Auf den Gewaltaspekt wurde hier ja schon weitest gehend eingegangen. Deshalb schreibe ich da jetzt mal nix weiter zu. Eigentlich möchte ich nur sagen, dass ein Spiele früher wesentlich schneller indiziert wurde, als heute. Dazu ein Beispiel aus meiner Jugend - jaja, lang, lang ist's her *lol*:

Ich weiß noch, wie ich als kleines Gör Games wie Blue Max oder River Raid auf dem C64 gespielt habe. Beide Spiele sind indiziert, aber ich wusste damals nicht, was dieses Wort bedeutet und wenn ich mir die Spiele ansehe, kann ich nix wirklich brutales dran sehen. In beiden Spielen fliegst du mit einem kleinen Flugzug durch die Gegend, und knallst andere Flieger ab. Bei Blue Max konntest du sogar Bomben werfen und Gebäude und Fahrzeuge etc. wegbomben . Aufgrund der damaligen technischen Möglichkeiten wurde das ganze aber so minimalistisch dargestellt, dass man da nix "gemeines" dran sehen kann. Naja, aber die BPJS meinte halt, dass das ganze jugendgefährend sei, immerhin käme es hier aufs Töten an. Aber sein wir mal ehrlich: Bei fast allen Spielen muss man irgendwelche Gegner plätten (Ausnahmen wie z.B. Harvest Moon bestätigen die Regel). Ich glaube, heute würden diese Spiele maximal ne Freigabe ab 6 erzielen, wenn überhaupt.

Naja, zum eigentlichen Thema: Ich finde, dass bei einigen Spielen, was die Komplexität und die Story anbelangt, die Altersfreigabe zu niedrig angesetzt wurde. Nehmen wir z.B. Grandia 2. Was die Gewalt angeht, so ist das Spiel ja eigentlich recht harmlos, auf jeden Fall nicht mehr oder weniger brutal als andere Spiele, die eine Freigabe ohne Altersbeschränkung oder ab 6 Jahren haben.

Meiner Meinung nach hat das Spiel zwar eine sehr schöne Story, dennoch ist sie nicht unbedingt etwas für ein "kleines Kind", da ich denke, dass es einem 6jährigen schwer fallen würde, die gesamte "Dramaturgie" sowie die Zusammenhänge zu verstehen. Mal ganz davon abgesehen, bezweifel ich, dass ein 6jähriger überhaupt den Nerv hat, sich mit einem Spiel a la Grandia zu befassen. Ich glaube eher, dass er/sie von den Textmassen erschlagen werden würde. Ich denke, dass Kinder bei einem Spiel nicht unbedingt viel lesen wollen, sie wollen einfach nur Spass haben - und deshalb denke ich, dass Jump'n'Runs etc. eher was für sind. Möchte jetzt übrigens Jump'n'Runs nicht als Kinderkack abstempeln, spiele ja selber welche .

Das hat zwar nix mit Videospielen zu tun, aber ein Film, bei dem ich jedes Mal über die Alterfreigabe geschockt bin ist "Die letzten Glühwürmchen". Wer ist da bitte auf die Idee gekommen, den Film ab 6 Jahren freizugeben? Ich mag den Film sehr, sehr gerne, aber er stimmt sehr traurig - und ich glaube einfach, dass die Story zu hart ist für ein Kind.

@Book of Twilight: Natürlich hast du recht, dass die von dir beschriebenen Szenen aus z.B. Mario und Zelda schon irgendwie brutal sind, aber ich denke, dass die Prüfstelle, dass es durchgehen lässt, weil es sich um Comicartige Gewalt handelt. TV Serien wie Tom und Jerry etc., die ja auch nicht ganz ohne sind, werden ja auch als Kinderserien angesehen ... In Amerika wird so was in den Spielen immer als "Comoc Mischief" bezeichnet. Im Allgemeinen finde ich das "Wertungssystem" in den USA eigentlich recht interessant, weil sie hinten auf das Spiel drauf schreiben, warum ein Game vielleicht nicht unbedingt was für Kinder ist. Natürlich geschieht das ganze nur durch Schlagwörter, aber dennoch finde ich die Idee an sich sehr nett

Gruß,

Chocobo

BTW: Hat jemand den Special Teil von der neuen Gamepro gesehen (gibt's aber nur in der 18er Abo Version)? Da zeigen sie Ausschnitte von Spielen aus den 80igern, die indiziert wurden, und verlesen dazu die Begründung der BPJS, warum das Spiel verboten wurde. Das is z.T. sehr niedlich .

PS: *lol* Coole Bilder, vash . Ich wusste doch immer, dass an Mario was faul ist.