~ Das kommt mir doch irgendwie bekannt vor? ~
Mein erstes Spiel, um zwischendurch eine Pause von all den JRPGs zu nehmen ist Legends of Amberland. Auch ein RPG, aber ein doch sehr westliches. Die Retro Gamer unter euch werden bei dem Spiel eventuell an ihre Kindheit erinnert werden. Warum genau? Nun schauen wir uns doch einfach mal zwei Screenshots an.
Might and Magic IV & V: World of Xeen (1993)
Legends of Amberland (2019) (Klicken für größeres Bild)
Wie wir unschwer erkennen können ist Legends of Amberland sehr von den alten Might & Magic Teilen (speziell III bis V) inspiriert. Das beschränkt sich nicht nur auf die Darstellung und die UI, sondern auch die Spielweise. Man reist in Kästchenschrittweise durch eine Oberwelt und verschiedene Dungeons und bekämpft dort rundenweise verschiedene Gegner. Zwischendurch kann man in den Städten NPCs antreffen, die einen verschiedene Informationen über die Welt und Quests geben können. Anders als bei Might & Magic können die Städte aber leider nicht betreten werden und sind einzig allein ein Menü.
Die Stadt Timberburg (Klicken für größeres Bild)
Bei der Charaktererstellung hat mandie Wahl zwischen Menschen, Elfen, Halb-Elfen und Zwergen (die allerdings nur in männlich, weil wer weiß schon ob es überhaupt Zwergenfrauen gibt? Und wenn sind sie so selten, da kann man sie doch nicht auf das Schlachtfeld schicken). Da gibt es auch schon meinen ersten Negativpunkt, weil ich bei der Charaktererstellung noch keinen Knopf gefunden habe wieder zum vorherigen Schritt zurück zu gehen. Dem Spiel liegt ein .pdf Handbuch dabei, das man höchstwahrscheinlich auch lesen sollte, denn ohne fand ich die Charaktererstellung nicht sonderlich innovativ.
Wichtig zu beachten ist auch, dass nicht wie in anderen Spielen die Charaktere zuerst angegriffen werden, die unten in der Portraitleiste vorne stehen, sondern diejenigen die Position #3 #4 und #5 einnehmen. Dementsprechend musste ich meine Gruppe nach der erstellen umstellen.
Sind die Charakter aber erst einmal erstellt geht es gleich direkt ins Spiel. Man hat den Auftrag den königlichen Hofzauberer in einem Schloß südlich der Stadt Timberburg aufzusuchen. Das einzige Problem ist, dass ein Troll (wie sollte es auch anders sein) die Brücke versperrt. Man hat verschiedene Möglichkeiten fortzuschreiten. Entweder man kauft für 100 Gold ein Boot oder man kämpft gegen den Troll. Ich habe in meinem Anspielen gegen den Troll gekämpft (nachdem ich vorher alle Goblins auf meiner Seite der Brücke besiegt habe und anschließend einen Levelaufstieg durchgeführt habe). Allerdings habe ich auf den leichtesten Schwierigkeitsgrad gespielt.
Hat man dann einen Weg über den Fluss gefunden kann man sich direkt zum Schloss und zum Hofzauberer aufmachen.
Weiter habe ich bisher noch nicht gespielt, aber das war schon genug um ein kleines Fazit und eine Bewertung abzugeben, gerade in Punkto Gameplay und Grafik.
Die Grafik ist schön gepixelt, kann allerdings mit der inspirierenden Klassiker World of Xeen meiner Meinung nach nicht mithalten. Das ist sicherlich aber Geschmackssache, mir persönlich gefällt dieser (mangels eines passenden Wortes) glatte Pixelstil weniger als der von World of Xeen, der ein wenig detaillierter ist (gerade die Gegner sind bei Might & Magic halt fast schon Kult in ihrem Design). Gameplay mäßig macht es soweit Spaß, allerdings bin ich enttäuscht, dass man die Städte nicht betreten kann, die haben bei Might & Magic sich immer wie eine Art Questhub angefühlt, der das Spiel in Abschnitte einteilt. Auch Zwischensequenzen habe ich in Legends of Amberland bisher noch nicht gesehen, auch das vermisse ich.
Alles in allem ist es aber ein Spiel das Spaß macht und viel mehr an World of Xeen erinnert als der offizielle Nachfolger Might and Magic X (auch schon vor etlichen Jahren erschienen). Ich würde jedem DOS-Spiel-Nostalgiker empfehlen es sich einmal selbst anzuschauen.