Tag der Auferstehung des Schöpfers
Deling City, Hexenresidenz, 5.00 Uhr Ortszeit
Blade fuhr hoch. Er hatte geträumt, dass er die weiße Hexe wieder getroffen hätte. Als er seinen Oberkörper mit den Armen hochstemmte sah er nur die schwarze Hexe, die auf ihrem Thron saß und ihn mit eiskalter Miene anstarrte. Also doch nur ein Traum, dachte er, traurig über diese Tatsache. Wann war er eingeschlafen? Das hatte er vergessen. Er schaute sich um. Der Junge war nirgendwo zu sehen. Das war seine Chance. Er rappelte sich langsam auf und griff nach seiner Waffe. Jetzt stand er der Hexe gegenüber, sie blickte zu ihm hinauf, ohne dabei auch nur eine Regung in ihrem Gesicht zu zeigen. Da fühlt er wieder diesen Hass. Diesen unglaublichen Hass, den er ihr gegenüber hatte. Er hasste sie, es kam tief aus seinem Herzen, warum, wusste er selbst nicht. Er riss seine Gunblade in die Luft und wollte sie grade niedersausen lassen, als ein furchtbares Donnern die Stille zerriss. Blade erschrak und ließ seine Waffe sinken. In diesem Moment stand Ultimecia auf, schritt an ihm vorbei und verließ ihre Residenz. Er folgte ihr und erschrak, als er sah, was geschehen war. Deling City lag in Trümmern, nur vom Licht des Blutmondes erleuchtet, der sich nun ganz vor die Sonne geschoben hatte. Der Himmel war schwarz und wurde von grellen Blitzen durchzuckt. Und hinter dem Mond war deutlich die Silhouette von Hynes Schiff zu sehen. Das Sonnenlicht hinter ihm machte die Ränder der Silhouette weiß, sodass man das Schiff trotz der Finsternis noch gut sehen konnte. Er fragte sich die ganze Zeit, wo der Junge war. Doch jetzt verwarf er den Gedanken und begann, sich für sein Versagen selbst zu hassen. Es war alles vorbei. Der Planet würde vernichtet werden und er konnte nichts mehr dagegen unternehmen. Er hatte als Beschützer versagt. Er, der mächtige Blade, Schöpfer aller G.F.s, hatte versagt. Er schaute wieder zur Hexe, die ihn jetzt direkt anblickte. Sie lächelte teuflisch und sprach zu ihm: „Na, Blade, hast du versagt? Natürlich hast du das! Du bist ein Versager, Blade. Genauso wie deine armseligen Kreaturen, diese G.F.s. Die beiden Mächtigsten sollten mich töten, und weißt du, wie sie gestorben sind? Omega Weapon hat Ultima Weapon vernichtet und ich Omega Weapon! Ihr seid doch alle nur Versager. Der einzige Gewinner ist Hyne. Bald, Blade, bald wird er kommen und dich für das, was du über mich gesagt hast, zerschmettern!“ Zornig ballte er die Fäuste. „Und noch etwas, Blade, um dir deinen Tod noch schmerzlicher zu machen. Die weiße Hexe...das war kein Traum. Ich habe von ihrem Körper Besitz ergriffen, um Hyne noch besser zu gefallen. Und sie lässt sich von mir unterdrücken! Sie wehrt sich nicht, deine großartige, weiße Hexe!“ Da verlor er die Fassung. Er rannte auf sie zu, warf sie zu Boden, würgte sie und schrie sie an: „Du Monster! Gib sie frei!“ Ultimecia schleuderte ihn mit einem Energiestoß weg, stellte sich vor ihn und lächelte ihn teuflisch an. Und direkt hinter ihr leuchtete der Mond...es schien so, als würde er brennen...
Balamb-Garden, 6.00 Uhr Esthar-Zeit
Alle Schüler im Garden schwiegen. Sie starrten alle nur in den Himmel und betrachteten das Spektakel, dass sich ihnen von dort bot. Nur Faye saß zusammengekauert in einer Ecke des Schulhofs. Da trat Quistis zu ihr. „Hey, Kleines, was ist denn los?“ Faye schluchzte. „Jetzt...jetzt ist es vorbei. Ich hab versagt. Ich wollte Squall dazu bringen, das alles zu verhindern...aber ich hab es nicht geschafft. Wenn der Blutmond die Sonne küsst, werden die Pauken des Untergangs den Takt zum Marsche der Verderber spielen. Das ist jetzt, Quistis. Der letzte Satz meiner Prophezeiung lautet: Doch Hoffnung auf den Schultern wahrer entschlossener kann Einhalt gebieten dem Schrecken selbst, doch schwere Prüfungen harren der Erfüllung selbstloser Helden. Dieser selbstlose Held hätte Squall sein sollen, doch er war es doch nicht. Es ist zu spät. Niemand hat etwas getan, um das zu verhindern...“ Quistis setzte sich neben sie. „Hey, Faye. So leicht gibt Squall nicht auf. Er ist am Leben, das wissen wir alle, und wenn er das ist, wird er es bestimmt nicht zulassen, dass da einfach so der Schöpfer marschiert kommt und den Planeten vernichtet. Nicht, wenn Rinoa auf diesem Planeten lebt! Und wenn er Hyne eigenhändig erwürgt, Squall findet einen Weg, die Welt zu retten.“ Faye schaute sie an und fragte nicht sehr begeistert: „Warum bist du dir da so sicher?“ Quisis lächelte. „Weil Squall nicht Squall wäre, wenn ihm nichts einfallen würde!“ Daraufhin mussten die beiden Frauen unwillkürlich lachen. Doch sobald der nächste Blitz vom Himmel zuckte, verstummte ihr Kichern wieder. Sie blickten wieder auf und insgeheim betete Quistis dafür, dass sie mit ihren Worten recht hatte.
Esthar City, Einkaufszentrum, 6.15 Uhr Esthar-Zeit
Ell, Laguna, Kiros, Ward und Prof. Odyne standen dicht beieinander. Sie beobachteten den Himmel mit düsterer Miene und alle waren sich darüber im Klaren, dass dies ihr Ende bedeutete. Doch einen Hoffnungsschimmer gab es für Ell und somit auch für Laguna noch: Blade! Die beiden waren sich sicher, das Blade wüsste, wie man mit sowas fertig würde. Der Professor hegte ebenfalls Gedanken über etwas, was er einmal vor ziemlich langer Zeit gehört hatte. Wenn die Welt vor dem Untergang steht, gibt es noch einen Hoffnungsschimmer: die weiße Hexe. Mit ihrer strahlenden Schönheit und ihrer unglaublichen Macht ist sie in der Lage, diesen Planeten vor jedem Feind zu schützen, egal, wie mächtig er auch sein mag. Immer und immer wieder hatte er Jagd auf diese weiße Hexe gemacht, hatte gehofft, sie unter denen zu finden, die er versiegelte, aber er war nie erfolgreich gewesen. Immer und immer wieder... vielleicht hatte er ja jetzt Glück. Vielleicht könnte er sie jetzt sehen, wenn sie diesen Planeten wirklich retten würde... er seufzte. Keine der anwesenden Personen schien auch nur die geringste Hoffnung auf Rettung zu schöpfen...
Deling City, Hexenresidenz, 10.00 Uhr Ortszeit
Squall rannte regelrecht nach draußen. Obwohl er schwer verletzt war, wollte er nicht von Ultimecias Seite weichen. Er war hinterrücks von einem Schmelzdrachen angefallen worden, als er auf dem Weg in sein Zimmer war. Er hatte ihn grade noch besiegen können, war dann allerdings bewusstlos zusammengebrochen. Jetzt war er auf dem Weg nach draußen. Er strauchelte und stolperte oft, doch das war jetzt nicht wichtig. Als er schließlich nach draußen kam, traute er seinen Augen nicht. Blade war auf die Spieluhr aufgespießt worden wie am vorigen Tag Ultima Weapon. Deling City lag in Trümmern und der Himmel war schwarz. Es blitzte, aber man konnte trotzdem den Mond sehen, der sich nun ganz vor die Sonne geschoben hatte, genau wie Hynes gewaltiges Schiff. Und mitten in dieser Zerstörung stand Ultimecia. Sie blickte hinauf zum Mond, von dem grade eine schwarze Gestalt mit leuchtenden Augen geschwebt kam: Hyne! Langsam näherte er sich der Hexe. Als sie ihn anblickte, versetzte ihm das einen Stich ins Herz. So hatte ihn noch nie jemand angesehen, so voller Hass und Verachtung. „Was willst du? Verschwinde!“ Das war alles, was sie zu ihm sagte. Dann erreichte Hyne den Erdboden. Er blickte Squall an, verengte die Augen zu Schlitzen und feuerte einen Energieball auf ihn. Squall wurde weggeschleudert. Da drehte sich Ultimecia zu ihm um. „Squall...was um alles in der Welt mache ich hier...“ Sie schloss die Augen. „Ultimecia...verschwinde...raus! Raus aus meinem Körper!“ Der Schöpfer sah sie erstaunt an. „Ultimecia...was,..“ Da passierte es auch schon. Das Mädchen schrie auf und in diesem Moment wurde Ultimecia aus ihr rausgeschleudert. Die Hexe rappelte sich auf und lief zielstrebig auf das Mädchen zu, das jetzt auf dem Boden kniete. Sie schaute sie eiskalt an und sagte: „********! Du kleines dreckiges Biest, das wirst du noch bitter bereuen!“ Sie ballte den Venom, zielte auf Rinoa, wand sich dann aber ab und schleuderte ihn auf Squall. Rinoa riss die Augen weit auf und schrie: „NEIN!!!!!!!“ Sie rechnete damit, Squall nie wieder in den Armen zu halten, als der Venom plötzlich verschwand. Ultimecia wand sich empört zu Hyne. „Was soll das?“ „Spar dir deine Kräfte für wichtigere Dinge!“ Die Hexe senkte den Kopf und meinte demütig: „Sehr wohl.“ Dann verschwanden sie beide. Rinoa rappelte sich mit ihrer letzten Kraft auf und ging zu Squall. Sie beugte sich über ihn und fragte: „Bist du okay?“ Squall nickte. Daraufhin lächelte sie und brach über ihm zusammen. Und so blieb sie liegen.
Im Schiff des Schöpfers...
„Hyne, was willst du tun? Dieses Mädchen ist eine Gefahr für uns! Sie steht unseren Plänen im Weg.“ Hyne nickte. „Ich weiß. Alles zu seiner Zeit. Ruh dich erst ein bisschen aus, Liebste.“ Sie schüttelte den Kopf. Wir müssen dieses Mädchen töten, sofort! Sie hat eine unglaubliche Macht. Aber im Moment ist sie geschwächt. Also haben wir leichtes Spiel!“ Hyne seufzte. „Na gut...ich kann dir einfach nicht widerstehen...“ Also legten sie ihre Rüstungen an und machten sich auf den Weg, zurück zur Erde.
Deling City, Bahnhofsplatz, 15.00 Uhr Ortszeit
Langsam öffnete Rinoa die Augen. Sie war wohl ohnmächtig gewesen. Als sie sich etwas umschaute, bemerkte sie, dass ihr Kopf auf Squalls Schoß lag. Er hatte seine eine Hand um ihre Taille geschlungen, die andere streichelte ihr Gesicht und ihr Haar. Aber er blickte nicht auf sie hinunter, sondern beobachtete wachsam die Umgebung. Sie wollte sich grade hochstemmen, als die beiden plötzlich von einer Detonation direkt neben ihnen weggeschleudert wurden. Sie hatten kaum Zeit, sich irgendwie zu sammeln, als schon zwei Soldaten zu ihnen rannten, Rinoa packten und sie auf die Beine zerrten. Squall rappelte sich auch hoch und wollte auf die beiden losgehen, als er direkt vor Rinoa Hyne erblickte. Er stand vor dem Mädchen, holte mit der Hand aus und schlug ihr direkt ins Gesicht. Das reichte dem Jungen schon. Er sprang auf, rannte auf Hyne los und warf ihn zu Boden. Schließlich lieferten die beiden sich einen erbitterten Kampf, den Rinoa fiebernd mitverfolgte. Sie war geschwächt und konnte sich nicht gegen die Soldaten wehren, doch versuchte sie immer wieder loszukommen, wenn Squall etwas abbekam. Schließlich wendete Hyne, als sein Gegner schon am Boden lag, Venom an. Rinoa starrte auf die Szene, ohne es richtig zu registrieren. Doch dann, als Hyne das tat, war sie plötzlich wieder voll bei der Sache. Nachdem Venoms Licht verflogen war, konnte sie sehen, was dieser Angriff ausgerichtet hatte. Squall war noch einmal aufgestanden, um sich in Sicherheit zu bringen, doch jetzt...er stand vor Hyne, mit einem Loch im Bauch. Kurz darauf sackte er auf die Knie, spuckte Blut und fiel schließlich völlig zu Boden. Rinoa schossen Tränen in die Augen. Nein...nein, das darf nicht wahr sein...das ist ein Alptraum...das ist nicht passiert!, dachte Rinoa, aber Hyne rief ihr zu: „Hast du das gesehen, Kleine? Jetzt ist er ein für allemal weg! Er ist tot! Und er wird nie wiederkommen!