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Thema: Anime Spring Season 2026

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  1. #17
    Zitat Zitat von Kayano
    [EDIT:] Sorry an Sylverthas, gerade gelesend as Agathe dein Favorit ist. ^^ Hoffentlich ändert sich meine Meinung noch.
    Muss Dir doch nicht leid tun
    Du kennst mich da vielleicht schon, ich stehe doch auf die Charaktere, die Reibung verursachen. Ich finde Agathe aber auch an sich einen coolen Charakter, der einiges an Wandlung durchmacht. Und ja, mit ihrer Art kommt sie nicht immer durch - man könnte schon fast sagen, dass sie eine tsu… tsu… TSUNDERE IST!
    Omg, wer hätte gedacht, dass ich sie mögen könnte?! xD

    Diesmal werden sich unsere Beiträge auch ordentlich überschneiden, Kayano - fast die gleichen Shows. Und da find ichs super, wie gut Du die Stories zusammenfasst - da kann ich dann immer direkt drauf verweisen und wir müssens nicht doppeln!


    Akane Banashi [1-2]:
    Rakugo ist eine urjapanische Kunstform. Mein erster Kontakt damit war bei Shouwa Genroku Rakugo Shinjuu, was einen sehr guten Zugang dazu darstellt. Nicht nur werden hier die einzelnen Stücke ausführlich genug performed, dass man ein Gefühl für die Kunstform bekommt, man kann sogar die Geschichten und die Reaktionen der Zuschauer nachempfinden.
    Warum sage ich das? Weil Akane Banashi das so nicht in den ersten beiden Episoden schafft. Ewig werden die Rakugo-Stücke unterbrochen durch Narration und man bekommt sowieso immer nur kleine Ausschnitte zu sehen, manchmal noch mit ner Zusammenfassung, damit man überhaupt Kontext hat. Es ist eine dieser "trust me, bro!"-Stories: Die Zuschauer lachen - aber kann das nur bedingt nachvollziehen. Die Lacher, die bei uns erzeugt werden, sind eher nicht diegetisch, z.B. indem übertriebene Anime-Fressen gezogen werden.

    OK, gehen wir mal nen Schritt zurück, weil das schon arg unfair ist. Rakugo Shinjuu ist eine Josei-Show, die sich an ein komplett anderes Publikum richtet.
    Akane Banashi hat in Isolation durchaus eine ziemlich gut inszenierte erste Episode, die sofort das Setting klarmacht. Akanes Vater ist ein mittelmäßig erfolgreicher Rakugo, dem von dem big Bad übel mitgespielt wird. Warum ist er der big Bad? Weil er fette Aura hat und wie ein richtig fieser Arsch rüberkommt. Das Power-Scaling ist auch da, um den non-Battle-Battle-Anime zu komplettieren: Es gibt verschiedene Rakugo-Ränge, die man erklimmen muss.

    Besonders mochte ich von der Inszenierung die Egoperspektive, als der Vater die Bühne betritt. Wie vor Aufregung alles verschwimmt, er Probleme hat sich zu fassen, weil so viel auf dem Spiel steht. Als Kontrast dient dann in Episode 2 Akane, welche viel gefasster ist. Was schon ein wenig viel ist, es ist immerhin ihr erster Auftritt, aber ok, sie ist halt ne Rampensau. Das sieht man auch sehr gut - so, wie sie die Manjuu-Szene darstellt, erkennt man klar, wie überzeugend sie schauspielern kann.
    So richtig bin ich momentan noch kein Fan von Akane, weil sie sich etwas glatt anfühlt. Fast schon engineered um eine Shounen MC zu sein. Sie ist tough, wortgewandt, zielstrebig, mutig, schon jetzt ziemlich gut in Rakugo, hat ein großes Ziel und noch größere Schenkel.

    Kommen wir noch mal auf meine Kritik an dem Rakugo zurück. Es ist komplett klar, wieso es hier so inszeniert werden musste. Es ist Shounen Jump. Shounen Jump hat diesen spezifischen Quirk, dass ein Manga direkt am Anfang einen starken Eindruck hinterlassen muss, sonst ist er schnell weg. Und das bei einem Publikum, was high intensity Stories gewohnt ist. Da kann man nicht mit einem langsamen Einstieg anfangen, wo einem eine Rakugo-Geschichte nahegebracht wird. Es muss direkt gefeuert, Spannung erzeugt und die Leser zum Weiterlesen animiert werden.
    Ich gehe davon aus, dass nun nach und nach, nachdem die Grundlage gelegt wurde, man mehr in die Spezifika von Rakugo reingehen wird und auch einzelne Geschichten deutlich ausführlicher behandelt werden. Vermutlich sogar ausführlicher als in Rakugo Shinjuu.
    Aber der erste Eindruck ist eben das, was man von Shounen Jump erwartet - eine auf Hype getrimmte Story, die dafür initiale Tiefe opfert.


