Es ist ja bei sowas immer auch einigermaßen abstrakt, also fürchte ich, dass ich nicht viel konkreter werden kann. Aber grundsätzlich fängt das für mich schon damit an, dass sich das Spiel nicht davor scheut, einen mit afrikanischen Begriffen voll zu hauen, auch wenn man erst mal wenig davon kennt (in der konkreten Mischung sind sie ja auch extra für das Spiel aufbereitet worden und sonst eigentlich Gegenstände verschiedenster Kulturen). Da ich mich in meinem Studium viel mit verschiedenen Nigerianischen Kulturen auseinandersetze (allen voran Igbo und Yoruba) habe ich das ein oder andere wiedererkannt, sonst aber eben auch vieles nicht. Und das Spiel erklärt sich dahingehend ja auch gut und gerne, um diese Diskrepanz wett zu machen (nicht als Exposition Dump. Es macht so schon Sinn, weil der Protagonist für die meisten Gepflogenheiten in der Welt aufgrund seines Aufwachsens in so einer isolierten Community ja auch noch kein Wissen hat).
Unterschiede bestehen dann aber wirklich in den kleinen Mikroperspektiven auf bestimmte Dinge, selbst - oder gerade dann - wenn sie nicht aktiv, sondern nur nebenbei verhandelt werden. Was die Heirat der beiden zentralen Figuren für sie bedeutet und wie sich das im Alltag äußert. Wie Menschen miteinander sprechen, was selbstverständliche Teile ihres gegenseitigen Verständnisses sind und was nicht. Andere soziale Codes, eben. Das heißt nicht, dass man all diese Dinge nicht auch irgendwie als Tropes, Motive oder sowas kennt, aber wie sie sich insgesamt ausspielen ist anders. Also ja, vermutlich keine große Hilfe für das, was du wissen möchtest. ^^
Was das Kampfsystem angeht, sehe ich mich auch gar nicht wirklich als besonders geeignet an, um das zu beurteilen. Ich habe früh auf leicht gestellt, weil ich bis dahin zwar nicht überfordert war, aber auch gemerkt habe, dass es kein Spiel ist, bei dem mich ein Gameplay-Anspruch reizt. Heißt, ich will möglichst schnell durch die Fights kommen (auch weil es davon nicht wenige gibt) und das gelingt so eben am besten. Reines Mashen ist trotzdem nicht möglich, weil die Feinde schon meistens mit Möglichkeiten equippt sind, einen da zu unterbrechen und auch schnell die eigenen HP zu drainen. Positioning spielt im Kampf eben durchaus eine Rolle und sowieso habe ich mehr mit den Aurionic Abilities gearbeitet. Heißt: Möglichst so ausweichen, dass ich an einem ruhigen Ort AP auffüllen und mich eventuell heilen kann, dann so bewegen, dass die Gegner sich am ehesten groupen lassen und dann einen Zauber auf sie loslassen, der im besten Fall alle trifft und maximal effektiv ist. Und das dann wiederholen. Das war ein steter Ablauf, der für mich gut funktioniert hat. Könnte sein, dass das - gerade in den Bosskämpfen - auf höheren Schwierigkeitsgraden noch etwas mehr Koordination und Strategie erfordert. Das Potenzial dafür sehe ich, ich könnte nur nicht abschließend bewerten, ob sich das auch gut balanciert ausspielt.

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