“ Dann begann er schallend zu lachen. Rinoa weinte jämmerlich. Die beiden Soldaten hielten sie immer noch fest an den Armen. Sie taten ihr weh. Aber wenn sie sie nicht gehalten hätten, wäre sie einfach auf den Boden geklatscht. Doch auf einmal spürte sie etwas, dass sie noch nie gespürt hatte. Sie fühlte diese unglaubliche Macht in sich aufsteigen, diese Kraft, stark genug, um Squalls Mörder zu vernichten, ihn in 1000 Teile zu zerschmettern. Plötzlich begann ihr Ring zu leuchten und zu schweben. „Ach Mädchen, versuch doch jetzt nicht, noch etwas für ihn zu tun! Es ist sinnlos, er ist tot!“ Sie hörte auf zu schluchzen und befahl den Soldaten: „Lasst mich sofort los, ihr Bastarde!“ Dann schleuderte sie sie davon. Das Mädchen hob sich in die Luft und blickte auf Hyne hinunter. „Du hast meine große Liebe getötet! Dafür wirst du vernichtet werden!“ Hyne starrte sie an, ergriff dann aber die Flucht und kehrte auf sein Raumschiff zurück. Doch statt sich dort zu verstecken, kämpfte er mit seinem Schiff als Waffe. Er begann, den brennenden Mond auf die Erde zu drücken. Rinoa atmete tief durch und dachte nach. Dann griff sie an ihren Hals, nahm die vier Amulette ab, löste ihre gesamten noch existierenden Kopplungen und begann, die Namen der G.F.s zu nennen. „Shiva! Ifrit! Quezacotl! Siren! Diabolos! Brothers! Carbuncle! Leviathan! Cerberus! Alexander! Pandemona! Kaktor! Tombery! Doomtrain! Bahamut! Eden! Odin! Gilgamesh! Boko! Phönix! Tiamat! Griever! Ultima Weapon! Omega Weapon!“ Und da waren sie plötzlich. Alle Amulette, die Seelen aller genannten G.F.s drehten sich im Kreis um sie herum, dann begannen sie Licht abzustrahlen und Rinoas Kleidung änderte sich. Sie trug auf einmal ein langes, blaues Kleid, dessen Farbe von oben nach unten immer dunkler wurde. An diesem Kleid war mit zwei wunderschönen Broschen ein gelbes Tuch befestigt, dass sich einmal um Rinoas ganzen Körper schlang. Dann erschienen ihre Flügel und sie entfaltete sie zu voller Größe. In diesem Moment erwachte Squall. Phönix hatte ihm das Leben zurückgegeben. Er schaute hinauf in den Himmel und sah dort seine Rinoa, mit den Seelen aller G.F.s. So schön hatte er sie noch nie gesehen. Und er hatte noch nie solch eine Macht gespürt. Er fühlte direkt, wie die Macht der G.F.s in ihren Körper floss und sich dort bündelte. Doch da erschien Ultimecia. Sie lachte Rinoa direkt ins Gesicht und sprach verachtend: „Versuch es nur, Kleines, versuch es nur! Aber es wird dir nichts bringen! Diese ganzen Guardians sind nutzlos! Und selbst wenn sie mich alle gleichzeitig angreifen würden, könnten sie mir nicht schaden. Denn ich bin nicht Ultimecia. Ich bin Kyneria, der Ursprung aller schwarzen Magie und deine kleinen Biester sind nutzlos! Ich werde sie alle mit einem Schlag zerschmettern!“ Squall hatte schon oft von Kyrenia gehört und gelesen. Sie war der Ursprung aller schwarzen Magie, also das genaue Gegenstück Rinoas, die den Ursprung aller weißen Magie darstellte. Zumindest dachte er das. Dann offenbarte sich ihm das Bild aus seinem Traum. Kyrenia hob sich vor den Mond, der nun noch röter erstrahlte als vorher. Und hinter ihr hob sich Hynes Schiff, das nun seine Gestalt angenommen hatte, tiefschwarz von der Schwärze des Himmels ab. Doch Rinoa ließ die Macht der G.F.s unbeirrt weiterfließen. Schließlich öffnete sie die Augen und begann, eine Zauberformel zu sprechen. „Eisiger schwarzer Krieger des Nichts, der du die Fesseln des Himmelsgewölbes durchtrennt hast, werde meine Kraft, werde mein Körper, lass uns gemeinsam den Weg des Verderbens beschreiten und selbst die Seelen der Götter zermalmen. Zorn Gottes! Genesis!