ^^
    Viel Spass wünschen die Chronisten der Unterwelt

    Repko:
    Mit einer harschen Bewegung drückte TQ den Mann in einen leeren Sitz und legte den Gurt an. „Und wehe du rührst dich!“, sagte er von Adrenalin in einen Rausch versetzt.
    Der Mann wimmerte leise und sein Gesicht tropfte von den Tränen. „Wieso musste das sein?“, fragte TQ frustriert. Er hatte im Moment kaum noch Kraft, war schon sehr lange auf den Beinen und konnte wohl auch die nächsten Stunden aus Sorge um seine Familie nicht mehr schlafen.
    Eine Antwort kam nicht, TQ hatte auch nicht ernsthaft mit einer gerechnet. Er wollte sich gerade abwenden als ihm am Ärmelansatz des Mannes eine ungewöhnliche Hautfärbung auffiel. Als er den Arm berührte zog der Mann diesen bereits energisch zurück, doch TQ gab sich nicht geschlagen und packte weiterhin nach dem Arm. Als er den Ärmelansatz nach hinten schob sah er eine Tätowierung in Form eines brennenden Messers. Dieses Symbol kannte TQ nur zu gut und als er wieder in das Gesicht des Mannes sah war dieses keineswegs mehr das Gesicht eines Verzweifelten, sondern das wütende Antlitz eines Psychopathen.
    „Wage es nicht, mich anzufassen.“, knurrte er zwischen zusammengepressten Zähnen und machte Anstalten, sich aus seinem Sitz zu befreien, wurde von TQ aber an den Schultern in den Sitz drücken.
    „Ripper Mafia also…“, sagte TQ und deutete auf die markante Hautzeichnung die nur Ripper Mafioso trugen. Die scheinbar gestellte Trauer und Verzweiflung des Mannes war inzwischen der blanken Wut gewichen. „Wer bist du und was willst du?“, hauchte TQ, darum bemüht, dass keiner der Passagiere das Gespräch mitbekam.
    „Nimm… deine dreckigen… Finger weg von mir.“, zischte der Mann, das Gesicht rot angelaufen, die Adern an der Stirn hervortretend. Und ein weiteres Mal fuhr er vor und wurde nur von seinem Gurt am Aufstehen gehindert. Die Versuche, sich seiner Fessel zu befreien wurden wiederum von TQ gestoppt.
    Sein Gesicht nahe am Gesicht des Verrückten, bemerkte TQ den auffällig matten Teint dieses Mannes, der unter dem Schweiß risse aufwies. Mit gespannter Miene packte TQ den Hemdansatz und wischte dem Mann über die rechte Gesichtshälfte und wie erwartet blieben daran Unmengen an Abdeckcreme hängen. Darunter hervor kamen viele wilde Tätowierungen, die das Schuppenmuster eines Drachen darstellten.
    Cyberdragon höchstpersönlich saß TQ in diesem Moment gegenüber.

    Chibi rannte voran durch die beim Hineingehen markierten Türen. Die Sprengsätze konnten jeden Moment hochgehen und er war sicher, dass dies nicht das einzige war, was an diesem Ort möglicherweise gefährlich war. Die Mafia hatte ihnen eine Falle gestellt und sie waren blind hinein getreten. Psycho hatte sie belogen. Nun galt es, unbeschadet zu überleben. ‚Noch zwei Türen bis zum Ausgang.’, dachte Chibi als er rannte und mit dem Gehör überprüfte, ob seine Einheit noch hinter ihm war. Er öffnete eine alte Holztüre, die in die ehemalige Garderobe führte. Die Türe zum Treppenhaus im Visier rannte er schnell weiter. Er trug die Verantwortung für die drei Polizisten, die da hinter ihm her rannten. Mit einem kräftigen Ruck riss er die Türe auf und erschrak.
    Er blickte genau in den Lauf einer Pistole. Chibi verharrte und versuchte sich nicht zu rühren. Nach dem Bruchteil einer Sekunde fuhr seine Hand reflexmäßig zu seiner Waffe.
    In diesem Moment löste sich ein Schuss aus der Pistole seines Gegenübers.

    Ein dumpfes Grollen, gefolgt von einem lauten Knall tönte über die Straßen mit dem grauen Häuserblock. Der Putz der Wände bröckelte ab und bekam tiefe Furchen, die Fenster zerbarsten, Kanaldeckel sprangen aus ihren Öffnungen, der Asphalt wurde auseinandergezerrt, die Erde bebte. Steal Gray und Ete sprangen aus dem Van und besahen das Desaster Unmengen an Sprengstoff waren hier offensichtlich gezündet worden. Ein großer LKW preschte durch die Absperrung und fiel auf die Seite, von allen Seiten rannte sofort Schaulustige herbei.
    Wie angewurzelt stand Steal da und sah mit offen stehendem Mund und weit aufgerissenen Augen den Lauf der Katastrophe. Erst als der Fahrer des LKWs ausstieg und laut fluchte wurde Steal aus seiner Starre gerissen und rannte zurück in den Van mit dem Funkgerät. Sofort schnappte er sich das Mikrofon.


    DJ n:
    Schon seit 2 Stunden befand sich Shinshrii im Kreißsaal. Die Wehen hatten schwach begonnen und waren immer unregelmäßig und verschieden stark gekommen, doch während der letzten 15 Minuten waren die Wehen stärker geworden und die Geburt des Kindes war nun zum Greifen nahe. Xander war, nachdem man ihm über Shinshriis Zustand informiert hatte, sofort zu ihr geeilt und hielt nun seit besagten 2 Stunden unermüdlich ihre Hand.
    Ihre Stirn war schweißnass, ihre Haare hingen in wirren Strähnen in ihr Gesicht und die Anstrengungen konnte man ihr schon mit einem Blick ansehen.
    „Die Wehen werden immer regelmäßiger. Es kann nicht mehr lange dauern,“ sagte die Hebamme, eine kräftige Frau mit breiten Hüften und aschblondem Haar. Doktor Wohan hatte sich nicht die ganze Zeit im Kreißsaal aufgehalten und war während der 15 Minuten eingetroffen, in denen die Wehen stärker kamen.
    „Das Ultraschallbild zeigt, dass wir alles für eine normale Geburt vorbereiten können. Keine Angst, es wird alles gut gehen.“ Sagte Wohan mit der typischen Routine; er hatte schon viele Geburten mitgemacht und daher vermied er es, Shinshrii direkt anzusehen, da er sonst mit bissigen, wütenden oder jedweden gefühlsbetonten Kommentaren bedacht worden wäre, wie sie schwangere Frauen, die kurz vor der Entbindung stehen, von sich zu geben pflegen. Daher überhörte er auch, dass Shinshrii ihn einen wirrköpfigen Quacksalber nannte.
    Ein weiterer lauter Aufschrei Shinshriis sagte Wohan dann, dass es Zeit war. „So. Nun müssen sie mir helfen, damit wir das ganze schnell über die Bühne bringen können.“ Sagte Wohan und zog sich dabei ein frisches Paar Latexhandschuhe an.

    Die Kugel hatte Chibi ins Knie getroffen und er war zu Boden gesackt. Blitzschnell, noch ehe er durch den Schmerz realisieren konnte, was geschehen war, hatte man ihm schon seine Feuerwaffe aus der Hand getreten. Das warme Blut, dass aus seiner Wunde sickerte hatte schnell sein Hosenbein getränkt und durch sein Funkgerät vernahm er immer wieder das panische Gebrüll von Etes.
    Die Gestalt, die auf ihn geschossen hatte trat nun langsam in den Sichtbereich Chibis, der jedoch schon leicht zu verschwimmen begann, was auf den Blutverlust zurückzuführen war.
    Der Mann, der nun vor ihm stand hatte kurze schwarze Haare, ein fahles Gesicht und eiskalte Augen, die ihn unerbittlich anstarrten, während der Mund ein teuflisches Grinsen zeichnete.
    Langsam, mit sadistischer Gemächlichkeit näherte sich der Mann Chibi, dessen Gedanken sich überschlugen. War dies sein Ende? Konnte er dem Mann noch entkommen? Er hatte noch eine Handfeuerwaffe unter der kugelsicheren Weste, doch wie schnell konnte er darunter langen, die Waffe greifen, sie herausziehen und dann noch einen Treffer landen, ohne dass ihm sein Gegenüber zuvor erschießen würde?
    Wieder hörte Chibi das panische Gebrüll Etes aus seinem Funkgerät. „Nun wird es Zeit.“ Sagte der Mann nun, die Waffe noch immer auf ihn gerichtet. Chibi schluckte schwer. Nun war alles verloren. Das Geschoss wurde mit einer immensen Energie aus dem Lauf der Handfeuerwaffe geschleudert und durchschlug wenige Sekunden später den Stirnknochen Chibis. Der Hall des Schusses war noch nicht ganz verklungen, da lag der leblose Körper des Agenten auf dem dreckigen Boden.

    Die drei Triaden und DJ n hatte die Hafenkneipe wieder verlassen. In seiner Planung hatte DJ n eine Tatsache nicht bedacht: Er wusste nicht, wo sich Xander aufhielt. Er hatte den Kontakt zu ihm verloren, seit die Triaden ihn und Xander überfallen hatten. Nun galt es zuerst, nach Xander zu suchen, bevor man weitere Schritte unternehmen konnte.
    Der Effektivität halber hatten die Triaden zugestimmt, sich zu trennen und die Krankenhäuser der Stadt nach und nach zu besuchen und nach Xander zu fragen; Xander selbst hatte auch einiges abbekommen und es war mehr als wahrscheinlich, dass er in eines der Krankenhäuser eingeliefert wurde.
    Um nicht in die Fänge der Mafia und damit Don Göflas zu geraten, besuchte DJ n all jene Krankenhäuser, die sich nicht im Einflussbereich der Mafia befanden. Dazu gehörten die Krankenhäuser im nördlichen Teil der Stadt und natürlich die in der Hafengegend; und da es glücklicherweise in Talster City nicht all zu viele Krankenhäuser gab, hatte DJ n seine Tour auch relativ schnell beendet. In keinen der Krankenhäuser hatte er Xander gefunden und frustriert stampfte DJ n durch die Straßen, als plötzlich sein Handy klingelte. „Ja?“ fragte er scharf. „Ich habe ihn gefunden. Das Jesssussss 666 Hosssspital.“ Meldete sich die rauschende Stimme von Snake. „Gut, ich komme sofort!“ antwortete DJ n schnell und machte sich auf dem Weg zum Jesus 666 Hospital, in dem gerade eine schreiende Shinshrii kurz davor stand, Mutter zu werden.


    Repko:
    „In wenigen Minuten erreichen wir Neapel.“, klang die Stimme der Stewardess aus dem Bordlautsprecher. Cyberdragon war vorsorglich in einem leeren Werkzeugstauraum eingesperrt worden und hämmerte nun nahezu den gesamten Flug gegen die massive Metalltüre. Nach der Landung würde man ihn den italienischen Behörden ausliefern, die ihn vorerst verwahren würden. TQ hatte es sogar geschafft ein oder zwei Stunden zu schlafen, jedoch hatte er sein Essen bis auf die Hälfte eines Brötchens nicht angerührt, was er spätestens jetzt bereute, da sein durchhängender Magen im Sinkflug zu rotieren anfing.
    Unter ihm kamen die sandgelben Bauten einer kleinen Vorstadt näher, die in den staubigen Dunst des Morgengrauens getaucht waren. Wenig später setzte das Flugzeug unsanft auf. „Schlechte Landung“, dachte TQ bei sich, doch wenigstens war er nun angekommen.

    Scavenger legte den Hörer zurück in die Halterung. „Es war Mr. Z“, berichtete er Göfla, mit dem er alleine in dessen Büro war. „Sie haben alles hochgejagt was da war.“
    Göfla saß schweigend hinter seinem Schreibtisch und presste die Fingerspitzen aneinander.
    „Jetzt verpassen wir diesen Schweinen endlich den Dämpfer der sie endgültig unfähig machen wird.“, fügte Scavenger hitzig hinzu, doch Göfla war weiterhin unbeeindruckt. Die Gleichgültigkeit des Paten regte Scavenger allmählich auf.
    „Die Stadt wird uns gehören.“, sagte er in lautem Ton und trat dazu vor den Schreibtisch des Paten, doch als dieser wiederum keine Regung anmerken ließ drehte sich Scavenger langsam ab. „Uns?“, fragte Göfla nach Minuten des Schweigens. Scavenger schreckte plötzlich auf. „Wie meinen, mein Don?“, fragte er. „Die Stadt wird UNS gehören, sagst du?“, wiederholte Göfla. „Ja… uns… der Mafia.“, sagte Scavenger, der im Moment nicht wusste, was Göfla von ihm wollte. Wieder kam keine Entgegnung von Göfla, bis dieser aufstand und sich auf seinen Schreibtisch stützte. „Wenn es so weit ist, wird diese Stadt mir gehören, einzig mir. Und in meiner Stadt wird kein Platz für einen Ete, einen Kelven, einen Grandy oder einen gottverdammten Daen vom Clan sein und niemand wird es wagen, meine Macht anzuzweifeln oder an meinem Thron zu sägen.“, sagte er laut, sodass es dumpf an den Holzwänden des Büros widerhallte. Scavenger wusste nicht, wie ihm geschah, als Göfla eine Pistole zog und damit auf ihn zeigte. „Du zweifelst das doch hoffentlich nicht an, oder?“, fragte er ernsthaft. Scavengers Unterlippe zitterte und seine Kinnlade hing nach unten, so überraschend kam die Reaktion des Paten für ihn. „N- Nein, niemals.“, stotterte er.
    Plötzlich drückte Göfla ab, Scavenger presste seine Augenlider zusammen, wartete auf den Schuss und den Einschlag der Kugel, doch beides blieb aus. Stattdessen hörte er nur ein Klicken. Göfla setzte sich wieder in seinen Stuhl und fing an zu grinsen. Scavenger wusste nicht, was Sinn und Zweck dieser Aktion war, bis Göfla zu lachen anfing. „Ach komm schon, war doch nur ein Spaß. Zieh nicht so ein Gesicht, ich bin nur gut gelaunt. Heute ist der Tag unseres Sieges. Wie wäre es, wenn du uns ein wenig Champagner besorgst?“

    Kelven stand der Stolz förmlich ins Gesicht geschrieben, als er den Kreißsaal betrat und Shinshrii mit dem kleinen Säugling in den Armen sah. Xander saß neben ihr auf dem Bett und weinte Tränen der Freude. Kelven öffnete den Mund zum Sprechen, bekam jedoch keinen Ton über seine Lippen. Wortlos reichte Shinshrii ihm das in ein Tuch eingewickelte Kind, das er behutsam und mit größter Vorsicht an sich schloss und langsam hin und her wog.
    „Ein Junge“, sagte Shinshrii mit erschöpfter Stimme. Und über Kelvens faltiges Gesicht zog sich ein weites Grinsen. „Wie ist sein Name?“, fragte er mit zitternder Stimme.
    Shinshrii senkte ihren Kopf langsam und zögerte mit der Antwort. „Sein Name ist Daen.“
    Eine Träne rollte nun über Kelvens rechte Wange und da er im Moment das Kind hob vermochte er diese nicht wegzuwischen, doch er war sichtlich gerührt.
    Er wandte sich zu Xander. Als ehemaliger Polizeipräsident von Talster City hatte er Xander, ehemaliges Mitglied der Spam Mafia nie als Schwiegersohn akzeptiert. Kelven starrte Xander eine Weile hart an, bevor er ihm das Kind übergab. „Pass bitte immer gut auf meine Tochter und meinen Enkelsohn auf.“, sagte er schließlich mit sanfter Stimme und lächelte dazu warm.

