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  1. #21
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Linda³ Again


    (Wichtelspiel von Ὀρφεύς)
    Wow, ich weiß gar nicht was ich dazu soll, das klingt alles sehr sehr spezifisch, ein spielbarer Snuff Film...?
    Dass es unterschiedliche Szenarien mit unterschiedlichen Zielen gibt, klingt aber sehr interessant, gerade wenn die Spielstruktur deutlich mehr open-ended ist. Da du nur das Nötigste gemacht hast, dient die Review als guter Einstiegshappen, man weiß jetzt worauf man sich einlässt und kann sich ggf. in den anderen Szenarios noch weiter investieren und wer weiß was für WTF?! Erkenntnisse gewinnen.

  2. #22
    Nach dem Lesen davon ist vollkommen klar, warum Orpheus das ausgesucht hat

    Ist aber schon ziemlich spannend. Nicht nur ein Kind der Zeit (den 90ern), sondern auch absolut unique. Heute würde man sowas ja kaum rauskriegen.

    Wie schnell warst Du denn etwa mit dem Fangen durch, gemessen an der recht kurzen Spielzeit von 9 Stunden? Irgendwie klingt das so, als hättest Du bereits nach 3 Stunden nix mehr zu tun gehabt *g*
    Kommt mir auch nicht so einfach vor, in unter 10 Stunden 120 Tierpaare zu fangen - oder hast Du irgendwas getan, dass das Spiel schneller vorbei ist?

    Weil man Tiere killt, wenn man zu stark ist, kommts mir sogar wie ein Puzzlespiel vor, bei dem man sich überlegen muss, in welcher Reihenfolge man was erledigt. Kann durchaus seinen Reiz haben.
    Was aber definitiv seinen Reiz hat ist der rohe Ton und der UNGLAUBLICHE Edge, den das Spiel hat. Das ist wirklich totaler Hammer, was Du da zeigst. Und es gab ja noch Gebiete, die Du gar nicht besuchen konntest. Der Vergleich mit den 90s OVAs sitzt da auf jeden Fall hart, die ja irgendwann ausgestorben sind. Dabei hatten die ja nicht nur krassen Content, sondern waren auch von der Produktion oft sehr stark.
    Zitat Zitat von Narcissu
    Besonders in Zeiten ohne Internetlösungen muss es cool gewesen sein, sich mit anderen Spielern auszutauschen, was man wie und wo findet.
    Du meinst mit der einen anderen Person, die das noch gekauft hat? *g*


    Was hat es mit dem Titel Linda³ eigentlich auf sich?

  3. #23
    Stand eine Weile auch auf meiner Liste, bis ich mich aus irgendwelchen Gründen näher damit befasst habe und es stante pede mit 'nem Rotstift wieder dick durchgestrichen habe. Nennt mich 'prüde' und 'Weichei', aber das, was ich an Ausschnitten im Netz gesehen habe, fand ich einfach nur widerlich und ekelhaft. (sinnlose und explizit dargestellte Gewaltexzesse, aus Geschlechtsteilen zusammengebastelte Monster... ... Denkt euch an dieser Stelle bitte einen kotzenden Smiley in XXXXL.)
    BITE ME, ALIEN BOY!

    Spiele gerade: The Cruel King and the Great Hero, Mana Khemia: Student Alliance
    Zuletzt gespielt: Nekketsu Tairiku: Burning Heroes, Wild Arms 3, Das Geheimnis von Brownsea Island
    Best games ever: Paper Mario: The Origami King, Tales of the Abyss / Vesperia / Symphonia / Legendia, Professor Layton vs. Phoenix Wright: Ace Attorney, Zelda - Skyward Sword / Ocarina of Time / The Minish Cap, Kingdom Hearts 2, Dragon Quest VIII & XI, Okami, Ace Attorney-Reihe, Ghost Trick, Shadow Hearts - Covenant, Suikoden Tierkreis, Final Fantasy 6, 7, 9 & 12

