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Schwertmeister
Schlag auf Schlag! Hier gehts weiter! 
Dunkelwache und die Krise vom Himmel
Zur Zeit der Cetra, kurz vor der Krise vom Himmel...
Es war ein großer Tag gewesen, sowohl für die Cetra, als auch die Ahnen. Lady Irahmea trat das Amt als Botschafterin der Cetra an. Zeitgleich bereiteten sich die Abgesandten der Schicksalsgarde und der Dunkelwache zur Abreise vor. Anu packte grade seine Sachen zusammen, als es an der Tür klopfte. „Ja, bitte?“ Zögerlich öffnete sich die Tür, und ein vertrautes Gesicht tauchte auf. Anu lächelte sanft und schloss seinen Koffer, dann drehte sich um und ging der Person and er Tür entgegen. Akki trat ein und schloss leise die Tür. Anu war regelrecht stolz, sie so sehen zu können. Als sie die Ehre des *Hohen Beschwörers* entgegen genommen hatte, wirkte sie so fröhlich wie noch nie zuvor. Das war vor knapp einer Woche...und sie hatte sich noch nicht vollständig an ihre neuen pflichten und Privilegien gewöhnt. Sie sah so erhaben und Edel aus, in der Ordensrobe der hohen Beschwörer. Vom Schnitt her etwas an einen Kimono erinnernd, aus schnee-weißem Stoff mit goldenen Rändern und Verzierungen, der einen starken Kontrast zu ihren schwarzen Haaren und dunklen Augen bildete. Ihr sonst so fröhliches Gesicht, heute von Trauer und Sorge geziert.
Sie kam Anu schnell entgegen und umarmte ihn herzlich. Beide sagten lange Zeit nichts, sondern standen einfach nur so da...genossen die Nähe zum anderen. „Musst du wirklich...?“ Fragte Akki schließlich mit zitternder Stimme. „Hey...du hörst dich ja fast so an als würde ich in den Krieg ziehen?“ Sie blickte zu ihm hoch, und brachte ein etwas gezwungenes Lächeln zustande. „J-ja...ich weiß...aber ich habe ein schlechtes Gefühl...sowohl bei dieser Mission, als auch bei Lady Irahmea...“ Er strich ihr die Haare aus dem Gesicht. „Was soll schon passieren? Akki...ich bin bald wieder zurück. In ihrem heiß geliebten *Gelobten Land* ist jegliche Gewalt verboten...mir wird nichts passieren.“ Sie konnte sich zwar nur mäßig beruhigen, aber dafür zitterte weder Sie noch ihre Stimme. „Wirst du diese...Substanz in empfang nehmen und dann hierher bringen?“ Er nickte nur. Es war seine Aufgabe als Anführer dieser Schutztruppe, eine gefährliche Substanz von Lady Irahmea in Empfang zu nehmen und zur Verwahrung hierher zu bringen. Diese angeblich *schwarze Bestia* war angeblich damals im verheißenen Land gefunden worden und sollte hier für immer versiegelt werden. Die neue Botschafterin sollte sie übergeben. „Zeig sie mir vorher mal, ja...?“ Beide lachten herzhaft. Dann ertönte draußen vor dem Fenster ein tiefer Ton, gleich dem eines Kriegshorns. Anu seufzte herzhaft. Zeit zum Aufbruch. „Komm bald wieder...ich werde dich schrecklich vermissen mein Liebster...“ Sagte Akki leise. Beide verbrachten noch etwas Zeit in einem letzten, innigen Kuss bevor Akki schnellen Fußes das Zimmer verließ. Anu legte seine Rüstung an, und krallte sich seine Sachen, die er nach draußen brachte.
Als sich die großen Portale hinter ihm schloss, begrüßte ihn der Rest der Truppe mit einem lauten Gruß. „Fertig zur Abreise mein Lord!“ Anu nickte stumm und hob die Hand nach oben. „Lassen wir die Herrin nicht warten...Abmarsch!“ Und während sich der Trupp auf kräftigen, schwarzen Chocobos auf den Weg machte, blickte Anu noch einmal zurück zur großen Kathedrale. Er vermeinte noch einmal das helle Leuchten des Phönix-Feuers zu sehen das, in einem Halbkreis geworfen, zum Himmel aufzog. Das bunte glühen gleich dem Regenbogen, welches einen Sichelmond an den Himmel zeichnete...der Abschiedsgruß eines Beschwörers. Anu lächelte innerlich, und trieb den Chocobo zu schnellem Tempo an.
Sie waren fast zwei Tage unterwegs, als sich am Horizont die Umrisse des Nordkontinents abzeichneten. Man konnte sie ganz deutlich sehen. *Centuam*, die Hauptstadt der Cetra. Errichtet an dem Ort, wo die meiste Lebensenergie des Planeten zusammen kommt. Am Knotenpunkt allen Lebens. Die große Kathedrale, gegen die das Modell in ihrer Heimat wie ein Kartenhäuschen wirkte. Dort würde sie warten...Irahmea, das machtvollste Medium aller Zeiten.
Am nächsten Morgen, ritt der Schutztrupp durch die Tore der großen Stadt. Es war hier ganz anders als daheim...das Klima war angenehm warm, es stand nicht eine Wolke am Himmel, und man konnte die Vögel hören, welche hier zu tausenden zu leben schienen. Vereinzelt sah man sogar einen großen Kondor über die Stadt gleiten.
Man begrüßte sie mit Gastfreundschaft und Euphorie. Selbst unter den machtvollen Cetra galt die Schicksalswache zu den machtvollsten aller Krieger. Auf den Straßen winkte man ihnen zu, als währen sie Kriegsheimkehrer die ein fernes Land erobert hatten. Sie hielten auf die große Kathedrale zu, in der sich das Heiligtum befand.
