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  1. #1
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Okay, kommt auf die Liste! *salutier*
    !

    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Danke für den Bericht – dann muss ich das Spiel in meiner Prio-Liste wohl noch mal weiter nach oben schieben :>
    !

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Wobei der Fanservice zu DDLC schon sehr stumpf, dreist und blatant zu sein scheint
    Also er ist sicher nicht versteckt oder subtil. Auf der oberflächlichen Ebene wohl auch nicht mehr als ein Nod. Kontext: Der Protagonist von Until Then ist ein Gamer und hat ein paar Spiele in der Library, die er irgendwann mal gekauft, aber nie angefasst hat. Eines davon ist das DDLC-Ripoff, das er aber ausmacht als der Twist kommt. Wie gesagt, kann man sicher nur als Nod auffassen. Für mich war es dann auch irgendwie ein symboler Wink auf den Alltag des Protagonisten.

    Zitat Zitat von Sylverthas Beitrag anzeigen
    Was meinst Du mit "Länge des Loops zufällig"? Du kannst doch explizit die Szenen auswählen, die Du sehen möchtest und musst nicht durch den Loop durch. So hab ich das gemacht, einfach alle Szenen abgegrast (weil ich ja auch beim 2. Durchgang die zufällig generierten Antworten erneut finden musste, sonst wär das ja echt hart geworden xD).
    Ähm, ja. Eventuell habe ich das auch erst nachher erfahren und wusste nicht, dass ich den Loop so umgehen kann. Ich hatte irgendwie intuitiv gedacht, dass die anwählbaren Szenen auf die Sache vorher beschränkt sind, sobald man aber das Quiz mit den Fragen machen kann, ist es gut. So kam halt immer eine zufällige Szene und das so oft bis die Kochszene wieder auftaucht. Und ich glaube, ich hatte dabei auch noch ein paar mal echt kein Glück, weil es teils wirklich wirklich lange gedauert hat, bis ich wieder dort ankam (und zwischendurch eben sieben mal die Maid-Szene stattdessen). Noch dazu habe ich eben auch nicht systematisch nach Antworten gesucht, sondern so gut wie möglich geskippt und beim Quiz dann einfach gehofft, dass mehr von dem kommt, was ich sicher weiß oder dass es durch das Ausschlussverfahren irgendwann selbstverständlich wird. Also ja, hart war es. Aber gerade weil es dadurch so nervig wurde schätze ich den Disturbance-Charakter der Sache vielleicht auch noch etwas mehr wert.

    ***

    Ghostpia Season One

    Fun Fact: Ich habe, als ich noch Until Then und Ghostpia für meine Challenge übrig hatte, irgendwie überlegt, dass ich mir Letzteres aufbewahren muss, um es zum letzten Spiel meiner Challenge zu machen. Weil ich wohl dachte, dass es vielversprechender ist als Until Then. Höhö. Fun Fact Ende.

    Ghostpia sieht erst mal sehr süß und auch wirklich charmant aus. Und… möglicherweise ist es das auch manchmal. Es ist auf alle Fälle sehr eigen und hat mit Until Then gemein, dass es eigentlich mehr ein spielbarer (oder in diesem Fall: weiterklickbarer) Film sein will. Und das funktioniert nicht mal schlecht, die Inszenierung passt jedenfalls ganz gut dazu, wenngleich man VN-typisch dennoch bei der Protagonistin bleibt und ihre Innenwelt erlebt.



    Im Kern drehen sich die Probleme der Charaktere – sogenannte „Ghosts“, auch wenn das keinesfalls heißt, dass sie die klassisch verstandenen Geister von verstorbenen Menschen sind – um ganz menschliche Dinge. Identität, Dazugehören, Freundschaft, Liebe und Glauben. Wie Ghostpia das Verhandeln dieser Probleme aber ausspielt, ist mindestens eigenartig.



    Mono- oder Dialoge sind oft ein bisschen off, Charaktere sowieso. Das meiste was passiert, macht nicht immer sofort Sinn und manchmal auch überhaupt nie. In Fragen der Welt- oder Menschensicht ist Ghostpia oft ganz interessant und betrachtet Dinge aus einer etwas anderen Perspektive. Das heißt aber noch nicht, dass ich auch verstanden habe, was mir damit genau vermittelt werden soll.



    Als Kontrast zum cuten Look ist das Spiel absurd brutal. Der obrige Screenshot ist wirklich noch nicht mal symptomatisch, sondern eher das untere Ende dessen, was das Spiel bietet. Diese Gewalt passt auch irgendwie in die Kreativität des Spiels, hat gleichzeitig aber auch den gleichen entfremdenden Effekt wie so ziemlich alle anderen kreativen Züge von Ghostpia. So dass mir dann auch die Momente, die emotional etwas mehr hitten sollen, eher am Poophole vorbeigehen. Und ich leider die meiste Zeit gelangweilt, statt unterhalten war.

    Dafür gibt es 3,5 von 10 Ghostninjas. Also nicht das bessere Spiel im Vergleich zu Until Then? Wer hätte das gedacht?

    Durchaus aber beendet Ghostpia dann tatsächlich schon meine Challenge. Juhuu! Mit Spieleupdates und -reviews geht es hier natürlich bis Jahresende weiter. Aber meine Grafik und die Suche nach Buchstaben ist komplett. Und ich musste dafür nicht mal groß schummeln. Das ‚Q‘ von Ender Lillies: Quietus of the Knight ist eigentlich der einzige Reach, den ich nutzen musste. Das hat doch ganz gut geklappt. 😊

  2. #2
    Remember Me



    Bevor ich sehr bald das nächste große Ding beende, das ein ausufernderes Review bekommen könnte, kümmere ich mich mal um das, was jetzt schon seit über einer Woche aussteht.

    Remember Me lag seit einiger Zeit bereits in meiner Steam-Library. Es zeigt mal wieder, wie wenig ich vor dem Spielen so allgemein über die Spiele weiß, die ich angehe, dass ich es für einen Shooter gehalten habe. Irgendwie vermengen sich Remember Me und Control in meinem Kopf immer so ein bisschen. Spoiler für dieses Review: Für mich – und das sehen vermutlich nicht viele so – ist Remember Me das bessere Spiel.

    Es ist aber kein Shooter, sondern ein Close Combat-Action Adventure. Gut, Medium Range Fernkampf gibt es auch, aber mehr so ein bisschen wie es diesen auch in der Nier-Reihe gibt. Wichtig in Remember Me ist vor allem das Combo-System, das dankenswerterweise auch angezeigt wird und mittrackt. Am Anfang dachte ich noch, dass der Combat etwas langweilig werden könnte, doch mich hat er durchweg unterhalten. Was sicher auch daran liegt, dass sich das Spiel mit neuen Gegnertypen auch neue kleine Kniffe einfallen lässt. Insbesondere einige der Bosskämpfe sind da auch spannend.

    Setting des Spiels ist „Neo-Paris“, das wohl tatsächlich auf Paris aufbaut. In der Zukunft wird eben dieses cyberpunkige Neo-Paris aber von einem Megakonzern in Schach gehalten, der menschliche Erinnerungen zu einer manipulierbaren Ware gemacht hat. Das ganze soll den Menschen helfen, beispielsweise dabei, Traumata zu vergessen, stürzt sie aber eigentlich in schreckliche Umstände. Die Protagonistin Nilin leidet selber unter Amnesie, findet sich aber als Mitglied der Rebellion, der sogenannten „Errorists“ wieder. Sie verfügt außerdem über besondere Fähigkeiten. Sie selbst kann nämlich Erinnerungen von Menschen stehlen und auch „remixen“, also drastisch verändern. Das äußert sich in ein paar Puzzlesequenzen, die auch als erzählerische Höhepunkte des Spiels angelegt sind. Etwas undurchsichtig sind die Puzzle schon und sicher nicht zum Schnell-Lösen, sondern eher zum Erkunden ausgelegt. Doch interessant ist das allemal.

    Die Story weist dann eine Menge Twists auf. Wie das wohl auch zu erwarten ist, wenn die Protagonistin nach und nach ihre Erinnerungen wiedererlangt und selbst darüber hinaus erst allmählich mehr und mehr über die Umstände der Welt lernt. Die Emotionalität, die manche dieser Twists einlösen sollen, haben bei mir nicht so ganz funktioniert. Was mir im Gegenzug aber gefallen hat ist die darin verbaute Rebellionsstory. Gerade im Vergleich zu Mirrors Edge Catalyst – und das ist einer, der sich mir aufgrund des Settings und der Rebellion irgendwie aufdrängt – wird das hier mit mehr Fingerspitzengefühl gemacht. Es gibt keine per se „zu harte“ Rebellion in Remember Me. Um das Ziel der Befreiung von Unterdrückung zu erreichen muss auch zu unliebsamen Mitteln gegriffen werden, bei denen Nilin zwar zuckt, aber ihre Notwendigkeit versteht. Es gibt keine Rebellion, die es irgendwie zu weit treibt. Das ist selten genug und sticht deswegen positiv heraus.

    Insgesamt ist wenig anderes der ganz große Wurf. Hier und da finde ich die Ästhetik des Spiels auch ein bisschen verwirrend. Teils ist der Ton düster, ernst und nüchtern und dann gibt es wiederum so Bosse, die eher wirken als wären sie aus einem RAGE- oder Borderlands-Teil. Das will nicht so ganz passen, ändert aber auch nichts daran, dass ich mit Remember Me eine gute Zeit hatte und immer mindestens lowkey interessiert war, was als nächstes passiert.

    Ich sekundiere dies mit 7 von 10 Erinnerungs-Hacks.

  3. #3
    Hollow Knight: Silksong

    Was für ein Gamer ich doch bin. Ein Spiel noch am Releasetag zu kaufen und zu spielen. Dabei hat Kaia mich am selben Tag noch gefragt, ob ich das denn tun wollen werde. Immerhin mochte ich Hollow Knight ja sehr. Ich habe „nein“ gesagt, denn ich spiele nie etwas zu Release und warte lieber auf den ersten signifikanten Sale. Ein paar Stunden, nachdem Silksong dann aber Steam lahm gelegt hat und ich auf die Store-Page gestolpert bin, habe ich gesehen, dass das Spiel nur absurde 20 Euro kostet. Und musste es dann doch tun.

    Ich habe keineswegs sieben Jahre auf Silksong gewartet. Alleine schon nicht, weil ich Hollow Knight auch erst später gespielt habe und es zwar ganz, ganz toll finde, daraus für mich aber noch nicht die Sehnsucht auf einen zweiten Teil erwachsen ist. Während man am Silksong-Hype also kaum vorbei kommt, hat der mich nie ergriffen. Und das obwohl alles daran wirklich vielversprechend ist. Team Cherry vertraue ich nach HK quasi blind. Hornet, NPC des ersten Teils, als neue Protagonistin ist auch vielversprechend und auch die paar anderen Sachen, die ich sonst ausnahmsweise mal wusste, waren spannend.

    Also habe ich mich wirklich noch am Releasetag in die Taucherglocke gesetzt und eine intensive Woche mit Hollow Knight: Silksong verbracht. 54 Stunden in 7-8 Tagen sprechen für sich. Hier ein Symbolbild:



    Hier und da und überall wird ja viel zu den Veränderungen geschrieben, die Silksong gegenüber HK hat, weswegen ich mich da auch kurz halten will. Hornet ist wesentlich schneller und beweglicher als der Knight. Und das ändert ziemlich viel, weil sich die Gegner dem Moveset der Protagonistin entsprechend auch anpassen. Darüber hinaus ist vieles aber natürlich ähnlich. Eine Minute im Spiel erkennt man schon den Hollow Knight-Geist: Die hübsche Optik, die tolle Musik, die unglaublich akkurate Steuerung, das liebevolle smarte Weltdesign. Nur das alles davon noch mal ein bisschen aufpolierter und hübscher/besser ist.

    Meine 54 Stunden sind ein Playthrough, mind you. Keiner, in dem ich versucht habe, schnell zum Ende zu kommen, sondern in dem ich mir wirklich viel Zeit gelassen habe, um eine ganze Menge zu erkunden. Und die Magie daran, ein Spiel zum Release zu spielen ist natürlich, dass es noch keine Guides, Walkthroughs oder irgendwas Derartiges gibt. Selbst wenn ich also in Versuchung kommen sollte, kann das nicht passieren. Ich bin ganz mit mir und dem Spiel allein und finde meinen Weg. Oder besser: siebenmillionen Wege.

    Denn Silksong ist, gerade wenn man auch nur ansatzweise einen Komplettierungsgedanken im Kopf hat, irrsinnig groß. Ich nehme mir eine bestimmte Sache vor, finde eine kleine, wirklich unauffällige Alkove irgendwo, durch die ich mich pressen kann, die sich plötzlich in ein Gebiet öffnet, für das ich noch keine Karte habe. Ich gehe weiter und weiter und finde in diesem neuen Gebiet wieder eine Nische, die mich in noch ein Gebiet führt. Und dann sind diese Gebiete auch noch größer, verzweigter und komplexer. Heiliger Bimbam.

    Als ich nach 54 Stunden also das True Ending erreicht habe, zeigt mir die Completion-Anzeige 84% an. Ein Wert, der mich noch mal ein wenig schockiert hat. Wie soll ich 16% des Games immer noch nicht gesehen haben? Nunja – nachdem dieses Review verfasst und gepostet ist, werde ich wohl noch mal hineindiven müssen. Denn Silksong triggert mit all diesen Möglichkeiten eindeutig meine FOMO. Aber nicht einfach, weil ich dazu neige, jetzte letzte Ecke gesehen haben zu wollen. Sondern weil sich in diesen Ecken ja wirklich coole Entcounter befinden. Süße NPCs, nice Bosse und mehr. Diesen Content will ich erleben, nachdem er liebevoll entworfen wurde. Und so muss ich das auch tun. Auch wenn ich gleichzeitig sagen muss, dass Silksong mir manchmal auch zu groß ist.



    Hollow Knight hat im Verlauf natürlich auch Erweiterungen bekommen, die besondere Challenges einführen. Boss-Gauntlets mit besonders krassen Herausforderungen, den Steelsoul-Mode, der bedeutet, dass man von vorne anfangen muss, wenn man auch nur ein mal stirbt, und mehr. Ich habe das alles gemacht und in HK alle Achievements mühevoll erarbeitet. In Silksong werde ich das gleiche nicht tun. Weil das dann doch ein zu großer Zeitinvest wäre. Und dazu: Das Spiel ist nicht nur signifikant größer, sondern vor allem auch signifikant anspruchsvoller.

    Hollow Knight gilt ja schon nicht gerade als einfaches Spiel. Doch Hollow Knight ist cheeseable und gibt einem im Verlauf doch ziemlich viel an die Hand, um eine einfachere Zeit zu haben. Silksong tut das nicht. Es gibt einige Boni, die einen stärker oder resilienter machen, doch die meisten Dinge, die man bekommt, sind eher eine Möglichkeit, alternativ zu spielen, nicht unbedingt aber leichter. Crests verändern das Moveset von Hornet etwas, craftbare Tools kosten Ressourcen und benötigen Koordinationsfähigkeit, lassen aber die Möglichkeiten wachsen, die man als spielende Person hat. Sonderlich accessible für Leute, die das nicht können oder wollen, ist Silksong nicht.



    Für viele der ersten Review-Schreiber:innen gilt vor allem der Anfang des Spiels als hart. Und ja – er ist weniger tutorial-esque als in HK, etwas linearer, dafür aber knackiger. Weil er einerseits davon ausgeht, dass man HK schon gespielt haben wird, andererseits aber ein paar Dinge ändert. Für mich hat sich das trotzdem nicht besonders schwer angefühlt und auch mit dem schrägen Pogo-Jump Hornets bin ich gut klar gekommen. Das Lategame jedoch – und vor allem das auf dem Weg zum True Ending – hat es dann doch wirklich in sich. Ich habe nie so viele Anläufe für irgendeinen Boss gebraucht wie beim finalen Boss des Spiels. Und teils ist das auch von Frust begleitet gewesen. Gerade bei diesem besagten letzten Boss acuh Frust auf das Spiel und nicht bloß auf meine Fertigkeiten. Denn fast immer ist das Spiel sonst unfassbar hart, aber fair.

    Wer kein Problem damit hat, sich spoilen zu lassen, kann sich hier meinen erfolgreichen Kampf gegen einen ganz, ganz wundervollen optionalen Lategame-Boss ansehen, für den ich ebenfalls sehr, sehr viele Anläufe gebraucht habe:


    Und so ist es nun. Ich kann selbst kaum sagen, wie ich Silksong einordnen würde. Es hat mich völlig in seinen Bann gezogen, hier und da aber eben auch etwas frustriert und mich beim Erkunden fast verzweifeln lassen. Das ist aber nur semi-negativ gemeint. Ich muss das ja nicht tun und entscheide mich dafür, weil es so viel Tolles zu sehen gibt. Silksong ist ganz fantastisch und spielt sicherlich in einer ähnlichen Liga wie HK. Ob es nun etwas weniger gut, genau so gut oder vielleicht auch besser ist, kann ich kaum sagen.

    Aber es ist gut genug, um sich von mir 9,5 von 10 singende NPCs erarbeitet zu haben. Und... ähm... jetzt geh ich dann gleich wieder ins Spiel, um noch ein bisschen zu erkunden.

    (btw: Meine Screenshots sind nicht repräsentativ für die Farbpalette des Spiels. Ich habe die nur alle zu einem Zeitpunkt aufgenommen, wo es etwas düsterer ist)

  4. #4
    Glückwunsch zum Durchspielen! Ich machs recht gemächlich, bin immer noch im Akt 1 und gerade in Bilewater (bzw. aus Bilewater ins Gefängnis entführt, in nem fucking Fromsoft approves Trollmove). Wasn Gebiet xD

    Btw. machst Du echt nen guten Case dafür, wieso es nicht immer gut ist, mehrere Schwierigkeitsgrade anzubieten. So, wie ich Dich von Deinen Posts einschätze, hättest Du vermutlich auf Normal gespielt, hättest Du die Wahl gehabt. Aber dabei hast Du ja auch die intendierte Erfahrung der Entwickler gepackt und es war ne größtenteils gute Erfahrung. Die intendierte Erfahrung, die momentan an einigen Stellen im Internet als "viel zu schwer" und "unfair" verrissen wird. Finde ich gut.

  5. #5
    Digimon Story Cyber Sleuth: Complete Edition

    Gerade noch darüber geschrieben, was für gute, ausführliche Reviews Sylverthas schreibt und jetzt warte ich schon wieder mit so einem faulen, kurzen Review auf. Aber gut, es hat eben auch nicht jedes Spiel mehr als das verdient.

    Ich liebe ja Digimon. Also ganz konkret die ersten beiden Adventure-Staffeln. Die tierethisch wundervolle Antithese zu Pokemon hat mich damals glücklicherweise viel mehr geprägt, mir einen meiner ersten Childhood Crushes (Mimi) und sowieso eine ganze Menge Freude beschert, aber auch Tränen entlockt. Auch als Erwachsener habe ich mir die beiden Staffeln noch viele Male angesehen und immer wieder aufs Neue festgestellt, was für eine aus verschiedenen Gründen wirklich gute und besondere Kinderserie das ist.

    Ausgeweitet hat sich diese Liebe schließlich auch auf das Playstation One-Spiel Digimon World, bei dem einen ein Digimon, das verschiedene Lebenszyklen immer wieder durchläuft, getreu der Digimon-Entstehungsgeschichte Tamagotchi-artig begleitet und man gemeinsam langsam wieder Ordnung in das von einem Menschen in Aufruhr versetzte File City bringt. Digimon World war wirklich eines der Spiele meiner Jugend. Und das trotz des infamen Bugs, der das Spiel quasi unspielbar gemacht hat.

    Ich hatte also mehr als genug Grund, Cyber Sleuth spielen zu wollen, doch leider finde ich es ziemlich schwach.

    Es geht zwar irgendwie um das Miteinander von Digimon und Menschen und darum, dass Digimon nicht nur ein Haufen an Daten, sondern echte Freunde, Begleiter und intelligentes, fühlendes Leben sind, aber wo die Serie das auch anhand von Anekdoten über Companionship und co. bewiesen hat, ist das in Cyber Sleuth nur seichtes Thema, ohne aber wirklich groß bewiesen zu werden. Man hat hier ja auch kein Digimon-Partner, sondern sucht sich anfangs ganz zu Professor Eichs gusto eines von drei Digimon aus, um dann unzählige weitere Digimon zu scannen und sie für sich kämpfen zu lassen. So wird dann natürlich auch jeder einzelne Konflikt des Spiels gelöst und alle Gegner kommen immer auf magische Art und Weise zur Besinnung, nachdem sie digitastisch verprügelt wurden.

    Die Kämpfe sind auch nicht besonders spannend. Das Spiel ist viel zu leicht, wenn man nur darauf achtet, in den richtigen Momenten immer gut gelevelte Digimon dabei zu haben. Auch DAS ist schade. Es geht wenig darum, welche Digimon man jetzt mag und gerne im Team hätte, sondern will natürlich möglichst starke Digimon haben. Durch das System mit dem De-Digivoluten lässt sich das eeeetwas aufbrechen, aber eben auch nicht viel mehr. Und, naja, es bleibt, dass die Digimon, die für einen kämpfen keinerlei Persönlichkeit haben und lediglich cool aussehen.




    Und dann dümpelt das Spiel so dahin. Will in seiner persona-artigkeit, in der es bald mehr um wahlweise belanglose, weit hergeholte oder offensichtliche Twists als um Digimon geht, große Momente schaffen, hat aber die langweiligsten, nervigsten Charaktere und versagt dabei dementsprechend ziemlich. Ui, aber im Lategame kommen dann ja die ganz krassen Digimon: Superkrassimon, Megasuperobermon, Heiligescheißemon und mehr. Aber das ist auch alles überhaupt nicht interessant.

    Ich will gar nicht sagen, dass Cyber Sleuth manchmal in seiner Whackyness nicht einen digimon-esquen Ton trifft, aber das macht die Brühe auch nicht fett. Das alles ist eben eingebettet in viel Belanglosigkeit und eine englische Übersetzung, die zu schlecht ist, um noch charmant zu sein.

    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: Findet man, als Fan des Genres, dieses Spiel gut? Und was mag man daran?

    Ich habe jedenfalls nicht viel Spaß gehabt und mich am Ende wirklich nur noch hastig durch Dialoge geklickt, um es hinter mich zu bringen. Dafür gibt es dann 3,5 von 10 Lillymons, die ich eigentlich gerne länger in meinem Team gehabt hätte.

