Ergebnis 1 bis 20 von 233

Thema: Klunkys Game Boy Challenge - ALLE Gameboyspiele die jemals existierten (2025 - 2035) - Aktuell: Turtles

Baum-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #11


    Teenage Mutant Ninja Turtles: Fall of the Foot Clan

    Durchspielbedingung: Das Spiel von Stage 1 aus an einem Stück durchspielen

    (Nicht wundern, in der Europa Fassung heißt es Hero Turtles)

    Ein weiterer Titel, den ich kenne und schon mal durchgespielt habe, vor 3 Jahren, um genau zu sein, war es auf meiner Liste der durchgespielten Spiele 2022.
    Das Game-Boy-Modul hatte mir damals ein Freund geborgt … oder geschenkt, denn ich besitze es immer noch und ich glaube nicht, dass er groß interessiert daran ist, es zurückzubekommen.

    So wertvoll ist es auch nicht; aufgrund der hohen Bekanntheit und dass es auf jedem Markt veröffentlicht wurde, ist das Spiel gebraucht recht günstig zu haben.




    „TMNT: Fall of the Foot Clan“ ist das erste von 3 Turtle-Spielen auf dem Game Boy, entwickelt von Konami. Als solches werden wir mit einem nur allzu typischen Phänomen von Konami Game Boy Spielen zu dieser Zeit konfrontiert - alle 5 Level stehen uns von Anfang an zur Auswahl zur Verfügung. Das Spiel liegt vor uns wie ein offenes Buch.

    Gemeinhin ist das Spiel vorbei, wenn man alle 4 Turtles verliert, die sozusagen jeweils ein Extra-Leben darstellen und sich trotz unterschiedlicher Waffen spielerisch in keinster Weise unterscheiden.
    Doch dank Stage Select könnte man im Anschluss auch in das Level einsteigen, das zuletzt erreicht wurde. Nun, einen Haken hat diese Sache dieses Mal jedoch schon.
    Nur wenn man alle 5 Level am Stück schafft, schaltet man den Epilog frei, sonst endet das Spiel sehr plötzlich.

    Obgleich ich diese Tat Jahre zuvor bereits vollbracht habe, habe ich mich nicht lumpen lassen, erneut das Spiel anzuwerfen, da ich Screenshots brauche und es ohnehin lediglich 20 Minuten lang ist. 
    Diese 20 Minuten sind nicht mal allzu intensiv, sodass es auch nicht schwer ist, das Spiel am Stück durchzuziehen.

    Das ist so ziemlich das größte Problem mit „Fall of the Foot Clan“: Zu einer Zeit, als Spiele teuer waren, in der man als Kind vielleicht 4–5 Spiele pro Jahr spielen konnte (wenn überhaupt), geht einem Turtles-Spiel wie diesem schnell die Puste aus. Möglicherweise ist man mit Spiderman besser beraten, das zwar auch nicht viel länger ist, aber man ist längere Zeit beschäftigt, bis man es zum Abspann schafft.




    Der Grund, warum Fall of the Foot Clan so einfach ist, ist, dass es ein unglaublich simples Spiel mit begrenzter Spieltiefe ist.
    Hier lag deutlich der Fokus auf der Präsentation. Die Figurensprites sind derart groß, noch größer als in Spiderman, dass auf dem Bildschirm nur wenig Platz bleibt.
    Weise wie Konami ist, haben sie deshalb auf Platforming-Passagen oder horizontale Projektile von gewöhnlichen Feinden verzichtet. Stattdessen kann man Fall of the Foot Clan fast schon als ein Reaktionsspiel bezeichnen.

    Wir haben hier einen typisch linearen Einweg-Scroller, bei dem uns alle paar Sekunden Feinde anspringen.
    Fast jegliche dieser Feinde lassen sich mit einem Treffer erledigen.
    Mehr als Schlagen und Springen ist nicht nötig. Es gibt zwar noch einen Shurikenwurf, doch der erscheint mir bei dem geringen Screen Space redundant, ich habe ihn nie wirklich gebraucht.

    Ein Großteil des Gameplays besteht darin, auf plötzlich auftretende Gefahren zu reagieren. Meistens sind das 2 Gegner, die von links als auch von rechts kommen. Dank großzügiger Hitboxen kann man jeden Feind von einigermaßen sicherer Reichweite erwischen.
    Mir erscheint nur, dass in New York generell wenig Schwerkraft existiert, da man mit einem Sprung sehr schnell, sehr viel Höhe gewinnt.

    Pro Tipp: Da es möglich ist, sich nach dem Schlag umzudrehen, kann man die Hitbox der eigenen Waffe in beide Richtungen streuen. Dadurch hat man selbst für die hektischsten Momente immer einen Ausweg.




    Ich werde mir dieses Mal nicht die Mühe machen, jedes Level genau zu beschreiben, da sie wesentlich weniger herausstechen.
    Häufig wechselt man mehrmals den Bildschirm im selben Level, dann geht's von der Straße in die Kanalisation, wieder zurück auf die Straße, erneut in die Kanalisation.

