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Thema: Kummerkasten

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Dann will ich auch mal was los werden:
    Es geht um meinen Bruder(12) er ist autistisch, zwar nicht sehr stark autistisch aber genung um sich und seiner Familie das Leben zur Hölle zu machen. Beispiel Hausaufgaben er geht auf eine Realschule hätte aber auch auf ein Gymnasium gekonnt, jede Aufgabe ist ihm zu viel und er versteht die einfachsten zusammenhänge nicht "Schreibe die drei Hautschichten und deren Aufgaben auf" er kam einfach nicht darauf im Inhaltsverzeichnis zu suchen und dann zu lesen <__< aber das ist ja nicht so schlimm wenn er nicht immer so rum heulen und vor allem Schreien würde "ich will Sterben" "Mein Leben ist die Hölle" "Gib mir ein Messser damit ich mich umbringen kann" und so weiter und das geht von 14 Uhr bis 20 Uhr so oftmals ohne längere unterbrechung es ist einfach nur schlimm jeden Tag das gleiche und ich hab noch das Glück meist erst um 16:30 nachhause zu kommen, meine Mutter muss das ja viel länger aushalten nur habe ich das Gefühl sie hat sich zu sehr daran gewöhnt und sieht es als nicht so schlimm an wie ich es tue, sie sagt immer das man verständnis für ihn haben muss das sehe ich ja ein aber ich halt das nicht mehr aus ich kann einfach nicht ruhig bleiben ihm die sachen noch mal erklären, er zeigt einfach keine Einsicht ich versuch ihm schon seit langem einzureden das Schule total unwichtig sei, aber nützt nichts er glaubt immer noch falsche Hausaufgaben wären sein Todesurteil. Er geht in Therap ie, aber deutliche Veränderung kann man davon nicht erwarten. Ich finde das beste für ihn wäre wenn er die Schule abbricht auch wenn er einen guten Notendurchschnitt hat, aber das ist mehr durch sein "Lexikonwissen" ich glaube nicht das ihn das in ein paar Jahren noch viel nützt, aber geht das überhaupt? Er kann wohl schlecht sein Lebenlang bei seinen Eltern wohnen und nichts tun. Ich weiß echt nicht wie das weiter gehn soll, er hat sich bis jetzt noch nie was schlimmes angetan er schlägt sich oft selbst zwar nicht fest das es ihm wirklich weh tut aber wenn man ein paar Jahre zurück blickt hat das zerstörerische Verhalten gegen sich selbst zugenommen und er ist jetzt erst 12 .___. Meine Eltern sind jetzt am überlegen ob sie ihm Antidepressiva geben, ich nehm so was auch bin deshalb etwas skeptisch das sich deutlich etwas verändern wird. Kennt jemand auch autistische Leute mit solchen problemen, was kann man da machen? Oder fällt es den meisten doch schwer zu verstehen wie schlimm das ist?

  2. #2

    Leon der Pofi Gast
    @faelis das kann man so nicht genau sagen. autist ist nicht gleich autist.
    für mich als aussenstehender hört sich das so an, als ob dein bruder leichte autoagressivität hätte, die durch überforderung entstehen.

    da muss man wohl den weiteren verlauf abwarten. antidepressiver würde ich nur empfehlen, wenn sie wirklich notwendig sind und eine dosis, die auch angemessen sind und die persönlichkeit nicht wirklich ändern. damit meine ich jetzt, die gefühlslagen. aber diese behandlung bringt nur bedingt etwas. ein autist sollte nicht geändert werden, sondern die umgebung an ihn angepasst werden, wenn es der umstand erfordert. gewisse regeln braucht er auch, keine frage, aber rücksicht muss man einfach nehmen, falls es nicht anders geht. ich will hier nicht verallgemeinern, weil man das nicht kann, es gibt genug autisten, die keine sonderbehandlungen oder besondere rücksichtnahme benötigen, wie wir schon in einem anderen thread mal gesprochen haben

    aber mit 12 jahren würde ich von solchen medikamten abstand halten. die persönlichkeit ändert sich in der pup. und man entwickelt sich erst. da sollte die entwicklung nicht duch medikamente gehämmt bzw verändert werden

    deine sorge, dass er ewig zu hause bleibt... die frage ist, ob es für ihn das beste ist. sollte er im beruf, schule, irgendwann nicht zurechtkommen, sollte man eine beschäftigung finden, die ihm auch wirklich gefällt. auch wenn es für die familie tragisch erscheint, dass ihr kind eventuell nie ins berufleben einsteigen kann, selbstständig sein leben meistern kann, wichtig ist, was für die betreffende person revelant ist

    naja wie schon gesagt, jeder mensch ist verschieden.

