Über kurz oder lang



Haarig

Nach "Dogma" noch ein Film in dem Alan Rickman nicht der Bösewicht ist (wie z.B. als Zaubertranklehrer bei Harry Potter oder als Obergangster in dem ersten "Stirb Langsam").

In dieser kleinen charmanten Komödie spielt er Phil Allen, einen einstigen Star unter den britischen Friseuren. Doch nachdem ihn seine Frau verließ (sie verduftete mit seinem Lieblings-Haar-Model), lebt er zurückgezogen mit seinem Sohn in einem verschlafenen Städtchen. Ausgerechnet dort, wo er sich mit seinem kleinen Salon niedergelassen hat, soll nun die Meisterschaft im Haareschneiden ausgetragen werden.

Phil will zuerst nichts von einer Teilnahme wissen, aber als seine ehemalig ärgsten Konkurrenten ihn heraus fordern und auch seine Frau bei ihm auftaucht, lässt er sich doch mit hinein ziehen.

So weckt der Wettbewerb altes Leid und neue Leidenschaften, es wird geschummelt und betrogen und alle Beteiligten müssen feststellen: In der Liebe und beim Haareschneiden sind alle Mittel erlaubt!

Der Film zeichnet sich durch schräge Charaktere und eine überdrehte Handlung aus, die mitunter ins Alberne abdriftet. Gleichzeitig hat sie aber auch durchaus ernste und traurige Momente. Diese verknüpft der Film zu einer emotionalen Geschichte, ohne dabei pathetisch zu werden.
Der Film ist erlesen besetzt und toll gestylt, mit dem typisch britische Feeling: Tieftraurig, urkomisch, ziemlich schräg und teilweise bitterböse!

Noch ein Hinweis: Der Film wird oft damit beworben, dass Heidi Klum mitspielt. Das sollte allerdings besser nicht die Motivation sein, ihn zu gucken. Die läuft zwar mal durchs Bild, aber das war es auch schon...

4 von 5 Punkten