Das ist ja eine convenient Ausrede, um nicht gud gitten zu müssen. :P Das Main Game ist immerhin der Easy Mode zum DLC.
Aber im ernst: Wie ich in meinem Review zum Ausdruck gebracht habe, gilt der größte Anteil meiner Kritik ja der DLC-Erfahrung. Was nicht heißt, dass ich nicht finde, dass meine Punkte nicht auch im Rest des Spiels spürbar sind, wo sie mich aber noch nicht (so stark) gestört haben. Weil sie eben erst dann auffallen, wenn das Spiel eine gewisse Schwierigkeitsschwelle überschreitet.
Das eine sage ich, ja. Das andere nicht. Ich nehme Lies of P den Diebstahl ja nicht mal übel und habe es auch zu keiner Zeit darauf reduziert. Auch wenn auch beispielsweise die von mir gelobten NPC-Interaktionen ebenfalls konzeptionell nicht grundlegend von der FromSoft-Formel abweichen, habe ich sie hier gelobt, weil sie mir in relevanten Nuancen eben doch besser gefallen.
Ich mag das dodgerollen, ja, eindeutig. Ich würde nicht per se sagen, dass das eine per se mehr Geschick erfordert als das andere. In Bloodborne mochte ich die Parry-Mechanik (die natürlich aber auch viel großzügiger ist) und auch in Sekiro, das ja viel mehr Wert auf Parrys legt und das mir beim zweiten Spielen auch mehr gefallen hat als beim ursprünglichen Kontakt, komme ich damit gut klar. Und ich habe auch noch mal in mein Review reingelesen und stelle fest, dass ich durchaus explizit werde, was genau mein Problem ist und warum ich Lies of P unterstelle, dass es nicht alles versteht. Es geht mir, anhand vom Bloodborn-Beispiel, maßgeblich um die Spielendenführung. Dass es sich vermittelt, was Lies of P in relevanten Momenten leider nicht tut. Man kann natürlich auch finden, dass ein Spiel einen nicht führen oder mit sich vertraut machen muss und das die Aufgabe der spielenden Person ist, aber das sehe ich einfach anders. Und dass das Spiel durch seine Souls-Verwandtschaft Erwartungen weckt und ja durchaus Souls-Leute als Spielende möchte, dann aber nuancierte (und per se nicht mal notwendigerweise schlechte) Gameplayveränderungen anstrebt, ohne aber mit einer entsprechenden Führung aufzuwarten und das Relevante halbwegs zu erklären. Für mich ist das Gewöhnen an ein Spiel keine Einbahnstraße und ja, da finde ich, dass Neowiz es nicht versteht, sich in der Hinsicht zu vermitteln, was das zentralste Element meiner Kritik ist. Es ist ein Spiel, das letztlich nicht nur eine Schwierigkeitsabfrage ist, sondern Spaß machen will. Und mir hat es deswegen weniger und zeitweise im DLC sogar gar keinen Spaß gemacht. Ich finde nicht, dass das grobe oder unfaire Kritik ist. Und selbst wenn, fände ich das in meinem subjektiven Erfahrungsbericht okay. Ich schätze jedenfalls, Neowiz kann nach dem Buzz um ihr Spiel durchaus damit leben, dass irgendein deutscher Forenuser in seinem Review bei einer immer noch recht guten Wertung schreibt, sie hätten was nicht verstanden, was er an den besten Genrevertretern mag.(Ich würde heute btw auch Dark Souls unterstellen, etwas in Bezug auf die eigenen Stärken noch nicht verstanden zu haben, wozu es Bloodborne aber eben auch erst brauchte)
Darüber hinaus finde ich im Übrigen auch, dass es legitim wäre, ein Spiel schlechter zu bewerten, weil es für die eigenen Fähigkeiten oder wie sehr man sich sonst darauf einlassen kann zu anspruchsvoll ist.
Zu deinen anderen Punkten: Beide haben für mich keine große Rolle gespielt. Ich stimme dir grundlegend aber zu, dass es coole Ideen sind. Die Waffen-Modulierbarkeit wurde von mir nur weitestgehend ignoriert. Das liegt einfach daran, dass ich bei solchen Spielen immer bei einer Waffe bleibe, wenn sie mich begeistert und ich mich an sie gewöhnt habe. Das war in meinem Fall der Regenschirm, der natürlich auch ordentlich Stil hat. Da denke ich mir dann immer: Ja, andere Waffen sehen cool aus und hätten vielleicht auch andere Vorteile, aber ich brauche ja dann auch Zeit, um mich an sie zu gewöhnen und die ist die eventuelle Verbesserung dann nicht wert. Selbst bei wiederholten Playthroughs meiner liebsten Spiele in dem Subgenre lande ich oft immer wieder bei den gleichen Waffen.
Mit der aufladbaren letzten Pulse Cell ist es sicherlich so, dass sie die (An-)Spannung in den möglicherweise letzten Momenten eines Kampfes steigert und deswegen ein cooles, wenn auch nicht spielveränderndes Element ist. Ich erinnere mich aber nicht daran, dass es im Base Game jemals dazu gekommen wäre (dafür war ich einfach zu gud :P). Im DLC wiederum schon, aber da war ich ohnehin schon so genervt von manchen Bossen, dass ich die zusätzliche Spannung nicht mehr wertschätzen konnte.
Den Obelisken finde ich sogar auch ganz cool. Nur ist der auch irgendwie spannender als alle Monster, die danach auftreten und er ist ja auch so ziemlich das erste. Beim Kampfsystem stimme ich dir natürlich zu, dass es das wirklich nicht gebraucht hätte. Es entwertet ja auch irgendwie die kosmische Gefahr der Monster, wenn sie abschießbar sind. Und ist technisch auch einfach keine Meisterleistung gewesen. ^^ Wenn du aber ein Fan bist: Hast du von solchen Spielen (ob aktiv oder passiv) noch mehr konsumiert und wie schneidet The Shore für dich dann im Vergleich dazu ab?

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(Ich würde heute btw auch Dark Souls unterstellen, etwas in Bezug auf die eigenen Stärken noch nicht verstanden zu haben, wozu es Bloodborne aber eben auch erst brauchte)
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