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Ritter
Tunche
Kleine Pause, aber meine Länderstreak setzt sich fort. Heute: Peru.

Am Rande des Amazaonas haben eine Gruppe von Abenteurer:innen ein Camp aufgebaut, um sich durch verschiedene Gegenden zu schlagen, um den namensgebendenen Tunche – eine mysteriöse Naturkraft – ausfindig zu machen. Alle von ihnen haben eine eigene kleine Geschichte, die gleichermaßen ihre Motivation erklärt, zu Tunche zu wollen.
Das Spiel ist ein Roguelike-Brawler. Man zieht prügelnd durch die Natur Südamerikas, um allerlei mundäne wie magische Wesen zu zerhauen. Das Gameplay funktioniert dabei mit jedem der fünf Charaktere in etwa gleich. Der eine ist langsamer als der andere und haut dafür etwas mehr rein, doch im großen und ganzen funktionieren alle Figuren gleich. Sie haben aber durchaus ihre eigenen Skilltrees und Fertigkeiten, die sich im Laufe des Spiels freischalten lassen. Wie stark die sich letztendlich voneinander unterscheiden, kann ich aber nicht wirklich sagen, da ich maßgeblich mit einer Heldin gespielt habe.

Neben dem Prügeln stößt man auch immer wieder auf ulkige Gestalten, die einem entweder etwas über die Welt und den Mythos von Tunche verraten und/oder auch diverse Boons anbieten, die man im jeweiligen Playthrough – oder darüber hinaus – aufwenden kann, um sich Vorteile zu verschaffen. Wie so oft in Roguelikes (oder -lites?) gilt aber, dass es Ressourcen und Fertigkeiten gibt, die man dauerhaft behalten darf, um zunehmend bessere Chancen auf ein siegreiches Abschneiden zu haben. Das ist auch nötig, denn im Verlauf seiner vier Settings kann Tunche schon mal knackig werden, wenn man mit Anfangswerten in die Schlacht geht.
Fertigkeiten schaltet man für einzelne Charaktere frei, manche Rewards und Verbesserungen aber auch gruppenübergreifend. Trotzdem ist das so aber nicht gaaaanz optimal. Denn eigentlich würde ich schon gerne mit allen Charakteren mal das Spiel durchspielen, habe aber eigentlich keine Motivation dazu, nach dem erfolgreichen Playthrough wieder mit einer noch kaum gelevelten Figur durchzustarten, mit der ich mich erst wieder mühselig in den mir bekannten Status kämpfen muss.
Also bleibt es vorerst dabei. Und ich werde nicht mehr sehen als Nayras volle Story, die über mehrere Panel-Collagen im Verlauf der Reise erzählt wird.

Die Stories sind nett, aber auch kein großer Wurf. Es hilft aber definitiv, dass alles so hübsch und charmant aussieht. Irgendwie hat das das Spiel für mich in jeder Hinsicht signifikant besser gemacht. Ich verstehe die vielen Steam-Stimmen, die sagen, dass an Tunche eigentlich wenig besonders ist, die Kämpfe, die über das Aufrechthalten von möglichst langen Kombos und vielfältigen Attacken funktionieren sollen, sich nicht total toll und rewarding anfühlen und auch der Progress ein bisschen uneven ist. All diese Aspekte sind aber durchaus voll okay und werden für mich echt durch die auditive und visuelle Präsentation gehoben. Vor allem fühlt sich hier alles aus einem Guss an.

Nachdem ich nach 11 Stunden das Ende erreicht habe, reicht das auch echt erst mal (vielleicht schaue ich für andere Charaktere und die Achievements noch mal rein), aber bis dahin hatte ich auch wirklich Freude und fand meine Zeit mit Tunche wirklich schön.
Ich vergebe 7,5 von 10 Familiendramen im Urwald.
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