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Thema: Der Spam-Mafia-Roman - Schatten über Talster City

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Und hier wieder eine neue Episode von Repko!
    Wie immer Gruß an die CdU
    Viel Spaß beim Lesen

    Die kühle Abendluft peitsche in TQs Gesicht, während er die kurze Marmortreppe zum Polizeirevier von Talster City hinaufschritt. Seine Arme hingen schlaff an seiner Seite herunter, seine Beine machten kleine Schritte, seine Augen waren leer. Er schien im Moment nichts zu empfinden, nichts zu denken, nichts zu fühlen.
    In dieser kühlen Gelassenheit öffnete er die zum Glück noch geöffnete Glastüre. Er befand sich in der kurzen Eingangshalle und steuerte auf den schlafenden Pförtner vor, der hinter einer Panzerglasscheibe saß.
    Zuerst lehnte sich TQ an den kleinen Sims vor dem Pförtner und sah ihn schweigend an. Es war schon oft passiert, dass Weal eingeschlafen war, doch man hatte es immer geduldet.
    Nachdem TQ eine halbe Minute gewartet hatte, schlug er mit der Faust auf den Sims.
    „Wach auf, Jason.“, rief er nervös. Weal schreckte auf und blickte hektisch um sich, bis sein Blick an TQ haften blieb.
    „Mi...Mister The Question? Sie sind wieder da?“, stotterte er. TQ seufzte und sah den kleinen, dicken Mann zweifelnd an. „Ja. Natürlich bin ich wieder da. Stünde ich sonst hier?“, fragte er.
    Weal nahm einen Schluck aus seiner Kaffeetasse, bevor er sich wieder beruhigte. „Sicher nicht. Aber was wollen Sie?“, fragte er.
    „Ich will morgen mit Sunny sprechen.“, gab TQ zurück

    Etwa 30 Stunden zuvor:
    TQs Hände waren auf seinen Rücken gefesselt. Ein dichtes Stück Leinentuch verdeckte sein komplettes Gesicht, sein Mund war mit Klebeband zugeklebt worden. Von Repko und Mr.Z flankiert, wurde er durch einen dunklen Gang gezerrt. Niemand sprach ein Wort. Mit einem Ruck wurde TQ durch eine offene Türe geschleudert und landete unsanft auf dem Boden. Eine kräftige Hand hievte ihn ruckartig am Kragen wieder auf die Beine. TQ stöhnte auf vor Schmerz.
    Das erste, was er sah, nachdem man ihm das Tuch vom Gesicht nahm, war das kalte Gesicht von Mr.Z. Zwei kräftige Hände drückten ihn von hinten in einen Stuhl. Mr.Z nahm einen dicken Strick, und begann, ihn um TQ und den Stuhl zu binden.
    Repko erschien vor ihm und riss ihm das Klebeband vom Mund. TQ merkte, dass einige Stoppeln seines Dreitagebartes unter starkem Zwicken herausgezerrt worden waren.
    „Was verdammt noch mal wollt ihr?“, brüllte TQ.
    Auf sein Gebrüll hin schlug ihm Mr.Z mit der Faust gegen den Hinterkopf, sodass dieser nach vorne geschleudert wurde.
    „Halts Maul.“, ermahnte ihn Repko. „Sonst passiert was.“

    „Du musst mir sagen, wo du das verdammte letzte Jahr gesteckt hast.“, sagte Sunny eindringlich. TQ strich sich eine Augenbraue glatt, während er aus dem Fenster sah und den Sonnenaufgang beobachtete. „Spielt das eine Rolle?“, fragte er gleichgültig.
    Sunny packte ihn an der Schulter und drehte ihn zu sich um. „Ja, verdammt. Es ist wichtig. Du warst ein Jahr lang nicht aufzufinden.“, tönte Sunny mit seinem tiefen Bass.
    „Nun ja.“, begann TQ. „Ich wurde meines Amtes enthoben, mein bester Freund starb – ich hasste diese Stadt. Ich musste hier so schnell, wie möglich weg. Ich brauchte einfach Abstand.“, sagte er und versuchte, der Erinnerung wegen, traurig zu klingen.
    Sunny ging zurück zu seinem Schreibtisch und lies sich in seinen Chefsessel fallen. „Und wieso bist du nach einem Jahr zurückgekommen?“, fragte er, plötzlich beruhigt.
    „Ich habe in der Zeitung gelesen, dass die ASP wieder ins Leben gerufen wurde. Daraufhin ist mir eingefallen, dass...“, TQ hielt inne und machte eine Wirbelnde Geste mit der rechten Hand, als wüsste er nicht genau, was ihn dazu bewegt hatte. „Während ich bei der ASP war, hatte ich stets eine Aufgabe – ein Ziel. Während dem letzten Jahr hatte ich nichts außer meiner Existenz und selbst die war nicht mehr dasselbe wie früher. Ich habe mir an Häfen etwas Geld als Kohlelöscher verdient, bin immer wieder mit einem Frachter irgendwo hingefahren – ziellos.“ TQ sah nach Sunny und blickte ihm in die Augen. Sunny schien interessiert zuzuhören. Dennoch war sich TQ nicht sicher, ob der Polizeichef ihm glaubte.
    „Als ich gehört habe, dass es die ASP wieder gibt, sah ich meine Chance, mein Leben wieder in den Griff zu bekommen.“ Er ging zwei Schritte auf den Schreibtisch zu und machte eine flehende Geste mit beiden Händen. „Bitte, ich muss wieder zur ASP, zu meinen alten Kameraden.“

    “So, und jetzt hörst du mir gut zu.“, sagte Repko eindringlich. „Du wirst uns einen kleinen Gefallen tun. Einen ganz kleinen nur.“ Grinsend winkte er Mr.Z zu, der daraufhin einen Vorhang an der Wand vor TQ zur Seite schob und ein großes Fenster freigab. Dahinter sah er Gala. Der große, braungebrannte Spanier war ebenfalls an einen Stuhl gebunden. Sein Kopf war blutig, Blut quoll aus einer Platzwunde auf seiner Stirn. Sein Knebel war getränkt von Schweiß, Speichel und Blut. Die Verzweiflung stand ihm ins Gesicht geschrieben, während er sich verzweifelt wand und versuchte, sich zu befreien.
    „Er kann uns nicht sehen.“, knurrte Mr.Z. Repko nickte zufrieden, während er sich eine Zigarre ansteckte. Er nahm ein Streichholz und entzündete es an der Stuhllehne, direkt neben TQs Gesicht. Mit einer schützenden Bewegung führte er die Flamme an die Spitze seiner Zigarre. Er nahm einen tiefen Zug, bevor er das Streichholz in eine Ecke warf, wo es erlosch. Er atmete den Rauch in TQs Gesicht aus. „Wie Sie wissen, ist er für uns nicht von Nutzen. Wir haben kein Problem damit, ihn umzubringen.“, sagte er.
    TQ merkte, wie sein Gesicht sich zusammenkrampfte. „Was wollen Sie.“, grunzte er voller Wut.
    „Sie haben gehört, dass die ASP wieder ins Leben gerufen wurde?“, fragte Repko, ohne sich der Wut TQs anzuschließen. „Sie werden sich der Einheit wieder anschließen.“ Er zog fest an seiner Zigarre und Rauch strömte ihm aus den Nasenlöchern. „Wir werden Sie überwachen. Mit Wanzen und dem ganzen Krempel. Außerdem werden Sie uns regelmäßig Berichte schreiben. Wir wollen alles wissen.“ TQ holte tief Luft, um die Wut zu unterdrücken.
    „Ich würde meine Freunde niemals an die Spam Mafia verraten.“, knurrte er und drückte seine Kiefer so stark aufeinander, dass er Schmerzen bekam.
    Repko kniete nieder, um mit TQ auf Augenhöhe zu sein. „Wenn Sie uns nicht helfen, passiert Ihrem Freund etwas.“ TQ wandte sich vom Gesicht des alten Mannes ab, um es auf Gala zu richten, der noch immer versuchte, sich aus seiner misslichen Lage zu befreien.
    „Er würde von mir verlangen, dass ich ihn sterben lasse.“, sagte TQ, mit einem Anflug von Verzweiflung. „Wir haben geschworen, dass die Sicherheit der Welt über der Freundschaft steht. Ich würde ebenfalls verlangen, dass er mich sterben ließe, in einer solchen Situation.“
    Repko lachte und winke Mr.Z erneut zu. Dieser lief zu einem weiteren Vorhang an der Wand rechts von TQ. Er öffnete ihn.
    Als TQ sah, was dahinter lag, wurden seine Augen groß wie Untertassen. Sein Unterkiefer klappte nach unten.
    Der Schweiß perlte ihm langsam von der Stirn und sein Mund trocknete aus, während er merkte, dass er zu Zittern begann.
    „Das habt ihr nicht, ihr Dreckschweine.“, hauchte er ungläubig.

    Sunny hatte zugestimmt. Heute, einen Tag darauf, saß TQ in seinem Hotelzimmer. Er durfte wieder bei der ASP arbeiten, wenn auch nur als einfacher Kommissar. Heute würde er zum ersten Mal seit einem Jahr wieder seine alten Freunde treffen, würde er wieder seinen alten Posten übernehmen. Und er würde seine Freunde verraten. Verbitterung machte sich in ihm breit. Er hätte weinen können. Am liebsten hätte er sich in eine Ecke gesetzt und seinen Tränen freien Lauf gelassen, doch er musste in einer halben Stunde in seinem neuen Büro sein. Er durfte es jetzt nicht vermasseln.
    Als er – in Anzug und Krawatte – vor dem Hotel stand, in dem er wohnte, fand er gleich ein Taxi.
    Die Fahrt zur Polizeizentrale dauerte nur etwa zehn Minuten, doch TQ kam es wie zehn Stunden vor. Sein Gewissen plagte ihn. Er hatte Angst davor, zu versagen – er wusste, dass er sowieso versagen würde. Er musste seine Freunde verraten. Das war das eine Versagen, und würde er es nicht tun...
    Bei der Zentrale angekommen, öffnete Sunny Hoffman die Tür des Autos. TQ bezahlte den indischen Fahrer und stieg aus. Gemeinsam liefen TQ und Sunny die Treppe hinauf.
    „Na, gut geschlafen?“, fragte Sunny. „Ging so.“, erwiderte TQ brummend.
    Sie trotteten gemeinsam durch die Gänge der Zentrale. TQ nahm nichts von dem wahr. Er war wie in Trance. „Und hier ist dein Büro.“, sagte Sunny feierlich und öffnete eine Türe. Dahinter sah TQ StealGray, Ninty, Ete und zwei weitere Männer, die er nicht kannte. ‚Ja’, dachte TQ ‚diese Leute werde ich verraten.’ „Ach übrigens, du solltest dich bei deiner Frau melden.“, sagte Sunny.

    Hinter dem Fenster saßen TQs Frau Issy, sowie seine Söhne Chuckie und Favian.
    „Ihr Arschlöcher!“, brüllte TQ aus vollem Halse und brach in Tränen aus. „Das könnt ihr nicht machen.“
    Repko war plötzlich ernst. „Und ob wir das tun. Also. Helfen Sie uns jetzt?“

  2. #2
    Yeah, da sind wir wieder
    Und als Zeichen dafür, dass wir uns nicht lumpen lassen, gibt es gleich wieder 2 knackige (wenn auch kurze^^) Episoden auf's Auge, dieses mal aus der Feder von Quessi und Yoshi.
    Dann mal viel Vergnügen wünschen
    Die Chronisten der Unterwelt

    TQ:
    "Hm...es wird langsam Zeit", sagte Steal Gray auf seine Uhr zeigend, und blickte in Richtung der drei Mannschaften aus je fünf Leuten. "Nehmen Sie Ihre Stellung ein, Herrschaften! Es geht gleich los!", trötete er und alle gingen in Position. Jede der Mannschaften hatte einen eigenen Weg zum Artefakt, welches sie Steal bringen sollen. Steal Gray holte eine kleine Pistole aus seiner Innentasche, lud sie durch, hielt sie in Richtung Himmel und brüllte "Achtung! Eins...Zwei...Drei...!" in die Menge. Dann ließ er den Startschuss. Die Gruppe strömte aus und ging durch die drei verschiedenen Zugänge, während Steal Gray und Konsorten in einen kleinen Raum der Fabrik gingen, um über die Monitore das Verhalten und die Kooperativität der jeweiligen Gruppen zu wachen. Es war ein kleiner, stickiger Raum, mit 16 Monitoren beschmückt, etwa die Hälfte davon war, um zu prüfen wie die Leute eine Kamera lahm legen. Eine Uhr war auch in diesem Raum und in der Spannung und der Stille machte sie mehr Lärm als alles Andere. Steal war besonders an Gruppe 2 interessiert. Sie verhielt sich ausgezeichnet in Zusammenarbeit und half sich gegenseitig, wo es nur ging. Sie hatte auch Vorsprung, wohingegen die anderen Gruppen ein paar Schwierigkeiten bei den Fallen hatten. Diese Herrschaften kämpften tapfer, denn sie wollten nur eines - Mitglied der ASP-Swat-Einheit werden. Sie hatten sich nun soweit abgerackert, um hier zu landen, also wollten sie hier den Endspurt einlegen. "Sie schlagen sich alle sehr tapfer", sagte Steal in einem kalten, leisen Ton. TQ ging währenddessen in eine Ecke des Raumes, um sich eine Kopfschmerztablette zu gönnen. Er war die letzten Tage zu niedergeschlagen gewesen. Er dachte noch immer an das, was passieren würde, falls... "Hey TQ" riss ihn eine Stimme aus seinen Gedanken." Sieh dir das an! Gruppe 2 ist schon fast am Ziel" jubelte Steal. "Sie müssen nur noch an einer Falle vorbei, könnte aber schwierig werden.", sagte Steal und kratzte sich am Kinn. Roper war gefesselt von den Aktionen die sie meistern müssen. Er starrte mit strahlenden, großen Augen auf den Monitor.
    "So, nun ist es soweit, die letzte Falle ist ein bisschen heimtückisch.", erklärte Steal. "Man muss durch ein kleines 'unsichtbares Labyrinth' wandeln, eine hübsche Kreation meinerseits. Steal begann zu lachen. "Aber so wie es aussieht, dürfte das nicht wirklich Probleme bereiten." Melior und seine Leute versuchten durch genaues ertasten der nicht sichtbaren Wände den richtigen Weg zu finden. Es dauerte in etwa 10 Minuten, bis sie bei der Plattform, an der das "Artefakt" lag angekommen waren. Melior rannte schnell hin, erhaschte den kleinen Goldring, welcher das Artefakt darstellen sollte, und konnte noch genüsslich zusehen, wie die anderen Gruppen gerade angekommen waren und schief guckten, als sie ihn mit dem Ring sahen. Der Rückweg war ein Leichtes. Es dauerte nur ein paar Minuten, bis Melior und sein Team draußen angekommen waren, und Steal den Ring übergaben. "Nun, somit steht es fest!", posaunte Steal Gray, der nun wieder mit allen Leuten versammelt draußen stand, "Die ASP-Swat begrüßt...Markus Melior, Christopher Chibi, Manuel Miku, Alexander Furify und Maximilian ThoSha! Meine Herren, ich gratuliere Ihnen zu ihrer offiziellen Aufnahme in die ASP-Swat-Einheit." Steal Gray ging durch die Reihen und schüttelte jedem Teilnehmer die Hand. Nun war sie da: die Swat-Einheit. Und noch immer hatte TQ ein eigenartiges Gefühl, als er Melior ansah. Er kam ihm so vertraut vor..


    Yoshi:
    Azrael lag immer noch in dem leerem Kühlfach. Er hatte Angst – panische Angst. Was konnten das für Typen sein, die in ein Leichenschauhaus eindrangen und den Wachmann erschossen? Die Sektenspinner kamen ja, wenn überhaupt, nur nachts und so gewalttätig waren die noch nie! Azrael zitterte am ganzen Leib, nicht nur, weil er Angst hatte, es war auch ziemlich kalt in dem Kühlfach. „Ist ja logisch“, dachte er während seine Zähne leise klapperten, „heißt ja auch Kühlfach.“ Er hatte versucht die Klappe des Faches zuzumachen aber das war ihm nicht ganz gelungen. Ein kleiner Spalt war noch offen. Azrael spähte hinaus, konnte aber nichts erkennen. Auf einmal hörte er, wie der Tür zum Saal geöffnet wurde. Zwei Männer traten mit schweren Schritten ein. Azrael konnte hören, dass bei einem der Männer ein kleines metallisches Klirren zu hören war. Die beiden fingen an, mehrere Kühlfächer zu öffnen um sie daraufhin gleich wieder zu schließen.
    Trotz der Kälte liefen dem Doktor Schweißperlen über sein Gesicht. Das Öffnen und Schließen wurde immer lauter. Azrael wurde klar, dass die beiden ihm immer näher kamen. Er schloss die Augen und schickte ein Stoßgebet in den Himmel. Als er die Augen wieder öffnete sah er, wie eine Hand gerade das Fach neben ihm wieder schloss. „Bitte nicht“, dachte er, „bitte mach das sie mich nicht finden.“ Er spürte förmlich, wie die Hand sich näherte um sein Fach zu öffnen. Da rief auf einmal einer der Männer: „Hey, sie mal!“
    Azrael hörte, wie der Mann vor seinem Fach ein paar Schritte wegging. „Ach komm schon, sieh’ dir das arme Schwein an. Total verkohlt. Das ist bestimmt wieder so’n Terroranschlag der Mafia gewesen. Lass ihn doch in Ruhe“ Mit diesen Worten ging er zurück zu Azraels Fach und öffnete es. Azrael wurde durch das grelle Licht der Neonröhren geblendet und wollte sich schützend die Hand vor die Augen halten, aber das Fach war zu eng. „Na sieh’ mal an“, sagte der Mann, „wen haben wir denn da? Guten Abend!“

    „Was ist denn jetzt eigentlich los!“ Xander raufte sich die Haare und schritt auf und ab. Seit mehreren Minuten tat er das schon. Mittlerweile hatte sich in dem Wohnzimmerteppich eine Art Graben entwickelt in dem der junge Mann hin und her lief. „Sie wissen immer noch nicht, wer jetzt in unserem Auto saß“, Xander hielt an und sah zu seiner Freundin rüber. Shinshrii saß die ganze Zeit über auf der Couch und sah ihn mit großen Augen an. „Mir gefällt das genauso wenig wir dir“, sagte sie, „Aber ich wäre dir trotzdem sehr verbunden, wenn du ein bisschen schonender mit unserem Teppich umgehen würdest.“ Xander sah sie einen momentlang fassungslos an. Fast sah es so aus, als würde er seine Freundin für verrückt erklären, aber dann setzte er sich in den Sessel und meinte: „Du hast ja recht. Aber weißt du, es ist grässlich, hier zu sitzen und zu warten, während du darauf brennst, zu erfahren, wie es jetzt weitergeht.“ Jetzt wurde Shinshrii langsam wütend. „Glaubst du ich finde die Situation besser als du? Glaubst du ich sitze hier und freu’ mich darüber, dass die Spam Mafia wahrscheinlich unser Auto hochgejagt hat, um uns zu töten? Du sprichst immer so, als wäre ich eine Fremde für dich, als wäre ich deine... Psychologin... “ Bei dem Wort „Psychologin“ versagte ihre Stimme und Tränen liefen ihr über die Wange. Xander sah, dass er zu egoistisch gedacht hatte und setzte sich schnell neben Shinshrii auf die Couch. „Hey“, meint er zärtlich, „das tut mir leid. Wirklich. Ich hab mich da total in meine Angst verrannt und vergessen, wie es für dich sein muss. Ich hab ne Idee. Wir nehmen das Angebot von Steal Gray an und lassen uns in ein Zeugenschutzprogramm aufnehmen. Erst mal nur auf Zeit, solange, bis sich hier die Lage wieder beruhigt hat und die ASP die Mafia zur Strecke gebracht hat. Wir machen einfach Urlaub, Okay?“ Shinshrii liefen immer noch ein paar Tränen über die Wange, aber sie schaffte es schon flüchtig zu lächeln und nickte. „Gut“, sagte Xander, „dann ruf ich am besten gleich bei Steal Gray an.“ Er stand auf und ging zum Telefon, als es an der Tür klingelte. Verwirrt schaute er zu Shinshrii, die aber auch nur mit den Schultern zuckte. Leise ging Xander zum Fenster und spähte zur Tür. Was er sah, gab ihm das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Schnell rannte er zu Shinshrii und zerrte sie vom Sofa hoch. „Was ist den los?“, fragte sie, aber Xander hielt nur den Finger vor den Mund.
    Das klingelte es wieder an der Tür


    DJ n

  3. #3
    Woah, DJ hat meine erste Episode rausgelassen, da muss ich mich ja ersma bei euch allen entschuldigen und als Trostpflaster gibt es hier eine neue Episode von ... DJ n ^^
    Ich weiß ja nicht, ob er sie ihm irgendjemanden gewidmet hat, aber ich widme diesen Post, der Zeichnerin des Tröst-Sniffis (ACHTUNG: INSIDER )
    Wie immer Gruß an die CdU

    Ein taubes Gefühl breitete sich langsam in Shinshrii aus. Die Worte von Xander hallten in ihrem Kopf wieder, wie in einer Tropfsteinhöhle. „An der Tür standen Repko und Mr.Z.“. Das musste ein Alptraum sein, dessen war sich Shinshrii absolut sicher. Im nächsten Moment würde sie, wie in jedem Alptraum, Daen durch die Tür kommen sehen, vermodert und mit abgerissenen Haaren. Und er würde ihr zugurgeln: „Warum hast du mich sterben lassen, Shinshrii? Warum...?“. So würde es kommen. Gebannt starrte Shinshrii auf die Tür doch es geschah nichts. Nur Xander schlich umher und zog ein paar Vorhänge zu, verschloss einige Türen und ging zum Telefon. Diese Bewegungen ihres Freundes und die Tatsache, dass sie noch immer auf einen Zombie wartete, der wie Daen aussah, machten Shinshrii mit aller Deutlichkeit klar, dass dies kein Traum sondern bittere Realität war. „Shin. Tu mir den Gefallen und geh an die unterste Schublade der Kommode.“ wisperte Xander, während er den Hörer des Telefons abnahm und so schnell er konnte die Nummer der Polizei wählte. „Ja... mach ich...“ antwortete Shinshrii langsam. Die Betäubung, die durch die unerwartete Hiobsbotschaft, Repko und Mr.Z würden vor ihrer Türe stehen, eingetreten war, löste sich langsam aus ihren Gliedmaßen und mit ebenso langsamen Bewegungen nährte sich Shinshrii der Kommode und öffnete die unterste Schublade. „Was soll ich dir geben? Hier sind nur die Tischdecken drin.“ flüsterte Shinshrii, jedoch beinahe so leise, dass Xander sie kaum verstand. „Nimm die Decken heraus. Auf dem Boden der Schublade liegt eine Kanone.“. Xander hielt noch immer den Hörer an sein Ohr und wartete, dass jemand abnahm. „Eine Kanone? Aber...?“ wollte Shinshrii fragen, doch Xander gebot ihr mit einer Handbewegung zum Schweigen.
    Endlich knackte es am anderen Ende der Leitung und eine Männerstimme sagte: „Polizeipräsidium Talster City. Wie lautet ihr Notfall?“. „Verbinden sie mich umgehend mit ASP-Hauptkommissar Ete, es ist dringen!“ flüsterte Xander aufgeregt. Shinshrii hatte indes die Kanone mit zitternden Händen aus der Schublade geholt und neben sich auf den Boden gelegt. „Was? Sagen sie mir zuerst, wer sie sind und was bei ihnen los ist.“ protestierte die Männerstimme und Xander antwortete hastig: „Ich bin Xander. Die ASP war schon mal bei uns, als unser Auto explodierte. Los, geben sie mir schon Ete verdammte Scheiße!“. Beim letzten Teil musste Xander sich dazu zwingen, nicht zu schreien, denn die Aufregung und die panische Angst ergriffen immer mehr Besitz von seinem rationalen Denken. „Schon gut, ich verbinde sie, Sir.“ sagte die Männerstimme und eine leise Melodie sagte Xander, dass er nun in der Warteschleife hing. „Schatz, gib mir bitte die Kanone.“ Sagte Xander zu Shinshrii gewandt, die noch immer auf dem Boden saß, umringt von Tischdecken, neben sich eine Glock liegend. „Ja... sicher.“. Mit noch immer zitternden Händen hob sie die Kanone auf und reichte sie Xander, der sie mit der freien Hand ergriff, routiniert das Magazin überprüfte und die Waffe entsicherte. Es war nun Jahre her, dass er gezwungen war, eine Waffe in die Hand zu nehmen, doch nun war nicht nur sein Leben, sondern auch das Leben seiner Frau und das seines ungeborenen Kindes in Gefahr.
    Noch während sich dieser Gedanke durch seinen Geist schlängelte, weiteten sich seine Augen vor Schreck. Ihm fiel plötzlich ein, dass diese ganze Aufregung nicht gut für Shinshrii war und unter Umständen zu einem Verlust des Embryos führen konnte. „Verdammt...“ murmelte Xander. „Schatz? Was hast du?“ fragte Shinshrii besorgt. „Nichts, Schatz. Reg dich nicht auf. Du musst versuchen, ruhig zu bleiben.“ stammelte Xander, ohne zu wissen, was er eigentlich sagte. Sein einziger Gedanke war nun, Shinshrii in Sicherheit zu bringen. „Hier Ete. Was ist, Xander?“ fragte Ete plötzlich vom anderen Ende der Leitung. „Ete! Du musst schnell mit ein paar Leuten hier her kommen. Repko und MR.Z sind hier!“.

    Noch immer zitternd vor Kälte stieg Azrael von der Liege und stellte sich den beiden unbekannten Männern gegenüber. „Mein Name ist Doktor Azrael, ich bin hier für die Untersuchungen der Leichen zuständig.“ sagte Azrael vollkommen ruhig. „Interessant... und was machen sie bitte in dem Kühlfach?“ fragte einer der Männer. Azrael erkannte die Stimme. Sie gehörte dem Mann, der Latency erschossen hatte. „Ich habe gearbeitet. Ein Defekt in der Kühlkammer. Ich wollte nachsehen, woran es lag.“ antwortete Azrael und sah dem Mann direkt ins Gesicht. Er trug eine dunkle Schirmmütze und eine verspiegelte Sonnenbrille, die Azrael eine Identifizierung unmöglich machte. Auch sein Partner hatte sein Gesicht mit einer Sonnenbrille und einer Schirmmütze verdeckt. Beide trugen lange schwarze Mäntel und schwarze Lederschuhe. „Aha... gearbeitet also... klingt ja sehr interessant...“ murmelte der eine. „Können sie mir sagen, wer dieses Brikett ist?“ fragte der andere plötzlich. Er war derjenige, der nicht geschossen hatte. „Das ist mein neuster Patient. Tod durch Autobombe. Wer er aber ist, weiß ich noch nicht. Ich warte noch auf zahnärztliche Gutachten, die mir vielleicht helfen könnten.“ sagte Azrael. Komischer weise verspürte er keinerlei Furcht oder Angst mehr. „Hmmm... unbekannt also...“. Die beiden Männer sahen sich kurz an, bevor sie sich wieder Azrael zuwanden. Der, der Latency erschossen hatte, sagte: „OK... dann haben wir hier auch nichts mehr verloren... wir gehen.“. Azrael starrte den Mann an. Wofür waren die beiden gekommen? Hatten sie nicht noch etwas von einem Auftrag gesprochen? „Ja. Und wir würden es sehr begrüßen, wenn sie uns begleiten würden, Doktor. Unser Boss würde sich freuen, sie kennen zu lernen.“ sagte der andere der Beiden. Ein mulmiges Gefühl breitete sich in Azraels Magengrube aus. „Tut mir leid, aber ich habe momentan sehr viel zu tun. Sie sehen ja, die Arbeit...“ sagte er und versuchte ein gekünsteltes Lachen.
    „Das ist schade... dann müssen wir sie wohl doch anders überzeugen...“ sagte der Mann, der geschossen hatte und zog eine Pistole unter seinem Mantel hervor. „Kommen sie mit, Doktor.“. Azrael wich einen Schritt zurück und stieß gegen die Bare. „Machen sie sich das Leben nicht so schwer, Doktor. Kommen sie freiwillig mit uns und ihnen wird nichts passieren. Sollten sie sich aber anders entscheiden... das können sie sich sicher denken.“.
    Azrael seufzte. „Gut. Bringen sie mich zu ihrem Boss. Eine andere Wahl habe ich ja anscheinend nicht.“.
    Die beiden Männer grinsten und führten Azrael aus dem Gebäude. Im Wachraum konnte er noch einen kurzen Blick auf den toten Latency werfen, der mit zerborstenen Schädel und einem Hamburger in der Hand in seinem Stuhl saß. Auf dem Fernseher flimmerte ein Footballspiel.

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    Wenn ihnen diese Episode gefallen hat, möchte wir, die Chronisten der Unterwelt sie herzlichst dazu einladen unsere "Organisation" beizutreten.
    Ihre schriftliche Bewerbung samt Lebenslauf und Lichtbild schicken sie bitte an einen der oben genannten Chronisten.
    Wir werden ihnen unter Umständen dann an Angebot unterbreiten, dass sie nicht ablehnen können

    Geändert von YoshiGreen (06.09.2004 um 22:13 Uhr)

  4. #4
    Gute Morgen.
    Leider sind ja durch den Serverabsturz einige unser Epeisoden verloren gegangen, was jedoch nicht heißt, dass sie komplett weg sind, oh nein!
    Hier kommen erstmal wieder drei der älteren Episoden und zwar von meinem lieben Freund Daen vom Clan, den guten TQ und dem allseits bekannten Dark Soldier (aka DS).
    Viel Spass wünschen
    die Chronisten der Unterwelt

    - Daen -

    Ete legte den Telefonhörer auf und schluckte erst mal, während er in einem Zug wütend sein Glas mit Cognac ergriff und hinunterstürzte. Schließlich eilte er mit schnellen Schritten auf den Gang des ASP-Gebäudes, und riss die Tür zum Funkraum mit solch einer Wucht auf, das der Knall noch bis in die obersten Stockwerke echote. Ein junger Mann, der einen Kopfhörer mit Mikrofon aufhatte, blickte ihn verwundert an, doch Ete griff wortlos und mit vor Wut zitterndem Bart nach dem Mikrofon, stellte auf dem computergestützten Display eine Frequenz ein, die nur wenige in diesen Tagen kannten und brüllte in das Mikrofon: "Officer Leisli, bitte kommen, was soll diese verdammte Scheisse!!!"

    Viele Kilometer weiter, am anderen Ende der Stadt stand ein schneidiger Polizist, der gerade in der Hand eine Diätcola hielt und mit der anderen Hand mehrere Hotdogs balancierte, als er ein Knacken am Funkgerät seines Wagens hörte und eine krächzende Stimme recht laut durch den Äther seinen Namen zu brüllen schien. Blitzartig raste das Adrenalin durch seinen Körper und während er zu seinem Einsatzwagen sprintete, fielen ihm zwei Hotdogs vom Arm, die dort auch im Straßenstaub liegenlieben und Leisli ein "Scheisse!!" zwischen den zusammengebissenen Zähnen fluchen ließ.
    "Hier Leisli, Wagennummer 12", rief er hastig in das schwarze Mikrofon und hörte dann auch sofort die Antwort seines Vorgesetzten Ete: "Leisli, Verdammt, Officer!! Hatten Sie nicht die Aufgabe, das Haus der Kelvens zu beschatten, verdammter Mist?? Sie wissen doch, das wir beschlossen hatten, die beiden Zielpersonen keine Sekunde aus den Augen zu lassen, WO SIND SIE!!!??"
    Leisli schluckte, warf einen verlegenen Blick auf die Hotdogs und die Cola, warf sie schnell entschlossen auf den Beifahrersitz, wo ihm fast schlecht wurde, als er sah, wie sich der Autositz mit der Cola voll saugte und begann, die Hotdogs einzuweichen.
    Zähneknirschend legte er den Gang ein und begann mit quietschenden Reifen den Weg von der Imbissbude die 500 Meter zum Haus der Kelvens zurückzulegen, während er verbissen grinsend seine Pistole durchlud.
    Mr. Z. blickte Repko an, fletschte kurz die Zähne und meinte freundlich: "Nach Ihnen!" Repko blickte ihn kurz an, ließ einen perfekten Rauchkringel in die Luft steigen und meinte dann formvollendet: "Nein, Nein, nach Ihnen!"
    Beide maßen sich wenige Sekunden mit den Blicken, grinsten dann und traten gleichzeitig die Tür ein, die krachend nachgab und über das Parkett der Wohnung schlitterte, während die beiden ihre Waffen zogen. Unheilverkündend warf die Sonne Lichtreflexe von den beiden Messern Z's, die er in den Händen hielt, in die Wohnung, während alleine der bullige Schatten Repkos, der eine abgesägte Schrotflinte in der Hand hielt, ausreichte, um Xander, der mit Shinshrii zusammen unter dem Tisch lag, den kalten Angstschweiß auf die Stirn zu treiben.
    "Wir siiii-hiiind daaa-haaa!", flötete Repko in das Haus hinein und machte einen ersten Schritt, der fürchterlich laut knirschte, da überall Glassplitter lagen, die durch den Aufprall der Tür aus derselbigen gefallen und zerbrochen waren.
    "Anscheinend niemand zu Hause!", kommentierte Repko trocken und trat einen weiteren Schritt in die Wohnung hinein, während Mr. Z trocken kommentierte: "Doch.", während er mit einer Hand auf den Fernseher zeigte, der zwar lief, jedoch auf tonlos gestellt war. Schmatzend ließ Repko seine Fingerknöchel knacken und meinte laut genug, das es im ganzen haus zu hören war: "Nun gut, dann wollen wir uns als Kammerjäger mal um das Ungeziefer kümmern." Und vorsichtig nach allen Seiten sichernd, betraten die beiden die Küche, was Shinshrii noch mehr zum Zittern brachte, denn sie hörte, wie die Schritte immer näher kamen. Vorsichtig lugte sie über die Schulter Xanders und sah schwarze Stiefel, die sich langsam dem Tisch näherten.
    "Die sind hier irgendwo!", meinte Repko, jedes Wort bedächtig betonend und seine Augen verengten sich zu Schlitzen, als er den Küchentisch erblickte, dessen Tischdecke bis zum Boden reichte.
    Grinsend trat er auf den Tisch zu, und wollte gerade nach der Decke greifen, als klirrend die Fensterscheibe zersprang und mit einem Scherbenregen ein kleiner, schwarzer, faustgroßer Kasten in die Wohnung geflogen kam, der krachend explodierte und sehr schnell viel grauen Rauch absonderte.
    "Eine Rauchgranate....wer zum Teufel...", schossen Gedanken durch Repkos Kopf, als er auch schon Schritte hörte und eine männliche Stimme hart brüllte: "Ihr seid alle festgenommen, im Namen der ASP!!"
    Repko lud schnell seine Schrotflinte durch, als er auch schon im dichten grauen Rauch eine Silhouette durch die Tür springen sah und anhand der Lichtblitze und des lauten Knallens realisierte, das gerade auf ihn geschossen wurde. Wütend brüllte er nach Mr. Z., während neben ihm eine Vase in tausend Scherben zersprang und er ebenfalls wütend mehrere Schotladungen in den Nebel entlud. Plötzlich hörte er hinter sich ein lautes Poltern und sah, wie zwei Gestalten unter dem Tisch hervorkrochen und schnell in den angrenzenden Raum rannten. Schon als Repko sich umdrehte, merkte er, das er nicht schnell genug sein würde und pumpte vor Frust eine Schrotladung in die Wand, was ein Bild zerspringen liess. Mittlerweile ließ der dichte Qualm ihn husten und reizte seine Augen, doch dann sah er wieder einen Schatten und feuerte weitere Ladungen aus seiner Flinte auf die Gestalt, die keuchend und schreiend wieder im Nebel verschwand.
    Der bullige Mafiosi wollte gerade nachsetzen, als er einen erstickten Schrei hörte, dem das charakteristische Geräusch folgte, wenn eine Messerklinge an einem Knochen entlangschabte. Grinsend trat er durch den lichter werdenden Rauch hindurch und sah, wie Mr. Z. gerade die leblose Leiche eines Cops zu Boden sinken ließ. "Dummer Junge!", zischte er und sah Repko an, der mittlerweile an ihm vorbei an die frische Luft trat.

    "Also hat Xander überlebt?", stellte Repko die rhetorische Frage und sah Mr. Z. an.
    "Wer von uns beiden sagt es dem Don?", stellte er die Frage, die wie ein großer Bleisarg in den Gedanken der Beiden verwurzelt blieb.


    - TQ -
    TQ saß währenddessen an seinem großen Holzschreibtisch, der ihm auch als Büroschreibtisch diente. Er hatte in seiner Gedankenvertiefung kaum den Stress von Ete bemerkt, der gerade vor ein paar Minuten an ihm vorbeigehechtet war. Er dachte, es sei irgendein dringender Auftrag, denn nicht umsonst liess Ete einen Schokodonut unangebissen auf seinem Schreibtisch liegen. TQ dachte an verschiedene Pläne, wie er seine Kinder und seine Frau befreien konnte, doch es wäre anscheinend wirklich das Beste, das zu tun, was die Mafia von ihm verlangte. Er wollte kurz abschalten, das Alles vergessen. Er beschloss, einen kleinen Spaziergang durch die Stadt zu machen. TQ packte seine Dienstschlüssel, holte seine braune Lederjacke und ging hinaus aus dem Hauptquartier der ASP, nachdem er sich einen sogenannten "Pausenschein", eine kurze Entlassung holte. TQ ging hinüber zu seinem kleinen roten PKW, steckte den Schlüssel ins Zündschloss und startete den Motor. Dann brummte der Wagen und TQ fuhr los. Er wollte in die Parkanlage, um einen kleinen Spaziergang zu machen. Das würde ihm sicher gut tun. Nach ein bisschen Fahrt kam TQ dort an. Er sah ein paar kleine Kinder in Sandkästen spielen, Sandburgen bauen und sich gegenseitig damit bewerfen. Ohne weiteres Zögern ging TQ den schmalen Trampelpfad in den kleinen Wald hinein. Nach etwa 10 Metern riss ihn etwas aus seiner Ruhe. Er hörte einen lauten Knall. Er hörte sich noch kurz um, um festzustellen aus welcher Richtung jenes Geräusch kam. Es kam etwa 20 Meter rechts von ihm. TQ lud seine Dienstwaffe, entsicherte Sie und rannte los, gen Geräusch. Näher und näher kam er dem Getöse der panischen Leute. Als er endlich angekommen war, vergrößerten sich seine Augen, und sein Mund klappte nach unten. Er sah das Krankenhaus von Talster City in tosenden Flammen lodern. Es funkelte wie eine Lichterkette, die man zu Weihnachten an den Christbaum hing. Noch etwa 30 Sekunden stand er wie gelähmt da, bis sein Mundwinkel zuckte. Er kehrte wieder zu sich zurück und rannte auf das Gebäude zu. Er hechtete zu einem jungen Chinesen, der gerade ein Handy in der Hand trug, zeigte ihm seine Dienstmarke und befahl ihm, sofort die Feuerwehr zu rufen. Dann tat TQ etwas, das er eigentlich gar nicht wollte, jedoch so viel Mut hatte es zu tun. Er ging zu einem Feuerhydranten, nahm sich ein Stahlrohr, welches wohl von einem Träger bei der Explosion abgebrochen wurde, kappte die Spitze mit einem gezielten Schwung, welche sofort in hohem Bogen wegflog und stellte sich in die daraufhin entstandene Wasserfontäne. Dann brach er einen eingestürzten Balken vor dem Krankenhaus ein und verschwand in den rauchenden Flammen der Explosion .Er suchte nach Überlebenden, in der Hoffnung, noch welche zu finden. Er stürmte hustend und keuchend von Tür zu Tür und ein lautes "Hallo! Hallo ist hier jemand!?" hallte durch die Gänge. Er hechtete weiter in den nächsten Stock. Brennende Balken und Steinsäulen flogen ihm entgegen. Dann hörte er plötzlich etwas. Einen leisen, jedoch gut verständlichen Hilferuf. Er kam aus einem der hinteren Zimmer des langen Ganges. TQ zögerte nicht lange und stürmte auf den Ruf zu. "Ich komme schon! Ich werd' dir helfen! Bleib ruhig!" brüllte er und rannte so schnell es nur ging zu dieser Tür. Er brach sie mit einem starken Tritt ein. In dem Raum lag ein kleiner Junge, gerade mal 7 Jahre alt unter einem Bett und schrie nach Hilfe. Er keuchte und hustete, und TQ tat es ihm gleich. "Das ist aber kein gutes Versteck Junge." meinte TQ, bevor er das Bett zur Seite schob und den Jungen auf seine Schulter nahm. Sind hier sonst noch Leute? Weißt du was?" fragte TQ in leichter Hektik. "Nein, die sind alle weggerannt, oder..." der Junge seufzte. "Schon gut..." meinte TQ und versuchte sich durch die Flammen zu schlagen. Doch er stand in einer Sackgasse aus lodernden Flammen. "Verdammt noch mal!", brüllte er. "Halt dich jetzt ganz doll an mir fest Kleiner, das was jetzt kommt ist nicht angenehm" erklärte er dem Jungen, der sich daraufhin fest an TQs Hals klammerte. TQ ging ein paar Schritte zurück, atmete tief ein, was ihm jedoch wegen des Qualms schwer fiel, rannte los und sprang durch ein Fenster in dem Gang. Mit einem lauten Klirren ging dieses zu Bruch und er landete perfekt mit einer Vorwärtsrolle draußen auf dem Boden. Der Junge war leicht verletzt worden bei dieser Aktion. "Geht es dir gut?" fragte TQ den Jungen. "Ja, vielen Dank, Sir!" antwortete dieser mit leichten Schürfwunden und Rußflecken. "Wer zum Teufel geht auf ein Krankenhaus los!?" dachte TQ. "Die Mafia kann das nicht gewesen sein, so skrupellos sind nicht mal die..." Wer würde denn auf unschuldige, sogar Invalide oder kranke Personen losgehen? Eine Frage die für TQ vorerst ein Rätsel war. Er zückte sein mittlerweile Kohleschwarzes Handy aus seiner verbrannten Lederjacke und tippte eine Nummer ein. "Steal? Wir haben ein Problem...schick ein paar Leute her...ach ja, wohin? Zum Talster Krankenhaus...hier wurde vermutlich ein Bombenanschlag verübt." Mit diesen Worten beendete TQ das Gespräch und wartete auf die Feuerwehr, um sicher zu sein, dass die Gefahr vorbei ist. Wer könnte so etwas getan haben? Wer wäre so skrupellos? TQ wusste es nicht..