  4. #24
    Zitat Zitat von Klunky Beitrag anzeigen
    Wow, ich weiß gar nicht was ich dazu soll, das klingt alles sehr sehr spezifisch, ein spielbarer Snuff Film...?
    Dass es unterschiedliche Szenarien mit unterschiedlichen Zielen gibt, klingt aber sehr interessant, gerade wenn die Spielstruktur deutlich mehr open-ended ist. Da du nur das Nötigste gemacht hast, dient die Review als guter Einstiegshappen, man weiß jetzt worauf man sich einlässt und kann sich ggf. in den anderen Szenarios noch weiter investieren und wer weiß was für WTF?! Erkenntnisse gewinnen.
    Ja genau Ich bin mir nicht sicher, wie sehr sich die Szenarien untereinander ähneln. A und B wohl sehr, aber C scheint dann doch einige Unterschiede zu haben. Wenn man alle gemeistert hat, gibt es in der PS-Version sogar noch ein Szenario D – eine Art True End.

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Wie schnell warst Du denn etwa mit dem Fangen durch, gemessen an der recht kurzen Spielzeit von 9 Stunden?
    Irgendwie klingt das so, als hättest Du bereits nach 3 Stunden nix mehr zu tun gehabt *g*
    Tatsächlich hatte ich das Ziel von 30 Monstern geschafft, bevor ich überhaupt den zweiten Punkt in der Story gemacht habe, schlicht und ergreifend, weil ich den Ort nicht gefunden habe, zu dem ich hinmusste
    So nach 5h war ich mit dem Fangen fertig und die anderen 5h waren dann hauptsächlich Story. Ich hätte aber noch etwas mehr von der Welt erkunden können, aber auf 20h wäre ich auch so vermutlich nicht gekommen in Szenario A.


    Zitat Zitat
    Kommt mir auch nicht so einfach vor, in unter 10 Stunden 120 Tierpaare zu fangen - oder hast Du irgendwas getan, dass das Spiel schneller vorbei ist?
    Man hat zwar ein Zeitlimit (7 Jahre oder so? bin mir nicht ganz sicher), aber das muss man nicht ausreizen. Wird man in Szenario A/B auch vermutlich nicht. Man kann aber tatsächlich den letzten Storypunkt inkl. Endboss in Szenario A ignoriere und schon ins All aufbrechen, was auch ein bisschen lustig ist Habe ich aber nicht getan.

    Zitat Zitat
    Weil man Tiere killt, wenn man zu stark ist, kommts mir sogar wie ein Puzzlespiel vor, bei dem man sich überlegen muss, in welcher Reihenfolge man was erledigt. Kann durchaus seinen Reiz haben.
    Ja genau, am Anfang geht es noch, weil man einfach schwächere Waffen ausrüsten kann. Später ist man auch damit zu stark, dann kann man höchstens noch niedriglevelige Hunde die Arbeit machen lassen. Außer man spielt auf Hard, dann kann man nicht mal Hunde als Partner haben D:[/QUOTE]

    Zitat Zitat
    Du meinst mit der einen anderen Person, die das noch gekauft hat? *g*
    Damals in Japan gab es vermutlich ein paar Verrückte – sonst hätte es vermutlich keine zwei Ports/Remakes bekommen

    Zitat Zitat
    Was hat es mit dem Titel Linda³ eigentlich auf sich?
    Ich vermute, es kommt daher, dass es drei Szenarien gibt (und um Linda dreht es sich ja eh immer)^^


  5. #25
    Root Film



    Root Film ist der spirituelle Nachfolger von Root Letter, einem der dümmsten Spiele, in deren fragwürdigen Genuss ich jemals kam.

    Doch obwohl Root Letter so dumm war, mochte ich die Prämisse und das Setting doch recht gern. Meine Hoffnung war, dass Root Letter quasi das Setting nutzt, aber sonst sein eigenes Ding macht.

    Und das hat es größtenteils. Ein Meisterwerk habe ich freilich nicht erwartet, aber das Spiel ist ausgesprochen hübsch und größtenteils gefällig.



    Während Root Letter eine persönliche Mystery-Geschichte um das Verschwinden eines Mädchens erzählt hat, ist Root Film ein ziemlich klassisches Murder-Mystery-Spiel, in dem man als Gruppe bei diversen mehr oder weniger unabhängigen Mordfällen ermittelt.

    Man spielt dabei einen jungen Regisseur, der von seiner Assistentin, dem Kameramann und einer jungen Schauspielerin begleitet wird. Zwei Kapitel spielt man zudem aus der Perspektive einer Schauspielerin und ihrer Managerin.

    Thematisch ist also alles im Film angesiedelt. Es geht viel um Filmtechnik und die Mordfälle werden zumindest teilweise dadurch gelöst, dass man zur Tatzeit vor Ort ist und der Kameramann alles mitfilmt.

    Ansonsten ist das Gameplay sehr klassisch: Man wählt auf der Map Orte aus, interagiert mit NPCs und sammelt Hinweise. Am Ende konfrontiert man die Täter (oder auch andere Beteiligte) und muss sie mit den gesammelten Hinweisen überführen.



    Der Cast ist dabei grundlegend sympathisch. Die Charaktere sind nicht besonders tief, aber das Miteinander ist nett und es gibt einiges an Banter. Das Spiel profitiert dabei auch von einer wesentlich besseren Lokalisierung als Root Letter.

    Allgemein wird auf bewährte Tropes gesetzt und nichts an der Story oder den Figuren sticht wirklich hervor. Was aber definitiv hervorsticht, ist die Optik des Spiels: Root Film ist wirklich schön. Das war auch der Hauptgrund, weshalb ich dem Spiel eine Chance gegeben habe.

    Die Charakterdesigns sind sehr ansprechend, die Hintergründe detailliert. Sie bilden größtenteils echte Locations ab und wie Root Letter fühlt sich auch Root Film teils wie Lokaltourismus-Werbung an.

    Besonders schön fand ich, dass die Charaktere nicht wie in den meisten VNs einfach als statische Bilder im Vordergrund stehen und in die Kamera schauen, sondern in verschiedensten Posen dynamisch in den Hintergrund integriert ist. Das macht echt viel aus und lässt alles lebendiger Leben.



    Die Tiefpunkte von Root Film sind eindeutig die Motive der Antagonisten. Ein Mann bringt seinen Zwillingsbruder um, weil er es satt ist, unter dessen Asthma zu leiden, da er diese durch die übernatürliche Zwillingsverbindung immer spürt, als wären es seine eigenen Anfälle.

    Besser noch: [insp]Bei gleich zwei Charakteren wird später wie aus dem Nichts erwähnt, dass sie unter einer tödlichen Krankheit leiden. Und der Hauptantagonist hat alle Morde im Namen der Kunst inszeniert, um den Hauptcharakter zu einem besseren Regisseur zu machen[insp]. (????)

    Während das Spiel nie so unsensibel oder moralisch verwerflich wie der Vorgänger ist, ist es von der Dramatik und Plausibilität nicht gerade ein Meisterwerk. Das ist schade, denn der Aufbau hin zu diesen Momenten ist mitunter durchaus gelungen. Nur bei der Eskalation enttäuscht es eigentlich immer.

    Hinzu kommt, dass die friedliche Atmosphäre des ländlichen Shimane-Settings nicht so recht zu den konstanten Mordfällen passen will, die vom Cast auch nicht immer so richtig ernst genommen werden. Zumindest in der Hinsicht hat Root Letter besser harmoniert.



    tl;dr: Root Film glänzt primär durch sein Setting und die tolle Optik. Der Cast ist grundlegend sympathisch, aber flach. Das Spiel hätte passables Comfort Food sein können, aber leider scheitert es an der Dramatik und den hanebüchenen Motiven der Antagonisten. Na ja.

