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Ehrengarde
„Jetzt mach mal halblang!“, sagte Quistis. „Ich finde deinen Vater gar nicht so übel.“ „Nun, wenn meine Freunde dabei sind, ist er ja auch ganz anders. Richtig lieb und nett.“, grinste Xell.
„Hey, aufhören! Ihr solltet euch bloß mal hören.“, meinte Squall kopfschüttelnd. Er sah noch einmal auf den Monitor. „Nun, ich schätze, das geht jetzt ewig so weiter. Ich denke, wir sollten uns den letzten Bericht anhören. Ist jemand dagegen?“ Alle schüttelten den Kopf.
„Ich glaube, ich habe es geschafft. Ich habe diese seltsame Schrift endlich entschlüsselt! Nach dem, was ich bisher übersetzt habe, handelt es sich bei diesem Raum um eine Art Tempel für die Hexe auf dem Nordrelief. Sie wird in allen von mir bisher übersetzten Texten als ‚Die Schöpferin’ bezeichnet, und sie wird wie eine Göttin verehrt. Sie war diejenige, welche die ‚Herrscherin’ auf dem Südrelief in ein ‚Land der Träume’ und ‚des ewigen Schlafes’ verbannt hat. Ich werde nun die Originalübersetzung des Textes vorlesen:
„Zu jener Zeit, da die Welt noch kein Leben kannte,
da die Sonne kein Licht spendete,
da der Mensch noch nicht über das Antlitz der Erde wandelte,
in dieser Zeit ward geboren die EINE, die große Schöpferin,
die den Menschen Leben schenkte,
die ihn lehrte, in den Höhlen unter dem Meer zu leben.
Die Schöpferin lehrte den Menschen, eine Stadt zu bauen,
so groß und prächtig, wie kein Mensch sie je wieder erbauen würde.
Die Menschen verehrten die Schöpferin,
und Sie gab ihnen alles, was sie brauchten,
sie sprach mit ihren Priestern
und warnte die Menschen vor drohender Gefahr.
Bis eines Tages die Herrscherin den Thron bestieg,
und sich gegen die Lehre der Schöpferin auflehnte.
Sie bemächtigte sich schwarzer Magie,
und verbannte die Schöpferin in eine fremde Welt ohne Magie.
Das Volk siechte unter ihrer Herrschaft langsam dahin,
bis die Schöpferin von ihrem getreuen Ritter errettet wurde,
den sie einst, in der ersten Zeit,
als ersten der Menschen geschaffen hatte.
Sie gab ihr Leben, die Gefahr von den Menschen abzuwenden,
und verbannte die Herrscherin in das Land der Träume und des ewigen Schlafes.
Vor ihrem Tode gebot sie ihrem Ritter,
ihr Volk an die Oberfläche und ins Licht zu führen.
Einer ihrer Priesterinnen aber schenkte sie einen kleinen Teil ihrer Macht,
und gebot ihr, sie bei ihrem Tode an eine Würdige zu übergeben,
damit sie über das Volk der Schöpferin wache.
Der Ritter folgte ihrem Gebot,
jedoch ließ er diesen heiligen Tempel
zu Ehren der Schöpferin errichten.
Diese Arbeit währte zwei Generationen,
doch der Ritter blieb bei dem ihm anvertrauten Volk,
ohne je ein Zeichen des Alters oder der Schwäche zu zeigen.
Nun, da diese Arbeit verrichtet ist, werden wir uns nun aufmachen,
die Oberfläche zu besiedeln.
Doch niemals darf die Herrscherin aus ihrem Gefängnis befreit werden;
Sie wird, sollte dies je geschehen, unvorstellbare Schrecken über das Volk der Schöpferin
bringen.
Deshalb wird der Zugang zu der Stadt der alten Rasse
versperrt, von einem Monster, schrecklicher als alle Monster des Mondes.“
Nun, dieses schreckliche Monster war anscheinend Ultima Weapon. Doch frage ich mich, ob mit diesem ‚Land der Träume und des ewigen Schlafes’ die ‚Traumhalle’ gemeint sein könnte. Wenn das so ist, darf sie auf keinen Fall geöffnet werden. Wir wissen nichts über diese Herrscherin, außer, dass eine Göttin sterben musste, um sie zu verbannen.
Ich mache mir große Sorgen. Dr. Ashimo glaubt nämlich zu wissen, wo sich der Eingang zu der Traumhalle befindet. Ich muss die anderen unbedingt warnen!“
Der Professor schien noch etwas sagen zu wollen, doch er wurde von einem jungen Mann unterbrochen, der irgend etwas von einem Eingang keuchte. Die beiden entfernten sich, doch der Professor hatte anscheinend vergessen, das Gerät auszuschalten. Er legte es so auf den Tisch, dass man die mobile Funkstation beobachten konnte.