    Und einige Stockwerke unter ihnen betraten einige Asiaten den Raum.


    Yoshi Grün:
    Im Mannschaftswagen der ASP herrschte eine Totenstille. Niemand wagte es etwas zu sagen, so dass nur das monotone Geräusch des Motors zu hören war.
    Eigentlich machte so eine Stille Daen normalerweise wahnsinnig, aber in dieser Situation nahm er sie eigentlich gar nicht war. Er machte sie vielmehr zu einem Teil von sich selbst, denn in seinem Kopf sah es ähnlich eintönig aus. „Psycho hat uns verraten. Ich habe Chibi, Roper und die anderen in den Tod geschickt.“ Diese Gedanken schossen ihn immer wieder durch den Kopf, in einem immer kürzer werdenden Intervall, bis er das Gefühl hatte, vor Schuldgefühlen wahnsinnig zu werden.
    Diese Spirale des Grauens wurde erst unterbrochen, als sich Ete vorbeugte, seine Hand auf Daens Arm legte und zu ihm sagte: „Es ist nicht deine Schuld. Du konntest nicht wissen, dass Psycho nicht mehr auf unserer Seite stand. Stell dir doch vor, es wäre alles ganz anders gewesen, dann wäre das alles jetzt vorbei und die Spam Mafia wäre vernichtet.“
    „Es ist aber nicht anders gekommen, sondern so wie es jetzt ist und als Ergebnis haben fünf gute Männer ihr Leben gelassen. Und warum? Weil ich meinte, dass die Zeit stehen geblieben ist. Es ist doch eigentlich vollkommen klar: Zwei Jahre gehen an keinem spurlos vorbei. Vor allem nicht dann, wenn man in dieser Zeit ausschließlich von skrupellosen Gangstern umgeben ist.“
    Daens Gesicht hatte sich zu einer undefinierbaren Maske verzogen, in der neben Wut, Angst und Trauer sich noch eine Menge anderer Emotionen mit einflossen.
    Vielmehr als der Gesichtsausdruck erschreckte Ete jedoch der Blick in seinen Augen: Vollkommen ausdruckslos und ohne jede Spur von Gefühl.
    Der Chef der ASP hatte keine Ahnung was er seinem Freund noch sagen konnte, um ihn aufzumuntern. Im Grunde genommen hatte er ja auch Recht. Es war ein Fehler gewesen Psycho noch zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass er nach einer so langen Zeit noch loyal seinen alten Kontakten gegenüberstehen würde. Dies konnte er Daen jedoch auf gar keinen Fall sagen, zum einem natürlich nicht aus Freundschaft, zum anderen waren Menschen, die lange Zeit in einer Nervenklinik waren und danach wieder zurück ins normale Leben kamen häufig überfordert und stark suizidgefährdet.
    Ete beschloss in den nächsten Wochen besonders gut auf dem Mann in der weißen Robe aufzupassen.

    Die drei Triaden und der Asiat hatten es sich schwerer vorgestellt zu erfahren in welchem Zimmer Xander liegt, aber die Dame an der Rezeption war eine alte Bekannte Genjis und so war es kein Problem ihr die kleine Information zu entlocken.
    Etwas seltsam wurden sie schon angeguckt, als das bizarre Quartet durch das Krankenhaus stiefelte. Diese Art von Leuten gehörte eigentlich eher zu den Patienten, die als Notfall eingeliefert wurden und bei denen es fraglich war, ob sie überhaupt überleben würden. Als Besucher waren sie eher rar gesät.
    Nach kurzer Zeit erreichten sie dann das Zimmer Xanders und traten nach einem harschen Klopfen ein. Erwartet wurden sie jedoch nicht, denn das Zimmer war leer.
    „Na ganzzzzz toll, DJ.“, zischte Snake’s Bite, „Und wasssss machen wir jetzt?“ Die vier Gangster sahen sich ratlos an.
    „Wir wäre es, wenn wir ihm einen Zettel hinlegen?“, meinte Manga Protector vorsichtig.
    „Eine gute Idee“, sagte DJ n während Genji damit begann das Zimmer nach einem Zettel und Stift abzusuchen.
    „Jedoch nur, wenn wir auch was zum schreiben hätten.“, meinte er, nachdem er sich gründlich umgesehen hatte.
    Die Ratlosigkeit nahm wieder zu und gerade wollte Snake’s Bite vorschlagen später noch einmal wieder zu kommen, als die Tür geöffnet wurde und Xander von einer Krankenschwester hinein geschoben wurde.
    Obwohl er total erschöpft war, wurden seine Augen beim Anblick von DJ n groß und man merkte, wie er sich in seinem Stuhl versteifte.
    „Guten Tag meine Herren, wer sind sie denn bitte?“, fragte die Krankenschwester, die zwar einen freundlichen Gesichtsausdruck aufgesetzt hatte, aber einen Blick in den Augen hatte, der klar machte, dass sie eine ordentliche Antwort erwartete.
    „Wir… äh…. Wir wollten eigentlich nur den Herrn Xander besuchen bekommen.“, stotterte Genji etwas überrascht.
    „Ah ja“, kam die scharfe Antwort, „Der Herr Xander hatte jedoch gerade eine anstrengende Geburt hinter sich und braucht deshalb seine Ruhe.“
    Den vier Gangster klappten bei diesen Worten die sprichwörtliche Kinnlade herunter und die Krankenschwester fügte mit einem Lachen noch hinzu: „Natürlich nicht er selber, sondern seine Frau. Herr Xander ist Vater geworden. Trotzdem muss ich sie bitten, das Zimmer jetzt zu verlassen.“
    „Nein, nein. Danke es geht schon.“, meinte Xander in dem Moment. „Wirklich, wenn es mir zu viel wird, schmeiß ich sie selber raus.“, sagte er nachdem ihm die Schwester mit einem scharfen Blick bedachte. Trotzdem ließ sie dir Männer alleine, nachdem sie ihrem Patienten ins Bett geholfen hatte.
    Die vier Besucher warteten bis die Tür hinter ihr zugefallen war und drehten sich dann erst zu Xander um, der sie schon seit längerem aus angsterfüllten Augen beobachtete.
    „Ich weiß nicht, was ihr von mir wollt, aber bitte tut meiner Familie nichts“, sagte er, wobei seine Stimme viel weniger Selbstvertrauen ausstrahlte als er es gerne gehabt hätte.
    „Keine Sorge, wir werden dir nichts tun“, sagte DJ n und trat einen Schritt näher ans Bett heran. „Wir wollen nur mit dir reden und dich dann um einen Gefallen bitten“, meinte er als er sich auf den Stuhl neben dem Bett setzte.


    DJ n

  10. #10
    Und hier wieder was vom DJ n und Repko!
    Enjoy the story!


    Die Flughafenhalle in Neapel war groß, aus Glas konstruiert und, wie jede andere Flughafenhalle in südlichen Gestaden, mit einer viel zu starken Klimaanlage versehen. TQ ging den Gang entlang, der die Passagiere der Maschine nach von Talster City zu dem Gepäckband führen sollte. Während sich jedoch die breite Masse der Menschen an das Gepäckförderband drängte, um ja schnell an ihre Koffer zu kommen, ging TQ geradewegs daran vorbei und durch eine automatische Schiebetür in die große Haupthalle, die er ebenso schnell durchquerte. Als erstes brauchte er einen Wagen. Danach konnte er weitersehen. Er kramte in seinen Taschen rum, holte seine Geldbörse hervor und entnahm dieser eine goldene Karte. >>Damit sollte ich an ein passables Auto kommen und dann nichts wie hin zu dem Anwesen…<< dachte TQ und ein unvermittelt bitterer Geschmack tauchte auf seiner Zunge auf. Der Gedanken an seine Familie, eingesperrt auf dem Anwesen, bewacht von irgendwelchen brutalen Schlägern; das war ihm alles zu wieder.
    Ohne auf seine Schritte zu achten war TQ zur Autovermietung gelangt. Die Formalitäten waren recht schnell abgehandelt und bald darauf befand sich TQ in seinem gemieteten Opel Astra auf den Straßen Neapels, während die Sonne die Stadt in ein warmes Licht tauchte und die letzten Schleier des Morgennebels verdrängten.

    Xanders Gesicht war angespannt, während er in das Gesicht des Asiaten blickte, dem er sein Leben schuldete und das mehr als einmal. Er hatte ihn vor einem Wutausbruch Desmundos gerettet und ihm zur Flucht aus dem Versteck der Mafia verholfen. Er konnte nicht genau sagen warum, aber er wusste, dass nun der Zeitpunkt gekommen war, da er nun seine Schuldigkeit gegenüber DJ n begleichen würde.

    „Einen Gefallen?“ fragte Xander. Sein Hals war rau und trocken und er wünschte sich nichts sehnlicher, als ein Glas Wasser. „Was für einen Gefallen?“. DJ n nahm seine Sonnenbrille ab und sah Xander ernst an. „Du musst etwas für mich tun.“. Xanders Herzschlag beschleunigte sich und er spürte, wie seine Hände schweißnass zu werden begannen. „Du musst für mich eine Nachricht an die ASP leiten. Es ist unglaublich wichtig, Xander.“ Sagte DJ n und sah ihn durchdringend an. „Eine Nachricht? Ich verstehe nicht ganz.“. „Lass ihn ausreden; wir haben nicht ewig Zeit.“ Warf Manga Protector gereizt ein und ließ zur Verdeutlichung seiner Worte seine Fingerknochen knacken. DJ n warf Manga einen missbilligenden Blick zu und fuhr an Xander gerichtet fort: „Wir stehen kurz davor, die Mafia hochgehen zu lassen. Göfla plant etwas Gewaltiges und er muss aufgehalten werden; für die Sicherheit aller muss er aufgehalten werden. Und dafür brauche ich deine Hilfe, Xander.“.

    Xander schluckte schwer, bevor er seine Frage stellte: „Werden Shinshrii und mein Sohn in Gefahr kommen?“. DJ n sah Xander einen kurzen Augenblick an und lächelte dann dünn. „Nein. Ich werde dafür sorgen, dass dein Name nicht fallen wird, wenn du dafür sorgst, dass du meinen Namen nicht der ASP gegenüber erwähnst.“. Verwirrung trat nun in Xanders Augen. „Warum soll die ASP nicht erfahren, was du Undercover erfahren hast?“.

    Nun schien Genji ebenfalls hellhörig zu werden, denn er warf DJ n einen fragenden Blick zu, der diesem sagte, dass es für die erfolgreiche Zusammenarbeit scheinbar wichtig war, dass sie keine Geheimnisse voreinander hatten. „Es ist besser, wenn sie im Moment noch nicht wissen, dass ich meinen Auftrag so gut wie erfüllt habe. Ich muss noch ein paar Dinge erledigen, bis ich wieder zur ASP zurück kehren kann. Aber bis dahin bleibe ich im Untergrund.“. Xander nickte. Die Punkte des Asiaten klangen einleuchtend. „Na gut. Sag mir, was ich zu tun habe und ich tue es.“. Überraschender Weise war nun viel mehr Selbstsicherheit in seine Stimme getreten, als Xander selbst erwartet hatte.

    DJ n erklärte ihm genau, was er der ASP über die Mafia, deren Versteck und deren Ziele berichten sollte und das alles sehr, sehr dringend war.

    Als er geendet hatte, ließ er sich alles nochmals von Xander erzählen. Dieser gab alles Wort für Wort wieder und DJ n nickte zufrieden. „Gut. Dann verlasse ich mich auf dich, Xander.“ Sagte DJ n und erhob sich. „Wir sehen uns dann irgendwann.“. Er tippte mit zwei Fingern an seine Schläfe und verließ den Raum, gefolgt von den drei Triaden. Kaum standen die Vier auf dem Gang, wandte sich Genji an DJ n. Seine Augen schienen fragend und strafend zugleich zu sein. „Dann erzähl uns mal von deinem Undercoverauftrag für die ASP.“.




    TQ schlenderte über den Marktplatz Neapels geradewegs auf eine alte Kathedrale zu. Schon seit längerem war er nicht mehr an gestochen geheimen Agentenaktionen beteiligt gewesen, nun hatte man ihn benachrichtigt, er würde im Beichtstuhl der Kirche Agent Batista treffen müssen, der wohl nähere Informationen über den Palazzo haben würde.

    Aus allen Himmelsrichtungen hörte TQ die energischen Rufe der Gemüsehändler, das laute Gerede der Leute, die gerade ihre morgendlichen Einkäufe erledigten, die Schreie kleiner Kinder, das Bellen von Hunden und sonstige Geräusche, die auf einen belebten Samstagmorgen hindeuteten. Er näherte sich dem Kirchenportal, dessen aufwendig geschnitzte Intarsien die vier Evangelisten zeigten. Darüber war in Stein eine gekreuzigte Jesusfigur gehauen. TQ betrat die Kathedrale durch eine kleinere, in das Portal eingelassene Holztüre. Im Gegensatz zu der draußen herrschenden Hitze war es im Innern des großen Kirchenschiffs sehr kühl und ein eisiger Zug wehte ihm entgegen. An den Seiten ragten Pilarpfeiler auf, die sich etwa fünfzehn Meter über TQ an der mit kunstvollen Malereien verzierten Decke trafen. Hätte es sich nicht um eine Sache um Leben oder Tod gehandelt hätte sich TQ gerne die Kirche angesehen, jedoch steuerte er schnurstracks auf das Seitenschiff zu. Das Seitenschiff war weitaus kleiner und weniger schön anzusehen. Früher hatte es wohl nur als Zugang zu den Dormitorien der Mönche gedient. Inzwischen befanden sich hier ein Zugang zur Bibliothek, ein mit Kerzen angefüllter Schrank und am Ende des Raumes der Beichtstuhl.

    Während man von draußen noch gedämpft die Rufe vom Marktplatz hören konnte und irgendwo in der Kirche eine Orgel spielte, schlurfte TQ auf die kleine, hölzerne Kammer zu. Mit einem leichten Stoß ließ er die Türe aufschwenken und setzte sich auf die alte, kantige Holzbank im Innern. Fast träge zog sich ein Fenster zu TQs Rechter auf. Eine dynamische Stimme sagte etwas auf Italienisch, das in dem kleinen Raum unangenehm gedämpft widerhallte. „Ich habe die Ehe gebrochen, und werde es nicht wieder gutmachen können.“, sagte TQ. Der Pfarrer lehnte sich nun nach vorne und spähte durch die Öffnung in der Wand. „Aber versuchen können Sie es ja.“, sagte er nun auf englisch, mit einem leichten italienischen Dialekt.

    „Ihre einzige Sünde ist im Moment, dass sie mir einen ganzen Hafen Arbeit eingebrockt haben, die letzten sieben Stunden war ich damit beschäftigt, die Zulassungen sämtlicher Villen in Napoli und Umgebung zu prüfen und bin dabei auf ganze drei Personen mit dem Namen Repko gestoßen.“, erklärte er. „Weiter?“, sagte TQ und ignorierte die abfällige Bemerkung. „Wir haben einen Giovanni Repko, einen Andrea Luigi Repko und einen Vittorio Repko hier in der Umgebung.“, zählte Batista auf. Auch TQ beugte sich nun, das Foto zwischen den Fingern, nach vorne und sah das Gesicht Batistas. Es war von der italienischen Sonne stark gebräunt. Zur Tarnung trug er einen Pfaffenhut über seiner Glatze. Bis auf einen auffälligen Schnurrbart war er glatt rasiert, was seine kräftigen Züge und das markante Kinn untermalte. Wortlos schob TQ die Postkarte durch die Öffnung in der Seite. Schon nach kurzer Zeit ließ Batista ein bestätigendes Grunzen vernehmen. „Das ist der Palazzo von Vittorio Repko, den hatten wir am ehesten in Verdacht.“, flüsterte er. „Wieso?“, fragte TQ. „Nun, weil um dieses Gebäude seit einiger Zeit eine Gruppe Schläger ihre Runden macht. Geführt von einem luxemburgischen Mafioso Namens Gustav Chester.“ TQ kniff die Augenbrauen zusammen. „Luxemburger Mafia?“, fragte er ungläubig.

    „Ja, richtig.“, bestätigte Batista und rollte genüsslich das r. „Normalerweise hassen die Italiener die Mitteleuropäischen Syndikate, deshalb sind wir dem nicht näher nachgegangen, aber erst jetzt fällt mir auf, dass die Spam Mafia mehr ein westliches Syndikat mit zu viel Geld als eine Mafia ist und sich Chester und seine Leute somit leicht einkaufen können.“

    „Sind diese Leute gefährlich?“, fragte TQ nach einer kurzen Pause des Schweigens, in der ein gregorianischer Choral durch das Kirchenschiff säuselte. „Sagen wir, sie könnten das Ganze ein wenig gefährlich machen, aber wer für circa zehn Mann monatlich nur 50.000 Dollar springen lässt von denen ein spezieller Teil wohl an Chester geht, der kann nicht gerade eine Militäreinheit erwarten, die seinen Palazzo bewacht.“ „Und wenn Repko eine Vorauszahlung gemacht hat?“ Batista fing an, mit den Fingern vor seinem Körper ein Kreuz in die Luft zu zeichnen. „Dann haben wir ein Problem. Heute Abend zehn nach acht am Brunnen unserer heiligen Mutter, die Ausrüstung und die Männer besorge ich. Vergeben sein alle deine Sünden mein Sohn.“ Kaum hatte er ausgesprochen, lies er die Klappe mit einem Knall zufahren. „Danke Vater“, murmelte TQ verwegen, bevor er den Beichtstuhl verließ.

    Geändert von YoshiGreen (20.02.2005 um 22:55 Uhr)

  11. #11
    Und langsam bewegen wir uns auf den Schluss zu, denn nun kommt der grandiose Alleingang meines guten Freundes Repko. Ich wünsche jetzt schon viel spass mit dem nächsten Teil des Romans.
    Die Chronisten der Unterwelt

    Daen saß schweigend in einer Ecke von Etes Büro, während dieser einen Tatsachenbericht ausfüllte. Ihm war nach wie vor elend zumute. Er hätte nie gedacht, dass er eines Tages einen Menschen so falsch einschätzen würde wie Psycho. Es herrschte Schweigen. Die alte Uhr an der Wand tickte und machte Daen fast wahnsinnig, hier und da klingelte ein Telefon, das Geräusch eines Kopiergerätes erklang und während Daen hier herumsaß wusste er, dass Andererorts die verbrannten Leichnahme der gefallenen Polizisten identifiziert und in Leichensäcken abtransportiert wurde. Wie ein Stachel durchbohrte der Gedanke seinen Kopf und ließ ihm keine Ruhe. Seine Hand zitterte, er versuchte sie mit der anderen still zu halten, doch auch seine Linke zitterte heftig. Er wollte aufwachen. Nein, er wollte wieder einschlafen. Fast zwei Jahre lang hatte er geschlafen und einen nicht enden wollenden Alptraum geträumt, doch kaum war er erwacht, war er in einen noch viel größeren Alptraum gestürzt. Nun hatte er das Leben einiger guter Polizisten zu Verantworten, dachte dies jedenfalls, und fragte sich, ob dies nicht noch Teil des Traumes war, oder ob dies wirklich geschehen war. Als Etes Telefon klingelte, schreckte Daen aus den Gedanken auf und wäre fast von dem Sofa auf dem er saß gefallen. Ete nahm ab. „Polizeihauptquartier Talster City, hier Hauptkommissar Ete.“, sagte er zur Begrüßung hinein. „Ah, hallo Xander.“ Bei der Nennung dieses Namens hörte Daen gespannt auf. „Du hast was? – Ja, ja – Verstehe. – Ich komme schnell zu dir rüber.“, sagte er und legte auf.
    „Wer war das?“, fragte Daen „Xander Codec“, gab Ete zurück, während er zu seinem Mantelständer eilte. Daen stand ebenfalls auf. „Der Xander Codec? Der ehemalige Anwalt der Spam Mafia?“
    „Ja, genau der. Er meint, er habe uns etwas Wichtiges zu sagen. Du kannst ja mitkommen, wenn du willst.“, sagte Ete. „Und ob ich mitkomme.“, gab Daen entschlossen zurück. Mit Xander hatte er noch eine alte Rechnung offen.

    Ineluki kam wie gewöhnlich recht spät nach Hause und als er Freezy antraf, saß dieser mit seinem Notebook auf dem Sofa und tippte eifrig auf der Tastatur herum. „Hi Freezy.“, sagte Ineluki und ging in die Küche, wo er zuerst den Kühlschrank öffnete und ein wenig „Modulo 6“-Ketchup herausnahm. „Hi Luki“, grüßte Freezy zurück. „Ich hab hier schon mal alle meine Ideen notiert, kannst sie dir ja nachher gerne mal anschauen.“
    Ineluki nickte, während er ein Toastbrot mit Ketchup bestrich und eine Scheibe Käse darauf legte. Er breitete vor sich die noch unangetastete Tageszeitung aus und las ein wenig darin. Als er eine bestimmte Schlagzeile sah, verschluckte er sich an seinem Brot. Sein energisches Husten beruhigte sich erst, als er sich mit der Faust mehrfach auf die Brust hämmerte. Freezy sah ihn nur reichlich verwirrt an. „Was ist los?“, fragte er und stellte das Notebook beiseite. Ineluki deutete hustend auf die Zeitung und versuchte, seine Stimme wiederzuerlangen.
    „Der Artikel hier: ‚Gefährlichster Hacker der USA tagelang von Gangstern festgehalten’“, hauchte Ineluki und trommelte sich weiterhin auf die Brust. Er begann vorzulesen. „’In der Nacht zum Freitag konnte nach einem Einsatz der ASP, siehe Seite 1…’ Wo ist Seite 1?“, fragte Ineluki. Zur Antwort deutete Freezy verlegen in Richtung des Fernsehers. „Er stand etwas krumm…“, sagte er kleinlaut und zeigte auf ein Papierknäuel, das einen kaputten Standfuß des veralteten Fernsehers ersetzte. Ineluki verdrehte die Augen und las weiter. „konnte nach einem Einsatz der ASP eine Geisel in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben der Behörden handelte es sich hierbei um Yoshi Green, einen der gefährlichsten Hacker der Welt, der seit zwei Jahren unter polizeilichem Zeugenschutz steht. Offizielle Informationen liegen noch nicht vor, doch es wird vermutet, dass er von einer Splittergruppe der Asuka Chan-Triaden erpresst wurde, geheime Daten zu beschaffen und die öffentlichen Behörden auszuspionieren.’“ Als Ineluki wieder zu Freezy aufsah, war diesem die Kinnlade heruntergeklappt. Schnell eilten die beiden Brüder zur Haustüre.

    Diese Leere hatte Daen nun schon seit Tagen nicht mehr verspürt, doch im Moment war er zerrissen zwischen Fühlen und Nichtfühlen. Er wusste nicht, ob er schreien sollte, wegen der Wut, die in ihm aufstieg, ob er Weinen sollte, aufgrund der Trauer, die ihm den Rücken hinaufkroch, oder ob er Lachen sollte, ob der Ironie dieser Situation.
    Im Moment blickte er einfach nur starr und ohne jede Emotion durch das kleine Fenster des stationären Behandlungsraumes. Shinshrii lag auf dem Krankenbett, ihr müdes Gesicht voller Freude, während sie das Kind in ihren Armen wog, neben ihr, auf der Bettkante Xander, einen Arm sachte um sie geschmiegt. Mit der anderen Hand strich er dem schlafenden Kind sachte über die feuchte Wange. Dahinter saß Mike Kelven schlafend in einem Sessel, doch auch sein Gesicht zierte ein Lächeln.
    „Wieso bestraft mich das Leben so sehr?“, sagte Daen, seine Stimme ruhig und fast schon gleichgültig. Auch Ete war schockiert gewesen, zumal er wusste, dass er es war, der Daen hierher gebeten hatte. „Was habe ich getan, um eine solche Strafe zu verdienen?“, fuhr er fort. Ete suchte nach einer Antwort, doch ihm fiel keine ein, die Daen geholfen hätte, deswegen setzte er sein beschämtes Schweigen fort.
    Schließlich trat er an die Türe. „Gehen wir… hinein?“, fragte er verlegen. Daen gab erst keine Antwort, starrte nur weiter auf die fröhliche Familienidylle, die sich ihm bot.
    Er hatte das Bedürfnis, hineinzugehen und Xander auf der Stelle umzubringen, Shinshrii anzuschreien, doch andererseits verknüpfte er nichts mehr mit den beiden Personen.
    Die eine hatte er geliebt, der andere war sein Feind gewesen, es war paradox und durch und durch ironisch.
    Daen drehte sich zur Seite und stürmte raschen Schrittes den Gang hinunter und hätte dabei fast eine Krankenschwester gerammt. Kopfschüttelnd drehte Ete den Kopf beiseite, holte kurz Luft und öffnete dann die Türe zu dem Zimmer. Er wäre Daen wahrscheinlich hinterhergerannt, hätte er gewusst, dass er ihn nie wieder sehen würde.

    „Das habt ihr wirklich gut gemacht.“, frohlockte Göfla, als die Mafiosi versammelt im Konferenzrau saßen. „Dragon Thorm… gut gemacht, die Sache mit der Sprengung, Mr. Z, ich wusste ich könnte mich auf dich als Einsatzleiter verlassen, du wirst das wohl noch öfter machen dürfen. Psycho…“ Göflas Gesicht wurde ein wenig streng. „Es ärgert mich, dass du uns bisher noch nichts von deinem heißen Draht zur ASP gesagt hast, andererseits konnten wir diesem Abschaum so die gerechte Strafe für das Einmischen in den Kampf am Hafen erteilen. Die haben sich aus unseren Angelegenheiten schließlich rauszuhalten.“ Psycho genoss offensichtlich, dass man ihn feierte, bisher war er nur da gewesen, um die verletzten Gangster zu verbinden und zusammenzuflicken, doch im Moment kam er sich vor, wie ein echter Mafioso. „Löblich, dass du dich für uns entschieden hast.“, setzte Göfla schließlich mit einem Lächeln hinzu, das aber sofort dem üblichen grimmigen Ausdruck wich. „Dennoch weiß ich nicht, wie ich im Moment zu dir stehen soll. Mr. Z, Ruffy, Black, ihr wisst, was ihr zu tun habt?“ Die Antwort kam, als die drei besagten aufstanden, den verdutzten Psycho an den Flanken anhoben und ihn zur Türe hinausschleiften, Psychos Schreie des Protests eiskalt ignorierend.
    Die verbliebenen Personen sahen ihren Paten mit einer Mischung aus Verwirrung und Entsetzen an. „Wie gesagt: So kurz vor dem Ziel sägt niemand an meinem Thron.“

    „Und von wem haben Sie diese Information?“, fragte Ete und betonte dabei das Wort Information. Xander deutete ihm an, leise zu reden und gab seine Antwort flüsternd. „Das darf ich ihnen nicht sagen, das ist geheim.“ Ete war kurz davor in Wut auszubrechen. „Was soll diese Geheimnistuerei?“, fragte er angespannt. „Ich bin Leiter der Polizeiabteilung für Anti Spam, in dieser Richtung gibt es nichts, was Sie vor mir geheim halten sollten, Xander.“
    „Es würde einen Undercoveragenten aufdecken.“, flüsterte Xander und deutete Ete ein weiteres Mal mit einer Handbewegung an, er solle doch bitte leiser sprechen.
    Ete fuhr Xander nun durch die beschwichtigende Bewegung und fuhr ihn an. „Vor mir können Sie jeden x-beliebigen Undercoverpolizisten aufdecken, sofern es der Ergreifung von Don Göfla hilft.“ Seine lauten Rufe hatten Shinshrii erschreckt, Kelven hatte kurz laut gegrunzt und der kleine Daen begann zu heulen, daraufhin senkte Ete seine Tonlautstärke. „Wir sind vor wenigen Stunden der Mafia in eine Falle getreten, wir haben dabei einige Männer verloren, die Presse wird ihre helle Freude haben. Wenn wir im Sanatorium wieder in eine Falle treten, so gibt das ein Desaster, welches wahrscheinlich ein weiteres Mal die Auflösung meiner Abteilung zur Folge haben würde. Sagen Sie mir jetzt endlich, von wem Sie diese Information haben.“ Xander zögerte und wandte die Augen nervös von Ete ab. „Es… Ich habe sie von… nein, ich kann es nicht sagen. Er war mit ein paar Leuten von den Asuka Chan-Triaden da.“, stammelte er kleinlaut. Ete verdrehte die Augen. „Die Asuka Chan-Triaden? Nun, dann gibt es zwei Möglichkeiten, entweder wollen die uns jetzt in eine Falle locken oder sie wollen, dass wir für sie die Mafia beseitigen. Doch wenn sie mir nicht sagen, von wem exakt sie diese Information erhalten haben muss ich sie leider bitten, mit aufs Revier zu kommen und kann mit dem Sanatorium so lange nichts anfangen, bis es ausführlich überwacht und beobachtet wurde, also, sagen Sie mir bitte, wer dieser berüchtigte Informant war. Xander drehte sich zu seinem Sohn um und seufzte. Würde er denn nie Ruhe vor seiner dunklen Vergangenheit haben? „Kennen sie diesen Asiaten? Diesen DJ n?“, sagte er schließlich.


    DJ n

  12. #12
    Ein Mann - eine Episode: Repko!


    Hastig stürmten Ineluki und Freezy die Treppen zur Polizeistation hinauf. Schwer atmend kamen sie oben an und krochen nun vielmehr durch die Türe auf die Sekretärin zu.
    „Yoshi Green... wo?“, fragte Ineluki unter heftigem Schnauben. Die Sekretärin blickte ihn streng an, als würde sie glauben, Ineluki wolle sich einen Spaß mit ihr erlauben.
    „Sie wünschen?“, fragte sie mit rauchiger Stimme. „Yoshi Green – ist er – hier?“, fragte Ineluki, noch immer schwer atmend. Die Sekretärin sah die beiden Brüder mit ein wenig Verachtung an. „Er ist hier.“, sagte sie emotionslos. „Wir müssen ihn dringend sprechen.“, sagte Freezy. „Der zuständige Kommissar Ete ist im Moment nicht anwesend, ohne ihn dürfen wir sie nicht zu Yoshi Green gehen lassen.“. Ineluki verdrehte die Augen und holte tief Luft. „Es ist... wir müssen ihn sehen, wir müsen sicher gehen, dass es ihm gut geht.“, murmelte er.
    „Ich kann ihnen versichern, dass es ihm in unserer Verwahrung gut geht.“, sagte die Frau mit der selben genervten Emotionslosigkeit, die Ineluki fast wahnsinnig machte. „Wir wollen ihn doch nur kurz sehen.“, flehte Freezy, doch der Gesichtsausdruck der etwas älteren Sekretärin verhärtete sich nur noch. „Sie können gerne auf der Bank dort hinten auf Kommisar Ete warten.“, sagte sie und deutete auf zwei rustikale Holzbänke an der Wand. „Aber ich kann sie nicht zu ihm durchlassen.“
    Ineluki wollte zuerst Widerstand leisten, doch Freezy schob ihn resignierend zurück und lief auf die Holzbänke zu, sein Bruder folgte ihm schließlich.