    Spielzeit: 13:45h
    Wertung: 5,5/10
    Bingo-Feld: Visual Novel


  6. #26
    Ich finde Deine Hingabe zu dieser Reihe an irgendwie crappigen Spielen ja echt cool! Ich hab auch schon die Letter-Teile gekauft, aber bis ich dahin mal komme, die zu spielen... puh xD

  7. #27
    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Ich finde Deine Hingabe zu dieser Reihe an irgendwie crappigen Spielen ja echt cool! Ich hab auch schon die Letter-Teile gekauft, aber bis ich dahin mal komme, die zu spielen... puh xD
    Zumindest sind sie nicht allzu lang^^ Aber ja, hiermit ist diese Reise nun auch (hoffentlich permanent) beendet.


  8. #28
    Timespinner



    Die beliebtesten Metroidvanias der letzten Jahre kamen größtenteils aus der anspruchsvollen Ecke. Auch von den dreien, die ich letztes Jahr gespielt haben, waren zwei sehr knackig (Nine Sols und Silksong) und eins moderat herausfordernd (Bō: Path of the Teal Lotus).

    Deshalb wollte ich mal wieder ein Spiel aus dem Genre spielen, das etwas einsteigerfreundlicher und vom Umfang kompakter ist – und da fiel meine Wahl auf Timespinner.

    Man spielt eine junge Frau von einem Clan der namensgebenden Timespinner, von denen alle X Jahre jemand auserwählt wird, um … tja, das weiß ich schon gar nicht mehr. Jedenfalls wird bei der Zeremonie der Clan der Familie von einem bösen Imperium umgebracht, während die Protagonistin in die Vergangenheit reist, um Rache zu nehmen und dieses Gräuel ungeschehen zu machen.



    Doch dort lernt sie, dass die ganze Sache nicht so einfach ist, und das Imperium zwar durchaus problematisch ist, doch auf beiden Seiten Dinge getan wurden, die die Lösung des Problems nicht einfach machen. Die Wahl, was man letztlich tun will, ist der Kern der Narrative, auch wenn es letztlich auf ein „esoterisches“ True End hinausläuft, so man denn will.

    Spielerisch entfernt sich Timespinner nicht weit vom Genre-Standard. Mit der Zeit erhält man diverse Traversal-Abilitys, mit denen man sich neue Teile der Welt erschließen kann.

    Zudem kann man zwischen Vergangenheit und Gegenwart reisen, doch erstaunlicherweise wird diese Mechanik kaum wirklich kreativ genutzt. Zwar beeinflussen Änderungen in der Vergangenheit die Gegenwart gelegentlich, aber das gilt primär für storyrelevante Roadblocks und ein paar Kleinigkeiten. Mit Spielen wie z. B. The Legend of Zelda: Oracle of Ages, wo die Zeitmechanik Dreh- und Angelpunkt zahlreiches Puzzles ist, ist das nicht zu vergleichen, was leider etwas enttäuschend ist.

    Zudem kann man kurz die Zeit stoppen, was im Kampf nützlich ist und für manche Puzzles genutzt werden muss, primär, um optionale Items und Upgrades zu finden. Aber auch mit der Mechanik wird viel weniger gemacht, als möglich gewesen wäre.



    Trotzdem kommt ein guter Spielfluss auf, vor allem dann, wenn man eine neue Traversal Ability erhalten hat und dadurch Schätze in besuchten Gebieten plündern kann.

    Man kämpft mit Energiekugeln, sogenannten Orbs, wobei man je eine in jeder Hand hat und abwechselnd damit zuschlägt. Es gibt eine breite Vielzahl von Kugeln, die unterschiedliche Stärke, Reichweite und Nebeneffekte haben. Zudem kann man durch Aufladen einen starken Angriff abfeuern – oft ein Fernkampfangriff.

    Timespinner ist zudem ein halbes RPG, denn man levelt normal auf und wird so stärker. Auch die Orbs werden stärker, je öfter man sie benutzt. Zwar skalieren diese Verbesserungen nicht so krass wie in RPGs, aber Kämpfe haben zumindest stets einen Gegenwert, was mir gefallen hat.



    Leider fühlen sich sowohl die Bewegung im Spiel als auch die Kämpfe nicht sehr dynamisch an und erinnern eher an ein SNES-Spiel als an Metroidvanias der Neuzeit. Das muss nicht schlecht sein, aber mag es eher, wenn alles fließend ineinander übergeht. (Aus dem Grund kam ich auch nicht so wirklich in Symphony of the Night rein, als ich es mal vor ein paar Jahren ausprobiert habe.)

    Ansonsten ist noch die nette Pixelgrafik zu erwähnen. Besonders die Bosse sind vom Design teilweise richtig stark. Auch die Musik ist recht eingängig. Oh, und man hat diverse süße tierische Begleiter zur Auswahl, die man in der Welt findet und die einem auf diverse Art im Kampf helfen.




    tl;dr: Timespinner tut, was es soll, setzt aber keine neuen Maßstäbe. Es ist in erster Linie ein anfängerfreundliches und seichtes Metroidvania mit gutem Spielfluss, aber wenig Tiefe. Die Handlung ist erstaunlich präsent, bewegt sich aber auch in bewährten Bahnen.

    Spielzeit: 06:30h
    Wertung: 6,5/10
    Bingo-Feld: Hübsches Metroidvania


  9. #29
    Pokémon Ultrasonne



    Kaum ein Pokémon-Spiel wurde so umstritten aufgenommen wie Sonne und Mond. Die 7. Generation versuchte es mit so einigen Änderungen, allen voran die Abschaffung der klassischen Arenen. Stattdessen begibt man sich auf Inselwanderschaft und absolviert diverse Prüfungen.

    Schauplatz ist die Region Alola, die offensichtlich von Hawaii inspiriert ist und innerhalb der Serie einen großen Wiedererkennungswert hat. Natur, Kleidung, Kultur, Namen, Sprache, Pokémon – die Einflüsse sind überall klar und deutlich zu spüren. Das war für mich auch vor dem Spielen schon einer der größten Reize des Spiels, zumal ich südliche Inselsettings ohnehin immer sehr gern mag.

    Sonne und Mond sind leider sehr handholdy. Regelmäßig wird man von Zwischensequenzen unterbrochen und der „freie“ Spielfluss der früheren Generation, der schon in der 5. und 6. Generation zurückgegangen ist, erreicht hier einen Tiefpunkt für die Serie.



    Trotzdem war es nicht so schlimm wie befürchtet und im Gegensatz und X/Y fand ich die Geschichte und die Figuren auch deutlich interessanter. Man begleitet die junge Lilly und ihr Pokémon Cosmog durch die Welt – und sie ist eigentlich die wahre Hauptfigur. Im Laufe der Reise entwickelt sie sich von einem verunsicherten Mädchen zu einer jungen Frau, die bereit zu kämpfen ist.

    Es ist natürlich eine urklassische Geschichte und Pokémon setzt hier keine neuen Maßstäbe. Dennoch ist es innerhalb der Hauptserie wohl der größte Fokus auf Charakterentwicklung.

    Auch den Rest des Casts fand ich sehr angenehm. Ikonische Nebenfiguren wie Lola (eng. Acerola) und Tali kannte ich bereits von den Karten. Es war schön, sie mal in ihrem ursprünglichen Umfeld zu sehen. Jetzt weiß ich auch endlich, was der Kontext für eine meiner Lieblingskarten ist:



    Das Ersetzen der Arenen durch die Prüfungen finde ich von der Idee her nicht verkehrt, aber leider tut sich die Serie schwer damit, spaßige Puzzles und Minispiele umzusetzen. Sie sind entweder vollkommen trivial oder so tutoriallastig, dass man kaum selbst spielt. Das bremst den Spielfluss leider sehr aus. Die Abwechslung war zwar willkommen, aber besonders gelungen fand ich keine der Prüfungen.

    Die Prüfungskämpfe hingegen fand ich erstaunlich herausforderd und habe so einige Male fast verloren. Das liegt auch daran, dass die Prüfungsbosse Mitstreiter beschwören. Man kämpft also allein gegen mehrere Pokémon zugleich.

    Zum ersten Mal hatte ich (unbeabsichtigt) diesmal auch ein Team mit ziemlich langsamen Pokémon, von denen die meisten zu allem Überfluss defensiv nicht viel zu bieten hatten. Darum war ich deutlich mehr mit Heilen beschäftigt als in anderen Spielen. Mein MVP war definitiv Alola-Sleimok, das nicht nur kaum Schwächen hat, sondern auch ein richtiger Tank war.

    Wie immer war es mein Vorsatz, mein Team nur aus neuen Pokémon der Generation zusammenzustellen. Dazu habe ich auch die Alola-Designs gezählt, und weil ich viele davon sehr gelungen finde, bestand mein Team letztlich aus drei ganz neuen Pokémon und drei Alola-Formen von Kanto-Pokémon:




    (Ups, merke jetzt erst, dass Malamar gar nicht aus Gen 7 ist, sondern Gen 6. Oh well!)


    Ungünstig fand ich, dass das Spiel eine Art EP-Scaling benutzt, bei dem man gegen höherlevelige Pokémon mehr EP erhält und umgekehrt. Das sorgt dafür, dass das Grinding zunehmend undankbarer wird. Zudem geben Trainerkämpfe nicht mehr EXP als normale Kämpfe, weshalb sich der Zeitaufwand oft kaum lohnt. (Dieser Trend hat sich in Gen 8/9 leider noch verstärkt.)

    Erfreulich ist, dass man nun keinen VM-Sklave mehr im Team braucht, da die alle an beschwörbare Pokémon gekoppelt sind, auf denen man reitet, aber die man nicht „besitzt“ oder im Kampf nutzen kann. Das kam mir besonders deshalb zugute, weil ich bis zum Schluss kein Wasser-Pokémon für mein Team gefunden habe. (Nicht mal eine Wasserattacke hatte ich.)

    Das Finale mit Lilly und Lunala/Solegao fand ich richtig schön inszeniert. In den Dimensionsreisen bin ich außerdem beim 2. Versuch auf ein Raikou gestoßen und im Kampf lief die ikonische Musik aus Gen 2 Ich wusste nicht mal, dass das möglich ist – das war ein richtig magischer Wow-Moment!

    Team Skull hat mir auch gefallen. Die Designs sind ikonisch und das Spiel nimmt sich hier überhaupt nicht ernst, was mir besser gefallen hat als dieser Mittelweg zwischen böse und trottelig, den die meisten Spiele nach Gen 2 gewählt hatten.

    Postgame gibt’s natürlich viel, vor allem da es ja Ultrasonne ist, aber da werde ich wohl nicht mehr machen, zumal ich die Ultrabestien selbst nicht allzu gern mag – auch wenn die Alien-Thematik mal was anderes ist.

    Von den 3D-Spielen für DS/3DS ist es wohl das hübscheste, leider laggt es dafür in den Kämpfen aber manchmal und die Menü- und Kampfführung ist (wie bereits in Gen 6) etwas zu träge.



    tl;dr: Ja, die 8. Generation ist handholdy, aber zugleich auch deutlich charmanter von der Welt und den Figuren. Zudem zähle ich sie zu den schwierigeren Teilen – was aber auch an meinem Team gelegen haben könnte. Das Spiel hat durchaus seine Probleme, aber ich mag das Alola-Settig sehr. Das Spiel wird mir sicher stärker in Erinnerung bleiben als X/Y.

