Sooo! Ging doch schneller als erwartet! Hier das neue Kapitel! Ein bisschen Dienst in der Vergangenheit!


Kapitel 8: Ahnenwut

Anu tat sein bestes, um mit Verbänden, verschiedenen Tränken und ähnlichem die Blutung zu stoppen, und diese verfluchte Wunde zu heilen, bisher ohne nennenswerten Erfolg.
Bei den anderen, war es kaum aufgefallen, dass von Omega geschlagene Wunden nicht von Magie kuriert werden konnten. Barret hatte zwar ähnlich tiefe Wunden, aber diese waren eben auch nicht noch zusätzlich vergiftet worden, und konnten auf unmagischem Wege geheilt werden.
„Verdammt!! Wir müssen doch etwas tun können?!“ Es war schon mehr als seltsam, das es ausgerechnet Cid war, der diesen Fluch ausstieß. „Keines dieser Medikamente kann Omegas Gift aufhalten, und seine verderbende Magie behindert die magische Heilung! Beides schließt sich scheinbar gegenseitig aus! Das ist…mehr als grausam.“ Eine weitere Erinnerung durchzuckte seinen Geist, und ließ seinen Geist weit zurück in die alte Zeit gleiten. Irahmea…sie benutzte ähnliche Methoden! Ihr pure Anwesenheit reichte aus, um das verheilen von Wunden zu verhindern! Er griff an den Schwertknauf, und umfasste fest die Dominanz-Substanz. „Keiner der Ahnen, keine Bestia die ich kenne, kein Heilmittel kommt dieses Gift an…Eine Kreatur die für das Leben steht…ist fähig das Leben anderer auf so simple weise zu blockieren!!“ Anu sprang regelrecht auf die Beine. Mit finsterem Blick stapfte er an seinen Freunden vorbei. „Achtet gut auf sie, und wechselt regelmäßig die Verbände, ich bin *bald* wieder da.“ Sie konnten ihm kaum antworten, so schnell war er um die Ecke gerannt, und hechtete auf Omegas leblosen Körper zu. In der allgemeinen Verwirrung war gar nicht aufgefallen, das Nanaki ihm hinterher gerannt war.
Der uralte Ritter aus längst vergessenen Zeiten, von Wut und einer Spur Trauer erfüllt, ging mit gezogenem Schwert auf den blut überströmten Körper der Weapon zu. „Was ist los? ich dachte du gehörst zur Ahnenrasse?“ Hörte Anu die knurrende Stimme der Bestie hinter sich. „Ja, und?“ Sagte er mit einer Stimmlage, auf die Sephiroth stolz gewesen währe. „Ich dachte, die Ahnenrasse währe fähig gewesen Gift und Krankheit zu widerstehen?“ Ein geringschätziger Blick des Ritters war alles, was er für diese Aussage erhielt. „Davon weiß ich nichts. Und wenn nicht ich, woher dann du?“ „Mutter erzählte mir mal von dieser Zeit, diese wiederum erfuhr es von ihrem Vater, der damals grade erwachsen wurde.“ Anu war nicht überrascht, diese Rasse lebt lang, ja beinahe ewig. „Hmpf…ahja? Sonst noch was?“ Für sich selbst, rollte er mit den Augen. Was sollte das? Wenn einer wissen sollte, wie es damals war, dann doch wohl er selbst! „Die Ahnen waren angeblich ein stolzes Volk von mächtigen Magiern…die die natürliche Begabung der Cetra zur Magie erbten, aber die Fähigkeit verloren mit dem Planeten zu sprechen. Sie scheuten weder Krankheit noch Gift, welches sie aus jedem Körper treiben konnten. Sie riefen große Bestien, ihnen zu helfen, und schmiedeten Waffen aus Glas gegen die Monster dieser Welt. Soweit, stimmt es überein.“ *Soweit*, als Anu das schon hörte, währe ihm beinahe der Kragen geplatzt. Das waren alles Tatsachen, bis eben diesen Heilungs-Blödsinn!
Ja, er erinnerte sich. Damals, als er selbst noch ein Kind war! Im Winter war er häufig krank, und hatte fast immer zur selben Zeit des Jahres eine Erkältung. Und was war mit dem Biss der Giftschlange, den er während seiner Zeit der Ausbildung erfahren hatte? Tagelang hatte er den Arm nicht bewegen können. Also WIE war das jetzt mit diesem Punkt? „Oh, bitte! verschon mich…“ Inzwischen hatten sie den Körper von Omega erreicht, und Anu postierte sich an seinem Kopf, wo er drohend das Schwert hob. „Was genau…hast du vor?“ Wenn Anu etwas gesagt hatte, dann war es vermutlich in diesem krachenden Geräusch unter gegangen, das Omegas gespaltener Kopf von sich gab. „Magie und alte Heilkraft helfen uns nicht weiter…also muss man die Wissenschaft befragen. Häufig lässt sich aus Gift das entsprechende Gegengift herstellen. Ich habe nicht viel Zeit, aber besser als gar nichts tun.“ „Woher…weißt du das?“ Auch wenn Nanaki kein Mensch war, wusste er dennoch eines. Gegengift aus Gift herzustellen, war eine Methode die es erst seid kurzer Zeit gab. Es war also völlig ausgeschlossen, dass sie damals schon praktiziert wurde. Eine solche Kunst, hätte mit Sicherheit bis heute überlebt. „Ich…ich weiß es nicht…?“ Er stellte sich diese Frage im Geiste selber. Woher? Die Anpassung hätte unmöglich so lange dauern können. Zumal es gar keinen Bezug auf ein solches Thema gab. Woher kam dieses Wissen, wenn nicht aus seiner alten Heimat? Wenn sich in seinem Kopf grade so etwas wie eine verborgene Erinnerung regte, dann wurde sie sofort wieder unterdrückt. Und zurück blieb nichts, als ein dumpfes Gefühl im Hinterkopf, das später in Kopfschmerz ausarten würde. „Mach dich mal nützlich und hol den Shuriken aus der Wunde am Rücken.“ Sagte Anu emotionslos, und betrachtete eingehend den Schädel von Omega. “Hingehen aller Logik und bisheriger Forschungen, muss sich die Quelle für das individuelle Gift der Weapons in ihren Gedanken befinden. Ihr Wille bildet das Gift an ihren Klauen. Wir werden wohl nie erfahren woher genau, da wir wohl nie eine Weapon an den Boden kriegen würden, ohne mit unserem Leben zu bezahlen.“ Als sich dieser Gedanke langsam durch seinen Geist schlich, sprach Anu leise mit, und versuchte die Stimme zu identifizieren, die einst diese Zahlen sprach. Zu seinem bedauern, und seiner tiefsten Verunsicherung…konnte er es nicht.

Anu hatte bisher nie daran gedacht, seine Vergangenheit in Frage zu stellen. Aber jetzt, blieb ihm nichts anderes übrig. Während sein Schwert mit tödlicher Präzision durch Omegas Schädel glitt, duchzuckten sein Geist mehre Bilder. Er versuchte jedem Gesicht aus seiner Vergangenheit einem Namen zuzuweisen.
"Das ist...Ishak, einer meiner besten Freunde von damals. Adaman...mein Befehlshaber. Ein fürchterlicher Bastard wenn es um Befehle ging. Das ist...Akki...diese Augen werde ich wohl niemals vergessen können...seufz...hm? Wer ist das?"
Es war ein mehr als seltsames Bild, einem Krieger zuzusehen, wie er im Fleisch einer geschlachteten kreatur herum wütete, und fast wie ein Forscher jedes einzele gebiet dort drinnen einzelnen durchsuchte. Nur jemand mit medizinischem Hintergrund hätte erkennen können,d as er mit System vorgeht...und nebenbei selbstgespräche führte.

Wie aus dem nichts, erschien vor seinem inneren Auge ein Bild. Ein schwarz-weißes Standbild einer Situation aus naher Zukunft. Er sah sich selbst...umhüllt von einem Sprühnebel aus...Blut? Er hatte seine Faust tief in eine bestimmte Region von omegas Schädel geschlagen. Doch genauso schnell wie dieses Bild gekommen war, war es auch wieder verschwunden. Er fand sich vor Omega wieder, wie er benommen den Kopf schüttelte, und im bergiff war, seine Vision Tatsache werden zu lassen.
Anu ließ sein Schwert fallen, Omegas zähes Blut rann sofort an der glatten klinge des gläsernen Schwertes hinunter. Es gab ein leises klirren, als es am Boden aufschlug.
Er ließ die Finger knacken, ballte die Faust und holte weit aus. Hier war die Stelle...was immer ihm seine Ahnen auch zeigen wollten, hier war es.
Mit einem lauten Wutschrei stieß er zu.

Ein blutiger Sprühnebel drang nach außen, stob in alle Richtungen davon, und färbted den leicht rot angehauchten Schnee in ein tiefes Karmesinrot...
Sein ehemals schwarzes Hemd hatte einen leichten Rotstich angenommen, und triefte heftig. Blut war über sein Gesicht in die Augen gelaufen, und rann langsam über seine Lippen.
Neben der Erkenntnis, das das Blut einer Weapon den stechenden Geschmack von Mako hatte, schloss sich seine Faust um einen kalten, glatten Gegenstand. Unter einem Geräusch, das ihn würgen ließ, zog er es heraus.
Er hielt eine durchsichtige, metallische Kugel in Händen, in deren inneren eine von bläulichem Funkeln durchzogene, grüne Masse umher schwappte.
Omegas Gift, bestand zu mehr als der Hälfte aus Mako ins Reinstform, wie man es nur im Herzen des Lebensstroms finden würde.
Heftig atmend wischte sich Anu das Blut aus dem Gesicht, und betrachtete die Kugel verächtlich.
"Woooow...du siehst aus als hättest du grade einen Vampir gephält!"
In Nanakis Stimme schwang ein belustigter Unterton mit, den Anu gar nicht lustig fand. Noch mit einem leichten rotschleier vor den Augen, sah er zu der Bestie hinüber, die mehr oder weniger elegant von Omegas Rücken sprang. Die Wunde war wohl tiefer als Anu erwartet hatte...den Nanaki sah bei weitem nicht besser aus. Zwar hatte er einen verschmierten Shuriken im Maul, aber sein orangenes Fell war ebenfalls von oben bis unten mit Omegas Blut verschmiert.
"Was für ein Massaka! Wenn das hier jemand sieht, glaubt er noch wir hätten ihn ausgeschlachtet."
Jetzt musste Anu doch unfreiwillig grinsen, da war ja auch irgendwie was dran. "Komm, da verlässt sich jemand auf uns."
Und schon waren die beiden wieder auf dem Rückweg.

Cloud und die anderen waren entsetzt, und hatten im Affekt schon zu ihren Waffen gegriffen, als Anu und Nanaki um die Ecke kamen. Sie boten einen wirklich schockierenden Anblick. Sie sahen aus, als hätten sie in Blut regelrecht gebadet! "Irgendwelche Fortschritte?" Hörte Tifa die inzwischen vertraute Stimme des Schattentänzers. "Die Wunde blutet noch immer. Aber...wir haben ein bisschen tricksen können. Wir haben Yuffi in den Gemach-Zustand versetzt. So haben wir mehr Zeit."

Omegas giftige Kugel immer wieder hochwerfend und auffangend, ging Anu zu der Shinobi hinüber, und kniete sich dann wieder hin, legte die Kugel neben sich.
"Sehr gut...ich werde mich um sie kümmern. Ihr könnt schon mal vorgehen." Bedrücktes Schweigen auf beiden Seiten. "Ihr habt sowohl Sephiroth als auch Jenova mehrmals gegenüber gestanden. Sie werden keine Herausforderung mehr für euch sein! Wir werden nachkommen, wenn wir bereit sind."
Cid, Barret und Vincent gingen auf diese Worte schweigend vorraus. Cloud verharrte kurz überlegend, aber schritt dann leise zweifelnd hinterher. Nur Tifa, blieb stehen und sah besorgt zu Anu hinüber. "Wird sie es schaffen?" Waren ihren einzigen Worte. "Lass das mal meine Sorge sein, Tifa. Ich werde diesen Kampf gewinnen." Dann ging auch Tifa, wenn auch langsamer als die anderen.
Als sie außer Sichtweite waren, umfasste Anu sowohl die Kugel, als auch die Dominanz-Substanz. "Ich werde nicht zulassen, das mich der Planet noch einmal besiegt! Ich habe solch eine Schlacht einmal verloren, aber kein zweites mal!"
Seinen Augen entwich ein helles Licht, und sein ganzer Körper schien vor Energie zu bersten. Um ihn und Yuffi herum zeichnete sich Bannkreis auf den Boden ab, und schmolz den Schnee um sie herum hinweg. Eine erst angenehme, dann unerträglich werdende Hitze schoss innerhalbd es Bannkreises hinauf.
"Folge mir, in eine Welt, wie sie schon längst vergessen ist!"
Dann verschwand der Bannkreis mit leisem Zischen, genau wie der Ritter, und die Ninja.

Anu fand sich in einer Unendlichkeit aus Dunkelheit wieder. Um ihn herum, nur ewige Nacht. zwar konnte er seinen Körper genau erkennen, aber keinen Meter nach vorn oder hinten. oder war dies etwa alles? Nur eine einzige, tiefe Finsternis? Dann folgten die Sterne. Millionen von Sternen, in weiter Entfernung. Sie glühten unerreichbar dort draußen, überall um ihn herum. Selbst zu seinen Füßen, konnte er in der Unendlichkeit die Sterne glühen sehen. Als würde hoch oben im All stehen.
Er machte einen zögerlichen Schritt vorwärts, und hörte wie seine Schritte unnatürlich laut hallten.
"Im Gleichgewicht aller Dinge, VERLANGE ich angehört zu werden!"

Eine kleine Ewigkeit von 10 Sekunden herrschte Stille, während seine Stimme in der Ferne widerhallte.
Dann formten sich kleine, blaue Flammen vor Anu in der Luft, die langsam auf Faustgröße anwuchsen, und dann immer zahlreicher wurden, bis sie schließlich komplett um Anu herum im kreis schwebten.
"In der Ewigkeit des Seins, wir grüßen euch. Wir spüren euer Blut, ihr seid gekommen aus alter Zeit. Euer Erwachen ist bestimmt, doch euer Begehr und euer Name, ist nicht bekannt."

Die Stimme schien von überall her gleichzeitig zu kommen, sie war dumpf und hallend, schallte von überall gleichzeitig, so das es schwer war, sie überhaupt zu verstehen.
"Ich bin Anu Schattentänzer, letzter Überlebender der Schicksalswache!"
War seine strenge Antwort. Er straffte die Muskeln, und blickte Finster um sich. "Was ist euer Begehr, Dunkelwache?" Bei der Erwähnung dieses Ausdrucks, zuckte Anu zusammen. Dies war einst ein Titel gewesen, auf den man hätte Stolz sein können...oder eben nicht.
"Wir bekämpften Omega-Weapon, der von Irahmeas Verderbnis verheert wurde! Wir bekämpften, und vernichteten ihn!"

Auf diese Äußerung hin, erhob sich ein mehrstimmiges Gemurmel um ihn herum, das sich in der Ferne verlor. Offenbar, hatte man mit etwas nicht gerechnet. War es die Wiedergeburt von Jenova, oder die Niederlage von Omega? Anu wartete nicht ab, sondern trug weiterhin vor.

"Wir bezahlten einen hohen preis für diesen Sieg gegen die Verderbnis! Eine junge Kriegerin, wurde von Omega niedergestreckt, und trägt neben einer tödlichen Wunde sein Gift in sich! Wir sind nicht fähig sie zu heilen, doch können wir auf ihre Hilfe im Kampf nicht verzichten!"
Das Stimmengewirr war vorerst verstummt, als sich die erste Stimme wieder zu Wort meldete.
"Der Avatar des Lebens hat sein Urteil gefällt. Sein Urteil lautet: Schuldig. gegen das Gift der Schuld, sind wir machtlos. Wir können sein Urteil nicht anfechten."
Auf so etwas war Anu nicht wirklich gefasst, und riss sein Schwert hoch, hielt es drohend vor sich, und sein Gesicht war von Zorn erfüllt.
"Ihr WERDET uns helfen, oder ich verbrenne euer ganzes Erbe zu Asche, ihr ewig kläglichen Narren!"
Auf diese Äußerung hin, erfüllte wieder as Stimmengewirr diese Ebene.
"Schweigt, Dunkelwache! Ihr habt kein Recht, euch gegen den Rat zu erheben! Wenn auch vergangen, ist unser Wille für die Ahnenrasse steht’s ABSOLUT!"

Von Wut gebeutelt, hielt Anu sein Schwert so, das die bläulichen Flammen die rote Substanz des Melech-Arez erkennen konnten.
"Der Rat ist mir EGAL, so wie er es schon zu euren Lebzeiten war! Die DUNKELWACHE ebenso! Ich bin ein Mitglied der Schicksalsgarde, und habe steht’s meine Pflicht getan! Ich lasse nicht zu, das ich wegen meiner Fähigkeiten übergangen werde!"
Die Drohung mit der Bestia der absoluten Finsternis hatte offenbar Wirkung, den die Stimmen verebbten sofort, als Anu zu sprechen begann.
"Ihr seid der Schicksalsgarde verstoßen worden, als die Dunkelheit in eueren Adern überhand nahm! Ihr habt nicht das Recht, euch zu erheben!"

Anu hatte genug von diesen Respektlosigkeiten, und entfernte die Substanz der Finsternis aus seinem Schwert, umklammerte sie fest.
"Achja? Nun, dann lasst mich euch eines sagen! ICH, bin Anu Schattentänzer, der Bewahrer von Melech-Arez, und Wächter über diese verfluchte, von Irahmea heimgesuchte Welt! ICH hallte alle Fäden in der Hand, die vom Schicksal zertrennt wurden. EUER Schicksal jedoch, ist nur noch ein Spinnenfaden, der vom Wandteppich der Geschichte hängt, und droht von einer gläsernen Klinge entzwei gerissen zu werden! Ein letztes mal, frage ich euch HÖFLICH um Hilfe. Befreit diese junge Frau von dem Gift des Omega, und ihr dürft eure jämmerliche Existenz weiterhin hier in der Ewigkeit des Seins führen, vergessen von aller Welt!"

Seine kleine Ansprache zeigte Wirkung, die blauen Flammen flackerten, und verschwanden fast vollständig. Dann jedoch kehrten sie zurück, und schienen nun heller zu leuchten als zuvor.

