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  1. #1
    Hollow Knight: Silksong

    Was für ein Gamer ich doch bin. Ein Spiel noch am Releasetag zu kaufen und zu spielen. Dabei hat Kaia mich am selben Tag noch gefragt, ob ich das denn tun wollen werde. Immerhin mochte ich Hollow Knight ja sehr. Ich habe „nein“ gesagt, denn ich spiele nie etwas zu Release und warte lieber auf den ersten signifikanten Sale. Ein paar Stunden, nachdem Silksong dann aber Steam lahm gelegt hat und ich auf die Store-Page gestolpert bin, habe ich gesehen, dass das Spiel nur absurde 20 Euro kostet. Und musste es dann doch tun.

    Ich habe keineswegs sieben Jahre auf Silksong gewartet. Alleine schon nicht, weil ich Hollow Knight auch erst später gespielt habe und es zwar ganz, ganz toll finde, daraus für mich aber noch nicht die Sehnsucht auf einen zweiten Teil erwachsen ist. Während man am Silksong-Hype also kaum vorbei kommt, hat der mich nie ergriffen. Und das obwohl alles daran wirklich vielversprechend ist. Team Cherry vertraue ich nach HK quasi blind. Hornet, NPC des ersten Teils, als neue Protagonistin ist auch vielversprechend und auch die paar anderen Sachen, die ich sonst ausnahmsweise mal wusste, waren spannend.

    Also habe ich mich wirklich noch am Releasetag in die Taucherglocke gesetzt und eine intensive Woche mit Hollow Knight: Silksong verbracht. 54 Stunden in 7-8 Tagen sprechen für sich. Hier ein Symbolbild:



    Hier und da und überall wird ja viel zu den Veränderungen geschrieben, die Silksong gegenüber HK hat, weswegen ich mich da auch kurz halten will. Hornet ist wesentlich schneller und beweglicher als der Knight. Und das ändert ziemlich viel, weil sich die Gegner dem Moveset der Protagonistin entsprechend auch anpassen. Darüber hinaus ist vieles aber natürlich ähnlich. Eine Minute im Spiel erkennt man schon den Hollow Knight-Geist: Die hübsche Optik, die tolle Musik, die unglaublich akkurate Steuerung, das liebevolle smarte Weltdesign. Nur das alles davon noch mal ein bisschen aufpolierter und hübscher/besser ist.

    Meine 54 Stunden sind ein Playthrough, mind you. Keiner, in dem ich versucht habe, schnell zum Ende zu kommen, sondern in dem ich mir wirklich viel Zeit gelassen habe, um eine ganze Menge zu erkunden. Und die Magie daran, ein Spiel zum Release zu spielen ist natürlich, dass es noch keine Guides, Walkthroughs oder irgendwas Derartiges gibt. Selbst wenn ich also in Versuchung kommen sollte, kann das nicht passieren. Ich bin ganz mit mir und dem Spiel allein und finde meinen Weg. Oder besser: siebenmillionen Wege.

    Denn Silksong ist, gerade wenn man auch nur ansatzweise einen Komplettierungsgedanken im Kopf hat, irrsinnig groß. Ich nehme mir eine bestimmte Sache vor, finde eine kleine, wirklich unauffällige Alkove irgendwo, durch die ich mich pressen kann, die sich plötzlich in ein Gebiet öffnet, für das ich noch keine Karte habe. Ich gehe weiter und weiter und finde in diesem neuen Gebiet wieder eine Nische, die mich in noch ein Gebiet führt. Und dann sind diese Gebiete auch noch größer, verzweigter und komplexer. Heiliger Bimbam.

    Als ich nach 54 Stunden also das True Ending erreicht habe, zeigt mir die Completion-Anzeige 84% an. Ein Wert, der mich noch mal ein wenig schockiert hat. Wie soll ich 16% des Games immer noch nicht gesehen haben? Nunja – nachdem dieses Review verfasst und gepostet ist, werde ich wohl noch mal hineindiven müssen. Denn Silksong triggert mit all diesen Möglichkeiten eindeutig meine FOMO. Aber nicht einfach, weil ich dazu neige, jetzte letzte Ecke gesehen haben zu wollen. Sondern weil sich in diesen Ecken ja wirklich coole Entcounter befinden. Süße NPCs, nice Bosse und mehr. Diesen Content will ich erleben, nachdem er liebevoll entworfen wurde. Und so muss ich das auch tun. Auch wenn ich gleichzeitig sagen muss, dass Silksong mir manchmal auch zu groß ist.



    Hollow Knight hat im Verlauf natürlich auch Erweiterungen bekommen, die besondere Challenges einführen. Boss-Gauntlets mit besonders krassen Herausforderungen, den Steelsoul-Mode, der bedeutet, dass man von vorne anfangen muss, wenn man auch nur ein mal stirbt, und mehr. Ich habe das alles gemacht und in HK alle Achievements mühevoll erarbeitet. In Silksong werde ich das gleiche nicht tun. Weil das dann doch ein zu großer Zeitinvest wäre. Und dazu: Das Spiel ist nicht nur signifikant größer, sondern vor allem auch signifikant anspruchsvoller.

    Hollow Knight gilt ja schon nicht gerade als einfaches Spiel. Doch Hollow Knight ist cheeseable und gibt einem im Verlauf doch ziemlich viel an die Hand, um eine einfachere Zeit zu haben. Silksong tut das nicht. Es gibt einige Boni, die einen stärker oder resilienter machen, doch die meisten Dinge, die man bekommt, sind eher eine Möglichkeit, alternativ zu spielen, nicht unbedingt aber leichter. Crests verändern das Moveset von Hornet etwas, craftbare Tools kosten Ressourcen und benötigen Koordinationsfähigkeit, lassen aber die Möglichkeiten wachsen, die man als spielende Person hat. Sonderlich accessible für Leute, die das nicht können oder wollen, ist Silksong nicht.



    Für viele der ersten Review-Schreiber:innen gilt vor allem der Anfang des Spiels als hart. Und ja – er ist weniger tutorial-esque als in HK, etwas linearer, dafür aber knackiger. Weil er einerseits davon ausgeht, dass man HK schon gespielt haben wird, andererseits aber ein paar Dinge ändert. Für mich hat sich das trotzdem nicht besonders schwer angefühlt und auch mit dem schrägen Pogo-Jump Hornets bin ich gut klar gekommen. Das Lategame jedoch – und vor allem das auf dem Weg zum True Ending – hat es dann doch wirklich in sich. Ich habe nie so viele Anläufe für irgendeinen Boss gebraucht wie beim finalen Boss des Spiels. Und teils ist das auch von Frust begleitet gewesen. Gerade bei diesem besagten letzten Boss acuh Frust auf das Spiel und nicht bloß auf meine Fertigkeiten. Denn fast immer ist das Spiel sonst unfassbar hart, aber fair.

    Wer kein Problem damit hat, sich spoilen zu lassen, kann sich hier meinen erfolgreichen Kampf gegen einen ganz, ganz wundervollen optionalen Lategame-Boss ansehen, für den ich ebenfalls sehr, sehr viele Anläufe gebraucht habe:


    Und so ist es nun. Ich kann selbst kaum sagen, wie ich Silksong einordnen würde. Es hat mich völlig in seinen Bann gezogen, hier und da aber eben auch etwas frustriert und mich beim Erkunden fast verzweifeln lassen. Das ist aber nur semi-negativ gemeint. Ich muss das ja nicht tun und entscheide mich dafür, weil es so viel Tolles zu sehen gibt. Silksong ist ganz fantastisch und spielt sicherlich in einer ähnlichen Liga wie HK. Ob es nun etwas weniger gut, genau so gut oder vielleicht auch besser ist, kann ich kaum sagen.

    Aber es ist gut genug, um sich von mir 9,5 von 10 singende NPCs erarbeitet zu haben. Und... ähm... jetzt geh ich dann gleich wieder ins Spiel, um noch ein bisschen zu erkunden.

    (btw: Meine Screenshots sind nicht repräsentativ für die Farbpalette des Spiels. Ich habe die nur alle zu einem Zeitpunkt aufgenommen, wo es etwas düsterer ist)

  2. #2
    Glückwunsch zum Durchspielen! Ich machs recht gemächlich, bin immer noch im Akt 1 und gerade in Bilewater (bzw. aus Bilewater ins Gefängnis entführt, in nem fucking Fromsoft approves Trollmove). Wasn Gebiet xD

    Btw. machst Du echt nen guten Case dafür, wieso es nicht immer gut ist, mehrere Schwierigkeitsgrade anzubieten. So, wie ich Dich von Deinen Posts einschätze, hättest Du vermutlich auf Normal gespielt, hättest Du die Wahl gehabt. Aber dabei hast Du ja auch die intendierte Erfahrung der Entwickler gepackt und es war ne größtenteils gute Erfahrung. Die intendierte Erfahrung, die momentan an einigen Stellen im Internet als "viel zu schwer" und "unfair" verrissen wird. Finde ich gut.

  3. #3
    Digimon Story Cyber Sleuth: Complete Edition

    Gerade noch darüber geschrieben, was für gute, ausführliche Reviews Sylverthas schreibt und jetzt warte ich schon wieder mit so einem faulen, kurzen Review auf. Aber gut, es hat eben auch nicht jedes Spiel mehr als das verdient.

    Ich liebe ja Digimon. Also ganz konkret die ersten beiden Adventure-Staffeln. Die tierethisch wundervolle Antithese zu Pokemon hat mich damals glücklicherweise viel mehr geprägt, mir einen meiner ersten Childhood Crushes (Mimi) und sowieso eine ganze Menge Freude beschert, aber auch Tränen entlockt. Auch als Erwachsener habe ich mir die beiden Staffeln noch viele Male angesehen und immer wieder aufs Neue festgestellt, was für eine aus verschiedenen Gründen wirklich gute und besondere Kinderserie das ist.

    Ausgeweitet hat sich diese Liebe schließlich auch auf das Playstation One-Spiel Digimon World, bei dem einen ein Digimon, das verschiedene Lebenszyklen immer wieder durchläuft, getreu der Digimon-Entstehungsgeschichte Tamagotchi-artig begleitet und man gemeinsam langsam wieder Ordnung in das von einem Menschen in Aufruhr versetzte File City bringt. Digimon World war wirklich eines der Spiele meiner Jugend. Und das trotz des infamen Bugs, der das Spiel quasi unspielbar gemacht hat.

    Ich hatte also mehr als genug Grund, Cyber Sleuth spielen zu wollen, doch leider finde ich es ziemlich schwach.

    Es geht zwar irgendwie um das Miteinander von Digimon und Menschen und darum, dass Digimon nicht nur ein Haufen an Daten, sondern echte Freunde, Begleiter und intelligentes, fühlendes Leben sind, aber wo die Serie das auch anhand von Anekdoten über Companionship und co. bewiesen hat, ist das in Cyber Sleuth nur seichtes Thema, ohne aber wirklich groß bewiesen zu werden. Man hat hier ja auch kein Digimon-Partner, sondern sucht sich anfangs ganz zu Professor Eichs gusto eines von drei Digimon aus, um dann unzählige weitere Digimon zu scannen und sie für sich kämpfen zu lassen. So wird dann natürlich auch jeder einzelne Konflikt des Spiels gelöst und alle Gegner kommen immer auf magische Art und Weise zur Besinnung, nachdem sie digitastisch verprügelt wurden.

    Die Kämpfe sind auch nicht besonders spannend. Das Spiel ist viel zu leicht, wenn man nur darauf achtet, in den richtigen Momenten immer gut gelevelte Digimon dabei zu haben. Auch DAS ist schade. Es geht wenig darum, welche Digimon man jetzt mag und gerne im Team hätte, sondern will natürlich möglichst starke Digimon haben. Durch das System mit dem De-Digivoluten lässt sich das eeeetwas aufbrechen, aber eben auch nicht viel mehr. Und, naja, es bleibt, dass die Digimon, die für einen kämpfen keinerlei Persönlichkeit haben und lediglich cool aussehen.




    Und dann dümpelt das Spiel so dahin. Will in seiner persona-artigkeit, in der es bald mehr um wahlweise belanglose, weit hergeholte oder offensichtliche Twists als um Digimon geht, große Momente schaffen, hat aber die langweiligsten, nervigsten Charaktere und versagt dabei dementsprechend ziemlich. Ui, aber im Lategame kommen dann ja die ganz krassen Digimon: Superkrassimon, Megasuperobermon, Heiligescheißemon und mehr. Aber das ist auch alles überhaupt nicht interessant.

    Ich will gar nicht sagen, dass Cyber Sleuth manchmal in seiner Whackyness nicht einen digimon-esquen Ton trifft, aber das macht die Brühe auch nicht fett. Das alles ist eben eingebettet in viel Belanglosigkeit und eine englische Übersetzung, die zu schlecht ist, um noch charmant zu sein.

    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: Findet man, als Fan des Genres, dieses Spiel gut? Und was mag man daran?

    Ich habe jedenfalls nicht viel Spaß gehabt und mich am Ende wirklich nur noch hastig durch Dialoge geklickt, um es hinter mich zu bringen. Dafür gibt es dann 3,5 von 10 Lillymons, die ich eigentlich gerne länger in meinem Team gehabt hätte.

    BLUMENKANONE!!!

  4. #4
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: [...] Und was mag man daran?
    Wenn ich mir mein Review von vor 8 Jahren angucke:
    • Die z.T. entgleisten Gesichtsausdrücke des Protagonisten.
    • Kyokos Kaffee-Fetisch bzw. die Eigenschaft, allen möglichen Quatsch mit reinzumischen.
    • Die Prämisse der Story und was es mit den Eatern auf sich hat - damit verbunden, der Verbleib des MC als halb digitales, halb reales Wesen.
    • Den unterschiedlichen Umgang der einzelnen Charaktere mit den Eatern (Nokia, Arata)
    • Auf Hard ist's nicht mal leicht, man muss sich mit vielen Bossen zumindest mal auseinandersetzen.
    • Will man ordentliche Digimon, kann man sich überlegen, wie man die am Besten zusammenbastelt (über die Stats)


    That said - so gut find ich's jetzt aber tatsächlich auch nicht mehr, das Kampfsystem ist ziemlich lahm, die Übersetzung ist z.T. ein Desaster ("Bakemon" ...), mit vielen Digimon braucht man sich nicht auseinandersetzen, weil's einfach bessere gibt (ergo: Alles, was nicht Lilithmon, Okuwamon oder ein anderes Mon mit verteidigungs-ignorierenden Angriffen heißt), das für Digimon typische Levelsystem, das mir zumindest immer noch nicht passt, Nokias Charakter (ich fand sie ätzend) und so weiter.

    Ich kann jedenfalls gut verstehen, warum Cyber Sleuth nicht jedem zusagt. *kratz*
    Geändert von Kael (07.10.2025 um 21:56 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    Digimon Story Cyber Sleuth: Complete Edition

    Gerade noch darüber geschrieben, was für gute, ausführliche Reviews Sylverthas schreibt und jetzt warte ich schon wieder mit so einem faulen, kurzen Review auf. Aber gut, es hat eben auch nicht jedes Spiel mehr als das verdient.

    Ich liebe ja Digimon. Also ganz konkret die ersten beiden Adventure-Staffeln. Die tierethisch wundervolle Antithese zu Pokemon hat mich damals glücklicherweise viel mehr geprägt, mir einen meiner ersten Childhood Crushes (Mimi) und sowieso eine ganze Menge Freude beschert, aber auch Tränen entlockt. Auch als Erwachsener habe ich mir die beiden Staffeln noch viele Male angesehen und immer wieder aufs Neue festgestellt, was für eine aus verschiedenen Gründen wirklich gute und besondere Kinderserie das ist.

    Ausgeweitet hat sich diese Liebe schließlich auch auf das Playstation One-Spiel Digimon World, bei dem einen ein Digimon, das verschiedene Lebenszyklen immer wieder durchläuft, getreu der Digimon-Entstehungsgeschichte Tamagotchi-artig begleitet und man gemeinsam langsam wieder Ordnung in das von einem Menschen in Aufruhr versetzte File City bringt. Digimon World war wirklich eines der Spiele meiner Jugend. Und das trotz des infamen Bugs, der das Spiel quasi unspielbar gemacht hat.

    Ich hatte also mehr als genug Grund, Cyber Sleuth spielen zu wollen, doch leider finde ich es ziemlich schwach.

    Es geht zwar irgendwie um das Miteinander von Digimon und Menschen und darum, dass Digimon nicht nur ein Haufen an Daten, sondern echte Freunde, Begleiter und intelligentes, fühlendes Leben sind, aber wo die Serie das auch anhand von Anekdoten über Companionship und co. bewiesen hat, ist das in Cyber Sleuth nur seichtes Thema, ohne aber wirklich groß bewiesen zu werden. Man hat hier ja auch kein Digimon-Partner, sondern sucht sich anfangs ganz zu Professor Eichs gusto eines von drei Digimon aus, um dann unzählige weitere Digimon zu scannen und sie für sich kämpfen zu lassen. So wird dann natürlich auch jeder einzelne Konflikt des Spiels gelöst und alle Gegner kommen immer auf magische Art und Weise zur Besinnung, nachdem sie digitastisch verprügelt wurden.

    Die Kämpfe sind auch nicht besonders spannend. Das Spiel ist viel zu leicht, wenn man nur darauf achtet, in den richtigen Momenten immer gut gelevelte Digimon dabei zu haben. Auch DAS ist schade. Es geht wenig darum, welche Digimon man jetzt mag und gerne im Team hätte, sondern will natürlich möglichst starke Digimon haben. Durch das System mit dem De-Digivoluten lässt sich das eeeetwas aufbrechen, aber eben auch nicht viel mehr. Und, naja, es bleibt, dass die Digimon, die für einen kämpfen keinerlei Persönlichkeit haben und lediglich cool aussehen.

    Und dann dümpelt das Spiel so dahin. Will in seiner persona-artigkeit, in der es bald mehr um wahlweise belanglose, weit hergeholte oder offensichtliche Twists als um Digimon geht, große Momente schaffen, hat aber die langweiligsten, nervigsten Charaktere und versagt dabei dementsprechend ziemlich. Ui, aber im Lategame kommen dann ja die ganz krassen Digimon: Superkrassimon, Megasuperobermon, Heiligescheißemon und mehr. Aber das ist auch alles überhaupt nicht interessant.

    Ich will gar nicht sagen, dass Cyber Sleuth manchmal in seiner Whackyness nicht einen digimon-esquen Ton trifft, aber das macht die Brühe auch nicht fett. Das alles ist eben eingebettet in viel Belanglosigkeit und eine englische Übersetzung, die zu schlecht ist, um noch charmant zu sein.

    An alle J-RPG-Fans in diesem Forum: Findet man, als Fan des Genres, dieses Spiel gut? Und was mag man daran?

    Ich habe jedenfalls nicht viel Spaß gehabt und mich am Ende wirklich nur noch hastig durch Dialoge geklickt, um es hinter mich zu bringen. Dafür gibt es dann 3,5 von 10 Lillymons, die ich eigentlich gerne länger in meinem Team gehabt hätte.

    BLUMENKANONE!!!
    Ich hatte das Spiel vor vielen Jahren mal gekauft und angespielt, bin aber nie so wirklich weit gekommen. Ich sehe da die Schuld bei mir und dem plötzlichen Nostalgieanflug wie ich Digimon aus der Serie und generell von früher kenne.
    Ich habe nämlich was völlig anderes erwartet, mehr in Richtung des ersten Digimon Spiels für die PS1. Man hat scheinbar zu der Zeit mehrere Experimente gewagt in welche Richtung man die Spiele entwickelt und daher hat sich da ne klare Linie noch nicht eingependelt.

    Es ist naheliegend das Digimon aus dem Konzept geboren ist "Was wenn Tamagotchi...? Aber die können kämpfen...!", aber gerade dieser "Fürsorge" und "Partner" Aspekt, also das Tamagotchi-mäßige, hat mir hier völlig gefehlt.
    Stattdessen ist man den sicheren Weg gegangen und hat die Serie sehr viel stärker an die bewährte Pokemon-Fomel angeglichen, wo man möglichst viel sammelt und gleichzeitig hochzüchtet.
    Ich fand das irgendwie schade, zu unpersönlich und unterm Strich hat mir da einfach die Identität gefehlt.
    Zumal es eine typisch bog Standard Anime-RPG Story beinhaltet, die dann auch entsprechend low budget präsentiert wird.

  6. #6
    Zitat Zitat von Klunky Beitrag anzeigen
    Ich habe nämlich was völlig anderes erwartet, mehr in Richtung des ersten Digimon Spiels für die PS1. Man hat scheinbar zu der Zeit mehrere Experimente gewagt in welche Richtung man die Spiele entwickelt und daher hat sich da ne klare Linie noch nicht eingependelt.

    Es ist naheliegend das Digimon aus dem Konzept geboren ist "Was wenn Tamagotchi...? Aber die können kämpfen...!", aber gerade dieser "Fürsorge" und "Partner" Aspekt, also das Tamagotchi-mäßige, hat mir hier völlig gefehlt.
    Ich glaube, was du suchst, ist Digimon World: Next Order. Das ist quasi Digimon World 1, nur in modern und mit zwei Digimon, um die du dich kümmern kannst, statt nur einem.

  7. #7
    Gut zu wissen, dass meine Auffassung dann auch unter Genre-Leuten nicht ganz so verquer ist. ^^

    Neues Fleisch:

    Märchen Forest

    Ist mir bei Steam einfach nur als süß aussehendes Ding über den Weg gelaufen. Und beginnt auch genau so. Mylne, ein kleines Catgirl lebt mit ihrem Großvater im Wald und erkundet die tierbesetzte Nachbarschaft, um Alchemiezutaten zu sammeln, damit besagter Opi ihr dahingehend einiges beibringen kann.

    Kaum ist Mylne aber eine begabte Alchemistin, fängt schon der zweite Part des Spiels an, der das ganze ziemlich auf den Kopf stellt. Plötzlich wird Märchen Forest ein Dungeon Crawler mit langen, verschlungenen Gängen und reaktionsbasiertem Click-Combat. Letzteren mag ich ziemlich gerne und irgendwie hat mir auch das erkunden Spaß gemacht. Auch wenn alles ein bisschen billig aussieht, ist es doch irgendwie charmant und der Sprung von Teil 1 des Spiels zu Teil 2 irgendwie so weird, dass es mir gefallen hat. Die Potions spielen zwar noch eine Rolle, doch man brüht sie jetzt eher nebenbei, um damit Items zu generieren, die im Kampf helfen können.



    Wenn man das besagte Kampf-Gameplay mag und beherrscht ist Teil 2 auch wirklich nicht schwierig, vielleicht sogar leicht. Insbesondere, weil man sehr easy grinden kann und schnell ein so hohes Level erreicht, dass die meisten Herausforderungen eigentlich keine mehr sind. Hat mich nicht gestört, weil es mechanisch trotzdem Spaß macht.

    Teil 2 rundet die Geschichte, in der Mylne nach ihrer verschollenen Mutter sucht, dann auch bittersüß ab. Doch Obacht! Das Ende ist, trotz Abspann, gar kein Ende. Oder doch, aber eben nicht das einzige und letzte. Denn was wohl mal hinzugefügter Content war, schließt sich dem dann an und das ist Teil 3: Ein weiterer Dungeon-Crawler, der im Combat ganz ähnlich funktioniert, aber noch ein paar ergänzende Mechaniken hat, die das ganze weitaus knackiger machen kann. Auch hier gilt, dass man schon noch stärker werden wird und die Lernkurve sowieso so rasant steigt, dass es schon bald machbar wird, doch im ersten Moment könnten die vielen Gefahren schon einschüchtern. Ich mochte den dritten Teil nicht so gerne wie den zweiten, weil die Geschichte etwas zu sehr im Dunkeln tappt, bis sie Fahrt aufnimmt und es sich bald auch etwas zieht. Es war aber trotzdem noch nett genug und insgesamt hat mir Märchen Forest auf seine irgendwie konventionelle, aber dann doch auch weirde Art wirklich gut gefallen.

    Dafür gibt es 7 von 10 Steine der Weisen.

  8. #8
    Märchen Forest!

    Hast du die beiden Superbosse vom Postgame erledigt? Ich für meinen Teil hätte mir bei Märchen Forest ja auch noch gewünsscht, dass man Teil 2 und Teil 3 vertauscht hätte, weil Teil 3 in Sachen Gameplay so viel mehr bietet als Teil 2 (und es bekanntlich viele Leute gibt, die nach den Credits einfach aufhören ^^).

  9. #9
    Zitat Zitat von Kael Beitrag anzeigen
    Märchen Forest!

    Hast du die beiden Superbosse vom Postgame erledigt?.
    Oh, ne. Ich habe nach dem Enden kurz noch mal in den Save reingeguckt, um zu sehen, ob es wirklich vorbei ist und es nicht doch noch weiter geht, aber dann auch aus gemacht. Hängt da noch irgendein Storycontent dran oder sind das wirklich nur Bosskämpfe?

  10. #10
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    Oh, ne. Ich habe nach dem Enden kurz noch mal in den Save reingeguckt, um zu sehen, ob es wirklich vorbei ist und es nicht doch noch weiter geht, aber dann auch aus gemacht. Hängt da noch irgendein Storycontent dran oder sind das wirklich nur Bosskämpfe?
    Bisschen Storycontent gibt's, in dem es um (paar Mondbewohner geht, die ihren Outcast rausgeworfen haben), hat aber nix mehr mit Mylne und Rosetta zu tun. Der entsprechende Postgame-Boss (True Dragon) spielt eigentlich auch keine Rolle für die eigentliche Story, aber was ich an dem richtig gut fand - für diesen Boss haben sie nochmal so ziemlich alles herausgeholt, was beim Kampfsystem ging. Ich fand ihn selbst auf Schwierigkeit 0 ziemlich ekelhaft.

  11. #11
    Bei Digimon war ich mir fast sicher, dass du es nicht mögen würdest
    Ich habe es 2020 so ~6h gespielt und war leider auch nicht so begeistert. Hat irgendwie alles so leblos gewirkt und die Präsentation war wirklich lahm.
    An sich finde ich es zwar nicht verkehrt, dass sie mit der Serie verschiedene Dinge ausprobieren, aber Digimon verbinde ich dann doch auch ein wenig mit dieser sorglos-abenteuerlichen Atmosphäre, die zumindest der Anime ja damals immer hatte. Deshalb waren die Sequels für mich von Anfang an schon nicht wirklich interessant.

    Märchen Forest sieht ganz interessant aus, danke für die Eindrücke! Behalte ich mal im Hinterkopf


  12. #12
    Seedsow Lullaby

    Bei Seedsow Lullaby handelt es sich um eine Visual Novel, auf die ich durch Sylverthas‘ Review aufmerksam geworden bin und in die ich mich dabei direkt verliebt habe. Die Eindrücke, die ich beim Lesen (oder aus Spoilergründen, besser: Überfliegen) gewonnen habe, stimmen auch. Wenigstens zum Teil.

    Das Spiel ist erst mal wirklich schön und teils auch sehr aufwändig. Es gibt unheimlich viele CGs für die teils kreativen, fantastischen Handlungsorte und -charaktere. Ich kann dem Stil viel abgewinnen, der darüber hinaus auch durch eine Menge Animationen bereichert wird. Auch das Voice Acting fand ich besser als in üblichen J-VN. Die Musik hat mich dann aber nicht so ganz abgeholt und klang oft wie sie in vielen Spielen klingt, beinahe als könnte sie auch aus irgendwelchen Free Music Libraries sein.

    Auch Letzteres tut der Emotionalität, die das Spiel gerne und oft entwickelt, aber keinen Abbruch. Schon in den ersten 10 Leseminuten habe ich heftig geheult und fand sofort auch das Fingerspitzengefühl toll, mit dem das Spiel erzählt, was es erzählt. Dazu kommt es im Verlauf dann auch noch öfter, auch wenn es leider wirklich nicht immer bei diesem Fingerspitzengefühl zeigt. Oft ist es auch eher der emotionale Holzhammer, der ausgepackt wird. Und so mäandern die Aussagen und dramatischen Höhepunkte des Spiels auch zwischen interessanten Gedanken zum Themenkomplex Familie und doch auch öfter konventionellem Kitsch.



    Seedsow Lullaby fängt dabei bodenständig an, entwickelt sich aber auch bald zu einer fantastischen, ghibliesken Abenteuergeschichte. Diese ist reichlich metaphorisch, fast alles in der Welt der Götter spiegelt in irgendeiner Art und Weise einen Umstand, mit dem die drei zentralen Figuren, die ein Trio aus Großmutter, Mutter und Tochter sind, irgendetwas anfangen können. Auch das gelingt mal besser – beispielsweise wenn anhand der Faceless erzählt wird, dass Familie eigentlich vor allem performativ ist -, aber auch mal schlechter. Letzteres liegt meiner Einschätzung nach vor allem daran, dass das Spiel auf einen großen Twist im dritten Drittel hinarbeitet, der viele Dinge ein wenig untergräbt und mich mehr genervt hat als alles andere. Auch der wird genutzt, um dann wieder ein anderes Ding über Mutterschaft zu erzählen. Zum einen finde ich das Ding aber gar nicht mal so toll und zum anderen zerstört er nebenbei mehr als dass das einbringt.

    Und oft zieht sich das Spiel auch sehr. Gerade in Momenten der Verzweiflung werden Dinge zwanzig mal wiederholt, um nach Hause zu hämmern, wie aussichtslos denn etwas ist, nur um dann doch ein „Aber!“ anzuschließen. Die Halbwertszeit von diesem erzählerischen Mittel ist einfach recht kurz und spätestens nach dem dritten Mal, wo das passiert, habe ich verstanden. Aber es geht genau so weiter.

    Ich habe also sehr gemischte Gefühle, was Seedsow Lullaby betrifft. Weil die Präsentation oft echt schön ist, aber auch viel Tell statt Show drinsteckt. Weil manche der Botschaften und Repräsentationen schön und wichtig sind, andere aber wieder auf den gleichen konventionell-konservativen Pfaden laufen, über die man gerade beim Familienthema wirklich genug hört. Denn ich finde schon, dass sich das Spiel oft genug zu Anliegen positioniert und ein Normativ (re-)produziert.

    Bevor ich also zum Abschluss komme, noch ein paar random Gedanken zu eben diesen Dingen:


    Es ist also echt nicht leicht, eine abschließende Meinung zu Seedsow Lullaby zu formulieren. Will ich auf jeden Fall nicht gemisst haben, aber ist am Ende doch unter den Erwartungen geblieben, die das frühe Spiel noch mitkreiert hat. Ich vergebe 7 von 10 zeitreisende Mütter.

  13. #13
    Zitat Zitat von MeTa Beitrag anzeigen
    Die Musik hat mich dann aber nicht so ganz abgeholt und klang oft wie sie in vielen Spielen klingt, beinahe als könnte sie auch aus irgendwelchen Free Music Libraries sein.
    THE SHADE! Aber ernsthaft, ich fand die Musik total atmosphärisch und höre den OST jetzt auch noch. Krass, wie die Eindrücke auseinandergehen können!
    Zitat Zitat
    Schon in den ersten 10 Leseminuten habe ich heftig geheult und fand sofort auch das Fingerspitzengefühl toll, mit dem das Spiel erzählt, was es erzählt.
    Dito und yo. Dass es ab und zu den Holzhammer auspackt stimmt auch.
    Zitat Zitat
    Und oft zieht sich das Spiel auch sehr. Gerade in Momenten der Verzweiflung werden Dinge zwanzig mal wiederholt, um nach Hause zu hämmern, wie aussichtslos denn etwas ist, nur um dann doch ein „Aber!“ anzuschließen. Die Halbwertszeit von diesem erzählerischen Mittel ist einfach recht kurz und spätestens nach dem dritten Mal, wo das passiert, habe ich verstanden. Aber es geht genau so weiter.
    OK, das finde ich spannend. Ich hatte das Gefühl, dass das Pacing vom Game ziemlich stark ist, wobei ich das auch eher auf ner Makroebene gesehen habe, wo ich sehr viele Szenen relevant fand. Die Actionszenen hatten mich auch gut gekriegt, auch wenn Du Recht hast - am Ende schaffen sies ja doch und der Aufbau wirkt dann künstlich gestreckt.

    Was Du zu Familienthemen sagst - ich hatte das Gefühl, dass einem das Spiel das nur aus verschiedenen Perspektiven zeigen will. Die wesentliche Aussage ist aber schon, dass Familie nichts schlechtes ist. Selbst bei den performativen Darstellung ist es ja so, dass dennoch gezeigt wird, dass der "Vater" viel für seine "Töchter" empfindet - aus der Performance also doch ein Band geworden ist. Ich würde auch sagen, dass das Spiel etwas abstrakter statt über Familie eben über diese Bande geht - da kann Familie eines sein, aber einen eben auch ketten. In dem Sinne hat es einen nicht unähnlichen Kern zu Fruits Basket.
    Und klar, davon sind einige der Themen eben auch irgendwo kitschig / Klischees. Btw. fand ich das das Ende, was probiert hat, eher zu eskalieren, auch in dem Sinne interessant, weil der Epilog dann doch sehr down to earth, fast schon melancholisch arbeitet - Mizusu geht ihr Leben durch, und es passieren eben genau die Etappen, die passieren müssen, damit Tsumugi geboren wird. Da wird ein interessanter Kontrast erzeugt, der dann irgendwie auch Hirukos Rolle - von der ich auch erst nicht so begeistert war - in der Inszenierung gerechtfertigt hat. Ganz zu schweigen davon, dass Hirukos Rolle ein wenig ambivalenter gelassen wird - auch wenn ich immer noch nicht sicher bin, ob da mehr hintersteckt oder es nur mysteriös wegen des Mysteriums Willen war.


    Mich konnte das Writing und Kombination mit der Präsentation auf jeden Fall total abholen. Dazu will ich noch anmerken, dass mir kaum Visual Novels einfallen (insbesondere japanische), die diese Themen überhaupt mit so einem stark weiblichen Fokus angehen. Oder so sehr auf Fanservice verzichten. Ich denke das Game hat schon einiges, was es spannend macht, selbst wenn alle Themen vielleicht nicht 100% genailed sind.

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