    wir haben auch einen klienten in der th, der mehr spezifisches wissen hat und lexika auswendig kennt, wie die meisten menschen.
    aber in einem beruf, eigenen wohnung usw würde er nicht zurechtkommen.

    empfehlenswert ist auch, zu erkunden, was er am besten kann und dann diese fähigkeiten zu fördern.
    ein autist der früher in der lebenshilfe war, hat jetzt seine ausbildung zum gärnter abgeschlossen und mit seinen eigenheiten sind zuvor einige menschen verzweifelt. aber hier ist er in seinem element und kann wirklich kreativ sein und seine lieblingstätigkeiten ausüben

    es ist ein fehler von vielen menschen, dass sie glauben, in einer unterkunft, lebenshilfe usw, seien nur menschen mit geistiger bzw schwerer behinderung.
    das kann die 36 jährige lehrerin sein, die demenz hat, es kann wie bei uns zb ein firmenchef sein, der nach einem selbstmordversuch sich von der gesellschaft abkapselt und in seiner welt lebt usw.

    Geändert von Leon der Pofi (24.09.2007 um 20:48 Uhr)

  3. #3
    Meine sorge ist es nicht das er immer zu hause bleibt würde das auch besser finden hab auch etwas angst um ihn wegen seinen Mitschülern, aber er selbst wil weiter zur schule gehn auch wenn es jeden Tag deswegen ein Drama gibt, er will übrigens auch Gärtner werden. Ein Schulwechel kommt für ihn auch nicht in frage da er kein Bus fahren will aber geeignete Schulen gibts sowieso keine in der Nähe. Das frustrierenste ist einfach das man das Gefühl hat nichts ändern zu können und das es nicht besser wird.

  4. #4
    ich weiß es nicht,aber vielleicht macht er es ja absichtlich...wie hat er es denn geschafft auf eine Realschule zu gehen? Mit Mühe oder normal?

  5. #5

    Leon der Pofi Gast
    hmm. mal sehen wo ich anfangen soll.
    ich hab heute abend so gesehen, meinen letzten arbeitstag derweil.

    war jetzt 4 jahre in einer behinderteneinrichtung,
    1 jahr zivildienst
    1 1/2 jahre freiwillig ohne bezahlung
    1 1/2 jahre krankenstandsvertretung

    jetzt ist halt leider kein platz mehr frei und ich bin jetzt auf der suche nach einer fixen arbeit. ausbildung zum pädagogen hab ich ja schon. aber zur zeit ist nicht wirklich etwas frei in der umgebung und bei mir zu hause auch nicht. ich denke, ich werde derweil irgendwo ein praktikum machen bis ich etwas mit fester bezahlung bekomme.

    aber irgendwie komm ich mir schon ausgenutzt vor. nach 4 jahre hoffte ich schon, dass sich ein platz freimachen würde, aber der beteuerschlüssel ist und sie können keine mitarbeiter aufnehmen. ich meine, ich hab mich richtig für die leute da eingesetzt. die meiste zeit ohne geld oder eben mit kaum bezahlung.

    meine klienten werden mir auch sicherlich fehlen, sind doch 4 jahre fast jeden tag zusammen gewesen. irgendwie fühl ich mich innerlich total leer und traurig. sicher, werde ich die leute öfter mal besuchen, aber das ist nicht das gleiche.

    vor veränderungen fürchte ich mich grundsätzlich. irgendwie weiß ich auch nicht, was ich denken soll. ich nehme an, dass alles seinen sinn hat. vielleicht braucht mich irgendwer anderes mehr? oder es hat schon seine gründe, dass ich dann wo anders nen job finde. behindertenbereich, ohne frage. :3schau

    da ich sogesehen noch nicht gearbeitet habe , bekomm ich auch kein arbeitslosengeld und bin somit wieder von meinen eltern abhängig. das ist aber eh kein problem da wir in der familie immer zusammenhalten. so hab ich auch paar tausend euro gespart und mein opa hat ein bankkonto für mich angelegt. davon werde ich aber nichts anrühren. das find ich auch wieder so unsinnig. da setzt man sich jahrelang ein und arbeitet wie jeder andere auch und dann wird das nichtmal anerkannt. aber jedem assozialen stecken sie das geld in den arsch rein

    weiß auch nicht, komm mir jetzt richtig ausgenützt vor

    Geändert von Leon der Pofi (01.11.2007 um 17:01 Uhr)

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