"... ...Unsere Existenz ist unabdingbar für diese Welt. SO müssen wir uns wohl dieses eine mal, deiner Verderbtheit fügen. Dunkelheit führt zu Dunkelheit, Dunkelwache! Merkt euch dies, wenn ihr euer weiteres Leben erblickt! Habt ihr das Gift bei euch?" Anu nickte, und hob die Giftkugel der Weapon an.
Er konnte sehen, wie ein kleines Bisschen der Flüssigkeit aufleuchtete, und aus der Kugel verschwand.

Yuffis Körper, der immer noch zu den Füßen des Schattentänzers lag, schien von innen heraus zu glühen. Ein leiser Schmerzenslaut entfuhr ihrem bewusstlosen Körper.

"Ihre Macht ist nicht größer als die eines gewöhnlichen Sterblichen? Warum ist sie so wichtig für euren Kampf, Dunkelwache?"
Mit einem wütenden Knurren schwang Anu sein Schwert in Richtung der größten Flamme. "SCHWEIGT! Noch einmal dieser Titel, und ich vergesse mich!...Sie ist wichtig. Für uns alle, für den Kampf!... Besonders für mich."
Den letzten Satz sprach er nicht laut aus, sondern ließ ihn in seinen Gedanken wiederhallen. Aber offenbar, war dieser Gedanke laut genug.
"Ah...ich habe es geahnt. Sie erinnert euch zu sehr an A-" Ein dröhnendes Klirren, als Anu nach der Flamme links von ihm schlug, der ohne Genehmigung in seinen Gedanken herum pfuschte. "SPRECHT DIESEN NAMEN NICHT AUS, KHERAS!" Knurrte er der Flamme entgegen, welche daraufhin kleiner wurde, und leise flackerte, sie schwieg.
"Es ist geschehen. Nehmt sie, und erfüllt eure letzte Pflicht, Schattentänzer.
Die Flammen tanzten um ihn herum, und wurden immer kleiner.
Anu beugte sich zu Yuffi hinunter, und hob die Heilungssubstanz an. Mit Freuden konnte er feststellen, das die Wunde in Sekunden schnelle verheilte, es war noch nicht zu spät!
Dann blickte er grinsend um sich, und steckte sein Schwert wieder weg.
"Freut euch nicht zu früh, ihr Narren. Ich habe vor, EWIG zu leben."
Als Anu und Yuffi schließlich verblassten, und in die reale Welt zurück kehrten, erhob sich wieder das Konzil von Stimmen.
"Ich habe schon damals gesagt, das er gefährlich ist! Dunkelheit hat einen viel zu großen Platz in seiner Seele! Heute werden wir diese Torheit bezahlen!"
"Er ist und bleibt ein Lord der Dunkelwache! Finsternis mit Finsternis zu bekämpfen ist ein närrischer Weg!"

Auf diese Beschwerden folgte zustimmendes Gemurmel.
"Aber wir können nichts tun. Mit Melech-Arez an seiner Seite, ist er fast unbesiegbar. Wenn er sie gegen uns einsetzt, ist der Rat Geschichte. Wir müssen ihn gewähren lassen und hoffen, das seine Seele noch dem Pfad folgt, den er sich selbst auferlegte.

Als die erste aller Stimmen verstummte, lösten sich die Flammen gänzlich auf, und ließen nur die Ewigkeit des Seins zurück, und die Sterne in weiter ferne. Die Ebene zwischen den Ebenen, war nun wieder ein toter, leerer Ort.

Als Anu und Yuffi wieder zurück waren, musste nicht viel zeit vergangen sein. Die Sonne stand noch fast am selben Punkt wie vorher. Anu sah zu ihr hinunter, und die blutigen Verbände in seiner Hand. Die Wunde war vollständig verschwunden, nicht einmal eine Narbe war zu sehen! Ein herrliches Gefühl, wenn die eigene Substanz besser wirkt als andere.
Er wischte ihr das getrocknete Blut aus dem Gesicht. Sie wirkte ein wenig blass…was bei dem hohen Blutverlust durchaus natürlich war. der Regenerations-Zauber, der bei seiner Heilungssubstanz mitwirkte, würde ihr Blut schnell wieder produzieren, das sie eigentlich bald wieder die alte sein dürfte. verrückt, grade eben noch hatte er um ihr Leben fürchten müssen, und jetzt musste er nur noch warten bis sie wieder aufwachte! Ein herrliches Gefühl, den alten Säcken vom Rat mal das zu sagen, was er damals hätte nicht tun können.
„Dunkelwache…elende Schwächlinge.“ Knurrte er leise vor sich hin.
>Von der Schicksalsgarde zur Dunkelwache…was für ein Absturz!<
>Finsternis in deinem Körper! Verschwinde von hier!<
>Du bist befleckt! Du hast in unserer heiligen hallen nichts verloren!<
Er erinnerte sich noch sehr gut, an diese Worte. Sie hatten ihn regelrecht aus der Zitadelle gejagt, als man das Ritual durchführte. Damals…es hätte solch ein großer Tag werden können. Sein Geist entschwand, und er versank in Erinnerungen an diese Tage…