    - DS -
    Die beiden Mafioso, deren Attentat schief gegangen war, spürten Angst als sie zum Mafia Silo kamen. Mr.Z schluckte und sagte mit leiser Stimme: “Wie zum Teufel sollen wir das Don Göfla erzählen??“ Repko schüttelte nur mit einem unguten Gefühl den Kopf und sagte: „Keine Ahnung…..“
    Wenige Minuten später traten Repko und Mr.Z in die Halle, in der sich am Ende des Ganges Göfla´s Büro befand. Doch bevor sie klopften, schluckten sie noch mal tief.
    Wie würde Göfla reagieren?
    Göfla, der sich auf seinen Cognac konzentrierte und genüsslich daran schlürfte, hörte nun ein leises klopfen an seiner Tür. „Herein!“. Er sah zwei sichtlich verunsicherte Gesichter näher kommend. „Wie lief es, Repko, Mr.Z?“ Repko konnte vor lauter Angst nichts sagen, da er wusste, dass Göfla wütend reagieren würde. Mr.Z dagegen fasste allen Mut zusammen und sagte Göfla was geschehen ist.

    Göfla sah die beiden Mafioso an, als er sein Glas mit einem lauten Knall auf dem Tisch zersprangen ließ. „Was habt ihr da gesagt?“, schrie er. „Das kann nicht euer Ernst sein, zu mir zu kommen und mir so einen Bericht abzuliefern!“. Seine Stimme nahm nun einen gewaltigen Ton an: „Tretet mir aus den Augen und kommt erst wieder, wenn ihr euren Auftrag erledigt habt, ich dulde das nicht mehr lange.“ Er vergaß alles um sich herum und konzentrierte sich nur auf Repko und Mr.Z, die er noch als Nichtsnutze bezeichnete.
    „Verschwindet!!!“, rief er wütend.

    Die Feuerwehr traf inzwischen am Ort des Geschehens ein.
    TQ starrte immer noch verblüfft und empört auf das brennende Gebäude.
    „Warum….. Wie kann man nur ein Anschlag auf unschuldige und wehrlose Leute ausüben.“
    Seine Gedanken nahmen kein Ende. Das Gebäude fing an zu dampfen als das Wasser aus den Feuerwehrschläuchen auf den Brandherd zielte.
    Man sah noch einige Todesopfer die aus dem Krankenhaus hinaustransportiert wurden.
    Eine Menschenmenge an Schaulustigen Leuten hat sich währenddessen schon am Krankenhaus versammelt um mitzubekommen was geschah.
    „Es kann einfach nicht die Spam Mafia gewesen sein….. ABER WER SONST????“, brüllte er, sodass die ganze Menge einen momentlang auf ihn starrte.
    Gibt es da noch jemanden?? Erinnerungen an früher schossen durch seinen Kopf.
    „Doch wenn es da noch jemanden gäbe, würden wir, die ASP, damit fertig werden???“
    Das Gebäude war inzwischen gelöscht als die letzten Opfer mit dem Krankenwagen abtransportiert wurden.
    Einige Leute verschwanden aus der Menschenmenge, da alles vorbei war, so schien es…

    TQ fuhr zurück zum Hauptquartier der ASP zurück: „Das war wohl nix mit entspannen“, grummelte er vor sich hin. Sein entsetzen allerdings, fand so schnell kein Ende.
    Nun hatte er schon zwei Gründe ordentlich zu grübeln:
    1. Sollte er sich der Spam-Mafia beugen,
    2. Wer hat den Anschlag auf das Krankenhaus verübt??
    Als er in seinem Büro ankam, berichtete er Hauptkommissar Ete von dem Anschlag.
    Die Sicherheitsstufe der ASP wurde sofort höher geschraubt…

  5. #5
    Durch den Servercrash ist leider ein bisschen was verloren gegangen, darum wird jetzt schnell nachgeliefert, was ich hier mit Episoden von DJ N, ....mir...., The_question und einer raren Episode von Dark Soldier
    Vieles tolles Vergnügen...

    DJ N:
    DJ n saß mit überkreuzten Beinen und geschlossenen Augen auf dem Boden in seinem Quartier. Aus einem Ghettoblaster klang leise chinesische Musik und der Raum war erfüllt mit dem dünnen Geruch von Räucherstäbchen.
    DJ n hatte aus dem Raum einiges gemacht: er hatte die Wände mit purpurnen Stoff behängt und damit die vergilbte weiße Farbe der Wände verdeckt. Die Neonröhre, die für Licht gesorgt hatte, war von DJ n abmontiert und durch eine kleinere Lampe ersetzt worden, die dezenteres Licht in den Raum warf.
    Das vergitterte Fenster war mit einem schwarzen Fliegengitter verdeckt worden, so dass auch von dort weniger Licht in den Raum gelangte. Die Pritsche, die er vorgefunden hatte, war von DJ n in die hinterste rechte Ecke des Raumes geschoben worden. Daneben hatte er ein hölzernes Regal gestellt, in welches er neben dem Ghettoblaster einige CDs (neben asiatischen Künstlern und Meditationsmusik, standen auch amerikanische Künstler aus der Metal-Szene in dem Regal), die Flasche Sake, eine Packung Räucherstäbchen, die Wurfsterne und seine Sonnenbrille gestellt hatte. Seine Kleidung hatte DJ n in seinem Koffer gelassen, den er unter sdie Pritsche geschoben hatte, um so mehr Platz zu haben, denn im restlichen Teil des Raumes stand sein hölzerner Mann (eine Art Trainingspuppe) und daneben hing ein Sandsack, den man mit Hilfe einiger Seile auf eine beliebige Höhe bringen konnte. An der Wand, vor der DJ n den Sandsack gehängt hatte, hing sein Kendo und der Katana, den er als Andenken an seinen Meister mitgebracht hatte.
    DJ n befand sich in einer tranceähnlichen Phase seiner Meditation, in der er versuchte, sein Jing und Jang in Einklang zu bringen, um so mehr Kraft und Ausdauer für den Kampf zu bekommen. Dies war Teil seines Trainingsprogramms, welches sein Meister ihm vor vielen Jahren zusammengestellt hatte, lange vor der Zeit, bevor DJ n zur Spam Mafia gekommen war. Dieses Programm war DJ n in Fleisch und Blut übergegangen, doch seit dem Tod seines Meisters hatte er einige Veränderungen an dem Programm vorgenommen, die ihn immer, wie sein Meister gesagt hätte, viel zu viel abverlangten, doch er zog es trotzdem durch, den Gedanken als Ansporn, den Mörder seines Meisters zu finden und zu vernichten.
    Plötzlich wurde DJ n durch dumpfes Gebrüll aus seiner Meditation gerissen. Die Stimme gehörte seinem Paten und kam ihm unnatürlich laut vor. >>Worüber regt sich Don Göfla bloß so auf?<< dachte DJ n, während er langsam aufstand. Er wusste, dass es jetzt sinnlos war, die Meditation fortzusetzen. Wenn er einmal unterbrochen wurde, konnte er nie wieder zurück in seinen Rhythmus kommen. Daher schloss DJ n diese Phase des Trainings für diesen Tag ab und warf sich seinen Mantel über, bevor er sein Quartier verließ und den Korridor hinunter zu Göflas Büro ging. Die wütende Stimme seines Paten hallte durch den ganzen Gang und scheinbar war DJ n nicht der einzige, der dies bemerkt hatte, denn Dark Soldier stand ebenfalls in seiner geöffneten Tür und sah mit einer Mischung aus Angst und Verwunderung auf die Tür von Göflas Büro.
    Als er DJ n bemerkte, fragte er: „Was den wohl so aufregt? Ich habe den alten Mann bisher noch nie so wütend erlebt.“. Bei den Worten „alten Mann“ warf DJ n Dark Soldier einen finsteren Blick zu und zischte: „Wage es nicht noch einmal, unseren Paten in meiner Gegenwart einen alten Mann zu nennen, sonst wirst du deine Väter zu sehen bekommen, ehe Don Göfla den ewigen Schlaf antreten muss. Verstanden?“. Dark Soldier schluckte schwer und sagte ohne DJ n direkt an zu sehen: „Ja, verstanden. Es tut mir leid...“. DJ n sah den jungen Mann mit der Narbe im Gesicht durchdringen an. >>Er ist noch so jung und schon auf dem Pfad des Bösen.<< dachte er und hörte die Stimme seines Meisters antworten >>Ja, aber du warst auch noch jung, als du mich verlassen hast und dich diesem Teufel mit den orangen Haaren und dem irren Ausdruck in den Augen angeschlossen hast.<<.
    „Schon gut. Denk nur beim nächsten mal daran, dass du über unseren Paten mit Respekt sprechen sollst. Er hat uns beide in seiner Großzügigkeit aufgenommen. Dafür sind wir ihm Respekt und Loyalität schuldig.“ sagte DJ n und versuchte damit, seinen innere Konflikt mit sich und dem, was sein Meister ihm von sich gegeben hatte, zu beenden. Mit Erfolg, denn die Stimme verstummte und er ging weiter auf das Büro seines Paten zu.
    Je näher er kam, desto lauter wurde dessen Stimme. Er schien einen regelrechten Wutanfall zu haben, die DJ n ihn eigentlich nur von El Desmundo kannte, der nun auch seit einem Jahr tot war. Plötzlich verstummte die Stimme des Paten. Unweigerlich ging DJ n schneller und erreichte nach wenigen Schritten die Tür. Er sah sich noch kurz um und sah, dass Dark Soldier seine Waffe gezogen hatte. Auch ihm schien die plötzliche Stille nicht zu gefallen. Mit einem Nicken bedeutete DJ n Dark Soldier, dort zu warten. Langsam schloss sich seine Hand um den Türgriff und ebenso langsam drückte DJ n den Griff herunter. Dann, mit einer raschen Bewegung stieß er die Tür auf und sprang in das Büro, bereit, dem ersten Angreifer sofort das Genick zu brechen. Doch anstatt angegriffen zu werden oder in die Gesichter Fremder zu sehen, sah DJ n nur Repko und MR.Z, die mit auf dem Rücken verschränkten Armen und eingezogenen Köpfen vor Don Göflas Schreibtisch standen, während Göfla selber in seinem Sessel Platz genommen hatte. „DJ n? Was soll dieses rüde Auftreten?“ fragte der Pate leicht amüsiert. Repko und MR.Z drehten sich um und sahen DJ n an. Eine für DJ n äußerst peinliche Pause trat ein, bevor der Pate fragte: „Repko und MR.Z sind dir doch noch bekannt, oder?“. DJ n nickte und sagte: „Sicher. Es freut mich, euch wieder zu sehen.“. Mit einer Verbeugung unterstrich DJ n seine Aussage. „Gut. Was willst du, DJ n? Ich befinde mich gerade in einer wichtigen Besprechung mit den Beiden.“. „Nichts. Ich war nur in Sorge, als wir plötzlich keinen Laut mehr hörten. Davor konnte man sie noch draußen hören. Als es dann plötzlich ruhig wurde, fürchtete ich das Schlimmste.“ sagte DJ n und fügte hinzu: „Es tut mir Leid. Ich hätte es besser wissen müssen.“. DJ n wartete nun auf einen Tadel von Don Göfla, doch stattdessen lachte der Pate. „Das ist es, was ich von einem Mitglied meiner Familie erwarte: bedingungslose und absolute Loyalität, immer in Sorge um das Wohl der Familie und ihren Paten.“. Wieder lachte Göfla. DJ n wusste nicht, was er von alldem halten sollte und schwieg daher. Repko und MR.Z sahen verdutzt vom Paten zu DJ n und wieder zurück.
    Göfla hörte langsam auf zu lachen und wandte sich wieder Repko und MR.Z zu: „Und nun zu euch beiden. Ich gebe euch noch eine Chance, die Sache mit Xander zu regeln. Bringt ihn mir, aber lebend und ballert nicht wieder sinnlos in der Gegend rum. Ich will Xander persönlich für seinen Verrat bestrafen. Und was die Sache mit diesem TQ betrifft: macht da weiter wie bisher. Nun lasst mich allein.“ sagte der Pate strickt und die drei Mafiosi kamen dem Befehl nach.

    „Ihrer Frau geht’s gut. Sie liegt im Nebenzimmer auf dem Bett. Wir haben ihr ein Beruhigungsmittel gegeben und nun schläft sie. Sie kann aber von Glück reden, dass sie ihr Kind bei all der Aufregung nicht verloren hat. Das ist nicht gut für sie, gar nicht gut...“ sagte der Arzt. Sein Name war Wohan Dieg, ein junger Mann mit schwarzen Haaren und dunklen Augen. Seit einem halben Jahr war er nun Notarzt und hatte schon einiges erlebt, doch an so einem Schauplatz war er noch nie: ein kleines Haus in typischer Vorstadtidylle, überfallen und demoliert von Mafiosi, dazu ein toter Polizist, dessen Kehle komplett durchgeschnitten war. „Wenn sie nicht aufpassen und dafür sorgen, dass sich ihre Frau nicht allzu sehr aufregt, wird sie das Kind leider verlieren.“ sagte Wohan mit ernsten Gesicht zu Xander, der totenbleich auf dem Sofa saß. Warum in aller Welt hatte er vorgeschlagen, einfach hier zu bleiben und nicht von der ASP an einen anderen, sicheren Ort gebracht zu werden? Xander machte sich schwere Vorwürfe. Wegen ihm wäre beinahe sein ungeborenes Kind gestorben, ganz zu schweigen von ihm und seiner Frau.
    „Xander? He, Xander!“. Ete stieß Xander in die Seite. „Dir ist hoffentlich klar, dass wir euch nun, ob’s dir passt oder nicht, nun in Schutzhaft nehmen und euch an einen sicheren Ort bringen werden, oder?“ sagte Ete und der Blick, den er nun von Xander erhielt, jagte ihm einen kalten Schauer über den Rücken. „Ja... tu das... was immer du für richtig hältst... Hauptsache ist, dass Shinshrii in Sicherheit ist...“ stammelte Xander leise und begann zu weinen. Es war das erste mal, dass Xander weinen musste, doch es wirkte unglaublich befreiend für ihn.
    Ete sah Xander nur bedrückt an. Er wusste nicht, was er tun sollte.


    Repko:
    Ete stand mit Xander an der Türe des demolierten Hauses. „Xander, kommen Sie bitte schonmal mit mir aufs Revier mit. Wir müssen noch ein paar kleinere Formalitäten regeln.“ Xander war sich unschlüssig und stand zweifelnd in der Tür. „Was passiert mit Shinshrii?“, fragte er misstrauisch. „Ich werde Doktor Dieg bitten, bei ihr zu bleiben, bis sie fähig ist, nachzukommen.“, antwortete Ete beschwichtigend, doch Xander blieb eisern.
    „Ich glaube nicht, dass sie hier sicher genug ist. Was, wenn die Mafiosi zurückkommen.“ Ete verdrehte die Augen. „Wenn wir sie in ihrem jetzigen Zustand durch die halbe Stadt fahren, ist sie genau so wenig sicher. Ich lasse zwei Beamte das Haus bewachen.“, sagte er, bemüht um einen ruhigen, umgänglichen Ton.
    „Man hat uns schon einmal gesagt, dass unser Haus bewacht wird. Und was ist dann passiert.“, fragte er anklagend. Ete spürte ein flaues Gefühl in der Magengegend, er konnte aber nicht genau sagen, ob es daran lag, dass Leisli versagt hatte, oder dass er nun tot war. „Das ganze war nur ein Missverständnis, es tut mir auch wahnsinnig leid, dass das alles so passiert ist, aber Sie müssen jetzt mitkommen. Wir werden Miss Kelven holen lassen, sobald Mister Dieg es für richtig hält. Bitte, Xander, es ist jetzt das Beste für euch beide!“, antwortete er mit gezwungen freundlichem Ton. Xander drehte den Kopf und sah in die Wohnung. Ein paar Sekunden lang schien er unschlüssig, bis er sich wieder zu Ete drehte. „Also gut, ich komme mit, aber ich will, dass Shin die höchste Sicherheit garantiert ist und dass sie schnellstmöglich hier wegkommt.“, brummte er mit einem wütenden Unterton. Ete nickte ihm zu. „Ich verspreche Ihnen, dass ihr nichts passieren wird.“, sagte er. Xander näherte sein Gesicht dem von Ete an und flüsterte: „Versprechen Sie nichts, was Sie nicht halten können.“ Ete erschrak kurz, doch dann drehte er sich um und lief zu seinem Auto. „Folgen Sie mir bitte.“, sagte er zu Xander.

    Delaware saß in einem Sessel und starrte in den Fernseher. Alles, was um ihn herum passierte, sah er durch einen dichten Nebel. Und was eben passierte, war für ihn im nächsten Moment nicht mehr passiert. Er schien neben sich zu stehen, unfähig seinen Körper oder seinen Geist zu kontrollieren. Er sah sich selbst, sah alles um sich herum, doch konnte er keinen Zusammenhang zwischen den Dingen erstellen die er sah, konnte sie nicht einordnen. Er lebte einfach vor sich hin, ohne zu wissen, dass er lebte und im Moment starrte er in den kleinen Fernseher, der an der Decke hing und merkte nicht, dass Roger Square etwa fünf Meter hinter ihm an einem Tisch saß und ihn eingehen beobachtete. Ein dicke Pflasterverband spannte sich über dessen Nase. Das Pflaster war so dick, dass seine Brille nicht mehr an ihre Stelle passte und er sie mit der Hand vor sein Gesicht halten musste, um etwas sehen zu können.
    Delaware war für Square ein unglaubliches Phänomen. Seine Erinnerung schien noch größtenteils erhalten zu sein und doch konnte er nur nicht darauf zugreifen. Auch seine Instinkte mussten noch intakt sein, schließlich hatte er Square bewusstlos geschlagen, nachdem er ein Bild von Repko gesehen hatte. Und als Square im Radio von dem Anschlag auf das Krankenhaus in Talster City gehört hatte, hatte er sofort beschlossen, Delaware vor den Fernseher zu setzen, um seine Erinnerung ein weiteres Stück hervorzulocken.
    Langsam nippte er an seinem Kaffee, während das Intro der Nachrichten über den Bildschirm flimmerte. In großen Lettern erschien der Schriftzug „Ring-News“, bevor ein dünner Mann, im Alter von etwa fünfzig Jahren erschien. „Guten Abend, meine Damen und Herren“, sagte der Mann – Derek Thornado war sein Name – mit einem brummenden Bariton. „Heute Nachmittag gegen etwa drei Uhr wurde auf das Talster Krankenhaus ein beispielloses Attentat verübt. Terroristen hatten große Mengen an Sprengstoff in der Eingangshalle gezündet. Die Zahl der Toten beläuft sich im Moment auf 17, darunter zwei Kinder.“ Thornado wich Videoaufnahmen des brennenden Gebäudes und eine Frau kommentierte: „Das Gebäude ist komplett ausgebrannt. Die Patienten mussten in die Krankenhäuser benachbarter Städte gebracht werden. Von den 154 Überlebenden sind etwa sechzig leicht verletzt, fünf schweben noch in Lebensgefahr. Die Behörden von Talster City schließen eine Beteiligung der Spam Mafia noch aus.“ Square horchte bei dem Wort Spam Mafia auf und sah, dass wieder das Bild des alten Mannes mit dem weißen Anzug und dem weißen Hut gezeigt wurde. Doch Delaware zeigte nicht die erwartete Reaktion, sondern er blieb ruhig in seinem Sessel sitzen.

    Delaware stand noch immer neben sich selbst, er sah sich, eine Topfpflanze, den Fernseher, doch nichts von dem konnte er erreichen. Während er in den Fernseher starrte, versuchte er, seine Gedanken zu ordnen. Ein brennendes Gebäude, herumrennende Feuerwehrleute, Menschen, mit Tüchern bedeckt, ein alter Mann mit einem weißen Hut... Delaware spürte, wie er auf sich selbst zulief.
    „W-Wo bin i-ich?“, stotterte er und stand langsam auf.

    Ete und Xander fuhren durch die Stadt. Es dauerte noch etwa fünf Minuten, bis sie die Einsatzzentrale der ASP erreichen würden. „Die letzten zwei Jahre waren für uns alle hart.“, sagte Ete, er wollte lediglich ein wenig Konversation erzielen. „Und die Spam Mafia ist stärker denn je.“, ergänzte Xander müde.
    Draußen ging die Sonne bereits unter und tauchte den Himmel in ein wunderschönes Purpur. „Deswegen müssen wir unser Bestes geben, so zu stoppen. Auch Göfla macht Fehler.“, sagte Ete. Xander atmete tief aus und wartete ein paar Sekunden. „Ich habe Göfla nie wirklich kennen gelernt. Er kam in den Knast, kurz nachdem ich zur Spam Mafia kam. Aber er muss ein mächtiger Mann sein.“, sagte er leise und emotionslos. Ete brannte eine Frage, er wusste nicht ob er sie Xander stellen solle, aber seine Neugier war zu groß.
    „Warum sind Sie damals zur Spam Mafia gegangen?“, fragte er, um es kurz darauf zu bereuen, da Xander ihn plötzlich anstarrte. „Wissen Sie, wie es ist, immer nur ein kleiner Mann zu sein, der nichts zu sagen hat? Ich war Gehilfe bei einer Anwaltskanzlei. Dort hat man mir lediglich vermittelt, dass ich ein Nichts bin. Dass ich immer das sein werde, was ich bin.“ Xander machte eine Pause. „Dann musste ich Ruffy, einen der Mafiosi, vor Gericht vertreten. Er war mein erster Mandant. Er war wegen Mordes angeklagt. Alles sprach gegen ihn.“, Xanders Stimme wurde zittrig und weinerlich, dennoch fuhr er fort. „Mein erster Mandant. Mein erster eigener Fall. Ich wollte es nicht versauen. Ich gab mein Bestes und lies einen Mörder freisprechen. Dann traf ich Göfla. Und er versprach mir das blaue vom Himmel. Er versprach mir, etwas ganz Großes aus mir zu machen.“
    Xander konnte nicht weitererzählen, denn plötzlich wurde neben ihm die Scheibe des Wagens eingeschlagen und er starrte in den Lauf einer Schrotflinte. Auch Ete starrte auf das Fenster und sah Repko, als plötzlich auch hinter ihm die Scheibe einflog und Mr.Z ihm ein Messer an die Kehle hielt. „Verdammter Drecksbulle, du bist auch noch dran.“, knurrte dieser und schlug Etes Kopf gegen das Lenkrad, sodass dieser sofort bewusstlos war. Das Auto stand an einer wenig befahrenen Straße an einer Ampel. Weit und breit war niemand zu sehen. Mr.Z öffnete die Autotür durch das Fenster hindurch und packte Xander am Mantelaufschlag. „Und du kommst mit, du Schweinepriester.“


    The_question:
    TQ stand auf dem Friedhof und lauschte der Grabesrede des Priesters, der den Toten des Krankenhausattentats die letzte Ehre erwies. Neben ihm standen noch zahlreiche Leute, deren Familie unter den Opfern waren. Die Stimmung war traurig und man konnte das Jammern eines jeden Einzelnen hören. TQ blickte traurig zu Boden und seufzte. Er hatte zwar ein Leben retten können, musste aber dafür so viele im Stich lassen...

    Währenddessen wurde TQ im Spam Mafia Hauptquartier durch allerlei Wanzen abgehorcht. Die Mafia bekam natürlich auch den Anschlag mit. Don Göfla hatte Befürchtungen, wer dies getan hatte, doch er war sich nicht ganz sicher.

    Die Ermittlungen waren noch immer in vollem Gange. Schließlich mussten Beweise und noch ein paar Opfer unter den Trümmern geborgen werden. Christopher Chb lotste ein paar Kräne und Bauarbeiter zu sich, die vorsichtig alle Trümmer beseitigen sollten. Schließlich war der Bau eines neuen Krankenhauses geplant. Man musste nur das Fundament ebnen. Zum Glück wurden durch den Druck des Sprengstoffes nicht auch noch andere Häuser umgerissen worden. Zum Glück...

    TQ fuhr nach Hause, um sich zu entspannen, und um wieder etwas zu essen. Er hatte schon seit 4 Tagen nichts mehr zu sich genommen. Er hatte dicke Augenringe unter den Augen, und sein Bart schien schnell gewachsen zu sein. "Eine heiße Dusche, etwas leckeres zu Essen und dann meinen wohlverdienten Schlaf...das wird es sein.", sagte er zu sich selbst. "Und dann auch noch diesen Bericht schreiben...", knirschte TQ durch seine zusammengebissenen Zähne.

    Ete war an einen Stuhl gefesselt, er hatte eine Augenbinde und einen Knebel aus Stoff im Mund. Er wusste nicht, wo er war, er hörte zwischendurch nur jemanden etwas auf japanisch schreien. Wo Xander war wusste er nicht. Er war nur still, um vielleicht zu erlauschen wo er sich befand. Er machte sich zwar keine großen Hoffnungen, konzentrierte sich aber so sehr darauf, dass er gar nicht merkte, dass ihm eine Fliege ins Ohr sauste.

    "So und nun zu dir du kleiner Verräter", sagte eine tiefe, monotone Stimme. Kurz darauf sauste eine große Faust auf Xander nieder. Er hörte etwas knacken, vermutlich war ihm ein Zahn ausgebrochen worden."Hast wohl geglaubt du kannst in Ruhe Leben, was?", zischte eine andere Stimme aus dem Hintergrund, auf diehin ein Stich durch sein Gesicht zog. Kurz darauf merkte Xander, dass entlang dieses Strichs Blut über sein Gesicht floss.Er brüllte, doch das half nicht viel...
    Er wollte nach Hause, zu seiner Shinshrii, zu seiner Familie...In Frieden leben...


    Dark Soldier:
    Ete bekam durch sein konzentriertes Lauschen einige Schmerzensschreie Xanders mit und versuchte, sich mit aller Gewalt zu lösen. Kläglich! Er wusste nicht, was mit Xander geschah, er wusste nur, dass es grausam sein musste.
    Ein weiterer, dumpfer Schrei kam aus dem Nebenraum.
    Nun war es still... vielleicht etwas zu still...
    "Ist Xander tot?", dachte sich Ete besorgt. "Was soll ich tun verdammt? ICH MUSS ETWAS TUN." Ete schien zu verzweifeln

    Xander lag währendessen bewusstlos auf dem Boden und man hörte nur das dreckige Gelächter der Mafiosi Repko und Mr.Z.
    "So, komm gar nicht auf die Idee, dass die Mafia so schnell aufgibt...", sagte Mr.Z. Repko fügte ein dreckiges Lachen hinzu.

    Göfla, der sich inzwischen über den Zwischenfall mit Repko und Mr.Z amüsierte, saß immer noch gemütlich in seinem Büro.
    Nebenan DJ n und Dark Soldier.
    "DJ n, Dark Soldier", hallte es in seinem geräumigen Büro.
    Etwa 5 Sekunden später klopfte es an der Tür und die beiden standen vor ihm. "Ja bitte, Don Göfla?", sagte Dark Soldier, der inzwischen von DJ n gelernt hatte wie man mit Göfla umzugehen hatte. Ein Grinsen machte sich auf Göflas Lippen breit. "Ihr habt doch sicher von dem Attentat auf das Krankenhaus gehört, oder?".
    "Ja natürlich", antworteten beide ohne zu zögern. "War ja recht interessant, was da passiert ist.", fügte Göfla hinzu.
    DJ n und Dark Soldier sahen sich ungläubig an. "Was hat das mit uns zu tun?", fragte Dark Soldier in einem recht arroganten Ton.
    "Es hat nichts mit euch zu tun, nur ich würde gerne wissen, wer es war!" "Keine Ahnung Don Göfla", sagte DJ n unsicher.
    "Ok, das war eigentlich alles was ich wissen wollte.", beendete Göfla das Gespräch.
    Dark Soldier war verwundert über diese Fragen. DJ n verzog keine Miene, als die beiden das Büro verliessen."Was sollte diese Fragerei?".


    ps: Der Künstler nährt sich von der Kritik, wenns euch gefällt, dann schreibt doch bitte per PN oder sowas an einen von uns ^^

  6. #6
    Damit das ganze nicht in Vergessenheit gerät (da wie leider in einem schreibtechnischen Engpass gelandet sind), kommen hier mal 3 Episoden.
    Nummer 1 stammt aus der Feder Repkos, Nummer 2 ist dem genialen Geiste Daens entsprungen und Nummer 3 ist ein Machwerk unseres TQ.
    Viel Spass beim Lesen
    Die Chronisten der Unterwelt

    - Repko -
    „Meine Herren, vielen Dank, dass Sie so kurzfristig erscheinen konnten“, begann Bürgermeister Grandy. Er blickte in die Runde. Er stand am Kopf eines Konferenztisches, an dem Mike Kelven, Sunny Hoffman, Arthur Dun, Sicherheitschef von Talster City und Derek Norton, ein FBI-Agent, der nach Talster City beordert wurde, um in Washington D.C. Bericht zu erstatten, saßen.
    „Wie Sie wohl bereits wissen, wurde von einer uns noch unbekannten Organisation ein Anschlag auf unser Krankenhaus verübt.“, sagte er mit kräftiger Stimme. „Wir gehen davon aus, dass die Spam Mafia hinter diesen Anschlägen steckt, können dies aber nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen.“ Sunny hob die Hand. Grandy gab ihm mit einem leichten Wink zu erkennen, dass er reden solle.
    „In meiner Zeit als Polizist habe ich die Spam Mafia kennen gelernt. Man kann sie bereits als terroristische Organisation bezeichnen. Dennoch suchen sie sich ihre Opfer nicht wahllos aus, sondern verüben nur Anschläge, aus denen sie einen Nutzen ziehen, oder um ein Exempel zu statuieren. Vor sozialen Einrichtungen, wie dem Krankenhaus, haben selbst sie Respekt.“, erklärte er sachlich.
    Grandy kratzte sich nachdenklich die Stirn. „Sie waren einmal eine ehrenvolle Organisation, wenn man das so sagen darf. Doch ihre Vorgangsweisen wurden immer skrupelloser. Wieso sollten sie vor einem Krankenhaus noch zurückschrecken?“, fragte er.
    „Göfla weiß, dass er bis jetzt nur die Stadt Talster City gegen sich hat. Und er weiß, dass solch ein feiges Attentat die nationale Aufmerksamkeit auf ihn richten würde. Er weiß, dass er gegen das amerikanische Militär keine Chance hat.“
    Derek Norton erhob sich und schaute auf Sunny herab. „Sie glauben doch nicht etwa, dass wir so schnell das Militär einschalten. In Talster City herrscht noch nicht einmal Code Orange!“, sagte er anklagend, mit leichter Aggression in seiner scheppernden Stimme.
    Sunny starrte den untersetzten Mann an. Hätte er raten müssen, hätte er Norton für einen Bürohengst gehalten, einen Unternehmer oder einen Börsenspekulanten. Dieser Mann mit der weiten Stirnglatze und der dicken Brille war ein Staatspolizist?
    Sunny wollte sich nicht so von einem Mann anfahren lassen, der sich Polizist nannte und wohl noch nie einen Menschen hatte sterben sehen. Doch so waren sie, die FBI-Agenten. Hielten sich aufgrund ihrer College-Abschlüsse und ihrem Staatsposten für etwas Besseres.
    „Ich habe ja nicht verlangt, dass das Militär eingesetzt wird.“, warf Sunny zurück und sah wieder zu Grandy. „Trotzdem würde ich Ihnen empfehlen, Mister Grandy, Code Orange auszurufen. Ich bin mir sicher, dass Arthur derselben Meinung ist.“
    Kaum hatte Sunny ausgesprochen, richteten sich alle Blicke auf Arthur Dunray, der peinlich gerührt um sich schaute und nach Luft schnappte, bevor er entschlossen aufstand und um den Tisch herum schlenderte. „Ich denke, dass Code Orange noch etwas zu früh ist. Wir sollten abwarten, bis ein Ergebnis vorliegt, wer denn nun das Attentat verübt hat.“, sagte er, die Arme auf dem Rücken verschränkt „Und bis dahin sollen noch weitere Menschen sterben?“, fragte Sunny empört. Dun schenkte ihm vorerst keine Beachtung. „Handelt es sich dabei tatsächlich um die Spam Mafia, so empfehle ich, Code Orange auszurufen. Die Spam Mafia ist in dieser Stadt zu Hause, und wenn sie das Attentat verübt haben, ist der Kern der Gefahr genau hier.“ Er machte eine Kunstpause und blickte in die Runde. Bis auf das Kopfschütteln Sunnys bekam er keine Reaktion zu sehen.
    „Ich bin mir sicher, dass es nicht die Spam Mafia war.“, sagte dieser gelangweilt. Grandy lies Sunny mit einer Geste verstehen, dass er Arthur Dun aussprechen lassen sollte.
    Dun fuhr mit der Hand durch sein schütteres, mausgraues Haar, bevor er wieder platz nahm und fortfuhr: „Ein orangener Alarm ist nur vonnöten, wenn die Gefahr von ihre Auswirkungen an ihrem Zentrum zeigt.“ Sunny winkte verachtend ab, Derek Norton nickte langsam und Kelven saß noch immer an der anderen Seite des Tisches und schwieg. Er saß dort, wie ein stiller Beobachter, der das Geschehen auf sich wirken ließ und offen für die Meinungen Anderer war.
    Grandy stand noch immer am Kopfende des Tisches und schien konzentriert nachzudenken.
    „Mike, was denkst du?“, fragte er schließlich. Kelven lächelte leicht. Er hatte mit dieser Frage gerechnet. Bei jeder Sitzung wurde er um seinen Rat gefragt, wenn Grandy sich unschlüssig war und für gewöhnlich wurde sein Rat angenommen.
    Sunny betrachtete aufmerksam das wache Gesicht seines Vorgängers. Er meinte, ihm ablesen zu können, dass er noch nicht wusste, was mit seiner Tochter und Xander passiert war.
    Kelven erhob sich langsam und setzte zu einer kleinen Rede an.
    „Meine Herren, ich sehe die Befürchtungen von Mister Hoffman durchaus ein, doch auch die Vorsicht von Mister Dun, vor einer Massenpanik, ist löblich. Ich denke, es wäre das beste, wenn wir Code Orange tatsächlich erst ausrufen, wenn wir davon überzeugt sind, dass die Spam Mafia hinter all dem steckt. Und dennoch – wenn wir den Täter bis in drei Tagen noch nicht ermittelt haben, so geht noch immer Gefahr aus, und wir sollten wir auf orangenen Alarm gehen.“
    Grandy nickte wieder langsam und kratzte sich wieder an der Stirn, was er immer tat, wenn er mit wichtigen Entscheidungen rang. Seine Gedanken wurden von einem Klopfen an der massiven Holztüre hinter ihm zerstreut. Er drehte sich um und lief zur Türe hin, um sie zu öffnen. Hinter der Türe stand sein Sekretär Joe Joe. „Was ist los, Joe? Ich bin hier in einer wichtigen Besprechung.“, flüsterte er dem Mann zu. Joe Joe winkte mit einer dicken Videokassette. „Die hab ich vor fünf Minuten vor dem Rathaus gefunden. Das sollten Sie sich mit den Herren dringend ansehen.“, sagte er. Grandy schaute auf seine Armbanduhr. „Also gut, senden Sie es auf den Bildschirm hier drin!“ Joe Joe nickte und schloss die Türe wieder. Grandy kehrte zu dem Tisch zurück. „Mein Sekretär hat anscheinend ein wichtiges Videodokument gefunden, das wir uns vielleicht ansehen sollten. Er hat mir noch...“ Seine Stimme wurde von dem Rauschen des Bildschirmes unterbrochen. Kurz darauf erschien das Bild von einem leeren Tisch. Man hörte Schritte und ein Mann lief ins Bild, um sich auf den Stuhl zu setzen.
    Es war Göfla.
    „Guten Tag, Mister Grandy.“, sagte dieser mit widerhallender Stimme. „Wie Sie wissen, hatten wir in letzter Zeit einige Differenzen. Ich weiß, dass Sie sich durch unsere Anwesenheit gestört fühlen, doch auch wir tun unsere Arbeit, genauso, wie Sie! Und manchmal erfordert unsere Arbeit eben ihre Opfer.“ Grandy bekam einen trockenen Mund als er den alten Mann auf dem Bildschirm anstarrte.
    „Ja, ich habe den Anschlag auf das Krankenhaus zu verantworten. Talster City ist meine Stadt.“ Der Bildschirm wurde schwarz.
    Ein wildes Stimmengewirr machte sich zwischen den vier Anwesenden breit, während Grandy noch immer den Bildschirm anstarrte.
    Schnell schritt er zur Türe. „Joe Joe, bereiten Sie für mich schnell eine Presseerklärung vor.“ Er drehte sich zu Arthur Dun um. „Ich rufe hiermit Code Orange aus!“

    DJ n stand neben Göflas Schreibtisch, während dieser an seinem Schreibtisch saß. „Mein Don, ich glaube nicht, dass das eine gute Idee war.“, begann er und sah dabei in das regungslose Gesicht des Paten. „Jemand macht mir Konkurrenz. Jemand will mir meine Stadt wegnehmen. Ich will wissen, wer es ist. Der Köder ist ausgelegt.“, murmelte Göfla müde und unbeeindruckt.
    DJ n verdrehte die Augen und lehnte sich auf den Tisch, um auf einer Augenhöhe mit ihm zu sein. „Aber wir riskieren, dass die uns das Militär auf den Hals hetzen. Gegen das Militär und das FBI sind selbst wir machtlos.“, sagte er mit spitzem Ton.
    „Zum Ausnahmezustand dauert es noch lange.“, antwortete Göfla. „Ich lasse niemanden an meinem Thron sägen. Niemand nimmt mir meine Stadt weg!“


    - Daen vom Clan -
    Begleitet vom feinen Klirren der edlen Kristallgläser, aus denen die beiden Asuka-Schwestern sich gerade zuprosteten, hallte Gekicher und das Rascheln von Stoff durch den kleinen Raum des Hauses, das inmitten der Hafenanlagen von Talster City stand.
    Die beiden Schwestern waren gutgelaunt und nahmen neben Champagner gerade einen kunstvoll hergerichteten, sehr großen Salatteller zu sich, während Genji, Snake's Bite, Savage und Manga-Protector, dessen Wunden Tag für Tag besser verheilten, ruhig und stramm im Raume standen.
    "Das mit dem Krankenhaus...", fing Felis an und schlürfte geräuschvoll den Inhalt einer Muschel, "...war ein voller Erfolg, Respekt, meine Herren, Respekt! Ich denke, auf dieser Basis können wir mehr und mehr unseren Plan verwirklichen und unserer Schwester dies zum Abschied schenken, was sie sich am meisten gewünscht hatte - diese Stadt! Sind erst einmal die Mafia zerschlagen und hat erst einmal die Korruption und Intriganz Einzug gehalten in die Stadtverwaltung, dann wird ohne unser Wissen und ohne unsere Zustimmung nichts mehr möglich sein und alle sollen sie kriechen im Staube unserer Glorie und auch unserer Rache werden und wollen wir Genüge tun."
    In Felis' Blick lag eine Härte und Grausamkeit, welche die beistehenden vier Männer Schaudern machte.
    "Nun, " meinte Vidora aufgeräumt, "wir haben weitere Aufträge für euch: Genji, Savage und Snake, ihr werdet euch den Inhalt dieser Diskette peinlich genau ansehen und selbst entscheiden, wie ihr damit zu verfahren habt, verschwindet!", schloss sie mit einer lässigen Handbewegung und die vier Männer wandten sich wortlos zur Seite, um den Raum zu verlassen.
    "HALT!", schoss es scharf durch den Raum und die vier blickten ihre beiden neuen Herrinnen an. "Ich habe nicht gesagt, dass Manga gehen kann...", grinste Vidora böse und winkte abermals mit der zarten Hand, um den anderen Drei zu bedeuten, dass sie den Raum verlassen dürften. Genji und Snake warfen Manga noch einen mitleidigen Blick zu und dieser schluckte schwer, als er mit gesenktem Kopf in der Mitte des Raumes stehenblieb und auf weitere Gemeinheiten der beiden Schwestern wartete, während er sich gedanklich zähneknirschend fragte, wie es nur dazu kommen konnte, dass die einstige Bewunderung der Triaden für seine Fähigkeiten so schwinden konnte und wie sich ihre Organisation verändert hatte. Dereinst waren sie Schmuggler und erwirtschafteten gutes und schmutziges Geld, doch nun waren sie zu einer Handvoll Terroristen verkommen, denen das Leben eines Zivilisten nicht mehr wert war, als ein Haufen Schmutz. Manga hatte noch nie Probleme damit gehabt, Köpfe einzuschlagen, zu foltern oder sich zu prügeln, doch waren seine Gegner bisher stets Männer und Frauen, die wussten, auf was sie sich eingelassen hatten, Polizisten oder Mitglieder konkurrierender Gangs, doch für Terror hatte der stämmige Chinese nie großartig etwas übriggehabt und verurteilte die Machenschaften seiner beiden neuen Herrinnen auch scharf, was er jedoch in deren Beisein nie laut zur Aussprache brachte.
    Erschrocken merkte er, das sein innerer Monolog ihn die Anwesenheit der beiden Frauen hatte vergessen lassen, die ihn mittlerweile musterten und böse lächelten.
    "Für dich, Manga-Chan, haben wir einen anderen Auftrag... ein Auftrag der wichtig ist, jedoch deine geistigen Fähigkeiten nicht übersteigen wird." Felis lachte glockenrein und Manga musste an sich halten, um nicht wie ein wilder Stier vor Wut mit den Füßen zu scharren.
    "Geh hinaus in die Stadt, mein Diener, und besuche dort alle Kneipen, die du findest. Verbreite dort, dass die Mafia hinter dem Anschlag auf das Krankenhaus steckt und schüre den Hass auf die Mafia, hast du verstanden?"
    Manga nickte nur kurz und war froh, den Raum verlassen zu können, während er hörte, wie die beiden Schwestern hinter ihm ihr Mahl fortsetzten.
    Draußen angekommen griff er sich seine dicke Lederjacke, steckte zwei Uzis ein und einen Satz guter Schlagringe. Dann kontrollierte er sein Aussehen und verließ über Umwege das Versteck der Triaden um sich in das nächtliche Talster City zu werfen, das sich grell und laut abhob, vom Rest der nachtschlafenden Welt.

