I Made Friends With the Second Prettiest Girl In My Class [1]:
Oh noe, nur die Zweitschönste! Was.für.ein.fucking.LOSER!
Aber eigentlich ist der Titel irreführend. Er sollte lieber sowas wie "Playing games and eating junkfood with my manic pixie dream girl as a boring loser" sein.
Klar, das ist hier ist maximales Wish Fulfillment: Die (zweit!-)heißeste Schnitte in der Klasse hat genau solche Hobbies wie MFsunaC-kun und schmeißt sich sogar an ihn ran. Quasi das all-in-one-Paket, damit er auch gar nichts tun muss.
Sie ist natürlich auch genki, beliebt und outgoing, also perfekt, um MC-kun aus seiner Isolation zu befreien. Dabei ist die Show auch nicht besonders lustig, also als RomCom für mich eher nur meh.Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich gegen solche Shows was habe. Ich wollte aber mal kurz erklären, wieso eigentlich: Escapism wird für mich dann schlecht, wenn jegliche Reibung entfernt wird und sich die Welt verbiegt, damit MC-kun sich seinen Problemen gar nicht stellen muss und einfach so bleiben kann, wie er ist. Daher finde ich Dangers in My Heart auch gut, obwohl es ja auch nur ein Spin auf "Loser MC kriegt das heißeste Mädchen der Schule" ist. Dort muss er aktiv an sich selber arbeiten, damit es funktioniert.![]()
Aber hey, ich schätze, wenn es nur die Zweitschönste ist, sind die Standards auch niedriger
Even a Replica Can Fall in Love [1]:
Weil Sunao ein recht mundanes Problem hatte (Streit mit ihrer Freundin), hat sie sich Hilfe gewünscht - so wurde ihre Replik Nao geboren. Beide können zusammen existieren, aber Sunao hat Kontrolle über Erscheinen und Verschwinden von Nao. Und so ruft sie ihre Replik primär, wenn sie auf irgendwas keinen Bock hat - beispielsweise bei Regelschmerzen nicht zur Schule möchte. Oder sie ihre Lieblings-TV Serie gucken will, statt zur Schule zu gehen …Bevor ich was anderes sage, muss ich anmerken, wie einfach nur plain die Show aussieht und sich auch anfühlt. Es wird ruhig erzählt, Nao bringt bisher wenige eigene Emotionen rein. Auch die anderen Charaktere sind wenig intensiv. Das ist nicht unbedingt ein Problem, aber liefert auch keinen wirklichen Selling Point. Wobei ich zumindest visuell diese weiße, wolkige Umrandung mag, die es wie eine Art Erinnerung oder Traum wirken lässt. Weil es für Nao in gewisser Weise auch sowas ist. Da sie so gesehen keine eigene Existenz ist - sie hängt ja total von Sunao ab - ist ihr gesamtes Leben irgendwie surreal. Ich würde übrigens nicht erwarten, dass die Show das mit der Replik erklären wird, weil das bisher nicht so wirkt, als würde sie sich darum scheren (was ok für mich ist).![]()
Den letzten Satz der Einleitung habe ich nicht umsonst erwähnt, denn Sunao scheint sich durchaus zu einer recht isolierten Bitch entwickelt zu haben, seit Nao da ist. Ich weiß nicht, wie die Show weiterläuft, aber ich kann mir das schon so erklären: Wenn eine andere Person einem immer die schwierigen Situationen abnimmt, dann weiß man irgendwann nicht mehr, wie man richtig mit Menschen umgehen soll. Denn es wird immer zu Reibung kommen. Und das Sunao Konflikten ausweicht merkt man schon vom Start - sonst hätte sie keine Replik gebraucht, die sich bei ihrer Freundin entschuldigt. Sunao hat eine bitchige Persona entwickelt, um Leute auf Abstand zu halten.![]()
Nao hingegen ist outgoing und freundlich. Sie ist gerne unter Menschen und stemmt quasi Sunaos Sozialleben - wobei beide drauf achten, dass sich ihre sozialen Kreise nicht zu sehr überschneiden. Nao ist beispielsweise im Buchclub, und Sunao im go home Club. Nao hat selber gemerkt, dass die beiden sich auseinderentwickeln und Sunao immer isolierter wurde - als Ausgleich wollte sie in allem gut sein. Was, denke ich, genau zum gegensätzlichen Effekt geführt und die Apathie von Sunao gesteigert hat. Warum sich anstrengen, wenn alles Anstrengende von seiner Replik erledigt werden kann?![]()
Hierbei finde ich das klare Machtgefälle sehr interessant. Da am Ende Sunao die volle Kontrolle hat, sind alle von Naos Errungenschaften flüchtig - auch, was sie denkt und fühlt. Ich extrapoliere jetzt wieder, aber vermutlich wird ein Punkt werden, dass Sunao zwar nicht mehr wirklich die Herrin über ihr Leben ist, aber immer noch die von Nao.
Gerade im Vergleich zur vorherigen Show finde ich den Umgang mit Wish Fulfillment hier deutlich interessanter. Könnte ein nettes Drama werden.
Eren the Southpaw [1]:
Wer kennt es nicht? Eigentlich will man nur mal eben so Grafik Designer werden, weil einem als Kind immer gesagt wurde, dass die Kritzeleien doch super seien? Und hey, das ist ja auch ein leichter Job, quasi ein no Brainer wenn man sich gar nicht anstrengen will! Ja, kein Wunder, dass Kouichi direkt von Eren eine reingehauen bekommt, für seine Kack-Attitüde und seine hässlichen Schmierereien. Wobei sie vielleicht mit ihrer Art, Probleme zu "lösen", auch mit einem Fuß im Knast steht. Denn sie scheint ne ziemlich kurze Lunte zu haben, wenn sie Kunst scheiße findet.Ich finds ja ganz interessant, dass es hier mal um Graffiti geht - das ist nicht so häufig in Anime aufzufinden. Die Show handelt im Prinzip von Kunst und der Motivation, die einen dazu bringt. Kouichi ist - wie man aus der Einführung merkt - ziemlich überheblich und leidet massiv am Dunning-Kruger-Syndrom. Wobei man gegen Ende merkt, dass da doch irgendwo ein wenig Selbsterkenntnis dabei ist, dass er sich anlügt - denn im Kern will er gar keinen 0815 Job haben, sondern er will was Spannendes aus seinem Leben machen. Weiß nur noch nicht, was. Im krassen Kontrast ist hier seine beste Freundin Sayuri, die sich für die beiden ein eher normales Leben wünscht - und ihm das vielleicht auch eingeredet hat? Zumindest denkt sie, dass sie beiden keine "Hauptcharaktere" seien und so verhält sie sich auch. Nicht aus der Norm ausbrechen, den Erwartungen gerecht werden, zur Gesellschaft passen.![]()
Da passt Grafiti als Metapher perfekt rein - eine Kunstform, die sich bewusst gegen Normen auflehnt, die vandalisiert, befreit.Was ich besonders schön finde sind ein paar der Bildkompositionen. Die Animationen hingegen sind nicht ganz so gut - trotz Production IG hier hinter. Dabei sehen gerade die Szenen, in denen Graffiti gesprayed wird, schon sehr cool aus. Und man weiß auch sofort, dass das, was MC-kun hier an die Wand macht, nicht geil sein wird xD![]()
Es ist durchaus ein interessanter Start, aber gerade die Charaktere haben mich noch nicht komplett überzeugt. Eren wirkt halt ziemlich arschig, und Kouichi auch irgendwie. Obwohl das Thema durchaus spannend ist.![]()
Pardon the Intrusion, I'm Home [1]:
Wow, selten erlebt man so einen Doormat-Charakter in Anime. Klar, der Dude von nebenan hat einem die Wand eingeschlagen, verhält sich wie der größte Arsch in ihrem Haus, beansprucht, dass sie ihm was zu Essen macht - aber hey, er ist der Zeichner ihres Lieblings Anime, also alles gut! Es ist, als hätte man die männliche Variante von Umaru-chan bei sich zuhause…
… und ja, manchmal finde ichs gut, wenn ich ähnliche Tropes beider Geschlechter gleich einschätze, ist ne schöne Symmetrie. Denn diesen lazy loser der sich durchfüttern lässt finde ich massiv kacke. Aber noch schlimmer finde ich MC-chan, die sich so komplett überrollen lässt. Übrigens auch von ihrem anderen Nachbarn, der zwar ziemlich adrett und irgendwie auch die voice of reason, aber kann auch teasen und wirkt leicht manipulativ (beispielsweise als er sich als ihr Freund ausgibt).![]()
Dabei sind die Zeichnungen ziemlich knuffig und gerade die Ausdrücke von MC-chan echt niedlich. Ich denke, wenn man mit den Charaktertypen mehr anfangen kann als ich kann man hier auch gut lachen. Aber so? Sie wirkt wie die Hauptfigur aus Tamon-kun, nur, dass sie gar kein Rückgrat besitzt und sich einfach mitschwemmen lässt. Meh.![]()
Gals Can't Be Kind to Otaku [1]:
Spirituell nicht unähnlich zu dem ersten Anime über das zweitschönste Mädel - nur, dass die Gals hier natürlich die heißesten in der Klasse sind, MC-kun also per default gewinnt
Hier bonden Ota-kun (ja, so nennen sie ihn) und die beiden Gals über ihre gemeinsame Liebe zu einem "kleine Mädchen Anime" (damn, hättet ihr eine noch creepigere Übersetzung finden können? xD)
Es ist ein ähnliches Wish Fulfillment ohne große Reibung wie bei Second Prettiest. Ich mochte die beiden Gals hier aber etwas mehr - besonders Ichiji ist echt richtig gut drauf und uber genki (hat aber auch eine gute Auffassungsgabe), während Amane klar die Tsundere ist. Auch den Zeichenstil finde ich schöner. MC-kun ist dafür ne Ecke mehr self deprecating. Man könnte hier was aufziehen, dass Gals auf eine ähnliche Art sozial ausgeschlossen sind wie es Otaku auch sind - aber das macht die Show bisher nicht, die beiden sind ultrabeliebt in der Klasse.
Denn letztendlich ists die gleiche Schiene wie Second Prettiest.![]()

















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