Dort angekommen, führte man sie sofort auf die Gemächer, in denen sie die nächste Zeit verbringen würden. Die Audienz bei Lady Irahmea würde am Nachmittag abgehalten werden. Anu blickte verträumt aus dem Fenster, und bewunderte aus dem 10 Stock dieses Gebäudes die wundervolle Stadt, und die vor Leben nur zu pulsierende Landschaft. Er hatte nicht geglaubt das die hier anwesende Konzentration aus Lebensenergie solche Veränderungen bewirken konnte! Er ging ein wenig durch die Kathedrale und die Stadt...wollte sich ein wenig die Zeit vertreiben. Als er durch die Stadt schritt, war die Anwesenheit von Güte und Heiligkeit nicht zu übersehen. Wer immer im Besitz der weißen Substanz war...er brachte viel gutes damit über das Land. Plötzlich ertönte ein heiteres Lachen neben ihm. Als Anu verwundert den Kopf wand erblickte er einen alten Mann, der hinter seinen Waren stand. „Ihr solltet nicht so laut denken mein Herr! Das bringt euch noch mal in Schwierigkeiten!“ Anu war gar nicht aufgefallen das er es laut ausgesprochen hatte. „Aber ihr habt recht...Lady Inferna bringt viel gutes über diese Welt. Im Besitz der weißen Substanz und dem ihr innewohnenden Zauber Heilig bewirkt sie all das, was ihr hier sehen könnt. Sie lenkt das Leben in seinen Bahnen.“ Diesen Namen hatte Anu bereits oft gehört. Lady Inferna...man sah sie als geistige Anführerin der Cetra, und vertraute ihr vieles an. „Was passiert mit der weißen Substanz wenn Lady Irahmea das Amt übernimmt? Wird sie übergeben?“ Der alte Mann schüttelte betrübt den Kopf. „Lady Inferna weigert sch, Lady Irahmea die weiße Substanz zu übergeben. Sie behauptete, sie sei nicht das, was sie vorgäbe zu sein. Es ist noch nicht sicher, was damit passieren wird...“ Anu bedankte sich höflich, und ging dann wieder seines Weges. Noch jemand der ihr nicht traute? Es scheint mehrere zu geben die glaubten, Irahmea währe nicht das, was sie vorzugeben scheint. Er würde sich wohl selbst ein Bild davon machen müssen.
Noch am selben Tag wurde die Audienz vollzogen. Als sich die schweren Tore zum Konferenzraum öffneten, schlug Anu eine Welle großer Macht entgegen, die er nur schwer einordnen konnte...eine große dominante Energie, die einen Hauch von Güte hatte. Doch Anu wusste, was wahre Güte war. Diese Energie die Lady Irahmea ausstrahlte, war nicht wahrhaft. Die Abgesandten der Schicksalswache schritten langsam durch den Raum, und knieten schließlich vor der neuen Botschafterin und geistigen Führerin der Cetra. Irahmea war zweifelsohne eine schöne Frau! Lange, lockige, rote Haare fielen ihr über die Schultern, ihre zart geschnittenen Züge gleich einer Elfe, und tiefen, blauen Augen. In dem schwarzen Umhang gehüllt, der ihren Körper wie ein schwerer Umhang umgab, verhüllte ihre ganze Figur. Es war also unmöglich zu sagen, ob es nur ihr Gesicht war, das wirklich schön währe. Ihre Stimme, klar wie Bergkristall, flüsterte durch den Raum. „Ich heiße euch willkommen. Es ist mir eine Ehre, das ihr zu mir gekommen seid, um mich zu schützen.“ Anu spürte wie etwas durch seinen Geist schlich. Wie ein violetter Nebel, der seine Sinne zu rauben schien. Etwas in ihm sagte, er solle sich dagegen wehren. Also vertrieb er mit mentaler Gewalt diesen fremden Einfluss aus seinem Geist. Als der Einfluss widerstrebend verschwand, riss Anu von der Macht geblendet den Kopf nach oben. Irahmea sah ihm überrascht entgegen. „Was habt ihr? Geht es euch gut?“ Anu schüttelte benommen den Kopf, aber bejahte die Frage dann. „J-Ja...mir geht es gut.“
Die folgende halbe Stunde war angefüllt mit lästigen Formalitäten und Pflichten, die man ihnen auferlegt hatte. Aber offenbar war Anu der einzige, der hin und wieder etwas einzuwenden hatte. Er machte sich wohl wirklich als einzige, denkende Person um die Probleme hinter den Befehlen. Aber letztendlich, endete die Versammlung. Am nächsten Morgen würde die Übergabe der verdorbenen Substanz folgen.
Anu verbrachte den Rest des Tages auf seinem Raum. Er brütete lange über diesen fremden Einfluss. Und konnte sich der Tatsache nicht erwehren, das er wirklich von Lady Irahmea stammte. Sollte sie wirklich nicht die Person sein, die sie vorgab zu sein? Dieser scheinheilige Mantel aus Güte und Heiligkeit...er war einfach zu schwach um wahrhaft zu sein. Selbst Akki strahlte mehr davon aus. Er würde in Zukunft wohl etwas öfters mal auf die Wahrhaftigkeit ihrer Worte achten. Er sah auf den schimmernden Brustpanzer der Schicksalswache, der auf dem Rüstungsständer in der Ecke lag. Das glänzende Symbol auf ihm erinnerte ihn immer an seine Pflicht, das Böse in all seinen Facetten zu bekämpfen. Was währe...wenn Lady Irahmea selbst ein Teil von ihr währe? Er fasste einen Entschluss, und legte sich später dann schlafen.
>Centuam, 15 Tage vor der Krise vom Himmel<
Mit einem sehr schlechten Gefühl im Magen betrat Anu am nächsten Morgen wieder den großen Saal. Es war eine große Gefolgschaft anwesend. Man meinte die gesammte Kathedrale war Anwesend um die Übergabe der *Großen Verderbnis* zu erleben, wie sie genannt wurde.
Er allein trat vor, seine Brüder von der Schicksalswache standen in zwei Reihen zu seiner Seite. Er lief einen langen Teppich entlang, an dessen Ende ihn Irahmea erwartete. Vor ihr auf einem kleinen Sockel lag ein Kissen aus schwarzem Samt, auf dem eine kleine, rot glühende Kugel lag. Eine Aufrufungssubstanz. „Seid gegrüßt, Lord Schattentänzer. Im Namen aller Cetra heiße ich den größten Krieger der Ahnenrasse willkommen. Nach dem Mandat das mir auferlegt wurde, übergebe ich diese Substanz nun den allheiligen Händen der großen Kathedrale der Beschwörer. Übergebt dies euren Herren, auf das diese verdorbene Finsternis niemals mehr unsere Sonne zu sehen bekomme.“ Während Sie diese Worte sprach, neigte Anu seinen Kopf und ging leicht in die Knie. Er bemerkte wie die Substanz zu schweben begann. Schließlich trat sie etwas näher, und eine etwas blasse Hand ergriff die Substanz. Als sie die Substanz in die Hand nahm, konnte Anu etwas in ihren Augen sehen. Er sah...Verzückung, tiefe Befriedigung, Freude und noch viel mehr. „Erhebt euch nun.“ Sagte sie, und er gehorchte. Wieder versuchte dieser fremde Einfluss von ihm Besitz zu ergreifen. Diesmal jedoch, schlug Anu mit voller kraft zurück. Man stelle es sich so vor, als würden zwei sehr starke Personen Tauziehen, und immer mehr Kraft einsetzten, bis eine der beiden Personen das Seil los ließe. Anu hatte einen Volltreffer gelandet, als er die unbekannte Macht zurückschlug, und einen machtvollen, mentalen Gegenschlag ausführte. Irahmea warf den Kopf in den Nacken, als hätte man ihr einen kraftvollen Schlag gegen den Unterkiefer gegeben. Ein erschrockenes Aufschreien im Raum, als man dies sah. Doch Irahmea beruhigte sie schnell. „Nein. Schon gut...es ist nichts...“ Doch sie sah mit einem kurzen, giftigen Blick zu ihm hinunter. Das Misstrauen in seinem Kopf wuchs fast bis ins unermessliche. Dennoch wollte er abwarten. Er nahm die Substanz von ihr an sich, doch als er ihre Hände berührte, war für ihn alles klar. Ihre Hände...sie waren kalt, kalt voller Bosheit. Und als er die Substanz berührte, überkam ihn eine Flutwelle von Emotionen. Er sah Blut, Angst, Chaos, Tod und Verzweiflung. Eine schwarze Weapon, die mit grauenvollem Heulen über den Tod regierte. Und hoch über ihr, das Gesicht eines unbekannten Wesens, das von Horror und Blut lebte. Die Erkenntnis traf ihn wie ein Blitz...ihre Energie, und die der Substanz...sie ressonierten! Sie reagierten zusammen. Sie beide lebten von Tod und Verzweiflung! Anu wusste nicht, wie lange diese Visionen anhielten, aber als er wieder bei Verstand war, entriss er Irahmea die Substanz, wirbelte einmal im Kreis, sprang etwas zurück und riss sein Schwert aus der Scheide. „Finsternis! Abgrundtiefer Schrecken! Gib dich zu erkennen, bevor ich deine Existenz beende!“ Laute rufe des Entsetzens raunten durch den Raum. Überall sah man schockierte Gesichter, und hoch gestellte Personen die kreidebleich im Gesicht waren. Doch Irahmea, sie konnte das erschrockene Gesicht nicht glaubhaft genug zeigen. Eine raue Stimme fuhr durch den Raum. „Lord Schattentänzer! Was sprecht ihr da für Unsinn! Legt sofort eure Waffe nieder, oder ihr müsst die Konsequenzen tragen!“ Anu war außer sich vor Wut. Dieses...WESEN betrog eine ganze Welt. Er konnte nicht wahrhaben das sich ein ganzes Volk so benutzten ließ! „Noch einmal! Legt die Waffe nieder, und wir sehen über dies alles hinweg.“ Doch Anu schüttelte nur kalt den Kopf, und deutete mit der Schwertspitze auf Irahmea. „Offenbare dich, du Ausgeburt des Schreckens. Deine reine Anwesenheit ist eine Beleidigung dieser Hallen. Mich hast du nicht unter deinen Bann zwingen können! Du wirst scheitern, das schwöre ich dir!“ Doch Sie blieb ganz ruhig. „Die Substanz vernebelt seinen Verstand. Die Visionen des Melech-Arez behindern seine Gedanken. Er weiß nicht, was er da spricht.“ Und wieder schien man ihr zu glauben. Anu drehte sich ruckartig um, und blickte zu seinen Kameraden, die selbst ganz blass waren. Er ging auf einen von ihnen zu. Ishak war ein vertrauenswürdiger Mann gewesen, dem Anu sein Leben anvertraut hätte. Und genau das, schien er grade zu tun. „Herr meiner Sinne oder nicht...Ishak, ich beschwöre deine Loyalität zu unserer Heimat. Reite wie der Wind, und bring dies hier nach Hause.“ Er übergab Ishak die Substanz...dieser sah sie kurz unsicher an, aber nickte seinem Lord dann zu und rannte aus dem Raum. Man wollte ihn aufhalten, aber Anu stellte sich in die Tür und hob sein Schwert, ließ niemanden vorbei. „Jetzt bin ich mir sicher...Lady Inferna hat recht. DIESE FRAU, ist nicht was sie zu schein vorgibt! Und wenn es mein Fall ist, ich werde es euch beweisen!“
Anu konnte diese Position nicht sehr lange halten, und verbrachte die nächste Zeit im Kerker. Er knurrte leise vor sich und überlegte was zu tun war. Er hatte Glück, sein Stand rettete ihm bis zu einer Entscheidung das Leben. Und noch mehr. Als hohes Mitglied der Garde behandelte man ihn gut. Und während der Einführungszeit von Irahmea, würde kein Urteil gesprochen werden.
Centuam, 5 Tage vor der Krise vom Himmel<
Anu wurde unsanft aus dem Schlaf gerissen, als eine laute Stimme ihn weckte. Als er die Augen aufschlug, erblickte er eine junge Frau mit braunem Haar, sorgenvollen Augen und einem roten Kleid. „Kommt schnell! Wir müssen fliehen! Schreckliches wird passieren!“ Anu hatte dieses Gesicht zwar noch nie gesehen, aber dennoch wusste er, mit wem er da sprach. Lady Inferna...sie trug eine Fackel mit sich, um die dunklen Kerkergänge zu erleuchten. Sie hantierte schnell mit einem Schlüssel am Schloss herum, und öffnete seine Zelle. Er stolperte etwas schlaftrunken heraus, und blickte sie verwundert an. „Was ist? Worum geht’s?“ Sie schüttelte nur hastig den Kopf, und ergriff seinen Arm, zog ihn die Treppe hinauf. „Ihr hattet Recht. Ebenso wie ich! Aber niemand wird uns glauben. Und nun ist es fast zu spät. Wir müssen von hier verschwinden! Und wird ohnehin niemand glauben! Ich wurde als Verräterin, und ihr als Dunkelwache abgestempelt!“ Anu wollte das nicht wahrhaben! Dunkelwache, ER? Das war...Häresie! Doch er folgte Inferna einfach nur durch die Gänge. Unterwegs trafen sie keine Wächter. An einer gut versteckten Ecke erblickte Anu seine Ausrüstung. Seine Rüstung, sein Schwert, seine Substanzen. „Beeilt euch! Wir haben nicht viel Zeit!“ Er beeilte sich beim anlegen der Rüstung, und setzte sogar mal wieder den Helm auf. Zusammen stürmten sie durch die menschenleere Kathedrale auf den Ausgang zu. Dieser stand erstaunlicher weise offen...
Ihre Flucht führte sie zu den Ställen, wo sie zwei der schwarzen Chocobos an sich nahmen, und wie der Teufel aus der Stadt ritten. Sie waren fast eine ganze Stunde unterwegs, als die Lichter der Stadt vollends verschwunden waren. Erschöpft sackten sie in einem gut verstecken Platz im nahen Wald zusammen. „Also gut...puh...dann erzählt mal, Lady Inferna...“ Auch sie schnaufte schwer, und rang erstmal um Luft. „Irahmea...sie ist ebenso verdorben wie falsch. Sie plant die Auslöschung allen Lebens! Und das scheint sie bald zu erreichen. In nicht weniger als 5 Tagen wird sie eine unendliche Plage über uns kommen lassen. Dann bleiben uns kaum noch Zeit sie aufzuhalten...bevor hier alles stirbt.“ Er wollte grade fragen wie sie auf diese Idee komme, als sie ihm schon die Antwort lieferte. Sie hielt ihm eine leuchtende, weiße Substanz entgegen hielt. „Sie zeigte es mir...“ Alles machte einen verdrehten Sinn...Lady Inferna war die einzige Person die neben ihm Irahmeas wahre Natur zu spüren vermochte! Und sie hatte das einzig richtige getan...ihr zu widerstehen. In diesem Moment deutete Inferna zurück zur Stadt, wo sich der Himmel begann blutig rot zu färben. „Sie schlachtete den ganzen hohen Rat ab...und setzte die Kathedrale in Brand. Sie benutzte einen schrecklichen Zauber...und hat vor, unsere ganze Welt in Blut und Finsternis ertrinken zu lassen!“ Anu war schockiert...der hohe Rat der Cetra, war eine ewige Konstante gewesen! Kaum auszudenken, was ohne ihn zu passieren möge! Und was war das für ein Zauber den sie erwähnte? „Schwarze Substanz...ein übles Konstrukt der alten Welt! Sie beschwört einen riesigen Meteoriten, der uns droht zu vernichten...ihr tatet ebenfalls das einzig richtige, und rettete die dunkle Beschwörung vor ihr. Ich entsandte bereits Hilferufe...und hoffe, das uns bald Hilfe erreichen wird.“
Und so schwiegen sie lange Zeit...machtlos dem flammendem Inferno über der einstmals prächtigen Hauptstadt beobachtend.
“Centuam, 4 Tage vor der Krise vom Himmel
Es waren die ersten Vorboten des neuen Krieges, die Anu und Inferna erreichten. Es waren leichte Späher auf sehr schnellen Chocobos, die erschöpft und atemlos zusammen brachen, während ihre Reiter nach der Lage fragten. Inferna weihte sie ein, und ihre Blicke wurden immer fassungsloser. „Wer kommt noch?“ Fragte Inferna aufgeregt. Einer der Späher grinste siegessicher. „Das gesammte Heer hochwohlgeborene Lady Inferna! Man schenkte euren Worten uneingeschränkten Glauben! Das gesammte Heer von der Schicksalswache bis hin zum Beschwörer-Orden werden im Laufe der nächsten Tage hier eintreffen.“ Sie wirkte beruhigt, während Anu schon auf einen nahen Vorsprung stieg, und sich einen hohen Überblick verschaffte. Er konnte weit über den Ozean sehen, und erblickte eine große Flotte die von Süden her auf sie zuhielt. „Wie lange noch, Lord Anu?“ Fragte Inferna. „Wenn sie in diesem Tempo weiter fahren, noch heute Abend.“ Irahmea schlug ein kompliziertes Symbol vor ihrer Brust, und atmete erleichtert durch. Der blutig rote Himmel über Centuam war immer noch nicht verschwunden...Irahmea formte in den blutüberströmten Ruinen noch immer ihren Zauber.
“Centuam, 3 Tage vor der Krise vom Himmel
Das gesammte Heer der Ahnen und der verbliebenen Cetra versammelte sich im Süden des Nordkontinentes. Eine gespannte Stimmung stand über allem. Anu ging suchend durch die Hundertschaften von Soldaten und Magiern. Er wand sich an einen der höheren Offiziere. „Wo ist der Beschwörer-Orden?“ Der Offizier deutete auf das letzte der Schiffe, das grade anlegte. Es war im Vergleich zu allen anderen recht klein...es wirkte viel eher wie eine kleine Fähre. Es würde höchstens 20 Leute transportieren können! Anu rannte diesem Schiff entgegen, wo grade das *Gepäck* abgeladen wurde. Kaum war es fest geschnürt, sprang jemand über den Bug, und rannte über die kleine Ebene hinweg auf ihn zu. Nicht schlecht...die Frau hatte entweder gute Augen, oder einen perfekten, sechsten Sinn. „AAAANUUUU!“ Akki war offenbar krank vor Sorge gewesen. In ihren Augen stand Angst, Hoffnungslosigkeit und offenbar mehrere, durchweinte Nächte. Es hätte Anu beinahe umgeworfen, als Akki ihm an den Hals sprang. „Oh Gott! Es geht dir gut! Ich war so in Sorge...ich habe jeden Tag gebetet das es dir gut gehe! Ich...bin so froh.“ Er konnte sie kaum beruhigen, hielt sie also einfach fest...“Jetzt wird alles gut. Wir werden diese Ausgeburt des Schreckens vernichten.“ Akki nickte mit einem ernsten Gesicht. Sie würde es nicht zulassen, das so etwas ihre Zukunft bedrohen würde. „Unsere Zukunft...gehört auch nur uns. Die lassen wir uns nicht nehmen!“ Sagte sie entschlossen. Da ertönten auch schon die Kriegshörner, die das nahen der Schlacht ankündigten. Akki und Anu wurden in ein provisorisch aufgebautes Zelt gerufen. Darin befanden sich die Anführer der Cetra-Armee, die Meister des Beschwörer-Ordens und der Dunkelwache, sowie Lady Inferna, welche auch gleich das Wort ergriff. „Irahmea hat ein Heer aus Monstern und Dämonen erschaffen...und es ist noch schlimmer als erwartet! Sie hat eine Weapon unter ihre Kontrolle gebracht, die sie nun vor uns beschützt.“ Ein erschrockener Ausruf war zu hören. „WAS? Einen Lord des Lebens hat diese Verderbnis unter ihre Kontrolle gebracht! Welche?“ Es war bekannt, das die Weapons, welche als Wächter des Lebens galten, in den Katakomben unter der Stadt versiegelt waren. Es herrschte lange Stille...bis Inferna endlich antwortete. „Omega.“ Dieses mal...war das Schweigen sogar noch länger. So ging man also mal zur eigentlichen Schlachtplanung über. Inferna führte mit Informationen, die ihr die weiße Substanz geliefert hatte. „Wie es aussieht haben nur die Beschwörer eine Aussicht auf Erfolg. Die Garden und die Soldaten werden sie beschützen. Von Anu und dem Anführer der Dunkelwache ertönte ein doppeltes „Jawohl!“ Offenbar waren sie mit dieser Aufgabe recht zufrieden, es war die beste Aufgabe für die Garde. Jene zu schützen, die den Kampf entscheiden würden. Dafür, haben die gelebt. Der Sturm würde in exakt zwei Stunden beginnen.
Man kam der Stadt um keinen Meter näher…jedes mal wenn man glaubte, eine Bresche in die Schar aus Monstern geschlagen zu haben, kamen immer wieder neue! Sie hielten die Garden in Schach, und verhinderten jedes vorrücken. Die Monster waren für die geballte Macht der Cetra und der Ahnen keine Herausforderung, aber die andauernden Schlachten kosteten Kraft. Sobald auch nur ein Soldat einen Fuß über eine bestimmte Stelle setzte, rückten die Monster in Wellen vor. Es war, als hätte Irahmea einen Bannkreis um die Stadt gezogen. Solange sie sich außerhalb dieses Bannkreises bewegten, waren sie sicher…aber innerhalb, wollte der Fluss nicht abebben.
Und als währe das nicht schon genug, bemerkten immer mehr Soldaten einen großen Stern am Himmel, der blutig rot strahlte, und mit jeder Stunde größer zu werden schien. Die Krise vom Himmel, wohlwahr…
Es gab also keinen Weg in die Stadt hinein…man musste die Monster von außen bekämpfen, und Irahmea dann im Herzen selbst treffen. Der Orden der Beschwörer hatte zuerst eine Idee. „Wir können ein großes Ritual vollführen…wenn wir lange genug an einem Zauber weben, können wir unsere Bestien zu einer einzigen, großen Allianz zusammen formen, und sie mit unserer Macht binden. So können wir die Monster bekämpfen, und gleichzeitig in die Stadt vorrücken.“ Dieser Vorschlag wurde allgemein mit Begeisterung aufgefasst…nur die Vorbereitung dafür, war enorm. „Diese Macht zu sammeln…braucht drei Tage.“ Eine Nachricht, die wenig erbauend war…Laut Lady Inferna würde es in knappen drei Tagen zu spät sein! Wenn ihre Berechnungen stimmten, dann würden ihnen nach Vollendung des Rituals nur noch knappe 2 Stunden bleiben sie zu vernichten. Dennoch, so schien es, war es ihre einzige Chance.
Die Beschwörer begannen umgehend mit der Vorbereitung, und durften nicht gestört werden, während sie ihre allheiligen Formeln aufsagten. Als Anu des nächtens durch das Lager ging, sah er Lady Inferna betrübt am euer sitzen, und auf die weiße Substanz starren. „An einem heiligen ort…hätte ich das alles verhindern können…Heilig hätte uns alle gerettet.“ Obwohl er ihre Worte nicht verstand, wollte er sie nicht stören. Er hatte derzeit größere Probleme. Er sah hinüber zu den Beschwörern, die in einem Kreis standen, und sich vor ihnen ein weißes Loch am Boden befand, aus dem permanent ein weiß-goldenes Licht strömte. Er sah Akki, in deren Gesicht Anspannung und Sorge stand. 3 Tage lang…ohne Pause, nur gespeist vom Glauben und der Macht…es war Wahnsinn, wozu dieser Orden fähig war, wenn sie Kontakt mit ihren Geistern aufnahmen. Innerlich schloss er bereits Frieden mit seinen Göttern…er hatte das Gefühl, in den kommenden Tagen etwas Wertvolles zu verlieren.
Die kommenden Tage waren friedlich…solange sie keinen Ausfall machten, verhielten sich die Monster ruhig, und von der Weapon war nirgends etwas zu sehen. Den Beschwörern blieb genug Zeit, ihr Ritual ungestört zu vollführen, und vereinzelt offenbarten sich bereits die Vorboten der Bestia, die sich zu diesem Bündnis bereit erklärt hatten. Ein gnadenloser Sturm, stand ihnen bevor. Das Schicksal dieser Welt, in den Händen dieser Armee.
Centuam, 2 1/2 Stunden bis zur Krise vom Himmel.
Der riesige Komet stand bereits hoch am Himmel…größer als die Sonne kam er mit jeder dahin kriechenden Minute näher, und sand sein unheilvolles, rotes Licht auf sie hinunter. Angst stand in den Gesichtern vieler Soldaten. Einige von ihnen sahen den Tod schon als willkommenen Gefährten, als das Ritual endlich zu einem Abschluss gebracht wurde.
Die vereinten Stimmen der Beschwörer erhoben sich in einem hellen Chor, und riefen die Bestia.
„Shiva, Mutter der eisigen Winde, eile herbei und erfülle den Schwur.“ In einem undefinierbaren Geräusch stiegen jede Menge flimmernder Lichter aus dem strahlend weißen Kreis vor ihnen auf, und formten die Umrisse von Shiva, der Bestia des Eises, welche daraufhin aus dem Lichtschein trat.
„Ifrit, Lord der flammenden Wogen, eile herbei und erfülle den Schwur.“
Und so wurden alle Bestien der Urzeit beschworen…bis die Hochebene erfüllt war vom vereinigten Knistern ihrer Macht. Schließlich traten sie alle näher, und bildeten einen Halbkreis. Akki, als neues *Wunderkind* unter den Beschwörern, wurde nach vorn geschickt. In ihren Augen stand neue Hoffnung, und das bei ihr so beliebte, gnädige Leuchten. Sie streckte beide Hände von sich weg, und rief den Bestia zu. „Ihr Bestien aus der Urzeit! Ihr Helden alter Legenden! Hört uns an! Ihr seid unserem Ruf gefolgt, und erklärt euch dazu bereit einen Schwur zu leisten, der jetzt und immerdar bestand haben soll! So steht uns nun bei, und errettet unsere Welt vor dem Zugriff dieser dunklen Bosheit! Lasst uns nun schwören, und kämpfen!“ Nun streckte sie den Bestia ihre Hände entgegen. Bahamut, Kaiser der Bestia, war der erste der darauf einging. Er stapfte zu Akki vor, und legte seine Pranke um Akkis Hand. Er nickte langsam. „Ich schwöre!“ Sagte er mit dumpfer, grollender Stimme, die viele Soldaten erschrecken ließ. Vom Beispiel ihres Herrn angetrieben, waren es nun Ifrit und Shiva, die als nächstes ihre Hände dazu legten, und den Schwur abgaben. nach uns nach, hatten sie sich alle versammelt, und den Schwur der Ahnen abgelegt. Akki bedankte sich laut bei allen, und gab sie daraufhin frei. „Ihr kennt eure Mission! Lasst uns nun zusammen dem Feind trotzten!“ Sprach sie sowohl zu den Bestia, als auch an die Soldaten gewand. Ein lauter Schlachtruf war ihre Antwort, und man setzte sich in Bewegung. Jetzt dürften sie keine Zeit mehr verlieren!