Damals…

Es war ein heller, freundlicher Tag. hier, an diesem ort, wo einmal die mächtige Festungsstadt Junon liegen sollte. Eine friedliche Stadt jener, die sich daran gemacht hatten diesen Planeten zu bevölkern. Die Ahnenrasse hatte an diesem Ort eine große Stadt errichtet, es war die erste, und zeitgleich größte Stadt ihrer Rasse die jemals gebaut wurde. Die prächtigen Bauten aus weißem Stein ragten teilweise hoch in die Luft. Die Straßen waren gepflastert, und bevölkert von den vielen unterschiedlichen Arten der Ahnen. Die mächtigen Magier durchstreiften die Straßen in ihnen bunten Roben, die die Art von Substanz anzeigten, die sie am häufigsten benutzten. Die gefürchteten in rot gekleideten Beschwörer, die mächtigen, in grün gehüllten Kampfesmeister, und so viele andere. Die stolzen Krieger und Ritter der Stadtwache, die täglich mit den Monstern ums Überleben der Stadt kämpften!
Ein junger Anwärter auf die Ritterehre hatte grade sein Haus verlassen, und rannte in froher Erwartung des heutigen Tages durch die Stadt. Er erreichte heute das 20 Lebensjahr…für ihn würde heute entschieden, in welcher Kaste er dienen wird. Doch für ihn, seine Eltern und all seine Freunde war klar: Er würde mit Sicherheit in die Schicksalsgarde aufgenommen. Jener in Silber gerüsteten Ritter, die die höchste Kunst des Kampfes symbolisierten!
Der junge Krieger ging nun etwas langsamer über die bevölkerte Hauptstraße, und hielt auf ein kleines Wohnhaus zu, aus dem ihn schon jemand entgegen rannte. „AAAAANUUU! Haaaaloooo!“ Schallte es zu ihm hinüber. Er lächelte, musste nicht groß überleben, wer da nach ihm gerufen hatte. „Guten Morgen Akki! Na, wie geht’s dir heute?“ Waren seine ersten Worte, obwohl er durch die Menschenmassen die Person noch nicht einmal sehen konnte, die da mit relativ schnellem Schritt auf ihn zu stürmte. Es kam unerwartet, doch zwischen zwei Kriegern die sich über etwas unterhielten, schnellte jemand empor, und warf Anu beinahe um, als sie sich ihm and en hals warf. „Alles gute zum Geburtstag Anu! Na, aufgeregt?“ Kaum hatte er sich wieder gefangen, hatte er alle Probleme damit, Akki wieder von sich runter zu kriegen. „Jaaa, danke! Und Nein, mir geht’s gut. ich warte einfach ab.“ Endlich gelang es ihm, den Schraubstock artigen griff zu lösen, so das Akki nun wieder vor ihm stand. Akki war ein junges Mädchen, ein halbes Jahr jünger als er. Sie war fast ein wenig kleiner als er, hatte pechschwarze Haare, schulterlange Haare, und ebenso dunkle Augen. So kannte Anu seine beste Freundin…immer praktisch angezogen, mit dem Trainingsanzug der angehenden Kampfmagier. Nun, was heißt Trainingsanzug. Es war eigentlich nicht mehr als normale Alltagskleidung mit einem leichten Grünstich, die Feuerfest war. Eine Tatsache, die für angehende Magier sehr wichtig sein kann.
Akki wirkte zwar ein wenig zerbrechlich, konnte mit unter aber recht effektiv sein, wenn man sie mal an ein Schwert ließ. Wie immer, sprudelte sie regelrecht über vor Energie und Lebensfreude. „Und was ist mit dir? Wann hast du eigentlich deine Prüfung?“ Akki hüpfte aufgeregt von einem Bein aufs andere, während ihre Augen voller Aufregung regelrecht funkelten. „Oh, übermorgen! Dann krieg ich gesagt, auf was ich hinarbeiten soll! Oh, ich hoffe ich kann ein Beschwörer werden! Was meinst du, ob ich das schaffe?“ Es war nicht einfach, ihr zu folgen…wenn sie sich auf etwas freute, war sie nur schwer zu bremsen. „Mit Sicherheit. Du hast doch bisher alles geschafft, was du dir vorgenommen hast. Aber los jetzt, sonst komm ich noch zu spät!“ Zusammen eilten die beiden durch die Stadt, auf der Hauptstraße der großen Kathedrale entgegen, die das Hauptbild der Stadt dominierte.

Vor der Kathedrale hatten sich bereits mehre angehende Krieger versammelt, die heute ihre Prüfung hatten. Anu hatte Glück, wenn er nicht grade heute seinen 20 Feiern würde, hätte er ein ganzes, weiteres Jahr warten müssen! Wie bei vielen anderen auch, war fast seine ganze Familie anwesend. Seine Mutter empfing ihn mit einer herzlichen Umarmung, was ihm sichtlich peinlich war. Sein Vater stand neben ihr, und grinste nur hämisch. Sicherlich, hätte er es gerne gesehen wenn sein Sohn, genau wie er, den Weg der Magie gewählt hätte…aber man kann ja nicht alles haben. Sie standen noch einige Minuten vor den großen Portalen, und warteten. Akki ließ ihn kaum mehr los, und redete aufmunternd auf ihn ein, obwohl er das eigentlich gar nicht brauchte. Allerdings hütete er sich auch, es ihr zu sagen. Die Dame war so schnell beleidigt, wie ein Behemoth wütend.
Schließlich sprangen die Portale der Kathedrale auf, und ein großer Mann, in silberner trat heraus. „Alle Anwärter folgen mir nun bitte ins innere der Kathedrale!“ Und das taten sie.
Anu war beeindruckt von dem Bau dieser Kathedrale. Weniger als Gotteshaus gedacht, war dieses Bauwerk ein Ort des Lehrens, und des Trainings. Überall sah er Magier in verschiedenen Roben, die ihre Zauber an Illusionären Monstern übten, sah zwei Mitglieder der Schicksalsgarde trainieren.
Das rhythmische Schlagen von 4 Klingen zog offenbar die Aufmerksamkeit aller Anwärter auf sich, so dass der Trupp erstmal innehielt, um dem zuzusehen. Die beiden Krieger in ihren schweren, silbernen Plattenpanzern, mit einem Zweihandschwert in jeder Hand, waren die höchste Form des Kampfes. Sie führten diese unglaublich schweren Klingen mit einer Geschwindigkeit und Kraft, dass es schwer war, ihnen überhaupt zu folgen. nach wenigen Minuten des stillen Staunens, setzte sich der Trupp unfreiwillig wieder in Bewegung.
Sie stiegen mehrere Stockwerke nach oben, und fanden sich in einem weiten, von blauen Fackeln erleuchteten Raum wieder.
Dieser runde Raum war zwar überall mit Mannshohen Fenstern versehen, aber die Fackeln gaben ihm dennoch ein gespenstisches Licht. Am Ende des Raumes standen 6 Thronartige Stühle, die eine enorm hohe lehne hatten. Da das Licht des Morgens durch diese Fenster hinein fiel, konnte man die Personen auf diesen Stühlen nicht genau erkennen. Sie alle wurden hinein gelassen, und ihnen wurde befohlen, in der Mitte des Raumes Position zu beziehen. Sie standen dort fast eine ganze Minute, bevor sich endlich eine drohende Stimme erhob. nach der Meinung aller, musste sie wohl von einer Person kommen, die einen schweren Helm trug. „Hmm…viele sind heute gekommen. War wohl in gutes Jahr.“
Der leichte Scherz, ging in seinem Tonfall etwas unter. Eine zweite Stimme war es, die ihm antwortete. Eine zarte Stimme, wie die einer jungen Frau. „Seid still, Kabar. Ihr standet auch einmal dort.“ Ein leichtes grinsen unter den Anwärtern war unvermeidlich, als ein empörtes Schnauben von der Person Namens Kabar zu hören war. „So, also? Wollen wir anfangen. Wer von euch interessiert sich mehr für den Weg der Magie?“ Eine Stimme, die eines alten Mannes forderte sie dazu auf. Drei Personen aus dem Zehnertrupp traten sofort nach vorne. „Sind das alle? Ich meine alle Wege, die dem Lebensstrom entspringen!“ Darauf hin, machten noch zwei den Schritt nach vorne. „Kabar, du schuldest mir 100 Gil. Es IST genau die Hälfte.“ Sagte der alte Mann in gewohnter Lautstärke. „ich nehme an, der Rest von euch wünscht es, ein Krieger zu werden, nicht wahr? Ich wusste es.“ Als auf diese Frage ein mehrmaliges Nicken von allen verblieben aufkeimte, kicherte der alte Mann leise. „Ja, ich wusste es. Seltsamerweise, wünschen nur die weiblichen Anwärter den Weg des Heilers zu gehen.“ Darauf antworte eine empörte Stimme, die einer Frau, die schon mehr als 100 Jahre alt sein müsste. „Es liegt eben in ihrer Natur! Nur die Feinfühligkeit und die innere kraft einer Frau bringt es fertig, die heilende Kraft des Planeten aufzurufen.“ Ein fünf-stimmiges „Pah.“ War zu hören, das wohl von den Anwesenden männlichen Personen kam. Zwei Personen erhoben sich aus ihren Stühlen, und gingen auf die vorgetreten Schüler der Magie zu. Es waren eine Frau Mitte 30 in einem langen, blutroten Gewand mit goldenen Verzierungen, strahlend blauen Augen und tiefschwarzem Haar. Und ein wirklich alt aussehender Mann in giftig-grüner Robe, kurzen, grauen Haaren und müde aussehenden Augen. Von der Stimme her, muss es die Frau gewesen sein die Kabar ermahnt hatte. Sie hörte sich viel jünger an, als sie aussah. „Wir möchten euch bitten, und nun zu folgen. Die Auswahl eurer zukünftigen Wege in den Künsten dauert etwas. Und wir haben dafür spezielle Räume, in denen wir dies besser bestimmen können.“
So verließen die magischen Schüler und ihre Ausbilder den Raum, und ließen die restlichen Anwärter allein. Zwei weitere Personen erhoben sich, und verließen ebenfalls den Raum. Wohl die Ausbilder für die Heiler.
Scheppernd, erhob sich eine weitere Person aus dem Schatten der großen Stühle und trat näher. „Ich bin Lord Kabar, Klingenmeister der Schicksalsgarde.“ Verkündete der Riese von einem Mann. in der schweren Rüstung, mit seiner beeindruckenden Statur, den gekreuzten Schwetern über seinem Rücken und der dröhnenden Stimme wirkte er fast wie ein Eisengigant. Ihm folgte ein wesentlicher kleinerer Mann, in einer pechschwarzen Rüstung, den Helm unter dem Arm, und ein elegantes Schwert an seiner Seite. Er hatte ein bleiches Gesicht, und hart geschnittene Züge. „Ich bin Lord Ishak, Klingenmeister der Dunkelwachen.“ Die Dunkelwache…ein etwas umstrittener teil der Garde. Die Dunkelwache erlernte neben dem Kampf auch den verstärkten Einsatz von Kampfsubstanzen und erwählten Aufrufungen. Sie hatten den Ruf, von Dunkelheit befleckt zu sein. „Egal zu welcher Einheit ihr verlegt werdet, oder ob ihr tatsächlich in eine unserer Garden aufgenommen werdet, so übernehmen Wir eure Ausbildung. Nun, folgt uns.“
Der Weg war nicht weit, sie wurden in ein Zimmer geführt, nicht weit weg von dem Raum, wo sie sich alle Versammelt hatten.
Leider…bricht hier seine Erinnerung zusammen, als hätte er bei der Auswahl einen völligen Black Out gehabt.
Er findet erst den Faden seiner Erinnerung wieder, als er die Kathedrale verlässt, und stürmisch von Akki empfangen wird.
„Und? Wie war’s wie war’s?“ Noch etwas benommen, schüttelte Anu mehrmals den Kopf, und hielt dann einen kleinen Packen Stoff hoch. Ein Tuch aus Seide, in das etwas eingebunden war. „Ich, hab noch nicht nachgesehen.“ Langsam entfaltete er das Stück Tuch, und als er die letzte Falte beiseite schob, entflammte sich’s ein inneres in einem hellen Freudenfeuer. Akki umarmte ihn kräftig, und küsste ihn herzhaft, während seine Eltern ebenfalls in heller Freunde ihre Glückwünsche vermittelten. In dem zu Boden gefallenen Stück Seide, lag ein Wappen aus Silber. Es zeigte ein mächtiges Schwert, das von einem Silberdrachen umschlungen war. Das Symbol, der Schicksalsgarde.