    Mehrere Stunden später fand Manga sich leicht beschwipst und vollkommen ratlos auf dem tropfnassen Bordsteinen von Talster City wieder, deren Verlauf er schnell folgte, um wieder zum Hafen zu kommen. Er hatte den gesamten Abend lang getrunken und geplaudert, doch war er während seiner abendlichen inszenierten Sauftour immer ratloser geworden, denn als Erstes war er im "Devils-Heaven" eingekehrt, einer wilden Rockerkneipe um mit ein paar der dort versammelten russischen Schmuggler und Schläger zu sprechen, doch kaum hatte er die Sprache auf den Anschlag gebracht, fing die Menge an, auf die Mafia zu schimpfen.
    Hielt der Chinese dies anfangs noch für einen Zufall, so wurde er alsbald eines Besseren belehrt, denn so ziemlich jeder Angesprochene in jeder Kneipe schien bereits zu glauben, dass die Mafia hinter dem Anschlag steckte und so wurde Manga mit der Zeit immer ratloser, freute sich aber, dass somit von den wahren Tätern dieser schändlichen Aktion abgelenkt wurde.
    Und während er seinen Gedanken nachhing und seinen Schritt beschleunigte, um schnell wieder am Hafen zu sein, stockte er plötzlich und drehte sich langsam zur Seite, wo er in der Auslage eines Elektronikgeschäftes einen Fernseher sah, der die Nachtausgabe der lokalen Nachrichten ausstrahlte und dort im Teletext las, dass sich die Mafia bereits öffentlich zu dem Anschlag auf das Krankenhaus bekannt hatte und Bürgermeister Grandy versicherte, Maßnahmen gegen diese Terroristen einzuleiten.
    Völlig perplex kratzte sich Manga-Protector am Kopf und murmelte: "Jetzt verstehe ich gar nichts mehr...!"


    - TQ -
    Es war schon sehr spät, als Roper sich einen Becher Kaffee aus der alten Getränkemaschine im ASP-Hauptquartier holte. Er gähnte einige Zeit lang, bevor er sich an seinen großen Holzschreibtisch setzte und sich die Akte mit dem Krankenhausunfall durchlas."98 Tote, 87 Schwerverletzte...ICH KANN EINFACH NICHT GLAUBEN DASS DAS DIE SPA..." er wurde vom aufspringen der Tür unterbrochen. Herein kamen TQ und Chbi_TrnkZ. Sie hatten sich ein bisschen besser kennen gelernt seit dem Krankenhausunfall und schienen gute Freunde geworden zu sein .>Ich muss noch den Bericht für die Mafiosi schreiben...< dachte TQ, und um schnell vom Thema zu wechseln, meinte er, er müsse kurz weg und mache Dienstschluss. "Ich geh dann mal Leute, bye!" sagte er in die recht kleine Nachtschicht-Runde. Es kam ein mehrstimmiges "Tschau TQ!" und TQ verließ den Raum. An der frischen Luft fuhr er sich durch sein schwarzrotes, glänzendes Haar, holte tief Luft, ging zu seinem PKW und fuhr in Richtung Wohnung. Die Fahrt dauerte etwa 30 Minuten. Daheim angekommen, sperrte er seinen Wagen zu, zog seine Wohnungsschlüssel und ging in seine kleine, jedoch recht nett eingerichtete Wohnung. Er ging in sein Arbeitszimmer, in dem ein Computer, ein Fernseher, sowie ein hübscher, gemütlicher Sessel stand. Er fuhr seinen PC hoch, schaltete den Fernseher ein und ging schnell in die Küche, um sich etwas zu essen zu machen.
    Es war wieder nur ein Fertiggericht. TQ liebte dieses Zeug. Es war einfach zu machen, schmeckte gut und war komplett versalzen. Genauso wie TQ es mochte. Nach etwa 10 Minuten kam TQ mit einem dampfenden Kochtopf in sein Arbeitszimmer, stellte den Topf auf seinen Tisch neben den PC, setzte sich dahinter und öffnete seinen Bericht. Es fiel ihm noch immer schwer, seine Freunde zu verraten. Er hatte noch immer lange überlegt, wie er den Klauen der Spam Mafia entkommen könnte. Doch er hatte vor, ein klein wenig mitzuspielen und auf den richtigen Zeitpunkt zu warten. Während er tippte, schlürfte er immer etwas von dem Inhalt des Topfes, ohne sich wirklich auf den Geschmack zu konzentrieren. Er tippte und tippte bis in die Nacht hinein, bis er schließlich so müde war, dass er vor seinem PC einschlief.

    9:30...ein nervtötendes Geräusch, dass klang, wie wenn man einem Huhn den Schnabel umdrehen würde. TQ stöhnte und brummte, bis er auf die Uhr sah. "Heilige Scheisse! Schon so spät!? Ich muss ins Büro!" und mit diesen Worten zog er sich schnell seine Jacke an, packte seine Dienstsachen ein und druckte den Bericht aus. Er packte diesen jedoch nur schlampig ein, sodass er halb rausguckte. Aber auf dies achtete er nicht wirklich...


    DJ n

  7. #7
    Halloooooo, wir sinds wiiiieeeedeeeeeer.
    Heute mit DJ n und Yoshi Green

    DJ N:
    Außer Atem betrat klopfte Manga an die große rostige Metalltür, hinter welcher sich das Zimmer von Felis und Vidora befand. „Herein.“ kam die Antwort dumpf durch die Metalltür und Manga schob diese, noch immer schwer atmend auf. „Was machst du schon hier?“ fuhr ihn Felis an und durchbohrte ihn mit ihren Blicken.
    Beide Schwestern lagen auf einer mit dunkelblauen Samt bezogenen Couch und trugen enge schwarze Kimono.
    „Es geht um den Auftrag...“ begann Manga, wurde aber von Vidora unterbrochen. „Was ist damit?“ fuhr sie ihn scharf an. „Es scheint mir jemand zuvor gekommen zu sein. Alle, mit denen ich gesprochen habe würden liebend gerne Göfla oder einen anderen Mafiosi in die Finger bekommen.“ sagte Manga. „Wie meinst du das? Drück dich gefälligst klarer aus!“ fauchte Felis und Vidora verengte ihre Augen zu katzenähnlichen Schlitzen. „Die Mafia hat sich bereits zu dem Anschlag bekannt. Im Fernsehen haben sie gesagt, sie hätten ein Video erhalten, auf dem sich Don Göfla persönlich zu den Anschlägen bekennt. Die ganze Stadt scheint sich nun gegen die Spam Mafia gestellt zu haben.“ sagte Manga mit unverhohlener Verwirrung. Felis und Vidora sahen einander an. Die beiden Frauen schienen, ebenso wenige wie Manga-Protector, eine Ahnung zu haben, was die Spam Mafia damit bezwecken wollte, wenn sie die Verantwortung für den Anschlag übernahm und damit die Regierung und die Bevölkerung von Talster City gegen sich hatte.
    „Seltsam, nicht wahr, Felis?“. „Ja... warum sollte Göfla sich freiwillig zu einem Anschlag bekennen, den er nicht zu verantworten hat?“. „Entweder wird der alte Mann senil oder es steckt mehr dahinter.“. „Du glaubst, er könnte einen Plan haben?“. „Wäre schon möglich... wir müssen auf der Hut sein.“. „Ja... und wenn die Situation eskaliert? Ich meine, wenn sie den Ausnahmezustand ausrufen? Dann haben wir auch ein Problem.“ „Liebste Schwester... so weit wird es nicht kommen. Und selbst wenn! Wir haben noch immer unsere Familie zu Hause. Sie werden uns sicher helfen und den Tod von Asuka-Chan rächen.“.
    Die Frauen sahen einander an und Felis strich Vidora mit einer zärtlichen Bewegung durch das schwarze Haar und murmelte etwas auch chinesisch, bevor sie sich zu Manga drehte. „Du kannst gehen.“.

    DJ n war wieder in sein Quartier zurückgekehrt und versuchte, von neuen zu meditieren. Das Zimmer war erfüllt von leiser Musik und dem Geruch der Räucherstäbchen, die DJ n abbrennen ließ. Doch so sehr DJ n versuchte, sich zu konzentrieren, er schaffte es nicht. Die neusten Ereignisse, der mysteriöse Anschlag auf das Krankenhaus und das Bekennervideo von ihnen, das alles gab DJ n zu denken. Sollte die Regierung tatsächlich den Ausnahmezustand ausrufen, so würde die Herrschaft von Don Göfla auch nicht mehr lange währen, das wusste nicht nur DJ n, dass wussten alle und vor allem Göfla wusste es am besten. Doch er schien sich sehr sicher zu sein, als er das Bekennervideo an den Bürgermeister schickte. DJ n hoffte, dass der Plan, den der Pate sicherlich haben würde, auch aufgehen würde. >>Was ist, wenn er nicht aufgeht? Was, wenn es schief läuft?<< fragte sich DJ n, schalt sich jedoch im nächsten Moment für diese Gedanken. Er vertraute seinem Paten und dessen kühlen Verstand. Der Plan würde aufgehen und Göfla würde wieder der unbestrittene Herrscher der Unterwelt und der Stadt Talster City sein.
    Mit diesen Gedanken versuchte DJ n erneut, seine Meditation fort zu setzen, jedoch noch immer erfolglos. Daher gab er es auch auf. „Das wird wohl erst mal nichts.“ seufzte er, wechselte die CD und widmete sich, nun mit Metal-Musik im Hintergrund, dem Kampftraining gegen den hölzernen Mann und seinem Sandsack.

    Als Xander wieder zu Bewusstsein kam, fand er sich in einer Zwangsjacke auf PVC-Boden liegend. Vor seinen Augen drehte sich alles. Daher schloss Xander die Augen und versuchte ruhige zu atmen und die Ereignisse zurück in sein Gedächtnis zu rufen, die in der letzten Stunde vorgefallen waren. Langsam drängten sich Bilder von Repko und MR.Z vor sein geistiges Auge, wie sie beide lachten und immer wieder auf ihn einschlugen.
    Xander kniff die Augen zusammen und bemerkte, wie Tränen seine Wagen hinunter rannen und ein pochender Schmerz in sein Gesicht trat. >>Diese... Schweine... hoffentlich geht es Ete gut...<< dachte Xander, der nun neben dem Schmerz in seinem Gesicht auch Schmerzen im Brustkorb, Magen und an seiner rechten Schulter spürte. Immer mehr Tränen rannen sein Gesicht runter. Tränen des Schmerzes, der Angst und Verzweiflung.
    Dies war, so wusste er, nur ein Vorgeschmack darauf, was ihm noch erwarten würde. Don Göfla sprang immer sehr hart mit Verrätern um und Xander war ein Verräter wie aus dem Buche.
    Noch während Xander sich Gedanken machte, was Göfla mit ihm machen würde, kam ihm DJ n plötzlich in den Sinn, wie er ihn damals vor El Desmundo in Schutz nahm und etwas sagte, was ihm Nächte lang wach hielt: „Jetzt... schuldest du mir einen Gefallen. Und auf diesen werde ich früher oder später zurück kommen, Xander, und dann solltest du beten, dass ich nicht von dir dein Leben einfordern werde.“
    Ein Schauer lief über Xanders Rücken. Die Kälte, mit der DJ n diesen Satz gesagt hatte...
    Doch da fiel Xander etwas ein. Ein Plan, mit dem er den traditionsbewussten DJ n dazu benutzen konnte, sein Leben zu retten. Es erschien zwar alles riskant, doch es war seine einzige Möglichkeit und er betete, dass es klappen würde.


    Yoshi:
    Dr. Azrael war jetzt schon einige Tage in einem kargem, fensterlosen Raum gefangen. An der Rückseite stand ein einfaches Bett. Das heißt, eigentlich war es nur ein Metallgestell mit einer Decke – nicht gerade sehr gemütlich. Immer wenn Azrael aufwachte, fühlte er sich wie gerädert.
    Sein Zeitgefühl hatte er schon längst verloren. Er hatte weder eine Ahnung, welchen Tag sie heute hatten, wie viele Tage er schon gefangen war, oder ob es überhaupt gerade Tag oder Nacht war. Seine Armbanduhr und sein Handy waren ihm abgenommen worden.
    Als die beiden Männer mit ihn in ein Auto gestiegen waren, was vor dem Leichenschauhaus parkte, war ihn ein Schwamm mit Chloroform auf den Mund gedrückt worden, schon wenige Sekunden später hatte er das Bewusstsein verloren.
    Als er wieder aufwachte, befand er sich im Kofferraum eines Wagens. Er hatte keine Ahnung, wo sie lang fuhren und verlor sowieso nach ein paar Minuten wieder die Besinnung. Das ging ein paar Male so weiter, bis Azrael auf einmal in dem eben besagten Raum aufwachte.
    Ein Tablett mit Brot, Butter und Käse sowie einer Flasche Wasser standen auf dem Boden. Daneben ein Handtuch, eine Schüssel mit Wasser und eine Rolle Toilettenpapier.
    Im erstem Moment hatte Azrael etwas seltsam geguckt, aber dann fiel ihm das kleine Loch in einer Ecke des Raumes auf, welches mit einer Pappe abgedeckt war. Die „Toilette“.
    Der Arzt wusste nicht genau was in dem Essen war, aber immer, wenn er etwas zu sich nahm, wurde er kurze Zeit später müde und schlief wieder ein.
    Wenn er aufwachte, stand ein neues Tablett mit Essen da und die Waschutensilien waren auch erneuert worden.
    Er hatte zwar mehrfach versucht, dem Hunger zu widerstehen, aber das grummelnde Gefühl in seinem Magen war einfach unerträglich gewesen. „Wahrscheinlich“, dachte er, „betäuben sie ich immer wieder, damit ich nicht versuche zu fliehen. Aber wie sollte ich denn hier ausbrechen? Und: Was haben sie davon, mich hier dahinvegetieren zu lassen? Da stimmt doch irgendetwas nicht...“

    Aus DJ n Zimmer hörte man gedämpfte Musik. Dark Soldier stand an der Tür und hatte schon die Hand erhoben um anzuklopfen, besann sich aber dann anders und ging wieder. Er verließ das Gebäude der Spam Mafia ganz und gar, und betrat die belebteren Straßen durch einen Seitenweg. Als ehemaliger Straßenjunge wusste Dark Soldier, wie man sich in der Menge bewegt, ohne aufzufallen. Er schlenderte ziellos durch die Stadt und war sich dessen eigentlich auch nicht wirklich bewusst. Versunken in seine Gedanken, die um sein bisheriges, sein jetziges und sein zukünftiges Leben kreisten, trugen ihn seine Füße in die Nähe seines Elternhauses.
    Erstaunt blickte Dark Soldier auf, als ihm bewusst wurde, wo er sich befand. Sein Elternhaus lag in der nächsten Straße, keine 500 Meter entfernt. Er wusste nicht warum, aber auf einmal fingen seine Knie an zu zittern.
    Langsam ging er weiter und blieb schließlich an dem weiß gestrichenen Gartenzaun stehen. Es war schon dunkel und Dark Soldier konnte dadurch gut ins Wohnzimmer sehen, wo gerade die Familie zusammensaß und das Abendessen einnahm.
    Er konnte seine Mutter sehen, deren Sorgenfaltern tiefer denn je waren, seinen Vater, der wie immer einen ernsten Gesichtsausdruck hatte. Sein Bruder, seine Schwestern..... dem jungen Mann lief eine einsame Träne über die Wange.
    Ruckartig, einem plötzlichen Impuls folgend, drehte er sich um und rannte die Straße wieder zurück ins Zentrum der Stadt. Er sah nicht mehr, wie sich eine Gestalt aus dem Schatten des Hauses löste und ihm langsam nachging. Auch das leise Zischen, das an eine Schlange erinnerte, hörte er nicht mehr.

    Als Dr. Azrael das nächste mal aufwachte – hatte sich eigentlich nichts verändert, es stand wie immer ein neues Tablett mit Essen auf dem Boden. Seufzend erhob sich der Mann von seiner Liege und schritt zur Tür, um sich das Toilettenpapier zu holen. Als er aufguckte, fiel ihm auf, dass die Tür wohl nicht richtig geschlossen war. Jedenfalls konnte er erkennen, dass sie ein minimales Stückchen aufstand. Vorsichtig näherte er sich der Tür und drückte sie ganz sachte auf - es ging.
    Auf Azraels Gesicht erschien ein Lächeln, als hätte er soeben die Welt vor ihrem Untergang gerettet. Leise trat er auf den Gang hinaus. Ihm blieb nur die Möglichkeit sich nach rechts zu wenden, denn sein „Zimmer“ lag am Ende eines langem Flures. Während er so leise wie möglich den Gang herunterschlich, in dem sich keine andere Tür befand, vernahm er ein Summen welches, je näher er sich der Biegung des Flures näherte, stetig lauter wurde.
    Azrael lugte um die Ecke und sah eine Tür. Vorsichtig näherte er sich ihr und lauschte kurz, ob sich dahinter Leute befanden. Aber abgesehen von einem monotonen Summen war nichts zu hören.
    Azrael nahm all seinen Mut zusammen und öffnete die Tür. Er wusste nicht, was er erwartet hatte, aber bestimmt nicht das. Garantiert aber nicht das, was er jetzt erblickte. Hunderte Computer standen in einem Raum, der die Größe einer Turnhalle hatte. Unverkennbar war der Geruch von Wodka der in dem Raum hing.
    Neugierig geworden, ging Azrael zu einem der Computer und sah, dass hier ein neues Computerspiel lief, Anscheinend wurde es vom Computer gesteuert, denn der Held bewegte sich von alleine und tötete ein Monster nach dem anderen. Azrael schaute sich verwirrt auch die anderen Computer an, die um dem, auf dem das Spiel lief herum standen. Als er sah, was auf den Monitoren geschah, wurde ihm allmählich klar, mit wem er es zu tun hatte. Jeder Computer machte Screenshots von dem Spiel und schnitt vollautomatisch eine Figur davon aus. Um sie einzeln als Bilddatei zu speichern. In Fachkreisen wurde das „klauen“ von Grafiken auch rippen genannt....

    Dark Soldier hatte sich wieder halbwegs beruhigt. Nachdem er sich zwei Bier im Supermarkt gestohlen und beide Flaschen in einem Zug geleert hatte, wurde er wieder ruhiger. Er wusste nicht, was diesen Gefühlsausbruch ausgelöst hatte, aber eigentlich wollte er es auch nicht wissen.
    Er beschloss, ein bisschen zu trainieren und wieder Geld in sein Portmonee zu füllen. Taschendiebstahl ist für einen Straßenjungen überlebenswichtig. Er suchte sich einen recht jungen Mann aus, der in einem Trenchcoat unterwegs war. Junge Leute bergen zwar immer eine Gefahr, weil sie sportlicher sind als ältere, aber Dark Soldier wollte sich selbst auf die Probe stellen. Als der Mann an einer roten Ampel anhielt, stellte sich der junge Mafiosi unauffällig neben ihn und schob bedächtig seine Hand in die Tasche des Mannes.
    Der packte blitzschnell Dark Soldiers Arm und drehte ihn auf den Rücken. „Das würde ich lieber nicht versuchen du kleine Ratte“, zischte er in sein Ohr und bugsierte ihn in eine dunkle Nebenstraße.
    „So, und jetzt stellen wir mal einiges klar“, sagte der Mann und ließ unheilvoll seine Finger knacken. Dark Soldier hielt sich seinen Arm und blickte trotzig in das Gesicht des Fremden. Beide erstarrten. „Du, Dark Soldier?“, fragte der Fremde, der nun kein Fremder mehr war, erstaunt. „DJ n?“, ächzte der Junge. „Das t-t-tut m-m-ir l-leid“, fing er an zu stottern. „I-I-In d-deinen Trenchcoat h-hab ich d-dich gar nicht erkannt“ Gleichzeitig redete er so schnell, dass DJ n schon befürchtete er würde einen Knoten in die Zunge bekommen.
    „Schon gut“, sagte der Asiat, „Ich bin Inkognito um dich zu suchen und zu schützen. Don Göfla hat nämlich herausgefunden, dass wir einen Maulwurf bei unseren Computerheinis haben. Es wurden Informationen über dich veröffentlich und du schwebst in größerer Gefahr, als du ahnst!“
    Dark Soldiers Kinnlade klappte runter. Er in Gefahr? Er war doch nur ein junger Erwachsener. Wer konnte schon an ihm Interesse haben?
    „Ganzzzz recht DJ n.“, zischte auf einmal ein Schatten, der näher kam. „Der Junge schwebt tatsssächlich in grossser Gefahr. Ich wette, sogar in grösssssserer, als DU ahnsssst.“
    Die beiden Mafioso waren wie erstarrt und jegliches Blut wich aus ihrem Gesicht

  8. #8
    Hier 2 neue Episoden aus dem Hause der Schriftsteller

    Repko:

    DJ n erkannte Snake’s Bite sofort. Nächtelang hatte er die Gesichter der Triaden in seinen Träumen gesehen. Er konnte die schrecklichen Ereignisse auf der Gefängnisinsel nicht vergessen. Vorsorglich ging er in Kampfstellung. Snake’s Bite wäre niemals so dumm und würde zwei Mafiosi auf einmal angreifen. Er musste irgendeinen Plan haben. Oder er war stärker, als DJ n dachte. „Was willst du hier?“, fragte DJ n mit allem Hass, den er aufbringen konnte. „Ich habe deinen kleinen Freund gesssucht.“, zischte Snake’s Bite „Wasss für ein Zzzufall, dasss ich auch noch auf dich treffe.“
    „Bleib dicht hinter mir.“, flüsterte DJ n Dark Soldier zu. Dieser leistete still Folge und huschte hinter den großen Japaner.
    DJ n starrte Snake’s Bite an, der nur still und ohne Regung dastand. Auf einmal flog etwas auf ihn zu. DJ n konnte gerade noch ausweichen und sah, wie eine Schlange auf Dark Soldiers Körper zuflog. Er drehte sich zu Snake’s Bite um, der aber gerade um eine Ecke huschte und verschwunden war. Mit einem Satz sprang DJ n auf und riss die Schlange von Dark Soldiers Körper. Mit aller Kraft die er hatte, schleuderte er sie gegen eine Hauswand. Die Schlange war sofort tot.
    „Das blöde Mistvieh hat mich gebissen.“, wimmerte Dark Soldier und sank langsam zu Boden. DJ n kniete sich neben ihn. „Wo?“, fragte er schnell. Dark Soldier zog den Reisverschluss seiner Jacke auf und zeigte auf eine Stelle neben seinem Hals. DJ n sah zwei leicht blutende Einstiche in der Haut. Um sie herum hatte sich ein kleiner, blauer Hof gebildet.
    Sofort legte er seine Lippen auf die zwei Einstiche und begann, zu saugen. Nach ein paar Sekunden spuckte er eine Mischung aus Speichel und Blut neben sich auf den Boden, um kurz darauf Dark Soldiers Wunde weiter auszusaugen.

    TQ lief an einer Grundschule vorbei und steuerte auf eine Telefonzelle zu. Eine Scheibe der Zelle war eingeschlagen, eine weitere wies bereits Risse auf. Von den ehemals vier Telefonbüchern waren zwei komplett zerfetzt, die zwei anderen waren voller Eselsohren und Knicke. Mit schwarzem Filzstift waren auf die Innenseite der gelben Wand ein paar Botschaften gekritzelt. „SlapY was here.“, “In dieser Telefonzelle verlor ich meine Unschuld, Dave D.“ und viele weitere mehr oder weniger sinnvolle Sprüche.
    TQ kramte in seiner Tasche und zog den Bericht heraus, den er geschrieben hatte. Er überflog die drei Seiten kurz. „Fünf neue SWAT-Mitglieder... Spam Mafia wird für das Attentat verantwortlich gemacht, aufgrund von Göflas Bekennervideo... Etat für die nächsten zwei Monate erweitert...“, flüsterte er vor sich hin. Als er von der Vollständigkeit überzeugt war, öffnete er eines der Telefonbücher. Er schlug durch die Seiten, bis hin zum M. Hier musste er seinen Bericht verstecken. Widerwillig fasste TQ nach dem Telefonhörer und wählte die Nummer, die man ihm gegeben hatte. Am anderen Ende der Leitung konnte er zuerst nur ein gegrunztes „Ja?“ hören, erkannte die Stimme aber nicht wieder.
    „Hallo Mutter, ich habe den Kuchen gebacken!“, sagte TQ und kam sich beim runterleiern der Losung ein wenig blöd vor.
    „Sehr gut. Der wird mir hoffentlich schmecken. Ich schicke deinen Onkel, der soll ihn holen. Aber du weißt ja, dass er dich nicht sehen will.“
    TQ verstand die Botschaft. Er sollte sich nun von der Telefonzelle entfernen, die Mafia wollte damit wohl verhindern, dass er die Fährte aufnahm und sie jagte. „Tschüss Mutter.“, zischte er, bevor er den Hörer schwungvoll in die Halterung schlug.

    „Mir ist schlecht.“, klagte Dark Soldier, der, sich auf DJ n stützend, käseweiß im Gesicht durch die Gassen schlurfte. „Es ist nicht mehr weit.“, sagte DJ n beschwichtigend. „Und Psycho hat für alles ein Gegenmittel.“, DJ n lallte ein wenig, da ihm das Schlangengift die Zunge betäubt hatte. Als er vor dem hohen Zaun des Sanatoriums stand, blickte er sich hastig und prüfend um, bevor er hastig eintrat und Dark Soldier durch die Türe schleppte.
    Im Gebäude steuerte DJ n sofort auf sein Zimmer zu. Dort angelangt, legte er Dark Soldier behutsam auf seine Pritsche. „Warte hier.“, sagte er befehlend, wusste aber nicht, ob Dark Soldier überhaupt noch bei Bewusstsein war.

    Genji saß noch immer vor seinem Rechner. Die Diskette, die er von seinen zwei Herrinnen erhalten hatte beinhaltete eine komplette Datenbank in form eines Navision-Dokumentes. In ihr waren sämtliche Informationen über die Spam Mafia enthalten – lediglich ihr Standort oder wenigstens ein Anhaltspunkt dazu fehlte. Staunend überflog er die zahlreichen Akten über einzelne Mitglieder, Pläne zu Einrüchen, potentiellen Attentaten und Einkaufslisten für Waffen und Sprengstoff.
    Hinter ihm öffnete sich die Türe und Vidora trat ein. „Und? Schon was wichtiges rausgefunden?“, fragte sie ungeduldig. Genji drehte sich schnell zu seinem Bildschirm um. „Diese ganzen Attentatspläne... Ich halte sie für unrealistisch. Es sind vielleicht Entwürfe, Ideen, oder sowas, aber nichts Ernstes.“ Vidora schlug ihn mit der Hand gegen den Hinterkopf. „Dann finde etwas nützliches, du hirnverbrannter Idiot!“, fluchte sie. In Genjis Kopf spielten sich bizarre Fantasien ab, in denen er die Köpfe der Asuka-Schwestern mit seiner Faust einschlug. Beim Gedanken an das knackende Geräusch zog sich ein leichtes Grinsen über seine Lippen.
    „Eigentlich habe ich schon etwas herausgefunden. Da ist so ein Kredithai. Scheint ein ziemlich mächtiger Mann zu sein. Dem schulden sie noch massenhaft Kohle.“ Genji rief eine Akte auf. „Hier. Der Kerl. Er nennt sich Ghost who walks inside. Komischer Name, aber ein mächtiger Mensch in dieser Stadt.“ Vidora lächelte und strich Genji sanft über die Stelle, auf die sie ihn eben noch geschlagen hatte. „Bist doch noch zu etwas nützlich, Kleiner.“, sagte sie herablassend, bevor sie den Raum verließ.
    „Eine Frage noch.“, sagte Genji und Vidora hielt inne. „Woher habt ihr diese Informationen?“
    Vidora drehte sich belustigt um. „Wir haben uns da einen Kerl besorgt, der etwas vom Beschaffen von Informationen versteht.“ Genjis Augen weiteten sich. „Aber doch nicht etwa einen der Canwallace-Brüder?“, fragte er schockiert.
    „Nein,“, sagte Vidora. „es ist ein gewisser YoshiGreen.“



    Und DJn

    DJ n schloss die Tür hinter sich und rannte los. Die Korridore sahen alle gleich aus, doch DJ n erinnerte sich dunkel daran, dass Göfla, als er ihm herumgeführt hatte, auch die Krankenstation gezeigt hatte und dabei eine Bemerkung gemacht hatte, die auf die Häufigkeit von DJ ns Besuchen auf der Krankenstation anspielte. Was der Don genau gesagt hatte, wusste DJ n nicht mehr. Es war ihm auch egal. Im Moment legte er alles daran, Psycho zu finden und ihn zu Dark Soldier zu bringen. >>Wenn der Junge stirbt wird auch die Schlange nicht mehr lange zu leben haben<<, dachte DJ n wutentbrannt. Die Korridore wollten kein Ende nehmen und er begann langsam zu zweifeln, ob er den Weg zur Krankenstation kannte, als er ein Schild neben einer Tür sah. „Krankenstation“ war darauf zu erkennen.
    Hastig warf DJ n die Tür auf. Psycho stand gerade vor einem kleinen Schrank in dem Medikamente aufbewahrt waren und schien sie zu sortieren. Als die Tür aufging und laut gegen die Wand krachte, zuckte er heftig zusammen, als hätte man ihm einen Stromstoß versetzt und hätte dabei beinahe ein Glas mit Valium fallen lassen. „Psycho! Du musst sofort mitkommen. Und nimm alles mit, was du an Gegenmitteln dabei hast!“, bellte DJ n in hartem Ton. Psycho sah den Asiaten mit schräg gelegtem Kopf fragend an. „Was...“, begann er, doch DJ n war bereits bei ihm und sagte aufgebracht: „Schnapp dir deine Gegenmittel. Dark Soldier wurde von einer Schlange gebissen, die Snake’s Bite gehört. Es scheint ernst zu sein.“. Noch immer lallte er. Das Gift betäubte seine Zunge weiterhin. Doch mehr brauchte DJ n auch nicht zu sagen. Psychos Augen weiteten sich und so schnell er konnte, kramte er Flaschen, Gläser, Spritzen, ein Stethoskop und andere Gerätschaften zusammen und stopfte sie rüde in eine Plastiktüte. „Wo ist er?“. „In meinem Quartier. Komm mit.“. Mit diesen Worten rannten die beiden Männer durch die leeren Korridore des Sanatoriums. >>Hoffentlich ist es nicht zu spät...<<

    Mit einer Mischung aus Trauer und Wut betrachtete Snake’s Bite die tote Schlange auf dem Boden. Der Aufprall an der Wand hatte ihr den Schädel gebrochen. Leblos lag das Tier am Boden. „Mein armesss Schätzzchen... dasss wird mit dieser verfluchte DJ n noch büssssen... dasss schwöre ich...“ zischte Snake’s Bite und hob die tote Schlange, so behutsam wie man ein Neugeborenes in den Arm nimmt, auf und trug sie auf beiden Händen vor sich her.

    Ete wusste weder, wie spät es war, noch ob Xander noch lebte oder schon längst tot war. Er wusste nur zwei Dinge.
    Zum einen, dass er sich mit Sicherheit in dem Hauptquartier der Spam Mafia aufhielt und er nach Xander der Nächste sein würde, den sie sich zur Brust nehmen würden.
    Das andere war die Tatsache, dass er starken Harndrang hatte.
    Ete war verzweifelt. Was sollte er tun? Was KONNTE er tun? Und was würde die Spam Mafia mit ihm machen?
    Er wusste es nicht.
    Plötzlich drang ein Wimmern an sein Ohr. Es war ein leises Wimmern, doch soweit Ete es bestimmen konnte, musste sich die Person, von der dieses Wimmern kam, im selben Raum aufhalten, wie er. „Hallo? Ist da wer?“ wollte er rufen, doch durch den Knebel im Mund brachte er es nur auf ein paar undeutliche Laute. Das Wimmern hielt an. Wieder versuchte Ete etwas zu rufen und wieder war das Einzige, was er zustande brachte, undeutliche Laute.
    Auf einmal war es still. Das Wimmern hatte aufgehört und war durch ein schweres Atmen ersetzt worden. Nun war sich Ete sicher, dass er nicht alleine war. „Hallo! Wer auch immer da ist, helfen sie mir!“ versuchte Ete zu rufen und dieses mal brachte er verständliche Worte heraus, jedoch nur „Hallo“ und „helfen“.
    „Hallo?“, drang plötzlich eine andere Stimme an Etes Ohr und erfüllte ihn mit Zuversicht. Er hatte also Recht gehabt. „Hallo!“ antwortete Ete so deutlich es ging. „Wer ist da? Wo bin ich?“ fragte die fremde Stimme. „Ich bin Ete...“, nuschelte Ete durch den Knebel. „Wer sind sie?“. Ete hoffte, dass die Person die Frage verstanden hatte. „Ich? Ich weiß nicht, wer ich bin... aber wenn sie kommen, nennen sie mich immer CK.“ antwortete die Stimme wehmütig. „Gut CK. Können Sie sich bewegen?“, versuchte Ete zu fragen, doch wieder brachte er es nur auf undeutliche Nuschellaute. „Was? Ich kann Sie so schlecht verstehen. Wo sind Sie überhaupt?“ fragte die Stimme. „Hier! Ich bin hier!“, rief Ete durch den Knebel in der Hoffnung, die Worte würden so besser zu verstehen sein. „Wo ist hier? Sie müssen mir schon sagen, wo Sie sind... ich bin nämlich blind.“. „Blind?“, fragte Ete nach. Seltsamerweise war dieses Wort klar zu verstehen. „Ja... zwei merkwürdige Männer sind dafür verantwortlich... mir gehörte mal ein großer Reifenhandel hier in der Stadt... soviel weiß ich noch... und diese Männer sagten, ich müsste ihnen Geld geben, damit mein Geschäft weiter laufen könnte... ich weigerte mich und wurde hier her gebracht... wo das ist, weiß ich nicht... jedenfalls haben sie mich, nachdem sie mich immer wieder zwingen wollten zu zahlen, irgendwann jeden Tag grellem Licht ausgesetzt... bis ich blind wurde...“ schluchzte die Stimme. Ete wusste nun, um wen es sich bei seinem Zellengenossen handelte. Scheinbar hatte die Spam Mafia den größten Reifenmogul von Talster City als Geisel genommen. Der Fall war ihm bekannt, er musste viele Monate daran arbeiten, jedoch erfolglos. Irgendwann wurde CK für tot erklärt, woraufhin nicht nur das Geschäft, sondern auch die Aktien des Konzerns in den Keller gingen. „CK! Helfen sie mir!“, begann Ete nun zu flehen. Die Worte waren zwar noch immer undeutlich, jedoch deutlich genug, dass CK sie verstehen konnte. „Wie denn? Ich sehe Sie doch nicht...“. „Folgen Sie meiner Stimme...“, rief Ete. Es war zwar wieder vieles genuschelt, doch CK schien zu verstehen. „Ich werde es versuchen.“ Ete spürte neue Zuversicht in sich aufsteigen und begann unablässig etwas zu sagen. Er hoffte, dass CK, der bei seinem Verschwinden Mitte 60 und recht gebrechlich war, es schaffen würde, zu ihm zu gelangen und ihm wenigstens den verdammten Knebel und die Augenbinde abnehmen konnte. „Hierher! Hierher! Hierher!“, rief Ete immer wieder. Er hörte tapsende Schritte auf sich zu kommen. CK schien keine Schuhe anzuhaben. Vor seinem geistigen Auge stellte sich Ete einen kahlköpfigen, dürren, blinden Mann vor, der ohne Schuhe, vielleicht auch gänzlich ohne Kleidung, auf ihn zutapste, immer nur seiner Stimme folgend. Diese Vorstellung erinnerte ihn an Gollum aus Tolkiens „Herr der Ringe“. Ete hoffte, dass CK jedoch nicht an der markanten Schizofrenie Gollums litt und ihm half, wenn er nun endlich bei ihm ankommen würde. „Hierher! Hierher!“, rief Ete weiterhin.

  9. #9
    Entschuldigt die lange Pause, aber hier kommen zur Entschädigung 2 neue Episoden der Chronisten, die erste stammt aus der Feder meine geschätzten Kollegen The_Question und die zweite Hälfte dieses Posts geht auf meine Kosten!
    Viel Spaß!
    PS: Könnte der Thread bitte wieder angepinnt werden? ISt ja ATM nicht viel los!

    TQ fuhr schweigsam zum Hauptquartier zurück, mit der Ausrede, er hätte sich nur kurz die Beine vertreten. Er verhielt sich irgendwie anders. Das wusste Schattenläufer, denn in der Zeit, in der er mit TQ zusammengearbeitet hatte, erkannte er seine Eigenschaften, sowie seine große Hilfsbereitschaft.Er verhielt sich seltsam... sehr seltsam, doch Schattenläufer, seine Kollegen nannten ihn gerne "Schatti", machte sich keine ernsten Gedanken darüber, denn schließlich hatte er gerade Mittagspause und da ging er seiner Lieblingsbeschäftigung nach: Schokoladenmuffins essen. Währenddessen setzte sich TQ an seinen kleinen Arbeitsschreibtisch, öffnete die dritte Schublade von oben und zog ein kleines Kästchen hinaus. Er öffnete es, blieb jedoch geduckt, sodass niemand das Kästchen sehen konnte. Er blickte sich rasch um und öffnete es. In Ihm war ein kleines Amulett, sowie ein Foto von ihm und seiner Familie und ein ehemaliges, halbzerissenes Foto von der damaligen ASP. Das Amulett gehörte seiner Mutter. Sie war bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Mit ihr sein jüngerer Bruder. TQ wusste den Namen kaum mehr.Er wusste nur noch, dass er mit M begann. Den Rest der Erinnerung hatte er soweit verdrängt. Er sah sich die Fotos eine Zeit lang an, versank in Gedanken und unbemerkt schlich ihm eine kleine Träne übers Gesicht. Er wischte sie schnell weg, bevor ihn irgendjemand so sah. "Hey TQ, ich geh Eine rauchen, kommst du mit?", fragte 'Schatti'. Er nickte und beide verließen den Raum, um sich eine Zigarette zu gönnen. Das brauchte TQ gerade. Das beruhigte die Nerven. Er brauchte Abwechslung, er musste abschalten, um zu überlegen, wie er sich aus der Schlinge der Mafia schlängeln konnte, ohne etwas zu riskieren...

