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Manchmal denke ich mir, man sollte eben dies tun.
Wäre die Welt nicht um so unendlich viel besser mit Vernunft und Weisheit?
Och, möglich ist es schon, das nennt sich dann 'Gehirnwäsche'. Damit schaffen wir sicher eine Neue, bessere Gesellschaft mit ganz neuen, noch schlimmeren Angewohnheiten. Nachzulesen in 'Schöne Neue Welt' und '1984'.

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Doch, wird unsere Gesellschaft nicht immer mehr gespalten durch verschiedene Ansichten?
Gibt es überhaupt "höhere" Werte, eine Moral, nach der zu leben wir streben sollten?
Gibt es etwas, dass für immer "wahr" und "gut" ist, etwas, wonach wir streben sollten, um es zu erlangen?
Sobald Menschen aufeinander treffen, wird es zu Reibungen, Spaltungen und verschiedenen Ansichten kommen, wir haben keine Möglickeit, unsere Eigene Sicht der Dinge anderen begreiflich zu machen, da all unsere Kommunikationsmittel im Zusammenhang mit den 'wichtigen Fragen' subjektiv bis einfach nur leer sind.

Die 'höheren Werte' sind eine Glaubensfrage, weder Intellekt noch Wesensschau können ihre Existenz objektiv nachweisen. Wenn dir der sinn nach höheren Werten steht, dann entscheide dich und lebe nach ihnen. Sei dir aber stets bewusst, das sie nicht nachweislich existieren, so sehr du noch an sie glauben magst. Effektiv bist du mit 'ewigen Werten' im Vergleich mit deiner Umgebung dann ein Wahnsinniger. Den Punkt habe ich in meiner Sokrates-Platon-Interpretation dargelegt.
Buddha hat sich übrigens immer geweigert, über solche Dinge zu sprechen: "Ich habe nicht gelehrt, dass es ewige Werte gibt, ich habe nicht gelehrt, dass es sie nicht gibt.", hätte er wohl dazu gesagt. Die Frage ist unwesentlich und unbeantwortbar, nur wesentlich ist, dass du dich für irgendwelche Werte entscheidest und nach ihnen lebst.

Ob es für ewig wahr und gut ist, ist ebenfalls unwesentlich. Denn die 'Ewigkeit' existiert für einen Menschen nicht. Es genügt Werte zu wählen, die du dein ganzes Leben lang verteidigen kannst. Solltest du das einmal geschafft haben kannst du schon stolz auf dich sein.

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Man braucht eher ein Gemüt, dass abschalten kann und differenzieren, damit man an der Philosophie nicht kaputt geht. Doch wenn man das hat, dann ist die Philosophie, IMO eines der größten Schätze der Welt
Dasselbe gilt IMHO für die 'Höheren Werte'. Wenn man nicht differenziert, im Moment sein allerbestes versucht ohne danach lang und breit darüber nachzudenken, was man besser machen hätte können, geht man an ihnen grausam zugrunde. Ein guter Philosoph wäre auch ein guter Gläubiger weiß er doch, wo seines Verstandes Grenzen liegen und ist auch weise genug sie nicht zu überschreiten.
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Jeder kann ein Stück der Welt verändern, sich selbst.
Wenn du dir, so wie ich, gerne eine Welt vorstellst in der sich alle an den 'höheren Werten' leben, dann fang selbst damit an. Solange du mit Menschen zusammenlebst, wird nicht was du tust ohne Resonanz bleiben. Natürlich, du lebst dann nach dem irreale Prinzip 'Hoffnung' auf etwas, das nicht unbedingt eintreffen muss, das vermutlich in deinem Leben nicht mehr geschehen wird - das wir irgendwann in einer besseren Welt leben können. Aber hey, jeder mit 'Werten' ist heutzutagen schon ein gefährlicher, realitätsverweigernder und nicht integrierbarer Irrer. [Man schaue sich nur die Zeugen Jehovas an.]