Die Bestia machten ihre Sache besser als erwartet…sie preschten durch die Reihen der Monster wie eine Seuche, und machten wortwörtlich den Weg frei. Die Garden und die Beschwörer konnten hinter ihnen her, und mussten sich nur noch sporadisch der Monster erwehren, die irgendwie den ersten Angriff überlebt hatten. Vereint hatten diese uralten Kreaturen eine Kraft, wie man sie sonst nur gottgleichen Wesen zugetraut hätte…wer hätte gedacht, das es jemals soweit kommen würde?
Und so begann der letzte Sturm, dieser Zeit…
118 Minuten bis zum Einschlag
Sie hatten die Stadt erreicht, und trennten sich nun von den Bestia, die auf das Zentrum zuhielten, und die Kathedrale versuchten einzureißen. Die Schicksalswache schlachtete sich durch die anrückenden Monstermassen, die Dunkelwache schützte die Beschwörer, und diese versorgten ihre Wachen mit unterstützender und heilender Magie. So kämpfte man sich langsam nach vorne, um den Bestia in ihrem Kampf beizustehen. Für Anu verging die Zeit wie in Zeitlupe…während die Luft im rot des Meteors glühte, und die Monster zu hunderten auf sie zu stürzten…besinnte er sich auf sich selbst, und sein Schwert. Wenn eines zum Sprung ansetzte, war sein Schwert schon längst da…wenn jemand anders bedroht wurde, war es sein Arm der den tödlichen Zauber entfesselte. Für diese zeit der Schlacht, kannte Anu nur seinen Körper, und die vernichtende Waffe, die er sein konnte.
Die Schreie der Bestia und seiner Gefährten nahm er kaum war. Ins einem Geist gab es nur eines…die zu Verteidigen, die ihm wichtig waren, und das überleben. Erst das langsame nachlassen das Monstermassen, und der Schrei der den Boden erzittern ließ, ließ ihn hochfahren. Er bemerkte, dass sie inzwischen fast die Kathedrale erreicht hatten, und sich vor ihnen nun aus den Ruinen eine gewaltige gestallt entgegen stellte, gegen die selbst Bahamut wie ein Zwerg wirkte. Omega Weapon…die Bestia stürzten sich sofort in die Schlacht, und es war Lady Infernas Stimme, die den befehl über das Schlachtfeld rief. „Jetzt! Schnell! Solange sie beschäftigt ist! Stürmt die Kathedrale!“
77 Minuten bis zum Einschlag
Im inneren der Kathedrale sah es mindestens so schlimm aus wie davor…überall lagen entstellte Leichen. Körper deren einzelne Gliedmaßen einfach ausgerissen wurden! Das ganze Erdgeschoss stank vor Blut, und überall ergoss sich ein Strom davon in die Abflüsse. Die Treppen nach oben waren weitgehend eingestürzt…aber ein klarer Weg nach unten war zu erkennen…eine in den Stein gehauene Treppe, die bei ihrem ersten Besuch noch nicht da war. Irahmea stand am oberen Ende der Treppe, und hieß die Garde willkommen. Ihre Robe war beinahe vollends zerfetzt…von ihren Händen und Mundwinkeln tropfte das Blut herunter, in ihren Augen lag ein grausames Schimmern. Sie sagte nichts…sondern hob einfach nur die Hand. Ein grauenvoll schrilles Geräusch ertönte, und die Wache war für einen kurzen Moment bewegungsunfähig. Irahmea drehte sich um, und stieg die Treppen hinab.
Ein lautes Knirschen, und das Dach der Kathedrale brach ein…es wurde regelrecht heraus gerissen! Omega hatte mit einem einzigen, kraftvollen Schlag das ganze Dach hinweg gerissen, als er sich gegen die Bestia erwehrte. Doch im selben Augenblick zischte Bahamuts Klaue heran, und durchtrennte den Arm der Weapon. Mit einem lauten Schrei zog Omega den Arm zurück…doch ein großer Schwall seines Blutes ergoss sich nach unten wie ein kurzer, starker Platzregen. Trotz der Rüstung der Garde, und dem geistigen Schild der Beschwörer, konnten sie spüren wie die magische Macht aus ihnen gesogen wurde. Ihre Energie wurde stetig weniger…das Gift der Omega. „Weiter! Sie darf uns nicht entkommen!“ Und sie trieben sich zu Höchstleistungen an…diese Dunkelheit musste vertrieben werden!
59 Minuten bis zum Einschlag
Sie folgten Irahmea bis zum Ende dieser Treppe, die schätzungsweise zwei Stockwerke nach unten reichte. Sie fanden sich in einem Gebiet wieder, wo sich einstmals die Kerker befanden. Von den festen Steinwänden blieb nichts zurück…ein kalter, böser Ort voller geschwärzter Erde und schwarzer Fackeln hatte ihren Platz eingenommen. Und über allem, herrschte Irahmea auf einem Thron aus Knochen, mit einem Kelch voll Blut in der Hand. Sie sah verächtlich, aber zeitgleich auch amüsiert auf die *Eindringlinge* hinab. Sie lachte leise. „Wie amüsant. Ihr seid hier, um mich aufzuhalten. Ihr seid zu spät. Wie erwartet.“ Es wurden keine großen Worte gewechselt…sondern sofort zum Angriff übergegangen. Irahmea erhob sich ohne jede Hast aus ihrem Thron, und hielt mit ihrer Macht einfach gegen. Die Wache konnte keinen Schritt mehr geradeaus machen, blieb wie festgenagelt an einer Wand aus purer Macht hängen. Diese Wand brach jedoch ein, als die verbliebenen Beschwörer ihre Hand erhoben: „SANCTUS!“ Eine Welle heiliger Magie schwappte durch den Raum heran, und fegte die dunkle Präsenz ihrer Mauer einfach weg…Irahmea selbst wurde von der Magie getroffen…sie stöhnte zwar einmal laut auf, aber Schäden, schien sie keine davon getragen zu haben. „Ihr werdet alle zur Hölle fahren! Wenn nicht durch mich, dann durch METEOR!“
Und so ging der Kampf weiter…jedes mal wenn die Garde glaubte, etwas gegen sie unternehmen zu können, schlug sie nahezu doppelter Macht zurück…viele der Garden und sogar der Beschwörer ließen ihr Leben, nur bei dem versuch zu erreichen!
38 Minuten bis zum Einschlag
Der Boden begann zu Beben, als der Meteor in grausame Reichweite rückte…von seiner Macht angezogen, begannen kleine Steinchen zum Himmel zu steigen, und ein fürchterlicher Druck lastete über allem. Viele Gebäude stürzten ein, schon alleine auf Grund dieses enormen Drucks…Irahmea lachte laut auf, und mit dem Wink ihrer Hand…verblasste die Umgebung. Sie fanden sich in der Stadt wieder…etwas Abseits vom Schlachtgeschehen. Hier stand kein Stein mehr auf dem anderen…die einstmals prächtige Stadt der Cetra, völlig ausgelöscht. Das verheißene Land…war einmal gewesen. Und über allem schwebte unheil verkündend, der Meteor. „ES GIBT KEIN ENTKOMMEN MEHR!“ Doch dann…diese Präsenz, die Irahmea stocken ließ…was war das? Dieses tiefe böse? Unmöglich! Sie alle drehten sich um, und bemerkten Akki, die in ihre Gewänder griff, und die blutig rote Substanz hervor holte, die Irahmea einst übergeben hatte. Sie war unverkennbar…dieses Leuchten, dieses unheilvolle Glitzern gab es kein zweites mal! Irahmea machte einen schockierten Schritt zurück. „Nein! Nein! Lass das nicht wahr sein“ Doch Akki machte weitere Schritte nach vorne, durch die Reihen der vor Schreck gelähmten Ritter. Bei Anu verharrte sie kurz, und flüsterte leise. „Auf bald…“ Dann trat sie aus der Menge hervor, und hob die Substanz des Melech-Arez!
„Ein Fluch liegt auf unserem Land, Dunkelheit sei sein Name! Auf das Finsternis dich verschlingen soll! Der Hass auf die Welt, und auf das Leben soll auf dich nieder gehen, und dich mit ihm in die finsterste aller Höllen ziehen! Melech-Arez soll dein Untergang sein!“
29 Minuten bis zum Einschlag
Die schwarze Präsenz des Melach-Arez schwängerte die Luft…seine unheilige Existenz verpestete die Umgebung. Als sich eine schwarze Wolke aus der Substanz ausbreitete, und sich vor Akki aufbäumte. Irahmea wurde regelrecht blass vor Angst, als sich ein blutrotes Augenpaar in der Finsternis abzeichnete, und eine faulige Klaue aus der schwarzen Wolke griff, sich am Rand festhielt, und sich langsam selbst raus zog.
Die schwarze Bestia, der Hasser allen Lebens war auf diese Welt zurückgekehrt…mit seiner dunklen Macht würde er jedes leben auslöschen, wenn man ihm keinen Einhalt gebot. Sein fauliges Fleisch stank nach Tod und Verwesung…ebenso wie seine ganze, unheilige Aura. Gegen diese gefallene Weapon wirkte selbst Irahmea wie ein unschuldiges Kleinkind.
Diese jedoch, war alles andere als untätig…sie tat dasselbe wie die meisten der Garde und der Beschwörer…sie rannte um ihr Leben!
Doch sie kam nicht weit. Melech-Arez stieß ein wütendes Fauchen aus…und Irahmea wurde in die Luft gehoben. Seine Macht vibrierte in der Luft, als sich seine halb verfaulte Hand um ihren Körper schloss. Sie schrie in Panik, und warf mit jedem Zauber nur so um sich den sie besaß…doch es wirkte nicht! Melech-Arez schien unverwundbar, während er sie mit seiner verfluchten Energie voll pumpte.
Anu währenddessen, stürmte zu Akki hinüber, die erschöpft auf die Knie gesunken war. „Geht es dir gut? Sag doch was!“ Doch ihre Stimme war schwach und leer. „Er…saugt permanent an meiner Energie. Es geht gleich wieder…ich muss…die Versiegelung einleiten!“ Sie kam schwankend wieder auf die Beine, faltete die Hände zum Gebet, und fing an, ein leises Lied zu murmeln, das ihre eigene Macht stärken, und Finsternis schwächen sollte.
17 Minuten bis zum Einschlag
Melech-Arez hatte inzwischen von Irahmea abgelassen, welche nun wie ein Stein zu Boden stürzte…doch dort blieb sie nicht lange. Stark angeschlagen, mit schwarzem Blut im Gesicht, machte sie kehrt und schoss mit einer übermenschlichen Geschwindigkeit davon. Er hingegen, legte Daumen und Zeigefinger aneinander, formte so ein Dreieck, indem eine schwarze Masse zu pulsieren begann. Die Luft um seine Hände flirrte, und der Boden bebte…diese Macht war regelrecht unmenschlich machtvoll! Selbst Omega währe nach dieser Attacke nur noch ein Häufchen Asche! Akki konzentrierte sich noch immer auf das Siegel, während die gefallene Weapon den letzten Schuss abgab…ein kleiner, schwarzer Energieball, dessen Größe zwischen wenigen Millimetern und einem Meter Durchmesser wechselte, schoss hinter Irahmea her…
Sie flog mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit, und purem Lebenswillen davon…dieser Macht hatte sie einfach nichts entgegen zu setztem! Doch dann, dieses seltsame, sirrende Geräusch. Sie drehte den Kopf, konnte den heran nahenden Energieball sehen. Sie konnte nur noch ihre Augen weiten und eine scharfe Kurve einlegen bis….
9 Minuten bis zum Einschlag…
Am Himmel über dem Nordkontinent gab eine heftige Explosion…der ganze Kontinent erbebte, und der Himmel war kurzfristig tief schwarz. Mehrere Sekunden lang schossen schwere Druckwellen über das Land, und entwurzelten Bäume, fegten Schutt und Asche weg, und rissen Krieger von den Füßen. Diese Macht war groß genug gewesen, einen ganzen Landstreich auszulöschen. Schwere, schwarze Wolken legten sich über den Nordkontinent. Hier würde eine lange Zeit, keine Sonne mehr scheinen…
Akki hatte ihre Vorbereitungen grade abgeschlossen…und sie hielt die nun matte, rote Substanz in den Händen. Ihre Hände glühten in einem sanfften, weißen Licht. Sie sang das Lied der beschwörer, mit dem man einst Finsternis bekämpfen sollte…es war zwar nutzlos, aber es stärkte ihren Glauben.
"Im Schein der Sonne, funkelt das Meer...im Schein der Sterne, erstrahlt unser Licht. In Ewigkeit führt uns, ein einzelner Stern! Im Angesicht des Bösen, weichen wir nicht. Unser Licht, es strahlt so weit hinaus...durch die Ewigkeit, ins Licht. Unser Herz ist die Sonne...sein Licht führt unser Tun. Beruhigt sei die Seele...und jedes böse Herz..."
Ihr Körper zuckte unwillkürlich…das Gift der Weapon verhinderte die Regeneration jeder Magie…sie war dem Manabrand völlig ausgesetzt…
Melech-Arez schüttelte verwirrt den Kopf…er wollte nicht zurück in die Substanz! Er wollte nicht wieder eingekerkert werden! Es gab hier noch so viel Leben! So viel Leben…das es auszulöschen gab! Doch Akki gewann die Oberhand, und Melech-Arez schimmerte, während seine Formen sich aufzulösen begannen. Man zahlte IMMER einen Preis für diese Beschwörung…doch dieses mal, war er größer als sonst.
Doch in diesem Augenblick trat Anu vor sie, und hob sein Schwert nach oben.
Akki riss die Augen auf. „ANU! NICHT!“ Doch er lächelte sie nur an. „Ich habe geschworen dich zu beschützen…vollende das Siegel.“
Nach langen hin und her, rannen der Beschwörerin Tränen über die Wangen, und sie sprach die Worte des Siegels. Unter Schmerzensschreien verwandelte sich Melech-Arez zurück...und die rote Substanz wurde wieder sein Gefängnis. Doch nicht bevor er nicht einen letzten Fluch aussprechen konnte.
Mit einem giftigen Fluch belegte er die einzige Person in seinem Blickfeld.
"Ewig sollst du Leben, mit meinem Blut in deinen Venen! Schicksal soll es sein, Esper soll dein Blut und Wesen sein!“
Als er vollends verschwand, sackte Akki zusammen, und Anu rannte verzweifelt zu ihr hin, drehte sie auf den Rücken und schaute ihr in die müden Augen.
"Warum hast du...das getan, Anu? Das war...meine Aufgabe."
Er blickte sie nur an...und sagte lange Zeit nichts. Hielt sie einfach nur fest.
"Das währe...kein Los für dich."
Sie berührte ihn zart an der Wange, bevor ihr Körper schließlich erschlaffte.
"Ich werde, über dich wachen, Anu...jetzt, und ehedem...die Schicksalswache, mit dem gläsernen Schwert…"
Dann sank ihr toter Körper in seinen Armen zusammen, und er blickte gen Himmel, sprach traurig und von aller Welt verlassen die letzten Worte für die Seele eines Beschwörers.
"Ewig Seelen haltet wacht, über dieses Wesen, das uns verlassen. Führt sie in die Hallen eurer Väter, und lehrt sie erneut, was es heißt...zu Leben."
Dann sah er noch einmal auf sie hinunter, bevor er aufstand, und ihren leblosen Körper zurück. ...Sie hatte Irahmea vernichtet, und mit der Beschwörung des Melech-Arez ihr Leben beendet. Der Manabrand, versetzte ihrem geschwächten Geist den Todesstoß. Der brand…für Beschwörer, gab es keinen größeren Feind. In wenigen Minuten würde der Meteor einschlagen, und alles Leben hier auslöschen….doch kaum hatte Anu diesen Gedanken zu ende gedacht, erhob sich vor ihm die massige, schwer verletzte Gestallt des Omega Weapon. Er hasste diese Kreatur, und hätte es am liebsten selbst mit ihr aufgenommen! Sein verdammtes Gift hatte dies alles angerichtet! Alles andere war nebensächlich! Doch als Omega Weapons eine Hand hob, und das ganze Gebiet in ein helles Licht tauchte, verschwanden die Sorgen…zusammen mit den Ahnen, und den Cetra.
Lady Inferna war die erste die feststellte das Omega Weapon, von Irahmea befreit, sie weg gebracht hatte. Sie befanden sich auf einem Gebiet im weiten Westen dieser Welt. Das Gebiet des heutigen Wutai. Sie sah Anu und Akki in einiger Entfernung liegen…Akkis leblosen Körper, und einen ohnmächtigen Anu, der sie nicht loslassen wollte. Sie schlug noch einmal ihr heiliges Symbol, und richtete ihren Blick dann nach Norden.
Am Nordkontinent hatte Omega damit begonnen, sein Schwert zum Himmel zu erheben. Der Komet, der nun fast in Reichweite war, wars ein Ziel. Sein machtvolles Brüllen erweckte seine Brüder aus der Erde…die nun hervor brachen, und die Stadt der Cetra in den tiefen der Erde versinken ließen. Sie konnten ihn zwar nicht aufhalten, aber das Ende dieser Welt verhindern. So standen sie nun da…die Herren über das Leben. Omega, den Avatar des Lebens. Rubin, den Ritter des Lebens. Smaragd, den Ritter der Himmel. Diamant, der Ritter des Todes. Und Ultima, der Vollstrecker. Sie alle standen nun in einem Kreis um den Aufschlagspunkt des Kometen, und streckten ihre Hände oder Waffen in den Himmel. Mit den Energien und Waffen der Weapons…würden sie etwas erreichen können!
Zurück bei den etwas Verwirrten Ahnen und Cetra…sie schauten Irritiert um sich, und fragten sich was den nun geschehen sei? Lady Inferna gebot ihnen zu schweigen und nach Norden zu sehen. „Betet…betet und glaubt an das Leben…“ Befahl sie ihnen. Gehorsam vor dem Willen der einzigen Person die über die weiße Substanz befehlen konnte, sanken Cetra und Ahnen auf die Knie und beteten…auf das ihr Leben, und das Leben aller Existenz weitergehen würde. Sie legten alles vertrauen das sie hatten, in die Hände der Weapons.
3…
2…
1…
0.
Nächster Eintrag: Wenn Geschichte sich wiederholt.
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