    Ete war noch immer gefesselt und gab unverständliche Laute von sich."Hier her, Hier her!", versuchte er zu brüllen. Er spürte eine große, jedoch dürre Hand auf seinem Haupt. "Genau hier!", wollte er sagen, doch man erkannte nicht wirklich, dass er das gesagt hatte. CK tastete Ete ab, um nach dem Knebel zu suchen. Nach ein paar Sekunden fand er jenen, und löste ihn.Nun konnte Ete wieder sprechen. "Gut so, und jetzt bitte noch die Augenbinde!", sagte er. Eine Hand griff in seinen Augenbereich, und löste das Tuch, woraufhin Lichtstrahlen in Etes Augen gerieten, und er kurz nichts sah. Er war wohl ziemlich lange auf diesem Stuhl gesessen, weil es erst ein wenig dauerte, bis er wieder klare Sicht hatte. Als nächstes sah er sich den Mann an, der ihm soeben den Knebel und die Augenbinde abgenommen hatte. Er hatte einen alten, knöchrigen Mann erwartet, der klein war und einen krummen Rücken hatte. Er sah jedoch einen recht großen Mann, vielleicht etwas dürr, dennoch gesund und gut bei Kräften. "Vielen Dank! Könnten sie noch versuchen meine Fesseln zu lösen?", fragte Ete in einem aufgeregten Ton. "Nun, ich kann es versuchen.", quiekte CK, der daraufhin weiter Etes Stuhl abtastete, um die Fesseln zu suchen. "Hm, ein recht starker Knoten" sagte CK, "Allein krieg ich den nicht auf, aber Moment" fügte CK hinzu.Er griff in seine Hosentasche und zog ein kleines, jedoch recht scharfes Stück Restmetall aus ihr. "Damit dürfte es gehen", sagte er. Er fing an an dem Seil herumzuschneiden und mit der Zeit lösten sich die einzelnen Fasern, bis schließlich, nach etwa 5 Minuten, das Seil kappte. Nun konnte Ete auch aufstehen, nachdem er sich noch der Fußfesseln entledigt hatte."Nochmals Vielen Dank, ich frage mich, wo wir hier sind", sagte Ete zu CK, in der Hoffnung, eine Antwort zu bekommen, doch CK seufzte nur und sagte "Ich weiss es auch nicht."...


    „Boah, das ist ja irre.“, ließ ein Mann mit Sonnenbrille, Rucksack und Fotoapparat in der Hand vernehmen, als er in der Innenstadt von Talster City die Hochhäuser erblickte.
    Der Mann mittleren Alters, der staunend und mit offenem Mund auf der Straße stand, war MagicMagor, ein Tourist, der mit NATO-Tours das erste mal in einer Großstadt war.
    Leider hatte er dabei seine Reisegruppe verloren. Während er also suchend durch die Straßen lief, machte er seine eigene Erkundungstour. Zwei Filme hatte er schon vollgeknipst, und den dritten wollte er gerade in Angriff nehmen, als er einen Mann mit einer Schlange in der Hand entdeckte. Vollkommen fasziniert starrte er Snake’s Bite und das tote Tier an, welches wie ein kleines Baby in seinen Armen lag.
    „Das gibt’s ja nicht.“, murmelte Magic mehr zu sich selbst und als der Mann schon an ihm vorbei gegangen war lief er ihm hinterher. „Hey, warten sie. Sie da mit der Schlange.“
    Snake’s Bite drehte sich ruppig um und der böse Gesichtsausdruck ließ Magic zurückprallen.
    „Ich... ähm... wollte sie eigentlich nur fragen.... ob... äh... ich vielleicht ein Foto.... von ihnen... und der Schlange...“, stotterte der Tourist.
    Snake’s Bite’s Blick wurde noch finsterer und er fing an zu zischen: „Lassssen ssie mich in Ruhe.... oder wollen ssssie sssterben?“
    Im ersten Moment blickte MagicMagor ihn verwirrt an, doch dann verstand er das der Mann wohl nur einen Spaß gemacht hatte und fing an zu lachen. „Hahaha! Der war wirklich gut. Im ersten Moment dachte ich echt sie meinen es Ernst“, meinte er grinsend, aber Snake’s Bite hatte sich schon umgedreht und verschwand gerade hinter einer Häuserecke.
    Stutzig geworden wegen der groben Abfuhr des Mannes und neugierig, warum jemand mit einer Schlange im Arm rumrennt, lief MagicMagor hinterher.

    „ICH WILL SOFORT MEINEN MANN SEHEN!!“ Shinshrii’s schrille Stimme hallte durch die Gänge. Schon seit Stunden versuchte sie heraus zu bekommen, wo ihr Mann steckte. Als Xander mit Ete wegfuhr, hatte man ihr gesagt, sie wollen nur seine Aussage im Polizeipräsidium aufnehmen, und danach direkt zu ihr kommen. Länger als zwei Stunden würde es nicht dauern, habe man ihr versichert. Erst fing sie nur an, ungeduldig zu werden, doch dann wich die Ungeduld der Sorge, denn für gewöhnlich rief Xander wenigstens an wenn er sich verspätete. Auf ihre Fragen zuckten die Schwestern nur mit den Schultern und sagten, sie wüssten von nichts.
    Aber jetzt war es ihr einfach zu viel und sie machte ihrem Ärger Luft. Tatsächlich konnte sie draußen auf dem Gang schnell Schritte vernehmen und kurz darauf flog die Tür zu ihrem Zimmer auf und Dr. Wohan Dieg trat ein. Eigentlich war die Arbeit des Notfallarztes zu Ende, wenn der Patient auf Station gebracht wurde. Aber das Schicksal dieser schwangeren, jungen Frau, deren Haus von der Spam Mafia angegriffen worden war, ging ihm sehr nahe und er hatte die Schwestern angewiesen, bei eventuellen Problemen ihn zuerst zu benachrichtigen.
    „Bitte, bitte Miss Kelven. Aufregung ist das Letzte was ihr Kind im Moment braucht.” „Ich rege mich überhaupt nicht auf!“, rief Shinshrii, „Ich will nur meinen Mann sehen! Keiner sagt mir, was mit ihm ist.“
    Dieg nickte verständnisvoll und sagte: „Ich werde mal im ASP-Präsidium anrufen und fragen, wo er bleibt. Aber vorher werde ich noch einmal ihre Infusion erneuern.“
    Doch statt einen Beutel mit Kochsalzlösung hängte er ein harmloses Beruhigungsmittel an den Haken. Besser, wenn Miss Kelven ein wenig schläft, dachte er.

    TQ kam gerade rechtzeitig von seiner Zigarettenpause zurück, um zu hören, dass das Telefon klingelte. „ASP, Kommissar The Question.”, meldete er sich schnaufend. Er sollte das Rauchen endlich aufgeben. Aber in so einer Situation in der er sich im Moment befand, hatte er einfach keinen Nerven dafür.
    „Hier Dr. Wohan Dieg vom Talster General.“, meldete sich der Anrufer. „Ich wollte mich einmal erkundigen, wo sich Mister Xander befindet. Sein Haus wurde von der Spam Mafia angriffen und er sollte mit auf Revier, damit man seine Aussage aufnehmen kann. Seine Frau lässt fragen ob es denn noch länger dauern wird.“
    Während Dieg sprach wurde TQ’s Gesicht weiß wie ein Bettlaken. „Hören Sie, Dr. Dieg. Das kann ich ihnen so leider auch nicht sagen, aber ich verspreche ihnen, dass ich in Erfahrung bringen werde, was mit Xander passiert ist. Ist es ihnen recht, wenn ich mich dann bei ihnen melde? Ja in Ordnung? Prima, dann auf wiederhören.“
    Ohne eine Antwort abzuwarten knallte er den Hörer auf die Gabel und rannte hinaus auf den Flur wo er laut rief: „Hey, alle herhören! Weiß jemand wo Ete und Xander sind? Die sollten doch schon längst wieder da sein!“

    MagicMagor folgte Snake’s Bite durch die halbe Stadt und in eine dreckige Seitenstraße. Hier verschwand der Schlangenträger in einer Tür, die, wie MagicMagor annahm, zu einem chinesischen Restaurant an der Hauptstraße gehörte. Er nahm all seinen Mut zusammen und folgte Snake’s Bite durch die Tür ins Gebäude. Er öffnete die Tür, trat ins dunkel und lief sofort gegen etwas großes Weiches. Magic prallte einen Schritt zurück und sah in ein asiatisches Gesicht, das ihn diabolisch angrinste. Überall in seinem Gesicht waren kleine Schnitte zu sehen, die am Verheilen waren. Er hätte gut einer der berühmt, berüchtigten chinesischen Köche sein können, dessen letztes Gericht eine besonders widerspenstige Katze gewesen war.

    Delaware saß in einer Zelle. Nach dem kurzen Moment, wo sich der helle Nebel von seinen Gedanken gelichtet hatte, bekam er wieder einen Anfall und wurde von seinen Pflegern zurück in die Zelle gebracht.
    Jetzt, nur wenige Stunden, nach dem Anfall, klärten sich abermals seine Gedanken. Auf einmal konnte er klar sehen. Leider war da nicht viel, das man sehen konnte. Weiße Wände und eine gut gepolsterte Tür mit einer kleinen Klappe auf Augenhöhe. Delaware stand langsam auf. Er erkannte, dass er in einer Irrenanstalt war. Woher er diese Erkenntnis nahm, wusste er nicht, aber er war sich sicher, dass seine Annahme richtig war. Auch sein Gehör schien wieder zu funktionieren. Er konnte hören, wie ein paar Zellen weiter jemand ausrastete und immer wieder etwas brüllte. Es klang wie: „Ich will Sphero sprechen. Sphero! Ich will dich sprechen!“
    Verwundert runzelte Delaware die Stirn. Dann hörte er wie draußen auf dem Gang schnelle Schritte näher kamen. Auf einmal rief jemand: „Das kommt aus Simons Zelle! Schnell, Simon rastet wieder aus!“
    Delaware konnte sich keine Reim darauf machen. Dann kamen wieder Gedankenfetzen in seinen Kopf. Wie kleine Szenen aus einem Kinofilm. Es waren blutige Szenen. Ein regelrechtes Blutbad. Er sah Polizisten und wie es aussah Gefangene die sich einen erbitterten Kampf lieferten. Anscheinend ein Aufstand in einem Gefängnis. Aber bevor Delaware weitere Einzelheiten erkennen konnte, blitzte es einmal hell auf und er hatte wieder das vertraute Gefühl, zu schweben. Leicht wie ein Vogel in einem hellen, weißen Licht. Nicht kalt - angenehm und er fühlte sich wie zuhause....
    An diesem Abend hatten die Pfleger der Nervenheilanstalt zwei Patienten, die einen Anfall bekamen und beruhigt werden mussten.

  10. #10
    Soar, von nun an beginnt der Durchmarsch... MUAHAHAHA...
    Heute am Start: DJ N und .... Meine Wenigkeit *tweet*

    DJ N:
    Ete sah sich langsam um. Der Raum hatte hohe, weiße Wände und eine vergilbte Neonröhre, die den Raum in ein dreckiges Licht tauchte. „Wo, zum Teufel sind wir hier?“, fragte Ete sich selbst, doch CK schien diese Frage auf sich zu beziehen und antwortete: „Ich weiß es nicht, das sagte ich schon.“. „Das ist mir klar. Danke nochmals für ihre Hilfe, Mr. CK.“, sagte Ete und sah sich um. Er bemerkte, dass sein Holster leer war. Sie hatten ihm seine Waffe abgenommen, logischerweise. Die Spam Mafia hatte sicher noch ihre eigenen Pläne mit ihm, das konnte sich Ete sehr gut vorstellen. „Wie lange sind Sie schon hier?“, fragte Ete, um sich von den grausigen Gedanken abzulenken, dass die Mafiosi auch ihn blenden könnten oder schlimmeres mit ihm anstellen würden.
    „Wie lange? Das wüsste ich selber gerne... welchen Tag haben wir heute?“, fragte CK und seine raue Stimme holperte leicht. „Wir haben Mittwoch, den 16ten Juni 2004.“ antwortete Ete beiläufig, da er seine Aufmerksamkeit dem Raum an sich gewidmet hatte. Krampfhaft dachte er darüber nach, wo er sein könnte und wie es ihm gelingen könnte, wieder von hier – wo auch immer das war – zu verschwinden, am besten mit CK.
    „Was? Juni schon... 2004... dann bin ich seit 5 Monaten hier...“, sagte CK resignierend und Tränen rannen über das alte, ausgemergelte Gesicht. „Ja. Und vier Monate habe ich an dem Fall ihrer Entführung gearbeitet, Mister. Keine einfache Angelegenheit.“, murmelte Ete unbewusst und erstarrte, als er realisierte, was er gesagt hatte. „Was? An meinem Fall gearbeitet? Was meinen sie damit? Sie... sie suchen doch noch nach mir... oder? Sagen sie es mir...“, begann CK zu wimmern. Seine dürren Finger hatten sich zu Fäusten geformt und die flache Brust des alten Mannes hob und senkte sich deutlich durch das schnellere Atmen. „Nun... Sir... ich...“, stammelte Ete. Er wusste nicht, wie er es dem alten Mann beibringen sollte. „Ich werde ihnen alles genau erzählen, wenn wir hier raus sind, das verspreche ich ihnen.“ „OK... wenn wir hier raus sind... wo auch immer das ist und wann auch immer wir hier raus kommen... falls wir hier raus kommen...“ Ete sah den alten Mann an und fühlte sich auf einmal selbst so alt, wie CK.

    Xander hatte versucht, etwas zu schlafen. Die Erschöpfung von der lange andauernden Folter durch Repko und MR.Z war groß, doch aufgrund seiner immensen Schmerzen konnte Xander nur den berühmten Sekundenschlaf genießen und fühlte sich dadurch noch erschöpfter und ausgelaugter, als zuvor.
    Da er nicht schlafen konnte, hatte Xander den Versuch in Angriff genommen, sich aufrecht gegen die Wand zu lehnen um eine bequemere Position zu haben. Nur mit Hilfe seines Kinns robbte er auf die Wand zu, versuchte sich mit den gefesselten Armen auszuhelfen, und kam nach einiger Zeit kraftlos am Ende des Raumes an. Schnaufend versuchte er, sich so zu drehen, dass er sich an der Wand aufrichten konnte, jedoch vergebens. Er hatte nicht mehr die Kraft dazu.
    Tränen begannen langsam die Augen von Xander zu fluten und seine Sicht zu vernebeln. >>Shinshrii. Meine liebste Shinshrii. Könnte ich nur bei dir sein... es tut mir leid... es tut mir alles so unendlich leid...<<

    Mit einer Maske der Emotionslosigkeit stand DJ n hinter Psycho und beobachtete diesen, wie er mit allerlei Medizin und medizinischen Gerätschaften an Dark Soldier herumwerkelte. In seinem tiefsten inneren spürte DJ n so etwas wie Angst, die er um diesen jungen Mann hatte, doch nach außen hin zeigte er seine typische Kälte, ohne ein Anzeichen auf irgendwelche Gefühle oder die Schlacht, die in seinem Inneren tobte. Diese Schlacht führte er nicht zum ersten mal und wieder war sein Gegner die Stimme seines Gewissens und der Vernunft, die aus sentimentalen Gründen die Stimme seines Meisters besaß. Diese Stimme ermahnte ihn dieses mal jedoch nicht, sondern lobte ihn, dass er das Richtige getan und somit einen Schritt weg vom Pfad des Bösen und der Dunkelheit gemacht hatte. Diese Sätze waren beinahe so stechend für ihn, wie ein Tadel dieser Stimme. Doch DJ n schaffte es wieder, die Stimme zum Schweigen zu bringen, indem er Psycho mit gekünstelter Gleichgültigkeit fragte: „Und? Wie schlimm ist es? Wird er durchkommen?“. Ohne sich zu DJ n zu drehen, antwortete Psycho: „Dieser Bastard von Triade hat eine Schlange benutzt, die über ein starkes Nervengift verfügt. Der Grund übrigens, warum du eine Zeit lang beim Sprechen gelallt hast. Eine Schlange, die in wenigen Provinzen in China und Südamerika bekannt ist und dort meist für die Jagd oder andere tödliche Zwecke verwendet wird. Diese Art gilt als sehr aggressiv. Mich wundert es, dass der Triade es schaffen konnte, sie zu bändigen.“ Die Art, wie Psycho die einzelnen Sätze aussprach, ließ DJ n vermuten, dass es wirklich schlimm um Dark Soldier stand.
    „Kümmere dich um ihn. Ich werde mich auf die Suche nach dieser Schlange machen und ihr gehörig den Hals umdrehen.“ sagte DJ n und wandte sich zum Gehen. „Warte noch!“ keuchte Dark Soldier plötzlich. DJ n wirbelte herum und sah, dass er die Augen geöffnet hatte. „Die Schlange gehört mir. Ich will mich persönlich rächen. Bitte. Überlass ihn mir, DJ n.“ Dark Soldiers Gesichtsfarbe war wie Pergament und seine Augen starrten ihn trübe aus den Augenhöhlen an. „Gut. Die Schlange gehört dir. Ich werde dem Don unterrichten.“ antwortete DJ n mit einer ungewohnten Freundlichkeit, die ihn selber einen Schauer über den Rücken jagte. Ohne weiter über diese Worte nachzudenken, verließ DJ n den Raum und machte sich auf den Weg zu Don Göflas Büro. Die Stimme in seinem Inneren war wieder erwacht.


    Repko aka Sweety das Küken:

    Ete rannte hektisch in dem Raum herum, verzweifelt darum bemüht, einen Ausgang zu finden. CK stand regungslos im Raume herum, er schien lediglich Etes Schrittgeräuschen zu folgen. „Hier kommen wir ohne Hilfe erst mal nicht raus!“, sagte er schwer atmend. Das Alter und die vielen Pfunde auf seinem Bauch hatten ihm zugesetzt. „Wir müssen versuchen, ihnen eine Falle zu stellen.“, sagte er und begann, seinen Schnauzbart glatt zu streichen, was er immer tat, wenn er angestrengt überlegte. Im Raum, in dem sie sich befanden stand lediglich ein Stuhl, neben dem Stuhl lag ein langes Stück Kabel, mit dem Ete gefesselt worden war. Aus der Decke hing ein Stromkabel, an dem eine Glühbirne hing. „Ich hab’s.“, murmelte Ete, und nahm das Kabel an sich.

    Azrael hatte den Raum bereits verlassen und sah sich beunruhigt auf dem Gang um. Er hörte nichts, außer dem hypnotischen Rauschen der Rechner, das selbst durch die Tür drang. Nach anfänglichem Zögern setzte Azrael seinen Weg den Gang entlang fort. In seinem Kopf rasten Gedanken. Wozu rippten diese Leute Dinge aus Computerprogrammen. Was waren das überhaupt für Kerle?
    Plötzlich wich der weiche, dämpfende Teppichboden des Flures ein paar massiven Marmorfließen. Vorsichtig und behutsam setzte Azrael einen Fuß vor den anderen, und dennoch tönte bei jedem seiner Schritte ein leiser, dumpfer Hall durch den Gang.
    Immer wieder erblickte der Arzt eine massive Türe neben sich.
    Auf einmal wurde eine dieser Türen schnell aufgerissen und der Mann, der Latency erschossen hatte. Azrael merkte sofort, dass er sich nicht mehr verstecken konnte.
    Verzweifelt blieb er stehen und lies den Dingen ihren Lauf. Der Mann drehte sich verwundert zu ihm um. „Hey du? Was machst du denn hier?“, fragte er mit klarer Stimme.
    Die gegenüberliegende Türe öffnete sich und ein dünner, aber sehr großer Mann mit dunklem Vollbart und einer Brille mit kleinen Gläsern trat heraus. „Kann man denn nicht einmal in Ruhe... Moment, wer ist der Kerl?“, fragte der Mann und drehte sich zu Azrael. „Hau ab Dhan, ich erledige das!“, meinte der erste. „Wer ist der Kerl, Pulsedriver?“, wiederholte Dhan, der noch immer in der Türe stand. „Irgend so ein Arzt. Manafreak wollte unbedingt, dass er mitkommt.“ Dhan kam aus der Türe heraus und schloss sie hinter sich. „Was hast du gesehen?“, fragte er eindringlich. Azrael ging einen Schritt zurück. Seine Unterlippe zuckte langsam. „Was hast du gesehen, verdammt?“, fragte Dhan.
    „Gar nichts.“, stotterte Azrael ängstlich. Seine Beine drohten zu versagen. „Gar nichts?“, fragte Dhan. Azrael öffnete nervös den Mund, doch mehr als ein Nicken brachte er nicht hervor. „Ich meine, wir haben hier eine Menge Kameras. Ich kann gerne überprüfen...“ Dhan wurde von Azrael unterbrochen. „O-OK, ich w-war da in so einem Raum m-mit v-vielen Rechnern u-und s-so ... Zeugs.“ Dhan sah zu Boden und fing langsam an zu nicken.
    Mit einer schnellen Bewegung zog er eine Pistole aus dem Holster an seiner Hüfte, richtete sie auf den Kopf des Doktors und drückte ab.
    „Dhan, du Vollidiot, was hast du getan?“, fragte Pulsedriver verzweifelt.
    „Er wusste zu viel.“, sagte Dhan, während er seinen Revolver wieder verstaute. „Ich musste ihn töten.“
    „Das meine ich doch gar nicht.“, erwiderte Pulsedriver. „Ich meine die Sauerei, die du gemacht hast. Das kannst du übrigens selber putzen!“

    Ete begutachtete sein Werk. Er hatte das eine Ende des Kabels in die Fassung der Lampe eingebaut, das andere Ende hielt er in der Hand. Es war wieder dunkel, das einzige Licht im Raum, kam unter der Türe hindurch. „Also, CK, versuch hinter mir zu bleiben.“, sagte Ete und holte tief Luft.
    „FEUER“, brüllte er aus vollem Halse und wiederholte seinen Schrei nach und nach, bis er schnelle Schritte auf dem Gang hörte. Er hörte, wie sich ein Schlüssel im Schloss drehte. Was geschah, dauerte kaum eine Sekunde, doch Ete kam es endlos lange vor, bis die Klinke nach unten gedrückt wurde. In diesem Moment führte Ete den offenen Draht des Kabels auf das Schloss und setzte es unter Strom, er spürte es ganz deutlich. Die Türe flog aus und Repko sah verdutzt hinein. Seine Hand lag auf der Klinke.
    Die Klinke war mit einer dicken Gummischicht verkleidet. Repko sah sich um und sein Blick fiel auf Ete, der noch immer das Kabel in der Hand hielt. Er grinste fies, während er seine Waffe mit gestreckten Armen auf den Polizisten hielt. „Du denkst wohl, wir fallen auf so einen uralten Trick rein?“, fragte er. Sein Gesicht wurde ernster. „Komm raus, Drecksbulle! Und du, Blindschleiche, du bleibst hier.“, brüllte er.
    Ete leistete mit gesenktem Kopf gehorsam, er hörte, dass CK hinter ihm zu weinen begann, während Repko Ete einen faulig riechenden Leinensack über den Kopf stülpte.
    Hinter Repko hatten sich bereits einige Mafiosi versammelt. Black, Ruffy, DragonThorm und Scavenger waren dem Feuerruf ebenfalls gefolgt.
    „Wo bringst du ihn hin?“, fragte der Scavenger. Repko drückte Ete seine Waffe in den Rücken. „Der Don will, dass wir ihn freilassen. Er soll erzählen, dass wir Xander haben.“


  11. #11
    Damit der Durchmarsch auch ein Durchmarsch ist, kommen hier wieder 2 Episoden. Nummer 1 stammt von mir und Nummer 2 von Repko (dem ich diesen Nick-change einfach nicht verzeihen kann...).
    Viel Spass.

    Ein dumpfes Pochen ließ den Paten von seinem Tisch aufsehen, auf dem er die neuste Ausgabe der Tageszeitung von Talster City, die Makers Mind, ausgebreitet lag. Zu sehen war das Bild von Don Göfla, dass mit der Zeile „Spam Mafia verübte Krankenhausattentat! Wann tut der Bürgermeister endlich was?“ überschrieben war.
    Mit einem dünnen Lächeln hatte Don Göfla den Bericht gelesen.
    „Herein.“. Die Tür wurde langsam geöffnet und DJ n trat in das Büro des Paten ein. Göfla wartete geduldig, bis der Japaner die Tür hinter sich geschlossen hatte, bevor er fragte: „Was gibt’s?“.
    DJ n warf einen flüchtigen Blick auf die Zeitung, las die große Überschrift mühelos über Kopf, und sagte dann schließlich: „Dark Soldier. Er wurde auf offener Straße von Snake’s Bite attackiert.“. DJ n sah betreten zu Boden und fuhr verbittert fort: „In meinem Beisein. Der Bastard hat ihm eine Giftschlange an den Hals geworfen... sie hat ihn gebissen und nun sieht’s schlecht für ihn aus. Psycho tut zwar sein Bestes, aber er selbst sagt...“. DJ n fuhr nicht weiter fort. Seine Emotionen drohten ihn zu übermannen, wenn er weitersprechen würde und diese Blöße durfte er sich nicht vor seinem Paten geben.
    „Du musst nicht weiter sprechen. Ich vertraue in die Fähigkeiten von Psycho. Er wird Dark Soldier aus den Klauen des Todes befreien.“ sagte der Pate. Er hatte sich mit dem Rücken zu DJ n gedreht und betrachtete ein Bild, das vor ihm an der Wand hing. Es zeigt eine apokalyptisch anmutende Stadt, Hauserruinen, die in ein Meer aus Flammen getaucht waren; das war das Lieblingsbild des Paten.
    „Aber dieser Angriff der Triaden... er darf nicht ungesühnt bleiben...“ murmelte Don Göfla.
    DJ n nickte und antwortete mit leiser, jedoch noch leicht bebender Stimme: „Ja... sie müssen für das bezahlen, was sie Dark Soldier angetan haben...“. Göfla drehte sich wieder zu DJ n um. Sein Gesicht zeigte keinerlei Gefühlsregung. „Aber ein übereilter Gegenangriff würde uns in eine schwache Stellung bringen. Wir müssen abwarten, bis sich eine Gelegenheit bietet, die wir ausnutzen können.“ sagte der Pate und fügte mit einem Lächeln, dass DJ n in seinem tiefsten Inneren Angst machte: „Hast du Lust zu einer Partie Schach, mein treuer Krieger?“. „Schach? Ich verstehe nicht? Warum wollen sie jetzt Schach spielen? Wir müssen uns um andere Dinge, wie die Triaden kümmern.“ entgegnete DJ n aufbrausend, senkte jedoch schnell wieder den Kopf und murmelte ein „Verzeiht mein Benehmen...“. „Du brauchst dich nicht zu entschuldigen. Ich drücke mich unklar aus. Wir werden mit der ASP und den Triaden Schach spielen. Sie werden unsere Figuren sein und diese Stadt das Spielfeld. Wir werden sie aufeinander hetzen, ihnen so viele Figuren abnehmen, bis ihr König alleine steht. Und dann schlagen wir zu!“. Der Pate schlug mit der Faust auf den Tisch und verfiel in ein bösartiges Lachen.

    „Der Don will, dass wir ihn freilassen. Er soll erzählen, dass wir Xander haben.“. Für Ete klangen diese Worte zu surreal, als dass sie wahr sein könnte. „Das ist ein Witz, oder?!“ fragte eine andere Stimme, die Ete mühelos Dragon Thorm zuordnen konnte. „Der Don macht keine Witze. Er weiß genau, was er damit bezwecken will. Ich führe nur die Befehle aus.“ brummte Repko und gab Ete einen kräftigen Stoß in die Rippen, als Signal, dass er sich in Bewegung setzen sollte. „Geht ihr zu Xander. Der Don will ihn persönlich sehen.“ sagte Repko den anderen Mafiosi zugewandt und zu Ete: „Beweg deinen Fettarsch, sonst überlege ich mir, ob ich dich nicht doch erschießen sollte. Es wäre ein Unfall.“. Ete gehorchte schweigend und setzte einen Fuß vor den Anderen. Durch den Sack, der ihm über den Kopf gestülpt war und dessen Geruch in ihm Übelkeit hervorrief, konnte Ete nichts sehen und bewegte sich nur sehr langsam. Wenn er zu langsam wurde, verpasste ihm Repko einen heftigen Schlag in die Rippen oder gegen den Oberschenkel. „Mach nicht so langsam, Fettsack!“. >>Xander. Sobald ich hier raus bin, werde ich alles daran setzen, dich zu befreien... sobald ich weiß, wo sie dich versteckt halten...<<

    Xander hatte etwas leichten Schlaf bekommen, doch er fühlte sich trotzdem mehr tot als lebendig und wünschte sich beinahe, er wäre tot.
    Da öffnete sich die Tür zu seiner Zelle und Dragon Thorm, Scavenger und Ruffy traten ein. Sie sahen ihn grimmig grinsend an und Ruffy und Dragon Thorm packten ihn an den Armen und hievten ihn hoch. Scavenger sah ihn mit kalten Augen an. „Der Don will dich sehen, Ratte. Er hat einiges mit dir zu besprechen.“. Xander wusste nun, dass sein Tod nur noch eine Frage von Stunden sein würde.
    Die drei Mafiosi führten Xander durch hohe, weiße Gänge, bis sie schließlich vor einer Eisentür stehen blieben. Scavenger begann, in seiner rechten Hosentasche herum zu nesteln und zog nach kurzer Zeit einen Schlüssel hervor, mit dem er die Tür öffnete. Der Raum dahinter war vollkommen kahl, die Wände schwarz gestrichen und fensterlos. Das einzige Licht kam von einer Neonröhre und in der Mitte des Raumes standen ein alter Holztisch und zwei Stühle. Unsanft wurde Xander von Ruffy in einen der Stühle gedrückt. „Bleib sitzen. Der Don kommt gleich.“ knurrte Ruffy und verließ den Raum zusammen mit Xander und Scavenger. Nun war er ganz alleine und wartete auf seinen Richter, Don Göfla.


    TQ kam in seine Wohnung. Er machte Licht und warf seine Jacke über die Lehne seines Sessels. Zu aller erst ging er in die kleine Küche. Seit Tagen ernährte sich TQ von Fertiggerichten. Heute brauchte er einfach etwas deftiges, also füllte er einen Topf mit Wasser und stellte ihn auf eine der Herdplatten. Auf seinem Heimweg hatte er schnell eine Packung Spaghetti im Supermarkt gekauft, die er neben den Herd stellte. Bis das Wasser kochte würde es noch ein wenig dauern, also ging TQ zurück in sein Wohnzimmer und schaltete den kleinen Fernseher an. Es lief gerade eine Dokumentarsendung über Walfänger in Japan. Während er zurück in die Küche laufen wollte, hielt er an seinem Wohnzimmertisch inne und nahm sein Handy in die Hand, das darauf lag.
    Es waren mehrere Wochen vergangen, seitdem er es das letzte Mal eingeschaltet hatte. Kaum hatte es hochgefahren und ein Netz gefunden, flimmerten bereits die Worte „Sie haben 52 neue Nachrichten auf dem Display und wurden von einem nervigen Piepton untermalt. „Ach du Scheisse. Kefka!“, murmelte er und schlug sich mit der flachen Hand auf die Stirn. Er besah die Nachrichten. Etwa die Hälfte davon stammte von Kefka, die andere Hälfte kamen von seiner Mailbox. TQ beschloss, zuerst die Mailbox abzuhören. Es waren viele kurze Nachrichten von Kefka: Von „Dragonlord, bitte Status übermitteln.“ über „Dragonlord, wo sind Sie“ bis „Verdammte Scheisse, melde dich du •••••••••.“ war alles vorhanden. Kefka schien ziemlich sauer zu sein. Der Inhalt der Kurznachrichten war da schon präziser.
    An Dragonlord:
    Bitte melde dich. Einsatz in Finnland war gefaked! Es existieren keine Diamanten. Tille wurde bestochen. Komm zurück zum HQ!
    „Na was du nicht sagst.“, flüsterte TQ, in Anbetracht der Tatsache, dass er längst wusste, dass die Aktion in Finnland nur eine Falle der Spam Mafia war. Die restlichen Kurznachrichten beinhalteten auch nur Sätze wie „Melde dich endlich!“.
    TQ wählte Kefkas Nummer, doch bevor er das Telefon an sein Ohr hielt, fiel ihm die Spam Mafia ein. Was, wenn sie ihn mit Kefka sprechen hörten? Er überlegte kurz und warf dann sein Handy wieder zurück auf den Tisch.
    Plötzlich hörte er ein merkwürdiges Geräusch. Es hörte sich an, wie ein monotones Blubbern, unterlegt von gelegentlichem Zischen. Da fiel ihm die Küche ein. Er stürmte zurück und sah, wie das Wasser im Topf in alle Richtungen spritzte. Aufgeregt sah er sich um und griff zu einem Besen, mit dem er den Topf vom Herd weg direkt in die Spüle schlug. Er drehte schnell den Wasserhahn an und ein befriedigendes Zischen signalisierte ihm, dass der Topf schnell abkühlte.
    Nachdem er sein Werk mit schmerzlicher Miene angestarrt hatte, ging er zurück ins Wohnzimmer, wo er sein Handy in die Hand nahm und eine Nummer wählte.
    „Hier Andy’s XXL-Pizza, was kann ich für sie tun?“, meldete sich eine klare Stimme mit italienischem Akzent.
    „Hallo, Question hier. Ich würde gerne eine Pizza bestellen.”

    „Wenn du den Sack auch nur berührst, bist du tot!“, drohte Repko, während Ete schweigend auf dem Beifahrersitz eines Autos saß. Ete versuchte, durch die Wirkung der Fliehkräfte herauszufinden, wo sie hinfuhren, doch Repko fuhr so viele Kurven, dass es unmöglich war, die Strecke im Kopf zu behalten. Um seinen Bauch war ein Seil gebunden, das ihn an den Sitz fesselte. Das Seil war so fest gezogen, dass seine Hände bereits taub waren.
    „Hier sind wir!“, sagte Repko schließlich, nach einer etwa zehnminütigen Fahrt. Ete war erleichtert und ängstlich zugleich. Er hatte keine Ahnung, wo sie ihn aussetzen würden. Er hörte ein Reisen und ein Sägen, bis seine Hände schließlich freigegeben waren. Mit einem kräftigen Tritt wurde er von Repko aus dem Auto geworfen und landete mit dem Gesicht auf dem Asphalt. Bis er sich aufgerappelt und den Sack von seinem Kopf gezogen hatte, sah er nur noch, wie ein schwarzer Mercedes in die Nacht verschwand. Ete sah sich um. Er befand sich auf dem Schrottplatz der Stadt. Es stank erbärmlich. Weit und breit konnte Ete keine Menschenseele erblicken. Er beschloss, den Weg zur Polizeistation so schnell wie möglich anzutreten, um vielleicht noch etwas für Xander tun zu können.
    Er rannte so schnell, wie seine Lungen es noch erlaubten. Die letzten acht Stunden waren zu viel für den alten Polizeikommissar gewesen. Nicht nur die körperlichen Strapazen, sondern vor allem die Angst hatten ihm schwer zu schaffen gemacht und nun musste er durch die halbe Stadt rennen, um ein Versprechen einzulösen. Er hatte Xander versprochen, dass er sowohl ihn, als auch Shinshrii vor der Spam Mafia beschützen würde. Und auch wenn er es nicht schaffen konnte, so wollte er doch wenigstens sein Bestes gegeben und es versucht haben.
    Keuchend hechtete er sich vorwärts, bis es nicht mehr ging. Bis er einfach leer war. Er konnte nicht mehr gegen sich ankämpfen, das hatte er die letzten Meter bereits getan. Weit und breit schienen keine Zeichen der Zivilisation erkennbar zu sein. Der Schrottplatz lag abgelegen von Talster City, die Stadt selbst lag noch etwa zwei Kilometer entfernt. Ete lehnte sich an einen Baum, der am Straßenrand stand, und versuchte nach Luft zu japsen. Er setzte sich hin und lehnte sich angestrengt gegen den rauen Stamm, als endlich ein Auto kam. Er wollte aufstehen, sich vor die Scheinwerfer stellen und winken, doch er war zu überanstrengt, also hoffte er, der Fahrer würde sein Winken auch noch erkennen, während er saß. Doch das Auto bog ein paar Meter vor Ete ab und fuhr auf die Wiese, wo es anhielt. Zwei Männer stiegen aus und liefen zum Kofferraum des Wagens. „Hol ihn raus“, sagte der Eine „Nein, du holst ihn raus“, gab der andere zurück. Ete ging der Vorsicht halber in Deckung. Die beiden Männer schienen ihn noch nicht bemerkt zu haben. „Stell dich nicht an, wie ein Mädchen, Pulsedriver.“ „Guck dir die Sauerei nur mal an, du Verrückter. Wieso musstest du ihm ins Gesicht schießen?“ Es folgte eine kurze Pause. „Nimm du ihn am Kopf, Dhan, ich packe ihn an den Beinen. Ete erkannte aus seiner Deckung nur die Umrisse zweier Gestalten, die etwas aus dem Kofferraum hievten, das aussah, wie ein Mensch. Sie warfen es auf den Boden und rannten zu den Türen des Autos. „Nichts wie weg.“, sagte Pulsedriver.
    Mit quietschenden Reifen verschwand das Auto in die Nacht.


    DJ n

  12. #12
    Ihr wurdet gewarnt.

    Weiter mit The_question Yoshi Green und... mir...

    The_question:
    Nach etwa 20 Minuten klingelte es an TQs Tür. 20 Minuten war nicht viel, die Pizzeria lag ja schließlich gleich um die Ecke. Ein junger Mann stand vor der Tür mit einem großen, weißen Karton in der Hand. "Ihre Bestellung, Sir. Eine große Pizza mit Pepperoni, Salami und extra viel Käse.", sagte der junge Mann. "Ja, stimmt genau", grinste TQ. "Kommen sie rein! Ich hol mal eben mein Geld", sagte er zu dem Mann, der - laut seinem Namensschild, das er auf der Kappe trug - wohl Johan hieß. Johan erwiderte nicht und betrat die kleine Wohnung. "Ich stell ihnen die Pizza mal hier auf ihren Nachtschrank.", sagte er. "Alles klar, ich komme schon!", hallte TQs Stimme aus einem der Nebenzimmer. Er hastete mit einer kleinen schwarzen Geldbörse hinaus in den Vorraum. "Was macht das dann?", fragte er. "Öhm, das wären dann... 7...", Johan wurde von TQ unterbrochen "Ach, nehmen sie 10", meinte er und schob Johan einen Zehner zu. Dieser bedankte sich und ging dann wieder in Richtung seines Autos. TQ eilte schnell zu seiner Pizza, öffnete den Karton und lechzte, als er die riesige Pizza ansah. Er nahm sie mit ins Wohnzimmer, um sie in aller Ruhe zu geniessen...

    Ete keuchte. Er konnte fast nicht mehr atmen. Er versuchte, wieder zu Kräften zu kommen, indem er sich beruhigte. Als er genug Kraft hatte, stand er auf, blickte nach links und nach rechts und ging auf das eingewickelte Ding zu. Er versuchte, es zu erkennen, doch es war zu dunkel. Er konnte nur die Umrisse sehen. Da kam ihm eine gute Idee. Er zog sein Feuerzeug, knippste kurz daran und schon kam eine helle, große Flamme zum Vorschein, die den kleinen Ort hell erleuchtete. Ete schloß kurz die Augen, weil er sich erst an das Licht gewöhnen musste. Als er seine Augen wieder öffnete, erkannte er sofort, was sich in dem Tuch befand. Es war ein Mensch. Es war ganz sicher ein Mensch. Er erkannte etwa auf Nasenbeinhöhe einen großen roten Fleck. Jemand muss ihn dort durchgeschossen haben.
    Ete suchte verzweifelt sein Handy, doch er kam darauf, dass die Spam Mafia es wohl noch hatte. Er hatte jedoch etwas Kleingeld, und so versuchte er eine Telefonzelle aufzusuchen.Er rannte die Straße entlang. Nach etwa 10 Minuten fand er eine am Straßenrand. Hastig schob er sein gesamtes Kleingeld durch den Geldschlitz, nahm den Hörer in die Hand und wählte hastig eine Nummer. "Hier Hauptkommissar Ete! Hört zu, Jungs ich weiss nicht wo ich hier bin, könnt ihr den Anruf zurückverfolgen? Hier liegt eine Leiche! Beeilt euch und sagt Chibi, er soll einen Krankenwagen hierher lotsen!" Mit diesen Worten legte er auf, rannte aus der Zelle und wartete ungeduldig auf die Einsatzwagen der ASP...


    Yoshi Green:
    Im Hauptquartier der ASP lief alles auf Hochtouren. Die letzten Stunden waren für alle quälend gewesen. Abgesehen von TQ, der irgendwann zwischen sechs und acht Uhr nach Hause gefahren war, waren alle in großer Sorge um Ete.
    Erst der Anruf aus dem Krankenhaus hatte die Polizisten darauf aufmerksam werden lassen, dass Ete und Xander immer noch nicht eingetroffen waren.
    Um so erleichternder war es dann, als Schattenläufer, der gerade Telefondienst hatte, durch die Flure rief: „Hey, Ete hat sich gemeldet. Er ist frei!“
    Sofort kamen alle angelaufen und bestürmten den armen Mann mit Fragen über Ete. „Geht es ihm gut?“ „Wo ist er?“ „Hat er was von Xander erzählt?“
    „Leute ruhig – Ruhe!“, rief Schattenläufer in das aufgeregte Gemurmel hinein, „Ete wusste selber nicht wo er ist. Ich habe gerade den Computer angeschmissen und versuche herauszufinden, woher sein Anruf kam.“ Den Part mit der Leiche verschwieg er lieber. Er wollte ja nicht wieder die gesamte Belegschaft in Ungewissheit stürzen. Was wäre denn, wenn der Tote Xander war?

    Während TQ in Ruhe seine Pizza aß, kreisten seine Gedanken. Von Ete, der verschwunden war und von dem es bisher kein Lebenszeichen gab, zu seiner Familie, bis hin zu Kefka.
    Besonders Kefka kam ihm öfters in den Kopf. Nicht nur wegen der 52 Nachrichten die er bekommen hatte, nein irgendetwas anderes gab es da. Aber so sehr TQ sich auch anstrengte, die Idee die er hatte bleib weiter auf dem Grund seines Gedankensees liegen. TQ versuchte es mit einem Trick und tat gelangweilt und redete sich ein, dass die Idee doch gar nicht so wichtig sein kann, wenn er sie nicht fassen kann. Er schaltete den Fernseher wieder ein und schaute noch den Rest der Doku über Walfang.
    Anschließend ging er duschen und war vorsichtig darauf bedacht, nicht an die Idee zu denken, aber wie es nun mal so ist, wenn man angestrengt versucht an etwas nicht zu denken, kommt es einem dann noch viel eher in den Sinn. Zwischenzeitlich drohte die Idee sogar in eine tiefe Spalte zu fallen und auf nimmer Wiedersehen in den Abgründen seiner Gedanken zu verschwinden. Vorsichtig zog sich TQ wieder zurück und ließ die Idee wieder kommen.
    Müde geworden von diesem Katz und Mausspiel lag er im Bett und war schon im Begriff einzuschlafen, als die Idee sich dazu entschloss doch an die Oberfläche zu steigen. Obwohl er todmüde war, reagierte er blitzschnell. Wie eine Spinne, die im Netz auf ihrer Beute gelauert hatte, griff er die Idee und wickelte sie mit dünnen klebrigen Fäden ein. So fixiert kam er endlich dazu, sie genauer zu betrachten und schlagartig wurde TQ alles klar. Der Zusammenhang zwischen Kefka, der Spam Mafia und seiner Familie. Es war gewagt, aber nur so hatte er eine Chance sich und seine Familie befreien zu können. Kefka musste ihm helfen. Aber um Kefka zu treffen musste er ungestört sein, er durfte nicht von der Mafia abgehört werden. Und hier kam TQ’s Freund Ete ins Spiel. Es war wirklich gewagt, aber er konnte nur hoffen, dass Ete ihn verstand und einsah, warum TQ diesen schändlichen Verrat hatte begehen müssen.

    Es dauerte einige Minuten, bis sich Don Göfla erholt hatte und wieder normal sprechen konnte. Das Lachen hatte sein mit Falten überzogenes Gesicht zu einer Fratze werden lassen, aber es schien auch so, als sei er jünger geworden. Tatsächlich konnte sich DJ n an einige Falten um die Augen des Dons erinnern, die er jetzt, nach genauerem Überlegen, als Lachfalten identifizieren konnte. Es hatte den Anschein, als hätte der Pate früher sehr oft gelacht.
    „Nun mein lieber DJ n, was hältst du von meiner wundervollen Idee zu diesem Spiel?“, fragte Göfla aufmunternd. „Ich weiß nicht.“, zögerte DJ n. Er wusste, dass Göfla im Notfall auch über Leichen gehen würde, und das stand im Moment im Konflikt mit DJ n’s Ehrenkodex. War da nicht wieder diese leise Stimme seines Meisters? Laut sprach er: „Ich habe Angst, dass bei diesem Spiel viele unschuldige Menschen ihr Leben lassen müssen. Was nützt uns eine Stadt die in unserer Hand ist wenn kaum noch Menschen hier leben?“
    Göfla dachte nur kurz nach und erwiderte: „Sei unbesorgt, auch wir haben nur eine begrenzte Anzahl von Figuren auf diesem Brett. Natürlich wird es Bauernopfer geben, so etwas lässt sich leider nicht vermeiden, aber ich versichere dir, dass alles in einem angemessenen Rahmen bleiben wird. Wenn du mir jetzt bitte einen Gefallen tust und für mich als Springer der Eröffnung eine unerwartete Wendung geben würdest?“

    Xander saß schon seit ein paar Minuten in dem dunklen Raum. Aus Angst, dass er vielleicht irgendwie von den Mafiosi beobachtet werden würde, hatte er es nicht gewagt, sich zu bewegen. Auf einmal hörte er, wie jemand einen Schlüssel in das Türschloss steckte und aufschloss. Durch die gepolsterte Tür hatte er nicht gehört, dass jemand gekommen war.
    Die Tür öffnete sich und eine Gestalt im weißem Anzug und weißen Hut trat ein.
    „G...G...G...Göfla“, stotterte Xander und fiel auf die Knie. Obwohl er wusste, was ihm erwarten würde, war er doch überrascht, den Paten persönlich zu sehen.
    „Setz dich du Wurm.“, sagte Göfla „Ich will nicht, dass eine Rate wie du meine Schuhe schmutzig macht.“
    Xander, vollkommen eingeschüchtert, gehorchte und setzte sich wieder auf den Stuhl.
    Der Mann nahm auf der anderen Seite Platz. „Jetzt hör mir gut zu“, sagte er, „Das, was du jetzt gleich sehen wirst, wird dich sicherlich überraschen. Aber du darfst dir nichts anmerken lassen, verstanden?“
    Xander nickte nur mit dem Kopf.
    „Sehr gut. Denn ich muss dir etwas sagen, und das darf unter keinen Umständen irgendjemand erfahren. Das, was ich dir sagen werde, wissen bislang nur ich und du. Wenn es jemand anderes erfahren sollte, weiß ich also, wen ich umlegen muss!“
    Wieder traute sich Xander nur zu nicken.
    „OK, es ist nämlich so...“, der Mann holte tief Luft, „Göfla ist tot. Jetzt bleib ruhig! Ich bin nicht Göfla, ich bin DJ n.“ Der Mann rückte seinen Hut ein kleines Stück höher, so dass Xander sein Gesicht sehen konnte. Es war wirklich der Asiate.
    „Ich habe Göfla umgebracht. In Wirklichkeit bin ich ein Undercover-Agent der ASP“, erklärte er „Ich habe ihnen gesagt, dass der Pate im Moment nicht gestört werden will, und alle sich auf ihren Zimmern zu halten haben. Ich sagte, dass wenn ich irgendjemanden auf den Gängen erwische, ich ihm persönlich die Nackenwirbel brechen werde.
    Die Luft ist also rein, wir können jetzt abhauen. Die Mafia kann ohne ihren Paten nicht existieren. Es ist vorbei. Wenn wir hier lebend rauskommen, dann sind wir frei. Die Spam Mafia wird verfallen. Wie es schon mit den Triaden passiert ist.“
    Xander war erstarrt. Mit Mühe und Not brachte er die Kraft auf eine einfache Frage zu stellen: „Warum ich? Warum nimmst du mich mit? Du kannst doch auch alleine flüchten.“
    „Vergessen? Du schuldest mir dein Leben. So etwas möchte ich später gerne noch einmal einlösen und was meinst du was die Mafia mit dir anstellt, wenn sie spitzkriegen, dass ihr Pate tot ist? Also komm. Wir haben nicht viel Zeit. Entweder kommst du jetzt sofort mit mir mit, oder.....“
    Xanders Gedanken rasten in seinem Kopf. Was, wenn der Pate wirklich tot war? Was, wenn das alles nur ein weiteres grausames Spiel war? Was wenn...? Was? Was? Was?
    „OK. Ich komme mit!”


    Repko:
    Zurück in seinem Wohnzimmer sah TQ noch immer den Pizzakarton auf dem Tisch stehen. Er hob ihn auf, als ihm etwas an der Unterseite auffiel. Er drehte die Schachtel um und sah einen Zettel, der mit einem Klebestreifen an der Unterseite der Schachtel befestigt war. Daraf stand in einer groben Handschrift:
    Abliferung des berichts, nechsten Sontag. Informazionen über Büdscheh, sowie über Ein- und Ausgahben. Ausfürlich!
    „Die geben sich ja richtig Mühe, diese Mafiosi!“, flüsterte TQ vor sich hin und warf den Karton wütend auf den Boden.

    Er wusste, dass er vorerst den Dingen ihren Lauf lassen musste, also setzte sich Göfla entspannt in seinen Ledersessel. Er blickte auf die Türe, besser gesagt auf die Wand neben der Türe. Dort hing ein Bild von Marlon Brando aus dem Film „Der Pate“. Göfla grinste unweigerlich. Mr.Z hatte es ihm vor langer Zeit einmal gegeben, einfach zum Spaß. Es war ironisch, dass es noch immer dort hing. Beide waren sie Paten einer Mafia. Don Göfla und Don Vito Corleone. Doch konnte sich Göfla mit diesem Klischeepaten noch nie gut identifizieren. Vito Corleone war immer als ehrenhafter Mann dargestellt worden, als jemand, dessen kriminelle Machenschaften einfaches Geschäft waren.
    Göfla hingegen wusste, dass er das Gegenteil war. Er terrorisierte eine Stadt, er kontrollierte diese Stadt, ohne jemals einen Finger rühren zu müssen. Und dennoch fürchtete ihn ganz Talster City.
    Er wusste nicht, wieso das Bild noch dort hing. Es dürfte dort nicht hängen. Es müsste Göfla jedes mal, wenn er es betrachtete das Herz brechen. Es hätte ihm zeigen müssen, dass er kein ehrenvoller Mensch war, dass er ein Gangster – einer von den Bösen war, einer der nichts Gutes im Schilde führte, sondern nur auf eines aus war: Auf Macht. Uneingeschränkte Macht und die Bestätigung seiner Macht durch die Angst der Bürger von Talster City.
    Seine momentane Lage war ernster denn je: Der Polizeietat war verdoppelt worden, er befand sich in einem Krieg mit den Asuka Chan-Triaden, die wieder aufzuleben schienen und die Polizei war drauf und dran ihn zu finden und zu fassen. Und trotz allem sah Göfla auf das Bild von Marlon Brando, des Klischee-Paten. Des ehrenvollen Geschäftsmannes mit den düsteren Machenschaften. Und wieder lächelte Göfla.
    ‚Ich werde es irgendwann einmal abhängen.’, dachte er bei sich. ‚Vito Corleone hatte zwar Motive, aber bei weitem nicht die Macht, die ich besitze.’

    Ete saß auf dem Beifahrersitz eines Streifenwagens und lehnte sich aus dem Auto hinaus über seine Knie. Über seinem Rücken lag eine dicke Decke, die ihn wärmen sollte. Er blickte auf, als StealGray ankam. „Es ist nicht Xander, so viel steht fest.“, sagte er, als er vor Ete stand.
    „Wer es ist, wissen wir aber nicht, von seinem Gesicht ist nicht viel übrig. Er wird zu weiteren Untersuchungen ins Leichenschauhaus gebracht.“ Ete nickte langsam und stand auf, die Decke rutschte von seinem Rücken und landete neben den Reifen des Wagens im Dreck.
    „Wisst ihr schon, wer dahinter steckt?“, fragte Ete. Steal schüttelte den Kopf und zuckte mit den Achseln „Vermutlich die Spam Mafia, aber sicher sind wir uns dabei nicht.“ Ete sah wieder zu der Leiche. „Ich habe zwei Namen gehört.“, sagte er. „Die zwei Kerle hießen Dhan und Pulsedriver.“ StealGray zuckte erneut mit den Achseln. „Sagt mir beides nichts. Aber vielleicht weiß der Computer etwas.“
    Ete lief zu einem der Polizisten, der ein Handy in der Hand hielt. „Ich würde gerne mit Doktor Azrael aus dem Leichenschauhaus sprechen und ihn auf unsere Ankunft vorbereiten.“, sagte er.

  13. #13
    Und wieder kommen 3 Episoden. Diesmal eine von mir, Yoshi und dem viel kopierten, doch nie erreichten Daen vom Clan.
    Viel Spass

    DJ n:
    DJ n erhob sich von seinem Stuhl und ging auf Xander zu. „Wir müssen uns beeilen. Viel Zeit bleibt uns nicht. Irgendeiner wird sicher zum Don wollen und dann fliegt meine ganze Tarnung auf.“ wisperte er. Xander nickte stumm. Er konnte noch immer nicht fassen, dass einer wie DJ n ein Agent der ASP war und vor einem Jahr seine eigenen Kollegen so erbittert bekämpft hatte. Der Mann musste entweder ein verdammter Profi oder ein verdammt kalter Mensch sein, dass er den Tod so vieler Menschen, vor allem seines Kollegen Dean vom Clan, ohne Rücksicht hingenommen hatte, um erst jetzt den Paten zu vernichten.
    DJ n hatte Xander umrundet und stand nun hinter ihm. Plötzlich vernahm Xander das metallische Klappgeräusch eines Springmessers. „Mit diesem Teil kommst du nicht weit. Das müssen wir erst mal loswerden.“ sagte DJ n und machte sich mit seinem Messer an den Lederriemen der Zwangsjacke zu schaffen.
    Es dauerte eine Weile, bis der erste Riemen durchtrennt war. „Die Teile sind verdammt zäh. Und uns läuft die Zeit weg.“ knurrte DJ n und machte sich hastig am nächsten Riemen zu schaffen.

    „Da nimmt keiner ab.“ sagte Ete verdutzt und sah Steal Gray an. „Wie, da nimmt keiner ab? Da muss doch wer sein.“ entgegnete Gray mit gleichermaßen verdutztem Ausdruck. „Ich lass schon seit fünf Minuten klingeln aber es nimmt einfach niemand ab. Seltsam. Normalerweise müsste da doch ein Sicherheitsbeamter.“. „Ich kann ja Ninty und Schattenläufer vorbeischicken. Das Leichenschauhaus ist nicht weit weg vom Präsidium. Außerdem können die gleich fragen, wer das arme Schwein ist, dass wir im Wagen von Shinshrii und Xander... gefunden haben.“. Als Steal Gray Xander in den Sinn kam, sah er betreten zu Boden. „Tu das. Sie sollen uns über Funk Bescheid geben, wenn sie da sind.“ sagte Ete und entledigte sich der Decke.

    „Hey Ninty!“ schallte die Stimme von Schattenläufer durch einen der Korridore des ASP-Hauptquartieres.
    Ninty hatte eine Art Büro am Ende des Ganges, aber es war eher eine Ablade für allerlei funktechnischen Krimskrams. Ninty hatte erst empört Sunny angesehen, als dieser ihm eröffnet hatte, dass dies nun sein neuer Arbeitsplatz sei und gemeint: „Also so wie’s hier aussieht kann ich auch gleich auf einer Müllhalde arbeiten!“. Sunny hatte ihn nur mit einem herrischen Blick angesehen und Ninty damit zum Schweigen gebracht.
    Das erste, was Ninty tat, war eine gründliche Auflistung aller Dinge, die sich in seinem Büro angesammelt hatten. Unter diesen Dingen befanden sich viele ausgemusterte oder defekte Funkgeräte, Teile von Rechnern oder auch Taschenlampen. Zwar hatte Ninty für diese Dinge keinerlei Verwendungsmöglichkeiten, jedoch behielt er sie. „Mann kann nie wissen...“ meinte er.
    „Ninty! Sag mal, bist du taub? Wir haben einen Hausbesuch zu machen!“ brüllte Schattenläufer durch den Korridor und erntete dafür scharfe Kritik derer, die ihre Plätze auf diesem Korridor hatten und versuchten, zu arbeiten. Ninty sah aus seinem Büro heraus und rief zurück: „Was? Was denn für einen Hausbesuch?“. „Wir sollen ins Leichenschauhaus. Da geht niemand ans Telefon. Wir sollen mal nachsehen, was da los ist!“. „Warum wir? Kann das nicht eine Streife erledigen?“. „Nein, die sind alle im Einsatz. Erhöhte Polizeipräsens wegen der Spam Mafia, verstehst du?“. „OK. Wenn’s denn sein muss!“. Schattenläufe rund Ninty verließen ihre Büros und machten sich auf dem Weg ins Erdgeschoss, begleitet von vielen mürrischen Blicken.

    „Na endlich! Das war der Letzte!“ jubilierte DJ n und befreite Xander von der Zwangsjacke. Eine Welle der Entspannung überflutete seinen Körper und mit großer Befriedigung rieb sich Xander seine Arme. Er wusste zwar nicht, wie lange er in der Zwangsjacke gesteckt hatte, er wusste aber, dass es viel zu lang war und betete, dass er niemals wieder die Bekanntschaft mit einer solchen Jacke machen müsste. „Los jetzt. Wir müssen verschwinden. Bleib dicht hinter mir, klar?“ befahl DJ n und Xander gehorchte. Unweigerlich erinnerte er sich an die Zeit, als er selber noch ein Mafiosi war und solchen Befehlen mit einer großen Selbstverständlichkeit gehorcht hatte.
    Langsam öffnete DJ n die Tür und spähte auf den Gang. „Die Luft ist rein. Los, komm! Ein Wagen steht draußen bereit.“ flüsterte DJ n und wollte gerade den Raum verlassen, als er sich noch kurz umdrehte, in seiner Tasche herumnestelte und einen Streifen schwarzen Stoff herauszog. „Das musst du dir um die Augen binden.“. „Was? Warum das denn?“ fragte Xander verwirrt. „Versteh das jetzt nicht falsch, aber ich will nur verhindern, dass irgendjemand meinen Kollegen erzählt, wo sich die Spam Mafia aufhält. Ich weiß, über was für ein Arsenal an Waffen sie verfügen, darunter einige, die mehr anrichten, als nur ein paar Einschusslöcher auf der Motorhaube. Außerdem würde so sonst meine Tarnung auffliegen, verstehst du? Und damit wären dann vier Jahre harte Arbeit umsonst gewesen und all die Opfer, die das alles gefordert hat, wären sinnlos. Also. Verbinde dir bitte die Augen. Tu es für die ASP und die Stadt. Tu es für deine Familie.“ sagte DJ n und sah Xander eindringlich unter dem Rand seines weißen Hutes hervor an. „Na gut. Wirst schon wissen, was du tust...“ seufzte Xander und verband sich die Augen. Dadurch war es ihm auch nicht möglich, das diabolische Grinsen, dass sich auf dem Gesicht des Asiaten ausbreitete, zu sehen und daraus zu schließen, dass dies alles nur eine große Scharade war.
    „Los. Ich führe dich. Wir müssen uns beeilen.“ Sagte DJ n und packte Xander am rechten Arm. Kurz darauf setzen sich die beiden in Bewegung und rannten durch die hohen Korridore des Sanatoriums.

    „Hier ist es.“ sagte Schattenläufer und sah an der kahlen Fassade des Gebäudes hinauf. „Nett... man sieht gar nicht, dass das ein Leichenschauhaus ist.“ flachste Ninty und ging mit Schattenläufer auf den Eingang des Gebäudes zu. Doch schon als sie die Stufen hinaufgingen bemerkte Schattenläufer, dass etwas nicht in Ordnung war. „Die Tür. Sie ist offen.“ flüsterte er und zog unter seinem Mantel eine Fife-Seven hervor und lud sie durch. „Ninty. Sag der Zentrale, dass wir hier Verstärkung brauchen.“. Ninty nickte mit kreidebleichen Gesicht und zog aus einer seiner Taschen ein Funkgerät, in das er stotternd sagte: „H ..hier Ninty. B ... brauchen Verstärkung b... beim Leichensch... Leichenschauhaus.“.
    Schattenläufer schlich vorsichtig zur Tür, gefolgt von Ninty, der nach seiner Nachricht das Funkgerät wieder weggesteckt hatte. „OK. Gib mir Deckung, Ninty.“ flüsterte Schattenläufer und trat die Tür schwungvoll auf.
    Als er durch die offene Tür sah verschlug es ihm die Sprache und entgeistert ließ er die Waffe sinken. Ninty, der noch immer hinter Schattenläufer stand, torkelte ans Geländer und übergab sich.
    In dem Vorraum, in dem normalerweise der Wachmann saß, fanden die beiden eine Leiche mit zerschossenem Gesicht vor einen blutverschmierten Fernseher sitzen.


    Yoshi:
    Schon seit langer Zeit hörte man aus dem Zimmer der beiden Schwestern ein irres Kichern und Lachen. Genji, Snake’s Bite, Savage und Manga-Protector nahmen an, das die beiden Oberhäupter der Tiraden wohl wieder einmal ein paar Gläschen Sekt über den Durst getrunken hatten.
    Bis auf Manga-Protector hatten die Gangster tiefschwarze Ringe um ihre roten Augen. Die letzten Tage vor dem PC-Bildschirmen, sind ihnen nicht wirklich gut bekommen.
    Zu ihrem großen Ärger, hatte diese Aktion keine neuen Erkenntnisse über die Spam Mafia gebracht.
    „So eine Scheiße“, knurrte Genji, „da hocken wir tagelang vor den Computern wie diese gestörten PC Junkies und versuchen irgendetwas über die Mafia zu finden, und die beiden veranstalten ein Saufgelage.“ Auch Snake’s Bite guckte böse aus der Wäsche, abgesehen von einem Nachmittag hatte auch er die letzten Tage vor den Bildschirmen verbracht. Keiner der Triaden wusste wirklich, was an diesem Nachmittag vorgefallen war, aber jedem fiel auf, dass eine Schlange fehlte und Snake’s Bite wie verbissen DJ n’s Akte studierte.
    „Ich mag sssowiesooo keine Computer“, zischte er jetzt, „In meinen Fingern juckt esss mal wieder etwassss zu schmuggeln. Vielleicht Rauschgift oder Waffen.“ Manga-Protector warf ihm einen schrägen Blick zu. Solche Drohungen kannte er gar nicht von dem Schlangenfanatiker, wie er ihn heimlich nannte.
    Manga hatte in den letzten Tagen die Aufgabe für die gesamte Truppe einzukaufen und ungebetene Gäste zu verscheuchen, wie z.B. dieser dumme Tourist, der Snake’s Bite durch die Straßen gefolgt war. Manga hatte ihn noch einige Male beim Einkaufen gesehen aber schnell drehte er sich weg, damit er nicht erkannt wird. Generell hatte Manga das Gefühl zum Hausmädchen zu mutieren. „Einkaufen, putzen, waschen! Wenn ich das irgendjemanden erzähle, bepisst der sich doch vor Lachen“, schimpfte er lautstark vor sich hin.
    Nur Savage schwieg. Sein Standpunkt war schon lange klar und es passte ihm wirklich überhaupt nicht, dass er erneut per Treue-Schwur an die Triaden gebunden war. Er sehnte sich wieder nach seinem Leben in Freiheit.
    Auf einmal ging die Tür zum Zimmer der Schwestern auf und beide leicht schwankend heraus. „Hey, alle mal he-herhören“, lallte Vidora und grinste dabei leicht schief, „Wir haben einen geniellen äh... geni... genialen Plan“, ergänzte Felis, auf die der Alkohol anscheinend eine noch größere Wirkung hatte. Stille, die vier Triaden guckten verdutzt ihre beiden Herrinnen an. „W... Was isst denn jetzt?“, fragte Vidora, „w... wollt ihr nicht hören was wir uns aufge.... ausgenac.... ausgedacht haben?“ Wieder herrschte betretenes Schweigen.

    DJ n und Xander fuhren jetzt schon seit fast einer Stunde durch die Straßen von Talster City. Ab und zu lenkte DJ n den Wagen auch mal auf die Autobahn. „Warum fahren wir so lange?“, fragte Xander. „Ich kann mich nicht daran erinnern, solange gefahren zu sein, als ich in das Versteck gebracht wurde.“ DJ n konnte sich ein kurzes Auflachen nicht verkneifen. „Glaubst du wirklich, dass die Mafia ihr Versteck inmitten von Talster City hat? Zumindest ihren Hauptsitz. Die Mafiosi habe so lange gekämpft ihren Don zu befreien, da wäre es doch wirklich einfach nur dumm, Göfla in der Stadt zu verstecken, in der er der meistgesuchteste Mann ist.“
    Das leuchtete Xander ein, trotzdem hatte er noch einen Haufen Fragen. „Hast du der ASP erzählt wo die Mafia sich versteckt? Und wissen sie, das Ete und ich entführt worden sind? Wie geht es meiner Frau? Und....“
    „Nun mal langsam“, unterbrach DJ n die Frage-Flut, „Ich kann dir natürlich nicht detailliert erzählen, wie meine Arbeit abläuft, das ist Top-Secret. Deshalb werde ich auch nicht mitkommen zur Polizei, ich kann dich nur in der Nähe eines Reviers aussetzen. Und der ASP kann ich auch nicht Bericht erstatten, weil ich bin nicht so richtig ein Agent der ASP. In der ASP wusste nur Daen von meinem Auftrag, und der ist tot.“
    Xander meinte zu hören, das eine Spur von Trauer in DJ n’s Stimme mitschwang.
    „Aber wenn du nicht zu ASP gehörst, für wen arbeitest du dann?“
    „Du glaubst wirklich, dass die Regierung nur eine kümmerliche ASP auf eine der gefährlichsten Terroristengruppen des Landes ansetzt? Nein, die ASP hat doch schon Probleme dich und Shinshrii zu behüten, die Mafia zu besiegen ist da schier unmöglich. Du hast ja gesehen, was vor einem Jahr passiert ist. Zugegeben, wir, das bedeutet die Regierung, haben es auch ein beabsichtig, aber dir das jetzt zu erklären, wäre zu hohe Politik, und ich bezweifle, dass du es verstehen würdest.“
    Xander schluckte diesen Vorwurf hinunter, trotz allem hatte es den Anschein, dass DJ n ihn immer noch für einen kleinen, dummen Jungen hielt.
    „Worum ich dich noch bitten würde“, sprach DJ n weiter, „Wenn sie dich vernehmen werden, verliere bitte kein Wort über mich oder meinen Job. Sie werden dir wahrscheinlich sowieso nicht glauben und es würde nur meine Arbeit unnötig erschweren. Außerdem heißt mein Beruf ja nicht ohne Grund Undercover-Agent.“
    „Ja, ist in Ordnung“, sagte Xander, „ich werde nichts sagen.“

    Vom Versteck der Triaden fuhren zwei schwarze Wagen hinaus in die Nacht. In einem Wagen saßen Savage und Manga-Protector, ihr Ziel war die Privatadresse des bekannten Bankiers „Ghost who walks inside“.
    Der andere Wagen, besetzt mit Genji und Snake’s Bite, sollte die ihnen bekannten Treffpunkte und Kontaktpersonen der Mafia abklappern und gucken ob sie Zeugen irgendwelcher interessanten Ereignisse werden oder vielleicht Hinweise auf das Hauptquartier der Mafia bekommen.
    „Na ja, wirklich besssser alsss das Anstarren der Bildschirme isssst, dassss auch nicht“, sagte Snake’s Bite.
    „Komm schon, immerhin sind wir endlich mal wieder draußen und können uns mal wieder in der Stadt umsehen.“
    „Hassst schon recht, aber irgendwie gefallen mir diessse beiden Schwessstern nicht. Glaubssst du wirklich dasss sie die Geschwisster von Asuka-Chan sind?“
    Genji guckte Snake’s Bite aus schmalen Augen an. Er hatte keine Ahnung was er antworten sollte. Eigentlich hatte er mit Snake’s Bite keine Probleme, ob die neue Situation hatte ihn so verunsichert, das er nicht mehr wusste, wem er trauen konnte und wem nicht.
    „Was ich glaube, ist nicht von Belang“, antwortete er kühl, und um das Thema zu wechseln: „Wie war noch mal die Adresse dieses Clubs?“
    Snake’s Bite las die Adresse noch einmal von einem Computerausdruck vor und guckte dann aus dem Fenster, als sein Blick in eine Seitenstraße fiel, wo gerade etwas passierte, was seine höchste Aufmerksamkeit erregte.
    „Schnell, fahr zurück!“, schrie er Genji auf einmal an, „Na losss, dreh um und fahr in diese Seitenstrasssse da vorne!“


    Daen:
    Savage warf immer wieder beunruhigte Seitenblicke zu Manga-Protector, der so wütend auf seiner Unterlippe herumkaute, dass sie an einigen Stellen bereits aufgeplatzt war und auch auf das Lenkrad, das der bullige Chinese so fest umklammerte, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten und er beim Losfahren fast die Lenkradsperre augeindergerissen hätte. Leise murmelte der kräftige Mann vor sich hin und Savage lehnte sich auf seinem Beifahrersitz zurück und ließ das Ereignis der letzten halben Stunde noch einmal Revue passieren, das in Manga-Protector leidgebeutelter Kriegerseele wahrscheinlich das Fass zum Überlaufen gebracht hatte:
    Nachdem die beiden angetrunkenen Frauen aus ihrem luxuriös eingerichtetem Zimmer herausgetorkelt waren und den vier Triadenvertrauten von ihrem neuen Plan erzählen wollten, hatten sie Manga-Protector zu ihnen gerufen und ihn gebeten, sich direkt vor sie zu stellen. Genji - der Manga noch immer sehr gut leiden konnte, und der es kaum mehr mit ansehen konnte, wie diese beiden Teufelinnen dem Mann mitspielten, wollte energisch dazwischentreten, doch hielt ihn Savage fest und sah ihm in die Augen, dann löste er die Hand von dessen Schulter und schüttelte traurig den Kopf.
    Felis hatte mittlerweile einen kleinen Umschlag geöffnet, und ließ sich daraus eine kleine Menge eines feinen, weißen Pulvers in die Handfläche rieseln, was Manga mit verwirrtem Gesichtsausdruck beobachtete. Schließlich grinste Felis böse, hielt die Hand hoch und pustete einmal kräftig in die Handfläche, so das der Staub davon stob und sich wie feiner weißer Schnee in Mangas Gesicht niederließ, der völlig verdutzt das betrunkene Schwesternpaar anglotzte.
    Vidora gluckste kurz und flüsterte dann in die vollkommene Stille der verwunderten Zuschauer hinein: "Anthrax!"
    Wie von der Tarantel gestochen schoss Manga in die Höhe und schlug schreiend auf sein Gesicht ein, wo er mit aller Gewalt versuchte, das feine weiße Pulver von sich zu wischen, während Snake und Savage entsetzt zurückwichen. Einzig Genji blieb stehen und griff beherzt nach einer Flasche Sprudel um sie Manga, der noch immer den wilden Tanz eines Derwisches ausführte, über den Kopf zu gießen.
    Savage's Augen wurden kalt und mit grimmiger Miene griff er nach der Pistole, die er an seinem Gürtel trug, als er sah, wie sich die beiden Schwestern heulend vor Lachen in den Armen lagen und wie sich Felis schließlich lachend die letzten Reste des feinen Pulvers von der Handfläche leckte.
    Mangas Gesicht war kalkweiß vor Unglauben und langsam probierte er ein klein wenig des Pulvers, nur um dann unglaublich laut vor Wut aufzuschreien, sich mit den wilden Augen eines gemarterten Stieres im Raum umblickte, den Tisch sah, auf dem der Rechner stand, um ihn wild brüllend in die Höhe zu heben und gegen die Wand zu werfen. Schließlich stürmte er nach draußen und die 5 Triaden konnten ihn fluchen hören.
    Vidora grinste selig und meinte dann zu den Drei Anderen, die sie beunruhigt anblickten: "Puderzucker...!"
    Felis beeilte sich noch schnell zu ergänzen: "Wir sind keine Bioterroristen....aber," und dabei grinste sie ob des gesteigerten Alkoholkonsums wieder glücklich, "wir werden diese Stadt büßen lassen und dafür sorgen, dass man die Mafia mit Panzern und Soldaten zur Strecke bringt!
    Sicherlich - es wird Tote geben, aber wir werden uns eines Mittel bedienen, das keine Seuche hervorrufen wird, die wir nicht imstande wären, wieder einzudämmen!"
    "Ein, zweihundert Tote, danach eine Massenimpfung der Stadt und schon sind wir unserem Ziel näher, denn Eines ist sicher - solange die Stadt glaubt, dass es die Mafia war, wird sogar das Militär gegen sie vorgehen und wenn der Krieg vorbei ist, werden wir das übernehmen, was von den Trümmern übrig bleibt und dann werden wir die Geschicke der Stadt lenken. Auch dafür werden wir Sorge tragen, wenn Bürgermeister Grandy sich erst einmal unser Angebot angehört hat.", schloss die Frau und Savage erinnerte sich nun wieder dunkel daran, dass sie losgeschickt wurden, um einen Koffer bei einem skrupellosen Geldhai namens Ghost zu holen, in dem sich ein biologischer Kampfstoff befinden soll, den die Schwestern einzusetzen gedachten...doch tief in seinem Inneren wurde dem Drachenauge schlecht von dem Gedanken, welchen Wahnsinn sie freizusetzen gedachten und mit einem Mal erschien ihm Manga-Protector, der noch immer wilde Flüche murmelte und sich sicherlich einen schmerzhaften Tod für die Schwestern ausdachte, hochgradig sympathisch.


    DJ n

  14. #14
    So, dann mach ich mal ultrafies weiter mitm tolligen rumposten.
    Heute mit... DAMN schon wieder ich, dann noch DJ n und The_question

    Repko:
    Während Square durch den Gang der Nervenklink schlurfte, machte er sich Notizen in seinen Terminkalender. Als Chefarzt einer so großen und angesehenen Nervenheilanstalt hatte er sehr viel zu tun und ohne die nötige Planung könnte er seinen Terminen nie nachkommen!
    Er hielt inne, als er aus einem der Zimmer ein Flüstern vernahm. „Hey... Mister.“, hauchte eine leiste Stimme aus Delawares Zimmer.
    Die Tür stand einen kleinen Spalt offen und indem er sich zurücklehnte konnte Square sehen, dass Delaware in seinem Bett lag und mit großen Augen auf dem Gang starrte.
    Nach kurzem Zögern stieß Square die Türe langsam auf und trat ein. „Mister?“, wiederholte Delaware flüsternd und blickte Square dabei tief in die Augen. „Wo bin ich?“
    „Sie sind im Sankt Prayor Neurologie-Zentrum.“, antwortete Square langsam und vorsichtig, in der Hoffnung, er könne Delaware einige Dinge seiner Vergangenheit entlocken.
    „Das ist doch – in Baltimore?“, sagte Delaware und verdrehte die Augen dabei. „Ich muss aber nach – nach Talster City.“
    Square trat einen Schritt näher an das Bett heran und ging in die Knie. „Was wollen Sie dort?“, fragte er. „Erinnern Sie sich an etwas?“
    „Ich muss nach Talster City. Zu Hauptkommissar Ete und der Anti-Spam-Polizei!“, sagte Delaware bestimmt, Squares Frage ignorierend. Square atmete schwer aus. „An was erinnern Sie sich? Wie ist ihr Name?“, fragte er. Delaware drehte den Kopf zur Seite und starrte die Decke an. „Ich muss nach Talster City, ich habe wichtige Informationen für Hauptkommissar Ete von der ASP-Einheit.“, wiederholte Delaware flüsternd.
    Square fragte sich, ob Delaware ihn überhaupt bemerkte, oder ob er nur vor sich hin redete. „Um welche Information handelt es sich?“, fragte er erneut. Delaware antwortete nicht, stattdessen starrte er weiterhin zur Decke, schien irgendwohin und nirgendwo hinzusehen, wie er es immer getan hatte, bevor er die Teile seines Gedächtnisses wiedererlangt hatte. Square wurde von einer Art Panik übermannt. er erhob sich und umklammerte Delawares Gesicht mit beiden Händen. „Delaware, reden Sie mit mir. Kommen Sie. Bleiben Sie bei mir! Ich will mit ihnen sprechen.“
    Eine Antwort blieb aus, selbst als Square anfing, an Delawares Kopf leicht zu rütteln. Als er merkte, dass es keinen Sinn hatte, legte er den Kopf zurück auf das Kissen und betrachtete seinen Patienten. „Was weiß der Mann! Und was hat er mit diesem Ete zu tun?“, fragte Square murmelnd sich selbst. Nach einer Weile drehte er sich zur Tür. Gerade wollte er sie schließen, als er wieder ein Flüstern hörte: „Hauptkommissar Ete...“

    Hauptkommissar Ete saß inzwischen wieder vor seinem Schreibtisch und schrieb einen ausführlichen Bericht über die vergangene Nacht. Die Leiche war identifiziert worden, es hatte sich dabei um Doktor Azrael vom Leichenschauhaus gehandelt, was anhand eines Schlüsselbundes und der Laborjacke erkannt werden konnte.
    Noch immer wusste Ete nicht, welchen Sinn seine Entführung und Anschließende Freilassung gehabt hatte, zumal Xander inzwischen zwar schwer verletzt, aber dennoch lebend in einer katholischen Klinik lag, die seit des Anschlages auf das Talster City Krankenhaus beinahe überfüllt war. Seine Aussage hatte keinen Sinn ergeben, er hatte behauptet, ein paar Kleinkriminelle hätten den Van, in dem man ihn entführt hatte angehalten und aufgebrochen, wodurch er entkommen konnte, doch Ete glaubte ihm kein Wort. Plötzlich klingelte das Telefon. Ete nahm ab. „ASP-Zentrale Talster City?“ „Hallo? Spreche ich hier mit Hauptkommissar Ete?“, fragte eine Stimme am anderen Apparat. „Ja, das bin ich. Mit wem spreche ich?“, fragte Ete leicht genervt. „Mein Name ist Roger Square, ich bin Chefarzt im Sankt Prayor Neurologie-Zentrum, Baltimore.“ „Und was kann ich für sie tun?“ Ete sah die ganze Sache nicht als besonders wichtig an, vor allem, weil er noch viel wichtige Arbeit zu erledigen hatte. „Einer meiner Patienten verlangt, Sie zu sprechen.“ „Wie heißt dieser Patient?“, fragte Ete „Wissen wir nicht. Er hat keine Identität, kann sich kaum an etwas erinnern.“ „Und was hat das mit mir bitteschön zu tun? Was will der Kerl von mir.“, fragte Ete mit einem leichten Anflug von Wut. „Er sagt, er habe wichtige Informationen für Sie. Er will – oder vielleicht kann er – mir nichts sagen, aber...“ „Ich habe keine Zeit. Sie wissen doch sicherlich, dass hier in Talster City schon fast der Ausnahmezustand herrscht.“, unterbrach Ete forsch. „Ich habe keine Zeit, nach Baltimore zu kommen!“ Square atmete tief ein „Und was, wenn die Information wirklich wichtig ist?“, fragte er. Ete verdrehet die Augen. „Wenn ich Zeit habe, werde ich vielleicht kommen, aber verlassen Sie sich nicht darauf, Doktor Square.“, sagte Ete, in der Hoffnung, den Mann endlich abwimmeln zu können. „Überlegen Sie es sich bitte gut.“, sagte Square eindringlich, bevor er auflegte. Zögernd drückte Ete den Hörer zurück auf die Gabel.
    In seiner Arbeit dachte er nicht weiter über das Telefonat nach.

    Dhan, Pulsedriver und Manafreak standen in einem kleinen, sehr dunklen Büro. Hinter einem massiven Schreibtisch war eine kleine Fensterfront, die jedoch nur eine nackte Backsteinmauer zeigte. Hinter dem Schreibtisch stand ein Sessel, der in Richtung des Fensters gedreht war. In diesem Sessel saß ein Mann, den Dhan und Pulsedriver so aber nicht sehen konnten.
    „Habt ihr die Beweise beseitigt?“, fragte der Mann hinter dem Schreibtisch.
    „Ja.“, antwortete Pulsedriver hastig. „Wir haben dem toten Bankier das Serum injiziert, das das Nervengift neutralisiert. Niemand wird merken, dass sein Herz eigentlich gesund war, er aber vergiftet.“ Ein kurzes Schweigen trat ein. „Gut.“, antwortete der Mann. „Und sonst? Was ist sonst noch passiert?“ Manafreak trat betreten ein Stück näher an den Schreibtisch heran. „Nun, wir haben den Wachmann erschossen.“ Er schluckte trocken herunter. Der Schweiß begann, ihm von der Stirn zu perlen. „Soso, habt ihr das?“, fragte der Mann, der noch immer aus dem Fenster starrte. „Und Dhan hat den Gerichtsmediziner erschossen, hier in unserem Versteck.“, warf Pulsedriver ein. „Soso, hat Dhan das getan?“, fragte der Mann mit ruhiger Stimme. „Ich hoffe, ihr habt die Leiche gut beseitigt.“ Dhan nickte und wollte zu einer Antwort ansetzen, als der Stuhl sich umdrehte. In ihm saß ein großer Mann, offensichtlich indianischer Abstammung. Sein graues Haar hatte er sich mit Pomade nach hinten gepresst. Das auffälligste an ihm war allerdings seine Haut. Durch sein dünnes Hemd konnte man das eintätowierte Schuppenmuster erkennen, das erst an seinem Unterkiefer endete. Sein Gesicht war zwar faltig, aber dennoch waren seine Gesichtszüge ungemein lebendig und fies.
    „Ich habe nämlich keine Lust, wegen so ein paar Hundesöhnen wie euch entdeckt zu werden.“, sagte er mit zunehmend wütender Stimme.
    „Die Triaden sind sowieso schon kurz davor, aufzufliegen.“ Er holte tief Luft!
    „PASST JA AUF, DASS UNSERE ANWESENHEIT IN DIESER STADT VERDAMMT NOCHMAL GEHEIM BLEIBT.“, brüllte er und das gesamte Gebäude schien bis in seine Grundmauer erschüttert zu werden.
    „Ja, Mister Cyberdragon.“, murmelten Dhan, Pulsedriver und Manafreak fast synchron, und schlichen so schnell es ihnen möglich war auf den Gang zurück.