Zurück in der Gegenwart.

Anu musste lächeln, als er an diese Zeit dachte. So war er zur Garde gekommen! Doch grade als er daran dachte, wie es zum Sturz kam, hörte er ein leises Stöhnen. Er blickte zur Seite, und sah wie Yuffi sich zusammengekauert hatte. Der eisige Wind brach langsam aber sicher durch sein Schutzschild. Als er es mit leisem Sirren erneuerte, schlug Yuffi ein Auge auf, und fuhr fast im selben Moment hoch. „Was? Wer? Wo? Was ist passiert?“ Ihrem Blick nach zu urteilen, wurde ihr schwindelig, und sie kippte fast sofort wieder zurück. Er fing ihren kopf ab, bevor sie wieder am kalten Boden aufschlug, und legte sie vorsichtig zurück. „Liegen bleiben. Es ist alles in Ordnung…“ „Wo…sind die anderen?“ Anu blickte absichtlich in die ferne, zum Nordkrater hinauf. „Sie sind bereits vorgegangen, während ich das Gift beseitigt habe.“ Er wusste nicht, ob sie ich noch hören konnte, sie war schon wieder eingeschlafen. Sie sah schon wesentlich besser aus…wenn sie das nächste aufwachte, würden sie den anderen hintergehen können, und dank Bahamut, vielleicht sogar vor ihnen ankommen.
„Ich habe dich geschlagen, Omega. Dieses mal, hast du verloren.“

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