    In einen schwarzen Rollkragenpullover gekleidet, den TQ sich in einer italienischen Boutique gekauft hatte, lief er auf den kleinen Mariannenbrunnen zu. Außer einem Betrunkenen, der am Wegrand kauerte war keine Menschenseele zu erblicken. Nur ein alter Militärtransporter war vor einem geschlossenen Buchladen zu sehen. Kurz bevor TQ ankam, sprang Batista aus dem Transporter. Er war in einen Tarnanzug gehüllt und hatte sich das Gesicht mit Asche verdunkelt. „Eines muss man euch Amerikanern lassen, ihr seid pünktlich. Komm rein.“, sagte er zum Gruße, bevor er die Plane beiseite schlug und in den Transporterraum sprang. TQ tat wie ihm geheißen und folgte. Im Innern des Raumes befanden sich neben Batista noch zwei weitere Personen. „Das da ist Gekiganger, zuständig für Sprengstoff.“, stellte Batista einen kleinen Mann mit roten Harren vor, der mit einem Schraubenzieher an einem Plastiksprengsatz herumschraubte und in seine Arbeit vertieft schien. „Das da ist Angelo di Vendetta. Eine wahre Tötungsmaschine.“, stellte er den anderen Mann vor, der groß und robust war und einen Kaugummi kaute. Dieser nickte TQ grüßend zu. „Unser Fahrer ist Spliffy, wirklich ein Meister.“ Batista schlug mit der Faust gegen die Wand zur Fahrerkanzel und rief „Avanti“, sofort setzte sich der Wagen in Bewegung.
    „Also, es wird wie folgt ablaufen: Chester bekommt jeden Abend mit einem Transporter Lebensmittel in den Palazzo geliefert. Die Route des Transporters ist uns bekannt. Spliffy wird unseren Wagen auf einer Landstraße so parken, dass es kein Durchkommen gibt und wie ein Unfall aussieht. Sollte unser Zeitplan aufgehen haben wir dann zehn Minuten, bis der Lebensmittelversorger dort ankommt. Dann wird Geki unsere Freunde mit einer kleinen Sprengladung überraschen.“, erklärte Batista und machte eine kurze Pause. „Ihr plant, diese Leute verhungern zu lassen.“, fragte TQ ungläubig. „Hör es dir zu Ende an, du wirst überrascht sein, Amerikaner.“, setzte Batista fort. „Er wird einen Steinschlag verursachen, dass der Weg nach hinten ebenfalls zu ist. Dann werden wir die Fahrer mit unseren Waffen davon überzeugen, dass sie uns ihren Lastwagen überlassen. Vorsichtshalber werden wir sie fesseln und Spliffy wird sie ein wenig aufs Land hinausfahren, wo man sie vorerst nicht findet. Wenn er zurück ist, werden wir mit unserem neuen Vehikel einfach zu der Villa in die Garage fahren. Bis jemand zum Ausladen dort sein wird, haben wir das Gelände längst infiltriert, wenn wir Glück haben, haben wir die Geiseln bis dahin längst befreit.“
    TQ lies den Plan auf sich wirken. „Der Plan ist recht nett.“, sagte er.
    „Recht nett?“, fragte Batista. „Ich würde sagen er ist genial.“ Gekiganger lachte leise und legte seinen Sprengsatz beiseite.
    „Es wird klappen.“, sagte Batista, bevor er sich zur Seite drehte und in einer Kiste herumwühlte. Mit zwei Pistolen in der Hand richtete er sich wieder auf. „Du weißt hoffentlich, wie man mit so was umgeht?“, fragte Batista spöttisch, als er TQ die beiden Waffen reichte. Dieser lud sie durch, und entsicherte sie mit einem Klicken.
    „Natürlich.“, gab er entschlossen von sich.

    Geändert von YoshiGreen (22.02.2005 um 19:39 Uhr)

  13. #13
    Und es geht weiter mit dem monströsen Ende, geschrieben von Repko

    Als Ete an den Stufen zum Polizeipräsidium ankam, kam eine Masse von Journalisten auf ihn zu gerannt. Ete parkte seinen Wagen, der sofort von den Menschen mit Mikrofonen, Kameras und Notizblöcken eingekreist wurde, sie schlugen ihm gegen die Windschutzscheibe und klopften gegen sein Fenster. Ete war kurz davor, einem Wutanfall zu erliegen.
    Mit aller Kraft schlug er seine Türe auf und warf dabei zwei Kameramänner um die ihn den Rest der Menge fielen. Kaum war er aus seinem Auto ausgestiegen, wurde er von einem Blitzgewitter geblendet. „Ist die Explosion auf die Spam Mafia zurückzuführen?“ „Können sie Don Göfla überhaupt noch stoppen?“ „Ist das das Ende der ASP?“ waren die Fragen, die auf Ete einschlugen, während er sich den Weg durch die Journalisten bahnte. Er versuchte diese Fragen zu ignorieren. Die Treppe rannte er schließlich hinauf, die Presseleute ihm hinterher. Doch durch die Türe folgten sie ihm nicht, das hätte zu schlimme Konsequenzen nach sich gezogen. Er wollte in sein Büro als sich zwei Gestalten ihm in den Weg stellten, die er mit einer Handbewegung abwies. Er huschte schnell durch die Türe in seine Abteilung.
    „Miss Celen?“, rief er und seine Sekretärin sah zu ihm auf. „Ich brauche Satellitenfotos vom alten Sanatorium, aktuelle, und ältere, aber in vernünftigen Intervallen. Und jemanden der sie sich ansieht.“ Celen hatte sich alles in Steno auf einen Zettel notiert. „Halt.“, rief sie, als Ete schnurstracks in seinem Büro verschwinden wollte. „Mister Hoffman ist hier und will sie sprechen.“, fügte sie hinzu. „Sehr gut. Sunny kann sich die Bilder auch gleich ansehen.“, sagte er, huschte durch die Türöffnung und knallte die Türe zu.

    Der Wagen kam zum Stehen. „Gehen wir.“, sagte Magor und erhob sich von der Pritsche. TQ und die beiden Agenten folgten ihm aus dem Transporter. Es war noch etwas hell und TQ erschrak, als er Spliffy sah. „Der Kerl da ist doch höchstens fünfzehn.“, flüsterte er Magic Magor erschrocken zu. Wieder lachte Gekiganger. „Der Kerl ist dreiundzwanzig und hasst es, wenn man ihn für so jung hält, nur weil er klein und schmächtig ist. Außerdem ist er ein verdammt guter Fahrer.“ TQ drehte sich wieder herum und sah sich Spliffy genauer an. Er war etwa einen Kopf kleiner als TQ, hatte strohblondes Haar und war recht schmal, doch bei genauerem Hinsehen bemerkte TQ die markanten Züge des Mannes, die darauf hindeuteten, dass er wohl doch älter war als angenommen.
    „Wir liegen sehr gut in der Zeit.“, sagte Magor mit Blick auf seine Armbanduhr. Spliffy wird jetzt ein Rad von dem Transporter wegmachen. Geki, mach alles für die Sprengung bereit, Angelo, TQ, wir werden uns im Wagen verstecken, wenn der Transporter kommt.“
    Gekiganger lief den Hang auf der einen Seite der Straße hinauf. Sie befanden sich in einer Steppe. Zu ihrer Linken befand sich eine staubige Senke, die von einigen Büschen bewachsen war. Zur anderen Seite verlief ein Hang, an dem sich die Straße hinaufschlängelte.
    Fünf Minuten später kam Gekiganger wieder herab. „Alles klar?“, fragte Magor und bekam als Antwort ein ruhiges Lachen. Angelo sah währenddessen mit seinem Fernglas die Straße herab.
    Plötzlich war ein metallener Knall zu hören und TQ fuhr herum. Der Militärtransporter hatte sich zur Seite umgeknickt. Spliffy hatte eines der Räder in der Hand und legte es ein wenig vom Wagen entfernt auf die Straße. Es sah in der Tat wie ein Unfall aus.
    „Er kommt.“, brummte di Vendetta und rannte auf den Wagen zu. Gekiganger saß bereits darin. TQ und Magor tauschten einen flüchtigen Blick aus, bevor auch sie auf das Trittbrett stiegen und die Plane schlossen.
    Di Vendetta spähte mit dem Fernglas durch eine Öffnung, die er mit der Hand in die Plane hielt. „Zweihundert Meter.“, nuschelte er zwischen seinem Kauen. Es herrschte gespanntes Schweigen. „Hundertfünfzig“ TQ lehnte sich zu Magor vor. „Sind die Fahrer bewaffnet?“, flüsterte er. „Einhundert.“ „Ist anzunehmen.“, gab Magic Magor ebenfalls flüsternd zurück. „Fünfzig“ Gekiganger sah mit durchgedrehter Miene auf seinen Fernzünder und legte den Finger auf einen der Knöpfe. Di Vendetta fuhr herum, legte sein Fernglas zur Seite und nahm eine Schrotflinte in die Hand. „Okay, Geki, jetzt.“, sagte er. TQ und Magor stürzten nach vorne und flankierten Angelo, die Waffen gezogen. In diesem Moment tönte ein lauter Knall und das Geräusch berstenden Gesteins kam von draußen. Magor zählte von drei herab. „Zwei, eins, RAUS!“, rief er, und auf dieses Kommando sprangen sie durch die Plane und richteten ihre Waffen auf die Windschutzscheibe des LKWs. Hinter dem Wagen war die Straße durch Geröll versperrt. Resignierend warf der Mann eine Pistole zum Fenster hinaus und nahm die Hände hoch.

    „Ete, das ist völlig ausgeschlossen.“, sagte Sunny und fuhr sich durch sein stoppeliges Haar. „Wir können ihre SWAT-Einheit nicht reaktivieren, nach dem was heute Morgen passiert ist. Es liegt uns noch nicht einmal ein abgeschlossener Bericht vor.“ Ete nickte zustimmend. „Sehr richtig, Mister Hoffman, aber warten wir doch erst einmal auf die ausgewerteten Fotos, sagen wir erst einmal ob wir auf Unterstützung der Regierung hoffen können.“, antwortete er. Sunny lehnte sich in seinem Stuhl auf der anderen Seite von Etes Schreibtisch zurück. „Nunja, wir haben Code Orange, sobald wir kräftige Hinweise auf Göflas Aufenthaltsort haben würde die Regierung sicher ein paar Leute schicken.“, sagte er. „Aber ob denen ein paar Satellitenfotos reichen… und wenn doch, dann wird es Tage dauern, bis der Antrag eingereicht wurde, dann wird das ganze erst bearbeitet, dann…“ „Die Fotos“, sagte Celen, als sie in der Türe stand und eine Mappe hielt. Sunny fuhr herum, Ete erhob sich von seinem Stuhl und ging auf sie zu. Er nahm ihr die Mappe ab. „Vielen Dank.“ Noch im Stehen schlug Ete die Mappe auf. Während er die Satellitenfotos eingehend betrachtete schlurfte er hinter seinen Schreibtisch zurück und ließ sich nieder. Schließlich warf er die Mappe so auf den Tisch, dass sich die Fotos wie ein Fächer entfalteten. „Sehen Sie das?“, fragte Ete und deutete auf eines der Fotos auf eine eingekreiste Stelle. „Das hier ist drei Jahre alt. Das Dach war kaputt.“ Er deutete auf ein weiteres an derselben Stelle. „Das hier ist fünf Stunden alt, das Dach ist wieder ganz. Diesen Fotos nach zu urteilen wurde es vor einem Jahr repariert.“ Sunny betrachtete die Fotos kritisch. „Nunja, vielleicht hat die Stadt es ja sanieren lassen.“, warf er ein. „Ein Gebäude, das seit fünf Jahren verlassen ist? Sanieren?“ Ete schwieg nach seiner Aussage ein wenig, bevor er einen Knopf seines Sprechempfängers drückte. „Miss Celen, überprüfen Sie, wann das Sanatorium das letzte Mal renoviert wurde.“ Er wühlte grob durch die Fotos. „Oder sehen sie hier. Da fährt eindeutig ein Auto aus der Tiefgarage. Eine schwarze Mercedeslimousine.“ Sunny drehte das Foto herum und starrte den kleinen schwarzen Balken auf dem Bild an, neben dem die Typbezeichnung des Wagens stand. „Das ist in der Tat merkwürdig.“, murmelte er und sah zu Ete auf. „Im Moment kann ich nicht viel tun. Ich werde die Bilder so schnell wie möglich dem Verteidigungsministerium zukommen lassen. Außerdem kann ich ein paar Leute dort rumspionieren lassen. Aber zu einem Zugriff kommt es erst, wenn ich mir absolut sicher sein kann, dass die Spam Mafia dort ihr Hauptquartier hat.“, sagte Sunny und erhob sich, woraufhin auch Ete aufstand, ihm die Hand hinhielt und „Vielen Dank“ sagte. Sunny nahm die Hand und schaute verlegen beiseite. „Es tut mir ja leid, aber ich kann mich wirklich nicht über meine Vorgaben hinwegsetzen.“ Ete schüttelte anerkennend die Hand des Polizeipräsidenten. „Ich weiß doch, dass Sie ihr Möglichstes tun. Wir wollen doch alle nur das Beste für diese Stadt.“

    Es war wieder einer dieser Tage, an denen Grandy oft vor der Fensterfront in seinem Büro stand und seine Stadt betrachtete. In letzter Zeit tat er es immer öfter. Mit den Gedanken an Wörter wie ‚Korruption, Verbrechen, Übel’ blickte er auf die Wolkenkratzer, die befahrenen Straßen, die Häuserblocks und alles andere, das er von seinem Büro im obersten Stockwerk des Rathauses sah. Die Türe hinter ihm flog auf. „Ich will nicht gestört…“, er unterbrach, als er sich umsah. Zwei wirklich attraktive Asiatinnen – offensichtlich Zwillinge - mit einem Koffer in der Hand betraten sein Büro. „Aber ich bin gerne zu Ausnahmen bereit.“, sagte er und setzte ein Grinsen auf. „Guten Tag“, sagte die eine Frau. „Dürfen wir uns vorstellen, das ist Vidora.“ „Und das ist Felis.“ „Und ich bin Bürgermeister Grandy.“, sagte Grandy und zwinkerte ironisch. „Nehmen Sie doch bitte Platz und erläutern mir ihr Anliegen.“, sagte er und deutete auf die Polsterstühle, die vor seinem Schreibtisch standen. Die beiden Frauen verbeugten sich kurz, bevor sie Platz nahmen. Grandy setzte sich hinter seinen Schreibtisch und öffnete eine Zigarrenkiste, aus der er sich eine Zigarre nahm. „Bitte, bedienen sie sich.“, sagte er und drehte die Kiste herum. Felis winkte ab, doch Vidora griff in die Zigarrenkiste. Grandy hielt ihr ein loderndes Feuerzeug hin, an dem sie sich ihre Zigarre anzündete.
    „Nun, was ist ihr Anliegen?“, fragte Grandy daraufhin. Die beiden Frauen kicherten kurz. „Nun,“, setzte Felis an. „Wir dachten, dass sie uns vielleicht in ihre Dienste stellen würden.“ „Dass ich sie in meine Dienste stellen würde, soso.“, antwortete Grandy und nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarre. „Und welche Art von Dienst haben Sie sich vorgestellt?“
    „Wir dachten an etwas wie… ihre Wirtschaftsberater.“, sagte Vidora.
    „Ich habe einen Wirtschaftsberater. Ein ausgezeichneter Kerl, wieso sollte ich dann Sie beide einstellen?“ Die Schwestern sahen sich an und fingen an zu kichern, bevor Felis den Koffer nahm und ihn auf den Tisch warf. Mit einem teuflischen Grinsen öffnete sie ihn. Hervor kamen viele Geldbündel. „Das sind zwanzig Millionen Dollar.“, sagte Vidora dazu. „Das sollte doch beweisen, dass wir von finanziellen Belangen etwas verstehen.“ Grandy starrte auf das Geld, vielmehr nur in diese Richtung. Eigentlich starrte er ins Leere, schließlich schaute er zu den beiden Frauen auf. „Soll das eine Art Bestechungsversuch sein?“, fragte er.
    Mit einem Mal verflog das Kichern. Die beiden Frauen erhoben sich und liefen an beiden Seiten um den Schreibtisch herum und blieben jeweils neben ihm stehen. Ängstlich sah Grandy von der einen zur anderen, bevor sie sich auf seine Schenkel setzten und ihm zärtlich die Leiste streichelten. „Nun… sie können das in der Tat als Bestechung ansehen.“, sagte Felis und küsste ihn leicht auf die Wange. „Sie sind unverheiratet haben wir gehört.“, sagte Vidora und strich ihm durch sein graumeliertes Haar. Grandy nahm zitternd einen weiteren Zug von seiner Zigarre. „Nun… reden wir… über ihre Qualifikation. Vielleicht will ich sie… doch einstellen.“, stammelte er.

