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Thema: Ein Liebesbrief (an den RPG Maker)

Baum-Darstellung

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  1. #4
    Auf jeden Fall ein Text, der nostalgische Gefühle für die DIY Game-Kultur und der dazugehörigen Szene von anno dazumal schafft. Mein erster Kontakt mit dem Thema an sich war, wie bei vielen sicherlich, Vampires Dawn auf der Screenfun eines Bekannten von mir, allerdings war es nicht der erste Titel, den ich gespielt habe - das waren Mondschein und Eternal Legends. Mal davon abgesehen, dass man recht zügig erkannte, dass beide Spiele auf derselben Engine fußten, konnten sie unterschiedlicher wohl kaum sein und zeigten mir damit schnell, was mit diesem wundersamen Programm alles möglich ist (und da ich jünger war als du, La Cipolla, war ich wahrscheinlich mit einer noch weniger funktionalen Selbstwahrnehmung gesegnet als du zu jener Zeit). Nachdem ich nur wenig später und fatalerweise meinen eigenen Internetanschluss erhielt, erschloss sich mir abseits jeglicher Silberscheiben spielezentrischer Zeitschriften die komplette Vielfalt der damit erstellten Werke. Von absoluten Meisterwerken, die sich spielerisch und erzählerisch meiner Meinung nach damals wie heute mit kommerziellen Titeln messen können, bis zu totalem Trash war wirklich alles dabei und ich habe das Meiste davon tatsächlich verschlungen und geliebt. Bei Ersteren ist das selbstredend, aber auch Letztere hatten oft einen ganz eigenen Charme - quasi, als würde man nach dem Besuch prächtiger Paläste einen Abenteuerurlaub in einer heruntergekommenen Absteige machen, die einem noch viel mehr als Erstere den Eindruck vermittelten: D... Das kannst du auch!

    Jedenfalls ist das ein spielerischer Abschnitt meines Lebens, den ich nicht missen möchte. Man hat doch so einiges an Energie reingesteckt, sich auch durch die virtuellen Herausforderungen, die einem Hobbyentwickler jeglicher Couleur gestellt haben, zu kämpfen, sich bei so manchem Horrorspiel gegruselt oder erschrocken, schön gemappte Umgebungen bei sonorem MIDI-Gedüdel genossen und über einige Witze gelacht, die heutzutage nicht mehr bei einem zünden würden. Und wollte man selbst Erschaffer einer solchen Welt werden, war dies, wie bereits dargelegt, einfach und mit nur geringen Einstiegshürden möglich, und belohnte einen nach einiger Zeit doch mit der Einsicht in die Mächtigkeit dieser Software - wollte man in Ermangelung der eigenen funktionalen Selbstwahrnehmung eben nicht gerade jeden Millionenseller in den Schatten stellen. Aber auch solche Vorhaben gehörten dazu.

    Ich bin auf jeden Fall froh, dass die Community um diese praktischen Kleinode immer noch existiert und doch immer noch zahlreich Aufmerksamkeit im Form neuer und aktiv in Entwicklung befindlicher Projekte erfährt und dass es verschiedenen Personen immer und immer wieder gelungen ist, eine professionelle Karriere als Entwickler/in darauf aufzubauen und aus der Passion eine Berufung zu machen. Und außerdem habe ich jetzt das merkwürdige Verlangen, Monster Girl Therapy zu wishlisten.

    Geändert von Lio (Gestern um 22:35 Uhr)

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