„Also ehrlich, der glaubt doch nicht etwa an diese Märchen?“, fragte Irvine geringschätzig. „Aber was ist, wenn sie diese... Herrscherin nun doch befreit haben?“, meldete sich Selphie ängstlich.
„Ach was.“ Irvine versuchte, überzeugend zu klingen, aber es gelang ihm nicht ganz. „Wenn dem so wäre, hätte sie sich doch wohl schon gezeigt, oder?“
„Kann schon sein.“, gab Selphie widerstrebend zu. Eine Träne lief über ihre Wange. „Aber ich habe Angst!“ Irvine biss sich auf die Lippe. Zögernd legte er eine Hand auf ihre Schulter. „Du brauchst keine Angst zu haben. Ich bin ja auch noch da. Und wenn es sein muss, mache ich dieses Vieh alleine fertig.“, sagte er. Er lächelte Selphie aufmunternd an. „Diese Herrscherin soll nur mal versuchen, dir etwas zu tun. Dann kriegt sie’s mit mir zu tun.“ Selphie lächelte schüchtern zurück. „Ehrlich?“, fragte sie. Irvine nickte. Plötzlich umarmte sie ihn so fest sie konnte und flüsterte: „Danke Irvie.“ Überrascht erwiderte Irvine ihre Umarmung. Als sie ihn wieder losließ, trat sie erschrocken einen Schritt zurück und wurde rot.
„Oh... äh... entschuldige...“, stotterte sie verlegen. Irvine sah sie fragend an. „Was soll ich entschuldigen?“
Die Röte in Selphies Gesicht vertiefte sich. „Die Umarmung...Ich weiß gar nicht, was in mich gefahren ist.“ Irvine überlegte einen Moment und legte den Kopf schräg. „Und was soll ich daran noch mal entschuldigen?“, wollte er wissen.
„Na ja, weil, ich weiß doch gar nicht, ob du das überhaupt magst, und ob du mich überhaupt magst, aber ich hab’ mich so schrecklich in dich verliebt, und...“ Selphie verstummte, als sie merkte, dass alle sie anstarrten. „...und ich glaube, ich sage jetzt gar nichts mehr.“, schloss sie.
„Äh...“, meldete sich Irvine nach einer Schweigeminute, „...was war das letzte?“ Selphie presste die Lippen zusammen und schüttelte den Kopf. „Vergiss es!“, presste sie hervor. Irvine trat einen Schritt auf sie zu und näherte sein Gesicht ihrem.
„Ich möchte es aber nicht vergessen.“, sagte er leise. Ihre Augen wurden noch größer, als sie es ohnehin schon waren. Als er sie küsste, drohten ihre Augen glatt aus den Höhlen zu fallen. Schließlich löste er sich wieder von ihr und trat wieder einen Schritt zurück. Überrascht hob sie eine Hand an die Lippen und starrte ihn an. Irvine schien selbst von seiner Aktion überrascht zu sein.
„Tut mir leid...“, begann er, aber Selphie unterbrach ihn sofort. Sie legte eine Hand auf seinen Mund und flüsterte: „Mach das noch mal.“
Irvine blinzelte überrascht. „Was?“, machte er ungläubig. Anstatt zu antworten, küsste sie ihn einfach.
„Oh nein!“, stöhnte Xell im Hintergrund. „Jetzt fangen die Beiden auch noch an.“ Damit handelte er sich einen kräftigen Stoß von Quistis in die Rippen ein. Rinoa kicherte und schmiegte sich an Squall. Doch der reagierte überhaupt nicht auf sie. Überrascht sah sie auf. Squall starrte entsetzt auf den Monitor, der noch immer eingeschaltet war. Er war blass wie ein Toter, und seine Augen waren dunkel vor Furcht. „Mein Gott!“, murmelte er. „Mein Gott, sie ist es wirklich!“ Er ließ das Gerät fallen.
Xell spulte zum achten Mal die Aufzeichnung zurück und starrte auf das Bild, das sich ihm bot: Der Professor rannte in die Halle, gefolgt von einem unheimlichen, blauen Licht. Er stürmte zuerst aus dem sichtbaren Bereich, kehrte dann aber wieder zurück, um den Notruf zu senden. Als das Licht ihn fast erreicht hatte, trat eine weitere Person in den Aufnahmebereich. Sie glich bis ins winzigste Detail der Frau auf dem Bild, die der Professor als ‚Die Herrscherin’ bezeichnet hatte. Sie war wunderschön, ihr langes, schwarzes Haar fiel über ihre Schultern und den Rücken. Ihre Kleidung zeigte mehr, als sie verhüllte, und sie bewegte sich mit der Anmut einer Katze.
Sie winkte dem Professor, worauf er das Mikrofon fallen ließ und zwei Schritte auf sie zu ging. Sobald er aber das Licht berührte, das sie umgab, fiel er auf ein Knie herab, presste die Hände gegen die Schläfen und begann zu schreien. Die Frau legte eine Hand auf seinen Kopf und streichelte seine Wange. Der Professor hörte auf zu schreien. Er nahm die Hände vom Kopf und sah die Herrscherin an. Plötzlich packte sie ihn an der Kehle. Er gab ein ersticktes Gurgeln von sich. Die Herrscherin hob ihn, ihrer zerbrechlichen Erscheinung zum Trotz, scheinbar mühelos hoch. Das Leuchten um sie wurde einen kurzen Moment heller, und sie begann laut zu lachen. Dann wurde der Bildschirm plötzlich schwarz.
Xell sah auf. „Ich denke, Rinoa hat recht. Wir sollten hier schnell verschwinden.“
Squall reagierte erst verspätet. „Du hast recht.“ Er stand auf. „Ihr solltet weg von hier. Schnell!“ Rinoa sah ihn an. „Was soll das denn heißen?“ Sie packte ihn am Arm und drückte so fest zu, dass er beinahe aufschrie. „Was meinst du mit ‚ihr’?“, fragte sie. „Du kommst doch auch mit, oder?“ Squall wandte sich von ihr ab. Sie ließ aber seinen Arm nicht los. „Antworte mir, verdammt!“, schrie sie ihn an.
„Nein, das werde ich nicht!“, brüllte er zurück. „Und hör auf, hier rumzuschreien.“ Sie fuhr erschrocken zusammen und ließ ihn los. Tränen glitzerten in ihren Augen, als sie ihn verletzt ansah. Squall hob eine Hand und strich ihr sanft über das Haar. „Entschuldige, Rinoa...“, murmelte er und drückte sie fest an sich. Sie fing an zu weinen.
„Aber warum?“, schluchzte sie. „Warum willst du nicht mitkommen?“
Squall ließ sie wieder los. „Jemand muss dieses Ding aufhalten, bis ihr die Außenwelt gewarnt habt.“, sagte er leise. Rinoa sah ihn einen Moment stumm an. „Dann lass mich bei dir bleiben!“, flehte sie dann.
Squall packte sie an den Schultern und sah ihr fest in die Augen. „Bitte, Rinoa, mach es nicht noch schwerer, als es schon ist.“, sagte er bestimmt. „Du musst überleben! Du bist möglicherweise die einzige Chance, die die Menschheit noch hat.“ Rinoa fing wieder an zu weinen. „Aber warum musst ausgerechnet du hier bleiben?“, fragte sie mit zitternder Stimme.
„Ich bin für euch alle hier verantwortlich! Ich könnte doch niemanden von euch opfern, nur weil ich zu feige bin.“ Er legte seine Stirn an ihre. „Bitte, du musst mir eines versprechen!“, sagte er leise. „Wenn ich nicht zurückkomme...“ Sofort unterbrach sie ihn. „Bitte, sag das nicht!“, flüsterte sie verzweifelt.
„Nur, falls es passieren sollte, dass ich nicht zurück komme. Such dir einen Mann, der dich glücklich machen kann.“, sagte Squall eindringlich. Sie antwortete nicht. „Versprich es mir!“, forderte er noch einmal.
„Das kann ich nicht. Ich liebe dich doch!“, schluchzte Rinoa. Sie umarmte ihn so fest sie konnte. Als sie aufsah, bemerkte sie, dass er auch weinte. „Wie kannst du nur so etwas von mir verlangen?“, flüsterte sie.
Squall drückte sie ein letztes Mal an sich, dann ließ er sie los und sah die anderen an.
„Sie hat recht.“, sagte Irvine leise. „Sag mir einen Grund, warum ich nicht bei dir bleiben sollte, oder ein anderer von uns!“ Squall senkte den Blick. „Danke für das Angebot. Aber ich kann nicht verantworten, einen von euch in den Tod zu schicken. Ich will nicht mit dem Wissen sterben, einen meiner besten Freunde getötet zu haben.“ Er sah die anderen einen nach dem anderen an. „Bitte, tut mir diesen letzten Gefallen.“
„Nun, wir wollen auch nicht, dass du unseretwegen stirbst. Schon daran gedacht?“, meinte Irvine. Xell und Quistis schwiegen, während Selphie versuchte, Rinoa zu trösten.
Squall sah Irvine flehend an. „Bitte, versteh doch! Ich will nicht für euren Tod verantwortlich sein. Ihr alle werdet zuhause gebraucht werden, wenn es mir nicht gelingt, dieses Monster aufzuhalten.“
„Sie würden sicher nicht uns alle brauchen! Und zu zweit hätten wir größere Chancen, diese Herrscherin aufzuhalten.“, gab im Irvine zu bedenken.
„Aber...“, begann Squall, doch er wurde unterbrochen.
„Er hat recht, Squall!“, schaltete sich Xell ein. „Außerdem: Wie soll es denn mit dem Garden weitergehen, wenn unser Schulsprecher nicht mehr da ist?“ Squall sah seine Freunde gerührt an. „Ich danke euch.“, flüsterte er mit Tränen in den Augen. Er wischte die Tränen weg. „Ich werde euch eines versprechen: Wenn ich überlebe, komme ich zum Garden zurück. Und wenn ich schwimmen muss. Aber jetzt müsst ihr bitte gehen.“
Er wandte sich noch einmal an Xell. „Bitte, pass auf Rinoa auf. Versprich mir, dass du auf sie aufpasst!“ Xell nickte wortlos.
Squall ging einen Schritt auf Rinoa zu, doch sie wich vor ihm zurück. „Wie kannst du mir das nur antun?“, schrie sie verzweifelt. „Ohne dich hat mein Leben doch ohnehin keinen Sinn mehr!“ Ihre Stimme brach. Squall küsste sie noch ein letztes Mal. Dann drehte er sich um und ging mit festen Schritten auf einen Durchgang auf der anderen Seite der Halle zu. Als er sich umdrehte, waren die anderen bereits verschwunden. Squall schickte ein kurzes Dankgebet zum Himmel und betrat mit blitzenden Augen und grimmiger Entschlossenheit die Höhle des Löwen.
Die Stadt war riesig. Um nicht zu sagen, sie war gigantisch! Als Squall aus dem Durchgang in die Höhle vor ihm trat, musste er sich beinahe dazu zwingen, einfach zu atmen. Eine Stadt aus dem selben blauen Material wie der Tempel breitete sich vor ihm aus. Squall stand auf einer Plattform ungefähr fünf- bis sechshundert Meter über der Stadt, und die Aussicht war schlicht überwältigend.
Kleine und beinahe normal anmutende Häuser lagen dicht neben riesigen Märchenschlössern, die mit hunderten von Türmen und Erkern verziert waren. Zwischen den Gebäuden verliefen breite Straßen, die meist von irgendwelchen Pflanzen gesäumt wurden. Wie diese Pflanzen ohne Sonnenlicht und Wasser gedeihen konnten, war Squall ein Rätsel. Eine gigantische, durchsichtige Kuppel spannte sich über die ganze Stadt.
Die größten Straßen mündeten in zwei runden Plätzen, auf welchen riesige Statuen aufgestellt waren. Wegen der Entfernung war es Squall jedoch, trotz der phänomenalen Größe der Statuen, nicht möglich zu erkennen, wen sie darstellten. Er war sich jedoch sicher, dass es sich um die Schöpferin und ihren Ritter handelte.
Squall schauderte, als er daran dachte, dass in all diesen Häusern vor langer Zeit Menschen gelebt hatten, und dass auf den Straßen Kinder gespielt hatten, während ihre Eltern sich mit Bekannten unterhielten. Es war, als könnte er die Stimmen der Millionen Menschen, die einst hier gelebt hatten, hören. Aber dieser Eindruck verschwand schnell, und Squall wurde sich der unheimlichen Stille wieder bewusst. Es war nicht einfach so, dass es hier keine Geräusche gab; Diese absolute Lautlosigkeit wäre selbst einem Toten zu leise gewesen!
Während Squall diese gigantische Stadt sechshundert Meter unter ihm bewunderte, fiel ihm auf, dass es doch ein Geräusch gab: Ein leises Schlurfen, das irgendwo unter ihm ertönte. Tatsächlich bemerkte er in diesem Moment einen riesigen Rumbrum-Drachen, der direkt unter ihm auftauchte. Blitzschnell legte Squall sich flach hin und spähte über die Kante der Plattform. Überrascht erkannte er, dass es sich nicht um eine Plattform handelte, sondern um den sichtbaren Teil eines Daches! Er lag hier auf einem sechshundert Meter hohen Gebäude, das direkt aus dem blauen Gestein gemeißelt zu sein schien.