    BLUMENKANONE!!!

  6. #6
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: [...] Und was mag man daran?
    Wenn ich mir mein Review von vor 8 Jahren angucke:
    • Die z.T. entgleisten Gesichtsausdrücke des Protagonisten.
    • Kyokos Kaffee-Fetisch bzw. die Eigenschaft, allen möglichen Quatsch mit reinzumischen.
    • Die Prämisse der Story und was es mit den Eatern auf sich hat - damit verbunden, der Verbleib des MC als halb digitales, halb reales Wesen.
    • Den unterschiedlichen Umgang der einzelnen Charaktere mit den Eatern (Nokia, Arata)
    • Auf Hard ist's nicht mal leicht, man muss sich mit vielen Bossen zumindest mal auseinandersetzen.
    • Will man ordentliche Digimon, kann man sich überlegen, wie man die am Besten zusammenbastelt (über die Stats)


    That said - so gut find ich's jetzt aber tatsächlich auch nicht mehr, das Kampfsystem ist ziemlich lahm, die Übersetzung ist z.T. ein Desaster ("Bakemon" ...), mit vielen Digimon braucht man sich nicht auseinandersetzen, weil's einfach bessere gibt (ergo: Alles, was nicht Lilithmon, Okuwamon oder ein anderes Mon mit verteidigungs-ignorierenden Angriffen heißt), das für Digimon typische Levelsystem, das mir zumindest immer noch nicht passt, Nokias Charakter (ich fand sie ätzend) und so weiter.

    Ich kann jedenfalls gut verstehen, warum Cyber Sleuth nicht jedem zusagt. *kratz*
    Geändert von Kael (07.10.2025 um 21:56 Uhr)

  7. #7
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    Digimon Story Cyber Sleuth: Complete Edition

    Gerade noch darüber geschrieben, was für gute, ausführliche Reviews Sylverthas schreibt und jetzt warte ich schon wieder mit so einem faulen, kurzen Review auf. Aber gut, es hat eben auch nicht jedes Spiel mehr als das verdient.

    Ich liebe ja Digimon. Also ganz konkret die ersten beiden Adventure-Staffeln. Die tierethisch wundervolle Antithese zu Pokemon hat mich damals glücklicherweise viel mehr geprägt, mir einen meiner ersten Childhood Crushes (Mimi) und sowieso eine ganze Menge Freude beschert, aber auch Tränen entlockt. Auch als Erwachsener habe ich mir die beiden Staffeln noch viele Male angesehen und immer wieder aufs Neue festgestellt, was für eine aus verschiedenen Gründen wirklich gute und besondere Kinderserie das ist.

    Ausgeweitet hat sich diese Liebe schließlich auch auf das Playstation One-Spiel Digimon World, bei dem einen ein Digimon, das verschiedene Lebenszyklen immer wieder durchläuft, getreu der Digimon-Entstehungsgeschichte Tamagotchi-artig begleitet und man gemeinsam langsam wieder Ordnung in das von einem Menschen in Aufruhr versetzte File City bringt. Digimon World war wirklich eines der Spiele meiner Jugend. Und das trotz des infamen Bugs, der das Spiel quasi unspielbar gemacht hat.

    Ich hatte also mehr als genug Grund, Cyber Sleuth spielen zu wollen, doch leider finde ich es ziemlich schwach.

    Es geht zwar irgendwie um das Miteinander von Digimon und Menschen und darum, dass Digimon nicht nur ein Haufen an Daten, sondern echte Freunde, Begleiter und intelligentes, fühlendes Leben sind, aber wo die Serie das auch anhand von Anekdoten über Companionship und co. bewiesen hat, ist das in Cyber Sleuth nur seichtes Thema, ohne aber wirklich groß bewiesen zu werden. Man hat hier ja auch kein Digimon-Partner, sondern sucht sich anfangs ganz zu Professor Eichs gusto eines von drei Digimon aus, um dann unzählige weitere Digimon zu scannen und sie für sich kämpfen zu lassen. So wird dann natürlich auch jeder einzelne Konflikt des Spiels gelöst und alle Gegner kommen immer auf magische Art und Weise zur Besinnung, nachdem sie digitastisch verprügelt wurden.

    Die Kämpfe sind auch nicht besonders spannend. Das Spiel ist viel zu leicht, wenn man nur darauf achtet, in den richtigen Momenten immer gut gelevelte Digimon dabei zu haben. Auch DAS ist schade. Es geht wenig darum, welche Digimon man jetzt mag und gerne im Team hätte, sondern will natürlich möglichst starke Digimon haben. Durch das System mit dem De-Digivoluten lässt sich das eeeetwas aufbrechen, aber eben auch nicht viel mehr. Und, naja, es bleibt, dass die Digimon, die für einen kämpfen keinerlei Persönlichkeit haben und lediglich cool aussehen.