“ Kyrenia lächelte nur boshaft. „Vergiss es! Dieser Zauber bedient sich der schwarzen Magie, über die ich gebiete!“ Rinoa starrte sie an und erwiderte lächelnd: „Ich weiß, Kyrenia. Aber diese Macht hast du von der Schöpferin aller Magie. Von mir!“ Kyrenia riss die Augen weit auf, doch da war es schon zu spät. Genesis erhob sich aus dem Erdboden, baute sich zu voller Größe auf und entlud seine Kraft in Richtung Mond. Zuerst brach die unglaubliche Energiewelle über Kyrenia ein, dann über den Mond und Hyne Schiff. Dieses zerschellte sofort. Der Mond verlor in diesem Moment sein Feuer und wurde wieder strahlend weiß und hell. Sobald die Welle verschwunden war, verschwand auch Genesis wieder und die G.F.s materialisierten wieder zu jenen mächtigen Wesen, ohne die Squall nie bis jetzt überlebt hätte. Schließlich blickte er wieder zu Kyrenia, die jetzt vollkommen erschöpft am Boden lag. Rinoa schwebte langsam zu Boden und stellte sich vor ihr. „Kyrenia...gib mir deine Macht, damit du in Frieden sterben kannst!“ Die schwarze Hexe hob den Kopf an, murmelte: „Ich denke gar nicht daran!“ und entlud ihre ganze noch verbleibende Kraft, um sie auf Rinoa zu schleudern. Diese konnte nicht schnell genug reagieren und wurde von einer verheerenden Schockwelle erfasst. Mit einem Schrei wurde sie auf den Boden geschleudert...und stand nicht mehr auf. Kyrenia grinste schadenfroh, brach dann jedoch völlig zusammen und löste sich auf. Sie hatte ihre gesamte Macht eingesetzt, um Rinoa zu vernichten. Und so wie es aussah, war es ihr gelungen. Squall sprang auf und rannte zu Rinoa, die regungslos auf dem Boden lag. Er kniete sich neben sie und schloss sie in die Arme. „Rinoa, komm, wach auf! Sprich mit mir! Ich will deine Stimme hören...bitte!“ Er kämpfte mit den Tränen. Und gewann den Kampf. Während er sie noch immer festhielt, sprach er zu den G.F.s, die noch immer hinter ihm standen. „Sagt mal...ihr seid doch mächtige Wesen, die über Leben und Tod gebieten, oder? Bitte, helft Rinoa!“ Shiva senkte den Kopf und sagte: „Das können wir nicht. Wir können keine Hexe ins Leben zurückrufen. Sie muss es von alleine schaffen.“ Squall wandte sich an Phönix. „Phönix, du hast ihr schon oft geholfen! Bitte, bring Rinoa zurück!“ Doch auch der Vogel schüttelte den Kopf. „Denkt doch daran, sie hat euch wieder ins Leben zurückgeholt! Tiamat, Ultima Weapon, Omega Weapon, Griever, bitte helft ihr!“ Doch keiner rührte sich. „Wisst ihr, was ihr seid? Ihr seid Schwächlinge! Feige Schwächlinge! Was nützt alle Magie des Kosmos, wenn ihre Schöpferin nicht wieder zum Leben erweckt werden kann? Sagt es mir!“ Doch da verschwanden sie. „Hey, ihr könnt doch jetzt nicht einfach abhauen! Ich fordere euch auf, hierzubleiben! Ich befehle es euch!“ Vor Wut stiegen ihm wieder die Tränen in die Augen. „Was seid ihr nur für kaltherzige Monster...“ Dann fasste er einen Entschluss. Er stand auf und schrie in den Himmel: „Titan! Genesis! Ihr könnt ihr helfen, ich weiß es! Tut doch etwas!“ Als Antwort strahlte ein Licht auf Rinoa und ihr Körper verschwand. Er löste sich auf, so wie Kyrenias kurz davor. Als Squall Das sah, fiel er auf die Knie und begann zu schluchzen. Er konnte einfach nicht anders. Er hasste sich für seine Schwäche, einerseits, dass er ihr nicht helfen konnte, andererseits, dass er hier und jetzt weinte. Irgendwann stand er auf und begann, durch die Ruinen der Stadt zu rennen. Er zerstörte in seiner blinden Wut noch etliche Gebäudeteile. Bis er irgendwann beschloss, Ell zu besuchen. Und dann zurück nach Hause zu gehen.






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