Nachdem Squall seine Überraschung einigermaßen überwunden hatte, nahm er den Rumbrum-Drachen, der aus dem Eingang herausgetreten war, genauer in Augenschein. Er war ein wirklich großes Exemplar, aber Squall schätzte, nach einem Herzensbrecher würde auch dieses Ungeheuer tot sein, wie alle anderen auch. Das einzige Problem war, dass er sich viel zu wohl fühlte, um einen Multi-Slash auszuführen. Aber es standen ihm ja auch noch andere Mittel zur Verfügung.
Ohne lange zu zögern richtete Squall sich auf, sprang über die Kante, löste in einer geschmeidigen Bewegung seine Gunblade vom Gürtel und stürzte dem Drachen entgegen. Noch ehe er das Monster erreicht hatte, beschwor er Shiva aus ihrer Eiswelt hierher. Binnen Sekunden war sie zur Stelle, und kaum hatte Squall den Boden berührt, blies Shiva dem Drachen einen arktischen Eissturm um die Ohren. Schmerzerfüllt brüllte der Drache auf. Er drehte sich um und sah Squall hasserfüllt an. Wie bei dem Drachen in der Übungshalle glaubte Squall auch hier eine seltsame Intelligenz in den Augen des Monsters zu erkennen. Allerdings ließ sich dieser Drache nicht auf lange Gespräche mit seinem Gegenüber ein, sondern ging sofort zum Angriff über.
Das traf Squall völlig unvorbereitet. Der Drache sprach sofort zwei ‚Meteor’-Zauber aus, die Squall trotz einer hohen Geist-Kopplung viel Schaden zufügten. Nun, dann eben auf die harte Tour , dachte Squall, während er sich wieder aufrichtete. Er ging in Angriffsposition.
Orange Flammen umkreisten ihn, als er sich auf einen Multi-Slash vorbereitete. Der Drache kam gar nicht dazu, irgendetwas zu unternehmen, als ihn auch schon unzählige Hiebe trafen. Schließlich ließ Squall von ihm ab. Das Monster wollte sich schon zurückziehen, als plötzlich auch noch blaue Blitze aus dem Boden zuckten.
„Herzensbrecher!“, flüsterte Squall grimmig.
Wenig später lag der Drache sterbend auf dem Boden.
Squall stand breitbeinig und mit erhobener Waffe vor dem Drachen, bereit zuzuschlagen, sollte das Vieh noch einen Mucks von sich geben.
Plötzlich hörte er ein spöttisches Lachen und Applaus hinter sich. Blitzschnell wirbelte er herum und wollte dem riesigen Feuerball ausweichen, der auf ihn zuraste, aber es war zu spät. Squall wurde mitgerissen und mit unvorstellbarer Wucht gegen eine Wand geschleudert. Der Aufprall raubte ihm beinahe das Bewusstsein, aber Squall zwang sich, wach zu bleiben. Stöhnend quälte er sich in eine sitzende Haltung, wobei ihm schwarz vor den Augen wurde. Er fühlte warmes Blut über sein Gesicht laufen. Ein kleiner Teil von ihm wunderte sich, dass er sich offenbar nichts gebrochen hatte, aber der bei weitem größere Teil war damit beschäftigt, schlicht bei Bewusstsein zu bleiben. Seltsam war allerdings, dass der Feuerball ihn verletzt hatte, anstatt ihn aufgrund der Element- Kopplung zu heilen.
Squall hob mühsam den Kopf, als er Schritte hörte. Es war die Herrscherin, die langsam auf ihn zuging und ihn spöttisch anlächelte. Ihre Augen funkelten, und um ihre Hände zuckten Blitze, als sie stehen blieb.
„Du wolltest mich also aufhalten, törichter Bengel?“, fragte sie leise. Sie richtete die Hände auf ihn. Ein Blitz sprang auf Squall über. Unglaubliche Schmerzen durchzuckten Squalls Körper. Er schrie gequält auf. Als die Schmerzen endlich aufhörten, machte sich eine angenehme Schwärze in Squalls Gedanken breit. Er kämpfte mit allen Mitteln dagegen an. Neben ihm ertönte eine sanfte Stimme. „Gib auf!“, sagte sie.
Squall gab auf.
Und starb.
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