    Zwischen Kisten frischer Tomaten und großen Mengen an verschiedensten Nudeln saßen TQ, Magic Magor und Gekiganger. Angelo di Vendetta hatte in der hölzernen Hecktüre ein Fensterchen geöffnet, durch das er hindurchspähte. Spliffy fuhr im Moment offenbar auf einer steinigen Straße, ab und an fiel eine Tomate aus einer der Registerkisten und zerplatzte auf dem Boden. „Okay, wir sind gerade an der Tankstelle vorbei.“, verkündete die Vendetta. Magor sah gespannt auf seine Uhr. „Perfekt. Wir sind pünktlich.“, er hämmerte erneut mit der Faust gegen die Wand zur Fahrerkanzel. „Spliffy, wir haben den Rückstand eingeholt.“ In diesem Moment wurde das Gefährt ein wenig langsamer und die Fahrt somit ruhiger. „Ein ausgezeichneter Fahrer, wie ich es dir gesagt habe.“, fügte er triumphierend zu TQ gewandt hinzu. „Kefka findet doch an allen Orten die besten Leute.“, antwortete dieser und lächelte. „Nun ja, Spliffy fuhr Indycar, bis Kefka ihm wohl mehr zahlte als die Sponsoren. Ich war zuvor bei der spanischen Marine.“, erklärte Magor. Gekiganger schaute von seinen Sprengsätzen, die er gerade präparierte auf. „Sprengmeister in Steinbrüchen, oben in Schweden.“, murmelte er und TQ konnte nun eindeutig einen leicht lispelnden Dialekt erkennen. „Kampftaucher. Aus Genua.“, sagte Angelo die Vendetta, ohne sich umzudrehen. Gekiganger und Magic Magor starrten nun gespannt TQ an, bis dieser schließlich kleinlaut „Amerikanische Polizei, Sonderkommando“, sagte. Magor grinste ihn an. TQ wusste, dass amerikanische Polizisten weltweit gesehen nur ein sehr geringes Ansehen hatten, doch er hatte im Moment keine Lust auf Egospielchen mit Militärs und eindeutig gestörten Sprengstofffanatikern, darum wechselte er das Thema.
    „Werden die sich nicht wundern, dass heute jemand anderes ihr Essen vorbeibringt?“, fragte er. Magor winkte nur kurz ab. „Chesters Männer haben doch gerade mal genug IQ, um sich die Schuhe zu binden, da werden die sich einen feuchten Furz wundern, wer ihnen da ihr Essen bringt, solange Spliffy den Pass hat, den wir dem eigentlichen Lieferer abgenommen haben.“
    TQ nickte. Dieser Einsatz würde wohl doch nicht so kompliziert werden. „Mach dir keine Sorgen, Compadre.“, sagte Magor. TQ dachte beim Wort Compadre an seinen Freund Gala, um dessen Leben es diese Nacht womöglich auch ging. „Wir gehen rein, holen die Geiseln raus, hauen ab und sprengen das ganze Teil einfach in die Luft. Vollkommen unkompliziert eigentlich.“
    „Wieso eigentlich?“, fragte TQ. Magor zuckte mit den Achseln. „Andererseits haben wir wohl mit um die zehn Mann zu rechnen, und wir müssen damit rechnen, dass die von unserem Vorhaben Wind bekommen und davon nicht gerade begeistert sein werden.“
    Der Wagen stoppte abrupt, Angelo di Vendetta drehte sich um.
    „Wir sind da.“

  14. #14
    Der übliche Verdächtige: Repko

    „Das gefällt mir gar nicht.“, murrte Genji, während DJ n ein Seil am Gitter oberhalb der Mauer zum Sanatorium befestigte. „Wir schleichen am helligten Tage da hinein, jeder wird uns sehen, das ist doch glatter Selbstmord.“ DJ n gebot ihn mit einer Geste zu schweigen. „Denkst du ich wüsste das nicht?“ Er zog an dem befestigten Strick um zu prüfen ob dieser auch richtig saß. „Wir müssen der ASP etwas in die Arme spielen. Xander hat die Information vermutlich schon weitergegeben. Wenn dem so ist, so liegen denen längst Indizienbeweise vor, dass hier etwas faul ist.“ Manga Protector rümpfte die Nase und spuckte auf den Boden.
    „Dann wimmelt es hier ja längst von Polizeispitzeln.“, fluchte er. „Und eben darauf lege ich es an.“, antwortete DJ n. „Wenn die uns hier sehen, genügt das als Beweis und innerhalb kürzester Zeit wird hier die Hölle los sein. Bis dahin sind wir längst wieder weg.“ Er gab dem bulligen Chinesen etwas Zeit, sich den Plan bildlich vorzustellen, bevor er an dem Seil empor kletterte. „Und wassss wollen wir jetzzzt da drin?“, zischte Snake’s Bite.
    Mit einem kräftigen Klimmzug zog sich DJ n auf die Mauer und drehte sich um. „Ich werde noch ein paar Ding erledigen. Ihr könnt mir folgen oder es bleiben lassen.“ Mit diesen Worten hüpfte er an der anderen Seite der Mauer herunter. Die Triaden starrten sich einen Moment lang an, bevor sie sich widerwillig an den Stricken heraufzogen.
    Gespannt lauschten die Insassen des Transporters was nun geschah. „Wo sind Jack und Drake?“, fragte eine dumpfe Stimme. Batista grinste unsicher, di Vendetta biss sich auf die Faust, alle warteten Spliffys Reaktion ab. „Seit wann kümmert ihr euch um so ne Scheisse? Hier is’ mein Ausweis und jetzt lass mich durch, ich hab nich’ ewig Zeit.“, antwortete dieser schließlich und versuchte seine Stimme so derb wie möglich klingen zu lassen.

    Wieder kehrte Ruhe ein und die Insassen sahen sich gegenseitig gespannt an, warteten was passieren würde. Wenn sie am Tor auffliegen würde, dann wäre es um TQs Familie geschehen.
    „Lass mich mal deine Fracht sehen.“, sagte der Wächter. Batista riss seine Augen weit auf und fing an zu gestikulieren. Angelo die Vendetta lud sein Gewehr durch und kniete sich vor die Lade. Gekiganger huschte hinter eine Palette Tomaten, während TQ Blicke und Gesten mit Batista austauschte, der wohl noch nicht schlüssig war, was nun zu tun wäre. Da hörte man, wie die Türe der Fahrerkabine geöffnet und wieder zugeschlagen wurde.
    „Seit wann kümmert ihr euch um so unwichtigen Scheiss?“, fragte Spliffy und schien um den Transporter herum zu laufen. „Lass mich durch, die Jungs haben bestimmt Hunger. Und wenn das Essen so spät fertig is’ kommen die doch zu nix.“, setzte er mit seinem dumpfen Bariton, der kaum zu seinem Körper passte fort.
    Weiterhin Stille.
    „Jaja, ist ja gut, sagte der Wächter schließlich.“, man hörte alle Insassen des Transporterraums laut Aufatmen. Sie hörten, das Spliffy wieder einstieg und den Motor startete. Sie fuhren langsam weiter.
    „Das war wirklich knapp.“, sagte TQ und sah Batista anschuldigend an. Dieser zuckte mit den Achseln und setzte ein Lächeln auf. „Hey, uns soll doch nicht langweilig werden.“ Mit einem Mal wurde sein Gesicht ernst. „Gleich geht es los.“

  15. #15
    Und wieder ein paar Episoden des Kult-Chronisten Repko

    „Bitte folgen Sie mir.“, sagte Ete zu den Hackerbrüdern. Diese hatten in seinem Bürovorraum nach ihm gefragt und ihr Anliegen vorgetragen. Ete wusste, dass er eigentlich einen Tatsachenbericht zu verfassen hatte zu den Geschehnissen am Jazzkeller, doch vorerst wollte er abwarten, was die Untersuchungen am Sanatorium ergaben. Er fühlte sich mit Sunnys Hilfe gut unterstützt und wusste, dass er einer der ersten sein würde, die erfahren würden, wenn etwas auffälliges in dem alten Gebäude passierte.
    Ete führte die beiden durch den Haupteingang zum Zellentrakt, in dem normalerweise nur Untersuchungshäftlinge saßen. „Wir haben ihn fürs erste in einer Ausnüchterungszelle untergebracht, er muss sich erstmal ausruhen.“, sagte er über die Schulter hinweg und deutete auf eine Türe am Ende des Raumes auf der rechten Seite. Dort angelangt, öffnete er die unverriegelte Türe. Ineluki und Freezy stürmten hinein. Auf der schäbigen Matratze lag Yoshi Green, der inzwischen geduscht und sich rasiert hatte. Er hatte offensichtlich bis eben geschlafen, seine Augen waren rot und er kniff die Lider zusammen. Mit der rechten Hand tastete er auf dem Nachttisch nach seiner Brille, die er sich ohne Worte aufzog. Dann erkannte er seine beiden Freunde. „Yoshi geht es dir gut. Wir haben uns solche Sorgen gemacht.“, sagte Ineluki und drückte Yoshi an sich.
    „Es war furchtbar, aber zum Glück ist es vorbei.“, japste Yoshi und deutete Ineluki an, er solle seinen Griff ein wenig lockern. „Ich hatte gelegentlich tagelang nichts zu essen.“, sagte er und schaute dankbar in die Ecke, wo ein Tablett mit zwei leeren Tellern und eine leere Teekanne standen. „Du siehst total ausgemergelt aus.“, sagte Freezy. Erst jetzt hatte er bemerkt, dass sich Yoshis Wangenknochen hervortraten und sein Pullover im Moment an seinen Schultern herabhing und nichts da war, das ihn hätte füllen können.
    „Diese dreckigen Hunde.“, knurrte Ineluki. „Wieso müssen die immer Unschuldige in ihre unnötigen Machtkämpfe mit einbeziehen?“ Freezy legte eine Hand auf Yoshis Schulter. „Komm, du kannst gerne zu uns mitkommen.“, sagte er tröstend, doch Ete mischte sich ein. „Das wird wohl nicht gehen, wir bräuchten von Mister Green noch eine Aussage, gegen später.“ Als Yoshi die mitleidigen Blicke der beiden Brüder sah, legte er ein Lächeln auf. „Ach, das wird schon in Ordnung gehen.“, sagte er. „Hier werde ich wenigstens zu keinen Hacks gezwungen.“
    Die Aufmerksamkeit aller wurde durch das Staccato lauter Absätze auf dem Kachelboden im Gang auf die Türe gelenkt. Ete trat hinaus und sah nach, um wen es sich handelte. Es war Miss Celen, die den Gang im Eiltempo herunter gerannt kam. „Mister Ete? Ein Anruf für Sie vom Verteidigungsministerium, es scheint sehr wichtig zu sein, kommen Sie bitte schnell.“, sagte sie und gestikulierte dabei sehr wild. Sie hatte diesen Job schon seit fast 10 Jahren, doch bei wichtigen Anrufen neigte sie noch immer zu Dramatisierungen und Nervosität. Ete drehte sich zu den Hackern um. „Sie können gerne noch eine Weile hierbleiben, bitte schließen Sie die Türe beim Gehen.“, sagte er zu Ineluki und Freezy und huschte aus deren Sichtfeld davon den Gang herab.
    „Worum geht es?“, fragte er Celen, während die beiden durch die Türe in die Eingangshalle liefen. „Die haben was von einem Hubschrauber geredet und dass Sie von ihnen eine genaue Aussage haben wollen.“ Ete überlegte kurz. Scheinbar hatte sich etwas getan. Er stürmte in seine Abteilung auf Celens Schreibtisch zu, wo ein Hörer mit der Muschel nach oben auf dem Tisch lag. Er nahm ihn in die Hand. „Hier Kommissar Ete, was gibt es?“, fragte er.
    „Hier Derek Norton, vom Verteidigungsministerium.“, meldete sich eine helle Männerstimme. „Wir haben von Sunny Hoffman Satellitenfotos zur Untersuchung bekommen.“ „Das ist richtig.“, gab Ete zurück.
    „Okay.“, fuhr Norton fort. „Es ist folgendes, Hoffman hat eben wieder angerufen. Scheinbar haben die Leute, die dort nähere Untersuchungen angestellt haben eindeutig ein Mitglied der Spam Mafia auf dem Gelände identifiziert.“ Ete fuhr sich mit der Hand über die Stirn. „Wie sollen wir vorgehen?“, sprudelte es aus ihm heraus. „Sie tun erst einmal gar nichts.“, sagt
    Norton in einem belehrenden Ton, der Ete gar nicht gefiel. „Wir haben eine Kaserne vor Philadelphia verständigt, die machen sich schon mal marschbereit. Demnächst wird ein Hubschrauber über dem Sanatorium seine Runden machen und sagen, ob er etwas entdeckt. Tut er das, geben wir den Militärs grünes Licht.“
    „Einen Hubschrauber?“, fragte Ete ungläubig „Wenn die Mafia den bemerkt werden sie weg sein, bevor ihr Militär ankommt.“ Derek Norton fuhr ihm brüsk ins Wort. „Das ist jetzt Sache des Verteidigungsministeriums. Sie können als ziviler Beobachter bei Don Göflas Festnahme dabei sein, aber Sie werden nichts tun, haben Sie verstanden?“
    „Wieso vertrauen Sie uns diesen Fall nicht an, er ist seit fast drei Jahren unser Fall.“, antwortete Ete und versuchte dabei überzeugend zu klingen.
    „Denken Sie nicht, wir wissen nicht, was ihre Einheit heute schon verbockt hat?“, sagte Norton mit erregter Stimme ins Telefon. „Sie werden schön auf ihren Bürostühlen sitzen bleiben und lassen uns das machen. Verstanden? Wir rufen Sie an, wenn es etwas Neues gibt.“ Daraufhin legte Derek Norton auf.
    Ete verzog das Gesicht und reichte Celen den Hörer. Er sah sich im Raum um und erblickte Steal Gray, der gerade ein Register durchsuchte.
    „Steal, komm mit.“, sagte er entschlossen. „Und nimm deine Dienstwaffe mit.“ Steal sah Ete fragend an. „Wohin soll ich mitkommen?“, fragte er.
    „Wir fahren zum Sanatorium.“, rief ihm Ete zu.

