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Ritter
Ich fürchte, du wirfst da ein paar Sachen durcheinander.
Der Ausdruck "selbstgerecht" ist im normalen Sprachgebrauch negativ belegt und bezeichnet AFAIK jemanden, der seine Handlungen als gerecht verteidigt, sich über Kritik hinwegsetzt und negativen Auswirkungen auf andere ignoriert oder bewusst in Kauf nimmt.
Insofern scheint der Ausdruck "Selbstgerechtigkeit" nicht ganz auf dein angesprochenes Problem zu passen. Vielleicht besser "Beharren auf deiner subjektiven Einschätzung deiner eigenen Leistungen". OK, is zu lang, triffts aber IMO besser
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Naja, also wer kennt das nicht? Die Einschätzung der Leistungen durch den Schüler und den Lehrer gehen doch fast immer auseinander. Gewöhnlich in Richtung "Blöder Lehrer gibt mir schlechte Note". Das "Lehrer gibt mir zu gute Noten"-Syndrom haben nur wenige. Ich habe da auch mal dazugehört. Aber ich bin deswegen nicht (und ich denke, du auch nicht) zum Lehrer geschlappt und gesagt: "Mit meiner Leistung habe ich diese Note nicht verdient." Habe einfach mit den Schultern gezuckt und weiter gemacht. Ich meine, was solls? Auch, wenn es nicht unbedingt deine Zustimmung findet: jemand, der deine berufliche Zukunft maßgeblich beeinflusst, bewertet dich gut. Gerechtigkeit? Wie du schon gesagt hast: Subjektiv. Und oft auch nicht viel beachtet in der Arbeitswelt. Willst du aus dem ewigen Kreis der Bewertungen raus, musst du raus aus dem System. Die Frage ist eigentlich nur, inwieweit du es ertragen kannst, dass man gesellschaftlich ein anderes Bild von dir entwirft, als du dich selbst siehst.
Solange du deinen Gewissensbissen keine wirklichen Taten folgen lässt, ist es OK, dass du so denkst. Verbau dir jetzt nicht irgendwas deswegen. Nach unten ist immer genug Luft. Nach oben aber, polieren diese Noten jetzt die Steine, aus dem später dein berufliches Gebäude wird. Denk nicht so viel darüber nach...
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