    Und dann dümpelt das Spiel so dahin. Will in seiner persona-artigkeit, in der es bald mehr um wahlweise belanglose, weit hergeholte oder offensichtliche Twists als um Digimon geht, große Momente schaffen, hat aber die langweiligsten, nervigsten Charaktere und versagt dabei dementsprechend ziemlich. Ui, aber im Lategame kommen dann ja die ganz krassen Digimon: Superkrassimon, Megasuperobermon, Heiligescheißemon und mehr. Aber das ist auch alles überhaupt nicht interessant.

    Ich will gar nicht sagen, dass Cyber Sleuth manchmal in seiner Whackyness nicht einen digimon-esquen Ton trifft, aber das macht die Brühe auch nicht fett. Das alles ist eben eingebettet in viel Belanglosigkeit und eine englische Übersetzung, die zu schlecht ist, um noch charmant zu sein.

    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: Findet man, als Fan des Genres, dieses Spiel gut? Und was mag man daran?

    Ich habe jedenfalls nicht viel Spaß gehabt und mich am Ende wirklich nur noch hastig durch Dialoge geklickt, um es hinter mich zu bringen. Dafür gibt es dann 3,5 von 10 Lillymons, die ich eigentlich gerne länger in meinem Team gehabt hätte.

    BLUMENKANONE!!!
    Ich hatte das Spiel vor vielen Jahren mal gekauft und angespielt, bin aber nie so wirklich weit gekommen. Ich sehe da die Schuld bei mir und dem plötzlichen Nostalgieanflug wie ich Digimon aus der Serie und generell von früher kenne.
    Ich habe nämlich was völlig anderes erwartet, mehr in Richtung des ersten Digimon Spiels für die PS1. Man hat scheinbar zu der Zeit mehrere Experimente gewagt in welche Richtung man die Spiele entwickelt und daher hat sich da ne klare Linie noch nicht eingependelt.

    Es ist naheliegend das Digimon aus dem Konzept geboren ist "Was wenn Tamagotchi...? Aber die können kämpfen...!", aber gerade dieser "Fürsorge" und "Partner" Aspekt, also das Tamagotchi-mäßige, hat mir hier völlig gefehlt.
    Stattdessen ist man den sicheren Weg gegangen und hat die Serie sehr viel stärker an die bewährte Pokemon-Fomel angeglichen, wo man möglichst viel sammelt und gleichzeitig hochzüchtet.
    Ich fand das irgendwie schade, zu unpersönlich und unterm Strich hat mir da einfach die Identität gefehlt.
    Zumal es eine typisch bog Standard Anime-RPG Story beinhaltet, die dann auch entsprechend low budget präsentiert wird.

  8. #8
    Zitat Zitat von Klunky Beitrag anzeigen
    Ich habe nämlich was völlig anderes erwartet, mehr in Richtung des ersten Digimon Spiels für die PS1. Man hat scheinbar zu der Zeit mehrere Experimente gewagt in welche Richtung man die Spiele entwickelt und daher hat sich da ne klare Linie noch nicht eingependelt.

    Es ist naheliegend das Digimon aus dem Konzept geboren ist "Was wenn Tamagotchi...? Aber die können kämpfen...!", aber gerade dieser "Fürsorge" und "Partner" Aspekt, also das Tamagotchi-mäßige, hat mir hier völlig gefehlt.
    Ich glaube, was du suchst, ist Digimon World: Next Order. Das ist quasi Digimon World 1, nur in modern und mit zwei Digimon, um die du dich kümmern kannst, statt nur einem.

  9. #9
    Gut zu wissen, dass meine Auffassung dann auch unter Genre-Leuten nicht ganz so verquer ist. ^^

    Neues Fleisch:

    Märchen Forest

    Ist mir bei Steam einfach nur als süß aussehendes Ding über den Weg gelaufen. Und beginnt auch genau so. Mylne, ein kleines Catgirl lebt mit ihrem Großvater im Wald und erkundet die tierbesetzte Nachbarschaft, um Alchemiezutaten zu sammeln, damit besagter Opi ihr dahingehend einiges beibringen kann.

    Kaum ist Mylne aber eine begabte Alchemistin, fängt schon der zweite Part des Spiels an, der das ganze ziemlich auf den Kopf stellt. Plötzlich wird Märchen Forest ein Dungeon Crawler mit langen, verschlungenen Gängen und reaktionsbasiertem Click-Combat. Letzteren mag ich ziemlich gerne und irgendwie hat mir auch das erkunden Spaß gemacht. Auch wenn alles ein bisschen billig aussieht, ist es doch irgendwie charmant und der Sprung von Teil 1 des Spiels zu Teil 2 irgendwie so weird, dass es mir gefallen hat. Die Potions spielen zwar noch eine Rolle, doch man brüht sie jetzt eher nebenbei, um damit Items zu generieren, die im Kampf helfen können.



    Wenn man das besagte Kampf-Gameplay mag und beherrscht ist Teil 2 auch wirklich nicht schwierig, vielleicht sogar leicht. Insbesondere, weil man sehr easy grinden kann und schnell ein so hohes Level erreicht, dass die meisten Herausforderungen eigentlich keine mehr sind. Hat mich nicht gestört, weil es mechanisch trotzdem Spaß macht.

    Teil 2 rundet die Geschichte, in der Mylne nach ihrer verschollenen Mutter sucht, dann auch bittersüß ab. Doch Obacht! Das Ende ist, trotz Abspann, gar kein Ende. Oder doch, aber eben nicht das einzige und letzte. Denn was wohl mal hinzugefügter Content war, schließt sich dem dann an und das ist Teil 3: Ein weiterer Dungeon-Crawler, der im Combat ganz ähnlich funktioniert, aber noch ein paar ergänzende Mechaniken hat, die das ganze weitaus knackiger machen kann. Auch hier gilt, dass man schon noch stärker werden wird und die Lernkurve sowieso so rasant steigt, dass es schon bald machbar wird, doch im ersten Moment könnten die vielen Gefahren schon einschüchtern. Ich mochte den dritten Teil nicht so gerne wie den zweiten, weil die Geschichte etwas zu sehr im Dunkeln tappt, bis sie Fahrt aufnimmt und es sich bald auch etwas zieht. Es war aber trotzdem noch nett genug und insgesamt hat mir Märchen Forest auf seine irgendwie konventionelle, aber dann doch auch weirde Art wirklich gut gefallen.

    Dafür gibt es 7 von 10 Steine der Weisen.

  10. #10
    Märchen Forest!

    Hast du die beiden Superbosse vom Postgame erledigt? Ich für meinen Teil hätte mir bei Märchen Forest ja auch noch gewünsscht, dass man Teil 2 und Teil 3 vertauscht hätte, weil Teil 3 in Sachen Gameplay so viel mehr bietet als Teil 2 (und es bekanntlich viele Leute gibt, die nach den Credits einfach aufhören ^^).

  11. #11
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Märchen Forest!

    Hast du die beiden Superbosse vom Postgame erledigt?.
    Oh, ne. Ich habe nach dem Enden kurz noch mal in den Save reingeguckt, um zu sehen, ob es wirklich vorbei ist und es nicht doch noch weiter geht, aber dann auch aus gemacht. Hängt da noch irgendein Storycontent dran oder sind das wirklich nur Bosskämpfe?

  12. #12
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    Oh, ne. Ich habe nach dem Enden kurz noch mal in den Save reingeguckt, um zu sehen, ob es wirklich vorbei ist und es nicht doch noch weiter geht, aber dann auch aus gemacht. Hängt da noch irgendein Storycontent dran oder sind das wirklich nur Bosskämpfe?
    Bisschen Storycontent gibt's, in dem es um (paar Mondbewohner geht, die ihren Outcast rausgeworfen haben), hat aber nix mehr mit Mylne und Rosetta zu tun. Der entsprechende Postgame-Boss (True Dragon) spielt eigentlich auch keine Rolle für die eigentliche Story, aber was ich an dem richtig gut fand - für diesen Boss haben sie nochmal so ziemlich alles herausgeholt, was beim Kampfsystem ging. Ich fand ihn selbst auf Schwierigkeit 0 ziemlich ekelhaft.

  13. #13
    Bei Digimon war ich mir fast sicher, dass du es nicht mögen würdest
    Ich habe es 2020 so ~6h gespielt und war leider auch nicht so begeistert. Hat irgendwie alles so leblos gewirkt und die Präsentation war wirklich lahm.
    An sich finde ich es zwar nicht verkehrt, dass sie mit der Serie verschiedene Dinge ausprobieren, aber Digimon verbinde ich dann doch auch ein wenig mit dieser sorglos-abenteuerlichen Atmosphäre, die zumindest der Anime ja damals immer hatte. Deshalb waren die Sequels für mich von Anfang an schon nicht wirklich interessant.

    Märchen Forest sieht ganz interessant aus, danke für die Eindrücke! Behalte ich mal im Hinterkopf


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