ich habe für nummer 1 gestimmt. so toll finde ich es zwar nicht, aber mit der zweiten möglichkeit konnte ich mich erst recht nicht anfreunden.
das, was sie vorhaben, vonwegen ganztagsschulen und vielen radikalen änderungen, imho nicht mehr als blinder aktionismus.
es gibt schon so einige probleme, aber die gründe dafür werden an den falschen stellen gesucht und ebenso wird versucht, sie mit den falschen mitteln zu beheben. man will mal wieder mit dem kopf durch die wand.
und bevor man so viele bescheuerte ideen in die tat umsetzt, sage ich doch lieber, dass ich mit dem system immernoch zufriedener bin, so wie es ist.

ich meine, ich fasse mir nur noch an den kopf, wenn ich mitbekomme, wie wir mal wieder zu wenig lehrer haben, wodurch viele interessante kurse, die ich gerne belegt hätte, nicht zustande kommen können, ganz elementare dinge; und die wollen schulformen zusammenlegen?! wie wäre es denn zur abwechslung mal mit ein paar fähigen lehrern mehr?

ich werde mein abitur wahrscheinlich nicht so machen können, wie ich es wollte, nur weil arnsberg auf die schnapsidee kommt, dass mehr wert auf die hauptfächer deutsch, mathe und englisch gelegt werden muss. dadurch wurden unserer jahrgangsstufe noch freie wochenstunden gestrichen, wodurch man in der 13 wahrscheinlich die fächer kunst, musik, philosophie und religion nicht mehr anwählen können wird und man es dementsprechend nicht mehr als mündliches abiturfach haben kann. vielleicht ist dann noch platz für ein oder eventuell zwei dieser fächer, aber auf jeden fall fällt irgendetwas davon weg.

diese idioten, die sich da neue gesetze einfallen lassen kommen scheinbar noch nicht einmal auf die idee, dass es da draußen schüler gibt, die gerne etwas lernen würden, von oben aber ohne ende möglichkeiten, besser gesagt zukunftsperspektiven verbaut werden. ich kann mich schon nicht mehr in genau die richtung weiterbilden, die mir vorschwebt, denn so vieles wird vorgeschrieben. die stufen die nach dieser 12 kommen werden es noch schwerer haben. zentralabitur? was für ein unsinn! mit 18 ist man auf dem papier erwachsen und langsam alt genug, die verantwortung dafür zu tragen, selbst zu entscheiden, was einen interessiert, was man lernen möchte, welche fächer man anwählt und eben in welche richtung man sich als mensch entwickelt. das hat etwas mit selbstfindung zu tun. wer demnächst das zentralabitur absolviert, toll, der steht dann da, hat zwar das abi in der tasche und von den "wirklich wichtigen dingen" wie deutsch, englisch und mathe genug ahnung, aber absolut keinen plan, was er studieren möchte oder welche lehre er anfängt, weil er in der sekundarstufe II nicht genug ausprobieren durfte.

doch blickt mal zurück! damals konnte man sogar fächer wie mathe einfach abwählen. hat sich damals jemand von oben beschwert? sind unsere mütter und väter alle dumm?

ich denke nicht, dass wir in erster linie ein neues schulsystem brauchen, sondern eine neue besetzung für das bildungsministerium. natürlich muss es änderungen geben, aber keine, wie es derzeit angedacht wird, keine, die den schülern eher schaden als dass es ihnen gut tun würde.