    Spielzeit: 22:05h
    Wertung: 7,5/10
    Bingofeld:
    Creature Collector


  10. #30
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Die Prüfungskämpfe hingegen fand ich erstaunlich herausforderd und habe so einige Male fast verloren. Das liegt auch daran, dass die Prüfungsbosse Mitstreiter beschwören. Man kämpft also allein gegen mehrere Pokémon zugleich.
    Ich erinnere mich noch dunkel an die erste mit Allola-Rattikarl - die hat mir damals richtig Kopfzerbrechen bereitet, weil ich einen Psycho-Mono-Run durchgeführt habe. Witzigerweise auch mit Calamanero/Iscalar als Starter.

    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Postgame gibt’s natürlich viel, vor allem da es ja Ultrasonne ist, aber da werde ich wohl nicht mehr machen, zumal ich die Ultrabestien selbst nicht allzu gern mag – auch wenn die Alien-Thematik mal was anderes ist.
    Shame. Ich fand das aber auch nicht mehr wirklich gut - ist, gerade mit diesen Warpzonen auch eher so ein Collector-Ding. Da gab's Shinys mit einer höheren Wahrscheinlichkeit.

  11. #31
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich noch dunkel an die erste mit Allola-Rattikarl - die hat mir damals richtig Kopfzerbrechen bereitet, weil ich einen Psycho-Mono-Run durchgeführt habe. Witzigerweise auch mit Calamanero/Iscalar als Starter.
    Ooh, Mono-Runs sind da natürlich auch spannend! Mein Team war da auch teils recht unausgeglichen, zwischenzeitlich hatte ich 3-4 Unlicht-Pokémon im Team

    Zitat Zitat
    Shame. Ich fand das aber auch nicht mehr wirklich gut - ist, gerade mit diesen Warpzonen auch eher so ein Collector-Ding. Da gab's Shinys mit einer höheren Wahrscheinlichkeit.
    Habe das auch nur so drei-, viermal ausprobiert und dann im Netz nachgeschaut, was es da so alles gibt. Schon echt cool, wie viele Legendäre man auf diese Weise bekommen kann
    Geändert von Narcissu (07.04.2026 um 15:33 Uhr)


  12. #32
    Yaga



    Yaga ist ein rumänisches Action-RPG (wenn man es so nennen will), in dem der Schmied Ivan vom Tsar einen unmöglichen Auftrag nach dem nächsten bekommt, während seine Großmutter unbedingt will, dass er eine Frau findet, und die Hexe Yaga ihn ständig zu manipulieren versucht.

    Yaga ist tief in der slawischen Märchen- und Mythenwelt verankert. Menschen, Kreaturen, Kultur, Umgebung und Musik sind alle sehr markant slawisch. Das hat mir richtig gut gefallen, denn ich habe erst wenige Games gespielt, die diesen Bereich abdecken.

    Die Entwickler beschreiben es selbst so:
    Zitat Zitat
    The world of Yaga is a world steeped in Slavic folklore and ancient Pagan beliefs. Featuring a head-bobbing Romanian hip-hop soundtrack from Subcarpați and striking, hand-drawn 2D artwork. Yaga is an authentic love letter to childhood fables from Romanian indie developer, Breadcrumbs Interactive.
    Der Gameplay-Loop sieht so aus: Man nimmt im Dorf eine Haupt- oder Nebenquest an, begibt sich zum Zielort (beim Verlassen des Dorfes wählbar über ein Menü) und erkundet dort eine (prozedural generierte?), in sich geschlossene Map. Dort findet man Gegner, Schätze und weitere Miniquests vor, bekämpft gelegentlich einen Boss und entdeckt hier und da noch ein Geheimnis.



    Yaga hat relativ klassisches Crafting (man Schmied Ausrüstung für Ivan), aber auch diverse ungewöhnliche Mechaniken. So steigt bei der Verwendung von Items eine Unglücks-Anzeige. Ist diese gefällt, so verliert man kontinuierlich Geld, bis man das Unglück wieder entfernt hat.

    Level Ups finden stets nach der Stage statt und man darf sich einen von drei (zufälligen?) Boni auswählen. Die RPG-Elemente sind also da, aber recht schwach ausgeprägt. Zahlreiche Entscheidungen, die man im Spiel trifft, haben da größere Auswirkungen auf die Fähigkeiten und Statuswerte von Ivan als Kämpfe und Level Ups.

    Die Kämpfe selbst sind sehr basic. Man kämpft in einer geschlossenen Arena gegen meist eine Handvoll Gegner. Es gibt eine gewisse Auswahl und alle Gegner haben eigene Patterns. Im Endeffekt laufen die Kämpfe aber meist sehr ähnlich ab: Angreifen, ausweichen, angreifen, ausweichen. Den Hammer von Ivan kann man im Nahkampf nutzen, aber auch werfen. Man hat auch einen Schild und ein paar Tools wie einen Enterhaken, die ich aber im Kampf kaum genutzt habe.

    Es fühlt sich alles nicht furchtbar dynamisch an. Auch auch den Eigenheiten wie Unglück als Stat hätte man mehr machen können und herausfordernd ist es auch spätestens dann nicht mehr, wenn man Heilitems im Überfluss hat. Zugleich frustrieren die Kämpfe aber auch nie. Sie sind zwar zahlreich, aber meist auch sehr schnell vorbei. In dem Sinne ist es ein zweckmäßiges und schmerzloses System. Kein Highlight, aber auch kein Dealbreaker.



    Schön ist, dass die Sidequests sich oft genauso gewichtig anfühlen wie die Hauptquest. Zwar findet die Präsentation fast ausschließlich über Dialoge statt. Diese sind aber oft sehr liebevoll geschrieben und fühlen sich an wie klassische Geschichten aus Märchen und Folklore. Manchmal vermisst ein Bauer eine Ziege, manchmal muss man zwei Menschen verkuppeln. Immer wieder begegnet man fremden Völkern und Fantasiegestalten.

    Dabei hat man fast immer die Wahl, wie man vorgehen will. Bei einem Disput zwischen zwei Parteien kann man in der Regel Partei ergreifen und entscheiden, ob man die Sache friedlich oder im Kampf löst. Etliche der Sidequests haben also verschiedene mögliche Ausgänge. Wir haben uns natürlich fast immer gegen die Menschen entschieden, wenn es um einen Konflikt zwischen Menschen und Tieren oder Fabelwesen ging :P

    Auch in den Hauptquests kann man solche Entscheidungen treffen. Wir haben den Tsar beispielsweise ständig verarscht. Statt dem Trank der ewigen Jugend hat er nur irgendeine nutzlose Brühe von uns bekommen. Das hat dazu geführt, dass er am Ende auch in einem heißen Kessel verbrannt ist – oh well. *shrug*

    Es ist jedenfalls schön, dass Entscheidungen ein solcher Wert beigemessen wird. Dadurch fühlt sich auch das Ende sehr befriedigend an.

    Zwischendurch wird es zwar durchaus mal repetitiv, weil die „Dungeons“ sich alle gleich spielen. Aber das Spiel ist kurz genug und hat genug Vorzüge, dass ich gut darüber hinwegsehen kann.

    Und zum Schluss noch zwei Beispiele für die doch sehr einzigartige Musik:





    tl;dr: Yaga ist ein wirklich schönes Spiel, dessen Gameplay zwar nur zweckmäßig ist, aber das mir durch seine liebevolle und charakterstarke Darstellung der slawischen Folklore sicher lange in Erinnerung bleiben wird. Empfehlung!

    Spielzeit: 09:00h
    Wertung: 7,5/10
    Bingo-Feld: Märchen
    Geändert von Narcissu (07.04.2026 um 15:23 Uhr)


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