Ergebnis 1 bis 20 von 58

Thema: Clair Obscur: Expedition 33

Baum-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #39
    Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
    Ich will das aber noch zusammenbringen, u.a. auch mit Kelvens Anmerkung: Ich finde solche Erklärungen natürlich auch total cool, und wenn ich Zeit und Nerven habe, versuche ich mich ja auch gerne daran. ^^ Ich finde aber auch, dass sie in einem solchen Fall praktisch "nur noch" interessante Analyse für akademisch (oder künstlerisch) Interessierte sind; das Wichtige ist gerade, inwiefern das Spiel für viele auch ohne Erklärungen und trotz der Widersprüche funktioniert. Und deshalb habe ich speziell bei einem Spiel wie Clair Obscur auch gar nicht so Bock auf eigenes Analysieren? In einem gewissen Sinne neige ich sonst dazu, den Wald zugunsten der Bäume zu übergehen, und das wäre dem Wald nicht angemessen.
    Natürlich kann das auch eine schwierige Perspektive sein kann, nämlich spätestens dann, wenn das Emotionale eventuelle Fragwürdigkeiten überrollt, weirde Ideologien transportiert etc. (Stichwort Triumph des Willens, duh) Aber da fand ich bspw. die Genozid-Interpretationen für Clair Obscur jetzt nicht so wahnsinnig perfide, dass es mich stören würde.

    Insofern tl,dr -- Das "Robuste" der Meinung ist sicherlich nett und spannend, aber irgendwo auch drittrangig hinter der emotionalen Reaktion: Hat das Spiel nun gezündet (und wie genau) oder nicht? Und wenn nicht, ist das voll okay.
    Soll aber wie gesagt niemanden vom Erklären abhalten! Ich weiß nur, dass es mich bei so einem Spiel weniger kratzt, und ich finde auch, dass wir als aufgeklärte Gesellschaft öfter mal dazu neigen, die emotionale Reaktion zu unterschätzen.
    Auch wenn das aus meiner Warte abschätzig und belehrend gegenüber meinem Ansatz klingt, so kommt mir der Satz dann doch so vor, als wenn es vielleicht gar nicht so weit entfernt ist:
    Zitat Zitat
    Hat das Spiel nun gezündet (und wie genau) oder nicht? Und wenn nicht, ist das voll okay.
    Das, was in den Klammern steht, ist doch schon Teil der Begründung und Analyse. Dabei wird man doch schon darauf eingehen müssen, dass bestimmte Dinge bei einem funktioniert haben, weil Begründung. Die Begründung wird vielleicht auch schon eine Kausalkette enthalten, aus der man etwas so sieht. Klar, es ist noch einen Schritt weiter, auch Belege dafür zu suchen. Was, wenn man sich nicht nur über Oberflächlichkeiten unterhalten will, aber nötig ist.

    Die Sache ist ja: Begründet man seine Reaktion nicht, dann können andere daran in der Regel nur anschließen oder widersprechen, aber es kann schwer tiefer gehen. Es gibt ja dann keine überprüfbaren Argumente. Nur sowas wie einen "gemeinsamen Konsens". Wenn ich nun aber wissen möchte, inwiefern etwas für mich funktioniert hätte, was jemand anders erzählt - dann sind die Feels von der Person eher hinten angestellt. Insbesondere im Internet, wo man die meisten Leute kaum kennt. Dann ist eine Beschreibung, wieso sie zu den Schlüssen kommt, vorranging zu einem "ich fands richtig geil!". Damit kann ich nichts anfangen, weil ich nicht weiß, wieso. Daher halte ich den Ansatz definitiv nicht für "akademisch", sondern wesentlich für die Weitergabe von Informationen, mit denen andere auch was anfangen können.

    Aber ja, wenn Du damit einen überwiegenden Großteil des Diskurses meinst - der findet auf der emotionalen Ebene statt. Sicherlich auch, weil emotionale Reaktionen einfach und schnell sind, während Analysen schwer und zeitaufwendig sind. Und die meisten haben keine Zeit oder Muße, sich tiefer damit zu beschäftigen.
    Ich denke durchaus, dass es einen großen Wert hat, seine eigenen Emotionen auch mal zu hinterfragen - gerade, wenn es Argumente gibt, dass das Bauchgefühl vielleicht doch nicht so gut war.

    Geändert von Sylverthas (Heute um 10:19 Uhr)

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •