Nein, dass meine ich nicht, das ist klar, wie du sagst. Die Neubewertung von Akt-1 entsteht dadurch, dass dort
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Ich sehe glaube ich, wo Du herkommst. Ich stimme Dir auch zu, dass eine Neubewertung von Akt 1 definitiv nötig ist, aber ich glaube, wir unterscheiden uns darin, wie intensiv diese ist.
@Kelven: Auch wenn ich Dir damit etwas nahetrete: Könnte es sein, dass Deine Erfahrung hier stärker von Deinem persönlichen Diskussionsumfeld geprägt ist?
Ich glaube, man darf hier auch von Internetdiskussionen aus nicht auf alles schließen. Im Internet werden Meinungen oft härter ausgesprochen - wer weiß aber, ob ein gutes Argument nicht doch im Kopf der Person bleibt und sie mittelfristig zum Umdenken gebracht hat? Sie wird es selten explizit äußern, gerade, wenn die Erkenntnis etwas länger dauert.
Klar, ich habe auch manchmal Reddit Brain und argumentiere meinen Punkt bis zum Tode. Besonders wenn es um Science Bullshit Erklärungen geht wird man mich kaum umstimmen können, dass so etwas gut ist - auch wenn es für viele funktioniert. Ich kann mich auf sowas einfach nicht einlassen, wenn meine Suspension of Disbelief zu stark gefordert wird. Oder wenn man mit mir über alles nach dem original Final Fantasy VII argumentiert, da ist Hopfen und Malz verloren *g*
Aber bei anderen Themen seh ich das öfter, dass jemand ein gutes Argument bringt und ich dann durchaus überdenke, was ich davon halten soll. Erst letztens bei Cipos neuem Game Monster Girl Therapy passiert. Ich war der Meinung, eines der Minispiele wäre total willkürlich. MeTa hat dann eine Interpretation gebracht, die wirklich überzeugend war. Ist es dadurch mein Lieblingsminispiel geworden? Nein. Kann ich nun etwas wirklich wertschätzen, was ich vorher als beliebig angesehen habe? Absolut.
Schleichwerbung Ende *g*
Ich finde es weder ergiebig, zu sagen, dass wir unsere Meinung nicht ändern können, noch, dass man kein Verständnis für eine andere Meinung herstellen kann, indem man darüber diskutiert.
Was ich aber richtig unergiebig finde, sind Affektäußerungen wie "Ich fands geil" - das ist komplett nutzlos für mich, wenn ich die Person nicht sehr gut kenne. Daraus kann ich nichts ableiten und die Person hätte die Meinung auch gleich lassen können. Wenn sie sagt, dass sie etwas geil fand, weil XYZ, dann kann ich das zumindest prüfen, ob ich da ähnliche Ansichten habe.
Beispiel: Wenn jemand sagt "Ich fand das geil, weil es total viele QoL Features hat und sich fast von selber spielt", dann weiß ich sofort, dass ich das Spiel lieber meide. Ohne den Zusatz hätte ich daraus gar nichts ableiten können, außer, dass irgendein Rando im Internet was toll findet.
Zitat
Die Frage ist ja auch, warum ich das Spiel überhaupt mit anderen Augen sehen wollen sollte, unabhängig davon ob es mir gefallen oder nicht gefallen hat.
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Um tiefere Erkenntnisse zu gewinnen. Vielleicht war das Bauchgefühl ja tatsächlich falsch, weil man bestimmte Informationen nicht hatte. Vielleicht hat man auch etwas anders gedeutet, als es angedacht war und bekommt durch eine andere Perspektive ganz neue Erkenntnisse. Ob das die Meinung um 180° wendet? Das ist debatierbar. Aber reicht nicht schon eine 30° Drehung?
Nebenbei ist es vielleicht an sich interessant, tiefer in ein Werk einzutauchen, mehr Wertschätzung für das Handwerk zu bekommen - und man hat dadurch auch einen Zugewinn. Wir sprechen ja am Ende über Kunst, die erst durch verschiedene Perspektiven interessant wird.