    The Klutzy Class Monitor and the Girl With the Short Skirt [1-2]:
    Wie Kayano schon schreibt, es geht um Polar Opposites (WOOOT?!). Von Serientiteln, die selber als eine Synopsis der Show dienen, bin ich Isekai-gebrandmarkt und hab echt wenig erwartet - wurde dann aber doch positiv überrascht. Diese Season essen RomCom-Fans wirklich nicht schlecht. Vor allem killt Poems Blush doch jeden. Wenn es ihre Schläge nicht tun. Und ja, wer genau aufpasst, weiß auch jetzt schon, warum ich sie mag

    Was ich ja bei solchen Shows auch immer mag, sind die Freunde, wenn sie die beiden so richtig teasen. Von Tougo prallt das natürlich total ab, weil er auch - wie er selbst zugibt - sehr linear und engstirnig denkt. Aber Poem machen sie echt fertig. Das ist nicht selten in diesen Shows - Nagatoro-san hat ja auch ihre Kackbratzen-Freundinnen - aber mir gefällt die Dynamik gut. Vor allem mochte ich die Szene, wo sie ihr im Hintergrund Worte in den Mund legen, wie toll sie Tougo doch finde

    Was die Dynamik jetzt schon gut macht - Tougo wird direkt in den Freundeskreis aufgenommen, ohne, dass ihre Freundinnen besonders hämisch ihm gegenüber wirken. Sie lassen sich sogar auf seine seltsamen Verhaltensweisen ein und reagieren clever darauf - wie beispielsweise, wenn es darum geht, nach der Schule in ein Cafe zu gehen. Hier laden sie ihn sogar direkt ein. Das war bei Nagatoro anders.
    Die anderen Nebencharaktere haben mir bisher aber noch wenig gegeben. Mal sehen, wie die sich noch entwickeln.

    Stilistisch ist die Show auch nice. Sie hat sehr knallige Farben und zeigt Kante - und das ohne edgy zu sein! Gerade für Tougo werden eher eckige Formen benutzt, was seine Geradlinigkeit und Ernsthaftigkeit auch visuell unterstreicht. Die Hintergründe wirken leicht abstrakt und sind öfter in so einem Raster, was trotz eines niedrigen Detailsgrad interessant macht.


    Daemons of the Shadow Realm [1-2]:
    Kann Dir hier ebenfalls zustimmen. Da der Twist der Show bereits nach so etwa 10 Minuten enthüllt wird (und man vorher schon den "Drachenfurz" sieht *g*), sehe ich ihn aber nicht als so behütenswert an. Und um hierüber zu sprechen werde ich ihn zwangsläufig auch spoilen (hell, die Bilder machen das schon xD).

    Was hier wirklich herausragend ist - und Kayano schreibt das auch schon: Wie ausgewogen mit beiden Seiten umgegangen wird. Klar, die Gegenspieler metzeln die Hälfte vom Dorf ab, aber ihnen wird viel Screentime gegeben und quirky Eigenschaften, die einem beispielsweise Gabby sofort nahebringt. Auch die Szenen zwischen Asa und ihr waren wirklich gut und herzlich. Hier merkt man einfach, dass Hiromu Arakawa - die Erschafferin von Full Metal Alchemist - am Werk ist. Dort war zwar von Anfang an nicht so ein großer Fokus auf die Gegenspieler, aber diese wurden auch ziemlich stark ausgebaut und waren oftmals sympathisch, obwohl sie Gräueltaten vollbrachten.
    Dabei bin ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sicher, inwiefern die beiden Seiten tatsächlich unvereinbar sind, gerade wenn man bedenkt, wie sie dargestellt werden und wer auf jeder Seite ist. Es ist definitiv eine Show, bei der mich interessiert, wo der Plot hingehen wird und ich erwarte einige coole Twists - von den Namen der Charaktere und der Eröffnungsszene scheint der Übergang von Tag und Nacht eventuell relevant zu sein.

    Stories, die Gegenwart und Vergangenheit verbinden, sind ja nicht unbedingt selten, wobei das hier eher wie The Village wirkt. Der Titel heißt ja "Daemons of the Shadow Realm", und ich frage mich, ob damit das Dorf gemeint ist (die falsche Asa im Käfig, die recht dämonisch aussah.
    Es könnte sich auch einfach auf die Summons beziehen, aber das glaube ich nicht.
    Was die Summons angeht: Hier zeigt einerseits Bones, was sie draufhaben. Die Kämpfe sind mal wieder richtig stark animiert - besonders dieser langsame Pan über den Fuß der Linken. Oh my.
    Bei "Linke und Rechter" musste ich ohnehin mehr grinsen, als ich es hätte tun sollen *g*

    OK, genug abgeschweift - von der Inszenierung fand ich den Kampf gegen Gabby am stärksten. Man hat hier wirklich gemerkt, wie viel Kraft sie aufwenden muss, um ihr Zahnmonster zusammen zu halten gegen die Kraft der Linken. Auch was danach passiert erzeugt durchaus Mitleid - was schon irgendwie beeindruckend ist, wenn man es hier mit ner Massenmörderin zu tun hat. Gegen Ende der Episode hat Hana auch direkt nen guten Eindruck gemacht - quasi die Winry dieser Show. Zumindest kriege ich Mechaniker-Vibes von ihr, mal schauen.

    Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann Yuru bisher. Er wirkt schon hart bland mit wenig herausstechenden Eigenschaften. Das einzige, was ich bisher nennen würde, ist, dass er wirklich ohne groß zu zögern auf die Feinde geschossen hat. Aber sonst? Eh.
    Ansonsten wirklich starker Start.


    Mao [1-2]:
    Hier bin ich auch grob bei Kayano. Aber: Wie witzig ist es, dass diese Season die Manga zweier weiblicher Manga-Urgesteine umgesetzt werden? Bei Mao handelt es sich um Rumiko Takahashi, vor allem durch Ranma 1/2 und Inuyasha bekannt.

    Aber wie die Zeiten sich ändern. Oder auch nicht? Gerade durch ihren Stil und ihre typischen Anime-Emotes merkt man sofort, aus wessen Feder das ist. Ich hab mich sofort heimelig gefühlt. Gleichzeitig finde ich bisher gerade Nanoka erstaunlich kompetent. Takahashis Werke hatten immer diese Eigenschaft, dass die weibliche Hauptfigur zwar als ziemlich tough präsentiert wurde (Akane, Kagome), sogar oft kämpfen konnte, aber letztendlich doch immer von Ranma oder Inuyasha gerettet werden musste. Das hat natürlich auch was mit den Shounen-Klischees der Zeit zu tun gehabt.
    Daher war ich schon sehr überrascht, dass es in Episode 2 tatsächlich Nanoka war, die Mao gerettet hat. Ich mag in solchen Shows ja immer eine ausgewogenere Dynamik, also schon mal kein schlechter Start. Es muss sich aber zeigen, ob sie wieder in alte Muster zurückfällt - was aber gar nicht unbedingt nötig wäre, weil es genug moderne Adventure Shounen gibt, bei denen weibliche Figuren auch was draufhaben und die Leute das abfeiern.

    Wie Kayano bin ich aber auch noch nicht sicher, wie viel Überschneidung es nun von der Gegenwart und der Taisho-Ära geben wird und ob es auf Monster of the Week hinausläuft. Das war ja früher durchaus Takahashis Modus Operandi - eher kleinere episodische Geschichten, die dann von einem groben Plot zusammengehalten wurden. Ich hoffe, dass hier eine schnellere Storyentwicklung kommt - vor allem, weil man in der modernen Anime-Industrie ja auch keine Füllerepisoden mehr braucht und auch nicht ewig strecken muss. Die Handlung von Episode 2 hat sich auch recht safe angefühlt, ohne, dass da besonders viel Begeisterung nach dem Sieg über das Monster war.

    Es hat mich bisher nicht total vom Hocker gerissen, aber ich finds dennoch sympathisch. Von der Farbgebung hat es auch einen etwas ausgewascheneren, dunkleren Ton in der Taisho-Ära, der gut zum Stil passt. Nanoka macht auch Spaß - und hey, wie sie Truck-kun ausgetrickst hat, aber dann doch irgendwie geisekait wird… das muss doch was wert sein? *g*


    I Want to End This Love Game [1]:
    "Ich liebe Dich!" - das sagen sich MC-kun und -chan bereits seit ihrer Kindheit. Natürlich immer mit einem "jk!" dahinter… oder?! Natürlich finden sich die beiden heiß, aber keiner kann nachgeben. Das hier ist für jeden, dem Kaguya-sama zu aufregend, exzentrisch und durchgeknallt ist und der das Teasing lieber ne Ecke normaler will. Dann kann man sich auf spannende Dialoge, wie "Ich liebe dich!" - "Nein, ich liebe DICH!... AHAHA, bist Du gerade rot angelaufen?!" gefasst machen.

    Aber wartet. Wieso kann keiner nachgeben? Es ist ja nicht so, dass ihr soziales Ansehen auf dem Spiel stehen würde oder sie tiefe psychologische Gründe hätten, dass sie es nicht können, wie Miyuki und Kaguya.
    Nein, eigentlich ist diese Show nur eine Variation auf das klassische Kindheitsfreunde-Dilemma. Weil sie sich so nahe stehen, aber nicht wissen, ob der andere das gleiche für einen empfindet, wollen sie "gewinnen" und sich danach die Liebe gestehen (… ergibt das wirklich Sinn?). Das "Liebesspiel" ist dabei nur ein weiterer Stolperstein, als ein echtes Fundament.

    Dunno, ich finde nicht, dass dieses Setup mit dem Liebesspiel hier besonders viel hinzufügt, was andere Teasing Anime nicht auch tun, bei denen die beiden Kindheitsfreunde sind. Ich denke was das angeht war auch You Can't Be in a Rom-Com With Your Childhood Friends aus der letzten Season effizienter und gewagter, wie hart sie sich an ihn rangeschmissen haben. Auch ist es wirklich extrem seltsam, dass die Charaktere ab und an durch CG Modelle ersetzt werden - das war besonders offensichtlich in ein paar Szenen vor dem Haus und als sie über die Brücke gegangen sind. So einen Wechsel erlebt man echt selten und ich sehe auch wenig Nutzen hierin - zumindest was die Inszenierung angeht. Vielleicht konnte man so Budget sparen?

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