    „Psycho hat uns nichts neues gesagt.“, sagte Black und lachte dazu sarkastisch. „Hat nur gequiekt wie der olle Chaik, als wir den verprügelt haben.“ Nur Mr Z, dessen sarkastische Ader bei der Folter gewöhnlicherweise extrem befriedigt wurde, schaute grimmiger denn je. Als Black glaubte, Don Göfla schaue fragend in dessen Richtung fing er an zu erklären. „Irgendwie scheint es ihm ohne Repko keinen Spaß mehr zu machen, falls Ihr versteht, mein Don.“, erklärte er und ließ das sarkastische Grinsen auf seinen Lippen.
    In diesem Moment flog mit einem lauten Krachen die schwere Holztüre auf. Black, Mr Z und Ruffy fuhren jäh herum, Mr Z griff gar nach seiner Pistole. Ach Black nahm schnell seine Kalaschnikow in Anschlag, als er erkannte, wer sie so störend besuchte.
    In der Türe stand DJ n, hinter ihm Genji, Manga Protector und Snake’s Bite. Göfla erhob sich schnell. „Halt, niemand schießt.“, rief er bestimmend und hob die Hand. Er richtete seinen Kopf eine Weile in Richtung DJ ns. „Was willst du hier?“, fragte er. „Ich habe doch gesagt, ich will dich nie wieder sehen, Triade!“
    DJ n trat einige Schritte vor, die anderen Triaden blieben in der Türe stehen. „Du verstehst falsch, Göfla, ich habe nie zu den Triaden gehört. Und ich bin gekommen, um dich zu warnen.“ Göfla schien langsam zu nicken, sein Nicken wurde heftiger, bis er anfing zu lachen. „Wovor willst du mich bitteschön warnen?“, fragte er. „Etwa davor, dass mir einige meiner Leute untreu werden könnten? Verschwinde aus meinem Blickfeld oder soll ich dich töten lassen?“ DJ n ließ sich von den Beleidigungen nicht abbringen. „Deine Tarnung ist aufgeflogen. Die Polizei weiß, wo die Mafia ihr Hauptquartier hat. Es ist nur eine Frage von Minuten, bis sie hier sind. Noch hast du Zeit zu flüchten.“, sagte er in einem Atemzug. Göfla richtete seinen Blick auf die anwesenden Mafiosi, welche zurückblickten. „Der blufft doch nur.“, sagte Black mit dreckiger Stimme und zielte mit seiner Waffe auf den Asiaten. In genau diesem Moment war das Geräusch eines Rotors zu hören, der die Luft zerschnitt. „Weg hier“, murmelte Genji seinen Kameraden zu, mit denen im Schlepptau er den Gang zurückrannte. Göfla drehte sich langsam um zu seinem Fenster. Er blickte eine Weile hinaus, er sah einen Militärhubschrauber, der auf sie zuflog. ‚Er ist nicht unseretwegen hier.’, dachte Göfla, ‚Nein, er fliegt über uns drüber.’ Sein Blick lag gebannt auf dem grünen Helikopter, der sich ihnen langsam näherte. Vor dem Sanatorium verlangsamte er seine Geschwindigkeit und fing an zu sinken. Göfla konnte eindeutig den Piloten durch das Glas sehen. Konnte der Pilot auch ihn sehen?
    „Er blufft nicht.“, verkündete Göfla monoton. Er merkte, wie er den Boden unter den Füßen verlor. Wie hatte das passieren können? Sein Plan war perfekt gewesen. Doch er merkte nun, dass er einen Faktor unterschätzt hatte. Das Militär. Wenn die Polizei machtlos war, griff das Militär ein. Sie hatten es schon einmal geschafft, ein neues Versteck zu finden, damals, nachdem er aus dem Gefängnis befreit worden war. Doch nun, da dem Militär der Fall aufgetragen wurde, würde er sich nirgendwo in dieser Stadt verstecken können.
    „Wieso hast du mich verraten? Du warst wie ein Sohn für mich?“, fragte Göfla und starrte noch immer den Piloten an, der den Helikopter nun seitlich entlang des Sanatoriums lenkte. „Es war wahnsinnig. Wir können doch nicht so viele unschuldige Menschen töten.“, antwortete DJ n. „Du kannst noch abhauen. Flüchte, lass diese Stadt hinter dir, noch werden Sie dich nicht schnappen können, aber du musst jetzt gehen.“
    Es kam keine Antwort. Außer dem monotonen Takt der Rotorblätter war kein Geräusch zu hören. Es herrschte eisiges Schweigen. Plötzlich fing Göfla an, zu knurren, sein Knurren wurde lauter, er schrie, er brüllte, er fuhr mit wutverzerrter Miene herum und brüllte DJ n mit aller seiner Wut an. „Du dreckiger Verräter.“, brüllte er wie von Sinnen und zog seine Mauser.

    „Gib Gas, Steal, da hinten ist er.“, sagte Ete aufegeregt und deutete auf einen Militärhubschrauber, der in nicht allzu weiter Ferne auf der Stelle zu fliegen schien. „Wir sind gleich da.“, sagte Steal, und drückte das Gaspedal ein weiteres Mal kräftig durch. „Du weißt aber schon, dass wir davor mächtigen Ärger bekommen werden.“, fügte er kurze Zeit später hinzu.
    „Das ist mir egal.“, knurrte Ete. Er war noch immer wütend auf die Ignoranz des Verteidigungsministeriums. „Ich will Göfla fassen. Dafür würde ich meinen Job, sogar mein Leben opfern. Ich will Göfla fassen. Um jeden Preis.“ Steal war schockiert von der plötzlichen konsequenz seines Vorgesetzten. „Wir werden Göfla bekommen. Und du wirst deinen Job und dein Leben behalten.“, sagte er beschwichtigend. Sie fuhren nun einen steinigen Weg entlang, konnten in der Ferne das Sanatorium sehen, konnten den Hubschrauber sehen, der um es herumkreiste. Sie näherten sich ihm, dennoch schien das Sanatorium nicht näher zu kommen. Ete war kurz davor vor Anspannung zu zerreißen. Er wollte diese Chance nicht missen. Schließlich trat Steal kräftig auf das Bremspedal und schleuderte den Wagen so, dass er mit etwa einem Meter Abstand parallel zu einer Mauer stand. „Wir sind da!“, rief er und riss seine Türe auf.

    „Wir sind da.“, gab Magor bekannt und erhob sich. Er scheuchte Angelo di Vendetta und Gekiganger vor sich hinaus aus dem Transporter und winkte TQ, ihm zu folgen. Als sie draußen in einer heruntergekommenen Garage standen kam ihnen Spliffy entgegen, der nun eine kugelsichere Weste trug und vor sich eine alte Winchester hielt. „Geht’s los?“, fragte er. „Es geht los!“, sagte Magic Magor entschlossen und trat an die Türe heran, die offensichtlich von der Garage in die Vorratskammer führte. Sie war nicht abgeschlossen.
    Mit gezogenen Waffen stürmten sie in den Raum, in dem es nach Verwesung stank. In der Ecke stand ein morsches Regal, in dem einige sehr alt aussehende Weißblechdosen standen, in einer anderen Ecke hängte eine große Schinkenkeule, die längst verschimmelt war und über die Käfer und Spinnen krochen.
    Niemand wollte länger als nötig in diesem Raum bleiben, doch Magor nutzte ihn, um die Formation zu besprechen.
    „Ich gehe vor, di Vendetta, du bleibst unmittelbar hinter mir. Spliffy, TQ ihr übernehmt die Flanken. Geki, du versuchst, in Deckung zu bleiben.“, sagte er und durchquerte den Raum auf eine weiße Türe zuhaltend, bei der sich bereits der Lack löste. Er trat sie auf und stürmte hinein, sein Gefolge in der besprochenen Formation hinter ihm. Sofort sahen sie zwei Wachen, die in der Ecke gesessen und wohl auf die Lebensmittel zum Kochen gewartet haben. Sie schreckten auf und suchten ihre Gewehre, doch Magor war schneller und zielte auf die beiden. „Die eine Hand hoch, mit der anderen legt ihr eure Funkgeräte ab.“, rief er ihnen bestimmend zu. Die Vielzahl an Waffen, die die beiden nun auf sich gerichtet sahen, überzeugten sie und so nahm die eine Wache ihr Funkgerät vom Gürtel.
    „In die Kühlkammer.“, brummte die Vendetta und winkte sie mit seiner Schrotflinte zu einer Metalltüre mit vielen Armaturen. Ohne Widerstand, dennoch mit verbitterten Mienen leisteten sie der Anweisung folge, öffneten die Türe und traten mit erhobenen Händen ein. Kaum waren sie verschwunden hechtete Angelo di Vendetta an die Türe, knallte sie brüsk zu und drehte an dem Rad, das den Riegel vorschob und die Temperaturisolierung sich schloss. Mit einem Handgriff schaltete er die Kühlung aus. „Unsere Freunde sollen sich doch nicht erkälten.“, sagte er und kehrte in die Formation zurück.
    Gekiganger stand inzwischen kichernd vor dem Herd. „Hehe, Gas. Hehe.“, sagte er, als er einen Sprengsatz in den darunter befindlichen Backofen legte, bevor er zurück zur Gruppe rannte.
    Zusammen öffneten sie die nächste Türe. Sie betraten den Speisesaal, der zum Glück leer war. Vorsichtig und mit den Waffen im Anschlag durchschlichen sie den Raum mit dem langen Tisch. Die Wand war geschmückt mit Wandteppichen und ein großer Lüster hing über der Tischmitte. Am Ende des Raumes angekommen, drückte Magor die Klinke nach unten. Die Türe war verschlossen. „Verdammt.“, fluchte er. „Jetzt werden wir wohl ein klein wenig auffallen.“
    Er zog seine Pistole und ließ einen Schuss auf das Schloss ab. Die Türe schwank sofort auf. Draußen auf dem Gang war eine Wache aufgeschreckt und entsicherte ihr Gewehr. Umbarmherzig und ohne mit der Wimper zu zucken schoss Magic Magor erneut und traf die Wache in den Unterbauch. Sie sank zusammen.
    Sie rannten nun hinaus in die Eingangshalle. TQ schritt auf die verletzte, am Boden liegende Wache zu und kniete zu ihr hin. Er drückte dem Mann die Backen zusammen.
    „Wo haltet ihr sie fest?“, fragte er mit zusammengebissenen Zähnen. Der Mann gab keine Antwort, TQ schlug den Hinterkopf des Mannes auf den Marmorboden, sodass diesem ein Schmerzensschrei entfuhr. „Wo sind die Geiseln?“, fragte TQ erneut.
    „Heizungsraum.“, nuschelte der Wächter, und mit diesen Worten hauchte er sein Leben aus.
    „Heizungsraum.“, wiederholte TQ zu seinen Mitstreitern gewandt. Magor sah sich um. „Der ist bestimmt im Keller, die Treppe runter.“, sagte er und deutete auf eine enge Wendeltreppe, die sich neben der breiten Treppe nach oben in den Boden schlängelte. „Komm Geki.“, rief er Gekiganger zu, bevor er auf die Wendeltreppe zurannte. Dieser warf einen weiteren Sprengsatz in eine große Bodenvase, die neben der Treppe stand, bevor auch er hinterher rannte.
    „Heizungskeller klingt gut. Hehe. Heizöl.“, gab er unter Kichern von sich.

    Ete rüttelte verzweifelt an dem massiven Metalltor, welches aber nicht nachgab. „Zur Seite.“, mahnte Steal Gray und stieß seinen Kollegen beiseite. Er feuerte zwei Schuss aus seiner Pistole auf das rostige Schloss ab und schlug anschließend kurz dagegen. Unter lautem Quietschen flog das Tor auf. Ete und er huschten durch den Spalt und rannten auf das Hauptgebäude zu. Der Hubschrauber war in diesem Moment wohl hinter dem Gebäude. „Wir müssen aufpassen, dass uns niemand sieht.“, sagte Ete keuchend, während er rannte. „Sei es Mafia oder Militär.“ An der alten Eichentür angelangt, stellte Ete erleichtert fest, dass diese noch halb offen stand. Er schob sie auf und hüpfte mit gezogener Waffe in den Gang. Es war niemand zu sehen.
    Auf dem Boden des Ganges lagen einige bedruckte Blätter verstreut herum. Ete hob vorsichtig eines davon auf und betrachtete es kurz.
    „Sieht aus wie die monatliche Schmiergeldrechnung.“, sagte er sarkastisch und schauten den Gang entlang. „Die hatten es wohl eilig beim Flüchten.“, sagte Steal und rannte den Blättern nach den Gang hinab. Ete folgte ihm. Der Gang erwies sich als sehr lang. Immer wieder war links oder rechts eine Türe, einige standen offen, einige waren geschlossen. Doch weit und breit war niemand zu sehen. Steal drehte im Lauf seinen Kopf zu Ete um. „Da vorne ist der Gang zu Ende.“, rief er. Ete schaute an seinem Kollegen vorbei und sah, dass die Blätter bis zum Ende des Ganges auf dem Boden verstreut herum lagen.
    Sie standen nun in der Sackgasse, links von ihnen eine offene Türe. Sie pirschten an der Wand davor. „Drei…zwei….eins…“, zählte Steal herab. Bei „Null“ angekommen, sprangen sie zur Seite, drehten sich im Sprung um und richteten ihre Waffen in den Raum. Es handelte sich offensichtlich um ein Büro. Ein massiver Schreibtisch stand in der Mitte des Raumes, dahinter ein Polstersessel. An der Wand standen hohe Holzregale, die komplett leer waren, dennoch lagen auf dem Boden verstreut weitere Papierblätter herum… und inmitten der Blätter ein Mann. Ete rannte in den Raum, während Steal in der Türe stehen blieb.
    Er kniete hin und untersuchte den Mann. Es war DJ n, sein graues Seidenshirt war von Blut durchtränkt und weiß einige Einschusslöcher auf. „Sie... kommen zu… spät.“, hauchte er, als er Ete durch seine fast geschlossenen Augen erkannte.
    „Wo ist Göfla?“, fragte Ete. DJ n drehte den Kopf herum. „Weg… wie der… Rest von denen.“ Ete ließ nicht locker. „Wohin werden sie gehen?“, fragte er ungeduldig.
    „Das weiß ich… nicht.“, antwortete DJ n leise. „Jedenfalls… werden die nicht… mehr in diese Stadt zurück…“ er fing an, heftig zu husten, und mit jedem Mal da er hustete rann ihm ein Schwall Blut aus dem Mundwinkel. „Würdigen Sie… den Sieg des Krieges… wo sie doch die… Schlachten…. Allesamt verloren haben…“, hauchte er, nachdem er sein Husten wieder unter Kontrolle hatte.
    Ete fing an zu Zittern. Sie waren zu spät gekommen. „Solange Göfla nicht dingfest ist haben wir gar nichts gewonnen.“, sagte er. DJ n versuchte, eine Geste zu machen, doch er hatte keine Kraft mehr in den Armen. „Sie brauchen… sich keine Sorgen mehr… zu machen… und ich habe bald… meine Schuld mit der… Menschheit beglichen.“, sagte er.
    Ete erhob sich langsam, er merkte, dass es keinen Sinn hatte. DJ n fing wieder an zu husten und wieder kroch ihm ein Fluss dunklen Blutes aus dem Mund heraus. Er drückte die Augen zusammen und verkrampfte sich. Als er sich Sekunden später aus der Verkrampfung löste, fiel sein Kopf sterbend zur Seite.
    „Unglaublich.“, murmelte Ete nach kurzer Zeit. „Er war so loyal, dass er seinen Mörder nicht an uns verraten wollte.“ Steal nickte bestätigend.
    „Es ist wirklich unglaublich.“ Er stand eine Weile da, betrachtete DJ ns Leichnam, und schaute schließlich zu Steal auf.
    „Wir können nichts mehr tun. Wir haben sie verpasst.“, sagte Steal, als er in Etes Gesicht die Reflexion eines Selbstvorwurfes sah. „Es ist nicht deine Schuld. Wir konnten nichts machen. Warten wir, bis die Leute vom Militär da sind.“, fügte er hinzu und wartete darauf, dass Ete zu ihm aus dem Büro trat.
    Nebeneinander schlurften sie den Gang herunter, trotz allem aufmerksam, um einer möglichen List des Asiaten zu entgehen. „Weißt du Steal, vielleicht haben wir es doch geschafft.“, sagte Ete. „Die Mafia ist weg… sie wissen, dass sie hier so schnell nicht mehr Fuß fassen können.“
    Er fing an leise zu lachen. „Und das alles nur wegen einem Hubschrauber, der um dieses Gebäude gekreist ist. Kaum zu fassen.“
    „Ja...“, sagte Steal kurz darauf. „Ja… erstaunlich.“