    DJ n:
    "Heilige Maria...“, keuchte Schattenläufer mit einer Hand vor Mund und Nase. Er hatte das Leichenschauhaus betreten und stand nun vor der zerschossenen Scheibe des Wachraumes, in dessen Innerem sich ein Toter befand. Am Geruch zu urteilen, der in Schattenläufer eine unbändige Übelkeit hervorrief, musste die Leiche schon etwas länger dort liegen. Die Schusswunde an der Schulter war mit einer bräunlich schwarzen Kruste überzogen, auf der sich einige Fliegen tummelten. Der durch die Schussverletzung entstellte Kopf des Mannes hing leblos, die glasigen Augen starr auf einen unbekannten Punkt starrend, nach hinten vom Stuhl. Auch das Gesicht war mit dieser schwarzen Kruste überzogen und ließ das schauerliche Bild noch surrealer auf Schattenläufer wirken, der mit all seiner Kraft gegen den Drang, sofort loszuwürgen, ankämpfe und sich der Leiche näherte.

    Ninty, der draußen vor der Tür stand und die frische Luft atmete, hielt sich mit zitternden Händen an dem Geländer der Treppe fest. >>Das ist zu viel... das ist einfach zu viel... ich kann nicht mehr...<<, dachte Ninty verzweifelt und dachte an die Zeit seiner Alkoholsucht zurück. Solche Anfälle hatte er schon öfters erlebt, doch damals nur, wenn er keinen Alkohol fand. Damals brach er regelmäßig zusammen, kalter Schweiß hing ihm im ausgemergelten Gesicht, seine Nase begann sich langsam purpurn zu färben und seine Feinmotorik hatte ihn fast vollkommen verlassen. Damals hatte er beschlossen, einen Entzug zu machen. In der Klinik hatte man nicht nur versucht, ihm vom Alkohol zu entwöhnen (mit Erfolg, denn Ninty hatte sogar eine Abscheu gegen jegliche Form von Alkohol entwickelt. Er ging sogar so weit, dass er nur noch Wasser trank), sondern auch ergründet, weshalb er sich dem Alkohol zugewandt hatte. Der Grund damals war die ASP und die damit in Verbindung stehenden dramatischen Ereignisse vor einem Jahr. Der Arzt hatte ihm damals empfohlen, den Beruf vollkommen fallen zu lassen und sich lieber etwas ruhigem zuzuwenden. So kam er zu der Beratungsstelle und war, trotz des erbärmlichen Lohnes, relativ glücklich.

    Doch das war nun vorbei. Nun war er wieder bei der ASP und litt das erste mal seit seinem Entzug wieder an einem dieser Anfälle, nur dass dieser nicht auf Entzugserscheinungen basierte, sondern auf der Tatsache, dass er in ein Gebäude ging, in dessen Eingangshalle eine entstellte Leiche lag, die schon zu verwesen begonnen hatte.

    „Ninty.“ Schattenläufer war nun doch wieder raus gekommen und sog begierig die frische Luft in seine Lungen. Die Übelkeit verschwand langsam und kontinuierlich. „Funk das Hauptquartier an. Wir brauchen die Spurensicherung und einen Krankenwagen. Sag ihnen, wir haben den Wachmann tot aufgefunden, von Doktor Azrael fehlt jedoch jede Spur.“ „So... sofort.“


    The_question:

    Während TQ den Pizzakarton auf den Boden schmiss fiel ihm ein, dass der Inhalt des Kartons noch drinnen war. So regte er sich auf, fluchte laut und hob die Pizza wieder auf. Er kehrte ein paar Flusen von der Pizza, bevor er sie sich hineinstopfte, wie ein ausgehungerter Kojote. Er beschloss den Bericht gleich nach dem Essen zu schreiben, damit er nicht vergas. Nach 20 Minuten war der Karton leer und TQ ging erneut in sein kleines Arbeitszimmer, zu seinem kleinen Computer, wo er auch gleich den Bericht schrieb. Nach etwa 2 Stunden war er fertig, klickte auf die "Drucken"-Taste und verpackte den Bericht in einer kleinen schwarzen Mappe, die er sich auf seinen Nachtschrank legte. Er war zu müde um noch fernzusehn, also ging er zu Bett.
    Ihm gingen viele Sachen durch den Kopf: Kefka, seine Familie, die ASP und die Spam Mafia... alles drehte sich in TQs Gedanken und jede Erinnerung fing an zu schmerzen. Seit Tagen wurde er von schrecklichen Albträumen heimgesucht, die ihm zeigten, was mit seiner Familie passieren würde, würde er türmen... Er versuchte seinen Plan noch einmal durchzuarbeiten. Er musste aber vorerst mit Kefka in Kontakt treten, ohne dass es auffallen würde. Doch wie? Er war komplett verwanzt und wurde rund um die Uhr beobachtet. Doch ihm fiel nichts ein, die Post war zu unsicher, genauso wie das schicken einer SMS oder einer E-Mail. Ein Privater Besuch wäre unter Umständen eine Lösung, doch wie entkommt man Leuten, die man nicht erkennt?

    Ninty wartete noch immer, fest das Treppengeländer haltend um nicht zu stürzen, auf die Leute von der Spurensicherung und den Krankenwagen. In der ASP-Hauptzentrale hatte Chibi allerhand zu tun, denn er musste alle Leute dorthin lotsen. Er hämmerte hektisch auf seiner kleinen Tastatur herum um die genauen Koordinaten an die Einheiten zu schicken. Nach etwa 4 Minuten hörte man die Sirenen schon von weitem kommen. Mit Blaulicht und schrillen Geräuschen kamen die Wagen angebraust und blieben quietschend stehen. Aus den Wagen strömten ein paar Leute, die sofort in das Gebäude stürmten und die Spuren zu sichern, um dann die Leichen fortschaffen zu können. Es war ein grausames Bild, überall klebte Blut und das Gesicht des Armen Wachmannes war krustig und blutverschmiert. Während die Spurensicherer ihre Arbeit taten bekamen Ninty und Schattenläufer eine heisse Tasse Kaffee angeboten, um die Nerven zu beruhigen, denn an soetwas waren sie nicht allzu gewöhnt...

  15. #15
    Moin Moin.
    Jetzt kommen wieder 3 Episoden. Eine aus dem Hause Repko, Nummer 2 von mir und Numero 3 ist aus der Feder des guten Yoshi Green.
    Viel Spass

    Repko:
    Langsam und mit langsamen schritten lief er über den weichen Boden des Ganges. Er war barfuss. Seine Schritte waren unsicher und zaghaft, seine Beine drohten jeden Moment unter ihm zusammenzubrechen. Zu lange hatte Delaware nur auf Stühlen gesessen oder in Betten gelegen. Sein Muskelgewebe hatte sich stark zurückgebildet und nun fielen ihm selbst einfache Bewegungen schwer.
    Müde lehnte er sich an die Wand, während er über den Teppich schlurfte, die Augen in sämtliche Richtungen drehend, als würde er etwas suchen wollen. Plötzlich lehnte er an einer Türe und hielt inne. Auf einem vergoldeten Schild an der Tür stand in schwarzen Lettern „Dr. R. Square“ geschrieben.
    Zaghaft klopfte er an. Nach einem monotonen „Herein.“ Drückte er die Klinke durch und trat langsam ein. Square schob gerade einen dicken Ordner in den Schrank, als er Delaware betrachtete und ihn sofort erkannte. Mit einem Satz stand er vor seinem Patienten und packte ihn an den Schultern „Delaware? Was machen Sie denn hier?“, fragte er verwundert und musterte den dürren Mann besorgt. „Nennen Sie mich nicht Delaware.“, gab dieser zurück. „Mein Name ist...“

    Besorgt warf Ineluki einen Seitenblick auf seinen Bruder, der begeistert vor seinem Laptop saß und wie wild auf die Tasten einschlug. Ineluki stand währenddessen vor dem Herd und briet vier dicke Schnitzel in einer großen Pfanne. Er hatte letzten Endes nicht widerstehen können und seinem Bruder zugestimmt, illegal Geld zu beschaffen. Er hatte ein schlechtes Gewissen, als er das Essen, das sie sich zuvor nicht hätten leisten können, in der Pfanne schmoren sah, doch der angenehme Geruch verdrängte die belastenden Gedanken.
    „Was machst du gerade?“, fragte er, nachdem er seinen Bruder eine Weile beobachtet hatte. Freezy blickte von seinem Bildschirm auf. „Ich... ich will wissen, wie morgen das Wetter wird.“, murmelte er.
    Inelukis Blick verhärtete und schien Freezy förmlich zu durchdringen. „Wieso glaube ich dir das nicht?“, fragte er. Freezy versuchte, den Blick seines Bruders zu erwidern, doch schließlich stellte er den Laptop zur Seite und verschränkte die Arme vor dem Körper. „Willst du wirklich so weitermachen? Wir haben die ganze Sache doch schon besprochen.“, fragte er mit einem beleidigten Unterton. Ineluki verdrehte die Augen.
    „Bist du denn nicht zufrieden? Du hast einen Aktienmillionär um Zehntausend Dollar erleichtert, reicht dir das denn noch nicht? Wir werden eben etwas sparen müssen, dann kommen wir schon durch, ohne dass du uns Geld beschaffen musst. Wieso gehst du nicht auch arbeiten?“ Freezy stand entsetzt auf und seine Kinnlade klappte herunter.
    „Das sagt der gute Herr Ich-habe-einen-guten-Schulabschluss so leicht. Was hab ich? Ich habe mich um ein paar Stellen beworben, ich habe mich sehr wohl bemüht!“
    Ineluki trat näher an seinen Bruder heran. Das letzte Mal, als Freezy wirklich sauer auf Ineluki gewesen war, war ein Mann getötet worden. Freezy hatte oft Schwierigkeiten, sich in Extremsituationen zu beherrschen.
    „Heutzutage kann doch jeder Arbeit bekommen.“, schimpfte er auf seinen Bruder ein. „Stattdessen sitzt du den leiben halben Tag vor deinem Laptop und versuchst, Leute zu bestehlen. Was passiert, wenn man uns erwischt?“
    „Ich darf mich einfach nicht erwischen lassen, also lass mich meine Arbeit in Ruhe machen.“, donnerte Freezy zurück.
    „Das nennst du Arbeit?“ „Ja! So was muss man eben auch erst mal lernen!“ „Und wer hat es dir damals beigebracht, Evil Freeza?“ Freezy schreckte kurz zurück und seine Gesichtszüge entspannten sich. Ineluki hatte ihn schon lange nicht mehr beim vollen Namen genannt. Ineluki merkte, dass er den gewünschten Effekt erzielt hatte. Betreten blickte er zu Boden.
    „Das Essen ist gleich fertig.“, murmelte er, und drehte sich zum Herd um.
    „Luki?“, sagte Freezy. Ineluki drehte sich noch einmal um und sah, dass sein Bruder Tränen in den Augen hatte. Er machte einen Schritt nach vorne und umarmte ihn. Er hörte ein paar Sekunden lang dem Schluchzen Freezys zu, bevor er anfing, dessen Rücken zu tätscheln. „Mach dir mal keine Sorgen, Bruderherz.“, sagte er beschwichtigend. „Wir kommen schon irgendwie über die Runden. Notfalls schieb ich ein paar Überstunden.“ „Ich habe Angst.“, schluchzte Freezy.
    „Ich habe auch Angst. Wir hätten uns damals nicht mit der Spam Mafia einlassen sollen. Wir hätten die Polizei verständigen sollen.“, sagte er und löste sich aus der Umarmung, hielt aber weiterhin Freezys Schulter. „Du setzt dich jetzt einfach wieder hin und schaust nach, wie das Wetter morgen wird, während ich das Essen fertig zubereite.“ Freezy nickte und wandte sich ab, während Ineluki zum Herd zurück lief. Er schob die fertigen Schnitzel auf einen Teller und stellte diesen auf den fertig gedeckten Tisch.
    „Ich schau nur noch schnell beim BKA rein, ob dieser alte Bonze Möb Mensch bereits das Fehlen seiner Zehntausend Dollar gemeldet hat.“, sagte Freezy mit zitternder Stimme, während Ineluki gierig sein Essen kaute.
    „Moment“, sagte Freezy und starrte seinen Bildschirm gebannt an. „Da war erst kürzlich jemand drin.“, sagte er und tippte weiter auf seinen Tasten herum. „Der Kerl hat sich eingehackt. Ich hab hier ne unvollständige IP. Mal sehen, ob ich...“ „Freezy?“, unterbrach Ineluki. „Tu nichts, was wir später bereuen könnten.“ Freezy ignorierte die Warnung seines Bruders und tippte weiter. „Hier.“, flüsterte er. „Der Kerl war in Talster City und hat sich interne Informationen über die Spam Mafia geholt. Aber wer könnte das sein?“, flüsterte er vor sich hin, den Blick von seinem Bildschirm nicht abwendend.
    Plötzlich hob er seine Finger und klappte den Laptop erschrocken zu.
    „Es... es ist Yoshi Green.“, sagte er zu Ineluki, der ihn daraufhin nur ungläubig ansah.
    „Aber wozu...?“, fragte dieser mit vollem Mund.


    DJ n:
    Ghost who walks inside saß gemächlich in einem pompösen Büro in einem mehrstöckigen Gebäude in der Innenstadt von Talster City und rieb sich zufrieden die Hände. Ein selbstzufriedener Gesichtsausdruck zeichnete sich in den Zügen des 45 Jahre alten Bankiers ab und das zurecht: seit einigen Jahren ließ er finanzielle Geschäfte für die Spam Mafia abwickeln und die Provision, die er wie aus allen anderen Aufträgen erhielt, war jedes Mal so enorm, dass er sich immer wieder fragen musste, ob seine Auftraggeber, die Spam Mafia um den großen Paten Don Göfla, entweder sehr dumm oder sehr reich seien. Doch diese Frage, so unwillkürlich und ungewollt sie auch auftauchte, wurde durch eine rasche Erinnerung an sein erstes Zusammentreffen mit dieser Organisation ausgelöscht. Damals war Ghost who walks inside als regelrechter Finanzhai bekannt, mit dem es niemand in der Brache aufnehmen konnte. Er war der Beste, den es gab. Dies war auch der Grund, weshalb an einem sonnigen Herbsttag vier Gestalten plötzlich in seinem kleinen Landhaus, 15 Meilen außerhalb von Talster City, vier Männer auf ihn warteten. Einer der Männer hatte einen schneeweißen Anzug an und einen ebenso weißen Hut auf, der einen tiefschwarzen Schatten auf die Augen seines Trägers warf. „Einen schönen Tag wünsche ich, Mister Ghost. Mein Name ist Göfla. Ich denke, sie haben schon von mir gehört.“ hatte der Mann in dem weißen Anzug gesagt und die alten, trockenen Lippen hatten sich zu einem dünnen, aber erschreckend ehrlichen Lächeln geformt. „Ja, das habe ich. Jeder in Talster City hat das. Göfla, oder besser, Don Göfla. Der große Pate der noch größeren Spam Mafia, die Talster City im Würgegriff aus Angst und Gewalt hält.“ hatte Ghost geantwortet und war dabei in aller Seelenruhe durch die offene Lobby geschlendert, hatte seinen Mantel aufgehängt und bediente sich, als würde nichts besonderes geschehen, wie immer an seiner Minibar.
    „Es ist erfreulich zuhören, dass sie wissen, wer ich bin. Das erspart uns das gegenseitige Beschnuppern und wir können sofort zum Geschäftlichen kommen.“ hatte Don Göfla gesagt und die Stimme des Paten verlor hörbar an dem freundschaftlich-väterlichen Ton, den sie zu Beginn dieser seltsamen Szenerie hatte. „Geschäftliches? Wie soll ich das verstehen?“. Der Pate nickte einem der drei Männer zu, die sich hinter und neben ihm postiert hatten und somit wohl etwas, wie eine Leibwache bildeten. Ein hochgewachsener Mann mit braunen Haaren, der sich hinter dem Paten aufgestellt hatte, trat hervor, in der Hand eine beige Mappe, die er Ghost brücks zuwarf.
    Ohne einen Blick zum Paten, noch ein fragendes Wort öffnete Ghost who walks inside die Mappe und blätterte deren Inhalt einmal durch und besah sich die einzelnen Seiten. Als er nach 5 Minuten die Mappe wieder zuklappte, hatte er dem Paten einen fragenden Blick zugeworfen. „Das sind ganz schön ‚interessante’ Pläne, die sie mir da vorlegen. Meine Frage ist, was ich damit soll?“. Dies schien die Frage gewesen zu sein, auf die der Pate gewartet hatte: er erhob sich und ging auf Ghost who walks inside zu, der instinktiv einen Schritt zurück wich. Die Leibwache Göflas folgte ihren Paten. „Mein Lieber Ghost. Das ist so einfach wie simpel: sie sind derjenige, der sie umsetzen soll. Nicht umsonst sind sie der Beste in ihrer Brache, oder irre ich da?“. Der Pate hatte einen schmeichlerischen, gleichzeitig strikten Ton angeschlagen. „Wer außer sie wäre dafür besser geeignet?“. Ghost sah den Paten an, der nun wenige Meter vor ihm stand. Aus irgendeinem Grund suchte er fieberhaft nach dem, was sich unter dem Schatten des Hutes befinden sollte, blieb jedoch erfolglos.
    „Ja... da haben sie Recht.“ begann Ghost schließlich. „Wer außer mir wäre besser geeignet? Niemand, außer mir selbst natürlich.“. Göfla begann zufrieden zu lächeln. „Damit sind wir also im Geschäft!“ sagte er freudig. „Ja. Aber da wäre noch eine Kleinigkeit: wie sieht es mit meiner Provision aus? Ich will dabei auch ungern leer ausgehen, bei den Summen, um die es hier geht.“. Einen quälenden Moment dachte Ghost bei sich, er hätte lieber den Mund gehalten, doch als sich das Lächeln des Paten nur noch vergrößerte, ertappte er sich selbst bei einem erleichterten Seufzer. „Deswegen wollte ich ihn, Scav. Das ist ein Mann nach meinem Geschmack!“ lachte der Pate und schnippte kurz mit den Fingern, woraufhin der Mann mit den braunen Haaren Ghost einen Zettel gab. „Auf diesem Zettel werden sie eine Zahl finden. Diese Zahl entspricht ihrem Provisionsanteil für jede Transaktion und jede Aufgabe, die sie zu meiner Zufriedenheit erfüllen.“ sagte der Pate und als Ghost den Zettel aufklappte und die Zahl betrachtete, musste er kurz mit einem drohenden Schwindelanfall kämpfen. „So... so viel?“ stammelte er schwer atmend. „Ja. So viel. Aber die Sache hat, wie alles im Leben, einen Hacken: sollte die Regierung aus irgendwelchen Gründen auf ihre Aktionen aufmerksam werden und dadurch eine Verbindung zu uns herstellen, können sie sich gewiss sein, dass die dortige Zahl die Tiefe ist, in der man ihren Körper finden wird. Ich hoffe, wir verstehen uns, Herr Ghost.“. Die Stimme des Paten schien zu puren Eis geworden. „Ja... glasklar...“ erwiderte Ghost. Der Pate nickte noch kurz und verließ das Haus.
    Seit dem war viel Zeit vergangen und bisher hatte Ghost immer zuverlässige Arbeit geleistet, immer im Gedanken daran, was die Spam Mafia mit ihm machen würde, wenn er sich nur den kleinsten Fehler leisten würden.
    „Sir Ghost? Hier sind zwei Herren, die mit ihnen sprechen wollen. Sie sagen, es sei etwas dringendes, was keinen Aufschub duldete.“ erklang eine glockenklare Stimme durch ein Gegensprechgerät auf dem Schreibtisch von Ghost. „Lassen sie die Herren reinkommen.“. antwortete Ghost gelangweilt und schaltete die Sprechanlage ab. Wenige Minuten später hörte er, wie die Tür zu seinem Büro geöffnet und wenige Sekunden später wieder geschlossen wurde. Lässig drehte sich Ghost who walks inside in seinem Sessel den Besuchern zu, doch als er die beiden Gestalten sah, spürte er Angst. Vor ihm standen ein bulliger Chinese und ein düster aussehender Mann, der einen langen Mantel trug. „Mister Ghost. Wir würden uns gerne mit ihnen unterhalten...“


    Yoshi Green:
    Wenn Delaware und Xander sich gekannt hätten, wäre es sicher spannend gewesen ein Gespräch zwischen den beiden zu belausche, denn auch Xander hatte das Gefühl von weißen Nebel umhüllt zu sein, der sich nur ab und zu lichtete um ihm den Blick auf eine Gestalt frei zu geben, die Xander erst beim genauerem Hinsehen als sich selbst identifizieren konnte. Diese Erkenntnis versetzte Xander in Angst und Schrecken. Sofort kam ihm der Gedanke, dass er gestorben sei. Allerdings konnte er sich an ein paar Gesprächsfetzen mit einem Arzt erinnern und auch Ete war bei ihm hängen geblieben. Der Hauptkommissar hatte ihn ihm Krankenhaus besucht und fragen über seine Entführung gestellt. Getreu seines Versprechens hatte Xander nicht verraten was wirklich passiert war. Er hatte behauptet, dass eine Bande Straßenkids den Van überfallen hatten und er unbemerkt flüchten konnte.
    Während Xander weiter in dem weißem Nebel schwebte, so kam es ihm jedenfalls vor, lies er seine Gedanken kreisen.
    Was er Ete erzählt hatte war gelogen gewesen, aber die Wahrheit war auch so unglaublich, dass Xander lügen musste. Er hatte selber keine Ahnung was und wie er es überhaupt hätte erzählen können.
    DJ n war mit ihm weiter durch die Nacht gefahren. Nach einiger Zeit kamen sie in Stadtteile die Xander bekannt vorkamen. In einem Geschäftsviertel, wo nachts normaler Weise nur illegale Straßenrennen die Gegend beleben, bog der Asiat in eine kleine Nebenstraße ab. Obwohl er den Motor laufen ließ, öffnete er seine Tür und steig aus. Xander tat das Gleiche. Über das Wagendach hinweg sah DJ den hageren Mann an. „Es sind nur 2 Blocks in diese Richtung“, sagte er und zeigte mit seinem Finger die Straße runter, „Da ist ein Polizeirevier. Bitte denk’ dran und sag nichts über mich.“
    Xander nickt stumm und wollte sich schon umdrehen, als der Berater des Paten ihm noch etwas zu rief: „Und Hey, pass auf dich auf!“
    Ihre Blicke kreuzten sich einen Moment, dann erhellte auf einmal ein grelles Licht die Straße. Die beiden Männer wirbelten herum und sahen einen schwarzen Wagen mit grellem Licht und wahnwitziger Geschwindigkeit auf sich zu rasen.
    DJ n brüllte noch irgendetwas aber Xander hörte nichts als das Brausen des Motors. Einen Augenblick später hatte sie auch schon der Wagen erreicht.
    Das Auto traf Xander in der Seite und ein Schmerz explodierte in seiner Hüfte, fraß sich das Rückrad hoch und erreichte sein Gehirn. Er hatte das Gefühl, als würde sein ganzer Körper in Flammen stehen. Betäubt vom Schmerz, spürte er nicht mehr, wie er durch die Luft flog und unsanft in einem Stapel dreckiger, durchweichter Kartons landete.
    Es konnte nur wenige Minuten vergangen sein, als Xander wieder zu Bewusst sein kam.
    Stöhnend richtete sich er auf und als er seine Hand von der Hüfte nahm, war sie rot vor Blut. Xander schloss einem Moment die Augen, um sich zu konzentrieren. Woher kam das Blut? Er machte die Augen wieder auf und sah sich um. Als er die Autos, beide reichlich verbeult, sah, kam ihm mit einem mal wieder die Erinnerung an das gerade Erlebte zurück. Gleichzeitig kam der Schmerz wieder. Aber auch das Gehör funktionierte wieder und Xander vernahm die charakteristischen Geräusche, die nur dann entsehen, wenn jemand zusammen gehauen wird.
    Er blickte noch einmal zu den Autos und jetzt konnte er sogar 2 Schemen wahrnehmen, die auf eine dritte Silhouette einprügelten.
    Einer der Raufbolde nahm sein Opfer und schmiss es über die Motorhaube des Wagens.
    Mit Entsetzen stellte Xander fest das es DJ n war. Blutüberströmt und mit seltsam verdrehten Extremitäten lag er auf dem Boden. Mit glasigem Blick suchte er Xander. Er fixierte ihn und versuchte etwas zu sagen, aber es kam nicht mehr als ein Stöhnen aus seinem Mund erst beim dritten oder vierten Versuch konnte Xander ihm verstehen. „Lauf, lauf weg. Bevor sie dich kriegen.“
    Erst die Worte lösten die Sperre die sich in Xanders Kopf ausgebreitet hatte und verhinderte dass er das tat was eigentlich jeder in so einer Situation tun würde. Mühsam richtete er sich auf und fing an zu laufen. Nicht schnell, es war eher nur ein Humpeln aber selbst das kostete Xander Kraft ohne Ende und die Schmerzen schienen ins Unendliche zu steigen. Kurz bevor er das Ende der Straße erreichte drehte er sich aus einem Reflex noch einmal um. Was er erblickte ließ ihm den Atem stocken.
    Die zwei Männer, die auf DJ n einprügelten hatte er schon einmal gesehen. Irgendwo in der Verbrecherphotokartei der ASP. Aber er konnte sich nicht mehr erinnern, in welchem zusammen hang. Alles was er wusste, war, dass sie in der Sparte für kriminelle Organisationen aufgetaucht sind.
    Auch jetzt, im Nebel zermaterte sich Xander das Hirn, aber sosehr er sich auch anstrengte, er wusste einfach nicht mehr den Namen dieser Menschen.
    Dafür aber stellte Xander etwas anderes fest. Er wusste jetzt, warum er in diesem Nebel umhertrieb. Er befand sich im Koma. Das war es. Xander hatte keine Ahnung, woher er diese Eingebung hatte oder was diese Annahme bestätigen könnte, aber er war sich sicher, dass es so richtig war. Es konnte gar nicht anders sein.
    Er war selber überrascht wie wenig ihn diese Tatsache erschreckte, vielmehr beruhigte sie ihn, denn nun wusste er ja wo er war und warum. Außerdem schien der weiße Nebel auch seine Feindseligkeit verloren zu haben. Xander genoss es regelrecht zuzusehen wie sich schlanke, weiße Triebe um seine Arme und Füße rankten oder hier und da ein Nebelfetzen sachte an seinem Gesicht vorbeiflog.
    Auf einmal hatte eine große Müdigkeit von Xander Besitz ergriffen. Aber auch das er schien auf wundersame Weise richtig und natürlich. Sein letzter Gedanke galt Shinshrii und was sie wohl dazu sagen würde, dann glitt er hinüber in eine tiefe, alles einhüllende Dunkelheit, die aber genauso vertraut war, wie zuvor der helle Nebel.

  16. #16
    So, drei weitere Folgen von DJn, YoshiGreen und mir!

    Viel Spaß beim lesen wünschen die CdU.

    DJn:
    DJ n spürte stechende Schmerzen im Gesicht, seinem Brustkorb uns sicher noch einem Dutzend anderer Stellen seines Körpers. Die zwei Gestalten, die sich über ihn beugten, hatten ihm ganz schön zugerichtet. Er verfluchte sich noch immer selbst, dass er sich zu sehr auf Xander konzentriert hatte und nicht bemerkt, dass ER das Ziel der beiden Männer war, die ihn nur allzu gern tot sehen würden, ihn jedoch wohl entweder aus einer sadistischen Gnade, oder weil es ihnen ein Auftrag so befohl, am Leben ließen. Genji und Snake’s Bite blickten mit selbstgefälligen Blick auf DJ n herab, der sich vor Schmerz kaum rühren konnte. „Warum töten wir ihn nicht gleichhhh?“ hörte DJ n die Schlange verächtlich und voller Zorn zischen. „Weil wir sonst einen gewaltigen Ärger mit den beiden Tussis bekommen, du weißt doch. Sie haben doch schon beinahe fanatisch darauf gewartet, dass sie einen Mafiosi aus Göflas engsten Kreis zu fassen bekommen. Und wenn ich mich richtig erinnere, ist der da der Berater von Göfla.“ entgegnete Genji, jedoch mit unüberhörbarer Enttäuschung, DJ n nicht gleich zu seinen Ahnen zu schicken. „Na gut... aber wenn er zzzicken machhht, ssssschlitzzz ich ihm die Kehle durchhhh!“ zischte Snake’s Bite und sah mit schon beinahe lüsternen Blicken auf DJ n herab. „Schon gut. Jetzt hilf mir, den Kerl in den Kofferraum zu packen. Sollen sich Felis und Vidora um ihn kümmern.“ sagte Genji und schlang seine Arme um DJ ns Oberkörper, während Snake’s Bite sich seine Beine vornahm. DJ n sah seine Chance zu entkommen: er raffte seine letzten Kraftreserven zusammen und führte einen kräftigen Tritt gegen Snake’s Bites Oberkörper aus, bevor dieser seine Beine fest fassen konnte. Die Schlange wurde vollkommen überrumpelt und wurde durch die Wucht des Trittes einige Meter zurück auf den Bürgersteig geschleudert. Als seine Beine den Boden berührten, zog ein stechender Schmerz durch seinen Körper, doch er versuchte, Genji mit einem Judowurf außer Gefecht zu setzen. Doch Genji hatte schnell reagiert und verpasste DJ n einen harten Schlag auf den Hinterkopf. Bevor ihn die Ohnmacht komplett umfing, bemerkte er noch, dass Snake’s Bite sich wütend erhob und irgendetwas zu Genji murmelte. Dann wurde alles schwarz...

    Ghost who walks inside blickte langsam von dem Chinesen, der sich als Manga-Protector vorgestellt hatte, zu dem Typen mit dem schwarzen Mantel, der die ganze Zeit über geschwiegen hatte. „Das kann nicht ihr Ernst sein?“. Das waren die ersten Worte, die Ghost seit einiger Zeit von sich gegeben hatte, nachdem der Chinese mit Sprechen aufgehört hatte. „Und ob das unser Ernst ist, Mister Ghost. Und um ihnen den Ernst noch deutlicher zu machen...“ entgegnete der Chinese und nickte seinem Partner mit dem Mantel zu. Der nickte ebenfalls. Ab dann ging alles sehr schnell, verlief jedoch vor den Augen von Ghost in Zeitlupe: der Chinese sprang mit einem gewaltigen Satz auf ihn zu und war in Windeseile hinter ihm. Zeitgleich zog der Mann im dunklen Mantel aus seinem Mantel ein großkalibriges Gewehr und zielte damit auf Ghost, der nun mit dem Kopf auf seiner Tischplatte auf seinem Stuhl saß, die Hände des Chinesen in seinem Nacken. „Sehen sie, wie ernst es uns ist? Unsere Herrinnen liegt sehr viel an ihrer Kooperation, weil sie finanzielle Verbindungen zu der Spam Mafia haben. Hätten sie die nicht, würden wir sie auf der Stelle töten. Also: werden sie unseren Herrinnen diese kleine Gefälligkeit erweisen?“ wisperte Manga-Protector leise und verstärkte den Druck auf die Nackenwirbel von Ghost. Diesem brannte der Schmerz in allen Gliedern, jedoch antwortete er, ohne zu wissen worauf er sich einlassen würde: „Ja! Ja ich tu es! JA!“.

    Ete traf beim Leichenschauhaus ein, wo schon ein großes Aufgebot an Polizei stand und den Tatort weiträumig abriegelte. „Was ist hier passiert?“ fragte Ete den ersten Beamten, den er fand. Dieser zuckte mit den Schultern und zeigte auf die Treppen des Gebäudes, wo Schattenläufer und Ninty saßen. „Schattenläufer. Ninty. Was ist hier los?“ fragte Ete, als er die beiden erreicht hatte. Ete fiel sofort die ungesunde Gesichtsfarbe Nintys auf und wandte sich daher an Schattenläufer. „Im Leichenschauhaus ging niemand ran.“ begann Läufer. „Ninty und ich sind dann los, um die Lage zu überprüfen. Tja. Als wir hier ankamen, haben wir feststellen müssen, dass schon jemand hier war. Der Wachmann liegt tot in seiner Kabine und der Arzt, Doktor Azrael,...“ „... ist tot.“ sagte Ete und Schattenläufer riss die Augen weit auf und selbst Ninty horchte auf. „Ja. Ich habe beobachtet, wie zwei Männer seine Leiche in einen Straßengraben geworfen haben. Die Identifikation kam eben durch einen Fahrer des Krankenwagens, der ihn scheinbar kannte. Wer ihn ermordet hat, wissen wir noch nicht, aber ich bin sicher, dass das die selben Bastarde waren, die auch den Wachmann auf dem Gewissen haben.“ sagte Ete verbittert. Schattenläufer und Ninty schwiegen.


    YoshiGreen:
    „Und du bist dir sicher, dass wir das Richtige tun?“, fragte Freezy wieder einmal seinen Bruder, während der den Wohnwagen ruhig über die Autobahn steuerte.
    „Verdammt noch mal, woher soll ich wissen, ob es richtig ist?“, rief Ineluki gereizt, „Aber wenn ich drüber nachdenke, ist es prinzipiell falsch sich mit irgendwelchen Kriminellen einzulassen. Andererseits weißt du ja, was wir uns geschworen haben, du, Yoshi und ich, als wir vom Dach der Polizei aus dem Begräbnis von Daen zugesehen haben, oder nicht? Wir versprachen uns, gegenseitig ein Auge auf den anderen zu haben. Soweit das natürlich in unseren Kreisen möglich ist. Außerdem wollten wir alle nicht mehr irgendetwas mit Computerkriminalität zu tun haben!“
    „Du hast ja Recht“, gab Freezy leise zu, „Aber ich weiß trotzdem nicht, ob wir unbedingt Yoshi hinterher jagen sollten. Vielleicht war er ja auch nur zufällig im Netzwerk drin. So wie ich.“
    Ineluki wog dieses Argument einen Moment ab, aber dann hätte er einen passenden verbalen Gegenschlag parat: „Und warum hat er uns seit 2 Wochen nicht mehr angerufen? Auch auf SMS und unsere Anrufe hat er nicht reagiert. Selbst du musst zugeben, dass da irgendetwas nicht stimmt.
    Eine Zeit lang herrschte Schweigen im Wagen und beide Insassen hingen ihren Gedanken nach. Freezy schaute aus dem Fenster und beobachtete die vorbeiziehenden Begrenzungspfähle und Ineluki konzentrierte sich darauf, den Wagen weiter nach Norden zu lenken – möglichst ohne einen Unfall zu bauen, denn in diesem Teil des Landes fuhren die Menschen wie die Henker und wer nicht mit voller Konzentration am Steuer saß, riskierte schnell mal die körperliche Unversehrtheit.
    „OK. Wir suchen ihn“, sagte Freezy unvermittelt, „Aber wirklich nur Nachgucken was mit ihm los ist und dann fahren wir wieder zurück, in Ordnung?“
    Inelukis Antwort kam zögerlich: „Von mir aus. Aber du hast einen kleinen Denkfehler gemacht, mein lieber Bruder, „dann fahren wir wieder zurück“ waren deine Worte, richtig? Nur, wo ist denn dieses Zurück? Was machen wir wenn wir Yoshi gefunden habe und es ihm gut geht?“
    Darauf wusste Keiner eine Antwort und so fuhren die beiden Brüder schweigend weiter in Richtung Talster City.

    Erschöpft und eigentlich viel zu schwach schlug Xander die Augen auf. Es dauerte eine Weile bis sich sein Blick soweit geklärt hatte, dass er wenigstens grob Umrisse erkennen konnte.
    Als er den Kopf zur Seite drehte, sah er eine Person in Weiß neben seinem Bett sitzen.
    „Ach.....“, flüsterte er, „Nicht schon wieder Ärzte. Ich hab schon Albträume von euch.“
    „Mich freut es, dass du deinen Humor nicht verloren hast mein Lieber aber, dass du deine Fast-Ehrefrau nicht erkennst gibt mir doch noch arg zu denken!“
    Xander brauchte ein paar Sekunden um diese Worte zu verarbeiten, dann setzte er sich so schnell auf, dass er sich den Kopf heftig an der Kannte eines über dem Bett befestigten Regal stieß. Glücklicherweise verhinderte ein dicker Kopfverband Schlimmeres.
    „Schatz pass auf!“, sagte Shinshrii, „Keiner hat was davon, wenn du dich gleich wieder selbst K.O. schlägst.“
    „Du hast deinen Humor anscheinend auch nicht eingebüßt“, knurrte Xander. Versöhnlicher fuhr er fort: „Bitte nimm es mir nicht übel, wenn ich vielleicht ein bisschen gereizt bin. Das liegt vielleicht an meinem allgemeinem Gesundheitszustand.“
    Einen Moment lang sah Shinshrii ihn erstaunt an, aber dann fingen beide gleichzeitig an zu lachen. Erst heftige Schmerzen in Xanders linker Seite stoppte den plötzlichen Fröhlichkeitsausbruch.
    „Wie kommt es, dass du hier bist. Und dazu in einem“, Xander musterte seine Freundin noch einmal, „Patientengewand?“
    „Das selbe könnte ich dich auch fragen Schatz. Aber der Doktor hat mir schon deine Geschichte erzählt. Diese Kriminellen.....“
    „Woher kennt der Arzt den die Geschichte?“, fuhr Xander dazwischen, „Ist DJ n etwa wieder aufgetaucht?“
    Shinshrii zuckte bei dem Namen des Asiaten zusammen.
    „Nein, ist er nicht. Und was hat der Mafioso damit zu tun? DU hast im Schlaf geredet, irgendetwas von der Mafia und deiner Freilassung und das euer Wagen angegriffen worden sei. Hat etwa....“, ihre Augen wurden groß, „Hat DJ n dich etwas freigelassen? Dieser barbarische Asiat; der Berater des Paten?“
    Xander erkannte, dass er sich verplappert hatte. Shinshrii war ein aufgeweckter Mensch mit Spuren eine Bluthundes. Wenn sie einmal irgendwo ein Geheimnis entdeckt hatte, würde sie ihren Gegenüber solange bearbeiten, bis er entnervt die Wahrheit erzählte.
    Xander hatten diesen Kampf schon oft genug verloren und hatte jetzt auch gar nicht die Kraft sich auf ein Scharmützel einzulassen. Resignierend erzählte er seiner Freundin was sich in den letzten Tagen abgespielt hatte.
    Als er fertig war, sah Shinshrii ihn nur aus leeren Augen an. „Tut mir leid“, sagte sie, „Aber ich muss das jetzt alles erst einmal verarbeiten. Ich schau später noch einmal rein.“
    Nach einem flüchtigen Kuss auf die Wange verließ sie das Zimmer.
    Xander kam sich wie der größte Trottel auf Erden vor. Nicht nur, dass er wieder mitten drin im Sumpf des Verbrechens war, nein zu allem Überfluss, hatte er auch noch Shinshrii, die Liebe seines Lebens enttäuscht.
    Traurig drehte er sich auf den Rücken und versuchte einzuschlafen, aber der schwarze Mantel des Vergessens wollte sich nicht über ihm ausbreiten und so lag Xander den ganzen Nachmittag wach in seinem Bett.


    The_question:
    Schwüle herrschte in dieser Nacht im ASP-Hauptquartier.Es war, dafür dass es schon so früh war, sehr dunkel, und man hörte das leise Zirpen der Insekten durch den Nebel der Hitze hallen.Es war schon 2 uhr morgens, als TQ vor seinem Dienstcomputer saß und seinen kleinen bericht für die Mafia schrieb.Er schlürfte währenddessen immer ein wenig Kaffee um sich wachzuhalten.Er war so vertieft in seine Arbeit, dass er gar nicht bemerkte, wie Chibi in sein Büro kam.Plötzlich packte Chibis Arm TQs Schulter.Der Schock breitete sich wie ein Waldbrand in seinem ganzen Körper aus.So schnell es ging minimierte er den bericht am Computer und drehte sich geschwind um, um sofort auf Chibi einzufluchen von wegen er solle sich nicht so an ihn heranschleichen."Was tust du da TQ? Du solltest schon längst bei dir zu Hause im bett liegen..." sagte Chibi."I...Ich...Ich hab noch soviel zu tun." entgegnete TQ mit tiefer, müder Stimme."Du bist ein hoffnungsloser Fall TQ..." grinste Chibi.Doch dieses Grinsen war nur gestellt, denn in der kurzen Zeit in der Chibi hinter TQ stand hatte er einiges am Bildschirm mitlesen können.Er schwieg aber vorerst, und versuchte so zu tun als ob nichts wäre, und es später Ete zu sagen.

    Ninty, Schattenläufer und Ete waren inzwischen wieder auf dem Weg zurück ins Quartier."Den Rest übernimmt meine Einheit" sagte Ete ruhig zu Schattenläufer, der ein wenig grün im gesicht war und zu Ninty, der noch immer so aussah, als hätte er einen Geist gesehen."Ich glaube Ninty kolabiert hier gleich" sagte Ete leise zu Schattenläufer, der daraufhin gelassen grinste und langsam wieder seine ursprüngliche Gesichtsfarbe zurückbekam.Nach etwa zwei Stunden Fahrt stiegen die drei ASP-Beamten aus um sich im ASP-Hauptquartier mit einer schönen, frisch gebrühten Tasse Kaffee aufzuwärmen.Doch die Vorstellung blieb nicht lange, zumindest nicht für Ete, denn als er das Gebäude betrat kam ihm Chibi entgegengerannt."Hauptkommissar Ete? Ich muss kurz mit ihnen sprechen!" keuchte Chibi.Ete zuckte nur mit den Schultern und folgte Chibi in einen leeren Gemeinschaftsraum."Hauptkommissar, was ich eben gesehen habe werden sie mir nicht glauben...TQ ist..."

    "Und Square? Konnten sie Hauptkommissar Ete erreichen? Was ist mit meinen Freunden? TQ? Stealgray? Was ist mit Sunny Hoffman und Bürgermeister Gran..."
    Square unterbrach ihn kurz."Delaware, sie stellen zuviele Fragen auf einmal!" sagte Square, noch immer von seinem Fund beeindruckt."Ich muss mit Ete sprechen, koste es was es woll..." Daen kippte um.Noch bevor er hart am Boden aufschlug fing Square ihn ab."Zuviel Aufregung auf einmal...ich bringe sie am Besten in ihr Zimmer Delaware." sagte Square."Hören...Hören sie auf mit diesem Delaware, mein Name ist Daen..."

  17. #17
    So langsam streben wir gen dem Ende selbigen Romanes zu.
    Hier gehts weiter mit DJ n und Yoshi Green

    DJ n:
    In einem Film hatte DJ n mal einen Mann sagen hören, dass Schmerz das Beste sei, weil man durch ihn wusste, das man noch am Leben war. Zuerst hatte DJ n über diesen, in seinen Augen, lächerlichen Ausspruch verhalten gelächelt und sich gedacht, dass der Mann wohl nie echten Schmerz empfunden haben musste, denn sonst würde er nicht so leichtfertig darüber reden.
    Doch als sich sein Bewusstsein langsam wieder die Kontrolle über seinen Körper erkämpfte, wurde es von einem mächtigen Verbündeten unterstützt, der diesen Kampf zu einem schnellen Ende brachte. Dieser Verbündete war der Schmerz. Der Schmerz in seinem Kopf, der Schmerz in seiner rechten Schulter, der Schmerz in seinem Brustkorb, der Schmerz in seinem ganzen gottverdammten Körper!
    Noch während sich DJ n in einer halbschlafähnlichen Phase befand, nahm er verschiedene Eindrücke seiner Umwelt auf. In der Luft lag ein Duft von Lavendel, ätherischen Ölen und Räucherstäbchen. An seinen, scheinbar bis auf die Unterwäsche entkleideten Körper schmiegten sich seidene Lacken und sein Kopf war auf einem weichen Kopfkissen, das ebenfalls mit Seide bezogen war, gebettet.
    Langsam und beinahe quälend öffnete DJ n seine Augen und kniff sie rasch wieder zu, weil er von hellem Licht, das scheinbar von der Decke seines Aufenthaltsortes kam, geblendet wurde. Beim zweiten Versuch blinzelte DJ n und gewöhnte so seine Augen an das Licht. Wie er es vermutet hatte, lag DJ n nur in seiner Unterwäsche auf einem mit dunkler Seide bezogenen Bett, auf dem mehrere Kissen lagen. Der Raum, in dem das Bett und er sich befanden, war wie in einem chinesischen Adelshaus eingerichtet. Vornehme Mahagonimöbel, die mit kunstvollen Schnitzereien verziert waren, dicke Samtteppiche in einem Bordeaux Ton, teure Wandteppiche und mehrere Kunstgegenstände von hohem Wert.
    >>Wie komme ich hierher? Was ist überhaupt passiert?<< fragte sich DJ n und rieb sich den geschundenen Kopf. Als er sich durch die Haare fuhr, bemerkte er, dass sich einige Verbände um seinen Kopf schlangen. Scheinbar hatte man seine Wunden versorgt. Seine rechte Schulter war verbunden, ebenso wie sein Brustkorb. >>Irgendwer scheint dich für wichtig zu halten.<<. Noch mit Schmerzen im Kopf erhob sich DJ n, schwankte kurz und stand dann, mit Unterhemd und Boxershorts bekleidet auf den dicken Teppichen mitten im Zimmer.
    Auf einem Stuhl, den DJ n bei der ersten Sichtung des Zimmers scheinbar übersehen hatte, entdeckte er eine dunkle Hose, Socken, ein schwarzes Hemd und schwarze Schuhe. >>Fehlt nur noch das Frühstück ans Bett, dann würde ich hier gleich für ein paar Wochen Urlaub machen.<<. Ein dünnes Lächeln umspielte seinen schmalen Mund, während er sich anzog.
    Als sich DJ n seine Schuhe zuband, hörte er, wie sich die Tür öffnete und mindestens zwei Personen eintraten und die Tür wieder schlossen. Ein angespanntes Schweigen breitete sich aus. DJ n sah noch immer einen der vielen Wandteppiche an, hatte den Rücken noch immer den eingetretenen Personen zugewandt. Er konnte die Blicke, die auf ihm ruhten, förmlich spüren, blieb jedoch ruhig und gefasst. Jetzt in Panik zu geraten würde ihm nichts bringen. Stattdessen atmete er tief durch bevor er sagte: „Ich glaube, ich muss mich bedanken. Für die Versorgung meiner Wunden und die Unterbringung.“. Schweigen hinter ihm. Niemand rührte sich.
    Plötzlich bemerkte DJ n, wie sich sein Körper in Bewegung setzte und er sich umdrehte. Das Bett kam in sein Blickfeld mit den durchwühlten Lacken, eine Holzkommode, weitere Wandteppiche und dann...
    DJ n stockte der Atem. Direkt hinter ihm stand eine Frau, bekleidet mit einem hautengen roten Kimono, wallenden schwarzen Haaren und einem erschreckend bekannten Gesicht. „Asuka-Chan?“ wisperte DJ n beinahe ehrfürchtig und seine Augen weiteten sich vor Überraschung und wurden noch größer, als er neben der Frau, die Asuka-Chan zum verwechseln ähnlich sah, eine weitere Frau erblickte, die in einem smaragdgrünen, hautengen Kimono gekleidet war. Einen kurzen Moment fürchtete DJ n um seinen Verstand. >>Sehe ich nicht nur Geister sondern auch doppelt?<< fragte er sich zweifelnd.
    Plötzlich begannen die beiden Frauen zu kichern. Es war zwar ein helles, fröhliches Geräusch, doch weil es von zwei Frauen kam, die der toten Asuka-Chan so ähnlich sahen, ließ dieser Laut DJ n erschaudern.
    „Dein Gesicht müsstest du mal sehen.“ kicherte die Frau in rot. „Der sonst so kalte Berater des ach so großen Paten sieht aus, als wenn er einen Geist gesehen hätte.“ sagte die Frau in grün und kicherte wieder.
    DJ n starrte die beiden Frauen, die sich langsam wieder von ihrem Kichern erholten, noch immer mit einer Mischung aus Verwirrung und etwas wie Angst an. Angestrengt versuchte DJ n, wieder Gewalt über sich zu bekommen und nach einigen Anläufen gelang es ihm, endlich etwas zu sagen. „Wer... wer seid ihr?“. Die Frage, die ihn quälte, war ausgesprochen. „Oh, er hat seine Stimme wiedergefunden. Ich bin beeindruckt.“ sagte die Frau in rot schnippisch und die Frau in grün sah ihn durchdringend mit ihren erstaunlich schönen Augen an.
    „Mein Name ist Felis.“ sagte die Frau in rot und machte, so wie es in ihrer Tradition üblich war, eine kleine Verbeugung. „Und dies ist meine Schwester Vidora.“. Die Frau in grün verbeugte sich ebenfalls kurz. >>Felis? Vidora? Nie gehört.<< dachte DJ n, sagte aber: „Ihr ähnelt einer Person, die vor langer Zeit gestorben ist.“. Bei dem Wort ’gestorben’ zuckten Felis und Vidora kurz, aber unmerklich zusammen. „Ja, wir sehen ihr ähnlich. Das sollte bei eineiigen Drillingen auch nicht verwunderlich sein, meinst du nicht?“ sagte Felis und ihre Stimme hörte sich krampfhaft gefasst an. „Drillinge? Dann war...“. DJ n begann es langsam zu dämmern. „Ja. Asuka-Chan war unsere kleine Schwester. Und sie ist nun tot.“ sagte Vidora und einen Moment lang glaubte DJ n das Glitzern einer Träne in ihren Augen zu sehen. Doch nach kurzen Zwinkern war dieses Glitzern verschwunden und ein kalter Ausdruck lag in ihren Augen. „Ich weiß und ich bedauere es zutiefst. Auch wenn sie, als Führerin der Triaden, unser Feind war, so war sie auch... die Liebe von Desmundo, möge seine Seele in Frieden ruhen.“ sagte DJ n aus tiefsten Herzen und machte seinerseits nun auch eine Verbeugung. Da er zu Boden sah, konnte er nicht den verwirrten Ausdruck in Felis und Vidoras Gesicht sehen.
    Als er die beiden Frauen wieder ansah, waren ihre Gesichter wieder zu ausdruckslosen, aber ungemein schönen Masken versteinert. „Eines verstehe ich nicht. Warum bin ich hier? Warum bin ich noch immer am Leben. Ich bin der Berater von Don Göfla, dem Feind eurer Schwester und sicherlich auch euer Feind. Warum bin ich nicht schon längst tot?“ fragte DJ n und in seine Stimme war die altvertraute Kälte und Rationalität zurückgekehrt.
    Für einen Moment schwiegen Felis und Vidora, als ob sie sich ihre Antwort gut überlegen müssten. Dann begann Felis zu reden. „Wir wollen dir einen Deal vorschlagen...“

    Ete starrte Chibi mit unverhohlener Fassungslosigkeit an. „Das soll doch ein schlechter Scherz sein? Sagen sie mir, dass das ein schlechter Scherz ist!“. „Leider nicht. Ich habe es mit eigenen Augen gesehen. TQ scheint irgendjemanden genaue Informationen über all unsere Aktivitäten im Bezug auf die Spam Mafia zu liefern.“ entgegnete Chibi niedergeschlagen. Ete seufzte schwer. Diese Nachricht war wie der Schlag eines Boxers mitten in die Magengrube. Ete stützte die Ellenbogen auf den Tisch und vergrub sein Gesicht unter seinen Händen. „Das kann einfach nicht sein.“ sagte er so leise, das es fast ein Flüstern war. „Das kann einfach nicht sein.“.
    Chibi war nicht wohl in seiner Haut. Ete so eine schockierende Nachricht zu überbringen war schon hart, seine Reaktion darauf mit anzusehen war noch härter. Er sah vor sich einen Mann, der allen Anschein nach der Verzweiflung und den Tränen nahe war. Eine gewisse Hilflosigkeit breitete sich in Chibi aus und sein Magen zog sich zusammen. „Chibi. Ich würde sie bitten, TQ sofort in mein Büro zu schicken. Des weiteren soll Steal Gray sich in TQs Wohnung umsehen und dort seinen Computer in Beschlag nehmen. Den soll Ninty mal genauer unter die Lupe nehmen.“ sagte Ete, die Hände noch immer vor das Gesicht haltend. „Ja, wird sofort erledigt.“ antwortete Chibi und war dankbar, endlich den Raum verlassen zu dürfen. So konnte er auch nicht sehen, dass über Etes Wangen dicke Tränen liefen.

    YoshiGreen:
    Göfla hatte kein Licht gemacht. Gemütlich saß er in seinem Sessel und schaute durch das große Fenster seines Büros auf die Stadt hinab. Seine Stadt. Ja, er war der uneingeschränkte Herrscher dieser Stadt. Die Anti-Spampolizei ist zwar wieder ins Leben gerufen worden, aber wie sollten diese vertrottelten Schreibtischfurzer ihn, den Paten der Spammafia, aufhalten.
    Nichts konnte ihn aufhalten! Niemand!
    Genüsslich nippte Göfla an seinem stark alkoholischen Getränk, ein zufriedenes Grinsen breitete sich über sein Gesicht aus. Jetzt, genau in diesem Moment fühlte er sich vollkommen glücklich. Er hatte seine Ziele erreicht.
    Das einzige was diesen Augenblick störte, war die mehrere Meter hohe Stichflamme die aus dem Industrieviertel in die Höhe schoss.
    Eine Stichflamme? Leicht betrunken wie er war, benötigte der Pate ein paar Sekunden bis er realisiert hatte was sich da vor seinen Augen abspielte: Ein Feuer breite sich rasend schnell im Industrieviertel der Stadt aus.
    Schneller als man es für möglich gehalten hätte, kam wieder Leben in Göfla. Er wirbelte herum, rannte zu seinem Schreibtisch und rief in seine Sprechanlage: „DJ n, sofort in mein Büro! Scavenger, du ebenfalls!“

    Die beiden Feuerwehrmänner Aurae und BJ spielten gerade Karten als der Alarm in der Wache losging. Beiden schauten sich verdutzt an, denn diese Sirene bedeutete, dass irgendetwas Schlimmes passiert ist, dass die Hilfe aller Hilfskräfte verlangt, ganz gleich welcher Tätigkeit sie gerade nachgingen.
    Aber was konnte das sein, die beiden sahen sich immer noch verwirrt an, als die ersten Kollegen in den Mannschaftsraum stürmten und sich hektisch ihre Schutzkleidung anzogen.
    „Los, los“, schrie einer die beiden Kartenspieler über den Lärm der Sirene hinweg an, „Bewegung, wir haben einen Flächenbrand im Industrieviertel!“
    Das saß, beide Feuerwehrmänner lösten sich aus ihrer Erstarrung und zogen sich schnellstmöglich um. Es kam ihnen wie ein schlimmer Alptraum vor.
    Das laute Heulen der Sirene, die vielen durcheinander laufenden Männer, das Geschrei, die ersten Löschfahrzeuge die mit Martinshorn und Blaulicht losfuhren.
    Nur ein paar Minuten später saßen auch sie in einem Fahrzeug und fuhren in wahnwitziger Geschwindigkeit nach Osten, wo der Himmel schon hellerleuchtet war. Allerdings nicht vom Rot der aufgehenden Sonne.

    „Einen Deal?“, DJ n sag die beiden Frauen immer noch fassungslos an. Was konnte er schon haben, an dem die Beiden interessiert sein könnten? Im gleichen Moment beantwortete er sich die Frage selber: Kontakte. In der Mafia war er der 2. Mann. Die Mafioso fürchtete ihn und Göfla respektierte und schätzte ihn. Er war das Bindeglied zwischen Kopf und Körper der Schlange namens Spammafia und damit eine der einflussreichsten Persönlichkeiten.
    „Wie ich an deinem Gesichtausdruck erkenne“, holte in Felis aus seinen Gedanken zurück, „hast du erkannt was an dir wir zu schätzen wissen. Natürlich wirst du niemals freiwillig für uns spionieren, dafür ist dein Ehrenkodex zu ausgeprägt.“
    Vidora konnte sich ein Kichern nicht verkneifen.
    „Ach komm schon Felis“ sagte sie zu ihrer Schwester, „Sprich nicht so abfällig über ihn, ich finde das irgendwie niedlich.“ Dabei blinzelte sie DJ n verführerisch zu.
    Während er kalte Wut in sich hochsteigen fühlte, fuhr Felis unbeirrt fort:
    „Wie auch immer, wir haben uns jedenfalls da etwas ausgedacht und zwar.....“
    Wieder wurde sie unterbrochen, diesmal allerdings nicht von ihrer Zwillingsschwester sondern von der Tür, die laut aufflog. Verursacher dieses Lärmes war Genji, der mit rußgeschwärzten Gesicht und außer Atem eintrat.
    Wütend fuhren die Schwestern herum und Felis fragte kalt: „Ja? Was ist los?“
    DJ n war immer noch viel zu benommen um zu realisieren, dass sich hier eine Chance zur Flucht bot, statt wegzurennen setzte er sich wieder aufs Bett. Ihm war schwindelig. Irgendwie entwickelte sich das Gespräch, ganz anders als er erwartet hatte.
    „Das Quartier“, keuchte Genji, „Es brennt. Wir müssen evakuieren, dass ganze Viertel brennt.“
    Die beiden Schwestern tauschten einen kurzen Blick und schaute dann noch einmal auf DJ n. Dann verließen sie den Raum und schlossen die, wie DJ n erst jetzt auffiel, luftdichte Tür.
    Gerade noch als er sich wunderte was das zu bedeuten hatte, hörte er ein nicht vertrautes, aber gleichwohl bekanntes Zischen – Gas!
    „Die wollen mich vergasen.“, schoss es ihm durch den Kopf. Verzweifelt riss er ein Stück Bettlacken hoch und hielt es sich vor seinen Mund. Doch es war zu spät. Mit sanfter Gewalt breite sich eine undurchdringliche Schwärze in seinem Kopf aus und raubte ihm das Bewusstein. Der letzter Gedanke der ihm durch den Kopf schoss, war der unendliche Trauer darüber, dass nun wohl alles vorbei war.

  18. #18
    Soa, und wieder ein flotter dreier von DJ n, mir und ... Repko!


    DJ n:

    So schnell er konnte rannte, stolperte Scavenger in das Büro Göflas.
    Als er vor dem Tisch seines Paten stand, versuchte er langsam seine Atmung wieder in den Griff zu bekommen, jedoch schaffte er es nur zu einem angestrengten Keuchen und Schnaufen. „Sie… haben nach mir… gerufen mein Pate?“ keuchte Scavenger und schämte sich darüber so sehr, dass sein Kopf einen so roten, beinahe purpurnen Teint annahm, dass Göfla in seiner Aufregung fürchtete, dass jeden Moment Scavengers Kopf explodieren würde. „Ja… habe ich.“ sagte Göfla langsam, nachdem er den Gedanken an einen kopflosen Scavenger abgeschüttelt hatte und sah ihn an. „Wo ist DJ n?“. Scavenger sah sich im Raum um, als ob er vermuten würde, dass DJ n doch irgendwo sei, und blickte dann den Paten an. „Ich weiß es nicht, mein Pate. Er ist vorhin mit diesem Xander weggefahren und seitdem nicht wieder hier aufgetaucht.“. Auch wenn sich Scavenger bemühte, nicht allzu erfreut über das Verschwinden des Asiaten zu wirken, konnte er einen gewissen Unterton nicht aus seiner Stimme verbannen. Dieser schien jedoch, zu seinem Glück, Göfla nicht aufgefallen zu sein, da dieser nur die Hände faltete, sein Kinn darauf stützte und Scavenger ansah, natürlich ohne Licht an seine Augen kommen zu lassen, die bisher nur Tote und DJ n zu Gesicht bekommen hatten.
    „Im Industrie Viertel hat eben eine Explosion stattgefunden. Ich will wissen, wer es wagt, in MEINER Stadt Anschläge zu verüben. Nimm Dragon Thorm und Ruffy mit. Ihr seht euch das ganze mal genauer an. Und wenn ihr dort wiedererwarten auf diese Triadenratten trefft: macht sie kalt. Verpasst ihnen einen Denkzettel, der sie für immer daran erinnern soll, WER über diese Stadt herrscht!“. Göfla ballte plötzliche beide Hände zu Fäusten und schlug diese mit einer Wucht auf den Tisch, dass Scavenger unwillkürlich zusammenzuckte. Er hätte nie gedacht, dass ein Mann in Göflas Alter noch so viel Kraft haben könnte.
    „Ja mein Pate. Es wird alles zu ihrer Zufriedenheit verlaufen.“ sagte Scavenger und verließ das Büro seines Paten um Dragon Thorm, den Feuerteufel und Ruffy zu suchen.

    „Du wolltest mit mir sprechen, Ete?“. TQ hatte gerade die Tür zu Etes Büro geschlossen. Chibi Trunks hatte ihm gesagt, dass Ete ihn in seinem Büro sehen wollte hatte dabei so ein seltsames Gesicht gemacht. Natürlich ahnte TQ nicht, dass das folgende Gespräch mit dem Bisschen, was Chibi gesehen hatte, zusammenhängen würde. Diesen Vorfall hatte er auch schnell wieder vergessen. Seine Aufgabe war zu wichtig, als dass er sich um solche Kleinigkeiten kümmern konnte.
    „Ja, das will ich TQ. Setz dich bitte.“ sagte Ete, der mit dem Rücken zu ihm auf seinem Stuhl saß. Seine Stimme hatte einen seltsam erstickten Tonfall. „Ist alles mit dir in Ordnung, Ete? Hast du was auf dem Herzen?“ fragte TQ und setzte sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch. „TQ. Ich werde dir jetzt eine Frage stellen und ich bitte dich als dein Freund, dass du mir ehrlich antwortest.“ sagte Ete. Er bemühte sich, nicht wieder in Tränen auszubrechen. TQ zog die Augenbraue hoch und starrte die Rückenlehne fragend an, sagte jedoch: „Natürlich, frag Ete.“. Ete atmete tief durch und sagte dann: „TQ. Bist du ein Doppelagent?“. TQ wurde plötzlich unglaublich heiß und sein Magen zog sich krampfhaft zusammen. „W… was?“ stotterte TQ.
    Plötzlich drehte sich Etes Stuhl zu TQ um und der Anblick Etes ließ seinen Magen sich noch weiter zusammenziehen. Etes Augen waren verquollen, blutunterlaufen du glänzten. Er schien viel geweint zu haben. Auf seinem Gesicht waren einzelne rote Flecken und die Wangen waren feucht durch die herunter gelaufenen Tränen. „TQ!“ schrie Ete plötzlich los. „Chibi hat gesehen, was du gemacht hast! Er hat gesehen, dass du irgendjemanden all unsere Erkenntnisse über die Spam Mafia zukommen lässt, dass du irgendjemanden über all unsere Aktivitäten auf dem Laufenden hälst! TQ! Wer ist dieser Irgendjemand? TQ! WARUM?“. Wieder überfluteten Tränen die eh schon verweinten Augen Etes und liefen seine Wangen hinunter.
    Einen kurzen Augenblick dachte TQ, er müsste lachen, so groß war erstmal die Erleichterung, dass Ete nicht seine „Beschäftigung“ bei KEFKA meinte. Dieser Augenblick verging jedoch wieder und eine Welle Schuldgefühle überflutete TQ und wieder schien sich sein Magen um noch ein Stück zusammen zu ziehen. Mittlerweile müsste er so klein sein, dass noch nicht mal mehr eine Erdnuss reinpassen würde.
    TQ sah niedergeschlagen zu Boden. Nun fiel ihm wieder der Vorfall mit Chibi ein, der einen Blick, der scheinbar lang genug war, auf seinen Bildschirm geworfen hatte. „Ete…“ fing TQ unbeholfen an. Ein gewaltiger Kloß steckte ihm im Hals und sein Kopf schien schwer wie Metal, sicherlich, weil er Ete nicht in die Augen sehen konnte. Er fühlte sich wie ein Kind, das bei etwas verbotenen ertappt worden war, nur tausendmal schlimmer.
    „Ete…“ setzte TQ erneut an und dieses mal flossen die Worte weiter. Ohne nachzudenken erzählte TQ Ete alles. Alles über Repko und MR.Z. Alles darüber, dass die beiden seine Frau und seine Kinder als Geiseln hielten. Das er ihnen alle Informationen zukommen lassen musste, wenn er nicht wollte, dass seiner Familie etwas passierte.
    Als er fertig war liefen auch ihm Tränen über das Gesicht und tropften auf den Boden.
    „Das ist alles. Das ist die ganze Geschichte. Die ganze Wahrheit.“ sagte TQ, strafte sich selber jedoch Lügen, da ihm wieder KEFKA in den Sinn kam. Während seiner Erzählung hatte TQ zu Boden gesehen und mehr dem Teppich seine Geschichte erzählt, als Ete. Dieser hatte die ganze Zeit über geschwiegen, gelegentlich kurz geschnieft (er hatte schließlich viel geweint) aber war ansonsten stumm geblieben.
    Nun bemerkte TQ, wie Ete aufstand und um den Tisch herum ging. Neben seinem Stuhl blieb er stehen und TQ wusste, dass Ete ihn nun ansah. „Steh auf, TQ.“ flüsterte Ete leise. Seine Stimme klang wieder erstickt. Ohne ein Zögern erhob sich TQ und noch bevor er wirklich auf beiden Beinen stand, schlossen sich die Arme Etes um seinen Oberkörper und pressen ihn an sich. Mechanisch schloss auch TQ seine Arme um Ete und so standen die beiden stumm mitten im Büro Etes, während beiden leisen Tränen über die Wangen liefen und die Schultern des jeweils anderen durchnässten.

    Als Genji die schön verzierte Holztür wieder öffnete, war der gesamte Raum mit dichten Nebel gefüllt. Auf dem Boden konnte er eine Gestalt erkennen, die natürlich DJ n war. Das Schlafgas hatte seine Arbeit gut gemacht.
    Genji trat in den Raum und stellte sich über den schlafenden DJ n. Gnädiger weise hatten ihn Felis und Vidora erlaubt, eine Gasmaske zu tragen, damit er nicht auch noch ins Land der träume entfloh. „Du sollst ja schließlich den süßen Kerl da rausholen. Wir brauchen ihn noch.“ hatte Vidora gesagt und wieder mal gekichert. Frauen wie sie hasste Genji wie die Pest. Umso mehr wurmte es ihn, dass nun gerade solche Frauen ihm Befehle erteilten.
    >>Was sie mit dem noch vorhaben interessiert mich brennend…<< dachte Genji während er DJ n unter den Achsel packte und seinen, momentan leblosen Körper aus dem Zimmer schleifte.
    Vor dem Zimmer warteten Felis und Vidora mit ungeduldigen Blicken. „Na los, beeil dich endlich! Wir müssen hier weg!“ fauchte Felis. Vidora hingegen sah, vielleicht mit einer Spur Besorgnis, an Genji vorbei auf DJ n, der wie ein nasser Sack über die Türschwelle und später durch einige dunkle Gänge geschleift wurde, um später in eine silbergraue Limousine gewuchtet zu werden. Danach setzte sich der Wagen in Bewegung und raste durch brennende Straßenschluchten. Die Triaden hatten nun ihr neues Heim verlassen und mussten nun doch wieder zurückkehren. Zurück in den Hafen.

    Yoshi:

    Nur mit Mühe und Not konnten sich die Feuerwehrmänner in Sicherheit bringen, als auf der Hauptzufahrtsstraße zum Industriegebiet ein schwarzer Wagen angeschossen kam und kurz darauf wieder im dunkel der frühen Nacht verschwand.
    „Verdammter Typ“, brüllte Aurae dem Wagen hinterher, was der Fahrer selbstverständlich nicht hörte.
    „Was ist denn das für einer? Hast du das Nummernschild erkennen können?“ BJ sah seinen Kollegen fragend an.
    „Nein, ich war damit beschäftigt meinen Hintern in Sicherheit zu bringen,. Hoffentlich fährt der sich am nächsten Baum tot.“ Aurae war sichtlich erregt. „Wahrscheinlich hat der irgendwas mit der Kacke hier zu tun!“ Dabei nickte er mit seinem Kopf in Richtung der züngelnden Flammen.
    „Hey ihr da! Habt ihr nichts bessere zu tun als Opern zu quatschen. Wenn ihr irgendwann mal fertig sein solltet, dann war es sehr freundlich wenn ihr euren Kollegen hier mal zur Hand gehen könntet, falls ihr es noch nicht bemerkt habt, dahinten brennen grad mehrere Fabriken ab!“
    Schuldbewusst zogen die beiden Feuerwehrmänner ihre Köpfe ein und machten sich wieder an ihre Ausrüstung wohl wissen gleich in dieser Feuerhölle zu müssen.

    „Ich glaube da vorne musst du links abbiegen.“
    Ineluki guckte seinen Bruder stirnrunzelnd an: „Quatsch, da fahre wir in Richtung Hafen. Was sollen wir denn da?“
    Freezy musterte seine Bruder ebenfalls. „Wieso in den Hafen? Da geht’s in Vergnügungsviertel. Du weißt schon, da wo wir damals unsere „Bude“ hatten. Über der Disko.“ Der Gedanken an die gedämpften Technoklänge die, die ganze Nacht durch erschallten, zauberten ihm ein verträumtes Lächeln aufs Gesicht.
    „In Vergnügungsviertel? Du spinnst doch. Wir waren doch nur knapp ein Jahr weg, soviel kannst du doch gar nicht vergessen haben. Ich sag’s dir: Da geht es zum Hafen.“
    Einen Moment schien es so, als ob Inelukis Bruder tatsächlich festgestellt hätte, dass er einen Fehler gemacht hat, aber nur um darauf noch energischer den Kopf zu schütteln.
    „Nein, guck doch mal da vorne!“, erklärte er, „Da ist dieser Pizzaladen zu dem ich immer gegangen bin, wenn ich beim einkaufen Hunger bekam. Ich geh doch nicht quer durch die halbe Stadt.“
    Ineluki musterte das Gebäude das gerade links an ihnen vorbei zog.
    „Das ist nicht der Pizzaladen. Der hier sieht so schäbig aus, da würdest noch nicht einmal du reingehen.“
    „Und ich sage dir, links geht’s zum Vergnügungsviertel!“, wiedersprach Freezy.
    „Nein!“
    „Doch!“
    „Bestimmt nicht!“
    „Wenn ich dir es doch sage!“
    Mittlerweile hatten sie die Kreuzung erreicht. Weil die Straße leer war, stoppte Ineluki den Wagen auf der Mitte der Straße
    „OK,“, Ineluki drehte sich zu seinem Bruder auf dem Beifahrersitz um, „du meinst also das Vergnügungsviertel ist links, und wohin kommen wir dann bitteschön wenn wir rechts rum fahren?“
    „Wenn wir rechts rum fahren“, äffte Freezy Inelukis Ton nach, „dann kommen wir zum Hafen. Aber das glaubst du mir ja nicht.“
    „OK. In Ordnung, wie du meinst. Da hast zwar recht, ich glaube dir nicht, wenn du mich fragst ist es genau anders rum, aber wenn du willst dann fahren wir links rum.“
    Sprach’s und startete den Wagen wieder. Es dauerte nur ein paar Minuten, sie hatten gerade eine Hügel überquert und fuhren in das Tal dahinter, als ihnen das große Feuer auffiel das unten der brannte.
    „Verdammt, was geht denn hier ab?“, stieß Freezy entsetzt hervor.
    „Ich bin genauso ratlos wie du“, antworte sein Bruder, „Aber ich bin mir auf Einmal irgendwie gar nicht mehr so sicher, ob meine Idee wirklich so gut war.“
    Bevor sie noch irgendein weiteres Wort wechseln konnten, trat ein Polizist aus dem Dunkel des Straßenrands und bedeutete sie anzuhalten.
    „Guten Tag, was gibt es denn?“, fragte Ineluki sehr förmlich nachdem er die Scheibe runtergekurbelt hatte.
    „Guten Abend. Was es gibt? Haben sie denn nicht den Verkehrsfunk gehört?“
    „Nein, hätte ich das tun sollen?“, wie immer wenn er es mit der Obrigkeit zu tun hatte, fühlte sich Ineluki sehr unwohl.
    „Na ja, dann hätten sie sicher mitbekommen, dass aufgrund des Feuers das sie da unter erkennen können, das gesamte Industrie weiträumig abgesperrt ist.“
    „Das... das da unten ist das Industriegebiet?“, fragte Ineluki, dem jetzt das Erstaunen im Gesicht geschrieben stand.
    „Ja. Ist etwas nicht in Ordnung?“
    „Nein, nein. Es ist nichts, aber wenn ich an der letzten Kreuzung statt nach links, nach rechts gefahren wäre, wo wäre ich dann hingekommen?“
    „Wenn sie rechts abgebogen wären? Warten sie... dann wären sie zur Autobahn gekommen.“
    „Zur... Au...to.. bahn?!“, mischte sich jetzt auch Freezy ins Gespräch ein.
    „Das habe ich doch gesagt. Was suchen sie denn?“
    „Eigentlich wollten wir ins Vergnügungsviertel“, antworte Ineluki.
    „Oh, da sind sie aber ganz falsch gefahren. Da hätten sie schon auf der Autobahn eine Abfahrt früher nehmen müssen. Am besten fahren sie jetzt wieder den Weg zurück den sie gekommen sind und nehmen dann die erste Abzweigung nach rechts, die führt zu einem Zubringer, und ab da ist die Innenstadt auch ausgeschildert. Aber jetzt haben sie einen Umweg von sicherlich eineinhalb Stunden gemacht. Wenn sie nicht aus der Umgebung stammen sollten sie im Allgemeinen mehr auf die Ausschilderungen achten! Das hätten ihnen sicher einiges erspart.“
    „Ja, werde ich tun. Hinterher ist man immer schlauer, oder?“, ein gequältes Lächeln erschien auf Inelukis Gesicht, „Danke schön für ihre Hilfe, einen schönen Abend noch!“
    „Wünsche ich ihnen auch:“
    Während der Polizist wieder zurück zu seinem Wagen ging wendete Ineluki den Wagen und folgte der Wegbeschreibung die er bekommen hatte.
    Weil keiner so recht wusste was er sagen sollte, herrschte bis zum Erreichen der Innenstadt ein peinliches Schweigen im Wagen.



    Repko:

    "Hast du etwa kein schlechtes Gewissen, hier rumzustehen und eine zu rauchen?", fragte Aurae, der neben BJ hinter dem Feuerwehrwagen stand. "Ne, eigentlich überhaupt nicht. Wer weiß was da drin alles rumsteht.", antwortete dieser und entzündete nervös seine Pfeife. "Sollen doch die Experten ihr Leben riskieren, ich hab Frau und Kinder." Aurae drehte sich besorgt um und beobachtete den großen Brand. Tatsächlich schienen die Flammen nun einen leichten Grünton angenommen zu haben und ein leichtes Zischen war zu vernehmen. Wie besessen standen fünf Männer in Taucheranzugartiger Ausrüstung in der Nähe des Feuers und hielten mit ihren Schaumstrahlen in Richtung des Brandherdes zu. Zu Beginn hatten die Feuerwehrleute mit Wasser gelöscht, was sich als Sisyphusarbeit erwies, da allem anscheinen nach auch flüssiges Material brannte und das Feuer so nur noch mehr verbreitet wurde.Tatsächlich schienen sich die Flammen zu verkleinern, doch es handelte sich inzwischen um einen gewaltigen Großbrand, der vom Boden aus kaum in Griff zu bekommen war.
    "Vielleicht hast du recht.", sagte Aurae "In einer halben Stunde kommen sowieso die Löschflugzeuge aus Pennsylvania an." "Natürlich hab ich Recht!" nuschelte BJ durch den Mundwinkel, in dem die Pfeife nicht steckte.
    Die beiden waren so in Gedanken, dass sie nicht bemerkten, wie hinter ihnen zwei Gestalten auftauchten. Die eine, eine hagere, affenartige Gestalt zückte zwei Keulen und lies diese auf die Hinterkopfe der Feuerwehrmänner hinabsausen. Aurae sackte ohne weiteres zusammen, während BJ nur das Gleichgewicht verlor und vornüber auf den Asphalt knallte, wo seine Pfeife in kleine Teile zerbarste. Durch den Aufprall verlor auch er das Bewusstsein.
    "Schnappt euch deren Klamotten und versteckt sie im Laderaum.", befahl Scavenger. Ruffy nickte und steckte die Keulen wieder ein, während DragonThorm amüsiert in die Flammen starrte.

    "Fahr doch, du Vieh!", fuhr Vidora Manga-Protector harsch an und schlug ihm gegen den Hinterkopf. Der bullige Chinese saß angespannt auf dem Fahrersitz und und presste das Lenkrand so stark, dass seine Fingerknöchel weiß hervortraten. Er riskierte einen kurzen Blick auf den Rückspiegel, was Vidora nicht entging. "Schau auf die Straße, du dämliches Stück Scheisse. Snake und Genji kommen schon noch nach, wenn sie unsere Sachen geholt haben.", sagte sie und gab ihm einen weiteren Schlag auf den Hinterkopf. Manga-Protector starrte regungslos auf die Straße, seine Augen traten aus den Höhlen hervor und sein Gewicht lief allmählich rot an.
    Er raste auf eine Kreuzung zu und konnte zahlreiches Hupen hören. Mit einem Mal drückte er das Bremspedal voll durch. Vor ihm raste eine Hochtzeitsgesellschaft hupend vorbei. Die Insassen des Autos wurden kräftig nach vorne geschleudert. "Wieso bist du nicht einfach durchgefahren, du dreckiges Opossum.", schrie sie ihn an und schlug ihm ein weiteres Mal gegen den Kopf. Manga-Protector stieg voll auf das Gaspedal, sodass sie plötzlich alle in ihre Sitze gepresst wurden. Trotz seiner Verbitterung hörte er ein Kichern von Rübe und Savage. Als er dies vernahm, ging er vom Gas runter, stieg auf die Bremse und schleuderte das Heck des Autos herum. Kurz darauf gab er wieder Vollgas und fuhr so um eine Kurve.
    Da außer Manga-Protector niemand damit gerechnet hatte, zog dieser ein leichtes Grinsen ob des angespannten Schweigens auf.

    Ihre Tarnung war lächerlich, doch im Eifer des Gefechts würden sie wahrscheinlich sowieso nicht auffallen. Während Ruffy und DragonThorm gewöhnliche Feuerwehruniformen mit Gasmaske trugen hatte Scavenger einen Strahlenschutzanzug auftreiben können. Vor allem Ruffy sah lächerlich aus, da ihm BJs Uniform viel zu weit war und er seine Hose mit einem Kabel befestigt hatte. "Jetzt schnappt sich jeder einen Feuerlöscher, dann gehen wir rein und behaupten, dass wir das Feuer von innen bekämpfen wollen."
    DragonThorm besah die ordinären roten Feuerlöscher, die oft in öffentlichen Gebäuden aushingen. "Scav?", begann er zweifelnd zu fragen "Du weißt schon, dass man mit diesen micjkrigen Dingern nicht einmal ein brennendes Auto löschen kann?" Scavenger winkte entnervt ab. "Da achtet doch niemand drauf."
    "Und...", begann DragonThorm. "WAS?", fragte Scav ungeduldig, wobei sein transparentes Visier beschlug. "Du weißt hoffentlich auch, dass ein Strahlenschutzanzug nicht vor Hitze oder Feuer schützt. Eher im Gegenteil -" "Das ist doch jetzt egal!", rief Scavenger. "Wir gehen da jetzt rein."
    Zögerlich nahm auch DragonThorm einen der Feuerlöscher in die Hand und positionierte sich etwa fünf Meter hinter den Löscheinheiten, die noch immer mit ihren gebogenen Schaumstrahlen auf das nunmehr grüne Feuer zuhielten. Als Ruffy und Scavenger neben ihm auftauchten setzte er seine Gasmaske auf. "Auf mein Kommando.", sagte Scavenger mit gespielter Ruhe.
    "Los!" Sie rannten auf das brennende Gebäude zu, ihre Feuerlöscher wie Waffen im Anschlag. "Wir gehen da rein und löschen von innen.", schrie Scavenger den Feuerwehrmännern zu, du die drei Mafiosi nun verdutzt anstarrten.
    "Ihr könnt doch nicht mit der Ausrüstung da rein.", rief einer von ihnen, doch dies ging dabei unter.
    Nachdem sie eine Weile ziellos in das Gebäude vorgedrungen waren standen sie nun in einem Raum, der sehr zentral liegen musste, da er viele Türen enthielt. "Wohin nun?", fragte Ruffy schwer durch den dicken Filter der Gasmaske atmend. "Ich sehe überhaupt nichts.", sagte Scavenger. Ruffy sah zu ihm hinüber und bemerkte dass sein Visier komplett beschlagen war. Er Zog ein Messer und rammte es durch den Sichtschutz. Mit ein paar geschickten Bewegungen hatte er das Visier herausgeschnitten.
    Scavenger zog die Gasmaske von seinem Gürtel und streifte sie sich über. "Danke.", sagte er sarkastisch zu Ruffy.
    Er begann, alle Türen zu sondieren, bis sein Blick an einer haften blieb. Er zeibgte mit dem Finger auf sie. "Lotusblüte." DragonThorm und Ruffy folgten seinem Finger und erkannten an einer Türe den groben Umriss einer Lotusblüte aus Grafitti.
    Da ihnen der anfängliche Sprint viel Kraft genommen hatte und das Atmen durch die Gasmasken recht schwer fiel, marschierten sie nunmehr auf die Türe zu. Kräftig drückte Scavenger die Klinke durch, doch diese war verschlossen. Er fasste sich an die Brust seines Anzuges und suchte etwas. "Ach, verdammter Anzug.", fluchte er.
    Ruffy, hol meine Knarre aus meinem Anzug." Ruffy verdrehte die Augen bevor er an Scavenger herantrat und seine Hand in die Öffnung hineinsteckte, wo zuvor der Sichtschutz gewesen war. Nachdem er Scavengers Körper kurz abgesucht hatte, zog er eine Pistole heraus und überreichte sie ihm.
    Scavenger fackelte nicht lange und lies drei Schüsse auf die Türe ab, die nun aufflog. Sofort stürmten sie zu dritt in den nächsten Raum.
    Hier war das Feuer nicht ganz so stark, doch ein Teil der Decke war eingestürzt, weshalb nun auf dem Boden zahlreiche kleine Brände loderten. Sie hatten gerade die Mitte des Raumes erreicht, als eine Türe vor ihnen aufflog und zwei Gestalten herausstürmte.
    "Halt.", brüllte Scavenger und zielte mit seiner Pistole auf die beiden. DragonThorm und Ruffy taten es ihm gleich. "Scheisssse", fluchte Snakes Bite und sprang mit einem Satz hinter einen umgefallenen Tisch, wo er nichtmehr auftauchte. Vermutlich war er unter dem Schutt der Decke verschwunden.
    Genji, der etwas über die Schulter geworfen hatte machte Anstalten, sich zu ergeben. Er legte das schwere schwarze etwas sanft vor sich auf den Boden und nahm die Hände hoch, während er seinen Oberkörper wieder aufrichtete. Doch dann ging alles sehr schnell:
    Während er die rechte Hand langsam hochnahm schlug er geschickt gegen eine Dose, die auf einer Werkbank neben ihm stand. Die Dose flog auf die Mafiosi zu und landete nach kurzer Zeit in einem kleinen Feuer, etwa zwei Meter vor ihnen. Plötzlich explodierte die Dose und loderte in einer Stichflamme auf. Scavenger und Ruffy schützten ihr Augen mit den Händen und machten einen Satz nach hinten, nur DragonThorm schoss durch die Flamme hindurch, in der Hoffnung, etwas zu treffen.
    "Hauen wir ab, Snake.", hörten sie Genji brüllen, dann war es bis auf das laute Bersten der Flammen still. DragonThorm warf seine Waffe zur Seite und wandte sich seinem Feuerlöscher zu. "Benzinlack.", analysierte er mit verbissener Miene. Mit dem Feuerlöscher konnte er den kleinen Brand recht schnell löschen. Scavenger und Ruffy waren an ihn herangetreten. Doch als die Flamme erstarb sahen sie niemanden mehr.
    "Verdammter Mist.", fluchte Ruffy. Scavenger lief ein paar Schritte weiter. "Die haben was verloren.", sagte er und ging auf das schwarze Etwas zu. "Das... das ist DJ n.", sagte er ungläubig, während er neben dem bewusstlosen Körper des Asiaten kauerte um dessen Puls zu messen. "Er lebt noch. Wir nehmen ihn mit.", sagte er entschlossen.
    "Und dann schnell weg hier.", ergänzte DragonThorm. "Hier wird gleich die Hölle los sein."

    DJ n stand irgendwo im Dunkeln. Interessiert beobachtete er die bunten Lichtspiele am Firmament. Immer wieder stieg vor ihm ein dichter Nebel auf und ging so schnell wieder, wie er gekommen war. Es wirkte bizarr und beängstigend und doch faszinierend.
    DJ n hatte keine Ahnung, wo er sich im Moment befand, es war dunkel uind doch konnte er sehen. Überall dieses dunkle Licht und die eiskalte Wärme, die beängstigende Freude. Er wusste nicht, wie das sein konnte und hatte soetwas noch nie gesehen, er wusste nicht, wie er seine Gedanken korrekt einordnen konnte.
    Doch plötzlich wurde er durch die Dunkelheit geschleudert. Hin und Her. Und immer begleitet von einem unglaublichen Schmerz. Er versuchte die Augen zu öffnen, doch es gelang ihm nicht. Erst nach zahlreichen weiteren schmerzvollen Schlägen gelang es ihm, einen Blick auf seine Umgebung zu werfen. Die Lichter hatten sich zu einer Hand geformt, die ihn wild im Raume herumprügelte.
    Langsam löste sich die Dunkelheit, die Hand wurde deutlicher.
    DJ n wachte auf.

    Er erblickte zuerst das Gesicht von Mr.Z, der ihn wild ohrfeigte. erst als DJ n ihn verwirrt ließ dieser von ihm ab und drehte sich beiseite. "Er ist wach." DJ n versuchte, sich aufzurichten, doch er war auf eine Pritsche gefesselt, es war ihm nicht einmal mehr möglich, den Kopf zu drehen.
    Auf einmal erschien vor seinen Augen das Gesicht Göflas. Ein Gefühl der Erleichterung überkam ihn. Er war wieder in Sicherheit, doch was sollte die ganze Sache hier?
    "Fangen wir von vorne an.", sagte Göfla langsam. "Warum bist du zurückgekommen?" DJ n verdrehte die Augen. "Was?", fragte er leicht gereizt. Göfla seufzte und schnippte mit der rechten Hand. Repko trat an seine Seite und pustete ihm den dicken Qualm seiner Zigarre ins Gesicht.
    Während DJ n keuchend hustete, rammte ihm Repko die Faust in den Magen. DJ n versuchte, sich vor Schmerz zu krümmen, doch die Fesseln machten es ihm unmöglich. Göfla legte ihm die Hand auf die Stirn und näherte sein Gesicht an. "Wieso bist du wieder zur Spam Mafia zurückgekehrt." DJ n wusste, dass er in solchen Situationen mit dem Don keine Diskussionen eingehen sollte. "Ich bin zurückgekehrt, um Euch, meinem Don, treu zu dienen.", japste er verzweifelt.
    "Und wieso bist du dann vor einem Jahr verschwunden?", setzte der Don nach und erhöhte den Druck auf DJ ns Stirn. "Ich...Ich..." DJ n befand sich in einer Zwickmühle, das merkte er. Er war geflohen, weil er die Spam Mafia in diesem Moment verabscheut hatte. Das konnte er nicht sagen und eine plausible Ausrede wäre ihm nicht eingefallen. Als er kurze Zeit nicht sagte folgte wieder der Schlag in den Magen, der DJ ns Gedanken wieder wild durcheinandermischte.
    Er spürte unheimliche Schmerzen und ergab sich ihnen. Im Schmerz ist jeder ein Mensch, das wusste er. Wie verrückt versuchte er seine Gedanken zu sammeln, was ihm kaum gelang. "Wohin bist du damals gegangen.", fragte Göfla streng. DJ n antwortete sofort. "Nach Japan, zu meinem Sensei." "Kann es nicht etwa sein, dassdu bei den Triaden untergetaucht bist?", setzte der Don nach. "Was?", fragte DJ n wieder. Dieses mal übernahm der Don den Schlag in den Magen, der trotz des recht hohen alters des Mannes ziemlich saß. DJ n stieß die Luft aus und hustete wild.
    "Bist du ein Spion der Triaden?", fragte Göfla und drückte DJ ns Kopf mit aller Kraft gegen die harte Metallpritsche. "Nein!", stöhnte dieser. "Was hast du dann bei denen getrieben?"
    DJ n bemerkte nun seine durchaus missliche Lage. Die Mafia nahm an, dass er ein Spion der Asuka Chan Triaden war. "Ich weiß es nicht. Die haben mich mitgenommen.", murmelte er, trunken vom Schmerz. "Wieso?", brüllte ihn Göfla an und der Schrei hallte mehrere Male in dem Metallverkleideten Raum wider.
    "Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht.", sagte er und spannte zur Vorsicht seine Bauchmuskeln an. Doch der kräftige Schlag Repkos landete diesesmal in DJ ns Nieren. "Die woltlen dich aus der brennenden Fabrik retten." "Die hatten was mit mir vor." "Was?" "Ich weiß es nicht." Eine weitere Faust schleuderte gegen seinen Magen. Göfla musterte DJ n kurze Zeit und löste dann die Kopffessel. Kurz darauf erhob er sich und drehte sich weg. DJ n sah sich wild um.
    Er war im Verhörzimmer der Mafia, um ihn herum standen neben Göfla und dessen Leibwache Scavenger mit rußgeschwärztem Gesicht und warf ihm einen Triumphierenden Blick zu. In einer Ecke stand Dark Soldier und schüttelte enttäuscht den Kopf. Dieses Kopfschütteln des jungen Mannes war fast schlimmer alls alle Schläge, die er im Laufe des Tages bereits erlebt hatte. Er hatte Dark Soldier das Leben gerettet, dieser hatte ihn als Helden, als ein Idol gesehen und zeigte ihm nun die volle Enttäuschung über einen vermeintlichen Verräter, der er nicht war.
    "Ich entscheide noch, was ich mit deinem Leben mache. Für mich und die Mafia hast du keinen Nutzen mehr.", sagte Göfla, mit dem Rücken zu DJ n gewandt. "Ich will dich nie wieder sehen.", fluchte er verbittert. Mit ihm verließen Dark Soldier, Scavenger und Repko den Raum. Das einzige was DJ n noch sah, was Mr.Z, der ihm einen Kinnhaken verpasste. Zuerst wirbelte sein Kopf herum.
    Dann war er wieder in der Dunkelheit mit den bunten Lichtern, die am Scheinhorizont leuchteten.




  19. #19
    Und es geht Schlag auf Schlag; und diesmal bekommt ihr die volle Packung von TQ, mir und Yoshi Green.
    Viel Spass

    Tee Kuh:
    TQ war in seinem Auto. Er hatte von Ete Urlaub für 2 Tage bekommen...um mal den Kopf frei zu kriegen. Er hatte seine Gedanken gesammelt um zu überlegen, was er jetzt tun sollte... Er konnte nur an seine Familie denken... Er musste etwas tun. Selbst wenn es ihm das Leben kosten würde, er müsse etwas unternehmen. Plötzlich erschrak TQ, er hatte ein entgegenkommendes Auto übersehen und bog im letzten Moment ein Stück rechts hinüber. Er konnte nur mehr das Hupen von dem Auto vernehmen, doch auch Dieses verstummte mit der Zeit.
    Nach etwa einer halben Stunde kam er an seinem Ziel an...die Telefonzelle, an der er den bericht abgeben sollte. In der Zelle angekommen, nahm er den Hörer ab, blickte nach Links und nach Rechts und fing an eine Nummer zu wählen. Dann kamen die Fragen, die er mittlerweile ja schon kannte. Dann legte er den Bericht hin, stieg wieder in sein Auto ein und fuhr davon. Ohne stehen zu bleiben oder zurückzublicken.
    TQ hatte Angst, etwas falsch zu machen und so seine Familie zu verlieren...

    3 Stunden Fahrt war die Strecke diesmal. Die Telefonzellen wechselten jedes mal...
    Kefka musste kochen vor Wut, TQ war ja immerhin schon 'nen Monat oder länger nicht mehr aufgetaucht. Er musste einen weg finden mit ihm Kontakt aufzunehmen. Dann kam ihm eine Idee, er gab Gas und fuhr in Richtung Talster City Stadtzentrum

    Nach einiger Zeit war er angekommen. Er suchte hastig nach einem Internet-Café. Nach 10 Minuten gab er auf und fragte einen der jungen Leute danach. "Jo Alter, dort vorne um die Ecke - also links findste eine" sprach der Typ und spuckte dabei auf den Boden. "Thanks Bro" erwiderte TQ, um nicht irgendwie unnötig dumm dazustehen .Er ging nach der Wegbeschreibung des jungen und kam dann am "Black Cherry Café" an, wo er gleich nach einem freien PC suchte.
    Schliesslich fand er einen ganz hinten in einer kleinen Ecke. Hastig setzte er sich hin und öffnete seinen Messenger, mit dem er mit Kefka immer im Kontakt blieb wenn das Handynetz mal streikte. Zuerst kam ihm die unangenehme Nachricht "Sie haben 273 neue Mails" entgegen, die er gleich schloss und nach Kefkas Kontaktadresse suchte. Letztendlich fand er sie und schrieb Kefka gleich an.
    Nach etlichen Zeilen in Capslock und roter Farbe erzählte TQ Kefka von dem kleinen Zwischenfall, und dass er fürs erste für Kefka aufhören musste.
    Die nächste Nachricht dauerte etwas. Dann entgegnete Kefka nur mit einem "Ist gut, meld dich mal öfters..." bevor er offline ging. TQ schloss den Messenger, löschte sogleich die Cookies vom PC und machte sich wieder aus dem Staub...
    Das Problem hätte er mal erledigt. Dann setzte er sich wieder in seinen kleinen, roten Pkw und düste los in Richtung ASP-Hauptzentrale...


    DJ n:
    Als DJ n erneut erwachte, brüllte ihm ein höllischer Schmerz in seinem Kopf entgegen und nachdem sich der Schmerz wieder gelegt hatte, kehrte die heillose Verwirrung wieder in seinen Geist zurück und die letzten Worte des Paten, die ihn ebenso hart getroffen hatten, wie das enttäuschte Kopfschütteln Dark Soldiers: „Ich will dich nie wieder sehen“. Allein bei dem Gedanken daran, mit welch einer Verachtung sein Pate, dem er so viele Jahre lang rückhaltlos gedient hatte, diese Worte beinahe ausgespieen hatte, erfüllte DJ n mit einer seltsamen Traurigkeit, doch zugleich mischte sich auch Zorn darunter, als er an den höhnisch-triumphalen Blick von Scavenger dachte und an die Genugtuung in seinen Augen, als Repko und der Pate selbst auf ihn eingeschlagen hatten. >>Der bekommt noch sein Fett weg, dem wird das Grinsen noch vergehen, wenn ich mit ihm fertig bin…<< dachte DJ n und für einen Moment lang hatte er das schwache Bild vor Augen, wie er den Kopf Scavengers mit einem kräftigen Ruck um 180° drehte und ihn damit ins Jenseits schickte. Eine Woge der Zufriedenheit breitete sich in DJ n aus, als das Bild des toten Scavenger plötzlich durch das Bild seines Paten abgelöst wurde, der ihn ansah, die Augen außerhalb des Hut Schattens lagen und ihn vorwurfsvoll und verächtlich anstarrten. „Ich will dich nie wieder sehen.“ hallten die Worte aus dem Mund des Paten, bevor sich auch sein Kopf um 180° drehte und die Augen einen glasigen Ausdruck annahmen.
    Erschrocken von diesem Bild riss DJ n die Augen auf und hätte um ein Haar aufgeschrieen, als er Scavenger erblickte, der flankiert von Dark Soldier und Ruffy, neben seiner Pritsche stand.
    „Sprichst du immer so viel im Schlaf?“ fragte Scavenger und seine schmalen Lippen kräuselten sich zu einem höhnischen Grinsen. DJ n schwieg und versuchte Scavenger gleichgültig und kalt anzusehen. Scavenger ließ sich davon scheinbar nicht davon einschüchtern und beugte sich stattdessen zu DJ n herunter und kam so nahe an ihn heran, dass DJ n seinen Atem an seinem Ohr fühlen konnte. „Ich weiß zwar nicht, was der Don mit dir vor hat, du Bastard, aber ich hoffe, dass er dich für deinen Verrat an deinen gelben Eiern aufhängt.“ flüsterte Scavenger und lachte leise und boshaft. In DJ n begann es zu brodeln, jedoch zwang er sich zur Ruhe und antwortete ebenso leise: „Was der Don mit mir macht, ist mir egal, doch auch er wird mir einen letzten Wunsch nicht verwähren und dieser Wunsch wird deinen Tod besiegeln.“.
    Für einen Moment wusste Scavenger nicht, wie er mit dieser Aussage umgehen sollte, schwieg für einige Sekunden, brach dann in ein lautes Lachen aus und schlug DJ n ohne Vorwarnung in den Magen. Wieder brannte der Schmerz in den Eingeweiden des Asiaten und als er sich gelegt hatte sagte Scavenger: „Du hast Glück, denn der Don hat momentan noch einige wichtigere Probleme als einen Verräter wie dich. Er wird sich irgendwann später mit dir befassen.“. Mit diesen Worten verließ Scavenger den Raum gefolgt von Ruffy. Dark Soldier hingegen blieb allein im Schatten zurück und rührte sich nicht.
    Einige Zeit lang sah es so aus, als wolle er so für die Ewigkeit dort stehen bleiben, doch als DJ n ihn ansprach, reagierte er. „Warum bist du noch hier?“ fragte DJ n und konnte einen betrübten Tonfall nicht unterdrücken. Er wusste innerlich, wie sehr er den jungen Mann enttäuscht haben musste. „Ich… ich wollte es von dir selbst hören.“ begann Dark Soldier und trat aus dem Schatten heraus und nährte sich DJ ns Lager. In seinen Augen lag ein fragender Ausdruck. „Hast du es wirklich getan? Hast du wirklich die Mafia verraten und bist ein Spion der Triaden?“. Dark Soldier war nun direkt bei DJ n angelangt und sah nun auf ihn herab, wie Scavenger zuvor, nur verspürte DJ n dieses mal das Bedürfnis, zu antworten. „Nein. Ich habe die Mafia, den Don, nicht verraten. Dafür stehe ich zu lange in seinen Diensten… dafür schulde ich dem alten Mann viel zu viel.“. DJ ns Augen füllten sich plötzlich und ohne, dass er es kontrollieren konnte, mit Tränen. Der Schmerz, den die Worte des Paten in ihm ausgelöst hatten, war doch größer, als er sich selbst eingestehen wollte.
    Dark Soldier musterte DJ n fragend, mit sichtlicher Skepsis, jedoch glaubte DJ n einen Funken von Glauben in seinen Augen zu erkennen. „Aber was hattest du bei den Triaden zu suchen?“ fragte Dark Soldier und er schien sich alle Mühe zu geben, mit fester Stimme zu sprechen. „Wenn ich das nur selber wüsste…“ begann DJ n als plötzlich, mit der Gewalt eines Boxschlages von Mike Tyson, die Erinnerungen auf ihn eindrangen. Er erinnerte sich daran, mit Xander geflohen zu sein, wie er ihn zur ASP bringen wollte, wie sie plötzlich von den Triaden überrascht wurden und wie er von Genji KO geschlagen wurde. „Ich… ich wurde von ihnen… entführt… ich sollte den Plan des Paten umsetzen und Xander frei lassen. Er sollte eine Art Köder darstellen, um die ASP zu kriegen. Auf dem Weg zur Zentrale der ASP wurden wir von den Triaden angegriffen… als ich wieder zu mir kam, war ich bei ihnen… sie haben neue Führerinnen… die Zwillingsschwestern von Asuka-Chan…“ sprudelte DJ n los. Warum fiel ihm alles jetzt erst wieder ein? Warum hatte er all dies nicht dem Don erzählt? Und war es jetzt zu spät, ihm das alles zu erzählen? Nein, er würde es für einen kläglichen Versuch halten, sein Leben zu retten.
    Dark Soldier schien verwirrt in Anbetracht all der neuen Dinge, die ihm DJ n erzählte. Seinem forschenden Blick war dem Blick eines verwirrten Kindes gewichen, dem zum ersten mal der Unterschied zwischen „gut“ und „böse“ erklärt wurde. Vieles drehte sich in seinem Kopf, wem sollte er glauben?
    Plötzlich zog Dark Soldier aus der Innentasche seines Anzuges ein großes Klappmesser hervor. „Halt still“ befahl er leise und kniete sich zu DJ n herunter. Dem Asiaten wurde abwechselnd heiß und kalt. >>Will der Junge mich jetzt umbringen?<< schoss ihm durch den Kopf und er machte sich schon seelisch darauf gefasst, den kalten Stahl in seinem Körper zu fühlen. Doch nichts geschah. Stattdessen machte sich Dark Soldier an den Fesseln DJ ns zu schaffen. Er schnitt und schnitt, jede Fessel nur knapp bis zur Hälfte durch. „Das müsste reichen, damit du deine Hände frei bekommst. Den Rest musst du machen.“ erklärte Dark Soldier hastig flüsternd und warf einen panischen Blick zur Tür. Noch immer verwirrt starrte DJ n den Jungen mit der Narbe im Gesicht an. „Nun mach schon, verdammte Scheiße!“ fluchte Dark Soldier leise und gestikulierte heftig vor DJ ns Nase herum. Als wäre dieser aus einer Trance erwacht, begann dieser an den Fesseln zu zerren und zu reißen, bis endlich der Widerstand nachließ und das Seil seine Hände frei gab. So schnell es ihm seine Haltung erlaubte, machte sich DJ n auch an den anderen Fesseln zu schaffen und nach guten fünf Minuten konnte er endlich auch die Fesseln an seinen Füßen lösen.
    Nachdem sich DJ n langsam von der Pritsche erhoben hatte, dabei erstmal kurz in Schwanken gekommen war und nach wenigen Augenblicken wieder sicher stand, wandte er sich Dark Soldier zu. Dieser jedoch kam ihm zuvor und sagte: „Los. Mach das mit mir, was du bei unserer ersten Begegnung gemacht hast. Dieses Ding mit dem Nacken oder so. Oder schlag mich schnell KO. Los doch, es könnte jeden Moment jemand kommen und dann sind wir beide am Arsch!“. DJ n empfand in dem Moment, als er den Ausdruck Dark Soldiers sah, höchsten Respekt und sogar Ehrfurcht vor diesem jungen Mann.
    Ohne ein Wort zu sagen nickte DJ n, stellte sich hinter Dark Soldier und hob die Hand zum Schlag. „Danke für deine Hilfe. Du hast was gut bei mir.“ flüsterte DJ n und ließ die Hand schnell und hart nieder sinken. Präzise fand sie ihr Ziel und bevor Dark Soldier zu Boden sinken konnte, hatte DJ n seinen Arm schon um die Taille des jungen Mannes geschlungen und ihn abgefangen. Behutsam legte er ihn auf die Pritsche und besah ihn noch kurz. Dann wandte er sich um und verließ den Raum vorsichtig durch die Tür.
    Auf dem Gang herrschte Totenstille, niemand war zu sehen. DJ n schlich so schnell er konnte durch die sterilen Gänge in Richtung seines Zimmers. Er wollte noch sein Katana holen, bevor er die Flucht antrat.
    Glücklicherweise begegnete ihm niemand und ohne Probleme gelangte DJ n in sein Zimmer. Wie DJ n erwartet hatte, fand er alles in wüster Unordnung vor. Don Göfla hatte, wie es üblich war, eine Durchsuchung des Quartiers des Verräters angeordnet. Damals war es bei Xander nichts anderes gewesen.
    Alles lag quer auf dem Boden oder dem Bett verstreut, einzig seine Trainingsgeräte und sein Katana waren unberührt geblieben. Behutsam hob DJ n das Schwert samt Scheide aus der Halterung auf dem Regal und ließ die Waffe unter seinem Mantel verschwinden, den er vom Boden aufgelesen hatte und auf dem scheinbar achtlos herum getrampelt worden war; doch um die ungebührliche Behandlung seiner Kleidung machte sich DJ n keine Gedanken, für ihn zählte im Moment nur noch die Flucht.
    Auch auf seinem Weg zum Ausgang aus der ehemaligen Irrenanstalt traf er auf keinen Mafiosi und selbst als er draußen in die untergehende Sonne trat, war keine Menschenseele zu finden. So lief DJ n so schnell er konnte auf das große Tor zu, kletterte geschickt über die Mauer und rannte die Straßen hinunter, bis er sich einige hundert Meter von der Anstalt weg einen parkenden Wagen „lieh“ und in Richtung Hafen fuhr. Der Hafen, der einzige Ort, an dem man ihn nun noch aufnehmen würde…

    In seinem Büro saß Göfla mit einem großen Glas schwarzen Rums in der Hand vor einem Monitor und beobachtete, wie Dark Soldier auf der Liege im Verhörraum lag und wie DJ n behände über die Mauer aus der Anstalt entkam. Es lief alles genau so, wie er es sich ausgemalt hatte. „Wollen wir doch mal sehen, mein alter Freund, ob du mir noch immer treu bist oder ob ich mich doch in dir geirrt habe…“ murmelte der alte Mann und nippte an seinem Rum.


    Yoshi Green:
    Wieder standen die drei Gangster aufgereiht wie eine Perlenketten in dem dunklen Büro und starrten auf den massiven Schreibtisch, hinter dem sich eine Silhouette gerade vor Lachen krümmte.
    „Habt ihr das gesehen?“, brüllte sie und lachte noch lauter, „Habt ihr das auch gerade im Fernsehen gesehen? Dieser Tank... WUMM! Und weg war er! So geil, so etwas hab ich in meiner langen Karriere als Terrorspezialist noch nie gesehen.
    Ein Großbrand! Ein richtiger Flächenbrand. Fast das gesamte Industrie Viertel ist betroffen!“
    Dhan und Pulsedriver schauten sich unbehaglich an und auch Manafreak sah nicht so aus, als würde er sich in seiner Haut wohl fühlen.
    „Ich glaube wir werden in die Geschichte eingehen. Ja, noch in Jahrzehnten, ach was rede ich, in Jahrhunderten wird man sich noch an uns erinnern. Als die Gruppe, die es schaffte, die Industrie von Talster City zu zerstören.“
    Schlagartig wurde Pulsedriver bewusst, dass sein Chef gerade durchdrehte. Er wurde größenwahnsinnig, dabei hätte eigentlich jeder so eine Katastrophe verursachen können. Mit ihren ganzen Chemikalien und Gasen waren die „weißen Firmen“ an und für sich schon eine nicht zu unterschätzende Gefahr, aber dicht beieinander gedrängt, bildeten sie ein wirklich gefährliches Pulverfass.
    Wenn hier ein Funken sprühte, nun ja, die Auswirkungen konnte man gerade auf den großen Nachrichtenkanälen des Landes verfolgen.
    Zwar hatten die Feuerwehrmänner ein Ausbreiten der Flammen mit ihren Löschflugzeugen verhindern können, aber es erschien einfach unmöglich, diese gewaltigen Massen an flüssigen Brennstoff noch löschen zu können. Alles was sie tun konnten, war das Feuer kontrolliert abbrennen zu lassen.
    Viele Firmen verloren durch diese Katastrophe eine ihrer wichtigsten Produktions- und Forschungseinrichtungen.
    Die wirtschaftlichen Folgen waren noch gar nicht abzuschätzen, aber Experten sprachen von einem herben Rückschlag und gewaltige finanzielle Einbußen für die Stadt.
    Das irre Kichern beruhigte sich und die unheimliche Stille riss Pulsedriver wieder aus seinen Gedanken.
    „Ja, wir werden Geschichte schreiben, aber etwas fehlt noch, bevor wir endgültig unsterblich werden, bleibt noch etwas zu tun. Sag mir Dhan, was fehlt uns noch, zum vollkommenen Glück?“
    Dhan stand da wie erstarrt. Woher sollte er wissen, was Cyberdragon plante?
    „Ich habe keine Ahnung, Mister“, sagte er.
    Als der Mann hinter dem Schreibtisch fortfuhr gluckste seine Stimme geradezu vor Lachen und Vorfreude.
    „Du hast keine Ahnung, du weißt es wirklich nicht? Nun, wenn man in die Geschichtsbücher eingehen will, möchte man natürlich nicht nur seine Taten sondern auch seinen Namen wieder finden. Bislang hat keiner eine Ahnung, wer hinter dem Anschlag steckt, aber das nützt uns nichts.“
    „Aber Mister Cyberdragon“, fuhr Manafreak erregt dazwischen, „Sie hatten uns doch eindeutig dazu aufgefordert diskret vorzugehen. Unsere Anwesenheit sollte geheim bleiben. Ich verstehe nicht, wie sie jetzt....“
    „Sei ruhig. Ich weiß, was ich gesagt habe und ich habe meine Pläne geändert. Vertraue mir einfach. Es ist nötig, dass wir uns zu erkennen geben und ich habe auch genau das passende Mittel dafür.“
    Allen Dreien jagte ein Schauer den Rücken hinunter, als Cyberdragon auf einmal ins Dunkel hineinlächelte und das Licht auf seinen vielen Goldzähnen schimmerte. Ein so diabolisches Lächeln hatte noch keiner der Gangster je gesehen und auf einmal verspürten sie, die sonst so hart und abgebrüht waren, eine unerklärliche Angst vor ihrem Arbeitgeber.
    „Das ist die Hölle“, dachte Pulsedriver, „Ich muss in der Hölle sein, kein Mensch lässt sich so etwas einfallen.“

    DJ n fuhr langsam durch die verlassenen Straßen zwischen den Lagerhäusern des Hafens. Er wusste nicht, wo sich die Triaden versteckt hielten und er wusste noch weniger, was er tun sollte, wenn er sie gefunden hatte.
    Sollte er sich den Triaden anschließen und die Mafia ans Messer liefern? Dann könnte er leicht seine Rachegelüste an Scavenger stillen. Aber andererseits war es die Treue zu seinem Don, die DJ n hatte zurückkehren lassen. Es erschien ihm falsch sie jetzt auf einmal zu verraten.
    Andererseits wagte er es nicht, ein doppeltes Spiel zu spielen und letztendlich die Triaden, als Zeichen seiner Treue zur Mafia, zu vernichten. Wenn er sich auch nur den kleinsten Fehler erlaubte, war sein Leben keinen Cent mehr wert. Die beiden größten kriminellen Organisationen würden ihn jagen. Selbst DJ n war nicht so vermessen zu glauben auch nur den Hauch eine Überlebenschance zu haben.
    Wer es auch drehte und wendete, er wusste einfach nicht was er tun sollte. Davonlaufen erschien ihn die einzige vernünftige Alternative, aber hier meldete sich sein Stolz zu Wort. „Weglaufen tun nur die Feiglinge“ hallte die Stimme seines Meisters durch den Kopf.
    „Ich bin nicht feige!“, dachte DJ n, „Aber helft mir Meister, was soll ich tun?“
    Der Wagen bog um die Ecke und auf einmal erblickte er eine Lagerhalle in der Licht brannte. Um diese Uhrzeit? Das konnte sicher nicht mit rechten Dingen zu gehen und auf einmal erkannte der Asiat, das dies ein Zeichen war. Er war am Ziel.
    Leise stieg er aus, sein Schwert immer noch unter dem Mantel verborgen, die rechte Hand ruhte auf dem Griff.
    Vorsichtig spähte DJ n durch ein Fenster in die Lagerhalle und was er da drin sah, hätte er in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet.
    Den jungen Mann, der da vor mehreren Computern hockte hatte er zwar nur ein paar Mal gesehen, aber er erkannte ihn trotzdem wieder.

    In etwas zur selben Zeit betrat ein Krankenpfleger das Zimmer von Xander. Das heißt, betreten ist eigentlich noch zu freundlich ausgedrückt. Er stürzte geradezu ins Zimmer, dass die Tür gegen die Wand schlug und Xander vor Schreck sein Buch wegwarf, in dem er gerade gelesen hatte.
    „Gute Väter – schlechte Väter: Ein Ratgeber für angehende Papas“ von C. Elen verfehlte nur knapp die Wasserflasche auf dem Nachttisch und landete sanft in dem, Gott sein Dank, gelehrten Papierkorb.
    „Mister Xander, kommen sie schnell“, rief der Pfleger und war schon dabei dem Patienten die Schlappen hinzustellen. „Sie müssen mit mir nach unten in den zweiten Stock fahren!“
    „Was erlauben sie sich eigentlich, können sie denn nicht normale anklopfen wie jeder Andere auch? Und lassen sie meine Schuhe in Ruhe. Warum soll ich denn überhaupt mitkommen und wieso in den zweiten Stock...“, plötzlich verstummte Xander. Siedendheiß fiel ihm ein, dass im zweiten Stock der Kreissaal lag.
    Blitzschnell war er aus dem Bett und schlüpfte in seine Schuhe. Den Krankenpfleger hinter sich herziehend rannte er den Gang entlang zu den Fahrstühlen.
    Natürlich war gerade keiner da, nervös trat er von einem Fuß auf den Anderen. „Geht das denn nicht schneller?“


    DJ n

  20. #20
    Und zum Abend hin wieder was zum genießen. Ich präsentiere eine Episode von GL 2 geschrieben von Repko!

    "Bitte beruhigen Sie sich wieder, Sie wissen ja gar nicht, was Sie da sagen.", sagte Dr. Square in beruhigendem Ton. Delaware, der sich schnaubend gegen die zwei Krankenpfleger, die ihn kraftvoll gegen die Wand pressten, zu wehren versuchte antwortete ein weiteres Mal: "Es geht um Leben und Tod. Ich weiß sehr wohl, was ich sage, Sie verstehen es nur nicht." Square verdrehte die Augen. "Verstehen Sie doch. Ich kann Sie hier nicht einfach gehen lassen.", sagte dieser.
    "Sobald Kommissar Ete Zeit findet, wird er hier herkommen.“ Delaware gelang ein kräftiger Schlag gegen den Unterkiefer eines der Krankenpfleger. Dessen Kopf wedelte kraftvoll herum. Square war wie versteinert, als er sah, dass der Krankenpfleger die Augen verdrehte und zu Boden sackte. „Bis dahin wird es wohl zu spät sein.“, schrie Delaware, während er sich mit beiden Armen des zweiten Krankenpflegers entledigte, der kurzerhand klein bei gab.
    Mit wutverzerrter Miene schritt er auf den Chefarzt der Klinik zu, der mit ängstlichem Gesicht zurückwich. Delaware blieb etwa einen halben Meter vor Square stehen und packte ihn am Kragen.
    „Wie weit ist es von hier nach Talster City?“, flüsterte er durch seine Zähne hindurch. Square versuchte seine Stimme zu finden.
    „E-etwa v-v-viezig Meilen.“, stotterte er, seine Augen groß wie Untertassen. Delaware legte den Kopf seitlich und musterte das angespannte Gesicht des älteren Mannes. „Gut. Sie werden jetzt tun, was ich Ihnen sage.“

    Es handelte sich nur um eine sehr kleine Baracke, in der normalerweise Schiffswerkzeug aufbewahrt wurde. Neben zwei sehr dicken Kerzen und einer schmutzigen Glühbirne wurde der Raum nur noch vom bläulichen Flimmern des Computermonitors beleuchtet. Es stank erbärmlich nach Verwesung und dem Schimmel, der sich in der Feuchtigkeit der Wände angesammelt hatte.
    Doch Yoshi Green hatte sich inzwischen daran gewöhnt. Seit nunmehr zwei Wochen hatte er diese Hütte nicht verlassen. Regelmäßig kam jemand vorbei, ihn mit Essen zu versorgen, er schlief in einer zerbrochenen Nussschale, die mit einer Plane ausgelegt war.
    Seine Augen waren mehr rot als weiß und tränten unter den Augenlidern, die schlaff nach unten hingen. Seine dunkelblonden Haare waren zerzaust und standen in fettigen Strähnen in alle Richtungen ab. An seinen dürren Wangen zeichneten sich staubverkrustete Bartstoppeln an.
    Als DJ n den Hacker zuletzt gesehen hatte, hatte dieser saubere Blue Jeans und ein kariertes Hemd getragen und hatte einen recht galanten Eindruck gemacht. Die Person die nun vor dem PC saß erinnerte nur noch ein wenig an den einstigen YoshiGreen, der sich eigentlich noch im Zeugenschutzprogramm befand. Etwas musste faul sein, das war DJ n sofort klar.
    Yoshis Finger waren ein wenig angeschwollen. Erst vor einer Stunde waren die Schwestern Asuka Chans bei ihm gewesen und hatten ihm aufgetragen, herauszufinden wer das Feuer im Industriegebiet gelegt hatte. Seitdem war er damit beschäftigt in den FBI-Computern herumzustöbern, bislang ohne erwähnenswertes Ergebnis. Er lies einen Moment von der Tastatur ab, um seine Brille an seinem schmutzigen Overall zu putzen.
    Plötzlich vernahm er ein Klicken an der kleinen Holztüre. ‚Endlich wieder was zu Essen’ war sein erster Gedanke, als er hoffnungsvoll den Kopf zur Türe wandte. Er stand auf und trat gemachen Schrittes an sie heran, als sich der Riegel plötzlich aus dem Schloss löste und die Türe aufflog und gegen die nebenstehende Wand knallte. Doch in der Türe stand nicht wie üblich Rübe, mit einer Einkaufstüte unter dem Arm sondern ein großer Asiate, der ein Katana an seiner Seite hielt und mit einem Satz in der Baracke stand und die Türe wieder verriegelt hatte.
    Yoshi Green erkannte den Mann sofort. Es war DJ n. DJ n von der Spam Mafia, wegen der er in das Zeugenschutzprogramm gekommen war. Ängstlich sprang er zurück, stolperte über einen herumliegenden Enterstab. Plötzlich stand DJ n über ihm und packte ihn mit seiner Hand an der Schulter. „B-Bitte.“, flehte Yoshi. „Wir k-k-können das doch a-a-auch bere-eden. I-ich wollte euch doch keine Probleme machen.“, haspelte er nervös und erinnerte sich zurück an den Tag, an dem DragonThorm und Sartek sein Haus zuerst kurz- und kleingeschlagen und anschließend angezündet hatten. Als DJ n den Druck auf seine Schulter erhöhte kniff Yoshi ängstlich die Augen zusammen und wartete darauf, dass ihm das Genick gebrochen wurde.
    Doch er wartete vergebens. Stattdessen zog ihn DJ n zu sich hinauf und blickte ihm in das schmutzige Gesicht.
    „Sie sehen aber gar nicht gut aus, Mister Green.“, sagte er und schob Yoshi sanft zurück auf seinen Stuhl. Dieser öffnete verdutzt wieder die Augen. Es folgte ein kurzes Schweigen.
    „Also, was tust du hier?“, fragte DJ n streng. Yoshi dachte kurz nach. „Ich... wohne hier.“, war seine zögerliche Antwort. DJ n sah sich um. Als erstes fiel ihm ein großer Eimer in der Ecke auf, von dem ein widerlicher Gestank ausging und über dem bereits Fliegen kreisten. Er verzog angewidert das Gesicht, als sich sein Blick wieder auf Yoshi richtete, der sich allem Anschein nach seit Tagen nicht mehr gewaschen hatte.
    „Was tust du hier?“, wiederholte DJ n und zeigte auf den Monitor. Yoshi drehte sich langsam um und merkte, dass er nun wohl an die Wahrheit gebunden war.
    „Ich... Die Triaden... Sie haben mich gezwungen....“, begann er. „Ich muss für sie polizeiliche Informationen sammeln. Sie würden mich sonst umbringen.“, stammelte er und schien kurz vor einem Zusammenbruch zu sein.
    DJ n verpürte einen leichten Anflug von Mitleid, als er sich den schmutzigen, abgemagerten Mann ansah, der in einer kleinen Baracke gefangen war.
    „Wieso gehst du nicht einfach zur Polizei?“, fragte DJ n. „Du bist doch sowieso noch im Schutzprogramm.“ Yoshi senkte seinen Blick.
    „Das ist es ja. Ich habe mich in einem Internet-Café an einen Computer gesetzt und von dort meine komplette Akte bei der Polizei gelöscht.“ DJ n unterbrach ihn als er glaubte, Yoshi würde in Tränen ausbrechen.
    „Ich kann dir helfen, Yoshi.“, sagte er. „Aber dann musst du mir helfen.“ Yoshi richtete seinen Kopf wieder auf. Der Mann, von dem er eben noch geglaubt hatte, er würde ihn umbringen wollte ihn nun retten.
    „Du musst allerdings noch ein Bisschen durchhalten. Können wir irgendwie in Kontakt bleiben, ohne dass ich herkommen muss?“
    Yoshi überlegte kurz. „Es gibt da ein Gästebuch, mit dem ich mich früher mit Hacker-Kollegen verständigt habe.“, sagte er schließlich. „Es ist erreichbar unter ‚www this is my love Punkt com’“ „This is my love.”, rezitierte DJ n.
    “Gut, ich werde mich wohl bald bei dir melden.”, sagte er und ging zur Türe hin.
    „Äh.“, setzte Yoshi an. DJ n drehte sich langsam um. „Könntest du mir... etwas zu Essen besorgen?“, fragte er verlegen.
    DJ n grinste und nickte, während er die Hütte verließ.

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