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Held
Steelrising + DLC
Ich muss sagen, dass mir das französische Entwicklerstudio ja schon recht sympathisch ist. Die haben sich im Laufe der Jahre wirklich kontinuierlich weiterentwickelt, was die Qualität ihrer Spiele angeht. Das ist natürlich auch bei so schlechten Sielen wie Technomancer und Bound by Flame keine wirkliche Kunst, aber wenn man sich den Qualitätsprung ansieht ist das durchaus eine Leistung. Schon Greedfall war damals kein schlechtes Spiel und konnte in einigen Aspekten absolut überzeugen. Mit Steelrising - einem klassischen Souls Like - hat man das bislang beste Spiel veröffentlicht, ohne natürlich an die großen Vorbilder heranzukommen, dafür hat es dann doch ein paar zu viele Schwächen. Auffällig ist vor allem die wirklich extrem gelungene Grafik. Frankreich während der industriellen Revolution ist bereits als Setting sehr gut geeignet und gestaltet aber vor allem in den Vororten sieht es wunderschön und vor allem atmosphärisch aus. Auch die Schlösser und Höfe sind sehr schön designt. Problematischer ist es dann allerdings wenn man sich in den Städten bewegt. Die sehen zwar ebenfalls gut aus, sind aber so hoffnungslos verwinkelt, dass man dauernd die Orientierung verliert. Da helfen auch die Questmarker häufig nicht viel, weil man zwar sieht in welche Richtung man muss, aber häufig steht man vor irgendeiner Wand und muss dann erstmal den korrekten Weg suchen. Ich hab mich selten in einer Welt so verloren gefühlt, trotz zahlreicher Abkürzungen.
Spielerisch gibt es wenig überraschendes. Wie jedes Souls Like hat es 1-2 individuelle Eigenheiten, aber im großen spielt es sich sehr klassisch, wenn auch vor allem am Anfang teilweise je nach Waffe etwas "steifer". Das legt sich aber mit der Zeit. Das Spiel hat jedoch noch zwei weitere größere Schwächen, weshalb ich es nicht höher bewerten kann. Zum einen die Gegner. Die Standardgegner sind sehr wenig abwechslungsreich, vor allem wenn man es mit einem Lies of P vergleicht, dass eine sehr ähnliche Spielmechanik hat. Und die Bosskämpfe sind viel zu einfach und monoton. Man muss einfach nur draufhauen, das wars. Es braucht keine Taktik, abgesehen von zwei Bossen relativ früh im Game, kann man alle Bosse einfach im ersten Anlauf besiegen. Dadurch bleibt auch kein Boss in irgendeiner Form hängen.
Der andere Kritikpunk sind Charaktere, Dialoge und Story. Die NPCs sehen alle exakt gleich aus, ich konnte niemanden in irgendeiner Form unterscheiden, abgesehen vom einzigen Farbigen. Die Perückenträger alle absolut identisch. Auch sind die Dialoge und Story weder innovativ noch irgendwie spannend. Ich hab ehrlich gesagt irgendwann fast alles geskippt weil ich keine Lust hatte wir das durchzulesen. Weder bei den zahlreichen Sidequests noch bei der Hauptstory, das ist einfach komplett an mir vorbeigelaufen. Spielerisch hat es mich aber so sehr motiviert, dass ich darüber hinwegsehen kann. Wahrscheinlich ließt sich das auch alles gerade etwas schlimmer, als es ist, weil ich durchaus viel Spaß mit dem Spiel hatte. 7/10
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