    Je nach Abschnitt gibt es dann die ein oder andere spezielle Gefahr, neben Footsoldiers als hauptsächlichen Antagonisten.
    Piranhas in einem Fluss, Roboter im Technodrom. An einer Stelle muss man herannahenden Motorrädern aus dem Weg springen, eine der seltenen Gelegenheiten, wo man überhaupt springen muss, denn das meiste Geschmeis lässt sich durch Schläge einfach parieren, sogar die Projektile der Bosse. (die einzigen Gegner mit Projektilen)
    Der erste Boss Rocksteady ist trivial, wenn man einfach stehen bleibt und permanent schlägt - wird der Boss getroffen, zieht er sich zurück.

    Sämtliche Bosse besitzen spartanische Bewegungsmuster, Shredder läuft sogar nur von links nach rechts und schwingt sein Schwert, falls man mal in Reichweite ist. (Shuriken können ihn wie die meisten Bosse nicht verwunden.)
    Viel Spiel bleibt einem dann auch nicht, da man sich in Rekordzeit durch die einfachen und streng linearen Level schnetzelt. Selbst wenn man mal getroffen wird, droppen häufiger mal Feinde eine Pizza, die 2 von 8 Lebensenergie-Punkten wieder auffüllt.




    Das einzige, was einem noch bleibt, um seltene Tropfen des Spielinhalt-Sirups rauszuquetschen, ist es, nach geheimen Stellen Ausschau zu halten, in denen sich ein „Bonus-Spiel“ versteckt.
    So kann man im ersten Level ein bestimmtes Fass zerschlagen, um dann in ein Nummernratenspiel mit Splinter transportiert zu werden.

    Man kennt die Schose: einfach immer die Hälfte des letzten Maximums raten und dann ist es unmöglich, zu verlieren, es sei denn, man versteht die Hinweise falsch, denn wenn die gesuchte Zahl z. B. kleiner ist, steht dort „Bigger“ und umgekehrt. Vermutlich soll das heißen, die eingegebene Zahl ist größer als die Gesuchte. Es wird einem beim ersten Mal jedoch garantiert dazu bringen, dass man das Spiel verliert. Mehr als das Auffüllen der aktuellen Leben kann das Spiel eh nicht bieten und da die meisten Bonusspiele am Anfang eines Abschnitts versteckt sind, bringt einem das auch nicht viel.

    Das andere der 2 Minigames ist ein Spiel, bei dem man Ziele mit einem Fadenkreuz rechtzeitig treffen muss. Was so leicht ist, dass es eigentlich direkt nach dem ersten Mal bereits langweilig wird.
    Und ein „Wer als Letztes zieht, verliert“ mit Krank, bei dem man beliebig viele Shuriken einer Reihe wegnehmen kann, solange zwischen diesen kein leerer Platz ist.
    Auch dieses Spiel lässt sich immer gewinnen, solange man nur anfängt, was man ohnehin immer tut.

    Insgesamt sind die Minispiele nichts, was einen vom Hocker haut, aber sie sind hochwertig präsentiert und man muss bedenken, dass derlei Spielchen für die Zeit und die junge Zielgruppe im digitalen Raum noch weitaus weniger ausgelutscht waren.
    Da es aber auch diesen Spielen auf lange Sicht an Tiefgang und Wiederspielwert mangelt, wird man „Fall of the Foot Clan“ in einer Mittagspause durchgespielt haben.
    Möglicherweise ließe sich das Spiel sogar in ein solches Mantra mit einbeziehen, wenn man ein hoffnungsloser Nostalgiker ist.




    Nicht unerwähnt lassen möchte ich die audiovisuelle Präsentation. Man sieht ja bereits auf den Screenshots das hochwertige Spritework der Turtles, welches sie so, wie man sie aus den Comics/der Serie kennt, einfängt und zwischen den Leveln einen narrativen Bezug herstellen.
    Doch auch die grafische Gestaltung innerhalb des Spiels ist dank der großen Sprites sehr ansehnlich. In Level 3 springt man zwischen Lastwagen und LKWs mit dem treibenden Soundtrack im Hintergrund, der unter anderem das Titelstück des Franchises beherbergt.

    Auch ist es eines der wenigen Game-Boy-Spiele, die bislang richtiges Parallax-Scrolling nutzen, um z.B. die Bewegung des Wassers in der Kanalisation zu animieren.
    Stellenweise findet man Vordergrund-Elemente, hinter denen die Figurensprites verschwinden können.
    Aufgrund der hohen Spritedichte mancher Layers können daher häufig nicht zu viele Gegner auf einem Bildschirm sein.
    Das führt ebenfalls zu häufigen Phänomenen wie Sprite-Flickering und Slowdowns. Weil sich das Spiel mehrmals an der Grenze der Hardware bewegt, hat es stellenweise nur weiße Hintergründe, um es funktional zu halten.

    Nichtsdestotrotz zählt Teenage Mutant Ninja Turtles: Fall of the Foot Clan grafisch und audiotechnisch zu den beeindruckendsten Game-Boy-Spielen, womit es die Lizenz adäquat einfängt.
    Es ist schlichtweg ein Turtles-Spiel, wenn auch eines, das viel zu schnell vorbei ist. Da gibt es auf den unzähligen Systemen bessere Alternativen, nur nicht für unterwegs zu der Zeit.

    Wertung: C

    Schwierigkeitsgrad: 41 %



    ---------------------------------

    NEXT UP: Irgendeinen japanischen Titel, den ich weder aussprechen kann, noch aufschreiben will

    Geändert von Klunky (Heute um 01:44 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •