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Ritter
Ein (wahrscheinlich) eher kurzes Review, weil es auch gar nicht so viel zu sagen gibt.
The Death | Thần Trùng

Thần Trùng ist keineswegs fürs Klo. Das kann man wirklich nicht sagen. Und ohnehin: Spiele, in denen ein Klo vorkommt und man dieses sogar benutzen kann, haben bekanntermaßen ja einen Bonus verdient. Leider hat mich dieses vietnamesische Horrorspiel aber auch nicht sonderlich überzeugt.
Thần Trùng – so heißt nicht nur das Spiel, sondern auch die Entität, die im vietnamesischen Volksglauben existiert. Dabei soll es sich um einen Todesgeist handeln, der aus frisch Verstorbenenen Informationen zu ihren nächsten foltert, um diese dann ebenfalls umbringen zu können. In einem Apartmenthaus in den nassen Seitengassen von Hanoi kommt der namenlose Protagonist genau diesem Phänomen auf die Spur.

Das alles ist in die meistens nicht besonders mitreißende Geschichte einer Familie eingebettet, die mal im selben Apartmenthaus gelebt hat. Eine Liebe, die nicht hat sein sollen, viel übertriebene Kontrolle auf der elterlichen und viel Groll auf der Seite der Tochter und schon kommt es zu einem Deal mit dem eponymen Wesen.
Das Spiel handelt sich um einen Walking Simulator, der auf düstere Klänge, ein paar Licht- und Gruselmusel-Effekte und vor allem eine Menge Jumpscares setzt. Schade ist also vor allem, dass sich trotz des Settings, das manchmal auch wirklich ankommt, alles sich auf eine Art und Weise ausspielt, die dann eben doch gänzlich banal und unbesonders ist, was Horror betrifft. Das ganze könnte auch PT: Vietnam heißen, oder wie eben jedes andere dieser immer gleichen, seichten Horrorgames, die nicht viel mit sich anzustellen wissen. Hell, im neuen Genshin Impact Modus, in dem die Community selbst Spiele mit einer dafür zur Verfügung gestellten Game Engine bastelt, habe ich schon ein Spiel gespielt, das zwar clunky, aber ansonsten nicht weniger stimmungsvoll war.
Ich habe sowas früher auch gemocht und viel geguckt oder gespielt. Inzwischen sind meine Ansprüche an Horror aber andere und ich kann es auch nicht mehr sehen, wenn mit „entstellten“ Gesichtern Grusel erzeugt werden soll. Frische Horroransätze, die mal etwas anderes nehmen und den Horror daran aufzeigen – wie beispielsweise beim berüchtigen `Get Out` - zeigen, welches Potenzial im Genre noch verborgen liegt. Es ist aber schon wirklich krass, wie selten überhaupt versucht wird, mit dem Genre überhaupt neue Wege zu gehen.
Thần Trùng erhält dafür 3,5 von 10 Minigames, die auch etwas zu schwer für meinen Geschmack waren, aber wenigstens irgendwie in die Welt gepasst haben. So halb.
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