    DJ n

  16. #16
    Ich hoffe ihr habt noch Leselust! Hier kommt Repko:

    Im Vergleich zum Glanze der prächtigen Eingangshalle war der Keller des Palazzos auffallend schäbig. Die Betonwände waren eng, die Decke niedrig und überall verliefen Metallrohre auf dem Fußboden. Zudem war es stockdunkel und hätte Angelo di Vendetta keine Taschenlampe dabei gehabt, sie hätten die Hand vor Augen nicht gesehen. Langsam schlichen sie den Rohren nach den Gang hinunter. Bis jetzt waren sie nur an einer Türe vorbeigekommen, die zu einem Waschraum geführt hatte.
    Die Rohre mussten zwangsläufig zur Zentralheizung führen. An einer Stelle kam ein Bündel Kabel und Rohre aus dem Boden und blockierte den halben Gang. Fast wären sie nicht durchgekommen. Gekiganger gab erneut ein irres Lachen von sich, als er die Rohre betrachtete. „Das ist die Gasleitung. Vermutlich für den Herd. Hehe.“, sagte er und befestigte prompt einen Sprengsatz an der Wand daneben.
    „Wie viele von den Dingern hast du eigentlich dabei?“, fragte Spliffy verwundert. Gekiganger lachte nur. „Genug um jemanden wie dich dreimal über den Atlantik fliegen zu lassen. Hehe.“, war seine sarkastische Antwort.
    „Spliffy, geh nach hinten und pass auf, dass wir nicht überrascht werden.“, befahl Batista. Spliffy nickte und lief rückwärts seinen Kumpanen hinterher, obgleich er kaum etwas in der Dunkelheit ausmachen konnte.
    TQ konnte außer dem Hinterkopf Angelos ebenfalls nichts erkennen. Plötzlich lief er in dessen Rücken, da er stehen geblieben war. „In diese Türe.“, sagte Batista und zeigte auf die Kante zwischen Boden und rechter Wand. Die Rohre glitten hier durch den Absatz einer Türe. Batista legte seine Hand vorsichtig auf die Klinke, doch di Vendetta wies ihn mit einem kurzen „Halt.“ Zum Stillhalten an. Als sich Batista verwundert zu ihm umsah deutete er an die Decke. Ein Draht war locker an ein an der Tür angebrachtes Metallplättchen festgelötet. Würde die Tür geöffnet werden, so wäre der Lötzinn gerissen, und hätte vermutlich endgültig den Alarm ausgelöst.
    Angelo reichte Batista sein treues Tauchermesser, das er am Gürtel zu tragen pflegte. Dieser nahm es anerkennend und brach das Plättchen von der Türe ab. Er holte einmal tief Luft, bevor er die Klinke durchdrückte und sich gegen eine verriegelte Türe stemmte. TQ seufzte.
    Er drängelte sich an Angelo vorbei, entriss Batista brüsk das Messer und fuhr damit zwischen Tür und Angel. Das alte Schloss gab sofort nach, die Türe war offen. Batista schob sie auf und huschte schnell hindurch. Sie fanden sich in einem verhältnismäßig großen Raum wieder.
    An einer Wand hörte man das Geräusch eines starken Durchzuges, dort wo der Kessel stand. An der anderen Seite standen um die zehn große Heizöltanks. Wie ein verspieltes Kind rannte Gekiganger zu den Tanks hinüber. Über beide Ohren grinsend befestigte er an jeder Seite jeweils einen Sprengsatz. „Jungs, das gibt ein Feuerwerk.“, verkündete er fröhlich.
    TQ sah sich im ganzen Raum um. Keine Türe führte in einen anderen Raum, nichts weiß auf ein Versteck hin. „Das hier ist doch der Heizungskeller.“, sagte er und lief im Raum herum.
    Plötzlich prallte er mit dem Fuß an etwas Hartes, verlor das Gleichgewicht und fiel bäuchlings hin. Er drehte sich schnell um, Gekigangers Lachen ignorierend und schaute, über was er da gestolpert war. Er sah einen dicken, in den Boden eingelassenen Eisengriff. Er war offenbar der Hebel für eine Falltüre. TQ untersuchte die in den Boden eingelassene Holzplatte.
    „Jungs, hier her.“, rief er und wartete, bis Angelo mit der Taschenlampe bei ihm war.
    Er umfasste den Griff und hob die Platte mit einem kräftigen Zug aus ihrer Fassung. Sofort kam ihm ein Schwall Staub entgegen und TQ musste husten. Mit einem Mal wurde er von einer Lampe geblendet, das Licht kam von unten.
    „Deckung.“, schrie TQ und rollte sich zurück, doch zu spät. Ein Schuss löste sich. TQ spürte einen Stechenden Schmerz am Unterarm, als er rücklings am Boden lag. Er hörte, wie sich weitere Schüsse lösten, sehr laute Schüsse, offensichtlich aus einem lauten Gewehr. Er sah Spliffy, der unbarmherzig über dem Loch im Boden stand und mit der Winchester nach unten schoss. TQ hob seinen linken Unterarm und betrachtete ihn. Sein Ärmel war bereits blutgetränkt, doch es war nur ein Streifschuss. „TQ, geht es dir gut?“, fragte Batista und half TQ dabei, sich aufzurichten. „Streifschuss, geht schon.“, stöhnte dieser und stand mit schmerzverzerrtem Blick wieder auf. „Spliffy hat die Bastarde da unten erledigt.“, fügte Batista hinzu. TQ starrte in das Loch, di Vendetta hielt noch immer den Kegel seiner Taschenlampe hinab. Er erkannte eine Holztreppe die steil hinunterführte. „Geh voraus.“, bat er di Vendetta, der der Bitte Folge leistete und die Stufen mit gezückter Schrotflinte in der Hüfte herabstieg.
    TQ folgte ihm schweigend. Als er sich im Raum umsah fiel ihm ein Stein vom Herzen. Er erblickte seine Frau. Sie war schmutzig und ausgemergelt, doch sie lebte. TQ rannte auf sie zu. „Issy, oh mein Gott, dir geht es gut.“, rief er und umarmte seine Frau. Diese erkannte ihn erst an der Stimme und schien ihr Glück nicht fassen zu können. „Wo sind die Kinder?“, fragte TQ seine sprachlose Frau. Diese rang um Worte. „Hier sind wir.“, hörte TQ eine junge Knabenstimme hinter sich. Er fuhr herum und erkannte seinen jüngsten Sohn Chuck, daneben sein älterer Sohn Favian. Beide trugen schmutzverkrustete Kleidung und ihre Gesichter waren Zeugnis der qualvollen letzten Wochen in diesem stinkenden, staubigen Kellerloch.
    Sprachlos lag sich mit einem Mal die ganze Familie in den Armen.
    „Compadre Batista.“, tönte plötzlich eine laue Stimme aus dem Dunklen. Gala kam auf Batista zugerannt. „Ich wusste, du würdest mich retten.“, sagte der nicht mehr ganz so pummelige Spanier. Batista umarmte ihn formell. „Ehrensache, Compadre, Ehrensache.“, sagte er.
    „Ich will euch ja nicht stören, aber wir sollten hier schnell verschwinden, wir haben bestimmt schon das halbe Personal geweckt.“, gab Spliffy plötzlich zu bedenken und stellte sich auf die erste Stufe der Treppe.
    „Du hast Recht.“, sagte TQ. „Schnell weg hier.“

  17. #17
    Es ist beinahe vorbei und hier kommen wieder 2 Episoden von Repko
    Viel Spass

    Die Sonne stand am Horizont. Sie schien in dem See unterzugehen, an dem sie eben vorbeifuhren. Göfla starrte mit gleichgültiger Miene aus dem Fenster. In der Limousine redete niemand ein Wort und das schon seitdem sie im Sanatorium losgefahren waren, was bereits drei Stunden zurücklag. „Was passiert jetzt?“, fragte schließlich Shiekah, der am Steuer saß. Göfla gab zuerst keine Antwort.
    „Wir müssen uns etwa zwei Tage lang verstecken.“, sagte er nach einer Weile. „Dann planen wir unsere Flucht.“, er machte eine kurze Pause. „Wir werden uns trennen müssen, vorerst. Bis man uns so langsam vergisst.“, sagte er weiter, seine Stimme ohne jede Emotion, sein Blick starr auf die untergehende Sonne gerichtet.
    „Ich werde Kontakt zu euch halten. Eines Tages werden wir uns für diesen Tag rächen.“ Mr Z beobachtete mit leichter Besorgnis seinen Paten. Göfla fing an zu zittern.
    „Ich werde nicht ruhen, bis ich Rache genommen habe.“, knurrte er schließlich mit aller Wut, die sich in ihm aufgestaut hatte. „Talster City war mein. Meins!“ Er holte tief Luft. „Sie hatten nicht das Recht, mir meine Stadt zu nehmen. Nein! Ich werde keine Ruhe geben. Ich schöre Rache. Jawohl, Rache.“, schrie er durch das Auto.
    „Nichts wird mich aufhalten.“

    Sie waren oben in der Eingangshalle angelangt. Magor hatte Gala und Gekiganger, der seine Sprengsätze allesamt verteilt hatte jeweils eine Waffe gegeben, sie kesselten nun zu siebt TQs Familie ein. Der Leichnam der Wache war verschwunden. „Fuck.“, fluchte Magor, „Die wissen, dass wir hier sind.“ In diesem Moment flog eine Türe im oberen Stockwerk auf. Magor drehte sich um. „Oh oh, wir bekommen Besuch.“, sagte er.
    „Haut ab.“, rief TQ. „Bringt meine Familie raus hier, ich halte die Wache auf.“ Magor nickte. „Okay, wir warten am Wagen auf dich.“, sagte er, doch TQ winkte ab. „Haut hier ab, bringt meine Familie in Sicherheit und dann sprengt den ganzen Laden.“ Magor versuchte zu widersprechen. „Haut jetzt ab.“, fuhr TQ ihn brüsk an und er lief in Richtung Speisesaal. TQ huschte hinter eine Topfpflanze. Er hörte, wie laute Schritte die Treppe hinuntertraten.
    Als er sich umdrehte, standen zwei Wachen am Fuße der Treppe.

    Schnell eilten sie an dem langen Tisch vorbei. Sie hörten vier Schüsse hinter sich. Issy blieb schockiert stehen, doch Spliffy schuckte sie voran. Sie durchquerten Küche, Speiseraum und fanden sich in der Garage wieder, wo der Transporter noch unverändert stand.
    Spliffy huschte in die Fahrerkabine, während der Rest von ihnen hinten in den Ladebereich einstieg. Spliffy legte den Rückwärtsgang ein und verließ die Garage. „Du musst jetzt sprengen.“, befahl Magor. „Wir müssen die Wachen vom Tor wegbekommen.“
    „Nein. Mein Mann ist noch da drin.“, protestierte Issy und verwirrte Gekiganger, der den Finger schon auf dem Knopf hatte. „Er wird da schon rauskommen. Spreng den scheiss Laden!“ Gekiganger zögerte kurz.

    Mit lautem Getose eröffnete sich ein Flammenmeer. Der gesamte Westflügel des Palazzo brach in sich zusammen, mit einem Mal fuhr eine Feuersäule gen Himmel und riss den Rest des Gebäudes in Staub. Die Wächter rannten verdutzt auf die Flammen zu und wussten nicht, wie ihnen geschah, geschweige denn, was sie tun sollten. Ihre Blicke ruhten auf den scharf züngelnden Flammen, dem lauten Nachhallen der Explosion und den nacheinander einstürzenden Marmorsäulen. So merkten sie nicht, wie ein Lieferwagen durch das offene Tor fuhr und in der tiefe der Nacht verschwand. Die Wächter richteten ihre Blicke mit einem Mal aufeinander. „Hier wird jeden Moment die Polizei kommen.“, sagte der eine. Der andere nickte ihm still zu. Sie verharrten einige Sekunden so, bis sie sich umdrehten und so schnell es ihnen möglich war hinfort rannten.
    Und so merkten sie auch nicht, dass jemand hinter einer zertrümmerten Mauer hervortrat. TQ hob sich seinen Arm und starrte auf das Tor. Hier war eben der Lieferwagen mit seiner Familie durchgefahren. „Es tut mir leid.“, sagte er und eine Träne lief ihm die Wange herab. „Aber ich kann nicht mit euch gehen.“ Er hatte Kefka einen Schwur abgegeben.
    Außerdem war er sich sicher, dass er seiner Familie nicht die Sicherheit geben konnte, die sie verdiente. Er hatte sie in Gefahr gebracht und schämte sich dafür. Nun stand er da, vor einem brennenden Palazzo. Seine Familie war gerettet. Die Last und Sorgen der letzten Tage fielen von seinen Schultern, er brach weinend zusammen.
    „Ich hoffe…“, schluchzte er. „Ich hoffe, so werdet ihr es besser verstehen.“ Er bedeckte sein Gesicht mit den Händen und weinte. Weinte einsam in die Nacht hinein.

    Das junge Gesicht eines Mannes mit einem Mikrofon in der Hand flimmerte über den Fernseher. „Wir sind live vor Ort. Hier im Sanatorium von Talster City war nun nachweislich lange Zeit das Hauptquartier der Spam Mafia gewesen. Durch den mutigen Einsatz des Militärs konnte die verbrecherische Organisation um das kriminelle Superhirn Göfla endlich aus der Stadt gejagt werden. Nach ihnen wird nun Bundesweit gefahndet.
    Im Gebäude wurden zwei Leichen gefunden.“ Man sah, wie zwei mit weißen Tüchern bedeckte Körper in einen Krankenwagen eingeladen wurden. „Bei der einen handelt es sich um DJ n, langjähriger Berater Don Göflas, der offensichtlich von selbigem erschossen wurde. Bei der anderen Person handelt es sich um Psycho Lyserg, der scheinbar die letzten zwei Jahre Undercover bei der Spam Mafia eingeschleust ermittelt hat und scheinbar zu Tode gefoltert wurde.“ Man sah wieder den Mann, der vor dem Sanatorium stand, an dem reges Treiben herrschte. „Ist dies das Ende einer Ära? Bedeutet es einen Neuanfang? Oder ist die Gefahr noch lange nicht vorbei? Hauptkommissar Ete, Leiter der Abteilung Anti Spam äußerte sich mit den Worten: ‚Es ist ein erster Erfolg, doch bis wir die langen Schatten der Vergangenheit eingeholt haben, bedarf es Zeit und die Mithilfe unserer Bürger.’
    Ich bin Sturmfels Pro, Ring 8 News, Live in Talster City.“
    „Das hast du gut gemacht Ete.“, flüsterte Daen mit einem stolzen Lächeln im Gesicht.
    „Hä?“, grunzte der dicke Trucker, der neben ihm an der Bar saß, doch er wandte sich wieder ab, als Daen abwinkte. ‚Ich habe dir immer gesagt, dass du’s eines Tages schaffen wirst.’, dachte er und verspürte ein angenehmes Kribbeln im Bauch.
    Er würde dieser Stadt den Rücken kehren, doch auch ihn nahm es wirklich mit, dass Göfla tatsächlich vertrieben worden war. Er legte einen Fünf-Dollar-Schein auf die Theke und erhob sich von seinem Platz. „Wo geht’s ’n hin?“, fragte der Trucker neugierig.
    „Weg. Weit weg.“, verkündete Daen mit gespielter Euphorie. Er war per Anhalter unterwegs nach Baltimore, wollte sich dort in der Nervenklinik wieder seine Identität verschaffen lassen und dann irgendwohin gehen, wo er vergessen konnte, was war. Wo er einen Neuanfang wagen konnte, wo es keine Göflas, keine Xanders und niemanden gab, der ihm das Leben zunichte machen konnte.
    Wohin ihn diese Reise führen würde, das wusste er nicht. Doch würde er sich überraschen lassen.


    DJ n

  18. #18
    DJ n hat mich mit einer Schusswaffe bedroht und mich gezwungen, das hier zu posten, die definitiv letzten Episoden aus der "Spam Mafia"-Saga...
    Und los gehts. Viel Spaß, und wers tatsächlich doch noch gelesen hat... etwas Feedback wäre schon schön. ^^

    Repko:

    Ein Jahr später,
    tosender Applaus rauschte durch den vollen Kinosaal in dem eine Filmpremiere stattfand. Die adrett gekleideten Zuschauer erhoben sich wild klatschend, ihre Gesichter sichtlich berührt. Der ein oder andere wischte sich gar eine Träne aus dem Auge. Ineluki und Freezy sahen sich an, und strahlten, als hätten sie einen Wettbewerb, wessen Mund breiter werden konnte. Sie standen von ihren Plätzen an der Bühne auf und betraten diese, während auf der Leinwand der Abspann zum Film „Schatten über Talster City“ lief. Sie standen eine Weile auf der Bühne, beide in hellblaue Anzüge gehüllt und genossen den Applaus, der mit ihrem Betreten des Rampenlichts zu einem wahren Beben geworden war. „Hättest du das gedacht?“, fragte Freezy leise. „Hättest du gedacht, dass uns die Mafia eines Tages aus unserem tristen Leben helfen würde?“ Als Ineluki nicht antwortete sah Freezy seinen Bruder an und bemerkte, dass diesem eine Träne der Rührung an der Wange herunterlief. „Wir müssen uns nie wieder Sorgen machen.“, sagte er mit zitternder Stimme. „Es ist endlich vorbei. Wir können endlich unsere Ruhe haben.“
    Nun bemerkte Freezy auch Yoshi Green, der in einem schwarzen Frack in der ersten Reihe saß und winkte ihn zu sich. Nachdem sich Yoshi einige Male durch eine Geste versicherte, dass auch wirklich er gemeint war, trat er zu den beiden Brüdern auf die Bühne. „Du hast dazu auch einen großen Teil beigetragen, Yoshi.“, sagte Freezy und umarmte den sprachlosen Yoshi Green. Nachdem sich der Applaus wieder etwas gelegt hatte, traten sie zu dritt an das aufgestellte Rednerpult. Freezy näherte sich dem Mikrofon.
    „Vielen Dank, meine Damen und Herren. Wir wollen noch ein paar besondere Grüße aussprechen.“, sagte er und deutete auf Yoshi Green. „Zum einen wollen wir Yoshi Green danken. Auch er war zur Blütezeit Don Göflas ein Opfer der steten Bandenkriege gewesen. Wir wollen ihm danken, dafür dass er den Mut und die Kraft hatte, über seine tragischen Erlebnisse so offen mit uns zu sprechen.“ Der Applaus flammte erneut auf. Yoshi Green war so überwältigt, dass ihm einfach nur der Unterkiefer herabklappte und er aus Reflex der Menge zuwinkte. „Des weiteren gilt unser Dank Kriminalhauptkommissar Ete und der Anti Spam-Einheit von Talster City, die heute Abend ebenfalls unter uns sind.“ Der Applaus ging auch wieder los und nach einer Geste Inelukis in Richtung Etes standen er, Steal Gray, Ninty und Schattenläufer auf und nickten der Menge anerkennend zu. Als der Applaus wieder etwas verebbte wurde Freezys Gesicht sehr ernst.
    „Manche Leute glaubten, wir wollen mit diesem Film den Helden, Verbrechern und Zeugen des Schreckens, der noch vor einem Jahr überall in dieser Straße präsent war, ein Denkmal setzen. In der Tat: Ohne den unermüdlichen Einsatz der Anti Spam Polizei könnten wir wohl nicht hier in aller Ruhe sitzen und uns einen Film anschauen. Diesen Helden wollen wir ein würdiges Denkmal setzen.“ Verhaltener Applaus rauschte durch die Halle und Freezy wartete ein weiteres Mal, bis es wieder ruhig war. „Doch auf der anderen Seite sind wir alle darum bemüht, dass diese Ereignisse einmalig waren. Deshalb soll dieser Film auch eine Warnung, eine Lehre, eine Hilfe für eine bessere Zukunft für diese Stadt sein.“
    Erneut schlug eine Welle des Applauses los und noch während diesem Applaus drehte Ineluki das Mikrofon in seine Richtung. „Doch nun würden wir uns freuen, sie auf unserer Aftershowparty im Vorraum zu einem Glas Sekt einladen zu dürfen um den Abend noch etwas ausklingen zu lassen.“
    Und nur wenige leisteten dieser Einladung Widerstand. Für die Canwallace-Brüder symbolisierte dieser fröhliche Abend den endlich eingekehrten Frieden in der Stadt, die sie so vieles gekostet hatte.

    Auf einem Hügel, südlich von Belo Horizonte, Brasilien, erstreckte sich ein langer Friedhof. Es regnete wie aus Eimern, was für einen Sommer in den Tropen nicht unüblich war. Auf dem Friedhof stand einsam eine Gestalt wartend vor einem offenen Grab, gehüllt in einen schwarzen Ledermantel. Der Regen tropfte ihm in den Kragen und lief ihm in kalten Strömen den Rücken hinunter. Es war Dragon Thorm, der missmutig durch die Gegend schaute, während der strömende Regen seine feuerroten Haare durchnässte.
    Nach kurzer Zeit konnte er im Vorhang der strömenden Regenfälle den schemenhaften Umriss einer großen, hageren Gestalt erkennen, die sich ihm näherte. Erst als die Gestalt ebenfalls am Grab ankam, erkannte Dragon Thorm Mr Z. Seine Haare waren inzwischen gewachsen und hingen ihm in nassen Strähnen um sein hartes, regungsloses Gesicht. Ohne eine Geste stellte sich Mr Z etwa drei Meter von Dragon Thorm entfernt auf und starrte ins Leere.
    Es war nun fast vier Jahre her, seit die Mafia aus Talster City vertrieben wurde. Der Tarnung halber hatten sie sich bei der Flucht nach Südamerika getrennt und hatten somit schon lange nichts mehr voneinander gehört.
    Aus verschiedenen Richtungen kamen nun Shiekah und Scavenger angelaufen. Während Shiekah sich kaum verändert hatte, noch immer mit einem Schal sein Gesicht bedeckt hielt, so war Scavenger merklich alt geworden. An den Schläfen war sein Haar grau, seine alte Haut spannte sich über seine derben Wangenknochen und er trug eine Brille, fast hätte Dragon Thorm ihn nicht erkannt. Auch Scavenger und Shiekah grüßten weder einander, noch einen anderen der Anwesenden und stellten sich um das Grab auf.
    Innerhalb der nächsten zehn Minuten traten auch Dark Soldier in einem dicken Tweedanzug, Black in einem dunklen Regencape und Ruffy mit einer braunen Lederjacke. Außer Dark Soldier, dessen grüßender Wink ignoriert wurde, sprach niemand ein Wort mit dem anderen. Alle starrten sie nur auf das offene Grab und warteten.
    ‚Ich hatte mich eigentlich gefreut, die alten Gesichter mal wieder zu sehen.’, dachte Dragon Thorm, doch ihm fiel auf, dass er seinen alten Kameraden nichts mehr zu sagen hatte. Zusammen hatten sie eine Großstadt in Atem gehalten, hätten es fast geschafft, die Stadt in ihren Besitz zu bekommen und nun standen sie da und wussten nicht, worüber sie sprechen sollten.
    Das laute Brummen eines Motors durchbrach das betretene Schweigen, ein Leichenwagen fuhr den provisorisch gepflasterten Weg entlang auf das Grab zu. Inzwischen hatte sich das Wetter noch verschlimmert und von fern dröhnte das dumpfe Grollen eines Gewitters. Dragon Thorm zog sich seinen Kragen höher ins Gesicht und zog den Hals ein in der Hoffnung, der Regen würde ihn so nicht komplett durchnässen.
    Der Leichenwagen fuhr langsam vor. Aus dem hinteren Teil stiegen zuerst zwei Ministranten, die Regenschirme hielten, um den Pfarrer, der danach ausstieg vor dem Regen zu schützen. Darauf folgten zwei Männer, die einen Sarg aus braunem Mahagoni trugen. Sie stellten den Sarg auf dem aufgebauten Gerüst über dem Aushub auf, der Pfarrer setzte zur Predigt an.
    Zum Glück konnten alle Anwesenden genügend Portugiesisch, um zu verstehen, was der alte Mann in der weißen Robe sagte. „Serge Roberto Vales, Freund, Kollege und Weggefährte unserer, ist zu seinem Schöpfer zurückgekehrt. Er verschied nach einem erfüllten Leben und wird uns auf ewig als Mensch in Erinnerung bleiben, dem an seinen Mitmenschen lag, der sich aufopferte Gutes zu tun, und unermüdlich seinen Mitmenschen half, wo er nur konnte.“
    Dragon Thorm konnte ein lautloses Lachen nicht unterdrücken. ‚Ja, erinnern werden wir uns ewig an ihn. Aber hat er wirklich so viel Gutes getan?’, dachte er und tat die Rede des Pfarrers als übliche Beerdigungsrede ab, welche bei jeder Zeremonie gehalten wurde und man zuvor nur den Namen neu einfügte.
    ‚Doch, er hat jemandem geholfen. Uns.’, dachte Dragon Thorm und sein Grinsen verflog. ‚Für uns war er eigentlich da. Er hätte uns zu viel Macht verholfen, doch der Preis dafür wäre enorm gewesen.’ Er merkte, dass er auf den Verstorbenen herabschaute, dass er dessen Taten mit einer Art von Abscheu betrachtete. Er wusste nicht, was der Auslöser für diese zuvor nie da gewesenen Gedanken war, doch er merkte, dass sie nicht ganz falsch waren.
    ‚Er hätte viele Menschen sterben lassen, hätte uns diese Menschen ermorden lassen. Wir haben getötet. Ich glaube wir haben das Falsche getan. Wir wurden dafür bestraft.’, dachte er weiter.
    „Und mögen seine guten Taten uns auf unseren weiteren Lebensweg folgen und mögen seine schlechten Taten ihm verziehen werden. Und so überreichen wir seine sterblichen Überreste dem Erdreich, auf dass seine Seele aufsteigen möge ins Himmelreich.“, schloss der Pfarrer.
    Einer der durchnässten und sichtlich genervten Sargträger betätigte eine elektrische Winde und der Sarg fuhr herab. Nacheinander traten die Mafiosi an das Grab heran. Dark Soldier stellte sich aufrecht davor auf, senkte bedächtig sein Haupt, bevor er sich wenige Sekunde später abwandte und sich wieder in den Kreis stellte. Auch Shiekah, Ruffy und Black beließen es bei einem einfachen Gruß.
    Scavenger faltete vor dem Grab die Hände und schien im stillen zu beten. Als er sein Gebet abgeschlossen hatte, wischte er sich mit dem Handrücken über sein triefnasses Gesicht um eine förmliche Träne abzuwischen. Danach schritt Mr. Z an das Grab, griff in seinen dicken Mantel und holte einen weißen Hut mit schwarzem Band hervor. Ohne Regung in seinem Gesicht warf er den Hut auf den bereits untenliegenden Sarg. „Leb wohl, mein Don.“, murmelte er mit gesenktem Haupt, bevor er wieder zurücklief.
    Nun trat Dragon Thorm an das Grab heran. ‚Deine schlechten Taten verzeihen…’, dachte er.
    ‚Nein, nicht in unserem Fall. Was wir getan haben, war zu schwerwiegend.’ Er holte aus seiner Jackentasche eine rote Rose hervor, die er nach unten warf und die neben dem Hut liegenblieb. ‚Unsere Verbrechen verjähren nicht, wir mögen dir vielleicht verzeihen, die Menschheit jedoch wird dich verachten.’
    Er drehte sich weg, mit dem Ziel, diese Gedanken zu unterdrücken. Don Göfla war für ihn ein ehrenvoller Mann gewesen und so wollte er ihn in Erinnerung behalten.
    Zurück im Kreis angekommen starrten die Mafiosi auf das Grab und den Totengräber, der nun dabei war, das Grab zuzuschütten.
    Nur nach wenigen Sekunden drehten sie sich um und liefen in alle Himmelsrichtungen davon. Niemand würde den Anderen jemals mehr sehen. Die Spam Mafia hatte aufgehört zu existieren.

    ENDE

    Es verneigen sich dezent und bescheiden die Chronisten der Unterwelt.
    Daen vom Clan
    DJ n
    The_question
    YoshiGreen
    Savage the Dragon
    Dark Soldier
    und
    Repko

    Vielen Dank

  19. #19
    Naja, nicht gerade ein Happy End (;_; ), aber mir hats gefallen. Habt eure Finger ganz schön bluten lassen.

    LG, NPC

  20. #20
    Tut mir leid, ich muss den Thread hier zeitweilig von der Liste der gepinnten Threads nehmen, es werden einfach zu viele. Wenn der Vortex-Thread wieder rum ist, nehme ich ihn wieder auf.

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