So, halbe Summer und komplette Fall Season hab ich pausiert, jetzt gehts mal wieder los mit Ersteindrücken! Diesmal aber nicht mehr von allen Shows. Ganz ehrlich, das werden mittlerweile einfach zu viel. Sogar in dieser Season sinds wieder über 60 und habe das Gefühl, dass durch AI das auch nicht mehr weniger werden - außer die gesamte Industrie kollabiert.
Aber gut, genug der Vorrede, welche Shows hab ich im Gepäck?
Tamon's B-Side [1-2]:
Hier ist man gut aufgehoben, wenn man einen unterhaltsamen Spin auf extremes Idol-Simping sehen möchte. Die Dynamik zwischen Utage und Tamon ist durchaus unterhaltsam - weil beide im Prinzip zwischen zwei Rollen switchen. Utage ist einmal die rationale Haushaltshilfe von Tamon, kann aber auch zum UBER-Fan werden und seinen jämmerlichen Arsch hochpeitschen - gerade, wenn seine Depri-Seite wieder rauskommt. Denn Tamon selber ist eigentlich sehr schüchtern, depri und zurückhaltend, kann aber auch die Rampensau werden, wenn es hart auf hart kommt (hier kann man sich die Frage stellen, was davon seine "B-Side" ist - finde den Titel schon ganz cool gewählt). Im Prinzip besteht der Humor also daraus, dass diese 4 Persönlichkeiten aufeinanderprallen.Und dazu kommt natürlich, dass niemand herausfinden darf, dass Tamon so eine junge Haushaltshilfe hat, weil man ihr sonst vermutlich abgesägte Pferdeköpfe aufs Bett legt oder ihre Bude abbrennt. Denn auch Utages Freundinnen sind unglaubliche Fans von Tamon. Und die Romantik zwischen ihr und Tamon darf natürlich nicht zu kurz kommen - wo sie seine Avancen eher auf seine Rolle als Tamon statt dem "echten" Tamon schiebt. Mich haben die ersten beiden Episoden auf jeden Fall gut unterhalten (vor allem, als sie da im Kreis getanzt haben und vom "Töten" gesungen haben oder das Gespräch mit seinem Manager xD).![]()
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Gibt noch eine ganz witzige Sache hierzu: Es ist es von JC Staff, der gleichen Firma, die auch die katastrophale dritte Staffel von One Frame Man produziert hat. Und sagen wir mal - man sieht, in welche der beiden Shows mehr Herzblut reingeflossen ist *g*![]()
(aber so witzig ich das finde... es ist ziemlich Shit, was man mit OPM gemacht hat)
Journal with Witch (Ikoku Nikki) [1]:
Knapp würde ich sagen, die Show glänzt mit ihrer ruhigen, aber dennoch sehr eingängigen und wirkungsvollen Atmosphäre. Am Anfang wusste ich noch nicht so recht, was ich von halten soll, weil man zu dem Zeitpunkt keine Ahnung hat, in was für ner Beziehung die beiden Charaktere eigentlich stehen. Die Episode ist nichtlinear aufgebaut und springt ein wenig, aber ich fand die Schnitte unheimlich effektiv. Besonders wie die Gedanken von Asa ineinander fließen um einem dann zu zeigen, was passiert ist - beispielsweise, als sie von ihrer Einsamkeit (visualisiert durch Wüste) dahin driftet, was auf der Beerdigungsfeier passiert ist. Oder sie vom Tagebuch wieder in ihre Wüstenwelt driftet.Asas Eltern sind gestorben, und ihre Tante Makio hat sie bei sich aufgenommen. Nicht unbedingt widerwillig, aber zumindest uncharakteristisch für sie. Denn eigentlich kann sie nicht so gut mit Menschen. Und dieses einsiedlerische, dieses... "seltsame", wie die Show es beschreibt, ist es, was die Interaktionen der beiden dann so besonders machen. Makio kann zwar nicht mit Menschen, hat aber auch gesehen, dass die anderen Verwandten alles Arschgesichter sind, die Asa nur zwischen sich rumgereicht hätten. Denn von denen wollte sie definitiv keiner. Aber nun müssen die beiden sich arrangieren und es muss sich zeigen, ob sie miteinander klarkommen. Hierbei bringt die Ruhe und auch diese seltsamen, aber unglaublich menschlichen Interaktionen das, was Asa gerade empfindet, stärker rüber, als es jede laute Heulszene jemals könnte. Sie fühlt sich derzeit leer, eine Reaktion auf den plötzlichen Tod ihrer Eltern und der Ungewissheit über ihre eigene Zukunft.![]()
Ich mochte die Episode. Durch Timing und die Charakterinteraktionen wird eine gewisse Distanz gezeigt, aber die kippt nie so weit, dass man sich unwohl fühlt. Man merkt, dass Makio wirklich nett ist, aber halt einfach nicht so gut mit Menschen umgehen kann (weswegen Essen auch einer ihrer häufigsten Vorschläge ist *g*). Was es hierbei mit der "Hexe" auf sich hat weiß ich aber nicht. Im Japanischen heißt es ja "Ikoku Nikki", was so viel wie "Tagebücher aus einem fremden Land". Ich vermute, dass man dieses fremdartige in der Übersetzung mit der "Witch" rüberbringen wollte. Aber vielleicht hat es auch ne tiefere Bedeutung, die erst später ersichtlich wird (wurde Makio als eine Hexe bezeichnet, weil sie so absonderlich ist?).![]()
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Shiboyugi [1]:
Hat mir ebenfalls gefallen. Das hier ist aus dem Genre der - ich nenne es mal - ästhetischen Gewalt. Es geht um ein Death Game, bei der sechs Mädels in Maid Outfits (just roll with it) aus einem mit Fallen gespickten Haus entkommen müssen. Und oh boy, hab ich selten ein Death Game gesehen, was so auf artsy und ästhetisch macht. Das zieht sich durch alles durch - die musikalische Untermalung (sowie Stille!), die Szenen-Schnitte oder der Darstellung von Szenen, die nur Teile vom Screen einnehmen. Auch werden oft die Charaktere gesichtslos gezeichnet, weil sie innerhalb der Spiele austauschbar sind. Dabei ist Hauptfigur Yuuki schon ordentlich unhinged. Sie sieht die anderen zwar nicht direkt als Werkzeuge an, aber wenn sie sie so nutzen muss, dann tut sie es definitiv ohne Reue.Leute nehmen anscheinend an diesen Death Games teil, weil sie damit beispielsweise Schulden abbauen können. Sagen wir mal - alle werden das in der ersten Folge sicherlich nicht schaffen, denn die Stakes und Opfer werden in der ersten Folge direkt gezeigt. Dabei sieht man kein Blut, sondern das wird durch irgendeine andere Substanz ersetzt (was noch nicht klar erklärt wurde und ich bin mir nicht sicher, dass es das je wird - aber es sieht ästhetisch definitiv schöner aus *g*). Gerade zwei der Szenen - die in der Wasserkammer, bei der ein Schlüssel rumgereicht werden musste und das Ende waren dabei schon krass. Bei der Wasserkammer war es aber eher der psychologische Faktor, dass in dieser Situation mit den Kettensägen von oben noch recht ruhig erzählt wird, was hier eigentlich passiert - und wie sie im Prinzip bewusst die "Schwächste" opfern, weil die anderen sich den Schlüssel zuspielen um zuerst rauszukommen. Das war nicht subtil, hat aber stärker als viele andere Death Games diesen instinktiven Gedankenprozess gezeigt, der darauf abzielt, die eigene Lebenserwartung zu maximieren. Nicht, weil es so laut war - sondern weil es eher leise präsentiert wird.![]()
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Generell würde ich sagen, dass das die größte Stärke hiervon ist. Während in anderen Death Games viel rumgeschrien wird, überall Blut spritzt, ist es hier oft gespenstisch leise, was passiert. Und "gespenstisch" trifft es meiner Meinung nach durchaus, denn die Atmosphäre fand ich hier stellenweise enorm dicht. Die erste Folge hat auch Überlänge, was ich ziemlich passend fand. Leider weiß man von der Welt drumrum noch nicht besonders viel, und die Motivation von Yuuki ist auch unklar, warum sie an so vielen Death Games teilnimmt. Dem Stil der Show würde ichs eher zutrauen, dass hier einiges im Dunkeln bleibt, aber wer weiß.![]()
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